{"id":136500,"date":"2025-07-25T14:00:00","date_gmt":"2025-07-25T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136500"},"modified":"2025-07-25T14:30:48","modified_gmt":"2025-07-25T12:30:48","slug":"das-ist-doch-logisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136500","title":{"rendered":"Das ist doch logisch"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt nat&uuml;rlich einen Grund, warum der Russe erst im Jahr 2029 angreift und nicht fr&uuml;her. Vorher klappt das schlie&szlig;lich <a href=\"https:\/\/table.media\/berlin\/talk-of-the-town\/24-juli-2025-talk-of-the-town\">mit der Aufr&uuml;stung nicht<\/a>. Geld steht zwar inzwischen in H&uuml;lle und F&uuml;lle zur Verf&uuml;gung &ndash; der Kanzler und sein Verteidigungsminister laufen in Washington sogar mit offenem Portemonnaie herum und erz&auml;hlen, sie kaufen alles &ndash; das Beschaffungsproblem ist damit aber noch lange nicht gel&ouml;st, wie sich nun herausstellt. Es gibt keine zus&auml;tzlichen Kapazit&auml;ten in der R&uuml;stungsindustrie und zudem lange Lieferfristen. Deshalb greift der Russe erst 2029 an. Das ist doch logisch. Eine Glosse von <strong>Andr&eacute; Tautenhahn<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8162\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-136500-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250724-Das-ist-doch-logisch-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250724-Das-ist-doch-logisch-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250724-Das-ist-doch-logisch-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250724-Das-ist-doch-logisch-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=136500-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250724-Das-ist-doch-logisch-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250724-Das-ist-doch-logisch-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wer kann eigentlich Patriot-Flugabwehrsysteme <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ukraine-krieg-wer-patriot-flugabwehrsysteme-an-die-ukraine-liefern-kann-und-wann-a-0a1d2ff3-8236-4ba9-92d2-d79950c44c8f?giftToken=3f351b61-6ac4-4b29-92bf-d5e770ab2418\">an die Ukraine liefern?<\/a> Diese Frage stellte sich, nachdem die deutschen Speerspitzen im Auftrag der NATO mit dem US-Pr&auml;sidenten eine Vereinbarung trafen, dass der US-Stellvertreterkrieg in der Ukraine k&uuml;nftig weiter mit US-Waffen gef&uuml;hrt werden darf, die aber die Europ&auml;er bezahlen. Die Ukraine liegt schlie&szlig;lich in Europa. Darauf <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ukraine-waffenlieferungen-trump-rutte-washington-li.3285114\">wies auch der NATO-Generalsekret&auml;r Mark Rutte hin<\/a>: &bdquo;Herr Pr&auml;sident, lieber Donald, das ist wirklich eine gro&szlig;e Sache. Wirklich eine gro&szlig;e Sache. Sie wollen, dass die Ukraine sich weiter verteidigen kann, aber Sie wollen auch, dass die Europ&auml;er daf&uuml;r bezahlen. Was vollkommen logisch ist.&ldquo;<\/p><p>An die Logik des Westens hat sich der Russe zu halten. Es ergibt ja auch keinen Sinn, in den Krieg zu ziehen, wenn man daf&uuml;r noch gar nicht bereit ist. Das sollen mal sch&ouml;n die tapferen Ukrainer &uuml;bernehmen. So wie das die Russen mit ihrer Kriegswirtschaft machen, geht das hierzulande nat&uuml;rlich nicht. So geben laut einer Umfrage der Strategieberatung Horv&aacute;th unter 73 Vorst&auml;nden und Experten der deutschen Verteidigungsindustrie gut zwei Drittel der Befragten an, es werde mehr als eine Dekade dauern, die deutschen Streitkr&auml;fte <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/verteidigung-ruestungsindustrie-zweifelt-an-sich-selbst-a-286a95a1-a5b6-4b97-8768-3481ff4e2614\">zu modernisieren<\/a>. Der Russe kann also nicht fr&uuml;her angreifen. Das ist doch logisch.<\/p><p>Die R&uuml;stungsindustrie zweifelt an sich selbst. Auch das ist logisch, weil sich die politisch erw&uuml;nschte Kriegst&uuml;chtigkeit nur schwerlich mit den wirtschaftlichen Interessen der Konzerne in Einklang bringen l&auml;sst. Die Branche befindet sich gerade wegen des Krieges in der Ukraine im Wandel. Statt teurer Panzer sind beispielsweise g&uuml;nstigere Drohnen gefragt, da die viel effektiver auf dem Schlachtfeld operieren. Entsprechend dr&auml;ngen Start-ups mit neuen Technologien auf den Markt und bedrohen die Platzhirsche mit ihren milliardenschweren Produktkatalogen. Die sind wiederum gezwungen zu reagieren und ihrerseits das Marktsegment durch Kooperationen zu besetzen, wollen aber nicht auf Umsatz und Rendite verzichten. So d&uuml;rften aus schon jetzt verf&uuml;gbaren g&uuml;nstigen Alternativen vor allem teure Waffensysteme werden, nach langer Entwicklungszeit versteht sich.<\/p><p>Doch auch die klassischen Bestellungen funktionieren nicht. Wer sich noch erinnern kann, wird wissen, dass der Beginn der &bdquo;Zeitenwende&ldquo; nun schon ein wenig zur&uuml;ckliegt, dreieinhalb Jahre, also so lange, wie der Krieg in der Ukraine bereits andauert. Damals legte die Bundesregierung unter Olaf Scholz das erste 100-Milliarden-Sonderverm&ouml;gen auf. Die Gelder sind l&auml;ngst verplant und davon beispielsweise viele neue Panzer bestellt worden. Doch geliefert ist bislang wenig. Begr&uuml;ndung: Die Lieferungen verlaufen schleppend, da viele Systeme komplex sind und lange Produktionszeiten haben. Das ist, man ahnt es schon, eine eher vorgeschobene Begr&uuml;ndung, weshalb in diesen Tagen das Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz auf den Weg gebracht worden ist. Damit soll es gelingen, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz-100.html\">&bdquo;von der Manufakturarbeit zur industriellen Fertigung&ldquo; zu kommen<\/a>.<\/p><p>Ein sch&ouml;ner Vergleich, weil da der Vorwurf mitschwingt, dass der schleppende Aufbau von Produktionskapazit&auml;ten nicht nur an komplizierten Vergabekriterien liegen k&ouml;nne. Der zust&auml;ndige Minister verteidigt hingegen die Industrie, auf die er bei der Umsetzung seines Plans zur Herstellung der Kriegst&uuml;chtigkeit angewiesen ist. Die Branche habe das Ruder l&auml;ngst herumgerissen und sei dabei, die Produktionskapazit&auml;ten hochzufahren. Doch das gehe eben nicht von heute auf morgen. Und genau deshalb muss der Russe mit seinem Angriff halt noch warten. Erst wenn Deutschland die konventionell st&auml;rkste Armee Europas <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2025\/kw20-de-regierungserklaerung-merz-1064956\">aufgebaut hat<\/a>, kann es losgehen. Bis dahin m&uuml;ssen eben Wortunget&uuml;me wie Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz, vielleicht noch erg&auml;nzt um den Zusatz &bdquo;Entwurf&ldquo;, f&uuml;r die n&ouml;tige Abschreckung sorgen. Das ist doch logisch.<\/p><p><small>Titelbild: Grok &ndash; Das Titelfoto ist ein mit k&uuml;nstlicher Intelligenz erstelltes Symbolbild.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt nat&uuml;rlich einen Grund, warum der Russe erst im Jahr 2029 angreift und nicht fr&uuml;her. Vorher klappt das schlie&szlig;lich <a href=\"https:\/\/table.media\/berlin\/talk-of-the-town\/24-juli-2025-talk-of-the-town\">mit der Aufr&uuml;stung nicht<\/a>. 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