{"id":13671,"date":"2012-06-26T16:06:37","date_gmt":"2012-06-26T14:06:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13671"},"modified":"2015-03-06T11:26:48","modified_gmt":"2015-03-06T10:26:48","slug":"es-steht-schlecht-um-deutschlands-kritisches-burgertum-jakob-augstein-liefert-mal-wieder-den-beweis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13671","title":{"rendered":"Es steht schlecht um Deutschlands kritisches B\u00fcrgertum &#8211; Jakob Augstein liefert mal wieder den Beweis"},"content":{"rendered":"<p>Man sollte die Bedeutung der Kolumnen des Freitag-Herausgebers bei SpiegelOnline nicht &uuml;berbewerten. Aber zum einen laufen diese Kolumnen unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Im Zweifel links&ldquo; und bilden damit einen Orientierungspunkt f&uuml;r linksliberale SpiegelOnline-Leserrinnen und -Leser, zum andern gewinne ich aus Gespr&auml;chen und &Auml;u&szlig;erungen anderer den Eindruck, dass zum Beispiel die in der neuen Kolumne &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jakob-augstein-was-angela-merkel-jetzt-machen-muss-a-840717.html\">Was Merkel jetzt machen muss<\/a>&ldquo; erkennbare unkritische Bewunderung f&uuml;r Angela Merkel weitere Kreise zieht, auch im Bereich des ehedem kritischen B&uuml;rgertums und gegen jede Vernunft. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIm Folgenden werde ich zun&auml;chst (A) einige zusammenfassende kritische Anmerkungen machen und mir dann erlauben, (B) den Text jeweils an den betroffenen Stellen zu kommentieren.<\/p><ol type=\"a\">\n<li><strong>Kritische Anmerkungen zur Augstein-Kolumne und den darin erkennbaren Tendenzen:<\/strong>\n<ol>\n<li>Wieso soll eigentlich jene, n&auml;mlich Angela Merkel, die Rettung bringen, die in der Vergangenheit nahezu alles falsch gemacht hat?<\/li>\n<li>Wie kann man von einer Person und ihren politischen Freunden, die gerade mit dem Fiskalpakt Elend und Fehlentwicklung festzuschreiben gedenken, das Heil erwarten?<\/li>\n<li>Der Kolumnist analysiert die bisherigen Fehler und Fehlentwicklungen ausgesprochen mangelhaft. Nirgendwo kommt die Fehlentwicklung der auseinander laufenden Wettbewerbsf&auml;higkeiten zur Sprache. Nirgendwo beschreibt Augstein den gravierenden Fehler der prozyklischen Politik wie zu Br&uuml;nings Zeiten. Der Autor hat auch nicht verstanden, dass wir nicht zu aller erst eine Staatsschuldenkrise sondern eine Finanzkrise hatten. Er macht die Ursache der Krise bei den S&uuml;dl&auml;ndern fest. Auch dabei ist er nicht allein. Auch andere eher linksliberale und linke Intellektuelle haben sich der allgemeinen Stimmungsmache gebeugt. Meinungsmache wird nicht mehr erkannt, obwohl ihre Existenz und Wirkung &uuml;berall zu greifen ist.<\/li>\n<li>Dass die Bundeskanzlerin und CDU Vorsitzende, ihr Finanzminister und vermutlich auch ihre ganze Partei inzwischen der neoliberalen Ideologie ausgeliefert sind, hat dieser Kolumnist nicht bemerkt. Auch das ist typisch f&uuml;r weite Kreise dieses B&uuml;rgertums. Irgendwie kommen sie von einem g&auml;ngigen Denkmuster nicht weg, von jenem n&auml;mlich, Angela Merkel und die Union seien sozialdemokratisiert. Wenn man das n&auml;mlich glaubt, dann muss man resistent sein gegen die Erkenntnis, dass Merkel, Sch&auml;uble und ihre Freunde der neoliberalen Ideologie alle Scheunentore ge&ouml;ffnet haben und unsere Gesellschaft nach diesem Muster pr&auml;gen und &uuml;ber den Finanzpakt, &uuml;ber eine Verfassungs&auml;nderung und die Auslieferung an europ&auml;ische Institutionen, die nach der gleichen Ideologie ticken, auch k&uuml;nftig unwiderruflich pr&auml;gen wollen.<\/li>\n<li>Was soll man von einer gemeinsamen europ&auml;ischen Regierung erwarten? Diese wird auf der Basis der Br&uuml;sseler Administration und der dort und europaweit herrschenden neoliberalen Ideologie den falschen Kurs fortsetzen. Vielleicht effizienter als bisher. Aber ist das von Vorteil? &ndash; In diesem Zusammenhang noch eine Anmerkung zu einer in den heutigen Hinweisen des Tages ge&auml;u&szlig;erten Vermutung: eine Volksabstimmung zur &Uuml;bertragung von Entscheidungsbefugnissen an europ&auml;ische Institutionen, an eine europ&auml;ische Regierung zum Beispiel, w&uuml;rde aus meiner Sicht von den Bef&uuml;rwortern gewonnen werden. Nicht weil es sachlich richtig ist, sondern weil das Manipulations- und Beeinflussungspotenzial einer Koalition aus Bundesregierung, Opposition, Bild-Zeitung, ARD, ZDF, privaten Sendern und den meisten deutschen Medien so m&auml;chtig w&auml;re, dass skeptische Fragen dazu keine Chance h&auml;tten. Damit Missverst&auml;ndnisse vermieden werden: ich bin f&uuml;r eine Europ&auml;isierung, wenn das notwendig ist. Ich halte allerdings die europ&auml;ischen Einrichtungen und Strukturen f&uuml;r so morbide, f&uuml;r so korrupt und f&uuml;r so neoliberal bestimmt, dass ich darin sachlich keinen Sinn sehen kann.<\/li>\n<li>Interessant ist die servile Bereitschaft Augsteins, Schr&ouml;ders Agendapolitik nach den von neoliberalen Kreisen eingetrichterten und inzwischen herrschenden Denkmustern f&uuml;r richtig und erfolgreich zu halten. Augstein macht diese Botschaft noch glaubw&uuml;rdiger dadurch, dass er Schr&ouml;der und Angela Merkel gleichzeitig mit der Opferrolle ziert. Die Zuschreibung der Opferrolle an Schr&ouml;der und der Opferrolle an Merkel st&uuml;tzen sich gegenseitig. Ein interessanter Mechanismus von Meinungsmache.<\/li>\n<li>Pr&uuml;fen Sie mal nach Lekt&uuml;re der Kolumne, ob Sie verstehen, &bdquo;Was Merkel jetzt machen muss f&uuml;r Europa&ldquo;. Inhaltlich. Ich habe es nicht verstanden.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Die Kolumne von Jakob Augstein mit kleinen Kommentierungen im Text<\/strong><br>\n(AM = Albrecht M&uuml;ller)\n<p>25. Juni 2012, 11:31 Uhr<br>\n<strong>S.P.O.N. &ndash; Im Zweifel links<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jakob-augstein-was-angela-merkel-jetzt-machen-muss-a-840717.html\">Was Merkel jetzt machen muss<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>Eine Kolumne von Jakob Augstein<\/em><\/p>\n<p><strong>Europa oder nichts &ndash; das muss der Schlachtruf der Kanzlerin sein. Angela Merkel muss jetzt f&uuml;r die EU k&auml;mpfen<\/strong> (AM: f&uuml;r die EU in der jetzigen Verfassung zu k&auml;mpfen, lohnt nicht sonderlich), <strong>auch gegen den Widerstand in der eigenen Partei und bei den W&auml;hlern. Selbst wenn es die CDU-Chefin das Amt kosten k&ouml;nnte.<\/strong><\/p>\n<p>Angela Merkel muss ihrem Land einen Dienst erweisen: Sie muss sich opfern. (AM: Schwulstiges Gerede. Wo steht denn ein Opfer an?) Sie darf nicht an sich selbst denken und nicht an ihre Partei. Sie muss an die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland denken. Diese Zukunft liegt in Europa. Merkel muss die europ&auml;ische Integration beschleunigen. (AM: Es kommt drauf an, wie diese Integration aussieht.) Jetzt. Sofort. Sie muss das widerspenstige Volk (AM: So widerspenstig ist das Volk doch gar nicht. Augstein baut einen Popanz auf) und die z&ouml;gerliche Partei hinter sich sammeln. Ihr Schlachtruf muss sein: Europa oder nichts! (AM: was soll diese Unsinnsalternative?)<\/p>\n<p>Vielleicht kostet sie das ihr Amt. (AM: wie denn das? Bei den publizistischen Helfershelfern von Frau Merkel, von Dieckmann von &bdquo;Bild&ldquo; bis Augstein vom &bdquo;Freitag&ldquo;, wird ihr das nie und nimmer das Amt kosten, wenn sie f&uuml;r Europa eintritt) Vielleicht zerbricht dar&uuml;ber ihre Regierung. Dann ist das der Preis, den sie zahlen muss. <\/p>\n<p>Gerhard Schr&ouml;der war bereit, ihn f&uuml;r die Hartz-IV-Ma&szlig;nahmen zu zahlen. Der Ex-Kanzler hat diese seinerzeit f&uuml;r notwendig gehalten und sie gegen den Widerstand der SPD und ihrer W&auml;hler durchgesetzt. Die Sozialdemokraten erholen sich erst jetzt davon. Europa ist f&uuml;r Merkel, was Hartz IV f&uuml;r Schr&ouml;der war: Es ist das Projekt, das Ziel, der Sinn ihrer Kanzlerschaft. (AM: Dieses h&auml;ufig wiederkehrende Argument ist interessant, weil es inzwischen, obwohl ohne Substanz, zum Haltegriff der linksliberalen Besserverdiener geworden ist. Sie vers&ouml;hnen sich mithilfe des &bdquo;Opferttenors&ldquo; mit Schr&ouml;ders Untaten und dem damit verbundenen Angriff auf die Sozialstaatlichkeit. Das kommt Ihnen zupass, weil sie sich mit ihresgleichen aus dem konservativen Lager vers&ouml;hnen wollen und es nebenbei auch noch billiges Hilfspersonal aus dem Niedriglohnsektor gibt.)<\/p>\n<p>Merkel war von Anfang an die unbekannte Kanzlerin, eine Fremde im Amt. Beliebt bei den Menschen. Aber man r&auml;tselte: Worum geht es dieser Frau, was treibt sie an, was will sie &ndash; au&szlig;er der Macht? Man hat sonst kein Projekt in dieser Kanzlerschaft gesehen. Aber jetzt liegt es offen zu Tage: Europa. (AM: Das stimmt einfach nicht. Merkel und Sch&auml;uble haben zusammen mit den Vorg&auml;ngern Schr&ouml;der, Eichel und Steinbr&uuml;ck, Europa ruiniert, indem sie die Auseinanderentwicklung der Lohnkosten\/Lohnst&uuml;ckkosten und damit der Wettbewerbsf&auml;higkeit der einzelnen Euro-Staaten beschleunigt haben. Sie sonnen sich im Lichte des Wettbewerbsvorteils f&uuml;r Deutschlands Exportwirtschaft, sie genie&szlig;en den Export von Arbeitslosigkeit und wundern sich &uuml;ber die Folgen in den betroffenen L&auml;ndern.) Ausgerechnet die protestantische Frau aus dem Osten muss jetzt Europa retten, das Projekt der katholischen M&auml;nner aus dem Westen. (AM: Dummes Gerede ohne Substanz. Haben die Protestanten Heinemann, von Weizs&auml;cker, Rau, Heuss, Brandt, Schmidt etc. Nichts Entscheidendes f&uuml;r Europa getan? )<\/p>\n<p><strong>Hilfsmilliarden reichen nicht<\/strong><\/p>\n<p>Bisher hat sie sich geweigert, die Krise in solchen Dimensionen zu sehen. Sie hat versucht, das Problem da zu l&ouml;sen, wo es entstanden ist: in den schwachen L&auml;ndern des S&uuml;dens (AM: eine glatte L&uuml;ge). Aber das gen&uuml;gt nicht. Seit drei Jahren hat nichts ausgereicht, um die M&auml;rkte zu beruhigen &ndash; zuletzt nicht die 100 Milliarden-Euro-Finanzhilfe f&uuml;r Spanien und nicht der konservative Wahlsieg in Griechenland. Auch die 130 Milliarden Euro, die nach einem Beschluss der vier f&uuml;hrenden Nationen der Euro-Zone f&uuml;r Wachstum in Europa freigesetzt werden sollen, werden nicht gen&uuml;gen. (AM: Und genau jene Politikerin, die das alles falsch gemacht hat &ndash; von der undifferenzierten Bankenrettung 2008 bis zum ersten Rettungsversuch in Griechenland &ndash; soll jetzt das Heil bringen?)<\/p>\n<p>Diese Krise ist eine des Vertrauens. Geld ist greifbares Vertrauen. (AM: Donnerwetter) Und erst wenn Merkel auf Europa vertraut, werden das auch die M&auml;rkte tun (AM: Geschwafel).  Auf dem EU-Gipfel Ende dieser Woche hat die Kanzlerin Gelegenheit zu beweisen, dass sie auf Europa vertraut. (AM: Was soll das konkret hei&szlig;en?) Vielleicht ist es die letzte Gelegenheit.<\/p>\n<p>Merkel vertraut bislang nicht einmal ihrem eigenen Parlament und nicht einmal ihren eigenen W&auml;hlern. In der vergangenen Woche hat das Bundesverfassungsgericht in gro&szlig;er Klarheit dargelegt: Weil die Kanzlerin Widerstand gegen die Kosten der Euro-Rettung f&uuml;rchtet, umgeht sie das Parlament, wo sie kann. Das ist ein Fehler. Merkel muss aufh&ouml;ren, sich wie eine Politikerin zu verhalten und den Konflikt zu meiden. Sie muss sich stattdessen wie eine Staatsfrau verhalten und den Konflikt l&ouml;sen. Merkel muss die Menschen aus ihrer selbstverschuldeten Unm&uuml;ndigkeit (AM: Wieso selbstverschuldet, wieso unm&uuml;ndig?) f&uuml;hren und mit der &ldquo;politischen Unterforderung&rdquo; Schluss machen, von der J&uuml;rgen Habermas gesprochen hat: (AM: wo sind denn die Leute unterfordert? Das ist das &uuml;bliche Gerede, entlehnt dem Denken in den Kategorien von Blut, Schwei&szlig; und Tr&auml;nen, das wir aus konservativen Kreisen kennen. Augstein und Kolleginnen und Kollegen f&uuml;hren das Denkmuster jetzt im linksliberalen Bereich ein.) Europa ist f&uuml;r Deutschland lebenswichtig, und Europa wird Deutschland mehr kosten, als wir bis jetzt gehofft hatten. (AM: Von dem, was wirklich n&ouml;tig w&auml;re, n&auml;mlich eine gemeinsame Wirtschaftspolitik zu betreiben, die die Rezession und Arbeitslosigkeit bek&auml;mpft und es den am meisten betroffenen V&ouml;lkern im S&uuml;den m&ouml;glich macht, reale Werte zu schaffen, ist nicht die Rede. Auch nicht davon, dass das Elend in Europa ganz wesentlich davon herr&uuml;hrt, dass die Spekulation auf den Finanzm&auml;rkten unreguliert weiterlaufen kann. Dies wiederum ist eine Folge der engen Verflechtung der politisch Verantwortlichen mit der Finanzwirtschaft, vor allem mit im Investmentbanking und den Spekulanten. F&uuml;r Augstein ist das kein Thema.)<\/p>\n<p><strong>Werben f&uuml;r Europa<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man die Deutschen heute abstimmen lie&szlig;e, w&uuml;rden sie Europa durchfallen lassen. (AM: woher wei&szlig; Augstein das? Er untersch&auml;tzt das Potenzial an Meinungsmache.) Merkel muss um die Menschen werben &ndash; auch wenn es sie am Ende ihr Amt kosten k&ouml;nnte. Von Polizisten und Soldaten wird st&auml;ndig verlangt, dass sie Leib und Leben f&uuml;r ihr Land und seine Rechtsordnung einsetzen. Merkel muss nur ihr Amt opfern. (AM: Wieso das? Und wie soll das gehen? Wer soll denn bei dieser herrschenden Medienlage gegen sie gewinnen? Die Medien machen doch mehrheitlich schon reine PR f&uuml;r diese Bundeskanzlerin. Ihr angesichts dieser Lage noch eine Opferrolle zuzuschreiben, ist das T&uuml;pfelchen auf dem i.) Dennoch ist das nicht wenig verlangt: F&uuml;r die Menschen an der Spitze ist die Macht das Leben (AM: die nackte Spr&uuml;cheklopferei). Wer schafft es schon, von selbst loszulassen und sich wie Karl V. in die Extremadura zur&uuml;ckzuziehen? (AM: Bildungsb&uuml;rgerliches Beiwerk ohne Realit&auml;tsbezug)<\/p>\n<p>Am Ende wird es eine Volksabstimmung geben, da herrscht inzwischen Einigkeit von Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble bis zur Linken-Chefin Sahra Wagenknecht. Die Bankenunion und die Euro-Bonds sind nur die Notma&szlig;nahmen, mit denen der Schwelbrand der Krise erstickt wird. Danach werden die Deutschen ein neues Grundgesetz haben (AM: Was soll ge&auml;ndert werden? Wie soll das aussehen?) Und der Kontinent eine gemeinsame Regierung, eine gemeinsame Politik, ein gemeinsames Schicksal. Das liegt in der Konsequenz der gesamten europ&auml;ischen Integration seit den R&ouml;mischen Vertr&auml;gen. (AM: Eine gemeinsame Regierung nach Br&uuml;sseler neoliberalem Muster! Das fehlt uns noch. &ndash; Wenn die gemeinsame Regierung die Probleme genauso wenig erkennt wie die Br&uuml;sseler Kommission, die tatenlos der Auseinanderentwicklung der Wettbewerbsf&auml;higkeit in der Eurozone zugesehen hat, dann ist doch mit der Konzentration auf eine europ&auml;ische Regierung nichts bewirkt!)<\/p>\n<p><strong>Deutsche stehlen sich aus Verantwortung<\/strong><\/p>\n<p>F&uuml;r eine Umkehr ist es zu sp&auml;t. Sch&auml;ubles Leute reichen jetzt die ersten sozusagen offiziellen Zahlen durch, die beschreiben, wie Deutschland zwei Jahre nach einem Zusammenbruch des Euros aussehen wird: f&uuml;nf Millionen Arbeitslose und eine um zehn Prozent eingebrochene Wirtschaftsleistung. Und das w&auml;re erst der Anfang. (AM: Jetzt lobt der Kolumnist auch noch Sch&auml;uble und seine Leute f&uuml;r die Ver&ouml;ffentlichung von Zahlen &uuml;ber Arbeitslosigkeit und Zusammenbruch des Euro, also Zahlen zu b&ouml;sen Folgen, die sie mit ihrer prozyklischen angeblichen Sparpolitik selbst angerichtet haben.)<\/p>\n<p>Den Deutschen ist das immer noch nicht bewusst. Sie versuchen immer noch, sich mit dem Verweis auf griechischen Wein und Dolce far niente aus der Verantwortung f&uuml;r ihre eigene Zukunft zu stehlen. (AM: Augstein doch auch, wenn er behauptet, die Krise sei in den schwachen L&auml;ndern des S&uuml;dens entstanden. Kein Wort von der eigentlichen Ursache, der Spekulation und der Finanzkrise) Aber es wird den deutschen Arbeitslosen nicht helfen, Griechen und Italienern die Schuld zu geben. (AM: Die sind auch nicht alleine schuld. Die Fehlentwicklung ist eine gemeinsame Angelegenheit.) <\/p>\n<p>Niemand wird mehr fragen, wo der Zusammenbruch des Euro, der europ&auml;ischen Integration und des deutschen Wohlstands seinen Ursprung hatte (AM: Unfassbare Ignoranz gegen&uuml;ber den wahren Ursachen!) &ndash; sondern nur noch danach, wer ihn h&auml;tte verhindern k&ouml;nnen. Das sind die Deutschen selbst. Das ist ihre Kanzlerin Angela Merkel. (AM: Ja, die, die bisher so viel falsch gemacht hat, soll es richten.)<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Schlussbemerkung AM: <\/strong><\/p><p>Ich konnte diesen Text nicht ohne innere Emp&ouml;rung lesen und bitte um Pardon f&uuml;r manche harte Kommentierung.<\/p><p>Und eine Wiederholung: Ich h&auml;tte nicht kommentiert, wenn Augsteins Denken nicht so repr&auml;sentativ f&uuml;r g&auml;ngige Denkmuster bis weit hinein in den Kreis vermeintlich linker Intellektueller w&auml;re. Schlie&szlig;lich ist er der Herausgeber eines Blattes, des Freitag, das ich normalerweise empfohlen habe, wenn ich nach einer sinnvollen alternativen  Mediennutzung in Deutschland gefragt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sollte die Bedeutung der Kolumnen des Freitag-Herausgebers bei SpiegelOnline nicht &uuml;berbewerten. 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