{"id":136954,"date":"2025-08-05T11:00:11","date_gmt":"2025-08-05T09:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136954"},"modified":"2025-12-22T11:38:12","modified_gmt":"2025-12-22T10:38:12","slug":"ja-wir-sind-im-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136954","title":{"rendered":"\u201eJa, wir sind im Krieg!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Es wird durch Propaganda f&uuml;r den Krieg und durch tats&auml;chliche Waffenunterst&uuml;tzung auch der Krieg selbst weiter gef&ouml;rdert und chronifiziert&ldquo;, so der Psychotherapeut <strong>Hans-Joachim Maaz<\/strong>. Im Interview mit <strong>Rumen Milkow<\/strong> spricht er dar&uuml;ber, warum Gewalt in unserer Gesellschaft zunimmt; weshalb er die immer &ouml;fter erw&auml;hnte Hochsensibilisierung f&uuml;r eine psychische Auff&auml;lligkeit h&auml;lt, die nicht geeignet ist, den Gef&uuml;hlsstau aufzul&ouml;sen; und was er jungen Menschen als alter weiser Mann mit auf den Weg geben m&ouml;chte, bevor sie die K&uuml;nstliche Intelligenz (KI) befragen.<br>\n<!--more--><br>\n<div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/F1zTwELDAFg\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Rumen Milkow: Herr Maaz, Sie schreiben in Ihrem 2023 erschienenen Buch <a href=\"https:\/\/www.frank-timme.de\/de\/programm\/produkt\/friedensfahigkeit-und-kriegslust\">&bdquo;Friedensf&auml;higkeit und Kriegslust&ldquo;<\/a>, dass Sie erschrocken dar&uuml;ber sind, dass in Deutschland schon wieder so eine Kriegsunterst&uuml;tzung m&ouml;glich ist, dass das &bdquo;Nie wieder!&ldquo; keine G&uuml;ltigkeit mehr hat und dass man mit den Waffenlieferungen einen Krieg anheizt. Das hat sie erschreckt und sie haben versucht, es genauer zu ergr&uuml;nden und die Psychodynamik zu erfassen. Wie sehen Sie die aktuelle Situation? Sind wir schon im Krieg?<\/strong><\/p><p><strong>Hans-Joachim Maaz<\/strong>: Ja, wir sind schon im Krieg &ndash; einfach durch die Tatsache, dass Waffen geliefert werden an die Ukraine und dass die Russen als Feind, der vernichtet werden muss, dargestellt werden. Wenn gesagt wird, die Ukraine darf den Krieg nicht verlieren, hei&szlig;t das auch, die Russen sollten den Krieg verlieren. Durch Propaganda f&uuml;r den Krieg und durch tats&auml;chliche Waffenunterst&uuml;tzung wird der Krieg selbst weiter gef&ouml;rdert und chronifiziert. Die Situation hat sich dadurch zugespitzt, dass jetzt mit einer sogenannten Kriegsert&uuml;chtigung die Bev&ouml;lkerung darauf vorbereitet wird.<\/p><p>Ob Deutschland oder die EU die Absicht haben, den Krieg gegen Russland weiter auszudehnen, und inwieweit dieser dann direkt gef&uuml;hrt wird, ist eine offene Frage. Ich f&uuml;rchte, dass die Waffenproduktion zunehmen wird. Man hat den Eindruck, dass dadurch die Krise der Wirtschaft in Deutschland verschleiert wird. Es wird auf Aufr&uuml;stung umgestellt, wodurch es erst mal wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung gibt. Wenn man so viele Waffen produziert, m&uuml;ssen diese auch eingesetzt werden. Jetzt werden sie erst mal in die Ukraine oder anderswo in die Welt exportiert. Aber die Gefahr ist gro&szlig;, dass das, was hergestellt wurde, auch verwendet werden muss.<\/p><p>Wir wissen, dass es im Krieg immer zwei Seiten gibt: die einen, die den Krieg zu verantworten haben, die Kriege anzetteln, f&uuml;hren und befehlen. Das ist eine ganz kleine Schicht, die am Krieg in der Regel auch profitiert, die ihre Macht dadurch sichert, mit Aufr&uuml;stung Profite macht oder nach einem Krieg daran verdient, dass das Zerst&ouml;rte wieder irgendwie aufgebaut werden muss; und die gro&szlig;e Mehrheit, die in den Krieg gehetzt, verf&uuml;hrt, manipuliert und am Ende befohlen wird. Damit ist im Grunde auch eine Tragik immer wieder ins Bild gebracht oder in die Realit&auml;t: dass dann, wenn es passiert, Millionen Unschuldige geopfert werden f&uuml;r die Interessen einer kleinen Gruppe, die sich am Krieg bereichert.<\/p><p><strong>In Interviews sagen Sie immer wieder, dass Menschen erst dann bereit sind, ihr Leben zu ver&auml;ndern, wenn der Leidensdruck gro&szlig; genug ist. Kann man das auch auf die Gesellschaft &uuml;bertragen, also auf den &bdquo;Patienten&ldquo; Deutschland?<\/strong><\/p><p>Ja, in der Medizin, in der Therapie ist das eine bekannte Tatsache. Viele Menschen, die meisten Menschen eigentlich, wissen, inwieweit sie gut oder f&uuml;r sich schlecht leben; dass sie sich Dinge antun, die f&uuml;r ihre Gesundheit nicht gut sind. Beispielsweise in Sachen Ern&auml;hrung, Bewegung, Genussmittel, Nikotin, Alkohol, auch Stress oder ein konfliktreiches Leben, das entsprechende psychische und psychosomatische Auswirkungen hat. Und obwohl die meisten Menschen das wissen, was ihnen nicht guttut, k&ouml;nnen sie nicht davon lassen. Sie k&ouml;nnen nicht davon lassen, weil sie einerseits sozial, gesellschaftlich eingebunden sind in Zw&auml;nge, zum Beispiel Arbeitszw&auml;nge, Verpflichtungen, was sie alles tun und leisten m&uuml;ssen. Aber es gibt auch einen inneren Zwang, die Anpassung der seelischen Probleme, die oft ein Erziehungsergebnis sind &ndash; also, dass Kinder nicht so best&auml;tigt und verstanden wurden, wie sie es gebraucht h&auml;tten f&uuml;r eine gesunde Entwicklung. Dann suchen sie nach einer Kompensation, nach einem Ersatz.<\/p><p><strong>K&ouml;nnen Sie sagen, worin dieser Ersatz besteht?<\/strong><\/p><p>Das ist in aller Regel die Anpassung an das, was eine Gesellschaft allgemein erwartet. Eine kapitalistische Gesellschaft erwartet, dass man sich behauptet, dass man sich durchsetzt, dass man k&auml;mpft und konkurriert und &auml;u&szlig;ere Karriere macht. Diese &auml;u&szlig;ere Karriere geht meistens auf Kosten der inneren Zufriedenheit. Man ist im st&auml;ndigen Stress, diese Erwartungen zu erf&uuml;llen. Das verlangt einerseits die kapitalistische Wirtschaftsform. Auf der anderen Seite hat man sich angepasst, weil man nicht so best&auml;tigt und geliebt wurde. Daraus folgt eine seelische, eine psychosoziale Entfremdung und eine Anpassung. Das ist dann wie ein Zwang, den man nicht einfach aufgeben kann. Wenn man dann sp&auml;ter daran leidet, an den Stressfolgen, dann m&uuml;sste man das ganze eigene Leben kritisch bedenken und sich fragen: War mein Leben falsch? Das ist das, was ich mit &bdquo;falschem Leben&ldquo; meine: dass man etwas tut gegen die eigene Nat&uuml;rlichkeit, gegen die eigenen Bed&uuml;rfnisse, weil es von einem erwartet wird.<\/p><p>Das ist die Hauptproblematik der fr&uuml;hen Entfremdung von Kindern: dass Kinder so behandelt werden, dass sie nicht erfahren k&ouml;nnen, wer sie wirklich sind, was sie wirklich wollen und k&ouml;nnen. Sie m&uuml;ssen sehr fr&uuml;h herausfinden, wer und wie sie sein sollen, um die Erwartungen der Eltern, der Schule, der Gesellschaft zu erf&uuml;llen. Das ist die Tragik, die dahin f&uuml;hrt, dass man dann ein Leben f&uuml;hrt nach den Erwartungen von au&szlig;en. Und wenn man das aufgeben will, durch Erkenntnis, m&uuml;sste man sagen: Mensch, das war alles falsch! Aber das tun die meisten Menschen nicht &ndash; bestenfalls, wenn sie in eine pers&ouml;nliche Krise kommen, eine Krankheit, eine ungl&uuml;ckliche Lebensersch&ouml;pfung. Dann gibt es eine Chance, dass man dr&uuml;ber nachdenkt.<\/p><p>Ich denke, dass man diese Erfahrung, die wir praktisch mit jedem Menschen machen k&ouml;nnen, auch f&uuml;r die Gesellschaft anwenden k&ouml;nnen. Diese Formel gilt auch hier. Heute wissen sehr viele Menschen &ndash; die Mehrheit, w&uuml;rde ich behaupten &ndash;, dass das nicht mehr in Ordnung ist, dass man nicht mehr zufrieden ist, dass man in Spannung und in Angst ist, auch weil man nicht wei&szlig;, was die Zukunft bringt. Aber es gibt kein wirkliches Innehalten, es gibt keine Massendemonstration in dem Sinne: Wir wollen anders leben! Es gibt auch kaum jemanden, der sagen k&ouml;nnte, wie wir als Gesellschaft anders leben k&ouml;nnten. Insofern halte ich den Vergleich f&uuml;r angemessen, dass leider auch gesellschaftliche Prozesse erst in eine wirklich ernste Krise, in ein Chaos, in irgendeinen Zusammenbruch kommen m&uuml;ssen, um dann zu sehen: Was l&auml;sst sich ver&auml;ndern, was l&auml;sst sich vielleicht doch noch verstehen und verbessern.<\/p><p><strong>In letzter Zeit ist immer &ouml;fter davon die Rede, dass wir eine hochsensibilisierte Gesellschaft sind. Wie passt dieser Sensibilisierungsprozess und die Hochsensibilisierungsgesellschaft mit &bdquo;Ihrem&ldquo; Gef&uuml;hlsstau zusammen? Man k&ouml;nnte annehmen, dass dieser bew&auml;ltigt sei, wenn alle jetzt sensibilisiert oder gar hochsensibel sind.<\/strong><\/p><p>Ich kenne den Begriff der Hochsensibilit&auml;t als eine psychische Auff&auml;lligkeit, eine Pers&ouml;nlichkeitsproblematik. Die gilt zwar nicht oder noch nicht als Krankheit, aber eben doch als eine St&ouml;rung, dass die Menschen sehr viel empfindlicher auf alles reagieren &ndash; also mit den Reizen &uuml;berfordert sind, wenn sie h&ouml;ren, sehen, f&uuml;hlen, alles intensiver ist, es mehr nach innen geht.<\/p><p><strong>W&uuml;rden Sie sagen, dass das zugenommen hat in den letzten Jahren?<\/strong><\/p><p>Ich wei&szlig; es nicht, zumindest spricht man jetzt erst dar&uuml;ber. Es k&ouml;nnte sein, dass es zugenommen hat, aber ich h&auml;tte ein Deutungsangebot daf&uuml;r, denn wir leben in einer &uuml;berreizenden Gesellschaft. Ich denke da vor allem an das Smartphone und die &Uuml;berflutung durch Reize. Man sieht viele Menschen, die Jugend vor allen Dingen, immer nur mit dem Smartphone besch&auml;ftigt. Wo sie sitzen oder was sie tun, ist das Smartphone sozusagen der st&auml;ndige Kommunikationspartner. Und ich sage mal so: Die Information ist eine Art Wischbewegung, also ein paar Sekunden, und dann kommt das N&auml;chste dran. Das hei&szlig;t, es wird &uuml;berhaupt nicht mehr verarbeitet, was man wahrnimmt. Der Reiz ist da, aber er wird nicht seelisch integriert. So entsteht ein &Uuml;berreizungszustand. Insofern k&ouml;nnte ich mir einen Zusammenhang in dieser Hinsicht vorstellen. Was v&ouml;llig verloren gegangen ist: Die meisten Jugendlichen lesen nicht mehr, erz&auml;hlen sich nichts mehr, sondern es ist immer Action, immer irgendwie kurze Reize, die dann schnell wieder vergehen und mit neuen ersetzt werden. Das halte ich f&uuml;r eine St&ouml;rung, f&uuml;r einen Ausdruck der modernen, eher pathologischen Verh&auml;ltnisse.<\/p><p><strong>Was ist der Unterschied zwischen dieser St&ouml;rung und einem Gef&uuml;hlsstau?<\/strong><\/p><p>Der Gef&uuml;hlsstau ist ein seelischer Stresszustand von erlebter Kr&auml;nkung, von Vernachl&auml;ssigung, von Ungeliebt-Sein, von Ge&auml;ngstigt-Sein, praktisch ein entwicklungspsychologisches Problem, das in der fr&uuml;hen Kindheit beginnt. Wenn Kinder nicht angemessen gef&uuml;hlsm&auml;&szlig;ig reagieren k&ouml;nnen, wenn sie nicht best&auml;tigt wurden, wenn sie gekr&auml;nkt wurden, wenn sie nicht ausreichend geliebt wurden, dann bleibt etwas zur&uuml;ck, was emotional nicht verarbeitet ist: ein Kr&auml;nkungsgef&uuml;hl, ein Emp&ouml;rungsgef&uuml;hl, ein schmerzliches Gef&uuml;hl. Wir wissen, dass das am Ende die Menschen krank macht. Es ist ein chronischer Stresszustand: aufgestaute Gef&uuml;hle, die in der Psychosomatik energetisch verarbeitet werden, oder eben auch sozial. Ich sage immer, der Gef&uuml;hlsstau macht krank oder b&ouml;se: krank durch den Stress &ndash; oder b&ouml;se, weil man jetzt st&auml;ndig unter Druck ist und etwas abf&uuml;hren will. Das kann in der Partnerschaft sein, das kann in der Freundschaft sein. Dann regt man sich auf: Du bist schuld! Du liebst mich nicht! Du verstehst mich nicht! Man sucht Konflikte, man sucht Streit, um etwas von dem Gef&uuml;hlsstau wie mit Ventilen abzureagieren.<\/p><p>Es k&ouml;nnte sein &ndash; so w&uuml;rde mir eine Deutung m&ouml;glich erscheinen &ndash;, dass das Hypersensible wie ein tropfender Wasserhahn ist; also, dass Gef&uuml;hlsreize abtropfen, als ein &Uuml;berlauf des Gef&uuml;hlsstaus. In diesem Zusammenhang sehe ich eher eine Gefahr, wenn es politisch-medial gelingt &ndash; und das ist im Moment ja gerade im Gange &ndash;, dass Menschen verunsichert, ver&auml;ngstigt und Bedrohungsgef&uuml;hle bei ihnen erzeugt werden, dass damit der Gef&uuml;hlsstau in eine bestimmte Richtung, also in einem Feindbild &ndash; der Russe als Feind zum Beispiel &ndash; gelenkt wird. Dann w&auml;chst auch die innere Einstellung, unbewusst h&auml;ufig: Naja, dann habe ich ja endlich eine M&ouml;glichkeit, mich wieder abzureagieren &ndash; indem ich in den Krieg ziehe, indem ich t&ouml;te und zerst&ouml;re.<\/p><p>Dieser psychodynamische Zusammenhang spielt bei jedem Krieg eine Rolle. Ein Motiv, in den Krieg zu ziehen, ist, sich damit aus dem Gef&uuml;hlsstau abreagieren zu k&ouml;nnen &ndash; so, wie viele Menschen mal gerne br&uuml;llen, toben, an den Boxsack gehen oder eben Streit suchen. So kann bei geschickter Propaganda dazu beigetragen werden, dass junge Menschen auch eine M&ouml;glichkeit sehen, ihre Unzufriedenheit, ihren Unmut, ihre innere Spannung, was Ausdruck des Gef&uuml;hlsstaus ist, nun auch kriegerisch, gewaltt&auml;tig abzureagieren.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen zur Kenntnis nehmen, dass Gewalt in unserer Gesellschaft &uuml;berhaupt w&auml;chst. Das ist f&uuml;r mich ein Symptom, ein Ausdruck von ungel&ouml;sten Konflikten, ungel&ouml;ster innerer Spannung, von Gef&uuml;hlsstau durch Entt&auml;uschung, Kr&auml;nkung, Verletzung, &Auml;ngstigung, die sich jetzt eben auch in Gewalt &auml;u&szlig;ert &ndash; und dazu braucht es Feindbilder. Das wird politisch-medial gesch&uuml;rt in den letzten Jahren. Wir hatten das Feindbild Corona, wir haben das Feindbild Klimaver&auml;nderung, und wir haben das Feindbild Russen. Das wird im gro&szlig;en Stil aufgebaut. Es wird wenig gefragt: Wie k&ouml;nnen wir uns darauf einstellen? Wie k&ouml;nnen wir diplomatisch sein? Wie k&ouml;nnen wir so leben, dass wir weniger anf&auml;llig sind?<\/p><p><strong>&Uuml;berlauf k&ouml;nnte man ja auch so verstehen, dass damit der Gef&uuml;hlsstau abgebaut wird. Aber so ist es nicht?<\/strong><\/p><p>Er wird nicht wirklich abgebaut. Abgebaut hei&szlig;t, es m&uuml;ssten die Gef&uuml;hle &ndash; das sind meistens Kr&auml;nkung, Verletzung, also seelischer Schmerz oder Emp&ouml;rung und Wut &ndash; in Verbindung gebracht werden mit dem eigentlichen Ursprung. Wie bin ich verletzt worden? Wer hat mich wie gekr&auml;nkt? Wer hat mich gehindert? Wie bin ich gehindert worden? In welcher Weise bin ich nicht geliebt worden? Erst wenn die Gef&uuml;hle im Zusammenhang erlebt, wieder erinnert und verstanden werden mit der Ursprungsgeschichte, gibt es eine Chance der wirklichen Entladung. Wir wissen aus der therapeutischen, vor allem aus der k&ouml;rperpsychotherapeutischen Arbeit, dass eine solche Entladung wesentlich hilft, den Gef&uuml;hlsstau zu entladen und zu verstehen, was einem geschehen ist.<\/p><p>Das ist eine Wunde, die damit nicht beseitigt, nicht ungeschehen gemacht wird. Man hat sie er&ouml;ffnet und kann sie praktisch wie eine Eiterpustel ausquetschen. Es gibt im weiteren Leben wieder &auml;hnliche Kr&auml;nkungen oder Verletzungen, sodass diese fr&uuml;he Erfahrung mit der entsprechenden Emotionalit&auml;t lebendig und aktiv bleibt &ndash; sodass es notwendig ist, dass man eigentlich ein Leben lang immer wieder bem&uuml;ht bleibt, dem Gef&uuml;hlsstau ein Ventil, ein angemessenes Gef&uuml;hl zu geben: das Gef&uuml;hl, beispielsweise Emp&ouml;rung, in Verbindung zu bringen mit der Verletzung oder der Kr&auml;nkung, die mir wirklich zuteilgeworden ist.<\/p><p><strong>Die Hochsensibilisierung korrespondiert, das ist mein Eindruck, mit einer Betroffenheitsmode. Meine Beobachtung ist, dass sich Gruppen betroffen f&uuml;hlen, bei der ich immer die pers&ouml;nliche Betroffenheit vermisse und wo ich mich frage, inwieweit es dann ins Hysterische geht.<\/strong><\/p><p>F&uuml;r mich sind das eindeutig hysterische Symptome, in der &Uuml;bertriebenheit. Das wiederum ist ein Ausdruck eines Gef&uuml;hlsstaus, aufgestauter Affekte, deren Ursprung oder Bedeutung nicht erkannt werden will. Es ist die pers&ouml;nliche Geschichte: Wie bin ich gekr&auml;nkt und verletzt worden? Um das zu verleugnen, braucht man jetzt eine andere Situation, einen anderen Anlass, den man benutzt. Das ist dann aber unecht, das ist unpassend, das ist nicht realit&auml;tsgerecht zu dem, was ich wirklich an Kr&auml;nkung erlebt habe. So entsteht dieser falsche Charakter, der Als-Ob-Charakter, der &uuml;bertriebene Charakter; weil es keine wirklich gezielte Beruhigung oder Entlastung gibt, denn es ist ein falsches Objekt. Es muss jemand herhalten. Machen wir es einmal ganz simpel: in der Partnerschaft, in der Freundschaft, man regt sich dann &uuml;ber den Partner auf, weil der halt irgendwas macht, was einem nicht passt, aber viel mehr, als die Situation hergibt. Das hei&szlig;t, der Partner kriegt dann etwas von dem Affekt ab, der aufgestaut ist. Diese &uuml;bertriebene Situation macht die Beziehung nat&uuml;rlich besonders schwer und f&uuml;hrt zu keiner L&ouml;sung, sondern versch&auml;rft.<\/p><p>Das erleben wir in der Gesellschaft im Moment sehr stark, dass es eine &uuml;bertriebene Aufregung gibt. Wenn ich nur an die Gender-Sprache denke oder, dass wir Worte wie Indianer oder Zigeuner nicht mehr benutzen d&uuml;rfen. Auf der anderen Seite wird jeder zweite Mensch, der kritisch ist, als Nazi beschimpft. Ganz pers&ouml;nlich: Indianer ist f&uuml;r mich ein Ehrenwort. F&uuml;r mich waren Indianer in meiner Jugend Helden, also sehr positiv besetzt. Nazi ist von Anfang an eine Bezeichnung f&uuml;r eine schlimme Einstellung, f&uuml;r verbrecherisches Tun. Wenn man sich das &uuml;berlegt: Auf der einen Seite werden solche Begriffe geradezu hysterisch verboten, um Gottes Willen, du hast Indianer gesagt, und auf der anderen Seite wird das so unberechtigt &uuml;bertrieben dargestellt. F&uuml;r mich ist das ein Zeichen f&uuml;r eine Gesellschaftspathologie, f&uuml;r eine Gesellschaftskrise, f&uuml;r eine Fehlentwicklung.<\/p><p>Die eigentliche Ursache der Fehlentwicklung ist das, was ich unter Normopathie verstehe: eine Gesellschaft, die Fehlentwicklung mit falschen Werten und Zielen, die vor allen Dingen eine finanzkapitalistische Bedeutung haben. Profit machen statt menschliche Beziehungen pflegen. Diese Entwicklung ist in eine Krise gekommen, die nicht wahrgenommen werden will, also schafft man sich Ersatzprobleme. Und deshalb erregt man sich so furchtbar &uuml;ber die Sprache oder &uuml;ber bestimmte Worte. Es ist ein &Uuml;berfluss von Gef&uuml;hlen und von Effekten an der falschen Stelle.<\/p><p><strong>Im M&auml;rz erschien das Buch <a href=\"https:\/\/www.rowohlt.de\/buch\/ole-nymoen-warum-ich-niemals-fuer-mein-land-kaempfen-wuerde-9783499017551\">&bdquo;Warum ich niemals f&uuml;r mein Land k&auml;mpfen w&uuml;rde&ldquo;<\/a> des Journalisten Ole Nymoen. Der Autor schreibt dort, dass er selbst bei einem Angriff Russlands lieber kapitulieren als tot sein m&ouml;chte. Und sein erster Schritt w&auml;re, zu versuchen, aus Deutschland herauszukommen. Das Thema Auswandern ist gerade in aller Munde. Wie ist Ihre Meinung dazu?<\/strong><\/p><p>Also ich bin da vollkommen &auml;hnlicher Meinung. Ich habe in der Auseinandersetzung mit dem Ukrainekrieg und der Kriegsert&uuml;chtigung f&uuml;r mich pers&ouml;nlich gesagt, ich w&auml;re lieber besetzt von einem Feind als tot. Die Forderung, in einen Krieg ziehen zu sollen, einen Feind zu bek&auml;mpfen, hei&szlig;t immer, in den potenziellen Tod zu ziehen und zu t&ouml;ten, also get&ouml;tet zu werden und zu t&ouml;ten, und Zerst&ouml;rung und Verst&uuml;mmelung zu akzeptieren. Das ist mir undenkbar, zumal es nicht mein Krieg ist. Ich kann mir nicht vorstellen, was mein Krieg sein k&ouml;nnte. Ich glaube, es ist sehr wichtig, zu unterscheiden, eine pers&ouml;nliche Notwehr von einem Kriegszustand.<\/p><p>Ein Krieg wird immer aus politischen Gr&uuml;nden, aus Machtverh&auml;ltnissen, aus Profitinteressen gef&uuml;hrt &ndash; gegen die Menschenw&uuml;rde und die Menschenrechte. Eine pers&ouml;nliche Notwehr ist eine Verteidigung, wenn ich pers&ouml;nlich bedroht bin. Dann ist es, denke ich, auch in Ordnung, dass man sich sch&uuml;tzt und verteidigt. Das ist aber etwas anderes als ein Krieg, wo man fremde Interessen und nicht die eigenen vertritt. Und deshalb ist das auch meine Einstellung, ich spitze es so zu: Lieber besetzt als tot sein!<\/p><p>Es ist sicher, muss und kann kein sch&ouml;ner Zustand sein, von einer fremden Macht oder fremden M&auml;chten besetzt zu sein. Aber es ist immer noch Leben. Solange man lebt, hat man die Chance, auch individuell daf&uuml;r zu sorgen, dass man gute M&ouml;glichkeiten f&uuml;r sich findet, dass man moralisch angemessen reagiert, dass man in W&uuml;rde bleibt &ndash; auch wenn es schwierig ist. Aber diese M&ouml;glichkeit bleibt, das eigene Leben zu gestalten.<\/p><p>Im &Uuml;brigen bin ich in der DDR gro&szlig; geworden. Wir waren knapp 45 Jahre sowjetisch besetzt. Diesen Popanz aufzumachen, dass die Russen nun wieder alles besetzen wollen. Das ist eine Frage, die politisch zu beantworten w&auml;re, aber rein psychodynamisch ist mir das nicht so schlimm, als wenn ich t&ouml;ten m&uuml;sste oder get&ouml;tet werden w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Ich wollte noch mal Ihre Meinung zum Thema Auswandern wissen, weil der Autor dazu r&auml;t; und auch, weil ich seit Corona immer mehr Zeit in Bulgarien verbringe und dort aber auch feststellen muss, dass mich die Probleme einholen. Man kann vor Problemen letztendlich nicht wegrennen. Ist es auch Ihr Eindruck, dass Auswandern ein gro&szlig;es Thema in unserer Gesellschaft ist, und wie ist Ihre Meinung dazu?<\/strong><\/p><p>Ich verstehe, wenn jemand auswandern will, vor allem, wenn Kriegsgefahr herrscht. Dass man abhaut, um sich zu retten vor einer Gefahr, also beidseitig: T&ouml;ten zu m&uuml;ssen ist mindestens so schlimm wie selbst get&ouml;tet zu werden. Das verstehe ich. Ich wei&szlig; aber auch, was Sie jetzt angedeutet haben: Egal, wo man hingeht, man nimmt sich mit. Das hei&szlig;t, man nimmt die eigenen Probleme oder ungel&ouml;sten Schwierigkeiten des eigenen Lebens mit. Wir wissen, dass es hilfreiche, f&ouml;rderliche, soziale, gesellschaftliche Verh&auml;ltnisse f&uuml;r oder gegen die eigenen Schwierigkeiten gibt, und auch gest&ouml;rte oder belastende. Nat&uuml;rlich sind die gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse von Bedeutung, ob man sich auch mit all seinen Schwierigkeiten und Begrenzungen besser oder schlechter einrichten kann. Ich verstehe den Wunsch des Auswanderns, wenn es notwendig geworden ist, auch gesellschaftliche Verh&auml;ltnisse zu finden, die besser zu meinen Schwierigkeiten und zu meinen M&ouml;glichkeiten passen.<\/p><p>Das Wichtigste ist, glaube ich, sich immer wieder selbst zu verstehen: Wie kann ich dort, wo ich lebe, bei allen &auml;u&szlig;eren Schwierigkeiten herausfinden, in W&uuml;rde bleiben? Wie kann ich anst&auml;ndig bleiben, wie kann ich mich dr&uuml;cken vor einer Mitt&auml;terschaft oder selbst vor Mitl&auml;uferschaft? Und ich erinnere jetzt bei Ihrer Frage, die Situation in DDR-Zeiten, da war es f&uuml;r viele: Bleiben oder gehen?<\/p><p>Ich habe auch einige gute Freunde verloren, die in den Westen gegangen sind, noch zu Zeiten der DDR, und das war nat&uuml;rlich immer auch ein Problem von jedem von uns. Aber ich war eher der Meinung, zu bleiben, weil ich M&ouml;glichkeiten oder eine Notwendigkeit sehe, mein Leben auch in Schwierigkeiten hinzukriegen, praktisch in Verantwortung mir selbst gegen&uuml;ber: Wie kann ich in den Verh&auml;ltnissen, die ich nicht f&uuml;r richtig, die ich f&uuml;r menschenfeindlich halte, mich so verhalten, dass das etwas gemildert wird? Dass ich da etwas dagegensetzen kann, ohne &uuml;bertrieben zu glauben, ich k&ouml;nnte die politischen Verh&auml;ltnisse wirklich ver&auml;ndern. Das ist f&uuml;r mich immer auch eine Frage der W&uuml;rde.<\/p><p><strong>Ihr Interview mit Jens Lehrich vor wenigen Monaten &uuml;ber Ihre <a href=\"https:\/\/youtu.be\/obD7p6hzhDo?si=ju7QBcoHDssSkDza\">&bdquo;Lebensabschlussphase&ldquo;<\/a> &ndash; Sie sind jetzt 82 &ndash; ber&uuml;hrt ein Tabu und hat mich auch pers&ouml;nlich ber&uuml;hrt. Sie sagen dort, dass diese Phase nicht zwangsl&auml;ufig biologisch ist, sondern auch in j&uuml;ngeren Jahren eine Rolle spielen k&ouml;nnte. Was w&uuml;rden Sie der j&uuml;ngeren Generation nun als alter weiser Mann, nicht als alter wei&szlig;er Mann, zum Thema &bdquo;Tod und Sterben&ldquo; und &bdquo;Die letzten Dinge&ldquo; mit auf den Weg geben, bevor diese m&ouml;glicherweise die K&uuml;nstliche Intelligenz (KI) befragt?<\/strong><\/p><p>(lacht) Die KI ist f&uuml;r mich die gro&szlig;e neue Gefahr. Ich w&uuml;rde die KI, so hilfreich sie sein kann, auch als Gefahr einer k&uuml;nstlichen Verdummung verstehen. Dass man sich immer weniger auf sich selbst, auf sein Verstehen, sein Nachdenken, sein Gef&uuml;hl vor allen Dingen orientiert und beruft und die Verantwortung abgibt. Aber das ist nicht Ihre Frage. Nat&uuml;rlich bin ich in einem Alter, wo absehbar ist, dass die Lebenszeit zu Ende geht. Wir wissen eigentlich alle, dass wir sterben werden. Und wenn Sie fragen, was ich aus der heutigen Erfahrung weitergeben m&ouml;chte an j&uuml;ngere Leute, dann ist es das, was auch mein Leben bestimmt hat. Sich immer wieder zu fragen: Wie lebe ich? Wie echt oder falsch lebe ich? Bin ich wirklich mit mir und meinen M&ouml;glichkeiten, meinen Bed&uuml;rfnissen gut im Kontakt und kann das, so gut ich und die Verh&auml;ltnisse es erm&ouml;glichen, ausleben? Oder wie sehr muss ich sein und leben, wie es von mir erwartet wird?<\/p><p>Ich wei&szlig; aus den Therapien, dass jeder Mensch mehr oder weniger in seiner fr&uuml;hen Entwicklung selten das Gl&uuml;ck hatte, so verstanden, best&auml;tigt zu werden, dass er sich wirklich selbst findet; und in dem Leben das findet, was die ureigenste Verwirklichung w&auml;re, der ureigenste Sinn f&uuml;r das Leben. Das bleibt eine Herausforderung, die mehr oder weniger gelingt. Aber man kann ein Leben lang daf&uuml;r Sorge tragen, durch Selbsterkenntnis, durch breite Information, durch eine gute, offene, ehrliche Kommunikation, dass man sich immer wieder kritisch hinterfragt.<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist man als soziales Wesen immer auch eingebunden in eine soziale Gemeinschaft. Eine Autonomie in Bezogenheit ist f&uuml;r mich die gesunde Kombination. Ich finde heraus, wie ich bin, und das verantworte ich auch als einmalige M&ouml;glichkeit. Kein anderer Mensch ist so wie ich, aber ich bin in Bezogenheit in einer Gemeinschaft und muss sehen, wie viel ich davon leben kann oder was nicht m&ouml;glich ist. Dass man sein ganzes Leben bem&uuml;ht ist, herauszufinden: Lebe ich in meiner W&uuml;rde? W&uuml;rde ist in dem Sinne f&uuml;r mich die &Uuml;bereinstimmung zwischen Denken, F&uuml;hlen und Handeln. Das ist nie hundertprozentig, aber das Bem&uuml;hen darum w&auml;re f&uuml;r mich die Lebensaufgabe, die sich sp&auml;testens in der Lebensabschlussphase aufdr&auml;ngt: Wie habe ich gelebt? Aber da sind die Chancen, noch mal etwas zu ver&auml;ndern, praktisch nicht mehr gegeben oder sehr gering. Da k&ouml;nnte man schon in jungen Jahren sich anders orientieren.<\/p><p><strong>Mir f&auml;llt dazu das Nietzsche-Wort ein: &bdquo;Werde, der du bist.&ldquo;<\/strong><\/p><p>Ja, ein sch&ouml;nes Wort.<\/p><p><strong>Herr Maaz, vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!<\/strong><\/p><p><em>&Uuml;ber den Interviewpartner: <strong>Hans-Joachim Maaz<\/strong>, Jahrgang 1943, ist Psychiater, Psychoanalytiker und Psychotherapeut. Von 1980 bis 2008 leitete er die psychotherapeutische Klinik im Krankenhaus des Diakoniewerks in Halle\/Saale. Er ist Autor unter anderem der B&uuml;cher &bdquo;Der Gef&uuml;hlsstau. Ein Psychogramm der DDR&ldquo; (1990), &bdquo;Die narzisstische Gesellschaft&ldquo; (2012), &bdquo;Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft&ldquo; (2017), &bdquo;Das gespaltene Land&ldquo; (2020) und zuletzt &bdquo;Angstgesellschaft&ldquo; (2022).<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Holger Gro&szlig;<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85643\">Sind wir eine kranke Angstgesellschaft?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112992\">&bdquo;Wir leben nicht mehr in wirklich demokratischen Verh&auml;ltnissen&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111387\">Psychologie als Regierungsinstrument: Manipulation durch &bdquo;Nudging&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136711\">Ernstfall, Verteidigungsfall, Kriegst&uuml;chtig: Eine Medienschau verr&auml;t, wie Redaktionen die &bdquo;Wahrheit&ldquo; der Politik kritiklos &uuml;bernehmen<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/9c7c6d4ccd9a4e8db7b2f91e16b355ac\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Es wird durch Propaganda f&uuml;r den Krieg und durch tats&auml;chliche Waffenunterst&uuml;tzung auch der Krieg selbst weiter gef&ouml;rdert und chronifiziert&ldquo;, so der Psychotherapeut <strong>Hans-Joachim Maaz<\/strong>. Im Interview mit <strong>Rumen Milkow<\/strong> spricht er dar&uuml;ber, warum Gewalt in unserer Gesellschaft zunimmt; weshalb er die immer &ouml;fter erw&auml;hnte Hochsensibilisierung f&uuml;r eine psychische Auff&auml;lligkeit h&auml;lt, die nicht geeignet ist, den<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136954\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":136955,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[165,209,11,161],"tags":[1652,3293,3260,2564,1805,2826,2269,3255,893,2798,2604,2037],"class_list":["post-136954","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-interviews","category-strategien-der-meinungsmache","category-wertedebatte","tag-abwanderung","tag-bellizismus","tag-feindbild","tag-gewalt","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-kindeserziehung","tag-konformitaetsdruck","tag-maaz-hans-joachim","tag-militarisierung","tag-psychoanalyse","tag-stress","tag-zukunftsangst"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maaz_Milkow_Interview.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/136954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=136954"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/136954\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":144040,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/136954\/revisions\/144040"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/136955"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=136954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=136954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=136954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}