{"id":13706,"date":"2012-06-28T15:41:38","date_gmt":"2012-06-28T13:41:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13706"},"modified":"2015-03-06T11:37:08","modified_gmt":"2015-03-06T10:37:08","slug":"jakob-augstein-der-sowohl-als-auch-kolumnist-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13706","title":{"rendered":"Jakob Augstein \u2013 der Sowohl-als-auch-Kolumnist."},"content":{"rendered":"<p>Auf die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13671\">Kommentierung<\/a> seiner Kolumne (&bdquo;Was Merkel jetzt machen muss&ldquo;) vom 26. Juni hat Augstein mit einem <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/jaugstein\/offener-brief-an-a.-muller\">Offenen Brief<\/a> geantwortet. Wenn Sie gen&uuml;gend Zeit zur Verf&uuml;gung haben, dann lesen Sie bitte beides nacheinander. Man lernt dabei einiges &uuml;ber einen Publizisten, der als fortschrittlich gilt und links genannt wird, in verschiedenen Medien diese Rolle spielt und dann mit dabei gewonnener hoher Glaubw&uuml;rdigkeit &uuml;berraschend andere Parolen verbreitet. Und wenn er dabei ertappt wird, dann wird er pers&ouml;nlich wie in dem Offenen Brief an mich. Von <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nZur Vorgeschichte: Lange Zeit hatte ich wie viele andere kritische Zeitgenossen den &bdquo;Freitag&ldquo; f&uuml;r ein wichtiges alternatives Medium gehalten. Ich sah in diesem Medium einen wichtigen Partner der NachDenkSeiten &ndash; fr&uuml;her haben wir eng mit dem &bdquo;Freitag&ldquo; zusammengearbeitet und wurden des &Ouml;fteren um Artikel gebeten. Auch das finanzielle Engagement von Jakob Augstein beim &bdquo;Freitag&ldquo; fand ich hilfreich. Ich hatte jedenfalls keinerlei Vorurteile gegen&uuml;ber seiner Person. Vielleicht hatte ich zu wenig fr&uuml;here Texte von ihm gelesen. Seit einiger Zeit jedenfalls wundere ich mich &uuml;ber manche &ndash; nicht &uuml;ber alle &ndash; Kolumnen und Texte von ihm.<\/p><p>Sein Verhalten und seine Rolle erinnert mich an ein vor langer Zeit gef&uuml;hrtes Gespr&auml;ch mit dem heutigen SPD-Abgeordneten und Gesundheitsexperten Lauterbach. Damals war er Wissenschaftler. Er machte mich in einem Gespr&auml;ch auf die Rolle von Wissenschaftlern als n&uuml;tzliche Partner des Verbandes der privaten Krankenkassen aufmerksam und betonte, dass diese Lobby vor allem Interesse an Wissenschaftlern h&auml;tte, die als links und SPD-nah gelten. In der Tat war dann beispielsweise der Sozialdemokrat Bert R&uuml;rup f&uuml;r die Durchsetzung der Lobbyinteressen bei der Teilprivatisierung von Gesundheits- und Altersvorsorge um vieles wichtiger als zum Beispiel Raffelh&uuml;schen.<br>\nAn diese Begegnung musste ich denken, als ich die Kolumne Augsteins und sein darin deutlich artikuliertes Lob f&uuml;r Angela Merkel und f&uuml;r die Hartz-Ma&szlig;nahmen von Gerhard Schr&ouml;der las. F&uuml;r die Verbreitung dieser Meinungen im linksliberalen Bereich ist Augstein mit seinen Medien- und Talkshowauftritten und seinem Produkt &bdquo;Freitag&ldquo; um vieles wichtiger, weil glaubw&uuml;rdiger, als zum Beispiel sein Kolumnisten-Kollege vom &bdquo;schwarzen Kanal&ldquo; Fleischhauer oder als der Briefeschreiber Wagner in der Bild-Zeitung.<\/p><p>In seinem Offenen Brief wendet Augstein zur Abwehr der Kritik einen wirklich beachtlichen Trick an. Er wirft mir vor, seine fr&uuml;heren Kolumne nicht beachtet zu haben. Zum Beispiel: <\/p><ul>\n<li>Wenn man jetzt also bem&auml;ngelt, dass Angela Merkel, die aus meiner Sicht in der Vergangenheit nahezu alles falsch gemacht hat, jetzt aus der Sicht von Augstein die Rettung bringen soll, dann verweist Augstein auf fr&uuml;here Merkel-kritische Kolumnen.<\/li>\n<li>Wenn man bem&auml;ngelt, dass er Schr&ouml;der wegen dessen Hartz IV-Reformen und des damit erbrachten &bdquo;Opfers&ldquo; lobt, dann wird man zun&auml;chst einmal wortklauberisch darauf hingewiesen, dass Herr Augstein von Hartz IV-&bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo; und nicht von Hartz IV-&bdquo;Reformen&ldquo; geschrieben habe und dann verweist er noch auf einen fr&uuml;heren Text, den ich h&auml;tte ergoogeln sollen, um zu entdecken, dass er Hartz IV nicht f&uuml;r wichtig und erfolgreich hielt.<\/li>\n<\/ul><p>Wenn man seine Kolumnen liest, dann muss man also immer pr&uuml;fen, was der Kolumnist vielleicht fr&uuml;her dar&uuml;ber geschrieben haben k&ouml;nnte. Und dann kann man sich aussuchen, ob man gerade das &bdquo;sowohl&ldquo; oder das &bdquo;als auch&ldquo; f&uuml;r des Kolumnisten Meinung halten will. Das ist ja schon ein tolles St&uuml;ck.<\/p><p><strong>Erstaunlich ist, dass Augstein pers&ouml;nlich wird<\/strong><\/p><p>Darauf hat Lapis auf dem Blog der FreitagCommunity geb&uuml;hrend geantwortet. Hier:<\/p><blockquote><p>Lapis 27.06.2012 21:19<\/p>\n<p>Wer immer nur &ldquo;im Zweifel&rdquo; &ldquo;irgendwie&rdquo; Links ist, jede klare Positionierung vermeidet und sich in Romantisierungen und sch&ouml;nf&auml;rberischen Allgemeinpl&auml;tzen verliert, mu&szlig; sich &uuml;ber Widerspruch von Menschen mit der F&auml;higkeit zum kritischen Denken und der Bereitschaft, f&uuml;r ihre &Uuml;berzeugungen einzustehen, nicht wundern.<\/p>\n<p>Wenn Herr Augstein meint, mit Beleidigungen (guter Ruf zu Unrecht, nicht seri&ouml;s, kein kluger Leser, Vorurteilbeladen, nicht aufmerksam, skrupellos, unseri&ouml;s) k&ouml;nne er einer sachlichen, am Text orientierten und nachvollziehbar begr&uuml;ndeten Kritik von Herrn M&uuml;ller ad&auml;quat begegnen, so f&auml;llt dieser d&uuml;nnh&auml;utige und pubert&auml;r wirkende &ldquo;Offene Brief&rdquo; voll und ganz auf seinen Autor zur&uuml;ck.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13671\">Kommentierung<\/a> seiner Kolumne (&bdquo;Was Merkel jetzt machen muss&ldquo;) vom 26. Juni hat Augstein mit einem <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/jaugstein\/offener-brief-an-a.-muller\">Offenen Brief<\/a> geantwortet. Wenn Sie gen&uuml;gend Zeit zur Verf&uuml;gung haben, dann lesen Sie bitte beides nacheinander. 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