{"id":13721,"date":"2012-06-29T16:06:47","date_gmt":"2012-06-29T14:06:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721"},"modified":"2012-06-29T16:06:47","modified_gmt":"2012-06-29T14:06:47","slug":"hinweise-des-tages-ii-67","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h01\">EU-Gipfel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h02\">ESM\/Fiskalpakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h03\">Sch&auml;uble scheitert mit Griff nach Euro-Gruppenvorsitz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h04\">Deutschland: schwache Einzelhandelsums&auml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h05\">Heribert Prantl &ndash; Alle Staatsgewalt dem Volke, und zwar sofort<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h06\">Marktkonform hei&szlig;t Kontrolle &uuml;ber andere<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h07\">Banken m&uuml;ssen langweiliger und kleiner werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h08\">Saving the Eurozone does not depend on Germany: Our letter to the Financial Times<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h09\">Fast jeder zweite Privatversicherte ohne Erwerbst&auml;tigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h10\">Verdacht auf Steuerhinterziehung &ndash; Staatsanwaltschaft ermittelt gegen EnBW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h11\">Rebranding Integration?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721#h12\">zu guter Letzt: Mysteri&ouml;s: Hunderttausende Deutschlandfahnen &uuml;ber Nacht spurlos verschwunden<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13721&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>EU-Gipfel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Zu wenig, zu langsam, zu unsicher<\/strong><br>\n[&hellip;] Man muss sich kurz in Erinnerung rufen, was die in der vergangenen Nacht auf dem Euro-Gipfel beschlossenen kurzfristigen Rettungsma&szlig;nahmen &uuml;berhaupt bezwecken sollen. Sie rechtfertigen sich &ouml;konomisch aufgrund der Diagnose, dass eine Art von Marktversagen vorliegt. Die panischen Investoren meiden Staatsanleihen aus den Krisenl&auml;ndern &ndash; obwohl diese L&auml;nder eigentlich keine Probleme mit ihrer Solvenz haben. Durch den Rckzug der Anleger steigen aber die Zinsen, und den betroffenen L&auml;ndern droht damit tats&auml;chlich die Pleite.<br>\nDie Staats- und Regierungschefs haben nun beschlossen, die bestehenden finanziellen Rettungsinstrumente &ldquo;flexibel&rdquo; zu nutzen. Konkret hei&szlig;t das wohl, dass der Rettungsfonds ESM L&auml;ndern mit guter Haushaltsf&uuml;hrung helfen darf, ohne dass dieses Land zus&auml;tzliche Reformen umsetzen oder Inspekteure der EU akzeptieren muss. Das klingt zun&auml;chst nach weitreichenden Zugest&auml;ndnissen Deutschlands, doch schon jetzt l&auml;sst der Vertrag des ESM flexible Hilfen zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2012-06\/euro-gipfel-enttaeuschung\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><strong>Georg Diez &ndash; Neues Deutschland &ndash; totes Europa<\/strong><br>\nAngela Merkels taktische Spielchen beim Euro-Gipfel haben gezeigt, was f&uuml;r ein Trugbild die europ&auml;ische Solidarit&auml;t ist, die berechenbare deutsche Europapolitik ist Geschichte. Wir erleben eine Zeitenwende, an die wir uns sp&auml;ter einmal erinnern werden. Vermutlich mit gro&szlig;em Bedauern.<br>\nSp&auml;ter mal werden wir sagen, dass das ja eh alles klar war. Sp&auml;ter mal werden wir uns fragen, warum wir nicht gesehen haben, dass es gar nicht anders kommen konnte. Sp&auml;ter mal werden wir kl&uuml;ger sein.<br>\nWir leben in einer Zeit des Sp&auml;ter-Mal. Wir erleben eine Gegenwart, die schon Vergangenheit ist, das ist das Kennzeichen von Krisenzeiten. Wir ahnen, dass wir an den Fehlern, am Taktieren, an der Politik dieser Wochen noch lange laborieren werden. Kein gutes Gef&uuml;hl.<br>\nWir h&ouml;ren, dass es auf die &ldquo;n&auml;chsten drei Tage&rdquo; ankommt. Wir sind erleichtert, wenn jemand sagt, &ldquo;die n&auml;chsten drei Monate sind entscheidend&rdquo;, weil das etwas besser klingt. Wir behandeln die Zukunft, die uns bleibt, mit einer Mischung aus Skepsis, Fatalismus und kontraintuitivem Optimismus. [&hellip;]<br>\nDie EU, kann man sagen, war kein Fehler. Der Euro in dieser Form aber war ein Fehler &ndash; und jetzt, wo wir erleben, wie sich der Euro langsam vor unseren Augen aufl&ouml;st, l&ouml;st sich auch die eigentlich so perfekte PR-Konstruktion der EU und damit Europas auf: Es ging um den Markt, aber das konnte man gut verschleiern, weil man auch so gut &uuml;ber Kultur reden konnte. Materialismus und Idealismus gingen eine Verbindung ein, die sich gut pr&auml;sentieren lie&szlig;.<br>\nAber wenn das mit dem Geld nicht mehr klappt? Dann ist man wieder beim Sp&auml;ter-Mal. Die Fakten sind ja da, man muss nicht Geschichte studieren, um zu verstehen, dass diese Fakten nicht f&ouml;rderlich sind f&uuml;r die Demokratie: Eine erdr&uuml;ckende Schuldenlast in fast allen L&auml;ndern Europas, Massenarbeitslosigkeit und eine ganze Generation von Jugendlichen ohne Perspektive, die ins Ausland, in die Abh&auml;ngigkeit oder in den Selbsthass getrieben werden.<br>\nSp&auml;ter-Mal: In den zwanziger und drei&szlig;iger Jahren des 20. Jahrhunderts hatten sie ein Wort, einen Namen, der das ganze Ungl&uuml;ck der zehner Jahre des 20. Jahrhunderts erkl&auml;ren sollte. Versailles.<br>\nSp&auml;ter-Mal: Was werden wir in den zwanziger und drei&szlig;iger Jahren des 21. Jahrhunderts &uuml;ber diese Wochen, diese Monate des Jahres 2012 denken?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/georg-diez-ueber-angela-merkel-und-die-zukunft-europas-a-841660.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Ein SpiegelOnline-Kolumnist, dessen Texte man mit Gewinn lesen kann, selbst wenn man sich an dem einen oder anderen reibt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Nacht, in der Merkel verlor<\/strong><br>\nMit gro&szlig;en Vors&auml;tzen war die Kanzlerin zum EU-Gipfel gereist, doch Angela Merkel konnte ihr Nein nicht durchhalten: Italien und Spanien setzten sich in einem Br&uuml;sseler Verhandlungsmarathon fast vollst&auml;ndig durch. Der Zugang zum Rettungsfonds ESM wird deutlich erleichtert &ndash; eine riskante Strategie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/angela-merkel-erleidet-bei-eu-gipfel-niederlage-a-841653.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Es war zu erwarten, dass SPIEGEL Online jedes, auch noch so kleine, Abweichen von der ultraharten Austerit&auml;tslinie als &bdquo;Niederlage&ldquo; werten w&uuml;rde. Dabei sind die Zugest&auml;ndnisse der Kanzlerin derart klein, dass sich die ganze Aufregung ohnehin nicht lohnt. F&uuml;r Italien, Spanien und ganz Europa sind die Zugest&auml;ndnisse zweifelsohne wichtig, gehen aber noch lange nicht auch nur im Ansatz so weit, dass man von einer Erleichterung oder einem Kurswechsel sprechen k&ouml;nnte. Interessanterweise scheinen &bdquo;die M&auml;rkte&ldquo; nicht sonderlich viel von Frau Merkel zu halten &ndash; wie so oft &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/boersen-reaktion-auf-euro-gipfel-dax-im-plus-a-841644.html\">feiern<\/a>&ldquo; sie jede noch so kleine &bdquo;Niederlage&ldquo; der Totspar-Kanzlerin mit Pauken und Trompeten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Euro-Gipfel Die Kl&uuml;gere gab nach<\/strong><br>\nEs w&auml;re so einfach: Angela Merkel gibt deutsche Interessen vorschnell preis. Merkel unterliegt den S&uuml;dstaaten. Merkel verzockt unser Geld in der langen Nacht von Br&uuml;ssel. Klar, das sind die S&auml;tze, die sich anbieten, nachdem die Kanzlerin beim Gipfel der europ&auml;ischen Regierungschefs weitreichende Zugest&auml;ndnisse gemacht hat.<br>\nWenn bei der Ratifizierung alles glattgeht, hat Merkel mit dem Fiskalpakt in Zukunft ohnehin ein Instrument in der Hand, das gerade hochverschuldeten Staaten wie Italien extrem strenge Sparauflagen macht. Wie Deutschland muss auch Italien in Zukunft praktisch ohne neue Schulden auskommen &ndash; Italiens Haushaltsdefizit lag 2011 bei 3,9 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zudem muss Italien seinen Gesamtschuldenstand von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung z&uuml;gig auf 60 Prozent halbieren. Ein gewaltige Aufgabe &ndash; und nur wenn Italien sie erf&uuml;llt, kann das Land billiges Geld aus dem ESM erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/kommentar-zu-merkels-rolle-auf-dem-eu-gipfel-a-841672.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist inzwischen unertr&auml;glich. Man f&uuml;hlt sich an sozialistischen Personenkult erinnert. Angela Merkel die unumschr&auml;nkt Herrscherin Europas, die eiserne Kanzlerin, die kluge Strategin, die der italienischen Regierung einen publikumswirksamen Sieg g&ouml;nnt um danach noch h&auml;rter zu zuschlagen, die den Sozialisten Hollande ziemlich alt aussehen l&auml;sst, &hellip;. Und wie darf man das verstehen? &bdquo;hat Merkel mit dem Fiskalpakt in Zukunft ohnehin ein Instrument in der Hand, das gerade hochverschuldeten Staaten wie Italien extrem strenge Sparauflagen macht.&ldquo; Wieso hat Merkel &uuml;berhaupt souver&auml;nen Staaten Auflagen zu machen? Sind alle Staaten Europas inzwischen deutsche Provinzen, die man als Kolonialmacht beherrscht. Hier manifestiert sich ein interessantes Demokratieverst&auml;ndnis der Mainstreampresse. Eine irgendwie auch nur ansatzweise kritische Position zu Merkel existiert faktisch nicht mehr in der deutschen Presselandschaft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wachstumspakt f&uuml;r Europa: Fast nur Luftbuchungen<\/strong><br>\nEuropa kriselt und kommt allein nicht auf die Beine. &Uuml;berall lauert die Rezession, fast &uuml;berall w&auml;chst die Arbeitslosigkeit. Trotz Ausgabenk&uuml;rzungen steigen die Schulden. Doch nun soll ein 130 Mrd. Euro schweres Wachstumspaket f&uuml;r Wachstum, Besch&auml;ftigung und Steuereinnahmen sorgen, so die Ank&uuml;ndigung von den Regierungschefs der vier gr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaften der Eurozone. Doch der Schein tr&uuml;gt: Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien haben eine Rechnung mit vielen Unbekannten aufgestellt, die fast einer Luftbuchung gleicht.<br>\nZun&auml;chst scheint es, als h&auml;tten Hollande, Rajoy und Monti die eisern sparende Kanzlerin zu einem Kurswechsel f&uuml;r mehr Wachstum in der Eurozone bewegen k&ouml;nnen. Bei n&auml;herem Hinsehen entpuppt sich die Konjunktur-spritze jedoch als Placebo. Im Wachstumspaket befindet sich kaum frisches Geld.<br>\nDie Kapitalaufstockung der Europ&auml;ischen Investitionsbank (EIB) um 10 Mrd. Euro soll die Kreditvergabe erleichtern und Investitionen von 60 Mrd. Euro anschieben. Projekt-bonds k&ouml;nnen abgesichert werden und pri-vate Investitionen von bis zu 4,6 Mrd. Euro erleichtern. Zwei Ma&szlig;nahmen, die eher auf das Prinzip Hoffnung setzen ohne wirklich &ouml;ffentliche Mittel in nennenswerter Gr&ouml;&szlig;e einsetzen zu m&uuml;ssen.<br>\nEin &auml;hnliches Bild zeichnet sich ab, wenn man die Planungen bei den EU-Strukturfonds und dem EU-Haushalt genauer unter die Lupe nimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120629_24_2012_klartext_wachstumspakt_f%C2%9Fr%20%20europa_fast_nur_luftbuchungen.pdf\">DGB klartext [PDF &ndash; 106 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Den Ausf&uuml;hrungen des DGB ist inhaltlich nicht viel hinzuzuf&uuml;gen. Auffallend ist jedoch, dass dieser <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2012%2F06%2F28%2Fa0144&amp;cHash=f975c56458\">sinnlose &bdquo;Wachstumspakt<\/a> &bdquo;nahezu&ldquo; 1:1 auf dem nicht minder sinnlosen <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13278\">&bdquo;Vorschlag f&uuml;r einen Wachstumspakt&ldquo; aus der SPD-Spitze<\/a> aufbaut.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Euro-Bankenunion macht London Angst<\/strong><br>\nWas geschieht mit dem Finanzplatz London bei einer Gr&uuml;ndung einer Bankenunion in der Euro-Zone? In Gro&szlig;britannien w&auml;chst die Angst: Dort f&uuml;rchtet man den schleichenden Ausschluss aus dem EU-Binnenmarkt f&uuml;r Finanzdienstleistungen. Die Bankenunion stellt die Briten vor ein heikles Problem: Das Land will nicht Mitglied der Euro-Zone werden, der Finanzplatz London ist jedoch eng mit der Euro-Zone verflochten. Sollten die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel einer zentralen Bankenaufsicht mit einem gemeinsamen Rahmen f&uuml;r die Einlagensicherung und Abwicklung pleitebedrohter Banken n&auml;her kommen, w&uuml;rde die Aufsicht voraussichtlich bei der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) angesiedelt. Londons Banken f&uuml;rchten zum Beispiel, dass die EZB Gesch&auml;fte wie den riskanten Handel und die Abwicklung von Derivaten mit Kunden aus der Euro-Zone nur noch zul&auml;sst, wenn die Banken ihren Handel &uuml;ber Tochtergesellschaften in der Euro-Zone schleusen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:euro-krise-euro-bankenunion-macht-london-angst\/70056251.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da wird doch teilweise recht locker davon gesprochen, Mitgliedsl&auml;nder aus der W&auml;hrungsunion zu entlassen. Warum eigentlich m&uuml;ssen die Euromitgliedsstaaten die Sonderrolle des Finanzplatzes London andauernd akzeptieren, ein wenig Isolierung w&auml;re doch ganz angebracht. Gro&szlig;britannien bevorzugt sowieso den Freihandelsraum EU, darin kann es gerne verbleiben. Wenn die Bankenlobby auf den &ldquo;st&auml;rksten Finanzplatz Europas&rdquo; verweist, ist es ihr doch &lsquo;schnurzegal&rsquo;, ob dieser in Frankfurt, Paris oder London liegt, Hauptsache er bleibt so dereguliert wie der Londoner. Die USA zeigen inzwischen auf, wie man mit unliebsamen Geldgesch&auml;ften umgeht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Erleichterung f&uuml;r Spanien und Italien, Verlierer ist die Europ&auml;ische Demokratie &ndash; Eine erste Stellungnahme zu den Ergebnissen des Euro-Gipfels<\/strong><br>\nDie Ma&szlig;nahmen verhindern kurzfristig einen Kollaps der Eurozone. Spanien und Italien bekommen nun Geld einfacher von EFSF und ESM. Die Rettung der Spanischen Banken wird ein St&uuml;ck weit von der Spanischen Staatsverschuldung isoliert. Kurzfristig soll die EZB zus&auml;tzliche Kompetenzen bei der Bankenaufsicht bekommen. Au&szlig;erdem beschlossen die Euro-Staatschefs, die Eurozone zu einer vollen Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion weiterzuentwickeln. Bis Oktober 2012 sollen Ergebnisse vorliegen.<br>\nVerlierer der langen Nacht ist das Europ&auml;ische Parlament. Das Parlament wird bei der Entwicklung der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion nur konsultiert. Obwohl tiefgreifende Ver&auml;nderungen der EU-\/Euro-Strukturen geplant sind, ist bislang kein Konvent angek&uuml;ndigt, der eine breite demokratische Diskussion &uuml;ber Europa erm&ouml;glichen w&uuml;rde. Bei der Verst&auml;rkung der gemeinsamen Bankenaufsicht bei der EZB verliert das Europaparlament sogar seine Mitgesetzgebung. W&auml;hrend die Einrichtung der neuen EU-Finanzaufsichtsbeh&ouml;rden vor zwei Jahren in voller Mitgesetzgebung auf den Weg gebracht wurde, soll nun auf der Basis von Artikel 127 (6) AEUV der Rat alleine entscheiden. Die Demokratie in Europa f&auml;hrt im R&uuml;ckw&auml;rtsgang.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2012\/erleichterung-fur-spanien-und-italien-verlierer-ist-die-europaische-demokratieeine-erste-stellungnahme-zu-den-ergebnissen-des-euro-gipfels\/\">Sven Giegold<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>ESM\/FIskalpakt<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Rudolf Hickel: Herkulesplan f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nNach dem Fiskalpakt soll die strukturelle Neuverschuldung der &ouml;ffentlichen Haushalte der Eurostaaten auf 0,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts reduziert werden. Zusammen mit dem dar&uuml;ber hinaus vorgeschriebenen Abbau der Staatsschulden erzeugt das einen massiven Druck: Erzwungen wird eine harte Einsparpolitik in den &ouml;ffentlichen Haushalten sowie die Anhebung von Steuern etwa auf Masseneinkommen. Die Folge: Die binnenwirtschaftliche Entwicklung wird belastet, Ausgaben f&uuml;r den Sozialstaat werden gestrichen, &ouml;ffentliche Investitionen in Bildung und Infrastruktur mit einer gesamtwirtschaftlich hohen Rendite f&uuml;r zuk&uuml;nftige Generationen sind nicht finanzierbar. Der Fiskalpakt basiert also auf einem fundamentalen gesamtwirtschaftlichen Denkfehler. Bei der Bek&auml;mpfung der Staatsverschuldung wird ausschlie&szlig;lich vom verschwenderischen Ausgabenverhalten ausgegangen. Staatsschulden entstehen jedoch gerade in Krisenzeiten durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Infolge sinkender Produktion schrumpfen die Steuereinnahmen und die Neuverschuldung steigt. Wird das wachsende Defizit dann durch Ausgabenk&uuml;rzungen bek&auml;mpft, sinken mit dem Bruttoinlandsprodukt die Staatseinnahmen weiter &ndash; und am Ende steigen die &ouml;ffentlichen Schulden. Notwendig werden gegensteuernde Konjunkturma&szlig;nahmen. Mit einer solch kontraproduktiven Politik kann also auch kein Vertrauen auf den Finanzm&auml;rkten geschaffen werden. &ndash; Was ist die Alternative? Statt mit dem Fiskalpakt weiter auf eine &ldquo;Haushaltsnotlagenpolitik&rdquo; &agrave; la Heinrich Br&uuml;ning zu setzen, Reichskanzler zum Ende der Weimarer Republik, sollte ein Herkulesplan aufgelegt werden: St&auml;rkung der Binnenwirtschaft, Ausbau der &ouml;ffentlichen Infrastruktur, Aufbau einer zukunftsf&auml;higen Wirtschaftsstruktur, aber auch innere Reformen in den jeweiligen Krisenl&auml;ndern. Hinzu kommen m&uuml;ssten k&uuml;nftig neue Regeln &ouml;konomisch angemessener Neuverschuldungsdisziplin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2012%2F06%2F28%2Fa0150&amp;cHash=7eac14cb5b\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Allm&auml;hlich kann man m&uuml;de werden, auf den schon seit Jahren bekannte Zusammenhang von Austerit&auml;tsprogrammen und Verschuldung hinzuweisen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der alles andere als linke &ldquo;Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung&rdquo; in der Verschuldungsfrage kein Geh&ouml;r bei der Regierung und weiten Teilen der orthodoxen VWLer findet. Nat&uuml;rlich kann nicht verschwiegen werden, dass die &ldquo;St&auml;rkung der Binnenwirtschaft, Ausbau der &ouml;ffentlichen Infrastruktur, Aufbau einer zukunftsf&auml;higen Wirtschaftsstruktur, aber auch innere Reformen in den jeweiligen Krisenl&auml;ndern&rdquo;, in der Tat einen Herkulesplan beinhaltet. Es kann nicht wie so h&auml;ufig bei EU-Projekten um den Ausbau von Verkehrsprojekten gehen, sonder erfordert weitaus mehr Raffinesse &ndash; abgesehen davon dass nach den Binnenmarktregeln Autobahnen auch von chinesischen Firmen gebaut werden k&ouml;nnen. Die Bevorzugung einheimischer Firmen ist nicht erlaubt. Aber so schwierig diese Fragen im Detail zu beantworten sind, wir sollten damit anfangen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Michael Schlecht: Fiskalpakt = Hartz IV hoch drei<\/strong><br>\nMit dem Fiskalpakt wird eine scharf wirkende europaweite Schuldenbremse im Grundgesetz festgeschrieben. Und zwar mit einer &bdquo;Ewigkeitsgarantie&ldquo;. In Zukunft kann keine andere Zweidrittelmehrheit im Bundestag die Regelung wieder streichen.<br>\nSPD und Gr&uuml;ne haben in ihrer Regierungszeit Haushaltkonsolidierung &uuml;ber die Ausgabenseite mittels Sozialk&uuml;rzungen wie der Einf&uuml;hrung von Hartz IV selbst betrieben. Die Versch&auml;rfung mit dem Fiskalpakt liegt auf ihrer politischen Linie. Deshalb haben sie dieses Projekt von Anfang an unterst&uuml;tzt. Mit der Zusicherung der Finanztransaktionssteuer, die in dieser Legislaturperiode kaum realisiert werden d&uuml;rfte und einem potemkinschen Wachstumspakt haben sie ein Feigenblatt, hinter dem sie versuchen sich zu verstecken.<br>\nDIE LINKE lehnt den Fiskalpakt ab und klagt gegen ihn vor dem Verfassungsgericht. Nicht, weil wir f&uuml;r die Verschuldung des Staates sind. Sondern weil wir keinen Sozialabbau wollen und die Schulden durch h&ouml;here Steuern f&uuml;r Reiche, Banken und Konzerne abbauen wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkemeinung.blogspot.de\/2012\/06\/fiskalpakt-hartz-iv-hoch-drei.html%20\">Michael Schlecht<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Wir stehen zu unserer Verantwortung f&uuml;r Europa&rdquo;<\/strong><br>\nMinisterpr&auml;sident Winfried Kretschmann hat heute den Landtag &uuml;ber das Spitzentreffen von Bund und L&auml;ndern zum Fiskalpakt informiert. &bdquo;Die Landesregierung steht zu ihrer Verantwortung f&uuml;r Europa&ldquo;, machte Kretschmann deutlich. &bdquo;Die Stabilisierung des Euro geht uns alle an. Hier geht es um die Verantwortung f&uuml;r Europa als Ganzes &ndash; und das ist eine gemeinsame Aufgabe von allen politisch Verantwortlichen in Bund und L&auml;ndern. Nur so k&ouml;nnen wir sicherstellen, dass Europa in dieser globalisierten Welt auch in Zukunft geh&ouml;rt wird.&ldquo; Deshalb werde Baden-W&uuml;rttemberg im Bundesrat dem Fiskalpakt und dem Euro-Rettungsschirm ESM zustimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.baden-wuerttemberg.de\/sixcms\/detail.php?id=287270\">Landesportal Baden W&uuml;rttemberg<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.M.:<\/strong> Die beigef&uuml;gte aktuelle Meldung der Landesregierung BaW&uuml; macht deutlich, dass die gr&uuml;ne Spitzenpolitik entweder im &ldquo;Tal der Ahnungslosen&rdquo; lebt, oder bewu&szlig;t Unkenntnis demonstriert.<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Fiskalpaktfan Kretschmann l&auml;sst die Maske fallen<\/strong><br>\n&ldquo;Winfried Kretschmann outet sich als Fan des Fiskalpaktes, den Experten als weitaus brisanter einstufen als die Hartz-Gesetze und die Agenda 2010. Damit wird deutlich: Ministerpr&auml;sident Kretschmann, die Gr&uuml;nen in Tateinheit mit der SPD haben sich von ihrer unsozialen Politik der Vergangenheit nie verabschiedet. Jetzt lassen sie die Masken fallen&ldquo;, kritisiert Michael Schlecht, baden-w&uuml;rttembergischer Bundestagsabgeordneter der LINKEN.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/fiskalpaktfan-kretschmann-lasst-die-maske-fallen.html\">Michael Schlecht<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>SPD-Abgeordneter Werner Schieder erkl&auml;rt: Nein zum Fiskalpakt!<\/strong><br>\nIch lehne den Fiskalpakt ab, weil er politisch falsch, &ouml;konomisch unsinnig und sozial ungerecht ist &ndash; und weil er zur L&ouml;sung der Eurokrise nicht taugt. Ich nehme die ein-dringlichen Warnungen vieler &Ouml;konomen und f&uuml;hrender Gewerkschafter, die sich besorgt an uns Bundestagsabgeordnete gewandt haben, ebenso ernst wie diesbez&uuml;gliche Schreiben von B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern. Deshalb stimme ich beim Fiskalpakt mit NEIN.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wernerschieder.de\/index.php?nr=45421&amp;menu=1\">Werner Schieder<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Laut Pressemeldungen wollen auch 15 Mitglieder der Bundestagsfraktion der Gr&uuml;nen gegen den Fiskalpakt stimmen. Sie sollen deswegen von ihrer Fraktionsspitze massiv unter Druck gesetzt werden. Unser Leser &ldquo;kritischedistanz&rdquo; schreibt dazu:<\/em><br>\n<em>Was ist das f&uuml;r ein Umgang miteinander in der Fraktion der Gr&uuml;nen, dass sich sogenannte &ldquo;Abweichler&rdquo; bei der Partei- bzw. Fraktionsspitze melden sollen? Und dass sie eine Art &ldquo;Mitarbeitergespr&auml;ch&rdquo; &uuml;ber sich ergehen lassen sollen, in denen auf sie eingewirkt wird, ihre eigenen Rechte als parlamentarische, legitim vom Volk gew&auml;hlte Abgeordnete zugunsten der Meinung der Fraktionsspitze aufzugeben?<\/em><br>\n<em>So geschehen, wie die taz heute berichtet, bei der Fraktion der Gr&uuml;nen im Deutschen Bundestag.<\/em><br>\n<em>Das erinnert mich an die Vorgehensweise in einem Unternehmen, das in diesen Tagen endg&uuml;ltig geschlossen hat: Schlecker. Auch dort ma&szlig;ten sich in der Vergangenheit Filialleiter an, Mitarbeiter in &ldquo;pers&ouml;nlichen Gespr&auml;chen&rdquo; gegen ihren Willen festszuhalten (Freiheitsberaubung), sie mit unbewiesenen Behauptungen und Unterstellungen zu konfrontieren (falsche Anschuldigungen ohne jegliche Rechtsgrundlage, Amtsanma&szlig;ung durch die Filialleiter), Einsch&uuml;chterung, Drohungen, Erpressung, bis die Angestellten v&ouml;llig entnervt ihrer eigenen Entlassung zustimmten &ndash; einfach, um aus dieser Situation herauszukommen.<\/em><br>\n<em>Niemand darf gegen seinen Willen zu einem solchen Gespr&auml;ch gezwungen werden. Niemand muss sich einer solchen einseitigen &ldquo;Einladung&rdquo; zu einem Gespr&auml;ch unterwerfen. Die Fraktionsspitze der Gr&uuml;nen handelt ohne Rechtsgrundlage, aber sehr &auml;hnlich, wie ein Fallmanager bei der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit.<\/em><br>\n<em>Es hat von den Abgeordneten im Deutschen Bundestag &uuml;berhaupt niemand die Verpflichtung, im Vorfeld einer Parlamentsabstimmung seiner Fraktionsspitze zu melden, wie er sich zu entscheiden gedenkt in einer Abstimmung. Es gibt hierzu keine Mitwirkungspflicht und keine Rechtfertigungspflicht.<\/em><br>\n<em>Auch und gerade ein Abgeordneter, eine Abgeordnete des deutschen Bundestages ist nur dem eigenen Gewissen und als frei gew&auml;hlte\/, legitimierte Vertreter Vertreterin von W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern verpflichtet &ndash; v&ouml;llig ungeachtet dessen, was die Fraktionsspitze meint.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.P.:<\/strong> Die deutsche Haltung zum Fiskalpakt ist unbeschreiblich verlogen, denn als die Folgen der Bankenkrise 2008\/2009 das deutsche BIP um &uuml;ber 5% einbrechen lie&szlig;en, hat Deutschland Rezepte angewendet, die es unseren europ&auml;ischen Partnern nun implizit verwehrt. Zwei zwischen kurzfristigen Konsumanreizen und langfristigen Investitionen in die Infrastruktur gut austarierte Konjunkturpakete in Kombination mit einer Verl&auml;ngerung der Kurzarbeiterregelung und Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, wobei die Kapitalseite erkennbar an einem Halten ihrer Belegschaften interessiert war, haben die Folgen dieses Einbruchs gemildert und erheblich dazu beigetragen, dass Deutschland nach der Krise schnell wieder auf den Beinen war. Damit hat sich die Kanzlerin geschm&uuml;ckt &ndash;  wirklich schizophren&hellip;<\/em><br>\n<em>Aber es kommt noch besser: Obwohl man um die Wechselhaftigkeit der M&auml;rkte (besonders der Finanzm&auml;rkte) nach 2008\/2009 h&auml;tte wissen k&ouml;nnen, soll nun Europa in einen engen Rahmen namens Finanzpakt gepresst werden, der sich an festen Kennzahlen orientiert, die von den M&auml;rkten quasi &uuml;berwacht werden&hellip; Entsprechend f&uuml;rchte ich, dass feste Zielmargen und Zahlen in der Haushaltspolitik auf europ&auml;ischer Ebene ihr nur dazu dienen, die neoliberale Agenda quasi wie ein Naturereignis durchzusetzen, w&auml;hrend sie in der &Ouml;ffentlichkeit immer mit Zahlen argumentieren und auch blenden kann &ndash; aber nicht, um was zu ver&auml;ndern, etwa den Sozialstaat oder Arbeitnehmerrechte zu sch&uuml;tzen, sondern um mit Zahlen zu beweisen, dass es keine politisch relevante Alternative zu dem von den Besitzeliten verordneten Kurs des Neoliberalismus gibt, dessen Ideologie durch selbst definierte Grenzen und Zielmarken st&auml;ndig neu erzwungen werden soll. Und wenn der &ldquo;Erfolg&rdquo; ausbleibt, war man halt nicht hart genug. Ganz der neoliberalen Agenda folgend will Frau Merkel in ihrem Staatsamt eigentlich nicht gestalten und Verantwortung &uuml;bernehmen (also auch nie Schuld f&uuml;r etwas sein), sondern nur als Reagierende und Managerin wahrgenommen werden, &ldquo;objektiven&rdquo; Zahlen und Zielen einer Ideologie gehorchend&hellip;die in Wirklichkeit zwar nicht funktioniert, wie erst j&uuml;ngst (2011) eine Studie der OECD &uuml;ber 147 Austerit&auml;tsprogramme in verschiedenen Staaten festgestellt hat. Aber der Neoliberalismus hat einen entscheidenden Vorteil, weswegen er &ndash; koste es was es wolle &ndash;  beizubehalten ist: er ist ganz auf die Gewinninteressen unserer Besitzeliten zugeschnitten und hat in der Vergangenheit auch super Rendite gebracht &ndash; f&uuml;r die Kapitalseite.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Michael Schlecht: Fiskalpakt = Hartz IV hoch drei<\/strong><br>\nMit dem Fiskalpakt wird eine scharf wirkende europaweite Schuldenbremse im Grundgesetz festgeschrieben. Und zwar mit einer &bdquo;Ewigkeitsgarantie&ldquo;. In Zukunft kann keine andere Zweidrittelmehrheit im Bundestag die Regelung wieder streichen.<br>\nSPD und Gr&uuml;ne haben in ihrer Regierungszeit Haushaltkonsolidierung &uuml;ber die Ausgabenseite mittels Sozialk&uuml;rzungen wie der Einf&uuml;hrung von Hartz IV selbst betrieben. Die Versch&auml;rfung mit dem Fiskalpakt liegt auf ihrer politischen Linie. Deshalb haben sie dieses Projekt von Anfang an unterst&uuml;tzt. Mit der Zusicherung der Finanztransaktionssteuer, die in dieser Legislaturperiode kaum realisiert werden d&uuml;rfte und einem potemkinschen Wachstumspakt haben sie ein Feigenblatt, hinter dem sie versuchen sich zu verstecken.<br>\nDIE LINKE lehnt den Fiskalpakt ab und klagt gegen ihn vor dem Verfassungsgericht. Nicht, weil wir f&uuml;r die Verschuldung des Staates sind. Sondern weil wir keinen Sozialabbau wollen und die Schulden durch h&ouml;here Steuern f&uuml;r Reiche, Banken und Konzerne abbauen wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkemeinung.blogspot.de\/2012\/06\/fiskalpakt-hartz-iv-hoch-drei.html\">Michael Schlecht<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Sch&auml;uble scheitert mit Griff nach Euro-Gruppenvorsitz<\/strong><br>\nWolfgang Sch&auml;uble wird Jean-Claude Juncker doch nicht als Chef der Euro-Gruppe abl&ouml;sen &ndash; zumindest vorerst. Im Gegenzug f&uuml;r die Geduld des Bundesfinanzministers darf der Luxemburger Yves Mersch in der EZB aufsteigen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:gipfeltreffen-schaeuble-scheitert-mit-griff-nach-euro-gruppenvorsitz\/70056625.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland: schwache Einzelhandelsums&auml;tze<\/strong><br>\nWie heute Morgen das Statistische Bundesamtes (Destatis) berichtete sind die deutschen Einzelhandelsums&auml;tze auch f&uuml;r den Monat Mai 2012 schwach ausgefallen, der XXL-Konsumboom bleibt weiter eine Propaganda-Fata Morgana. Die nominalen Einzelhandelsums&auml;tze stiegen nur um +1,0% und die realen Ums&auml;tze sanken um -1,1% zum Vorjahresmonat. Allerdings hatte der  Mai 2012 mit 24 Verkaufstagen zwei Verkaufstage weniger als der Vorjahresmonat. Ber&uuml;cksichtigt man die Saison- und Kalendereffekte (Census X-12-ARIMA Verfahren) ging es im Vergleich zum Vormonat nominal um +0,1% aufw&auml;rts und real um -0,3% zum Vormonat abw&auml;rts. Weiterhin dokumentieren diese Daten f&uuml;r Deutschland die langanhaltende Konsumschw&auml;che der privaten Haushalte, denn immer noch liegen die saisonbereinigten und realen Einzelhandelsums&auml;tze um -1,8% unter dem Niveau von 2000 und um -2,0% unter dem Jahr 1994, dem Beginn der langen Datenreihe!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/deutschland-schwache-einzelhandelsumsatze\/\">Querschuesse<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Heribert Prantl &ndash; Alle Staatsgewalt dem Volke, und zwar sofort<\/strong><br>\nBundestag und Bundesrat wollen heute dem permanenten Rettungsfonds ESM und dem Fiskalpakt zustimmen. Gleich nach den Sitzungen in Berlin werden in Karlsruhe eine Reihe von Verfassungsklagen eingehen. Es geht um die Frage, ob es mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dass der Staat derartige Hoheitsrechte abtritt. Die Richter stehen vor einem Dilemma. [&hellip;]<br>\nDas Verfassungsgericht hat bisher in fast jeder Entscheidung zu europ&auml;ischen Angelegenheiten gesagt: bis hierher und nicht weiter. Zuletzt, im Urteil zum ersten Rettungsschirm im September 2011, haben die Richter aber eindringlich klargemacht, dass sie es auch so meinen &ndash; alle M&ouml;glichkeiten, aus dem Grundgesetz in seiner jetzigen Fassung Souver&auml;nit&auml;tsrechte f&uuml;r Europa zu sch&ouml;pfen, seien ersch&ouml;pft. Aber die Vertr&auml;ge, &uuml;ber die jetzt in Bundestag und Bundesrat abgestimmt wird, sch&ouml;pfen trotzdem weiter. Eine Phalanx von Verfassungsbeschwerden, Organklagen und Antr&auml;gen auf einstweilige Anordnung, die am Freitagabend in Karlsruhe eingereicht werden, versucht das zu unterbinden. S&auml;mtliche Schrifts&auml;tze liegen der S&uuml;ddeutschen Zeitung vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/verfassungsklagen-gegen-esm-und-fiskalpakt-alle-staatsgewalt-dem-volke-und-zwar-sofort-1.1396522\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Marktkonform hei&szlig;t Kontrolle &uuml;ber andere<\/strong><br>\nAngela Merkel wolle doch nur die Kontrolle &uuml;ber andere L&auml;nder Europas erreichen. So plump und offen wird in den Nachrichten schon die Zielsetzung beschrieben, mit der die deutsche Regierung heute und morgen auf dem  Br&uuml;sseler Gipfel erneut in die Gespr&auml;che mit vermeintlichen europ&auml;ischen Partnern gehen m&ouml;chte. Nat&uuml;rlich bringt man noch den Zusatz, dass es im Gegenzug ja Geld f&uuml;r die Tilgung von Schulden und f&uuml;r Investitionen gebe. Das sei halt der Preis f&uuml;r die Solidarit&auml;t derer, die mit den Schulden der anderen eigentlich nicht solidarisch sein wollen und nach ihrem Selbstverst&auml;ndnis auch nicht sein m&uuml;ssen.<br>\nSolange sie lebe, werde es keine Eurobonds geben, soll Merkel gesagt haben. Das hei&szlig;t &uuml;bersetzt: Sie werden nat&uuml;rlich anders hei&szlig;en. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundeskanzlerin an Selbstmord denkt. Selbst in der merkelschen Wunderwaffe gegen die Finanzkrise, n&auml;mlich dem ESM, stecken defacto Eurobonds oder eine Vergemeinschaftung von Schulden, wie es immer hei&szlig;t. Der Fonds darf, wie sein Vorg&auml;nger EFSF &uuml;brigens auch, Staatsanleihen der Eurol&auml;nder aufkaufen zu Zinsen, die sich logischerweise unterhalb der markt&uuml;blichen Aufschl&auml;ge bewegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tautenhahn.blog.de\/2012\/06\/28\/marktkonform-heisst-kontrolle-13981473\/\">Andr&eacute; Tautenhahn<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Eurobonds oder Tod<\/strong><br>\nAngela Merkel ist das Pathetische fremd. Ihre Macht verdankt sie k&uuml;hler Risikoabsch&auml;tzung und einer Art radikalem Pragmatismus, der von Opportunismus kaum zu unterscheiden ist. Ihr Schwur, dass es keine Eurobonds geben wird, solange sie lebe, passt nicht zur Kanzlerin. Er klingt einfach zu gesinnungsschwer, zu dr&ouml;hnend und liegt quer zu ihrer skeptischen Distanz zu allem Bekenntnishaften. Offenbar ist diese Dramatisierungsrhetorik ein Anzeichen von um sich greifender Panik. Denn so, wie Schwarz-Gelb es will und immer wieder verspricht, wird sich die Eurokrise nicht l&ouml;sen lassen. Und alles, was eine L&ouml;sung w&auml;re, will Schwarz-Gelb nicht. F&uuml;r die Kanzlerin hat die Eurokrise einfache Ursachen: Spanien, Irland, Italien et al. sind nicht wettbewerbsf&auml;hig und haben zu viele Schulden gemacht. Wenn Madrid, Lissabon und Rom nur ordentlich sparen und M&auml;rkte deregulieren, dann wird sich die Eurokrise irgendwann in Luft aufl&ouml;sen. Kurzum: Die EU soll so werden wie Deutschland &ndash; lauter Exportnationen mit niedrigen L&ouml;hnen und flexiblen M&auml;rkten. Das ist &ouml;konomisch Unfug, aber so sieht Merkel es seit Jahren, so sagte sie es auch gestern im Bundestag. &ndash; Die Kanzlerin hat ihre Position in der Eurokrise schon oft revidiert. Immer auf Druck, immer zu sp&auml;t. Doch jetzt will sie hart bleiben. Es w&auml;re das erste Mal, dass sie das Gesinnungsfeste dem Situativen, Pragmatischen vorzieht. Die Folge w&auml;re katastrophal: der Tod des Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2012%2F06%2F28%2Fa0080&amp;cHash=ddb2423905\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Banken m&uuml;ssen langweiliger und kleiner werden<\/strong><br>\nSven-Christian Kindler, Hilde Mattheis, Axel Troost im Gespr&auml;ch &uuml;ber die Krise<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.prager-fruehling-magazin.de\/article\/901.banken-mu-776-ssen-langweiliger-und-kleiner-werden.html\">Prager Fr&uuml;hling<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Saving the Eurozone does not depend on Germany: Our letter to the Financial Times<\/strong><br>\nFrom Professors Stuart Holland and Yanis Varoufakis<br>\nEurope is deadlocked in assuming that resolving the Eurozone crisis must be unanimous. Yet it does not need this. It could do so by &lsquo;enhanced cooperation&rsquo; which needs support by nine or more member states while, on a motion for an enhanced cooperation policy, only those supporting it vote.  This could be adopted both to mutualise a share of the debt of most member states at lower interest rates and to issue bonds to fund recovery.<br>\nIs there a precedent? Yes. The introduction of the Euro itself was a de facto case of enhanced cooperation. Most member states joined it, some did not. On an enhanced cooperation basis, Germany and other member states such as Austria, the Netherlands and Finland could keep their own bonds just as the UK kept sterling rather than joined the euro.<br>\nNor need Germany bankroll the rest of Europe to gain bonds for recovery. These could be funded by a share of global surpluses rather than transfers between member states. The BRICS have been calling for EU bonds from the onset of the financial crisis and would invest in them. They want the Eurozone both to survive and to grow to sustain their exports, as does the US.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/yanisvaroufakis.eu\/2012\/06\/28\/saving-the-eurozone-does-not-depend-on-germany-our-letter-to-the-financial-times\/\">Yanis Varoufakis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Fast jeder zweite Privatversicherte ohne Erwerbst&auml;tigkeit<\/strong><br>\nGute Arbeit, hohes Einkommen &ndash; privatversichert? Dieses Denken entpuppt sich als Vorurteil. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele privatversicherte Patienten kein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze haben. Und jeder Zweite ist nicht einmal erwerbst&auml;tig. [&hellip;]<br>\nEine wichtige Erkenntnis aus der Untersuchung: Rund 80,4 Prozent aller Privatversicherten (7,2 Millionen Menschen) haben ein Einkommen unterhalb der Jahresarbeits-Entgeltgrenze, die zum Erhebungszeitraum bei einem Monatsverdienst von 4012,50 Euro lag. [&hellip;]<br>\nGraphik: Anteil der PKV-Versicherten nach sozialer Stellung im Jahr 2008 in Prozent, Quelle: Wissenschaftliches Institut der PKV<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120629_news_2012_Juni_graphikPKV.png\" alt=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.versicherungsbote.de\/id\/85026\/Fast+jeder+zweite+Privatversicherte+ohne+Erwerbst%C3%A4tigkeit\/news.customer.reader.html\">Versicherungsbote<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Verdacht auf Steuerhinterziehung &ndash; Staatsanwaltschaft ermittelt gegen EnBW<\/strong><br>\nDubiose Gesch&auml;ftsbeziehungen nach Russland k&ouml;nnten den Verantwortlichen des Energiekonzerns EnBW zum Verh&auml;ngnis werden: Im Zusammenhang mit den Deals sollen sie nicht nur die Steuerbeh&ouml;rden get&auml;uscht haben. Es geht auch um die m&ouml;gliche Veruntreuung von Firmengeldern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/verdacht-auf-steuerhinterziehung-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-enbw-1.1396856\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Rebranding Integration?<\/strong><br>\nDer neue &ldquo;Ausl&auml;nderbericht&rdquo; der Bundesregierung ist da, und schon der Titel klingt ausgrenzend. Trotzdem zeichnet sich eine neue Sensibilit&auml;t der Politik f&uuml;r die kommunikativen Notwendigkeiten des Integrationsprozesses ab. Momente des R&uuml;ckschritts und der Irritation geh&ouml;ren dazu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/45448\/rebranding-integration\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+carta-standard-rss+%28Carta%29\">Carta<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Mysteri&ouml;s: Hunderttausende Deutschlandfahnen &uuml;ber Nacht spurlos verschwunden<\/strong><br>\nBerlin, Hamburg, M&uuml;nchen (dpo) &ndash; Wer macht denn sowas? In der gesamten Bundesrepublik sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mehrere hunderttausend Deutschlandfahnen auf mysteri&ouml;se Weise verschwunden. Betroffen sind alle erdenklichen Arten der Beflaggung &ndash; von kleinen, an Autos befestigten F&auml;hnchen und R&uuml;ckspiegel&uuml;berz&uuml;gen bis hin zu aus Wohnungsfenstern h&auml;ngenden Riesenfahnen. Die Polizei will nun untersuchen, ob dahinter ein Verbrechen steckt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2012\/06\/mysterios-hunderttausende.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+blogspot%2FrkEL+%28Der+Postillon%29\">Der Postitllon<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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