{"id":13726,"date":"2012-07-02T08:15:16","date_gmt":"2012-07-02T06:15:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726"},"modified":"2012-07-02T08:15:16","modified_gmt":"2012-07-02T06:15:16","slug":"hinweise-des-tages-1665","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h01\">Fiskalpakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h02\">Exporteure klagen &uuml;ber Imageschaden durch Merkels Sparkurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h03\">Robert Mundell, evil genius of the euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h04\">Jeder dritte Hartz IV Bezieher ein Aufstocker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h05\">S&uuml;dkoreas Wirtschaftswunder wider jede Vernunft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h06\">Koalition sieht keinen Handlungsbedarf bei Werkvertr&auml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h07\">Spanien: Immer neue Hiobsbotschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h08\">Deal &ldquo;ohne Not&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h09\">Politikerreisen mit R&uuml;stungsmanagern &ndash; Waffenlobby fliegt mit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h10\">EU-Fl&uuml;chtlingspolitik: Stresstest f&uuml;rs Abschieben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h11\">De Maizi&egrave;re sieht keine Tabus f&uuml;r Auslandseins&auml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h12\">Feudale Demokratien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h13\">Bildung in Deutschland 2012<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h14\">Frankreich: Ministerin f&uuml;r Hochschulwesen und Forschung setzt neue Akzente in der Hochschulpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726#h15\">Unterfinanzierte Hochschulen &ndash; DFG-Chef fordert &ldquo;Bildungspfennig&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13726&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Fiskalpakt<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Nach der Verabschiedung des Fiskalvertrags: Abschied nehmen vom sozialen Europa?<\/strong><br>\nVon Axel Troost, Stellvertretender Vorsitzender der Partei DIE LINKE und Finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag<br>\nNun ist es passiert: Bundestag und Bundesrat haben mit einer Mehrheit aus CDU, CSU, SPD, FDP und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen dem europ&auml;ischen Fiskalvertrag zugestimmt.<br>\nNat&uuml;rlich ist es politisch keine &Uuml;berraschung, dass diese Mehrheit zustande gekommen ist. Nach den Verhandlungen &uuml;ber die Finanztransaktionssteuer und den sogenannten Wachstumspakt mit der Bundesregierung haben SPD und Gr&uuml;ne schon vor l&auml;ngerem ihre Zustimmung angek&uuml;ndigt&hellip;<br>\nDer Fiskalpakt ist daher eine &ndash; sehr traurige und bedr&uuml;ckende- Z&auml;sur: Traurig f&uuml;r Deutschland, weil damit s&auml;mtliche Hoffnungen auf ein nicht-neoliberales Rot-Gr&uuml;nes Projekt bis auf Weiteres erloschen sind. Die zaghaften Ans&auml;tze in SPD und Gr&uuml;nen, sich in der Finanz- und Wirtschaftspolitik wieder nach links in Richtung Makro&ouml;konomie und nicht an der Markt- und Wettbewerbslogik der Betriebswirtschaft zu orientieren, sind innerhalb der Parteien und Fraktionen untergegangen bzw. niedergemacht worden.<br>\nNoch viel trauriger aber ist der gestrige Tag f&uuml;r Europa. Der von Bundeskanzlerin Merkel gegen die Mehrzahl der EU-L&auml;nder durchgesetzte Fiskalvertrag erzwingt in Zukunft per Gesetz bzw. per Verfassung ein Sparverhalten, dass f&uuml;r soziale Fortschritte, f&uuml;r eine aktive und sozial ausgewogene Sozial-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- oder Gesundheitspolitik kaum mehr Raum l&auml;sst &ndash; nicht in Deutschland und noch viel weniger in Griechenland, Portugal, Spanien oder Italien&hellip;<br>\nDer Fiskalpakt schreibt praktisch unumkehrbar fest, dass die Unterzeichnerstaaten j&auml;hrlich nur noch 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an Schulden aufnehmen d&uuml;rfen. Dar&uuml;ber hinaus muss jedes Jahr ein Zwanzigstel der Schulden abgebaut werden, die &uuml;ber der Maastricht-Grenze von 60 Prozent der BIP liegen. F&uuml;r die Bundesrepublik bedeutet das im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2011 ein Finanzloch von ca. 75 Mrd. Euro, das entweder durch Sparen oder durch zus&auml;tzliche Einnahmen abgedeckt werden muss. Nat&uuml;rlich ist es w&uuml;nschenswert, dass der Staat zur Deckung seiner Ausgaben nicht aufs Schuldenmachen angewiesen ist. Wir wissen aber auch, dass die herrschenden Eliten nicht bei der Bankenrettung oder bei den Unternehmenssubventionen sparen werden, sondern bei der Rente, bei den Schulen und bei der &ouml;ffentlichen Infrastruktur. Sollte es tats&auml;chlich zu Einnahmeerh&ouml;hungen kommen, dann am wahrscheinlichsten durch h&ouml;here Steuern f&uuml;r die niedrigen und mittleren Einkommen (z.B. &uuml;ber eine Mehrwertsteuererh&ouml;hung). Die Reichen und Superreichen, die Einkommens- und Erbschaftsmillion&auml;re werden leider kaum daf&uuml;r zahlen. Deswegen ist jede Schuldenbremse, die die finanziellen Einschr&auml;nkungen nicht durch Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r die Reichen ausgleicht, asozial. Asozial auch gegen&uuml;ber der jungen Generation, denn ihr hinterlassen werden br&ouml;selnde Schulgeb&auml;ude, leck geschlagene Abwassersysteme, eine schlechte Schul- und Hochschulbildung und Schlagl&ouml;cher auf der Stra&szlig;e. Unser Votum ist nicht: Mal die Spendierhosen anziehen und alles auf Pump bezahlen. Die derzeitigen Schulden der Bundesrepublik sind insbesondere das Ergebnis von drei Verschuldungswellen: erstens den Kosten der Wiedervereinigung (1990 bis 1997 + 658 Mrd. Euro), zweitens den Kosten der Rot-Gr&uuml;nen Steuergeschenke an Reiche und gro&szlig;e Unternehmen (2001 bis 2006 + 304 Mrd. Euro) und drittens den Kosten der Finanz- und Wirtschaftskrise (2009 bis 2011 + 414 Mrd. Euro) siehe auch: www.axel-troost.de\/article\/6191.hintergrund-staatsverschuldung-in-deutschland.html &hellip;<br>\nDer Fiskalpakt treibt linke Politik in die Enge, weil er uns und die Gesellschaft systematisch von den f&uuml;r eine emanzipatorische Politik und den f&uuml;r einen sozial-&ouml;kologischen Umbau n&ouml;tigen Ressourcen und Reserven abschneidet. Ohne (auch) &ouml;ffentliche Investitionen in die Bildung, in erneuerbare Energien, in gut ged&auml;mmten und trotzdem bezahlbaren Wohnraum und ohne Umbau der Energienetze wird es keine sozial-&ouml;kologisch tragf&auml;hige Zukunft geben&hellip;<br>\nSo sehr wir uns ein soziales Europa w&uuml;nschen: Es steht erst mal an, ein noch asozialeres Europa zu verhindern. Ein Europa der weiter wachsenden sozialen Gegens&auml;tze, die leicht von rechten Rattenf&auml;ngern in Chauvinismus und Feindseligkeit kanalisiert werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.die-linke.de\/nc\/dielinke\/nachrichten\/detail\/zurueck\/nachrichten\/artikel\/nach-der-verabschiedung-des-fiskalvertrags-abschied-nehmen-vom-sozialen-europa\/\">Die Linke<\/a>\n<p><strong>dazu: Sahra Wagenknecht, DIE LINKE: &raquo;Das ist ein kalter Putsch gegen das Grundgesetz&laquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=A7i6gwDSTyo&amp;list=UUF2SPLBq18sL88yZw9m-GZQ&amp;index=2&amp;feature=plcp\">Linksfraktion via YouTube<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Gregor Gysi, DIE LINKE: Warum unterzeichnen Sie einen Fiskalvertrag ohne <\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GM2y5nGoZZM&amp;list=UUF2SPLBq18sL88yZw9m-GZQ&amp;index=1&amp;feature=plcp\">Linksfraktion via YouTube<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Heribert Prantl &ndash; Wie man einen Vertrag &auml;ndert, ohne ihn zu &auml;ndern<\/strong><br>\nBundestag und Bundesrat sollen &uuml;ber den ESM-Vertrag abstimmen &ndash; doch darin steht kein Wort von den auf dem EU-Gipfel beschlossenen Finanzhilfen. Die Bundeskanzlerin erkl&auml;rt: Macht nichts. Dabei ist damit der Vertrag bereits gebrochen, bevor er &uuml;berhaupt abgeschlossen ist, urteilen Experten. [&hellip;]<br>\nMuss also nicht erst der Vertragstext ge&auml;ndert werden, bevor man ihn zur letzten Abstimmung stellt? Kann man einen schon &uuml;berholten Text beschlie&szlig;en? Werden diesmal die Kriterien schon aufgeweicht, bevor sie &uuml;berhaupt verabschiedet sind? Wird hier der ordentliche Gesetzgebungsprozess missachtet und pervertiert? Nicht nur Kritiker des ESM-Vertrages, aber nat&uuml;rlich auch sie, sind dieser Ansicht.<br>\nDer Freiburger Staatsrechtler Dietrich Murswiek, der den Verfassungskl&auml;ger Peter Gauweiler in Karlsruhe vertritt, spricht von einem &ldquo;Hohn auf die parlamentarische Beratung&rdquo;, wenn kurz vor der entscheidenden Abstimmung alles &uuml;ber den Haufen geworfen wird, was bisher gegolten hat. Das sei keine Gesetzgebung mehr.<br>\nUnordentlich ist sie in der Tat: Schon die Terminierung der finalen Abstimmungen am sp&auml;ten Freitag signalisiert Unseri&ouml;sit&auml;t. Bei der ersten Lesung am 29. M&auml;rz fehlte noch der komplette Teil &uuml;ber die Beteiligungsrechte des Bundestags; an der einschl&auml;gigen Stelle fand sich nur eine Klammer mit P&uuml;nktchen darin. Nun ist zwar die Leerstelle gef&uuml;llt, aber jetzt hat der ESM-Vertrag selbst neuen, noch ungeschriebenen Inhalt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/abstimmung-ueber-den-esm-im-bundestag-und-bundesrat-wie-man-einen-vertrag-aendert-ohne-ihn-zu-aendern-1.1397639\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Eine klare Analyse. Kopfsch&uuml;tteln dagegen beim <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nach-eu-gipfel-und-esm-abstimmung-europa-lebt-1.1397877\">Leitartikel<\/a> des SZ-Chefredakteurs, f&uuml;r den Grundgesetz und Volkswillen wohl nur l&auml;stige, &uuml;berwindbare Bagatellen sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Aufschub<\/strong><br>\nErstmals seit Beginn der Eurokrise ist Berlin beim EU-Gipfeltreffen Ende letzter Woche mit seinen Austerit&auml;tsforderungen gescheitert. Einer Allianz vor allem Frankreichs, Italiens und Spaniens ist es gelungen, der Bundesregierung substanzielle Zugest&auml;ndnisse abzuringen. Insbesondere sind europ&auml;ische Finanzhilfen f&uuml;r Krisenstaaten k&uuml;nftig nicht unumst&ouml;&szlig;lich an Souver&auml;nit&auml;tsverzicht gebunden. Auch wird Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble zumindest vorerst den aktuellen Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nicht aus dessen Amt verdr&auml;ngen. Man habe immerhin &ldquo;eine Schlacht gewonnen&rdquo;, hei&szlig;t es in der spanischen Presse. Der Teilsieg im Kampf gegen die deutschen Spardiktate konnte jedoch nur mit enormem Druck und angesichts eines unmittelbar drohenden Zusammenbruchs der Eurozone erzielt werden. Berlin hat bereits angek&uuml;ndigt, keinen weiteren Schritt weichen zu wollen: Man werde den &ldquo;Rettungsfonds&rdquo; ESM auf keinen Fall &ldquo;zu einem Selbstbedienungsladen&rdquo; werden lassen, erkl&auml;rt der Vorsitzende der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion. Eine zentrale Forderung Berlins wird jetzt von Paris erf&uuml;llt: Der franz&ouml;sische Staatspr&auml;sident hat mitgeteilt, den Fiskalpakt ratifizieren zu wollen &ndash; ohne die im Wahlkampf von ihm verlangten Nachverhandlungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58363\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>ver.di: Unsichere Aussichten &ndash; Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa<\/strong><br>\nDie im Fiskalpakt vorgesehene europaweite Sparpolitik wird die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum stark belasten. Besonders die s&uuml;deurop&auml;ischen Eurol&auml;nder, denen es bereits heute schlecht geht, w&uuml;rden weiter in die Krise getrieben. F&uuml;r Griechenland sind die Folgen am schlimmsten. Der griechischen Wirtschaft droht bei Umsetzung des Fiskalpakts der Kollaps. In Italien und Portugal w&uuml;rde die Wirtschaft schrumpfen, in Spanien bestenfalls stagnieren. Deshalb w&uuml;rden auch die Schuldenquoten nicht sinken. Alles w&uuml;rde nur noch schlimmer. Bereits heute ist jeder vierte Spanier und jede f&uuml;nfte Griechin arbeitslos. Die Kluft zwischen den s&uuml;dlichen und den n&ouml;rdlichen Eurol&auml;ndern w&uuml;rde sich weiter vergr&ouml;&szlig;ern&hellip;<br>\nMerkels Krisenmanagement versch&auml;rft tagt&auml;glich die Krise. Aber es gibt Alternativen. Die zerst&ouml;rerische K&uuml;rzungspolitik muss gestoppt werden. S&uuml;deuropa darf nicht weiter kaputt gespart werden. Stattdessen braucht Europa jetzt ein wirksames Konjunktur- und Wachstumsprogramm. Dieses sollte j&auml;hrlich mindestens 300 Milliarden Euro oder rund drei Prozent des EU-Sozialproduktes betragen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/120702_unsichere_aussichten_verdi.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitische Informationen [PDF &ndash; 483 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Beitrag enth&auml;lt f&uuml;r NachDenkSeiten-Leser\/innen nicht viel Neues, au&szlig;erdem wird m.E. die wirtschaftspolitische Erholung nach der Finanzkrise zu positiv gezeichnet. Dennoch sind die darin enthaltenen Grafiken sehr erhellend.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Fiskalpakt: Sozialabbau leicht gemacht<\/strong><br>\nDie schwarz-gelbe Koalition hat sich mit SPD und Gr&uuml;nen auf die Bedingungen zum europ&auml;ischen Fiskalpakt geeinigt. Von der rigiden Sparpolitik, die sie der Euro-Zone verordnet hat, musste sich die Bundesregierung bei den Verhandlungen mit der Opposition nicht verabschieden. Nach der Einigung mit SPD und Gr&uuml;nen bezogen die Vertreter der Regierung die beiden Oppositionsparteien geradezu gener&ouml;s in ihre Lobreden &uuml;ber die Handlungsf&auml;higkeit der europ&auml;ischen F&uuml;hrungsnation ein. Volker Kauder, Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, sah in den Verhandlungen zum Fiskalpakt ein Signal des nationalen Zusammenhalts. Rainer Br&uuml;derle, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der FDP, sagte, es w&auml;re fatal gewesen, &raquo;wenn das wirtschaftlich st&auml;rkste Land Europas nicht sichergestellt h&auml;tte, dass der Fiskalpakt und der dauerhafte Rettungsschirm ESM den Bundestag passieren k&ouml;nnten&laquo;. Angesichts dessen ist es konsequent, dass auch SPD und Gr&uuml;ne den Erfolg f&uuml;r sich reklamieren. &hellip; Wichtiger als die Absenkung der Defizitgrenze ist aber, dass bei deren &Uuml;berschreitung die EU-Kommission berechtigt sein wird, Korrekturma&szlig;nahmen zu ergreifen, die &raquo;automatisch ausgel&ouml;st und inhaltlich von der Kommission vorgegeben werden&laquo;, wie es im Vertrag hei&szlig;t. Obwohl geringf&uuml;gige Ausnahmen bei dieser Regelung vorgesehen sind, soll die Wirtschafts- und Finanzpolitik von Krisenstaaten oder jenen Euro-Staaten, die aus politischen Gr&uuml;nden nicht bereit sind, sich an die Vorgaben zu halten, von der EU-Kommission &uuml;bernommen werden. Die Grundlage dieser Politik sollen &raquo;Haushalts- und Wirtschaftspartnerschaftsprogramme&laquo; sein, die von der EU-Kommission nicht nur konzipiert, sondern auch von ihr &uuml;berwacht werden sollen. Bei Nichtumsetzung werden Finanzhilfen verweigert und das Auflegen von Staatsanleihen durch die jeweiligen Staaten von der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) unterbunden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2012\/26\/45738.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man kann, so traurig dies ist, anscheinend nur noch darauf hoffen, dass das Verfassungsgericht erkennt und verurteilt, dass Br&uuml;ssel direkt in die nationale Budgetpolitik eingreifen kann und sogar Ausgaben verbieten kann.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Exporteure klagen &uuml;ber Imageschaden durch Merkels Sparkurs<\/strong><br>\nDie rigide Sparpolitik der Kanzlerin sorgt in Europa f&uuml;r Unmut, das bekommt offenbar auch die deutsche Exportwirtschaft zu sp&uuml;ren. Der Branchenverband berichtet bereits &uuml;ber eine zunehmende Zur&uuml;ckhaltung der Handelspartner. [&hellip;]<br>\nDie Unternehmen sp&uuml;rten bereits Zur&uuml;ckhaltung ihrer Partner. &ldquo;Die Stimmung gegen&uuml;ber Deutschland kippt und ist deutlich k&auml;lter geworden&rdquo;, warnte B&ouml;rner. &ldquo;Man geht nicht gern in ein Gesch&auml;ft, wenn man den Verk&auml;ufer unsympathisch findet.&rdquo;<br>\nZuletzt hatte es immer wieder Warnungen gegeben, Deutschlands Image k&ouml;nne unter dem Krisenmanagement leiden. Als Gegenleistung f&uuml;r die Hilfen der internationalen Geldgeber m&uuml;ssen die hochverschuldeten L&auml;nder schmerzhafte Sparauflagen beachten. Der US-Investor George Soros kritisierte im SPIEGEL-ONLINE-Interview, Deutschland tue &ldquo;nur das N&ouml;tigste, um den Euro zu erhalten&rdquo;. Das verschlimmere die Situation der Krisenl&auml;nder. &ldquo;Das Ergebnis wird ein Europa sein, in dem Deutschland als Imperialmacht betrachtet wird.&rdquo; Die Bundesrepublik drohe gehasst zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/exporteure-klagen-ueber-imageschaden-durch-politik-von-merkel-a-841849.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Robert Mundell, evil genius of the euro<\/strong><br>\nThe idea that the euro has &ldquo;failed&rdquo; is dangerously naive. The euro is doing exactly what its progenitor &ndash; and the wealthy 1%-ers who adopted it &ndash; predicted and planned for it to do&hellip;<br>\nThe euro would really do its work when crises hit, Mundell explained. Removing a government&rsquo;s control over currency would prevent nasty little elected officials from using Keynesian monetary and fiscal juice to pull a nation out of recession&hellip;<br>\nHe cited labor laws, environmental regulations and, of course, taxes. All would be flushed away by the euro. Democracy would not be allowed to interfere with the marketplace &ndash; or the plumbing&hellip;<br>\nMundell explained to me that, in fact, the euro is of a piece with Reaganomics:<br>\n&ldquo;Monetary discipline forces fiscal discipline on the politicians as well.&rdquo;<br>\nAnd when crises arise, economically disarmed nations have little to do but wipe away government regulations wholesale, privatize state industries en masse, slash taxes and send the European welfare state down the drain&hellip;<br>\nThe flames, the mass unemployment, the fire-sale of national assets, would bring about what Friedman called a &ldquo;regeneration&rdquo; of Greece and, ultimately, the entire eurozone.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2012\/jun\/26\/robert-mundell-evil-genius-euro\/print\">The Guardian<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Jeder dritte Hartz IV Bezieher ein Aufstocker<\/strong><br>\nDer Arbeitsmarkt&ouml;konom Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) zeigte sich ebenfalls verwundert dar&uuml;ber, dass viele Vollzeitbesch&auml;ftigten auf Hartz IV angewiesen sind. Eigentlich m&uuml;ssten die Menschen aus dem Hartz IV-System herauskommen, wenn sie einen Job finden, &bdquo;es sei denn, es werden sittenwidrige L&ouml;hne gezahlt&rdquo;. So k&ouml;nnte die Zahl der hohen Vollzeit-Aufstocker (etwa 330.000 Menschen) ein Hinweis daf&uuml;r sein, dass die Jobcenter einen hohen Druck auf Hartz IV-Bezieher aus&uuml;ben, jeden auch schlecht bezahlten Job anzunehmen. In Folge k&ouml;nnten Arbeitgeber dazu verleitet werden, niedrige L&ouml;hne unter der Produktivit&auml;t zu zahlen, weil die Arbeitssuchenden jede Stelle annehmen m&uuml;ssen. Ansonsten drohen Sanktionen in Form von Leistungsk&uuml;rzungen. Laut dem &Ouml;konom verursachen die Leistungstr&auml;ger somit eine &bdquo;Marktverzerrung&ldquo; die zur Verfestigung des Aufstockens f&uuml;hrt. Viele Betroffene verbleiben so in einer Art Dauerzustand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/jeder-dritte-hartz-iv-bezieher-ein-aufstocker-900990.php\">gegen-hartz.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine bemerkenswerte Aussage eines eher wirtschaftsliberalen Instituts, das bisher voll des Lobes &uuml;ber die Hartz-Gesetze war.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>S&uuml;dkoreas Wirtschaftswunder wider jede Vernunft<\/strong><br>\nBis August pr&auml;sentiert sich S&uuml;dkorea als Wirtschaftswunderland auf der Expo der Welt. Das Land boomt trotz heftiger Staatseingriffe in die Wirtschaft &ndash; doch das Erfolgsrezept ist ebenso verwunderlich wie verwundbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/die-oekonomie-der-chaebols-suedkoreas-wirtschaftswunder-wider-jede-vernunft\/6787318.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Da&szlig; das Land sich eventuell nicht trotz, sondern gerade *wegen* der Staatseingriffe so gut entwickelt hat (was noch im Detail untersucht werden m&uuml;&szlig;te), ist nat&uuml;rlich f&uuml;r Neoklassiker undenkbar. Allerdings f&auml;llt mir ein, da&szlig; z. B. Japan mit dem MITI und der &ldquo;Japan AG&rdquo; in den 1960er\/1970er Jahren ebenfalls eine grandiose wirtschaftliche Aufholjagd hingelegt hat. Man fragt sich, welche Scheuklappen die Handelsblatt-Redakteure tragen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Koalition sieht keinen Handlungsbedarf bei Werkvertr&auml;gen<\/strong><br>\nDie Regierungskoalition sieht keine Notwendigkeit, in Bezug auf die steigende Zahl von Werkvertr&auml;gen t&auml;tig zu werden. Sie lehnte mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition zwei entsprechende Antr&auml;ge der Linksfraktion bzw. der Gr&uuml;nen am Donnerstagnachmittag ab und verwies einen weiteren Antrag zu einer Meldepflicht f&uuml;r Werkvertr&auml;ge in die Aussch&uuml;sse.<br>\nDie Sprecherin f&uuml;r Arbeits- und Mitbestimmungspolitik der LINKEN, Jutta Krellmann, sagte, Besch&auml;ftigte mit Werkvertrag w&uuml;rden mehr und mehr als billige Alternative zu tariflich Besch&auml;ftigten eingesetzt. Das seien keine Einzelf&auml;lle, es gebe indes keine genauen Zahlen.<br>\nDie gr&uuml;ne Sprecherin f&uuml;r Arbeitnehmerrechte, Beate M&uuml;ller-Gemmeke, und ihre Fraktionskollegen fordern die &Uuml;bernahme einer Regelung ins Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz, mit der eine klare Trennlinie zwische Werkvert&auml;gen und Leiharbeit gezogen werden kann. Bei vielen Werkvertr&auml;gen handele es sich um &raquo;verdeckte Leiharbeit&laquo;, hei&szlig;t es in dem Antrag&hellip;<br>\nDer Fraktionsvize der SPD, Hubertus Heil, sagte in der Debatte, Lohndr&uuml;ckerei sei nicht nur eine Katastrophe f&uuml;r die Besch&auml;ftigten. Soziale B&uuml;rgerrechte und Arbeitnehmerrechte seien vielmehr ebenso wichtig f&uuml;r die soziale Marktwirtschaft, wie die Freiheit der Unternehmer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/231266.koalition-sieht-keinen-handlungsbedarf-bei-werkvertraegen.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Spanien: Immer neue Hiobsbotschaften<\/strong><br>\nDen von Madrid eingeschlagenen Sparkurs bekommen viele Familien im Alltag zu sp&uuml;ren. Besonders betroffen ist die Nachwuchsgeneration, die sich ihrer Zukunftschancen beraubt sieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/international\/immer-neue-hiobsbotschaften-1.17297275\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Deal &ldquo;ohne Not&rdquo;<\/strong>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120702_rtemagicc_enbw_rechnungshof800.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/120702_rtemagicc_enbw_rechnungshof800_small.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Morgan Stanley und Mappus werden in der Luft zerpfl&uuml;ckt. Der Rechnungshof Baden-W&uuml;rttemberg l&auml;sst in einem (noch) halbwegs vertraulichen Gutachten kein gutes Haar an dem milliardenschweren EnBW-Deal des Exregierungschefs und der Investmentbank. Mappus habe &ldquo;gefilterte&rdquo; Infos erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2012\/06\/deal-ohne-not\/\">Kontext<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Politikerreisen mit R&uuml;stungsmanagern &ndash; Waffenlobby fliegt mit<\/strong><br>\nMit Merkel nach Saudi-Arabien, mit Westerwelle nach China: Wenn die Kanzlerin oder ihre Minister zu Staatsbesuchen in andere L&auml;nder reisen, lassen sie sich auch von R&uuml;stungsmanagern begleiten. So hilft die Regierung mit, Deals &uuml;ber Panzer und Patrouillenboote einzuf&auml;deln. Auf welchen Reisen Waffenlobbyisten Regierungspolitiker begleitet haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wohin-ruestungsmanager-mit-politikern-reisen-waffenlobby-fliegt-mit-1.1397697\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>EU-Fl&uuml;chtlingspolitik: Stresstest f&uuml;rs Abschieben<\/strong><br>\nNeue Dokumente zeigen die katastrophalen Zust&auml;nde der italienischen und europ&auml;ischen Fl&uuml;chtlingspolitik auf. In der Analyse mit dem Titel &raquo;Lampedusa ist keine Insel&laquo; wird die Lage von Fl&uuml;chtlingen in Italien vor dem Hintergrund der Situation auf Lampedusa im Fr&uuml;hjahr 2011 rekapituliert. Die Soziologen Luigi Manconi und Stefano Anastasia, die das Dossier unter Mitarbeit namhafter italienischer Rechtswissenschaftler erstellt haben, interpretieren die Krise auf der s&uuml;dlichen Bastion der Festung Europa als &raquo;Stresstest&laquo;, den die italienisch-europ&auml;ische Abschottungspolitik nicht bestanden habe. F&uuml;r die Autoren des Dossiers waren die Zust&auml;nde auf der Mittelmeerinsel im Fr&uuml;hjahr 2011 der H&ouml;hepunkt einer verfehlten Immigrationspolitik, die 2002 mit der Einf&uuml;hrung des repressiven Bossi-Fini-Gesetzes begann, w&auml;hrend der kurzen linksliberalen Regierungsperiode unver&auml;ndert blieb und schlie&szlig;lich von Silvio Berlusconis dritter Rechtsregierung in den Jahren 2008 bis 2011 kontinuierlich versch&auml;rft wurde. Der Bericht dokumentiert, wie mit jeder Gesetzes&auml;nderung die Diskriminierung und Kriminalisierung von Migrantinnen und Migranten zunahm, so dass immer mehr zu clandestini gemacht wurden und immer mehr dieser &raquo;Illegalen&laquo; in Abschiebelagern oder Gef&auml;ngnissen landeten.<br>\nJede &raquo;Fl&uuml;chtlingsinvasion&laquo; erzeugt einen &raquo;Notstand&laquo;, mit dem &raquo;Sonderregelungen&laquo; und eine weitere Militarisierung des Abschiebesystems gerechtfertigt werden. Im Fr&uuml;hjahr 2011 wurden zun&auml;chst auf ehemaligen Milit&auml;ranlagen in S&uuml;ditalien Notunterk&uuml;nfte errichtet. F&uuml;r die &ouml;ffentlichen und privaten Betreiber dieser &raquo;Zwischenlager&laquo; ist das ein lukratives Gesch&auml;ft: Staatliche und europ&auml;ische Hilfsgelder in Milliardenh&ouml;he entsch&auml;digen f&uuml;r den vermeintlichen humanit&auml;ren Aufwand. Massenfluchten aus diesen Lagern werden gelegentlich von rassistischen B&uuml;rgerwehren, selten nur von staatlichen Ordnungskr&auml;ften verhindert, schlie&szlig;lich lebt insbesondere die Agrarwirtschaft S&uuml;ditaliens von der Arbeitskraft illegalisierter afrikanischer Einwanderer. F&uuml;r die Betroffenen hat diese gleicherma&szlig;en improvisierte wie repressive Politik katastrophale Folgen: In den chronisch &uuml;berbelegten Einrichtungen herrschen unzumutbare hygienisch-sanit&auml;re Bedingungen, immer wieder bezeugen Handyvideos Schikanen und Misshandlungen durch das Personal. Vor allem aber schafft das vielschichtige System der Abschiebelager eine grunds&auml;tzliche Rechtsunsicherheit. &ndash; Nach Angaben des UN-Fl&uuml;chtlingskommissariats ertranken im vergangenen Jahr 2&thinsp;000 Menschen im Kanal von Sizilien, Hunderte sind es bereits in diesem Jahr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2012\/26\/45747.html\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>De Maizi&egrave;re sieht keine Tabus f&uuml;r Auslandseins&auml;tze<\/strong><br>\nBundesverteidigungsminister Thomas de Maizi&egrave;re h&auml;lt Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr grunds&auml;tzlich &uuml;berall f&uuml;r m&ouml;glich. Dem Sender MDR INFO sagte de Maizi&egrave;re am Sonntag, prinzipiell gebe es keine Regionen, in denen Deutschland nichts zu suchen habe. &ldquo;Aber es gibt andere Entscheidungskriterien. Man kann nicht bei jeder Menschenrechtsverletzung Soldaten in ein fremdes Land schicken.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/bundeswehr180.html\">MDR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Feudale Demokratien<\/strong><br>\nWarum die Mexikaner bereit sind, an diesem Sonntag eine korrupte Partei an die Macht zu bringen. Ein Erkl&auml;rungsversuch:  &hellip; F&uuml;r die Mehrheit der Mexikaner ist Korruption offenbar so selbstverst&auml;ndlich, dass sie keine Rolle bei der Wahlentscheidung spielt. Das Ph&auml;nomen ist keineswegs auf Mexiko begrenzt und l&auml;sst sich auch nicht nach dem politischen Links-rechts-Schema verorten. &hellip; Bis heute nennt man in Lateinamerika Regierungsfunktion&auml;re nicht &ldquo;&ouml;ffentliche Bedienstete&rdquo; &ndash; also Diener des Gemeinwohls. Man nennt sie &ldquo;Autoridades&rdquo;: diejenigen, die selbstherrlich zu bestimmen haben. Bei einem Regierungswechsel tauscht der Pr&auml;sident nicht nur die Minister und hohen politischen Beamten aus, sondern alle &ndash; bis hinunter zum Brieftr&auml;ger und M&uuml;llmann. Dieses System der Klientel- und Vetternwirtschaft ist so allgemein akzeptiert, dass selbst die kleinsten Parteifreunde eines Gew&auml;hlten das Recht auf einen Staatsjob zu haben glauben. &hellip; Auf der Hacienda war der Patr&oacute;n an kein Gesetz gebunden &ndash; er war das Gesetz, die &ldquo;Autoridad&rdquo;. Dasselbe Gesellschaftsmodell findet sich bis heute in den Pr&auml;sidialverfassungen Lateinamerikas, im Selbstverst&auml;ndnis der Pr&auml;sidenten und in der politischen Kultur. Checks and Balances sind, wenn &uuml;berhaupt, dann nur rudiment&auml;r vorhanden. Die Staaten sind zwar formale Demokratien, die Regierungen werden gew&auml;hlt. Republiken im Sinne einer res publica aber, in denen der Staat das Gemeingut aller ist, das sind sie noch lange nicht. Auch wenn es wie ein Widerspruch in sich selbst klingen mag: Lateinamerikanische Staaten sind am ehesten so etwas wie Feudaldemokratien, in denen der Feudalherr zwar gew&auml;hlt wird, danach aber das Land als sein Eigentum verwaltet. Was in einer Republik Korruption genannt wird, ist in dieser lateinamerikanischen Staatsform eine Selbstverst&auml;ndlichkeit. Warum also nicht eine korrupte Partei w&auml;hlen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2012%2F06%2F30%2Fa0215&amp;cHash=44d77b8842\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Irritierend der Hinweis darauf, dass Korruption auch umgekehrt l&auml;uft. So musste der brasilianische Expr&auml;sident Lula da Silva seinen Kabinettchef Jos&eacute; Dirceu in die W&uuml;ste schicken. &ldquo;Nicht, weil dieser bestechlich war, sondern weil er bestochen hatte. Dirceu hatte mit Schwarzgeld im Parlament die Stimmen zusammengekauft, die n&ouml;tig waren, um die rechtliche Grundlage f&uuml;r Lulas Sozialpolitik zu schaffen. Anders gesagt: Ohne Korruption h&auml;tten 40 Millionen Brasilianer und Brasilianerinnen in den acht Jahren von Lulas Regierung die Armut nicht &uuml;berwinden k&ouml;nnen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Bildung in Deutschland 2012<\/strong><br>\nIn allen Bildungsbereichen spiegelt sich in dem Bericht (zug&auml;nglich <a href=\"http:\/\/www.bildungsbericht.de\/zeigen.html\">hier<\/a> &hellip;) die soziale Schieflage dieser Gesellschaft erneut wider. Dieser Befund steht in krassem Gegensatz zu der Sch&ouml;nf&auml;rberei der Auftraggeber&hellip;<br>\nDar&uuml;ber hinaus zeigen die Ver&auml;nderungen in den verschiedenen Bildungsbereichen, dass die Gruppe der Verlierer im Bildungswettbewerb immer weiter zur&uuml;ckbleibt. Die Bildungspolitik in Bund und L&auml;ndern schafft es gerade nicht &ndash; oder nur sehr widerspr&uuml;chlich und unzureichend &ndash; Reformen in Gang zu bringen, die die soziale Schieflage im Bildungswesen reduzieren und gute Bildung f&uuml;r alle von der Kita bis zur Weiterbildung bef&ouml;rdern.<br>\nEin Grund daf&uuml;r ist die fehlende Bereitschaft, endlich gegen die auch im internationalen Vergleich nach wie vor mangelhafte Ausstattung des Bildungsbereichs mit &ouml;ffentlichen Mitteln vorzugehen. Das auf dem Bildungsgipfel 2008 gro&szlig;spurig verk&uuml;ndete Ziel, 10% des BIP in Bildung und Forschung zu investieren, bleibt in weiter Ferne, auch wenn mit Statistiktricks versucht wird, dies zu verschleiern. &raquo;Gemessen an der wirtschaftlichen Leistung gab Deutschland 2008 (neuere Daten liegen international nicht vor) mit einem BIP-Anteil von 4,8% weniger f&uuml;r Bildungseinrichtungen aus als andere OECD-Staaten (OECD-Mittel 5,9%)&laquo;<br>\nSo gesehen muss die bange Fragestellung der AutorInnen des Bildungsberichts skeptisch beantwortet werden, ob angesichts des demografischen R&uuml;ckgangs der Anzahl der BildungsteilnehmerInnen zumindest an Kitas und Schulen in den n&auml;chsten Jahrzehnten &raquo;die Spielr&auml;ume genutzt werden, um Kapazit&auml;ten abzubauen oder &uuml;ber erweiterte F&ouml;rderungsma&szlig;nahmen, den Ausbau der Ganztagsschulen und andere Ma&szlig;nahmen die Bildungsprozesse in den Einrichtungen zu verbessern und die Lernerfolge der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler zu steigern.&laquo;<br>\nPrivate Haushalte (und Unternehmen) schultern schon jetzt 30% der Kita-Kosten, 43% der Kosten f&uuml;r berufliche Bildung und 15% der Hochschulbildung sowie 36% der Weiterbildungskosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/bildung-in-deutschland-2012\/\">Sozialismus Aktuell<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Frankreich: Ministerin f&uuml;r Hochschulwesen und Forschung setzt neue Akzente in der Hochschulpolitik<\/strong><br>\nIn einem Gespr&auml;ch mit der Zeitung Le Monde vom 3. und 4. Juni k&uuml;ndigte die Ministerin f&uuml;r Hochschulen und Forschung, Genvi&egrave;ve Fioraso, statt einer Reform des Hochschulgesetzes vom 10. August 2007 (LRU) ein Gesetz mit Neuorientierungen der Hochschulpolitik an, das an die Stelle des LRU treten soll. Der Gesetzentwurf soll nach einer breit angelegten Konsultation mit der gesamten universit&auml;ren Gemeinschaft Anfang des Jahres 2013 dem Parlament zugeleitet werden.<br>\nDie Neudefinition der Autonomie der Universit&auml;ten<br>\nZwar werde die Autonomie der Universit&auml;ten nicht in Frage gestellt, aber in realistischer Einsch&auml;tzung habe die LRU den Universit&auml;ten jedoch nicht wirklich die Instrumente an die Hand gegeben, die ihnen im Grundsatz einger&auml;umte Autonomie auszu&uuml;ben. &hellip;F&uuml;r Genevi&egrave;ve Fioraso ist ein weiterer Kritikpunkt der LRU die Zusammensetzung der universit&auml;ren Verwaltungsr&auml;te, die die vorher bestehenden Mitwirkungsrechte der Hochschullehrer und der Studierenden eingeschr&auml;nkt h&auml;tten. Zum Beispiel sei an die Schaffung &ldquo;Akademischer Senate&rdquo; als Gegengewicht zu den Verwaltungsr&auml;ten zu denken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news485813\">idw<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Unterfinanzierte Hochschulen &ndash; DFG-Chef fordert &ldquo;Bildungspfennig&rdquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r die chronisch klammen deutschen Unis soll die Mehrwehrtssteuer erh&ouml;ht werden &ndash; das fordert zumindestens Matthias Kleiner, Pr&auml;sident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Analog zum einstigen Kohlepfennig sollen nach Meinung von Deutschlands oberstem Forschungsf&ouml;rderer in Zukunft alle B&uuml;rger f&uuml;r die Verbesserung der Bildung zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/unterfinanzierte-hochschulen-dfg-chef-fordert-bildungspfennig-1.1398451\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Problemanalyse ist ja richtig &ndash; aber warum eine Erh&ouml;hung der regressiven Mehrwertsteuer? Ist es grundgesetzlich verboten, die anderen, progressiven Steuern (z. B. die K&ouml;rperschaftsteuer, die Erbschaftsteuer oder den Spitzensteuersatz) anzuheben bzw. die unfa&szlig;baren Steuergeschenke von Schr&ouml;der und Merkel r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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