{"id":137387,"date":"2025-08-14T10:00:59","date_gmt":"2025-08-14T08:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137387"},"modified":"2025-08-14T14:45:18","modified_gmt":"2025-08-14T12:45:18","slug":"spezi-spahn-helfen-sie-diesem-politiker-dann-wird-ihnen-geholfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137387","title":{"rendered":"Spezi-Spahn. Helfen Sie diesem Politiker \u2013 dann wird Ihnen geholfen"},"content":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here Bundesgesundheitsminister kannte bei der Besetzung lukrativer Posten keine Vermittlungshemmnisse: Ob gute Freunde, private Gesch&auml;ftspartner oder Pharmaunternehmer, bei ihm kam jeder zum Zug, der den n&ouml;tigen Willen und Eifer mitbrachte, die eigene und seine Karriere voranzubringen. F&uuml;r den ganz gro&szlig;en Wurf, das Kanzleramt zu erobern, w&uuml;rde sich der Unionsfraktionschef ziemlich sicher auch die AfD ins Bett holen. Aber bevor es kuschelig wird, muss er noch kr&auml;ftig netzwerkeln, gegen alle demokratischen Regeln und seinen Chef, Friedrich Merz. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9680\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-137387-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250814-Spezi-Spahn-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250814-Spezi-Spahn-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250814-Spezi-Spahn-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250814-Spezi-Spahn-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=137387-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250814-Spezi-Spahn-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250814-Spezi-Spahn-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Es gibt Bilder davon, wie sie, zu diversen Anl&auml;ssen, gemeinsam feiern: Jens Spahn (CDU), sein Partner Daniel Funke, dazu Hendrik Streeck (CDU) und dessen Ehemann Paul Zubeil. Die vier kennen sich schon lange, Funke und Streeck seit der Studienzeit, Spahn und Zubeil haben sp&auml;ter quasi eingeheiratet in die &bdquo;Clique&ldquo;, wie der <em>Spiegel<\/em> das Quartett vor einem Jahr in einem Beitrag (<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/hendrik-streeck-warum-der-virologe-fuer-die-cdu-in-den-bundestag-will-a-01736220-e7c1-4823-b53c-651434f46322?giftToken=56584ddd-514a-45da-be41-6e1c663c905c\">hinter Bezahlschranke<\/a>) nannte. An der Feierei ist nichts auszusetzen, auch nichts an der Verbindung an sich &ndash; Privatsache. Nur sollten Politiker, zumal so hochgestellte wie ein Fraktionsvorsitzender im Bundestag, eine besondere Sorgfaltspflicht dabei erf&uuml;llen, Privates von Beruflichem zu trennen. Hier kommen, gerade bei Spahn, erhebliche Zweifel auf.<\/p><p><a href=\"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/lobbyismus\/2025\/08\/11\/posten-fuer-freunde\/\">&bdquo;Posten f&uuml;r Freunde&ldquo;<\/a> titelte am Montag die sogenannte Rechercheplattform <em>Correctiv<\/em> und berichtete umfassend &uuml;ber Vergangenes in der Vita des 45-J&auml;hrigen, das ihm nun, Jahre sp&auml;ter, noch einmal Ungemach bereiten k&ouml;nnte. Da ist etwa besagter Paul Zubeil. Der wechselte vor f&uuml;nf Jahren ins Bundesgesundheitsministerium (BMG), auf die gut bezahlte Stelle des Unterabteilungsleiters f&uuml;r europ&auml;ische und internationale Angelegenheiten. Damals f&uuml;hrte Spahn das Ministerium an, behauptet heute aber, mit der Personalie nichts zu tun gehabt zu haben. Laut <em>Spiegel<\/em> brachte der 49-J&auml;hrige die &bdquo;besten Qualifikationen&ldquo; mit. Das kann durchaus sein, &auml;ndert aber nichts an der offenkundigen Interessenkollision, dergestalt, dass hier ein schon damals guter Freund des BMG-Chefs in dessen Ministerium landete.<\/p><p><strong>Vitamin-B-Missbrauch?<\/strong><\/p><p>Der Vorgang hat mehrere Haken. Zubeil war bis dahin in der Entwicklungshilfe bei den Vereinten Nationen t&auml;tig. Die gem&auml;&szlig; Ausschreibung verlangten Fachkenntnisse in europ&auml;ischer und deutscher Gesundheitspolitik brachte er daher &ndash; zumindest auf dem Papier &ndash; eher nicht mit. Dazu ist es in Ministerien &uuml;blich, bei der Besetzung hochrangiger &Auml;mter interne Kandidaten zu pr&auml;ferieren, wobei daf&uuml;r in der Regel gen&uuml;gend Bewerber auf der Matte stehen. In diesem Fall soll es aber keinen einzigen Anw&auml;rter gegeben haben und die Stelle schon l&auml;nger vakant gewesen sein, hei&szlig;t es. Zubeil habe ausnahmslos wegen seiner F&auml;higkeiten unter einem guten Dutzend externer Interessenten das Rennen gemacht, und &bdquo;Telefonate von Herrn Spahn im Zusammenhang mit der Besetzung der Unterabteilungsleitung Z 2 sind nicht bekannt&ldquo;. Das ist freilich ein ziemlich l&ouml;chriger Beweis daf&uuml;r, dass die beiden sich in der Angelegenheit nicht ausgetauscht h&auml;tten. Spahn und Zubeil kennen sich bestens, und dass Ersterer nicht bestens informiert gewesen sein soll, dass sein guter Bekannter bei ihm anheuert, hat etwas von M&auml;rchenstunde.<\/p><p>Und Streeck? Der Virologe hatte in der Pandemie als Regierungs- und Ma&szlig;nahmenkritiker bundesweite Prominenz erlangt. Er war so etwas wie der Gegenspieler von &bdquo;Corona-Papst&ldquo; Christian Drosten und damit, zumindest in der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung, auch Widersacher von Spahn, der nach anf&auml;nglichem Z&ouml;gern voll auf Lockdownkurs einschwenkte. Was damals keiner ahnte und er, wie er dem <em>Spiegel<\/em> steckte, bewusst f&uuml;r sich behielt, war seine CDU-Mitgliedschaft. Zum Parteibuch n&auml;mlich kam er durch Spahn, der einmal in weinseliger Runde zu sp&auml;ter Stunde einen Stapel Mitgliedsantr&auml;ge auftischte. Und Streeck unterschrieb prompt und legte so den Grundstein zu einem steilen Aufstieg in die Politik. Seit Mai sitzt er f&uuml;r die Union im Bundestag und firmiert seither als Drogenbeauftragter der Bundesregierung. Dass er sich dabei dem Kampf gegen Vitamin-B-Missbrauch verschrieben h&auml;tte, ist nicht bekannt.<\/p><p><strong>Viel zu verzeihen &hellip;<\/strong><\/p><p><em>Correctiv<\/em> zeichnet eine weitere Episode nach, die Fragen aufwirft. Streek initiierte 2020 die sogenannte Heinsberg-Studie zum Beleg, dass das Covid-19-Virus weniger gef&auml;hrlich ist, als allseits behauptet wurde. Um seine Forschung bekannt zu machen, bediente er sich einer Werbeagentur namens Story Machine, die vom fr&uuml;heren Chefredakteur der <em>Bild-Zeitung<\/em>, Kai Diekmann, und dem Unternehmer Michael Mronz gegr&uuml;ndet wurde. Mitfinanziert wurde die PR-Aktion au&szlig;erdem von einer Firma mit Sitz in Borken in Nordrhein-Westfalen: die Deutsche Glasfaser. Borken ist der Wahlkreis von Jens Spahn.<\/p><p>Vor diesem Hintergrund ist auch dessen Rolle in der Pandemie noch einmal zu &uuml;berdenken. Wom&ouml;glich trug er die rigorose Ma&szlig;nahmenpolitik nur widerwillig mit, um seine Karriere nicht zu gef&auml;hrden. Zum Lager der vorsichtigen Skeptiker geh&ouml;rte auch Armin Laschet (CDU), seinerzeit NRW-Ministerpr&auml;sident. In dessen landeseigenem Corona-Expertenrat sa&szlig; auch Streeck. Man kann sicher sein, dass auch Spahn ein offenes Ohr f&uuml;r dessen Kritik am Pandemie-Management hatte. Von ihm ist aus der Zeit der Satz &uuml;berliefert, &bdquo;wir werden einander viel verzeihen m&uuml;ssen&ldquo;. Der lie&szlig;e sich nachtr&auml;glich auch so interpretieren: &bdquo;Ich mache den ganzen Mist nur mit, weil ich noch zu H&ouml;herem berufen bin.&ldquo; Dass er auf den Chefsessel im Kanzleramt schielt, ist ein offenes Geheimnis.<\/p><p><strong>Sch&ouml;ner wohnen in Sch&ouml;neberg<\/strong><\/p><p>Nur &uuml;ber seine Methoden wei&szlig; nicht jeder Bescheid. <em>Correctiv<\/em> liefert noch mehr Kompromittierendes &ndash; etwa im Zusammenhang mit der Person Markus Leyck Dieken. Der &uuml;bernahm vor rund sechs Jahren die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung bei der Gematik. Das unmittelbar davor in mehrheitlichen Bundesbesitz &uuml;bergegangene Unternehmen erledigt die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen und wurde just zur fraglichen Zeit mit den Arbeiten zur Einf&uuml;hrung der elektronischen Patientenakte (ePA) betraut. Nach au&szlig;en hielt sich das BMG bei der Bestellung des Postens an die Regeln. Im April 2019 schaltete man eine Personalberatungsfirma ein und f&uuml;hrte ein &bdquo;Managementaudit&ldquo; durch. Gleichwohl fiel die Wahl ziemlich rasch und &uuml;berraschend auf Dieken. Und einem BMG-Mitarbeiter soll Spahn schon vor der ganzen Prozedur gesteckt haben, jemanden f&uuml;r den Job zu haben.<\/p><p>Dieser Jemand hatte dem CDU-Mann nur Monate davor, als er noch kein Minister war, eine F&uuml;nf-Zimmer-Altbauwohnung in Berlin-Sch&ouml;neberg f&uuml;r 980.000 Euro verkauft, wobei es Zweifel gibt, ob das ein markt&uuml;blicher Preis war. Erinnerungen werden wach: 2020 erwarb Spahn mit seinem Lebenspartner Daniel Funke eine Villa in Berlin Dahlem f&uuml;r &uuml;ber vier Millionen Euro, die sie drei Jahre sp&auml;ter mit einem Aufschlag von einer Million Euro wieder ver&auml;u&szlig;erten. Finanziert wurde der Kauf Medienberichten zufolge fast vollst&auml;ndig durch die <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/so-konnte-spahn-seine-millionenteure-berliner-villa-bezahlen-5103658.html\">Sparkasse Westm&uuml;nsterland<\/a>, also genau das Geldinstitut, bei dem Spahn bis 2015 im Verwaltungsrat sa&szlig;. Auch das kennt man schon. Bei seiner w&uuml;sten Maskenbeschaffungsaktion in den ersten Corona-Monaten setzte er auf die Firma Fiege aus M&uuml;nster im Nachbarwahlkreis. Diese scheiterte als Generallogistiker zwar auf ganzer Linie, aber Spahn dachte nicht daran, nach dem Milliardendebakel Schadenersatz geltend zu machen. Ist ja blo&szlig; Steuergeld!<\/p><p>&bdquo;<strong>MehrWerte f&uuml;r Gesundheit&ldquo;<\/strong><\/p><p>Jedenfalls lie&szlig; sich das BMG Diekens Berufung einiges kosten. Verglichen mit seinem Vorg&auml;nger wurde dessen Gehalt auf knapp 390.000 Euro praktisch verdoppelt &ndash; und dies, obwohl er mit IT-Management und Beh&ouml;rdenkram bis dahin beruflich nichts am Hut hatte. Vielmehr war er vor seiner Anstellung f&uuml;r etliche Pharmaunternehmen aktiv, womit ausgerechnet einem Profilobbyisten die Aufgabe zuteil wurde, eine ePA mit hochsensiblen Patientendaten zu konzipieren. Inzwischen wurde diese bekanntlich bundesweit &bdquo;f&uuml;r alle&ldquo;, eigentlich zwangsweise und als <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127246\">riesiges Einfallstor f&uuml;r Pharmainteressen<\/a>, ausgerollt. Die in ihr abgelegten Informationen k&ouml;nnen der Forschung grunds&auml;tzlich zur Verf&uuml;gung gestellt werden, egal ob in &ouml;ffentlicher oder privater Hand, und das bei l&ouml;chrigem Datenschutz.<\/p><p>Das alles passt ins Bild. Vor seiner politischen Karriere war Jens Spahn selbst Pharmalobbyist, und als Bundesminister legte er sich mit Vehemenz f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63919\">Belange der kommerziellen Gesundheitswirtschaft<\/a> ins Zeug. Sein Hauptaugenmerk lag, wie das seines Nachfolgers Karl Lauterbach (SPD), darauf, die Verwertung von Patienten- und Versichertendaten zu Profitzwecken voranzutreiben, und mit der Etablierung der ePA strebt das Projekt &bdquo;gl&auml;serner Patient&ldquo; auf seine Vollendung zu. Dieken war daf&uuml;r der richtige Mann, wenngleich ihm nicht alles gelang und er Mitte 2023 von Lauterbach vor die T&uuml;r gesetzt wurde. Das schmerzte nicht, f&uuml;r ihn ging es umgehend zur&uuml;ck in vertraute Gefilde. Heute arbeitet er als &bdquo;Executive Partner&ldquo; f&uuml;r <a href=\"https:\/\/brueckenkoepfe.de\/\">&bdquo;Die Br&uuml;ckenK&ouml;pfe&ldquo;<\/a>, eine &bdquo;Schaltstelle f&uuml;r politischen Einfluss auf die Gesundheitspolitik&ldquo;, die schon fr&uuml;her regen Austausch mit Spahn pflegte. Die selbsternannte &bdquo;Denkboutique&ldquo; agiert als Netzwerker f&uuml;r Krankenversicherungen, Kliniken und die Arzneimittelindustrie, und ihr Leitspruch lautet: &bdquo;MehrWerte f&uuml;r Gesundheit schaffen&ldquo;.<\/p><p><strong>Spenden vom Techmilliard&auml;r<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber seine Verwicklungen mit Dieken und die Berufung seines Kumpans Zubeil schweigen sich Spahn und sein Sprecher heute weitgehend aus. Zupass kommt ihnen dabei, dass es in Bundesministerien entgegen den Bestimmungen des Bundesarchivs mittlerweile gang und g&auml;be ist, nach einem Regierungswechsel alle Arten schriftlicher Kommunikation des scheidenden Hausherrn zu l&ouml;schen. Unter Kriminellen l&auml;uft das unter Spurenvernichten, unter engen Freunden vielleicht unter Liebesdienst oder Karrieremachen. <em>Correctiv<\/em> zitiert einen Parteigenossen: &bdquo;Es gibt Leute, die sagen: Jens Spahn hat nur ein Programm, und das hei&szlig;t Ich.&ldquo; Ein anderer befand: &bdquo;Das Talent ist da. Und er setzt es ein, um voranzukommen &ndash; ohne R&uuml;cksicht auf Verluste.&ldquo;<\/p><p>Aber warum haut ein an sich streng regierungstreues Medium Spahn so in die Pfanne? Zumal sich der Angriff gegen seine Person mit dem bisher Geschilderten nicht erledigt hat. Das Onlineportal hatte erst vor wenigen Wochen einen gro&szlig;en Zweiteiler &uuml;ber die <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/gesundheit\/2025\/07\/22\/netzwerk-mit-nebenwirkungen-jens-spahn-und-der-milliardaer\/\">&bdquo;Netzwerke des Fraktionschefs&ldquo;<\/a> gebracht, der noch viel mehr Stoff &uuml;ber Spezis, Kl&uuml;ngeleien und Schiebereien im Wirkungskreis des Machtpolitikers liefert.<\/p><p>Da w&auml;re zum Beispiel der deutsche Techmilliard&auml;r Christian Angermayer, der der CDU &uuml;ber ein Firmengeflecht in wenigen Jahren 300.000 Euro zukommen lie&szlig;. Dabei soll der edle Spender zuvor kr&auml;ftig an Spahns millionenschwerer Bestellung des vermeintlichen Corona-Medikaments Bamlanivimab mitverdient haben. Nur wenig sp&auml;ter widerrief die US-Gesundheitsbeh&ouml;rde FDA die fragliche Notfallzulassung, da die Risiken des teuren Medikaments h&ouml;her seien als sein Nutzen. Von den 190.000 georderten Dosen wurden hierzulande bis dahin lediglich 1.560 genutzt, der gro&szlig;e Rest musste aus dem Verkehr gezogen werden. Heute reden alle &uuml;ber Spahns <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134614\">windige Maskendeals<\/a>, von der Bamlanivimab-Aff&auml;re hat kaum einer geh&ouml;rt.<\/p><p><strong>Trumpublik Deutschland<\/strong><\/p><p>Dann sind da noch die Herren Julian Reichelt und Frank Gotthardt, der mit seiner CompuGroup Medical (CGM) Milliardenums&auml;tze eingefahren und dabei im Speziellen vom Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) aus dem Hause Spahn profitieren konnte. Auch hier liegen die Dinge ziemlich klar, oder wie <em>Correctiv<\/em> im <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/aktuelles\/lobbyismus\/2025\/07\/25\/medien-und-medizinsoftware-der-profiteur-von-spahns-politik-nius-gotthardt\/\">zweiten Teil<\/a> seiner Serie schreibt: &bdquo;Die Parallele zwischen politischen Entscheidungen im Bundesministerium f&uuml;r Gesundheit und dem wirtschaftlichen Aufstieg der CompuGroup ist auff&auml;llig.&ldquo; Ferner offenbart die Recherche Einblicke in das pers&ouml;nliche Geflecht zwischen Spahn, seiner Partei und dem Unternehmer. So wurde kurz vor der Bundestagswahl im Februar publik, dass Gotthardt und seine Gattin CDU und FDP mit mehreren Gro&szlig;spenden in H&ouml;he von insgesamt rund 380.000 Euro bedacht hatten.<\/p><p>Eine Hand w&auml;scht die andere, und wohl kaum einer im politischen Berlin setzt so auf &bdquo;Reinlichkeit&ldquo; wie Spahn. Dabei verbindet ihn mit Gestalten wie Gotthardt und Angermayer neben Macht- und Geldgier ein erzkonservatives bis reaktion&auml;res Weltbild. Es geht ihnen, glaubt <em>Correctiv<\/em>, um nicht weniger als darum, den US-Trumpismus nach Deutschland zu importieren und die AfD im politischen Parteienspektrum als kommende Regierungspartei hoff&auml;hig zu machen. Tats&auml;chlich steht Gotthard als Geldgeber hinter der stark rechtslastigen Onlineplattform <a href=\"https:\/\/www.nius.de\/\"><em>Nius<\/em><\/a>, die notorisch gegen Fl&uuml;chtlinge und Ausl&auml;nder hetzt und sich an einem angeblich weichgesp&uuml;lten Kanzler Friedrich Merz (CDU) abarbeitet, der sich scheuen w&uuml;rde, die &bdquo;Brandmauer nach rechts&ldquo; einzurei&szlig;en. Chefredakteur ist der im Herbst 2021 bei <em>Bild<\/em> geschasste Julian Reichelt, der sich seither als Hassprediger in Nadelstreifen bet&auml;tigt.<\/p><p><strong>Korrumpierter Politikbetrieb<\/strong><\/p><p><em>Nius<\/em> gilt auch als der zentrale Antreiber der Kampagne gegen die Kandidatur der von der SPD nominierten Frauke Brosius-Gersdorf bei der Besetzung des Bundesverfassungsgerichts und Spahn als politischer Verhinderer der Personalie. Die Juristin sollte planm&auml;&szlig;ig in den zweiten Senat in Karlsruhe einziehen, der potenziell f&uuml;r die Pr&uuml;fung eines AfD-Verbots zust&auml;ndig w&auml;re, das nahezu partei&uuml;bergreifend, auch in den Reihen der Union, angestrebt wird. F&uuml;r den rechtskonservativen Fl&uuml;gel der Union w&auml;re das ein verh&auml;ngnisvoller Vorgang, weil dies eine aus ihrer Sicht dauerhafte Machtperspektive verbauen w&uuml;rde. Passend hatte sich Spahn nach der Bundestagswahl daf&uuml;r ausgesprochen, die AfD im Parlament &bdquo;wie jede andere Oppositionspartei&ldquo; zu behandeln.<\/p><p>Diese Hintergr&uuml;nde sind h&ouml;chst spannend und die Correctiv-St&uuml;cke &auml;u&szlig;erst lesenswert. Sie lassen erahnen, welche Grabenk&auml;mpfe hinter den Kulissen, insbesondere innerhalb der Union, um die ideologische Ausrichtung der Parteien und der Republik insgesamt im Zeichen von &bdquo;Zeitenwende&ldquo;, Trump-D&auml;mmerung und einer ungebremst re&uuml;ssierenden AfD w&uuml;ten. <em>Correctiv<\/em> hat sich festgelegt, wo es dabei stehen will, sprich auf den Fundamenten der &bdquo;westlichen Wertegemeinschaft&ldquo;. Daf&uuml;r l&auml;sst es auch einen Jens Spahn h&auml;ngen, den es noch zu Corona-Zeiten gegen alle berechtigten Widerst&auml;nde in Schutz genommen hatte &ndash; und zeichnet dazu dankenswerterweise das Bild eines verkommenen, korrumpierten Politikbetriebs, wie er f&uuml;r Deutschland l&auml;ngst typisch ist.<\/p><p>Und was ist mit den deutschen Leitmedien? St&uuml;rzen die sich auf die journalistische Vorlage, mit der sich der CDU-Fraktionschef mithin sogar st&uuml;rzen lie&szlig;e, von wegen Spezi-Spahn als klandestiner Eiferer f&uuml;r rechts? Nix da! Blo&szlig; ein gro&szlig;es Schweigen im Bl&auml;tterwald. Wer hat da wohl das Sagen in den Redaktionen?<\/p><p><small>Titelbild: blue spruce media \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/0574ccae56114e73b91bab4a6b7f2e3c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here Bundesgesundheitsminister kannte bei der Besetzung lukrativer Posten keine Vermittlungshemmnisse: Ob gute Freunde, private Gesch&auml;ftspartner oder Pharmaunternehmer, bei ihm kam jeder zum Zug, der den n&ouml;tigen Willen und Eifer mitbrachte, die eigene und seine Karriere voranzubringen. F&uuml;r den ganz gro&szlig;en Wurf, das Kanzleramt zu erobern, w&uuml;rde sich der Unionsfraktionschef ziemlich sicher auch die AfD<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137387\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":137388,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,130,198,127],"tags":[712,1762,2036,3548,1475,438,1798,2862,2834],"class_list":["post-137387","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-drehtuer-politik-und-wirtschaft","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-arzneimittel","tag-biometrische-daten","tag-correctiv","tag-elektronische-patientenakte","tag-parteispenden","tag-pharmaindustrie","tag-spahn-jens","tag-streeck-hendrik","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/shutterstock_2645867509.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=137387"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137387\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137411,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137387\/revisions\/137411"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/137388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=137387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=137387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=137387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}