{"id":137481,"date":"2025-08-17T15:00:25","date_gmt":"2025-08-17T13:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137481"},"modified":"2025-08-18T13:51:28","modified_gmt":"2025-08-18T11:51:28","slug":"der-ostdeutsche-fotograf-andreas-franke-bereitet-einen-bildband-ueber-neue-moskauer-architektur-und-infrastruktur-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137481","title":{"rendered":"Der ostdeutsche Fotograf Andreas Franke bereitet einen Bildband \u00fcber neue Moskauer Architektur und Infrastruktur vor"},"content":{"rendered":"<p>Seit &uuml;ber zehn Jahren f&auml;hrt der in Berlin geborene Fotograf <strong>Andreas Franke<\/strong> immer wieder nach Moskau. Die Stadt hat ihn v&ouml;llig in ihren Bann gezogen, denn sie hat sich in den letzten 15 Jahren stark gewandelt. &Uuml;berall entstehen neue Wohn- und Gesch&auml;ftsh&auml;user, Parks werden modernisiert. Seit 2011 wurden 255 Kilometer U-Bahnstrecken und 123 U- und S-Bahnstationen neu gebaut und modernisiert.[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137481#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Franke sch&auml;tzt die Stadt, weil sie nicht nur sch&ouml;n und imposant, sondern auch ordentlich und sauber ist. Die neue Moskauer Architektur und Infrastruktur will er den Deutschen jetzt mit einem Bildband vorstellen. Damit m&ouml;chte er auch einen Punkt setzen gegen Unwissen und Russophobie. Franke hat bereits Verhandlungen mit deutschen Verlagen gef&uuml;hrt. Parallel sucht er Sponsoren aus der Wirtschaft, um das Buch &ndash; falls er keinen Verlag findet &ndash; im Eigenverlag herauszubringen. Das Interview f&uuml;hrte <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_636\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-137481-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250817_Moskau_ist_sehr_modern_und_sauber_Der_ostdeutsche_Fotograf_Andreas_Franke_bereitet_einen_Bildband_ueber_neue_Moskauer_Architektur_und_Infrastruktur_vor_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250817_Moskau_ist_sehr_modern_und_sauber_Der_ostdeutsche_Fotograf_Andreas_Franke_bereitet_einen_Bildband_ueber_neue_Moskauer_Architektur_und_Infrastruktur_vor_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250817_Moskau_ist_sehr_modern_und_sauber_Der_ostdeutsche_Fotograf_Andreas_Franke_bereitet_einen_Bildband_ueber_neue_Moskauer_Architektur_und_Infrastruktur_vor_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250817_Moskau_ist_sehr_modern_und_sauber_Der_ostdeutsche_Fotograf_Andreas_Franke_bereitet_einen_Bildband_ueber_neue_Moskauer_Architektur_und_Infrastruktur_vor_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=137481-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250817_Moskau_ist_sehr_modern_und_sauber_Der_ostdeutsche_Fotograf_Andreas_Franke_bereitet_einen_Bildband_ueber_neue_Moskauer_Architektur_und_Infrastruktur_vor_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250817_Moskau_ist_sehr_modern_und_sauber_Der_ostdeutsche_Fotograf_Andreas_Franke_bereitet_einen_Bildband_ueber_neue_Moskauer_Architektur_und_Infrastruktur_vor_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Ulrich Heyden: Was war der Grund, warum Sie in diesem Juli f&uuml;r zehn Tage nach Russland gereist sind?<\/strong><\/p><p><strong>Andreas Franke:<\/strong> Ich arbeite schon seit einigen Jahren an meinem Buch &uuml;ber Moskauer aktuelle Architektur und Infrastruktur. Zuletzt war ich vor zwei Jahren im Juli und August in Moskau. Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespr&auml;ch mit der <em>Moskauer Deutschen Zeitung<\/em>. Die wollen einen Beitrag &uuml;ber mein geplantes Buch ver&ouml;ffentlichen. In den n&auml;chsten Tagen habe ich noch Gespr&auml;che mit Wirtschaftsvereinigungen, die im internationalen Gesch&auml;ft t&auml;tig sind. Ich suche aktuell &ndash; bevor das Buch produziert wird &ndash; nach Kooperationsm&ouml;glichkeiten.<\/p><p><strong>Was ist das genau f&uuml;r ein Buch, welches Sie planen?<\/strong><\/p><p>Es ist ein Fotobuch. Es geht um neue Metro-Stationen, Parkanlagen, um Wohn- und Gesch&auml;ftsh&auml;user und Infrastruktur.<\/p><p><strong>Warum glauben Sie, dass das bei Deutschen heutzutage auf Interesse sto&szlig;en k&ouml;nnte?<\/strong><\/p><p>Das werden wir dann ja sehen, ob es auf Interesse st&ouml;&szlig;t.<\/p><p><strong>Moskau hat Sie also so begeistert, dass Sie die Stadt seit 2018 17-mal besucht haben. Sie haben Menschen kennengelernt und gleichzeitig fotografiert. Sie wurden gefesselt von dieser neuen Welle der Architektur, die sich doch sehr unterscheidet von der fr&uuml;heren, sowjetischen. Aber war doch noch etwas anderes? War da noch etwas Tieferes, was mit Russland zu tun hat?<\/strong><\/p><p>Dieses Buchprojekt ist eigentlich mehr so ein Beiprodukt. Anfangs war das gar nicht mein Plan, da hatte ich noch andere Pl&auml;ne. Es hatte noch andere Gr&uuml;nde, warum ich herkam, zum Beispiel der 75. Jahrestag des Kriegsendes. Da hatte ich auch noch Projekte geplant, aber das hat aus bekannten Gr&uuml;nden nicht mehr funktioniert. Vor zwei Jahren dachte ich, ich habe schon so viele Fotos produziert, wenn man da noch mal ein bisschen nachhakt und da strukturiert rangeht an die Sache, k&ouml;nnte ich da ein Buch draus machen.<\/p><p><strong>Und was k&ouml;nnte daran interessant sein, an diesen Fotos? Welche neuen Eindr&uuml;cke vermitteln Sie den Betrachtern?<\/strong><\/p><p>Erst mal wird das Buch dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden, die in unserem Lande noch herrschen. Man sieht in Moskau hochmoderne U-Bahn-Stationen, wie es sie in ganz Europa nicht gibt. Ich w&uuml;rde sagen, nirgendwo auf der Welt gibt es sowas, eventuell noch in Asien. Wenn wir &uuml;ber Moskau reden, dann reden wir &uuml;ber eine extrem moderne Stadt, sauber, sicher fortschrittlich.<\/p><p><strong>Die meisten Menschen, die Moskau schon mal gesehen und sich mit Moskau besch&auml;ftigt haben, die erinnern sich an diese gro&szlig;en U-Bahn-Stationen, die sehr prunkvoll wie Pal&auml;ste gestaltet sind. Wie sehen denn die neuen Moskauer U-Bahn-Stationen aus? Sind die auch so prunkvoll?<\/strong><\/p><p>Die sind prunkvoll auf ihre eigene Art und Weise. Die k&ouml;nnen sich nicht mit den alten messen lassen. Das ist auch gut so. Die neuen Stationen sind auf eine neue Art und Weise prunkvoll. Manche sind recht farbenfroh gestaltet, andere sind sehr hochwertig mit Edelstahl, gebogenen LED-Leuchten und polierten Marmorb&ouml;den ausgestattet. Die Architektur ist sehr modern.<\/p><p>Als ich vor zwei Jahren in Moskau war, war ich mit Sicherheit der einzige westliche Fotograf, der die Stationen dokumentiert hat, die erst zwei, drei Wochen zuvor er&ouml;ffnet wurden.<\/p><p>Vor zwei Jahren wurden dann auf dem Fluss Moskwa das erste Mal Elektro-Passagierschiffe eingesetzt. Das sind Schiffe, die mit einem Elektromotor angetrieben werden. Sie sind Teil des &ouml;ffentlichen Transportwesens und bieten jeweils etwa 60 Passagieren Platz.<\/p><p><strong>Noch mal zur&uuml;ck zu den U-Bahn-Stationen. Zu Sowjetzeiten waren die ja oft gepr&auml;gt von politischen Themen, Arbeitern, Soldaten, Schlachten. Auch die Verbindung zur Ukraine wurde dargestellt. Gibt es bei den neuen U-Bahn-Stationen noch politische Statements? Oder gibt es Bez&uuml;ge zu nahe gelegenen Objekten wie etwa einer Sport-Arena?<\/strong><\/p><p>Ich erinnere mich jetzt an eine Station, bei der es tats&auml;chlich um Sport geht. Die Station ZSKA. Da gibt es auch entsprechende Skulpturen. Ansonsten ist mir nichts aufgefallen, was in eine politische Richtung deutet. Am Flughafen Wnukowo wurde eine neue U-Bahn-Station er&ouml;ffnet, wo an den Decken Flugzeugmodelle zu sehen sind.<\/p><p><strong>Die Geb&auml;ude, die Sie fotografiert haben, das sind Gesch&auml;ftsh&auml;user, Einkaufzentren und B&uuml;roh&auml;user? Was ist das Besondere an diesen H&auml;usern? Was hat Sie da fasziniert?<\/strong><\/p><p>Das sind &uuml;berwiegend Wohnh&auml;user. Die sind ganz unterschiedlich in ihrer Gestaltung. Teilweise ziemlich abgefahren oder auch futuristisch, teilweise gradlinig. Auf dem offiziellen Kanal der Moskauer Stadtverwaltung wird st&auml;ndig &uuml;ber das Baugeschehen berichtet. Ich merke mir die f&uuml;r mich interessanten Projekte und steuere sie dann, wenn ich in Moskau bin, gezielt an. Vor zwei Jahren habe ich auch neue Krankenh&auml;user und Kinderg&auml;rten fotografiert.<\/p><p><strong>Wenn Sie diese Fotos Ihren Freunden und Bekannten in Deutschland zeigen, wie sind da die Reaktionen? Haben Sie diese Reaktionen ermutigt, dieses Buch herauszugeben?<\/strong><\/p><p>Ja, definitiv, denn die Leute sind immer wieder &uuml;berrascht, wie modern und ordentlich es in Moskau aussieht. Am Anfang haben Sie mich gefragt, ob ich irgendwelchen Dreck oder M&uuml;ll rausretuschiere. Und ich habe gesagt, nein, der ist einfach nicht vorhanden. Wenn man hierherkommt, sieht man, dass es noch einen anderen Respekt gibt zu dem, was man fr&uuml;her in gewissen Teilen Deutschlands einmal Volkseigentum nannte. Ich wei&szlig; nicht, ob es daf&uuml;r heute &uuml;berhaupt noch einen Begriff gibt. &Ouml;ffentliches Eigentum wird in Moskau anders behandelt.<\/p><p><strong>Es gibt keine Graffitis?<\/strong><\/p><p>Es ist so selten, dass es schon auff&auml;llt, wenn etwas beklebt oder bespr&uuml;ht ist. Es bleibt auch nicht lange.<\/p><p>Dieses Jahr habe ich &uuml;brigens das erste Mal Yandex-Roboter gesehen. Yandex ist ein russisches Dienstleistungsunternehmen, das in zahlreichen Bereichen t&auml;tig ist. Es hat eine Internet-Suchmaschine, Roboter, die Ware ausliefern, Taxis und einen Warenverkauf &uuml;ber das Internet.<\/p><p>Die Yandex-Roboter sind 60 bis 70 Zentimeter lang, ich w&uuml;rde sagen einen halben Meter hoch und 40 Zentimeter breit. Die fahren v&ouml;llig autonom durch die Stadt. Die haben sechs R&auml;der, an jeder Seite drei. Die liefern Essen aus und ich glaube auch Medizin.<\/p><p><strong>Das sind Boxen, die man aufmachen und die Ware entnehmen kann?<\/strong><\/p><p>Ja. Die fahren auf den Fu&szlig;g&auml;ngerwegen, neben oder zwischen den Leuten, und wenn sie an eine rote Fu&szlig;g&auml;ngerampel geraten, dann bleiben sie stehen und warten zusammen mit den Menschen, bis die Ampel gr&uuml;n anzeigt. Dann fahren sie weiter.<\/p><p><strong>Behindern diese Roboter den Fu&szlig;g&auml;ngerfluss?<\/strong><\/p><p>Da, wo ich die gesehen habe, haben sie den Fu&szlig;g&auml;ngerfluss nicht behindert. Aber es wird schon solche Situationen geben, wo sie behindern. Im Stadtzentrum habe ich die Roboter noch nicht gesehen. Dort sind f&uuml;r die Roboter nun wirklich zu viele Menschen unterwegs.<\/p><p>Ich habe mich einem Roboter einmal direkt in den Weg gestellt, um zu testen, wie die Technologie auf unerwartete Hindernisse reagiert. Wenn der Roboter sieht, dass sich irgendetwas auf ihn zubewegt, wird er langsamer bis zum vollst&auml;ndigen Stopp.<\/p><p>Ich glaube, in Deutschland gibt es sowas nicht. Das h&auml;ngt wohl damit zusammen, dass es in Deutschland und der EU keine eigene Technologie gibt. Wir nutzen, glaube ich, die Google-Technologie, also amerikanische Software, wo wir auch noch f&uuml;r Lizenzgeb&uuml;hren bezahlen. Mit dem Unternehmen Yandex gibt es in Russland einen eigenst&auml;ndigen Entwickler f&uuml;r solche Roboter-Software.<\/p><p><strong>Es gibt ja f&uuml;r Touristen aus Deutschland in Russland keine M&ouml;glichkeit, mit einer westlichen Kreditkarte zu bezahlen. Wie haben Sie das gemacht?<\/strong><\/p><p>Ich habe mir schon vor zwei Jahren eine russische Kreditkarte beschafft. Die hat der Kundenbetreuer mir sogar direkt ins Hotel in St. Petersburg gebracht. Da konnte ich mir sogar noch ein Zeitfenster f&uuml;r die Lieferung aussuchen. Das macht die Sache ungemein einfach. Man bekommt teilweise R&uuml;ckerstattungen, je nachdem, was man kauft. Eine russische Kreditkarte ist der Zahlungsstruktur im Land angepasst. Mit dieser Kreditkarte kann man auch im Ausland buchen, zum Beispiel einen Flug, ein Hotel oder ein Konzert-Ticket f&uuml;r Moskau.<\/p><p><strong>Ihre Reisevorbereitungen haben Sie in Deutschland fast wie ein russischer Inl&auml;nder abgewickelt?<\/strong><\/p><p>Ja. Es gibt russische Banken, die bieten im Internet ihre Dienste an. Bei der Reisevorbereitung kann man also in Deutschland schon mal eine Kopie vom Pass und vom Visum hochladen, und dann hat man schon mal eine Art Kundenverh&auml;ltnis zustande gebracht. Man bekommt eine Kontonummer. Wenn man dann nach Russland reist, kommt jemand von der Bank ins Hotel und &uuml;berpr&uuml;ft nur noch die Person.<\/p><p><strong>Die Russen haben also keine Angst vor B&uuml;rgern der EU. Sie bedienen die Ausl&auml;nder wie ihre eigenen B&uuml;rger mit Dienstleitungen?<\/strong><\/p><p>Ja.<\/p><p><strong>Was war Ihr bisher sch&ouml;nstes Erlebnis in Moskau?<\/strong><\/p><p>Ich war gestern auf dem WDNCh-Ausstellungsgel&auml;nde.<\/p><p><strong>Fr&uuml;her stellten die Sowjetrepubliken auf diesem Gel&auml;nde die Leistungen ihrer Volkswirtschaften vor. Und heute?<\/strong><\/p><p>Heute ist es immer noch so, dass diese l&auml;ndertypischen Pavillons existieren. Da trifft man auch &uuml;berwiegend die landestypischen Gesichter.<\/p><p><strong>Also Usbekistan, Kasachstan, Armenien, Aserbaidschan &hellip;<\/strong><\/p><p>Ja. In den Pavillons werden &uuml;berwiegend in den L&auml;ndern produzierte Gegenst&auml;nde verkauft. Meistens wird Bekleidung angeboten. Im Pavillon von Wei&szlig;russland wurden auch sehr viele Lebensmittel angeboten. Die Pavillons haben auch jeweils ein Restaurant, sodass man die l&auml;ndertypischen Speisen ausprobieren kann.<\/p><p>Au&szlig;erdem gibt es gro&szlig;e Geb&auml;ude, die in den letzten Jahren gebaut wurden, in denen die Atom-Nutzung und die Erforschung des Weltraums dargestellt wird.<\/p><p>Wenn man am Wochenende hingeht, ist richtig Stimmung da. Das l&auml;uft alles vern&uuml;nftig dort ab. Es gab auch Livemusik. Man sieht Familien mit Kindern. Was mir positiv auffiel, war, dass eine entspannte Atmosph&auml;re herrscht. Es sind Tausende Menschen auf teilweise engem Raum zusammen, aber unter den Leuten kommt es nicht zu Konflikten. Es ist auch niemand darunter, der sich besonders hervortun muss. Es kommt also niemand, der da abends seine gro&szlig;e Boom-Box aufstellt. Es finden sich auch keine Gruppen zusammen, die da Alkohol-Gelage abhalten.<\/p><p><strong>Waren Sie auch auf einem Konzert?<\/strong><\/p><p>Ja, ich habe den Musiker Konstantin Nikolski geh&ouml;rt. Der ist schon seit 40 Jahren im Gesch&auml;ft. Da gab es Tische, an denen man sitzen konnte. Man hat vorher einen Stuhl gebucht an einem gewissen Tisch. Ich sa&szlig; mit drei anderen Leuten zusammen. Die waren sehr zuvorkommend, als sie h&ouml;rten, dass ich aus Deutschland komme. Ich kann auch nicht im Geringsten eine Abneigung feststellen, im Gegenteil. Meist freut es die Leute, wenn sie noch Ausl&auml;nder treffen, die aus der EU kommen oder speziell auch aus Deutschland.<\/p><p><strong>Warum ist das so?<\/strong><\/p><p>Ich glaube, das sind noch die guten Erfahrungen aus der Vergangenheit. Vor zwei Jahren kam ich zuf&auml;llig in eine Bar. Da wollte man gleich mit mir ins Gespr&auml;ch kommen. Ich habe gesagt, ich komme aus Deutschland, ich verstehe nicht so viel. Dann haben die Leute versucht, mit mir auf Englisch zu sprechen. Dann haben sie gefragt, wo ich herkomme, aus dem Osten oder aus dem Westen? Ich habe gesagt, dass ich aus Ostdeutschland komme. Da war die Stimmung gleich total ausgelassen. Ich denke, das sind noch alte Erfahrungen, welche die Leute noch in der DDR gesammelt haben.<\/p><p><strong>Also Russen, die in der DDR gedient oder Freunde in Ostdeutschland haben?<\/strong><\/p><p>Ja.<\/p><p><strong>Noch mal zu Ihrem Fotobuch &uuml;ber Moskau. Sie suchen hier in Moskau Unterst&uuml;tzer f&uuml;r dieses Projekt?<\/strong><\/p><p>Ich suche nach einer M&ouml;glichkeit, das Buchprojekt ohne einen Verlag umzusetzen, weil das mit den Verlagen nicht so einfach ist. Ich hatte schon von zwei Verlagsleitern in Deutschland Zusagen, die das dann aber wieder zur&uuml;ckgezogen haben. Und wenn es &uuml;ber einen Verlag l&auml;uft, habe ich bei der Auswahl meiner Motive auch nicht das letzte Wort. Wenn ich das Buch selbst produziere, ist mir geholfen, wenn ich vorher schon ein paar Abnahmegarantien habe &ndash; wenn ich zum Beispiel wei&szlig;, dass sich 300 oder 400 Leute f&uuml;r das Buch interessieren. Dann hilft mir das bei der Kalkulation. Ich werde das Buch im Offsetdruck und nicht im Digitaldruck produzieren lassen, weil das qualitativ ein deutlicher Unterschied ist. Ich plane, 1.000 B&uuml;cher drucken zu lassen.<\/p><p><strong>Eine Firma k&ouml;nnte das Buch auch sponsern und es seinen Kunden dann als Geschenk &uuml;berreichen?<\/strong><\/p><p>Genau. Das Buch wird ungef&auml;hr 200 Seiten haben, mit einem Foto pro Seite. Es hat die Gr&ouml;&szlig;e 20 mal 20 Zentimeter, das hei&szlig;t, es ist relativ klein. Wie schon mein letztes Buch &uuml;ber die ehemaligen sowjetischen Kasernen in W&uuml;nsdorf soll es mit deutschem und russischem Text erscheinen.<\/p><p><strong>Was war das f&uuml;r ein Buch, welches Sie vor elf Jahren herausgebracht haben? Hatten Sie Erfolg damit? Und wie kommt es, dass Sie sich immer wieder mit russischen Themen besch&auml;ftigen?<\/strong><\/p><p>Das Buch &uuml;ber die sowjetische Garnison in W&uuml;nsdorf wurde anl&auml;sslich des 20. Jahrestages des Abzuges der russischen Truppen aus Deutschland ver&ouml;ffentlicht und ein Jahr sp&auml;ter f&uuml;r den Deutschen Fotobuchpreis nominiert. Es fand breite &ouml;ffentliche Beachtung und Anerkennung. Die Pressestimmen waren zahlreich und ausnahmslos positiv. Begleitend zum Buch gab es eine mehrere Monate dauernde Fotoausstellung auf dem Gel&auml;nde der Staatskanzlei Potsdam.<\/p><p>Dar&uuml;ber, warum ich mich wiederholt mit russischen Themen besch&auml;ftige, habe ich bisher nicht nachgedacht. Vermutlich h&auml;ngt das mit meinen zahlreichen positiven Erfahrungen in Russland zusammen.<\/p><p><strong>Andreas Franke, ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch!<\/strong><\/p><p><small>Titelbild: Ulrich Heyden<\/small><\/p><p><strong>Weitere Infos:<\/strong><\/p><ul>\n<li>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/stroi.mos.ru\/metro?ysclid=me1lv5prfn304176857&amp;from=cl\">Das Moskauer U- und S-Bahn-Netz<\/a><\/li>\n<li>Pr&auml;sentation des Buchprojekts &bdquo;Neue Architektur und Infrastruktur in Moskau&ldquo; von Andreas Franke. <a href=\"https:\/\/andreas.moscow\/\">&#1040;&#1085;&#1076;&#1088;&#1077;&#1072;&#1089; &#1052;&#1086;&#1089;&#1082;&#1074;&#1072; | Andreas Moscow<\/a><\/li>\n<li>Andreas Franke\/Detlev Steinberg: W&uuml;nsdorf. Eine russische Stadt in der DDR. 20 Jahre nach dem Abzug der Sowjetarmee (Bildband, 128 Seiten). Mitteldeutscher Verlag, 2014, ISBN\/EAN: 9783954622450<\/li>\n<\/ul><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/7e1f1e3235654fb09ad0727a05649fcf\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit &uuml;ber zehn Jahren f&auml;hrt der in Berlin geborene Fotograf <strong>Andreas Franke<\/strong> immer wieder nach Moskau. Die Stadt hat ihn v&ouml;llig in ihren Bann gezogen, denn sie hat sich in den letzten 15 Jahren stark gewandelt. &Uuml;berall entstehen neue Wohn- und Gesch&auml;ftsh&auml;user, Parks werden modernisiert. Seit 2011 wurden 255 Kilometer U-Bahnstrecken und 123 U- und<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137481\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":137482,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,209,917,20],"tags":[1494,1678,259,2063,1386],"class_list":["post-137481","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-interviews","category-kultur-und-kulturpolitik","category-landerberichte","tag-infrastruktur","tag-kuenstler","tag-russland","tag-smarte-technik","tag-wissenschaftlich-technischer-fortschritt"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/250812-Ulrich-Heyden-im-Gespraech-mit-Andreas-Franke-2025.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137481","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=137481"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137481\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137615,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137481\/revisions\/137615"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/137482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=137481"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=137481"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=137481"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}