{"id":137631,"date":"2025-08-19T09:00:40","date_gmt":"2025-08-19T07:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137631"},"modified":"2026-01-27T11:54:35","modified_gmt":"2026-01-27T10:54:35","slug":"deutschland-muss-seine-buerger-zur-waffe-zwingen-neue-zuercher-zeitung-mit-aufruf-zum-verfassungsbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137631","title":{"rendered":"\u201eDeutschland muss seine B\u00fcrger zur Waffe zwingen\u201c \u2013 Neue Z\u00fcrcher Zeitung mit Aufruf zum Verfassungsbruch"},"content":{"rendered":"<p>Raketen, Panzer, Waffen, Kampf, Krieg und jetzt: Zwang! Der Militarismus in den Medien breitet sich immer weiter aus. Nun st&uuml;rmt die <em>Neue Z&uuml;rcher Zeitung (NZZ)<\/em> mit einer Forderung nach vorne, die die zunehmende autorit&auml;r-militaristische Schlie&szlig;ung des Mediensystems dokumentiert. <a href=\"https:\/\/x.com\/NZZde\/status\/1956284387466649969\">&bdquo;Debatte um Wehrpflicht: Deutschland muss seine B&uuml;rger zur Waffe zwingen&ldquo;<\/a>. &Uuml;berraschung: Der Beitrag kommt von einem Redakteur, der Unternehmenssprecher bei dem Waffenhersteller Heckler &amp; Koch war. Die Forderung ist ein Versto&szlig; gegen das Grundgesetz. Sie ist unmenschlich und barbarisch. Ein Kommentar von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7498\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-137631-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250819_Deutschland_muss_seine_Buerger_zur_Waffe_zwingen_Neue_Zuercher_Zeitung_mit_Aufruf_zum_Verfassungsbruch_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250819_Deutschland_muss_seine_Buerger_zur_Waffe_zwingen_Neue_Zuercher_Zeitung_mit_Aufruf_zum_Verfassungsbruch_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250819_Deutschland_muss_seine_Buerger_zur_Waffe_zwingen_Neue_Zuercher_Zeitung_mit_Aufruf_zum_Verfassungsbruch_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250819_Deutschland_muss_seine_Buerger_zur_Waffe_zwingen_Neue_Zuercher_Zeitung_mit_Aufruf_zum_Verfassungsbruch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=137631-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250819_Deutschland_muss_seine_Buerger_zur_Waffe_zwingen_Neue_Zuercher_Zeitung_mit_Aufruf_zum_Verfassungsbruch_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250819_Deutschland_muss_seine_Buerger_zur_Waffe_zwingen_Neue_Zuercher_Zeitung_mit_Aufruf_zum_Verfassungsbruch_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&bdquo;Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden&ldquo; &ndash; diese Aussage stammt nicht von einem Friedensaktivisten, sondern aus dem Grundgesetz. So ist es zu lesen in Artikel 4 Absatz 3. Dieser Teil des Grundgesetzes ist von elementarer Bedeutung. Es ist einem Journalisten nicht verboten, die Hintergr&uuml;nde des grundgesetzlich verankerten Rechts auf Kriegsdienstverweigerung zu kennen. Artikel 4 Absatz 3 ist als Reaktion auf die Schrecken der Nazi-Zeit zu verstehen. Im Dritten Reich waren die Strafen f&uuml;r B&uuml;rger, die den Dienst an der Waffe ablehnten, drakonisch &ndash; bis hin zur Todesstrafe. In zahlreichen Resolutionen der UN-Menschenrechtskommission (heute: UN-Menschenrechtsrat) wurde die Bedeutung der Kriegsdienstverweigerung als legitimer Ausdruck der Gewissensfreiheit anerkannt.<\/p><p>Einen Menschen zum Dienst an der Waffe zu zwingen, was in letzter Konsequenz hei&szlig;t, ihn zu zwingen, gegen seinen Willen andere Menschen zu t&ouml;ten oder sich selbst t&ouml;ten zu lassen, das ist unmenschlich und ein Akt der Barbarei.<\/p><p>Nun geh&ouml;rt es zu einer pluralistischen Gesellschaft, dass jeder seine Meinung kundtun darf. Dass Medien, die sich der Demokratie verpflichtet f&uuml;hlen, diesem Ansatz Folge leisten und ein m&ouml;glichst breites Meinungsspektrum abbilden <em>sollten<\/em>, versteht sich von selbst.<\/p><p>Allerdings: Medien selbst betonen immer wieder, dass sie &ndash; gerade im Sinne der Demokratie &ndash; extremen und radikalen Ansichten <em>kein<\/em> Forum bieten m&ouml;chten.<\/p><p>Das l&auml;sst sich sicherlich auch gut begr&uuml;nden. Je extremer und radikaler Ansichten sind, umso gr&ouml;&szlig;er ist die Wahrscheinlichkeit, dass mit diesen Ansichten der Absurdit&auml;t, dem Abstrusen und vielleicht sogar der Menschenfeindlichkeit ein &ouml;ffentlicher Raum geboten wird. So weit, so gut. Hier ist aber nun die <em>NZZ<\/em>, und das ist die Aussage: &bdquo;Deutschland muss seine B&uuml;rger zur Waffe zwingen&ldquo;.<\/p><p>Die Aussage ist in einem Vorschaubild auf der Plattform <em>X<\/em> auf dem dortigen Kanal der <em>NZZ<\/em> zu sehen. Das hei&szlig;t: Wer diese Plattform nutzt und den Link des NZZ-Artikels in einen Tweet kopiert, sieht das Vorschaubild des Artikels samt der zitierten &Uuml;berschrift. Klickt man das Bild an, &ouml;ffnet sich der NZZ-Artikel &ndash; allerdings unter einer anderen &Uuml;berschrift. Die &Uuml;berschrift des Artikels lautet: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/der-andere-blick\/debatte-um-wehrpflicht-deutschland-muss-seine-buerger-zur-waffe-zwingen-ld.1897808?mktcid=smch&amp;mktcval=twpost_15-08-2025\">&bdquo;Die Deutschen m&uuml;ssen zur Not zum Wehrdienst gezwungen werden&ldquo;<\/a>. Hier muss die Redaktion also &bdquo;nachgebessert&ldquo; haben. Nur: Keine dieser &Uuml;berschriften bzw. Aussagen ist besser als die andere. Beide sind ungeheuerlich und stehen Grundgesetz sowie Menschenrechten entgegen.<\/p><p>Halten wir fest: Die <em>NZZ<\/em> hat trotz der von Medien viel beschworenen Formel, man wolle dem Extremen kein Podium bieten, genau das gemacht. <em>Das<\/em> &ndash; an sich genommen &ndash; kann aber, bei Lichte betrachtet, noch nicht das Fundament sein, auf dem sich Vorw&uuml;rfe errichten lassen. Schlie&szlig;lich: Dar&uuml;ber, was als &bdquo;extrem&ldquo; und &bdquo;radikal&ldquo;, was als &bdquo;absurd&ldquo; und &bdquo;abstrus&ldquo; eingeordnet wird, gehen die Meinungen auseinander. Genauso, wie dar&uuml;ber die Meinungen auseinandergehen d&uuml;rfen, ob es <em>richtig <\/em>ist, wenn sich ein Medium f&uuml;r den Abdruck eines faktisch extremen Standpunkts &ndash; bzw. eines Standpunkts, der nur vermeintlich &bdquo;extrem&ldquo; ist &ndash; entscheidet. Das nennt sich: Pressefreiheit. Ein Hoch darauf!<\/p><p>Da ist aber ein Problem. Jeder, der die Presse mit einem kritischen Auge betrachtet, wei&szlig;: Medienvertreter sprechen in dieser Sache mit gespaltener Zunge und messen mit zweierlei Ma&szlig;.<\/p><p>Auf dem hohen Ross der &bdquo;Verantwortung&ldquo; reiten die Redakteure in die &ouml;ffentliche Diskussion. Sie klassifizieren kurzerhand jede Ver&ouml;ffentlichung eines Standpunkts, der sich zu sehr der vorherrschenden Ideologie samt ihrer scheinbar unumst&ouml;&szlig;lichen Wahrheiten entgegenstellt, als &bdquo;radikal&ldquo;, &bdquo;extrem&ldquo;, ja: &bdquo;extremistisch&ldquo;. Ob bei Corona, Russland und vielen weiteren Themen: Fundamentalkritik darf in den ehrw&uuml;rdigen Gazetten des Landes gar nicht oder nur sehr verhalten ge&auml;u&szlig;ert werden, weil: &bdquo;Verantwortung!&ldquo; gegen&uuml;ber Leserschaft, B&uuml;rger, Land, Demokratie und Verfassung, wie es hei&szlig;t.<\/p><p>Und jetzt zum zweiten Mal: Hier ist aber nun die <em>NZZ<\/em>. Da steht zu lesen: &bdquo;Deutschland muss seine B&uuml;rger zur Waffe zwingen&ldquo; und &bdquo;Die Deutschen m&uuml;ssen zur Not zum Wehrdienst gezwungen werden&ldquo;.<\/p><p>Was bedeutet das? Wie soll dieser &bdquo;Zwang&ldquo; aussehen? Unter dem Einsatz von Menschenf&auml;ngern und k&ouml;rperlicher Gewalt &ndash; wie in der Ukraine?<\/p><p>Ruft hier tats&auml;chlich eines der renommiertesten Medien im deutschsprachigen Raum zum Verfassungsbruch auf? Ruft hier die ehrw&uuml;rdige <em>NZZ<\/em> zum Akt der Unmenschlichkeit und Barbarei auf?<\/p><p>Wie weit will das Blatt gehen, um Freir&auml;ume f&uuml;r den Militarismus zu rei&szlig;en? Wie weit wollen Medien noch gehen mit ihrer &bdquo;Stahlhelmchenberichterstattung&ldquo;? Wenn morgen ein Redakteur einen Beitrag einreicht, worin er die Einf&uuml;hrung der Todesstrafe f&uuml;r Wehrdienstverweigerer fordert, knallen dann die Champagnerkorken in den Redaktionen? Wo ist die viel beschworene journalistische Verantwortung, die das Grundgesetz gerade dringend braucht?<\/p><p>Dass der Redakteur, der den Artikel verfasst hat, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/impressum\/marco-seliger-ld.1746755\">laut eigenen Angaben<\/a> zweieinhalb Jahre &bdquo;Unternehmenssprecher bei Heckler &amp; Koch&ldquo; war, macht die redaktionelle Entscheidung, diesen Beitrag zu ver&ouml;ffentlichen, nicht besser &ndash; im Gegenteil.<\/p><p><small>Titelbild: Octavian Lazar \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/14f8e28e24d04dd392eeae510ee40879\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Raketen, Panzer, Waffen, Kampf, Krieg und jetzt: Zwang! Der Militarismus in den Medien breitet sich immer weiter aus. 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