{"id":137689,"date":"2025-08-20T15:00:44","date_gmt":"2025-08-20T13:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137689"},"modified":"2025-08-20T15:51:13","modified_gmt":"2025-08-20T13:51:13","slug":"digitale-sackgassen-wie-der-zwang-zu-apps-authentifizierung-und-konten-unsere-selbstbestimmung-aushebelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137689","title":{"rendered":"Digitale Sackgassen \u2013 Wie der Zwang zu Apps, Authentifizierung und Konten unsere Selbstbestimmung aushebelt"},"content":{"rendered":"<p>Man wollte nur mal schnell seine Lohnabrechnung herunterladen. Ein paar Klicks, ein PDF, fertig &ndash; so die Vorstellung. Was man stattdessen bekommt, ist ein b&uuml;rokratisch-technisches Hindernisrennen aus gesperrten Konten, nicht funktionierenden Apps, Zwei-Faktor-H&uuml;rden und digitalem Frust. Willkommen im deutschen Alltag 2025, wo die Digitalisierung nicht vereinfacht, sondern verkompliziert. Was nach &bdquo;mehr Sicherheit&ldquo; klingt, ist in Wirklichkeit ein neuer Zwangspfad. Eine politische Regulierung w&auml;re dringend n&ouml;tig. Von <strong>G&uuml;nther Burbach<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3342\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-137689-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250820-Digitale-Sackgassen-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250820-Digitale-Sackgassen-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250820-Digitale-Sackgassen-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250820-Digitale-Sackgassen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=137689-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250820-Digitale-Sackgassen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250820-Digitale-Sackgassen-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der Einstieg beginnt oft harmlos. Der Arbeitgeber &uuml;bergibt die Verwaltung der Lohnabrechnungen an einen gro&szlig;en Anbieter wie DATEV, f&uuml;r Unternehmen eine standardisierte L&ouml;sung, f&uuml;r die Angestellten jedoch eine digitale Zumutung. Wer seine Abrechnung einsehen will, muss sich dort registrieren, ein Konto erstellen und k&uuml;nftig &uuml;ber App-basierte Authentifizierungsverfahren anmelden. Doch sobald man dieses System l&auml;nger nicht nutzt, beginnt das Dilemma: Die Zugangsdaten sind nicht mehr aktuell, das Passwort l&auml;uft ab oder der Authentifizierungscode wird auf ein Handy gesendet, das l&auml;ngst ersetzt oder zur&uuml;ckgesetzt wurde.<\/p><p>Das allein w&auml;re schon &auml;rgerlich. Aber die eigentliche Absurdit&auml;t beginnt, wenn man versucht, das Konto neu zu aktivieren oder zu ersetzen. Denn die Mailadresse, mit der man sich damals registriert hat, ist weiterhin fest mit dem Konto verkn&uuml;pft. Ein neues Konto l&auml;sst sich nicht erstellen, da die Adresse &bdquo;schon vergeben&ldquo; ist, das alte Konto aber bleibt unerreichbar, weil der Zugriffscode nicht mehr generiert wird. Eine echte digitale Sackgasse: kein Zugang, kein Zur&uuml;ck, keine Hilfe. Wer versucht, den Support zu kontaktieren, wird oft an den Arbeitgeber verwiesen. Der wiederum hat keinen Zugriff auf die pers&ouml;nlichen Zugangsdaten, das System ist technisch &bdquo;sauber getrennt&ldquo;. F&uuml;r den Betroffenen bedeutet das: Er hat zwar ein Konto, aber keinerlei M&ouml;glichkeit, es zu nutzen.<\/p><p>Viele greifen in ihrer Verzweiflung zu Apps aus dem Store, die vermeintlich den Zugang erleichtern sollen, etwa sogenannte Authenticator-Apps. Doch hier lauert die n&auml;chste Falle: Der Markt ist &uuml;berschwemmt von dubiosen Klon-Apps, die aussehen wie das Original, aber bereits beim &Ouml;ffnen ein kostenpflichtiges Abo aktivieren. Und w&auml;hrend man sich durch Nutzungsbedingungen klickt, in der Hoffnung, irgendwo den rettenden QR-Code-Scan starten zu k&ouml;nnen, l&auml;uft im Hintergrund bereits der Abrechnungsprozess. Man zahlt und bekommt dennoch keinen Zugang.<\/p><p>Es ist ein technisches System, das vorgibt, sicher und effizient zu sein, in Wahrheit aber viele Menschen ausschlie&szlig;t, frustriert und in Abo-Fallen treibt. Und das alles, nur weil sie ihr eigenes Gehalt sehen wollen.<\/p><p><strong>Ein geschlossenes System mit offener Flanke<\/strong><\/p><p>DATEV ist kein kleines Start-up mit wilden Ideen, sondern ein etablierter IT-Dienstleister, der in Deutschland eine marktbeherrschende Rolle bei der Abwicklung von Lohnabrechnungen, Steuerdaten und Buchhaltung einnimmt. Rund 2,5 Millionen Arbeitnehmer greifen &uuml;ber das DATEV-System auf ihre Entgeltabrechnungen zu, oder besser gesagt: sollten darauf zugreifen k&ouml;nnen. Denn in der Praxis erleben viele das Gegenteil.<\/p><p>Der Zugang erfolgt in der Regel &uuml;ber das sogenannte DATEV Arbeitnehmer-Online-Portal, das mit einer Kombination aus Benutzername, Passwort und &ndash; besonders wichtig &ndash; einem zweiten Sicherheitsfaktor gesichert ist. Und dieser zweite Faktor ist fast immer eine App-basierte Authentifizierung<strong>,<\/strong> etwa &uuml;ber die DATEV SmartLogin-App oder &uuml;ber externe Tools wie den Google Authenticator. Was nach &bdquo;mehr Sicherheit&ldquo; klingt, ist in Wirklichkeit ein neuer Zwangspfad<strong>,<\/strong> der gerade diejenigen ausschlie&szlig;t, die sich nicht t&auml;glich mit digitalen Sicherheitsprotokollen besch&auml;ftigen.<\/p><p>Zwar ist es theoretisch m&ouml;glich, die App schon bei der Einrichtung des Zugangs zu installieren und mit dem Konto zu verkn&uuml;pfen. Doch praktisch gesehen, bedeutet das: Wer einmal sein Smartphone wechselt, zur&uuml;cksetzt, die App l&ouml;scht oder den Code verliert, muss den gesamten Prozess neu starten, inklusive Einladung durch den Arbeitgeber oder R&uuml;cksetzung &uuml;ber den DATEV-Support. Das w&auml;re kein Problem, wenn die Benutzerf&uuml;hrung klar, die Hilfe erreichbar und das System fehlertolerant w&auml;re. Doch genau hier liegt das strukturelle Versagen: Wer einen Schritt nicht korrekt ausf&uuml;hrt, oder schlicht nicht mehr nachvollziehen kann, welche Schritte vor zwei Jahren n&ouml;tig waren, steht erneut vor der digitalen Mauer.<\/p><p>Die Unf&auml;higkeit, bestehende Mailadressen einem neuen Konto zuzuordnen oder ein tempor&auml;res Login zu generieren, ist dabei keine technische Notwendigkeit, sondern eine bewusste Systementscheidung. In den Gesch&auml;ftsbedingungen steht zwar viel &uuml;ber Datenschutz und Sicherheit, aber fast nichts &uuml;ber Nutzerfreundlichkeit oder Wiederherstellbarkeit des Zugangs<strong>.<\/strong> Der Staat schweigt dazu. Dabei w&auml;re gerade hier politische Regulierung dringend n&ouml;tig, schlie&szlig;lich handelt es sich nicht um Luxusfunktionen, sondern um den Zugang zu zentralen Arbeits- und Steuerdaten.<\/p><p>Und als w&auml;re das nicht genug, geraten viele Nutzer zus&auml;tzlich in die Falle der sogenannten Authenticator-Apps, insbesondere bei Android. Wer versehentlich die falsche App aus dem Google Play Store l&auml;dt, landet mitunter bei Anbietern, die t&auml;uschend echt aussehen, aber versteckte Abos enthalten. Die Apps versprechen &bdquo;schnellen Zugang zu Ihren sicheren Codes&ldquo;, doch sobald man sie &ouml;ffnet, erscheint ein Bildschirm mit AGBs und &bdquo;kostenlosem Testzeitraum&ldquo;, der sich stillschweigend in ein Monatsabo f&uuml;r 7 bis 15 Euro verwandelt. Wer nicht rechtzeitig k&uuml;ndigt, zahlt, oft &uuml;ber Monate hinweg, f&uuml;r eine App, die nicht einmal funktioniert oder gar keinen Bezug zum eigentlichen Dienst hat.<\/p><p>So geraten viele Menschen in ein doppeltes Netz: auf der einen Seite der digitale Zugriffszwang &uuml;ber Apps wie DATEV SmartLogin, auf der anderen Seite eine App-&Ouml;konomie, die Unsicherheit systematisch in Geld umwandelt. Und am Ende steht ein ern&uuml;chternder Befund: Wer seine Abrechnung sehen will, muss nicht nur technisch versiert sein, sondern auch noch die Fallen der Plattform&ouml;konomie erkennen, vermeiden und rechtzeitig k&uuml;ndigen.<\/p><p>Was ist das f&uuml;r ein System, das den Zugang zu den eigenen Daten so erschwert, dass es am Ende wie digitale Erpressung wirkt?<\/p><p><strong>Digitale Unfreiheit &ndash; Wie der Staat mit seiner Verantwortung umgeht<\/strong><\/p><p>Die Situation, wie sie Millionen Arbeitnehmer mit Systemen wie DATEV erleben, ist kein Einzelfall. Sie ist Teil eines gr&ouml;&szlig;eren Trends: der<strong> <\/strong>technokratischen Entm&uuml;ndigung im Namen der Digitalisierung. Offiziell hei&szlig;t es, alles werde einfacher, schneller, effizienter. Tats&auml;chlich wird vieles<strong> <\/strong>komplizierter, un&uuml;bersichtlicher und exklusiver. Wer nicht Schritt h&auml;lt mit den technischen Anforderungen, oder wer sich schlicht weigert, jedes Update, jede App, jedes Identifikationsverfahren kritiklos mitzumachen, wird zunehmend ausgesperrt.<\/p><p>Dabei ist das nicht nur ein Problem einzelner Anbieter wie DATEV. Es ist die Folge politischer Vers&auml;umnisse und eines Digitalverst&auml;ndnisses, das auf Zwang statt auf Wahlfreiheit setzt<strong>. <\/strong>Die Bundesregierung und viele Landesregierungen preisen seit Jahren die sogenannte &bdquo;digitale Verwaltung&ldquo;, f&ouml;rdern Plattforml&ouml;sungen und verlangen elektronische Nachweise, von Elster bis eRezept, von De-Mail bis Steuer-ID. Doch sie &uuml;berlassen die konkrete Umsetzung weitgehend privaten Anbietern, deren Systeme oft auf maximaler Absicherung, nicht aber auf praktischer Zug&auml;nglichkeit beruhen. Wer au&szlig;en vor bleibt, hat Pech gehabt.<\/p><p>Was fehlt, ist eine digitale Ethik, die den Menschen nicht nur als Datensatz, sondern als Subjekt begreift, mit Rechten, Bed&uuml;rfnissen und Begrenzungen. Nicht jeder hat ein Smartphone. Nicht jeder will dutzende Apps auf dem Ger&auml;t. Nicht jeder versteht, was ein &bdquo;zweiter Faktor&ldquo; ist, wie man QR-Codes sichert oder was passiert, wenn ein Authenticator verloren geht. Und selbst wenn man all das wei&szlig;, es bleibt dabei: Es darf keine Pflicht zur App geben, wenn es um elementare Verwaltungs- oder Arbeitsdaten geht.<\/p><p>Was w&auml;re so schwer daran, einen einfachen Zugang &uuml;ber Benutzername, Passwort und eine tempor&auml;re SMS-TAN anzubieten, zumindest als alternative Option? Was hindert Arbeitgeber daran, analoge Abrechnungen auf Wunsch wieder zur Verf&uuml;gung zu stellen? Warum d&uuml;rfen zentrale Systeme wie DATEV nur noch &uuml;ber App-Strukturen funktionieren, obwohl die Risiken (Datenverlust, Ger&auml;tewechsel, Abh&auml;ngigkeit von Drittanbietern) allseits bekannt sind?<\/p><p>Die Antwort ist bitter: Weil es niemanden interessiert, solange die Prozesse intern effizient und revisionssicher sind. Der Aufwand f&uuml;r die Betroffenen, Zeit, Nerven, im schlimmsten Fall auch Geld, wird externalisiert. Das ist digitale B&uuml;rokratie in Reinform: technisch korrekt, formal sauber, aber praktisch unzumutbar.<\/p><p>Besonders bezeichnend ist, wie sehr die Systeme auf Eindeutigkeit bestehen und damit ihre eigene Unbeweglichkeit produzieren. Wer seine E-Mail-Adresse einmal registriert hat, kann sie oft kein zweites Mal nutzen, selbst wenn das alte Konto nicht mehr erreichbar ist. Das System erkennt die Mail als &bdquo;vergeben&ldquo;, weigert sich aber gleichzeitig, eine Wiederherstellung ohne den urspr&uuml;nglichen Authentifizierungsfaktor zuzulassen. Das ist, als w&uuml;rde ein T&uuml;rschloss den alten Schl&uuml;ssel verlangen, aber keinen Ersatzschl&uuml;ssel akzeptieren und trotzdem jede neue T&uuml;r mit &bdquo;dieser Schl&uuml;ssel geh&ouml;rt schon jemandem&ldquo; blockieren.<\/p><p>Gerade in einer Zeit, in der Menschen ohnehin mit steigender Komplexit&auml;t, Informations&uuml;berflutung und digitaler Unsicherheit k&auml;mpfen, ist es brandgef&auml;hrlich, solche Zugangssysteme ohne Not zu verengen. Die Botschaft an die B&uuml;rger lautet am Ende: Du kommst nur rein, wenn du das Spiel mitspielst, inklusive aller Risiken, Drittanbieter-Apps, Kosten und technischer Anforderungen. Und wenn nicht? Dann bleibt dir der Zugang zu deinen eigenen Dokumenten eben verwehrt.<\/p><p><strong>Res&uuml;mee: Digitale Effizienz auf Kosten der Menschenw&uuml;rde<\/strong><\/p><p>Wir sind l&auml;ngst mittendrin, in einer Zeit, in der Technik nicht mehr nur Hilfsmittel ist, sondern zur Pflicht erhoben wird. Wer heute auf seine eigenen Daten zugreifen will, wird zu digitalen Verhaltensmustern gezwungen, die mit Alltagstauglichkeit oft nichts mehr zu tun haben. Man braucht ein Smartphone, eine bestimmte App, eine registrierte Mailadresse, stabile Internetverbindung, die richtige Uhrzeit, ein korrektes Backup, nur um ein PDF zu &ouml;ffnen, das fr&uuml;her per Post kam.<\/p><p>Und das ist keine Schwarzmalerei, sondern gelebte Realit&auml;t. Wer solche Systeme entwirft, pr&uuml;ft sie oft nur unter Idealbedingungen, mit IT-Fachleuten, die tagt&auml;glich mit Authentifizierung, Ger&auml;ten, Passw&ouml;rtern und digitalen Zertifikaten arbeiten. Die Wirklichkeit drau&szlig;en sieht anders aus. Dort stehen Menschen, die zwei bis drei Mal im Jahr ihre Lohnabrechnung brauchen. Menschen, die keinen Nerv daf&uuml;r haben, sich durch verschachtelte Wiederherstellungsprozesse und App-Zw&auml;nge zu klicken. Menschen, die vielleicht kein aktuelles Smartphone besitzen oder schlicht kein Vertrauen mehr in diese digitalen Ketten haben.<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist es f&uuml;r Arbeitgeber g&uuml;nstiger, Lohnabrechnungen nicht mehr auszudrucken. Aber die Folge ist eine neue Form der digitalen Entkoppelung. Viele Arbeitnehmer schauen sich ihre Abrechnung monatelang gar nicht mehr an, aus Frust, aus Bequemlichkeit oder weil sie sich vom System ausgeschlossen f&uuml;hlen. Und wenn sie die Abrechnung dann doch einmal brauchen, zum Beispiel f&uuml;r einen Mietvertrag, ein Bankgespr&auml;ch oder das Finanzamt, dann beginnt der Spie&szlig;rutenlauf. Das Konto ist gesperrt, der Zugangscode ung&uuml;ltig, die App verloren. Der Weg zur eigenen Gehaltsabrechnung wird zur Tortur.<\/p><p>Wenn das die Zukunft der digitalen Verwaltung ist, dann Gute Nacht. Denn was wir hier sehen, ist nicht technische Modernisierung, sondern ein schleichender R&uuml;ckzug des Servicegedankens. Statt barrierefreier Zug&auml;nge f&uuml;r alle entsteht ein Netz aus App-Zwang, Passwortfallen und Zugriffsverweigerung. Statt echter Digitalisierung erleben wir digitale B&uuml;rokratie in Reinkultur, effizient f&uuml;r die einen, entm&uuml;ndigend f&uuml;r die anderen.<\/p><p>Es ist h&ouml;chste Zeit, umzudenken: Wer digitale Systeme einf&uuml;hrt, muss sie zuerst mit den unerfahrensten Nutzern testen, nicht mit IT-Fachleuten. Es braucht analoge Alternativen, barrierefreie Notzug&auml;nge und ein digitales System, das dem Menschen dient, nicht umgekehrt. Denn wenn selbst der Zugriff auf die eigene Lohnabrechnung zur H&uuml;rde wird, dann hat die Digitalisierung ihren Zweck verfehlt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Quellenangaben:<\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.handwerksblatt.de\/themen-specials\/die-e-rechnung-wird-pflicht-tipps-fuer-handwerksbetriebe\/datev-unternehmen-online-halbe-millionen-marke-geknackt\">Nutzerzahlen bei DATEV &bdquo;Arbeitnehmer online&ldquo; (2024, Handwerksblatt)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.datev.de\/web\/de\/presse\/pressemeldungen\/meldungen-2024\/datev-zeigt-solides-wachstum-in-allen-bereichen\/\">Offizielle DATEV-Pressemitteilung zu Wachstum und Cloud-Plattformen (2024)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DATEV\">Wikipedia-Artikel zu DATEV eG (Struktur, Marktstellung, Kritik)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Boesartige-Authenticator-Apps-auch-im-Google-Play-Store-7528469.html\">Warnung vor b&ouml;sartigen Authenticator-Apps im Google Play Store (heise online, 2023)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Onlinezugangsgesetz\">Onlinezugangsgesetz (OZG) &ndash; gesetzlicher Rahmen der digitalen Verwaltung (Wikipedia)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article247151642\/Bund-verfehlt-Digitalisierungsziel-nur-11-Prozent-der-Projekte-fertig.html\">Welt.de &uuml;ber das Scheitern der deutschen Digitalisierungsstrategie (11&#8239;% Zielerreichung, 2023)<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><small>Titelbild: Alliance Images \/ Shutterstock<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man wollte nur mal schnell seine Lohnabrechnung herunterladen. 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