{"id":137699,"date":"2025-08-20T14:00:52","date_gmt":"2025-08-20T12:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137699"},"modified":"2025-08-20T12:07:11","modified_gmt":"2025-08-20T10:07:11","slug":"leserbriefe-zu-eine-andere-staatsraeson-ist-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137699","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eEine andere Staatsr\u00e4son ist m\u00f6glich\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Maike Gosch<\/strong> kommentiert und hinterfragt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137379\">hier<\/a> die Beziehung Deutschlands zu Israel. Die Sicherheit Israels sei Teil der Staatsr&auml;son unseres Landes, wie Angela Merkel es 2008 formuliert habe. Sp&auml;ter sei noch versch&auml;rft davon gesprochen worden, dass auch das Existenzrecht des Staates Israel Teil unserer Staatsr&auml;son sein soll. Ausgelegt werde das von den meisten Politikern seitdem als bedingungslose Unterst&uuml;tzung aller Entscheidungen der israelischen Regierung. Gefragt wird u.a., ob die fast bedingungslose Unterst&uuml;tzung Israels durch Deutschland wirklich etwas sei, das die Sicherheit Israels f&ouml;rdere und die Existenz des Staates Israel sicherstelle. Die Bundesregierung widerspreche aus ihrer Sicht der von ihr selbst immer wieder deklarierten Staatsr&auml;son &ndash; ihr Handeln gef&auml;hrde j&uuml;dische Menschen und den Staat Israel. Wir haben dazu interessante E-Mails bekommen und bedanken uns daf&uuml;r. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat f&uuml;r Sie die nun folgende Leserbrief-Auswahl zusammengestellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkseiten, <\/p><p>Sehr guter Artikel von Maike Gosch mit einem sch&ouml;nen Schlu&szlig;satz! Gratulation zur neuen Mitarbeiterin!<\/p><p>Es schwingt aber, im Hintergrund, leider immer die Verabsolutierung alles &ldquo;j&uuml;dischen&ldquo; und des &bdquo;Holocaust&ldquo; mit. Waren\/sind die Genozide anderer weniger verwerflich als der &bdquo;Holocaust&ldquo;?<\/p><p>Und noch was: eine &bdquo;gezielte T&ouml;tung&ldquo; (nicht nur eines Journalisten) erf&uuml;llt das Merkmal der Heimt&uuml;cke, ist also Mord! Sollte auch so benannt werden.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e, und weiter so, Wolfgang Blendinger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ja, eine andere Staatsr&auml;son ist sicher m&ouml;glich. Allerdings bedarf es dazu eines Staates, in dem die B&uuml;rgerinnen das Sagen haben, sprich Berufspolitiker sind dann lediglich Ausf&uuml;hrende des B&uuml;rgerwillens. Moralische Appelle und Bittgesuche an die jetzigen Berufspolitiker wie z.B. : &ldquo;Deutschland sollte sich in diesem Kampf auf die richtige Seite stellen&rdquo; werden aufgrund der sog. repr&auml;sentativen (Partei)Demokratie wenig ausrichten.&nbsp;&nbsp;<\/p><p>L.G.<br>\nUte Plass<\/p><p>Ps<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zvtS2GdKcZs\">Konkret braucht es eine Verfassungsreform(partei)<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Frau Gosch,<\/p><p>mit &bdquo;Eine andere Staatsraison ist m&ouml;glich&ldquo; haben Sie einen exzellenten Artikel geschrieben. Er zeichnet sich aus durch vertiefte Kenntnisse der Situation, klare logische Durchdringung des Problems, Gerechtigkeitsempfinden, Empathie und Klarheit. &ndash; Im &Uuml;brigen haben sich auch Ihre fr&uuml;heren Artikel ebenfalls durch hohe Qualit&auml;t ausgezeichnet.<\/p><p>Sie sind ein Gewinn f&uuml;r die Nachdenkseiten!<\/p><p>Mit den besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nH. B.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In diesem Kampf sollte Deutschland sich auf die richtige Seite stellen. Und die Seiten zur Auswahl sind nicht Israelis oder Pal&auml;stinenser. Die Seiten sind Menschlichkeit oder Unmenschlichkeit&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>schlie&szlig;t die umfassende Abrechnung mit der bundesdeutschen Politik, der man sich als verst&auml;ndiger und wohlmeinender Beobachter mE nur vollinhaltlich anschlie&szlig;en kann. <\/p><p>Wobei ich eine weitere Seite und&nbsp;Betrachtungsvariante anf&uuml;gen m&ouml;chte: N&auml;mlich Aufrichtigkeit oder (die &uuml;bliche) Verlogenheit, Heuchelei und Doppeldeutigkeit.<\/p><p>Und dazu m&ouml;chte ich an eine herrliche, wenngleich bitterb&ouml;se Bemerkung des franz&ouml;sisch-deutschen Satirikers Alfons erinnern:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir in Frankreich fangen keinen Krieg mehr an. Wir schauen, wo einer ist und da machen wir dann mit&ldquo; &nbsp;\n<\/p><\/blockquote><p>&hellip; und diese mit einigen eigenen, &auml;hnlich bitterb&ouml;sen Anmerkungen erg&auml;nzen:<\/p><p>Wir in Deutschland haben Kriege und Holocaust zu verantworten. So etwas machen wir nie wieder. Wir sind heute die Guten und haben eine Staatsr&auml;son. Deshalb fangen wir keinen Krieg und keinen Holocaust mehr an. H&ouml;chstens schauen wir mal, wo einer stattfindet und &uuml;berlegen uns dann, ob wir den etwas indirekt unterst&uuml;tzen k&ouml;nnen und sollten. Nat&uuml;rlich nur ganz passiv und v&ouml;llig neutral und nur im Dienste von Humanit&auml;t und Menschlichkeit. <\/p><p>Ganz uneigenn&uuml;tzig liefern wir dann erstmal ganz harmlose Waffen und nur mit Aufklebern, da&szlig; diese nicht f&uuml;r einen Holocaust oder Angriffskrieg verwendet werden d&uuml;rfen, sondern nur zur (Vorw&auml;rts-)Verteidigung oder zum Einmotten. &nbsp;Die Waffen sind ja auch nicht das Problem, wenn sie nicht mi&szlig;braucht werden. <\/p><p>Wenn man uns deswegen Vorw&uuml;rfe macht oder dreisterweise beim IGH anklagt, verweisen wir auf unsere Staatsr&auml;son und auf unsere Aufkleber. Und auf unsere guten Absichten. Und auf unsere Werte. <\/p><p>Falls die Waffen entgegen unserer Gebrauchsanweisung eingesetzt werden, schimpfen wir ganz laut und emp&ouml;ren uns, da&szlig; diese Aufkleber einfach ignoriert wurden und die Waffen nicht bestimmungsgem&auml;&szlig; verwendet, also zB eingelagert worden sind. Oder weiterverkauft. &nbsp;<\/p><p>Grunds&auml;tzlich aber werden wir nie wieder Waffen liefern &ndash; also jedenfalls nicht in Kriegsgebiete. Eine Zeit lang.<\/p><p>Au&szlig;er nat&uuml;rlich zur Verteidigung unserer Werte, oder der regelbasierten Ordnung, oder der freien Schifffahrt. Oder f&uuml;r Testzwecke im Kampfmodus. Oder gegen Schurkenstaaten. Oder wenn unsere Freunde uns darum bitten. Oder wenn wir nochmal eine rot-gr&uuml;ne Regierung haben, oder eine schwarz-rote, oder eine schwarz-gr&uuml;ne. Oder wenn die Waffen vorher gesegnet werden. Oder wenn wir aus dem letzten Loch pfeifen. Aber nur dann! Und erstmal nur Helme und F&auml;hnchen. Und Taurus in Schokolade. Oder als Kinder-Video, oder Kettchen, oder Umh&auml;nger. <\/p><p>Versprochen.<\/p><p>MfG<br>\nG. Hantke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Frau Gosch und NDS-Team,<\/p><p>Die Staatsraison von Deutschland l&auml;sst sich in wenigen Worten zusammenfassen:<\/p><p>Das Leben eines Israelis ist 1000 x mehr wert als ein Pal&auml;stinensisches \/ Bewohner von Gaza.<\/p><p>Steht die Staatsraison von Deutschland gegen&uuml;ber Juden und Israel &uuml;ber internationalem Recht, Menschenrechten und Kriegsrecht?<\/p><p>Besteht eine historische Verantwortung, besondere Verpflichtung gegen&uuml;ber Israel?<\/p><p>Da entstehen sehr bedeutende Fragen:<\/p><p>Wie sieht es denn aus mit historischer Verantwortung \/ besonderer Verpflichtungen anderer L&auml;nder aus? USA zu Ureinwohnern Nordamerikas, Belgien zu Kongo? Kolonialzeit allgemein? Letztendlich Israel zu Pal&auml;stinenser?<\/p><p>Alles zu lange her? Wenn ja, wo liegt dann die Zeitgrenze, wo historische Verantwortung erlischt?<\/p><p>Die wichtigste Staatsr&auml;son die ein Land haben kann, ist die gegen&uuml;ber den eigenen B&uuml;rgern, was ja in Deutschland ersichtlich wird im Grundgesetz und dem Amtseid des Kanzlers.<\/p><p>Ich bin auf deiner Seite, egal was du tust, klingt wie ein Mutter-Kind Verh&auml;ltnis,&nbsp;als Beispiel eine Mutter, die zu ihrem Kind h&auml;lt, sogar wenn es ein schwerwiegendes Verbrechen begangen hat.<\/p><p>Wenn Juden, also eine Religion, besonderen Schutz ben&ouml;tigt, bedeutet das, dass diese Religion einen Status bekommt, der allen anderen Religionen &uuml;bergeordnet ist. Gebietsrechte zu beanspruchen auf Basis von Religion ist eine denkbar schlechte Basis.<\/p><p>Was den Zionismus angeht, ist es gut, sich mit seiner Geschichte zu befassen.<\/p><p>Die f&auml;ngt nicht 1947\/48 an, auch sind der Sykes-Picot Vertrag von 1916 und die Balfour Erkl&auml;rung von 1917 nur Meilensteine, genauso wie vorher Theodor Herzl 1897. Der allerfr&uuml;heste Grundstein f&uuml;r den Zionismus geht zur&uuml;ck bis zum 11 Juni 1866&nbsp;als der Prince of Wales den Grundstein legte f&uuml;r ein gro&szlig;es&nbsp;Geb&auml;ude, das The British and Foreign Bible Society beherbergen sollte.<\/p><p>Total vergessen ist, dass der Antisemitismus in Europa einer der Gr&uuml;nde war, warum man die Juden &ldquo;aussiedeln&rdquo; wollte in ein eigenes Land ausserhalb von Europa.<\/p><p>Mit freundlichem Gruss<br>\nPatrick Janssens<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Maike Gosch,<\/p><p>Danke f&uuml;r Ihren kritischen Artikel, Willkommen bei den Nachdenkseiten!<\/p><p>Sie sollten die &ldquo;Staatsr&auml;son f&uuml;r Israel&rdquo; aber so nehmen, wie sie formuliert und gemeint und seit Jahrzehnten praktiziert wird. Die Betonung liegt auf Staat und R&auml;son. Stattdessen interpretieren Sie nach Ihren Wunschvorstellungen und drehen das so hin, als ginge es dabei um den Schutz &ldquo;der Juden&rdquo; aus &ldquo;Moral&rdquo;. Es geht auch nicht um Schuldbewu&szlig;tsein bez&uuml;glich vergangener Verbrechen, wie sonst k&ouml;nnte dieses angebliche Schuldbewu&szlig;tsein die Verbrechen an den Pal&auml;stinensern tolerieren, die ja nicht erst seit dem 07.10.2023 begangen wurden, sondern seit Gr&uuml;ndung Israels und schon ein halbes Jahrhundert davor, seit Zionisten in Pal&auml;stina sich das Land St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck angeeignet haben. Sie schreiben:<br>\n&ldquo;Israels Sicherheit ist aktuell so gef&auml;hrdet wie lange nicht mehr. Es ist im offenen oder verdeckten Krieg bzw. in kriegerischen Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn Libanon, Syrien und nat&uuml;rlich den Pal&auml;stinensern im Gazastreifen und im Westjordanland. Es gibt starke innere Spannungen. Auch wirtschaftlich hat das Land gro&szlig;e Schwierigkeiten.&rdquo;<br>\nAngesichts der Tatsache, da&szlig; von israelischer Seite nichts weniger gefordert und durchgesetzt wird, als die Vertreibung und Vernichtung der Pal&auml;stinenser, nicht nur in Gaza (es sollte sogar eine Atombombe abgeworfen werden), haben Sie etwas zu viel Sorge um einen Staat, der seit 1948 existiert und sich st&auml;ndig vergr&ouml;&szlig;ert, w&auml;hrend die Pal&auml;stinenser keinerlei Existenzrecht haben und dabei sind, ihre physische Existenz endg&uuml;ltig zu verlieren.<br>\nDaran &auml;ndern auch nichts die pl&ouml;tzlichen Aufrufe, einen Pal&auml;stinenser-Staat anzuerkennen, obwohl bald kein erkennbares Staatsgebiet mehr vorhanden ist, es sei denn, man meint ganz Pal&auml;stina, das heute Israel hei&szlig;t. Diese Forderungen kommen fast 1 Jahrhundert zu sp&auml;t und sind reine Heuchelei, um sich von der Mitschuld am lange geplanten V&ouml;lkermord reinzuwaschen. Falls Israel an seinen inneren Widerspr&uuml;chen zugrunde gehen sollte, dann ist das selbstverschuldet und mitverursacht durch die hemmungslose deutsche &ldquo;Staatsr&auml;son f&uuml;r Israel&rdquo;. Siehe auch das Buch von Dr. Dan Steinbock, &ldquo;Der Untergang Israels&rdquo;, Dez. 2024.<\/p><p>Eine andere Staatsr&auml;son gegen&uuml;ber Israel ist nicht m&ouml;glich und auch &uuml;berhaupt nicht gewollt, solange die Staatsr&auml;son der BRD eine imperialistische ist und bleibt, was sich u.a. im Fall Ukraine-Russland zeigt.<\/p><p>Immer wieder wird in Kritik an der BRD unterstellt, da&szlig; die Staatsr&auml;son gegen&uuml;ber Israel auf Moral und Schuldbewu&szlig;tsein beruhe. Einige Kritiker bescheinigen der BRD sogar zu hohe Moralit&auml;t, von der sie zugunsten der Pal&auml;stinenser &ldquo;etwas&rdquo; mehr abr&uuml;cken solle. Mit diesem &ldquo;Vorwurf&rdquo; begl&uuml;ckt man geradezu die h&auml;&szlig;lichen Deutschen Israelfreunde. Die Nachdenkseiten haben in anderen Zusammenh&auml;ngen mehrmals auf den ausnahmsweise ehrlichen Spruch Egon Bahrs hingewiesen, da&szlig; es in der Politik nicht um &ldquo;Werte&rdquo; (Moral, Menschenrechte) geht, sondern um Interessen. Daher existiert auch kein stets beklagter Widerspruch im Verhalten gegen&uuml;ber Israel und der Ukraine. Es gibt schon gar keine Doppelmoral oder Doppelstandards, sondern lediglich propagandistisch unterschiedlich begr&uuml;ndete Interessen, die sich nur scheinbar widersprechen. In einem Fall ist aus traditionellen und antikommunistischen Gr&uuml;nden und im Interesse der trumpatlantischen Beziehungen Russland der Feind, im anderen Fall sind die in Israel, Deutschland und von der AFD (&hellip;) verhassten Fl&uuml;chtlinge, besonders mohamedanischer Herkunft, der &ldquo;islamistische&rdquo; Feind, ganz egal, ob die Pal&auml;stinenser eine vor der Vernichtung stehende Minderheit sind oder nicht, ganz egal auch, was eine Mehrheit der Bev&ouml;lkerung in der BRD denkt.<\/p><p>Sowenig es im Fall Israel um den anti-antisemitischen Schutz &ldquo;der Juden&rdquo; geht, die mit dem Staat Israel gleichgesetzt werden, der sich selbst als &ldquo;Judenstaat&rdquo; definiert, obwohl dort auch (noch) Nicht-Juden leben, sowenig geht es um den Schutz &ldquo;der Ukrainer&rdquo;, wie nicht zuletzt im s&ouml;deristischen Umgang mit den ukrainischen Fl&uuml;chtlingen und Kriegsdienstverweigerern zu erkennen ist, die man wieder an die Front jagt. (Nebenbei: die Gleichsetzung von Juden = Israel, die sowohl von von der BRD als auch von Israel und dem &ldquo;J&uuml;dischen Zentralrat&rdquo; vorgenommen wird, galt mal als Beleg f&uuml;r Antisemitismus).&nbsp;<\/p><p>Kurzer Vergleich der Kriege in Ukraine und Pal&auml;stina&nbsp;<br>\nDie Ukraine war jahrzehntelang ein Teilgebiet der UdSSR, mit der Folge, da&szlig; in der Ukraine und vor allem in den Ostgebieten Russen lebten und teilweise auch Ukrainer, die haupts&auml;chlich russisch sprachen. Nachdem die Ukraine ein eigener Staat geworden war, wurden Russen und Russischsprecher zunehmend diskriminiert, ihnen wurde Autonomie verweigert, sie wurden verfolgt und im Donbass letztlich bekriegt, bis Russland unter dem Vorwand, die faschistische Unterdr&uuml;ckung des Russischen zu beenden, 2022 die Ostgebiete besetzte. Der BRD und der NATO ging es seitdem nicht um eine Befreiung &ldquo;der Ukrainer&rdquo;, sondern darum, die seit 1990 begonnene NATO-Osterweiterung zu verteidigen und voranzutreiben, bis hin zur ganz offen erkl&auml;rten Aufr&uuml;stung gegen Russland. Nebenbei geht es auch noch um Lithium, Seltene Erden, Biowaffenlabore und andere h&ouml;chst verteidigungsw&uuml;rdige europ&auml;ische &ldquo;Werte&rdquo;, die sich &ldquo;der Westen&rdquo; aneignen will bzw. bereits angeeignet hat. Obwohl Russland nur einen Teil des Landes besetzt h&auml;lt, aber den anderen Teil mit Fernwaffen terrorisiert, redet die westliche Propaganda von Genozid und Befreiungskampf dagegen. Kurz nach dem Einmarsch der russischen Armee wurde im deutschen zwangsGEZahlten TV gegen &ldquo;Gewaltverherrlichung&rdquo; mehrmals &ouml;ffentlich gezeigt, damit es auch jedes wi&szlig;begierige Kind mitbekommt, wie man &ldquo;Molotow-Cocktails&rdquo; bastelt und gegen Russen einsetzt.<\/p><p>Pal&auml;stinensische Kinder dagegen, die ohnm&auml;chtig Steine gegen israelische Panzer werfen, gelten sowohl in Israel als auch in Deutschland als &ldquo;Terroristen&rdquo;.<\/p><p>Also ganz anders die Interessenslage im Fall Pal&auml;stina, das seit Ende des 19. Jahrhunderts von j&uuml;dischen Zionisten mit Gewalt und Terror &ldquo;besiedelt&rdquo; wurde und dann 1948 von den kolonialistischen Besatzern in &ldquo;Israel&rdquo; umbenannt wurde. Dazu verwiese ich auf den Protest von Hannah Arendt, Albert Einstein und anderen amerikanischen Juden: <a href=\"https:\/\/seniora.org\/wunsch-nach-frieden\/der-wunsch-nach-frieden\/ein-brief-an-die-new-york-times-am-samstag-den-4-dezember-1948-von-albert-einstein-hannah-arendt-sidney-hook-et-al\">seniora.org\/wunsch-nach-frieden\/der-wunsch-nach-frieden\/ein-brief-an-die-new-york-times-am-samstag-den-4-dezember-1948-von-albert-einstein-hannah-arendt-sidney-hook-et-al<\/a><\/p><p>Die Pal&auml;stinenser waren damit faktisch und de jure enteignet, wurden per Nakba vertrieben und umgebracht bzw. konnten in die Gebiete Gaza und Westjordanland und teilweise ins angrenzende arabische Ausland fliehen. Wenn es Deutschland um die &ldquo;Verteidigung der Freiheit gegen milit&auml;rische Besetzung&rdquo; gegangen w&auml;re, h&auml;tte die BRD die Pal&auml;stinenser statt Israel unterst&uuml;tzen m&uuml;ssen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Mehrheit der Israelis war vor 1933 einwandernde Kolonialisten oder nach 1945 aus Deutschland vertriebene und geflohene &Uuml;berlebende des Holocaust. In den 50er Jahren waren die Juden eine Minderheit in Pal&auml;stina und um sie zur Mehrheit zu machen, wurde aktiv f&uuml;r die Einwanderung (&ldquo;Alija&rdquo;) &ldquo;geworben&rdquo;. U.a. ver&uuml;bten israelische Agenten Attentate auf Juden z.B. im Irak, um sie so aus den Nachbarl&auml;ndern nach Israel zu treiben, wo sie bis heute als &ldquo;orientalische&rdquo; Juden gegen&uuml;ber den europ&auml;ischen Juden rassistisch benachteiligt sind. Das zeigte vor kurzem die 2002 entstandene sehenswerte Doku &ldquo;FORGET BAGHDAD&rdquo; in 3sat (selbstverst&auml;ndlich erst dann, wenn der arbeitende Deutsche pennt).<\/p><p>Das &ldquo;nachhitlersche&rdquo; Adenauer-Deutschland mit Ex-Nazis in Regierungsfunktionen (Globke, L&uuml;bke, Filbinger, Kiesinger, um nur 4 bekannte zu nennen) mu&szlig;te von den USA gezwungen werden, Israel zu kontaktieren und &ldquo;Wiedergutmachung&rdquo; zu leisten. Bis heute ist eine deutsche Doku von 2018 zu finden, die noch einige kritische Bemerkungen enth&auml;lt: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/izpb\/israel-336\/268922\/die-internationalen-beziehungen-israels\/\">bpb.de\/shop\/zeitschriften\/izpb\/israel-336\/268922\/die-internationalen-beziehungen-israels\/<\/a><\/p><p>Die kritische Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit war allein Sache einiger &Uuml;berlebender, wie z.B. von Staatsanwalt Fritz Bauer oder Ralph Giordano und anderen, sp&auml;ter unterst&uuml;tzt von den &ldquo;Linken&rdquo; der 68er Generation &ndash; gegen den erbitterten Widerstand von Nazis und Neo-Nazis, die noch in den 90er Jahren gegen eine kritische &ldquo;Wehrmachtsausstellung&rdquo; protestierten: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/chronologie\/Vor-30-Jahren-Ausstellung-ueber-Wehrmacht-loest-Proteste-aus,wehrmachtsausstellung100.html\">ndr.de\/geschichte\/chronologie\/Vor-30-Jahren-Ausstellung-ueber-Wehrmacht-loest-Proteste-aus,wehrmachtsausstellung100.html<\/a><br>\nDeutschland wurde also gezwungenerma&szlig;en Israelfreund im Interesse der USA und der NATO, um Israel als Au&szlig;enposten der NATO in Nahost aufzubauen, zum Schutz der dortigen Energiereserven und der Handelswege. Und besser als der Kanzler der Kriegskoalition selbst, kann man kaum ausdr&uuml;cken, da&szlig; Israel die &ldquo;Drecksarbeit&rdquo; der imperialistischen BRD erledigen soll, die je nach Weltlage, mal auf dem Balkan, am Hindukusch, in Mali, in der Ukraine oder in Nahost zu erledigen ist.&nbsp;<\/p><p>Man sieht, es geht nicht um (Doppel-)Moral, sondern um v&ouml;llig amoralische Interessenpolitik. <\/p><p>Die Israelfreundschaft beruht auf Waffengesch&auml;ften, die bis zuletzt f&uuml;r den V&ouml;lkermord in Gaza geliefert werden. (Nebenbei: jede nicht f&uuml;r den Gaza-Krieg geeignete Waffenlieferung entlastet den Staat Israel, tr&auml;gt also indirekt zum V&ouml;lkermord bei, selbst wenn nur Mehl geliefert w&uuml;rde, das in Gaza jedenfalls nicht ankommt, es sei denn, als Palettenbombe).<\/p><p>(&hellip;)<\/p><p>Ganz allgemeiner Apell an die Autoren der Nachdenkseiten: Nehmt das, was Politiker sagen, endlich w&ouml;rtlich ernst, mit zwei Ausnahmen:<\/p><p>Wenn sie &ldquo;Wir&rdquo; sagen, dann meinen sie &ldquo;Ihr&rdquo;. &ldquo;Frieden&rdquo; bedeutet sp&auml;testens seit den R&ouml;mern Krieg, b.z.w. die Pause zwischen 2 Kriegen:&nbsp;<\/p><p>&ldquo;Si vis pacem, para bellum&rdquo;. Nach diesem ernst gemeinten Spruch wurde konsequenterweise eine&nbsp;Luger-Pistole PARABELLUM genannt.<\/p><p>Mit kritischem Gru&szlig;<br>\nB. Weber<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-137699","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=137699"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137699\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137702,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137699\/revisions\/137702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=137699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=137699"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=137699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}