{"id":13772,"date":"2012-07-05T09:25:49","date_gmt":"2012-07-05T07:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13772"},"modified":"2018-12-27T12:44:03","modified_gmt":"2018-12-27T11:44:03","slug":"der-dritte-mann-des-nationalsozialistischen-untergrundesnsu-ein-anruf-genugt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13772","title":{"rendered":"Der \u201edritte Mann\u201c des nationalsozialistischen Untergrundes\/NSU  \u2013  ein Anruf gen\u00fcgt\u2026"},"content":{"rendered":"<p>H&auml;tte vor ein paar Monaten jemand behauptet, dass zur &rsaquo;Aufkl&auml;rung&lsaquo; der neonazistischen Mordserie Akten vernichtet, wichtige Erkenntnisse unterschlagen, Untersuchungsaussch&uuml;sse belogen werden, Leitende Beamte des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz Falschaussagen machen, w&auml;re er als Verschw&ouml;rungstheoretiker l&auml;cherlich gemacht worden. Wenn vor Monaten jemand behauptet h&auml;tte, dass die verschiedenen Geheimdienste nicht dilettantisch, sondern perfekt zusammengearbeitet hatten und &uuml;ber ausgezeichnete Kontakte zum neonazistischen Th&uuml;ringer Heimatschutz\/THS verf&uuml;gten, also zu Mitgliedern der daraus hervorgegangenen Terror-Gruppe &rsaquo;NSU&lsaquo;, w&auml;re ihm Gleiches widerfahren.<br>\nJetzt sind diese berechtigten Annahmen gerichtsverwertbar. Von <strong>Wolf Wetzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nZwischen den Jahren 1997 und 2003 waren der Th&uuml;ringer und Bayerische Verfassungsschutz, das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz\/BfV und der Milit&auml;rische Abschirmdienst\/MAD, die Cr&egrave;me de la Cr&egrave;me der Geheimdienste, an der &rsaquo;Operation Rennsteig&lsaquo; beteiligt. Das Ziel dieser koordinierten Aktion war eindeutig: &raquo;Im Rahmen der operativen Zusammenarbeit des BfV mit dem LfV Th&uuml;ringen und dem MAD unter der Bezeichnung &rsaquo;Rennsteig&lsaquo; von 1997 bis 2003 hat das BfV &hellip; Werbungsf&auml;lle mit THS-Bezug er&ouml;ffnet, aus denen &hellip; erfolgreiche Werbungsma&szlig;nahmen resultierten.&laquo; (Schreiben des BfV an den Generalbundesanwalt vom Dezember 2011, FR vom 16.6.2012)<br>\nDer Erfolg konnte sich sehen lassen: &raquo;<a href=\"http:\/\/www.mittelbayerische.de\/nachrichten\/politik\/artikel\/jeder-zehnte-neonazi-war-v-mann\/800850\/jeder-zehnte-neonazi-war-v-mann.html\">Demnach war fast jeder zehnte Aktivist in der damaligen Neonazi-Vereinigung ein Spitzel des Verfassungsschutzes<\/a>.&laquo;<\/p><p>Die Frage also, ob die beteiligten Geheimdienste problemlos den drei Mitgliedern der NSU in den &rsaquo;Untergrund&lsaquo; folgen konnten, ob eine\/r von ihnen gar zu den &raquo;erfolgreichen Werbungsma&szlig;nahmen&laquo; z&auml;hlte, k&ouml;nnten die Akten beantworten, die nun vernichtet wurden. W&uuml;rden die Akten die bisherige Legende beweisen k&ouml;nnen, man habe die Spur zu den abgetauchten NSU-Mitgliedern verloren, w&auml;ren sie nicht vernichtet worden!<br>\nAngesichts dieses organisierten und kriminellen Vorgehens vonseiten der Verfolgungsbeh&ouml;rden sind die Fragen der FR von auffallender, fortgesetzter Naivit&auml;t:<br>\n<em>&raquo;Gibt es Verbindungen zu Uwe Mundlos, Uwe B&ouml;hnhardt und Beate Zsch&auml;pe? Waren Mitglieder des Trios wom&ouml;glich V-Leute? Haben sie Geld vom Verfassungsschutz erhalten? Hat das Bundesamt die M&ouml;rder sogar gesch&uuml;tzt?&laquo;<\/em><\/p><p>Im Folgenden trage ich alle Indizien und Fakten zusammen, die bis heute an die &Ouml;ffentlichkeit gelangt sind, um auf zwei der vier gestellten Fragen (Frage 1 und 4) mit einem sicheren &rsaquo;Ja&lsaquo; zu antworten.<\/p><p><em>&Uuml;ber 13 Jahre wurde die rassistische Mordserie, der mindestens neun Menschen zum Opfer fielen, einem kriminellen, ausl&auml;ndischen Milieu zugeordnet. Von &rsaquo;D&ouml;ner-Morden&lsaquo; war die Rede. Nach einem Bank&uuml;berfall im November 2011 wurden die mutma&szlig;lichen T&auml;ter verfolgt und wenig sp&auml;ter tot aufgefunden. Es handelte sich um Uwe Mundlos und Uwe B&ouml;hnhardt. Was dreizehn Jahre absolut nicht m&ouml;glich war, f&uuml;gte sich innerhalb von Tagen und Wochen zu einem barbarischen Bild zusammen: Die zwei toten M&auml;nner im Campingwagen waren nicht nur routinierte Bankr&auml;uber, sondern vor allem Mitglieder der neonazistischen Terrorgruppe &rsaquo;NSU&lsaquo;, die nach ihrem Abtauchen 1998 f&uuml;r unauffindbar gehalten wurden &ndash; will man den Verfolgungsbeh&ouml;rden Glauben schenken.<\/em><\/p><p><strong>Der staatliche Begleitschutz in den &rsaquo;Untergrund&lsaquo;<\/strong><\/p><p>Obwohl die Polizei im Januar 1998 in Jena eine Bombenwerkstatt der sp&auml;teren Mitglieder des NSU entdeckte, &uuml;ber 1,4 Kilo Sprengstoff und Rohrbomben beschlagnahmte, wurden Uwe Mundlos, Uwe B&ouml;hnhardt und Beate Zsch&auml;pe nicht verhaftet. Sie nutzen diese staatliche F&uuml;rsorge und tauchten ab.<\/p><p>Wie sich diese staatliche Beihilfe abspielte, erz&auml;hlte die Mutter von Uwe B&ouml;hnhardt in einem ZDF-Interview sehr eindrucksvoll: Auf dem Weg zur Garage warnte ein Polizeibeamter Uwe B&ouml;hnhardt mit den Worten: &raquo;Jetzt bist du dran &hellip; ein Haftbefehl ist unterwegs.&laquo;<br>\nWas daraufhin passierte, beschreibt Frau B&ouml;hnhardt so: &raquo;Die Polizisten sind weitergegangen, unser Sohn hat sich umgedreht, ist zu seinem Auto gegangen und ist weggefahren. Das ist wie in einem schlechten Film.&laquo; (Brauner Terror &ndash; Blinder Staat &ndash; Die Spur des Nazi-Trios ZDF-Sendung vom 26.6.2012)<br>\nIn besagter Dokumentation fragt sich die Mutter von Uwe B&ouml;hnhardt zurecht: &raquo;Was ist da f&uuml;r ein Spiel gelaufen? Und warum warnt ihn ein Polizist? Und er hatte an diesem Tag auch noch genug Zeit, nach Hause zu fahren, Uwe Mundlos anzurufen und Beate Sch&auml;rpe &hellip; ein paar Sachen zu packen und zu verschwinden.&laquo;<\/p><p><strong>Die Legende von den spurlos Verschwundenen<\/strong><\/p><p>Es ist eine Legende, dass die im Jahr 1998 abgetauchten Neonazis &rsaquo;spurlos&lsaquo; verschwunden seien. Tatsache ist vielmehr, dass diese Neonazis nur abtauchen konnten, weil sie den Schutz von Verfassungsbeh&ouml;rden genossen. Unter Berufung auf das Th&uuml;ringer Landeskriminalamt berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), <em>&raquo;dass die drei Hauptverd&auml;chtigen 1998 kurz nach ihrem Untertauchen von Zielfahndern aufgesp&uuml;rt worden waren. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei habe die M&ouml;glichkeit zum Zugriff gehabt, sei aber im letzten Moment zur&uuml;ckgepfiffen worden.&laquo;<\/em>[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Wer hat die Polizei daran gehindert, wenn nicht der Verfassungsschutz in Th&uuml;ringen, der unter Berufung auf h&ouml;here, gewichtigere Interessen Polizeiaktionen unterbinden kann?<br>\nDass die NSU-Mitglieder ganz und gar nicht spurlos verschwunden sind, belegen weitere Indizien: Sowohl Beate Zsch&auml;pe, also auch Uwe Mundlos, verf&uuml;gten &uuml;ber legal-illegale Papiere, mit denen sie sicher reisen konnten: Beide verf&uuml;gten &uuml;ber auf falsche Namen ausgestellte Reisep&auml;sse[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>], was &uuml;ber die s&auml;chsische Meldebeh&ouml;rde abgewickelt wurde. Wie ungest&ouml;rt sie damit reisen konnten, belegen staatliche &rsaquo;Reisebegleiter&lsaquo; des Bundeskriminalamtes\/BKA: &raquo;B&ouml;hnhardt und Mundlos sollen im September 1998 in Budapest geortet worden sein. Im August 2000 wurden sie angeblich in Bulgarien aufgesp&uuml;rt. Das war einen Monat vor dem mutma&szlig;lichen ersten Mord.&laquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<br>\nParallel dazu hielten V-M&auml;nner des Verfassungsschutzes direkt und\/oder indirekt (&uuml;ber ihre Unterst&uuml;tzer) Kontakt zu den komfortabel Untergetauchten.<br>\nAuch danach gab es zahlreiche Spuren, die zu den &rsaquo;Abgetauchten&lsaquo; f&uuml;hrten: &raquo;Auch konnten die Fahnder mehrere Kontaktpersonen der drei Fl&uuml;chtigen identifizieren und deren Telefonate &uuml;berwachen. Als Sachsen seinerzeit aber anbot, die verd&auml;chtige Wohnung mit einem Sondereinsatzkommando zu st&uuml;rmen, blockte das Erfurter Innenministerium die Aktion ab. Die Gr&uuml;nde hierf&uuml;r sind aus den bislang vorliegenden Akten nicht ersichtlich.<br>\nEs war nicht die einzige verpasste Chance, das gesuchte Trio festzunehmen. Vergangene Woche war in einer vertraulichen Sitzung des Th&uuml;ringer Justizausschusses bekannt geworden, dass ein halbes Dutzend Aktennotizen aus der Zeit zwischen 2000 und 2002 existieren, laut denen das Innenministerium Festnahmeversuche verhindert hatte.&laquo; (FR vom 8.12.2011).<\/p><p><strong>&rsaquo;Mein Kampf&lsaquo; und der ahnungslose[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] F&uuml;hrer &hellip; eines V-Mannes aus der Kasseler Neonaziszene<\/strong><\/p><p>Im April 2006 wurde der Inhaber Halit Yozgat eines Internetcaf&eacute;s in Kassel ermordet. Kassel liegt in Hessen und wie es der kometenhafte Zufall wollte, war zur Tatzeit auch Andreas Temme zugegen, ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Unmittelbar zuvor hatte er &raquo;mit einem von ihm gef&uuml;hrten V-Mann aus der Kasseler Neonazi-Szene telefoniert.&laquo; (FR vom 8.6.2012). Genau jener Neonazi war nach Informationen der Frankfurter Rundschau vor seiner Anwerbung &raquo;dreimal bei Kundgebungen in Th&uuml;ringen&laquo;.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Ebenfalls bekannt ist, dass die NSU-Mitglieder ihre Morde quer durch Deutschland dank exzellenter lokaler Kontakte zu Neonazis planen und durchf&uuml;hren konnten. Reiner Zufall also, dass sich die Wege eines Mitarbeiters des hessischen Verfassungsschutzes, eines Neonazis aus Kassel und die der Mitglieder der NSU an jenem Mordtag gekreuzt hatten?<br>\nAber halt: Vielleicht war der besagte Verfassungssch&uuml;tzer nur ein ganz normaler, unpolitischer Beamter? Zuf&auml;llig nicht: Bisher ist unbestritten, dass er &raquo;zumindest in seiner Jugend selbst rechtsextrem gewesen war&laquo;. (FR vom 8.6.2012) Heute hat er nur Papiere neonazistischer Gruppierungen, Ausz&uuml;ge aus &rsaquo;Mein Kampf&lsaquo; und Schriften zum Dritten Reich in seiner Wohnung.<\/p><p>Einen Zusammenhang wollten weder die Vorgesetzten, noch der oberste Dienstherr, der hessische Innenminister erkennen. Doch dieser Mann hatte nicht nur neonazistisches Material in seiner Wohnung. Bei einer Durchsuchung seiner Privatwohnung fand man ebenfalls vier Schusswaffen, Munition, die nicht zu den gefundenen Waffen geh&ouml;rte. Und in seiner Dienststelle fand man ein Waffenreinigungsger&auml;t, was nicht zur Dienstausr&uuml;stung z&auml;hlte.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Auf die Spur dieses hessischen Staatssch&uuml;tzers kam man erst, nachdem man die Videokameras auswertete, die in dem Internetcaf&eacute; installiert waren und die Internetbesucher befragte. Die letzte ver&ouml;ffentlichte Version, die seine Anwesenheit erkl&auml;ren soll, lautet zurzeit wie folgt: Er sei rein zuf&auml;llig und privat dort gewesen und h&auml;tte ahnungslos an der Theke bezahlt, w&auml;hrend der Besitzer bereits tot hinter der Theke lag. Obwohl alle anderen Internetbesucher die Sch&uuml;sse geh&ouml;rt haben, will der hessische Verfassungsschutzbeamte davon nichts mitbekommen haben. Genau so wenig von der Flucht der M&ouml;rder. Die Ermittlungen wurden eingestellt, obgleich ein Abschlussbericht festh&auml;lt: &raquo;Au&szlig;erdem h&auml;tte er das Mordopfer hinter dem Tresen liegend bemerken m&uuml;ssen.&laquo;<\/p><p>W&uuml;rde irgendjemand dieser Serie von Zuf&auml;lligkeiten Glauben schenken, wenn es um die Aufkl&auml;rung einer &rsaquo;linken Straftat&lsaquo; ginge? Und, angenommen, es w&auml;re so: Warum verschwieg der damalige hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) all diese beruflichen Implikationen?<\/p><p>Doch damit nicht genug. Als Ermittler darauf bestanden, weitere Zeugen in diesem Fall zu befragen, bekamen sie als Antwort vom heutigen hessischen Ministerpr&auml;sidenten: <em>&raquo;Ich bitte um Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass die geplanten Fragen &hellip; zu einer Erschwerung der Arbeit des Landesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz f&uuml;hren w&uuml;rden.&laquo;<\/em> (Brauner Terror &ndash; Blinder Staat &ndash; Die Spur des Nazi-Trios, ZDF-Sendung vom 26.6.2012)<\/p><p><strong>Der Verfassungsschutz verhinderte keine Straftaten, sondern deckte sie<\/strong><\/p><p>Die Legitimation des Verfassungsschutzes wird immer wieder damit begr&uuml;ndet, dass die von ihm finanzierten V-M&auml;nner Einblick in neonazistische Strukturen gew&auml;hren, um Straftaten und Verbrechen zu verhindern. Tats&auml;chlich ist das Gegenteil der Fall: Ohne das Zutun verschiedener Verfassungsschutzbeh&ouml;rden w&auml;re die Mordserie nicht m&ouml;glich gewesen. Zu einem &auml;hnlichen Schluss kommt auch der SPD-Abgeordnete Gentzel: <em>&raquo;Unter Roewers &Auml;gide sei es in der Beh&ouml;rde &rsaquo;drunter und dr&uuml;ber gegangen&lsaquo; &ndash; eine Unterst&uuml;tzung des Mordtrios h&auml;lt Gentzel deshalb durchaus f&uuml;r m&ouml;glich.&laquo;<\/em>[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Wie viele &rsaquo;braune Zellen&lsaquo; gibt es in Polizei- und Verfassungsdienststellen, wenn man davon ausgehen muss, dass systematisch Spuren falsch gelegt, Spuren, die zu neonazistischen Organisationen gef&uuml;hrt h&auml;tten, verschwiegen und unterschlagen wurden, Festnahmen, die m&ouml;glich gewesen w&auml;ren, verhindert wurden?<\/p><p>Christian Schl&uuml;ter, ein Frankfurter Rundschau-Redakteur stellte am Ende seiner Betrachtungen die Frage: <\/p><p><em>&raquo;Was hindert uns noch daran, von Staatsterrorismus zu reden?&laquo;<\/em>[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Die Faktenlage ist es jedenfalls nicht.<\/p><p>F&uuml;gt man alle bis heute aufgetauchten Indizien, Spuren und Beweise zusammen, darf festgehalten werden: Die Existenz des Nationalsozialistischen Untergrundes\/NSU ist ohne die NPD denkbar, aber nicht ohne die finanzielle, logistische und geheimdienstliche Unterst&uuml;tzung des Verfassungsschutzes in Th&uuml;ringen.<\/p><p><strong>Der Rettungsschirm f&uuml;r die NSU liegt im Innenministerium<\/strong><\/p><p>Wo liefen die F&auml;den dieser systematischen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die neonazistische Terrorgruppe\/NSU zusammen?<br>\nSelbstverst&auml;ndlich reichen die Befugnisse des Verfassungsschutzes nicht aus, &uuml;ber einen Zeitraum von &uuml;ber 13 Jahren, die Polizei, die zust&auml;ndigen Staatsanwaltschaften zu behindern bzw. zu hintergehen.<\/p><p>Die Entscheidung dar&uuml;ber, wer in einem solchen &rsaquo;Zielkonflikt&lsaquo; zwischen Beh&ouml;rden das Sagen hat, wird im Innenministerium getroffen. Der Schl&uuml;ssel f&uuml;r die fortgesetzte Unt&auml;tigkeit, der Schl&uuml;ssel f&uuml;r den verbrecherischen Umstand, dass Mitglieder der NSU &uuml;ber zehn Jahre morden konnten, liegt im Innenministerium des Landes Th&uuml;ringen. Von 1999 bis 2002 war Christian K&ouml;ckert (CDU) Innenminister. In seine Dienstzeit fiel die Anwerbung des fr&uuml;heren NPD-Landesvizes Tino Brandt als V-Mann. Zu den zahlreichen R&uuml;cktrittsgr&uuml;nden z&auml;hlt auch eine in seinem Amt &rsaquo;verloren gegangene&lsaquo; CD mit vertraulichen Daten, unter anderem Protokolle des Th&uuml;ringischen Verfassungsschutzes und der Parlamentarischen Kontrollkommission. Sein Motto <em>&raquo;Gemeinsamkeit ist das Geheimnis des Erfolges&laquo;<\/em> darf w&ouml;rtlich, also personen- und partei&uuml;bergreifend verstanden werden. Nachfolger wurde Andreas Trautvetter, ebenfalls von der CDU (2002-2004), dann trat Karl Heinz Gasser\/CDU (2004-2008) in die Fu&szlig;stapfen seines Vorg&auml;ngers. Ein gutes Beispiel daf&uuml;r, dass diese organisierte Unt&auml;tigkeit nicht an einzelnen Personen liegt, sondern an der Verfasstheit des Innenministeriums.<\/p><p>Wenn also geplante Zugriffe in letzter Minute abgebrochen, wenn m&ouml;gliche Festnahmen verhindert werden, wenn Konflikte zwischen Polizei und Verfassungsschutz entschieden werden m&uuml;ssen, dann ist als oberster Dienstherr der Innenminister f&uuml;r diese Entscheidungen verantwortlich.<\/p><p><strong>Die Aufkl&auml;rung der Neonazimorde dient vor allem dem Schutz der darin involvierten Verfolgungsorgane.<\/strong><\/p><p>Th&uuml;ringens Ministerpr&auml;sidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat in ihrer Regierungserkl&auml;rung und bei jeder anderen Gelegenheit auch versprochen, die Aufkl&auml;rung der grausamen Verbrechen des &raquo;Nationalsozialistischen Untergrunds&laquo; (NSU) mit Nachdruck und ohne Ansehen der Person voranzutreiben. Mit Blick auf den eingerichteten Untersuchungsausschuss lie&szlig; Frau Lieberknecht die im Dunklen Gelassenen wissen: &raquo;Es muss alles ans Licht. Die Aufkl&auml;rung wird noch eine Weile brauchen und wird weitere Helfer und Helfershelfer ergeben. Das ist noch nicht zu Ende.&laquo; (FR vom 16.2.2012)<\/p><p>Die Bundesanwaltschaft verspricht &auml;hnliches. Ab und an fliegt ein GSG-9-Hubschrauber durchs Bild und illustriert knallharte Fahndungserfolge.<br>\nDas alles h&ouml;rt sich wie eine automatische Ansage in der Endlosschleife an.<br>\nWie in Wirklichkeit daran gearbeitet wird, dass das, was im Dunklen ist, im Dunklen bleibt, dass niemand auch nur in die N&auml;he eines Lichtschalters kommt, belegt ein Beispiel, das zeitgleich an die &Ouml;ffentlichkeit drang.<\/p><p>Unter der &Uuml;berschrift <em>&rsaquo;Im Fall der mutma&szlig;lichen Zwickauer Terrorgruppe NSU wachsen die Zweifel am Aufkl&auml;rungswillen der Sicherheitsbeh&ouml;rden. Das BKA l&auml;sst Ermittlungsdaten l&ouml;schen, die den wohl wichtigsten mutma&szlig;lichen NSU-Unterst&uuml;tzer Andr&eacute; E. betreffen.&lsaquo;<\/em> berichtete die FR vom 13.2.2012 von einer ganz speziellen Art der Aufkl&auml;rung:<br>\n&raquo;Am 15. November vergangenen Jahres war das s&auml;chsische Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz (LfV) vom BKA nach seinen Erkenntnissen &uuml;ber Rechtsextremisten befragt worden, deren Namen von den seit 1998 im Untergrund lebenden mutma&szlig;lichen NSU-Mitgliedern Beate Zsch&auml;pe, Uwe Mundlos und Uwe B&ouml;hnhardt als Alias-Identit&auml;ten verwandt worden waren. Dabei ging es auch um den als Rechtsextremist einschl&auml;gig bekannten Andr&eacute; E., der neben seiner Frau Susanne als wichtigste Bezugsperson des Trios gilt. Die in Zwickau lebenden E.s waren regelm&auml;&szlig;ig zu Besuch bei dem Trio und stellten ihnen Bahncards mit ihren Namen zur Verf&uuml;gung.<\/p><p>In seinem Antwortschreiben an das BKA (&hellip;) teilte Sachsens LfV-Pr&auml;sident Reinhard Boos vor drei Monaten jedoch mit, dass E. im Informationssystem seines Amtes lediglich als Teilnehmer eines rechtsextremen Konzertes im Mai 2011 in Mecklenburg auftauche. Mehr Angaben zu ihm habe man nicht.&laquo;<\/p><p>Diese Aussage erteilte der Verfassungsschutz, obwohl dieser &rsaquo;Namenlose&lsaquo; aufgrund seiner ausgezeichneten Kontakte zur Neonazi-Szene als V-Mann angeworben werden sollte. Ein Neonazi, der der &raquo;2000\/2001 existierenden Gruppe &rsaquo;Wei&szlig;e Bruderschaft Erzgebirge&lsaquo; (WBE) angeh&ouml;rte, die den Kern der NSU-Unterst&uuml;tzerszene bildete&laquo;. (FR vom 13.2.2012)<br>\nWarum frisiert der Verfassungsschutz sein Wissen, ein Wissen, das er Wochen sp&auml;ter einr&auml;umt?<\/p><p>Nur zehn Tage sp&auml;ter, am 24. November 2011 wird Andr&eacute; E. als einer der engsten &rsaquo;Kameraden&lsaquo; der NSU-Mitglieder verhaftet. Dabei wurde auch sein Handy beschlagnahmt. Ein herausragendes Beweismittel, denn es war der &rsaquo;namenlose&lsaquo; Andr&eacute; E., der &raquo;Zsch&auml;pe am 4. November 2011 anrief, nachdem sie ihre Wohnung in der Zwickauer Fr&uuml;hlingsstra&szlig;e in Brand gesetzt hatte und fl&uuml;chtete. Die Auswertung von E&rsquo;s Handy k&ouml;nnte daher Hinweise darauf bringen, wen der Zsch&auml;pe-Freund danach angerufen hat. War darunter m&ouml;glicherweise ein Informant der Sicherheitsbeh&ouml;rden?&laquo;<\/p><p>Eine gute Frage, f&uuml;r die es offensichtlich keine Antwort geben darf. So wurden lt. BILD die Verbindungsdaten, die sich auf dem Handy befanden, auf Anweisung des BKA&rsquo;s gel&ouml;scht. Einen eindeutigeren Beleg daf&uuml;r, dass koordiniert Spuren vernichtet werden sollen, die das enge Zusammenwirken von V-M&auml;nnern und &rsaquo;NSU&lsaquo; belegen k&ouml;nnten, gibt es wohl kaum.<\/p><p>Nimmt man alle vorliegenden Indizien und Beweise, denen fortgesetzt nicht nachgegangen wird, nimmt man all die Spuren, die fortgesetzt vernichtet werden, dann darf man sich die Arbeit der SOKO, die die Verbrechen aufkl&auml;ren soll, so vorstellen:<br>\nEin Drittel ist damit besch&auml;ftigt, noch ein paar Helfer und Unterst&uuml;tzer der &rsaquo;NSU&lsaquo; ausfindig zu machen bzw. festzunehmen. Zwei Drittel der SOKO d&uuml;rfte damit besch&auml;ftigt sein, die Spuren, die es zwischen der &rsaquo;NSU&lsaquo; und den Verfolgungsorganen gibt, zu vernichten bzw. zu verwischen.<\/p><p><strong>L&uuml;ckenlose Aufkl&auml;rung?<\/strong><\/p><p>Mely Kiyak hat in der Frankfurter Rundschau vom 4.6.2012 eine eindrucksvolle Kolumne verfasst, die die <em>Ermittlungen in alle Richtungen<\/em> mit bitterer Ironie so zusammenfasst:<\/p><p>&raquo;Liebes Schweigen im Lande!<br>\nVor drei Wochen ver&ouml;ffentlichte das Bundeskriminalamt (BKA) Urlaubsfotos der NSU-Neonazigruppe. Zwei h&uuml;bsche junge M&auml;nner und eine fr&ouml;hliche Frau mit Stupsnase im Campinglager&hellip;. Uwe B&ouml;hnhardt auf einem gelben Boot. Uwe B&ouml;hnhardt braun gebrannt. Uwe Mundlos im Gegenlicht. Surfen. Lachen. Rauchen&hellip;. Nun die Frage unserer Sicherheitsbeh&ouml;rden: Wer kann Angaben zum Surfbrett machen? Wer kann Angaben zum Mountainbike machen? Stille.<\/p><p>Gegenfrage: Wer kann Angaben zum Verbleib der Sicherheitsbeh&ouml;rden machen? Wer hat sachdienliche Hinweise &uuml;ber den Geheimdienst? Stille&hellip;.<br>\nWer kann Angaben dar&uuml;ber machen, warum die Polizei Profiler engagierte, die auf einen rechtsextremistischen Hintergrund als Mordmotive hinwiesen, der Hinweis aber ignoriert wurde? Wer kann Angaben &uuml;ber den hessischen Verfassungssch&uuml;tzer Andreas T. machen, der am 6. April 2006 in Kassel um 17.01 Uhr und 40 Sekunden im Internetcaf&eacute; von Halit Yozgat sa&szlig; und auf seinen Lieblingsseiten surfte? Um 17.03 Uhr fand Ismail Yozgat seinen sterbenden Sohn. Der Verfassungssch&uuml;tzer gab sp&auml;ter an vergessen zu haben, dass er zum Tatzeitpunkt am Tatort war. Wer kann Angaben dar&uuml;ber machen, weshalb Andreas T. nicht in Untersuchungshaft sitzt? Stille.<\/p><p>Versteht jemand, weshalb es angesichts der desastr&ouml;sen Beweislast gegen die Integrit&auml;t unseres Staates und seiner Sicherheitsbeh&ouml;rden keine Ermittlungsverfahren gegen Innenminister, Polizisten und Staatsanw&auml;lte gibt? Versteht einer die Frage nach dem Verbleib eines Surfbretts angesichts der viel dr&auml;ngenderen Frage nach dem Verbleib rechtsstaatlichen Handelns und dem Verdacht, dass der Ermittlungseifer unseres Sicherheitsapparates immer dann nachlie&szlig;, wenn B&uuml;rger hingerichtet wurden, die nicht Helmut, Herbert oder Heiner hie&szlig;en, sondern Enver, Halit oder Theodorus? Stille.<\/p><p>&rsaquo;Es gab keine hei&szlig;e Spur&lsaquo;, verteidigen sich ehemalige Minister, keine hei&szlig;e Spur in einem Land, wo allein in den letzten zwanzig Jahren 182 Mitb&uuml;rger von Rechtsextremisten get&ouml;tet wurden, deren Taten &rsaquo;fremdenfeindlich&lsaquo; genannt werden. Die Opfer sind fremd und die T&auml;ter stehen uns nahe? Gibt es Zeugen f&uuml;r das M&auml;rchen vom NSU-Untergrund?&hellip;&laquo;<\/p><p>Kein Untersuchungsausschuss wird diese Fragen beantworten, geschweige denn die politischen und strafrechtlichen Konsequenzen daraus ziehen. Warum?<\/p><p><strong>Das M&auml;rchen vom &rsaquo;blinden Staat&lsaquo; &ndash; oder: Noch nie konnte ein Blinder so gut sehen!<\/strong><\/p><p>Obwohl sich bis heute die Beweise und Hinweise stapeln, dass der Staat, also seine Verfolgungsbeh&ouml;rden weder die Spur zu den abgetauchten NSU-Mitgliedern verloren hatten, noch die Behauptung eine Sekunde standh&auml;lt, man habe keine &rsaquo;hei&szlig;e Spur&lsaquo; gehabt, um den neonazistischen Terror zu stoppen, klammern sich alle Aufkl&auml;rer, ob in der Gestalt von Untersuchungsaussch&uuml;ssen oder in Gestalt der Generalbundesanwaltschaft an der aberwitzigen Losung, man habe jahrelang, &uuml;ber ein Jahrzehnt im Dunkeln getappt. Aber auch die Leitmedien halten sich eisern an diese Verlautbarungsformel, mit einer geradezu wirklichkeitsfremden Inbrunst. Da erz&auml;hlen in besagter ZDF-Dokumentation die Eltern von Uwe B&ouml;hnhardt in aller Ausf&uuml;hrlichkeit von mehreren Treffen mit ihrem inzwischen abgetauchten Sohn, von Anrufen, die abgeh&ouml;rt wurden, von Nachrichten im Briefkasten, obwohl der Wohnort der Familie mit Sicherheit observiert wurde &hellip; und die ZDF-Redaktion gibt trotz alledem der Dokumentation den Titel: <em>&rsaquo;Brauner Terror &ndash; Blinder Staat &ndash; Die Spur des Nazi-Trios&lsaquo;<\/em>.<\/p><p>Warum halten alle &rsaquo;Aufkl&auml;rer&lsaquo; an dieser irref&uuml;hrenden Behauptung fest, reden einen Staat blind, obwohl es genug Belege und Hinweise gibt, dass dieser in Gestalt von Kontaktpersonen, von V-M&auml;nnern quasi mit am Tisch der NSU-Mitglieder sa&szlig;?<\/p><p>Das Phantasma vom blinden Staat, von Beh&ouml;rden, die sich 13 Jahre lang von Panne zu Panne hangelten, hat einen enormen politischen Vorteil, einen geradezu widerlichen Zugewinn: Handelt es sich um einen Staat, der sich selbst im Weg stand, dessen Verfolgungsorgane sich selbst blockierten, dann ist die L&ouml;sung ganz einfach: Man optimiert alles, die Geheimdienste, die Kompetenzwege. Man b&uuml;ndelt und zentralisiert, was angeblich verstreut in den verschiedenen Geheimdiensten und Polizeidienststellen gesammelt wurde. Am Ende einer geradezu terroristischen Verbundenheit mit neonazistischen Mordtaten steht dann nicht die Aufl&ouml;sung jener Staatsschutzorgane, sondern ihre Omnipotenz, ihre weitere Erm&auml;chtigung bis hin zur g&auml;nzlichen Aufhebung des Trennungsgebots von Geheimdienst und Polizei. Also ein weiterer Verfassungsbruch!<\/p><p>Ginge man hingegen von der evidenten Annahme aus, dass nicht der Dilettantismus, sondern die hoch konspirative Zusammenarbeit verschiedener Verfolgungsbeh&ouml;rden das &rsaquo;Abtauchen&lsaquo; der sp&auml;teren NSU-Mitglieder erm&ouml;glicht hat, dass all die M&ouml;glichkeiten, die neonazistische Mordserie zu stoppen, nicht an der fehlenden Koordinierung, sondern aufgrund von F&uuml;hrungsqualit&auml;ten, die bis in die zust&auml;ndigen Innenminiserien hinein reichten, vereitelt wurden, dann stellen sich ganz andere Fragen:<br>\nWer hatte Interesse daran, dass die bestens &uuml;berwachten Mitglieder des Th&uuml;ringer Heimatschutzes\/THS &rsaquo;abtauchen&lsaquo; konnten?<br>\nWer organisierte den staatlichen Schutz dieser neonazistischen Terrorgruppe\/NSU?<br>\nWer hat ein politisches Interesse daran, dass in diesem Land neonazistischer Terror &uuml;ber viele Jahre hinweg ver&uuml;bt werden konnte?<br>\nWer sorgt(e) daf&uuml;r, dass Geheimdienste im rechtsfreien Raum agieren k&ouml;nnen?<br>\nWer garantiert bis heute, dass Geheimdienste nicht kontrolliert, das Decken und Begehen von schweren Straftaten nicht verfolgt wird?<br>\nWoran liegt es, dass eine Mehrheit der im Bundestag vertretenen Parteien gar kein Interesse daran hat, ihrer parlamentarischen Kontrollpflicht nachzukommen?<br>\nWie viel &Uuml;bereinstimmung herrscht also unter diesen Parteien, dass das, was politisch nicht mehr kontrolliert wird, weiterhin geschehen kann?<\/p><p>Mely Kiyak, freie Journalistin, hat in ihrer neusten Kolumne in der Frankfurter Rundschau, eine Sitzung des Bundestagsuntersuchungsauschusses zur NSU protokolliert. Es war Gerald Hoffmann, Leitender Kriminaldirektor des Polizeipr&auml;sidiums Nordhessen und Chef der &rsaquo;SOKO Caf&eacute;&lsaquo; geladen, der zu dem Mord in Kassel im Jahr 2006 befragt wurde. Dabei ging es auch um die Frage, warum die Ermittlungen gestoppt, also verhindert wurden. Mely Kiyak fasst den folgenden Dialog zwischen dem Untersuchungsausschuss (UA) und Gerald Hoffmann (GH) so zusammen:<br>\n<em>&raquo;GH: Innenminister Bouffier hat damals entschieden: die Quellen von Herrn T. k&ouml;nnen nicht vernommen werden. Als Minister war er f&uuml;r den Verfassungsschutz verantwortlich.<\/em><br>\nUA: Er war doch auch Ihr Minister! Ist Ihnen das nicht komisch vorgekommen? Jedes Mal, wenn gegen V-M&auml;nner ermittelt wurde, kam einer vom Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz vorbei, stoppt die Ermittlung mit der Begr&uuml;ndung, der Schutz des Landes Hessen ist in Gefahr. Aus den Akten geht eine Bemerkung hervor, die meint, dass man erst eine Leiche neben einem Verfassungssch&uuml;tzer finden m&uuml;sse, damit man Auskunft bekommt. Richtig?<br>\n<em>GH: Selbst dann nicht&hellip;<\/em><br>\nUA: Bitte?<br>\n<em>GH: Es hei&szlig;t, selbst wenn man eine Leiche neben einem Verfassungssch&uuml;tzer findet, bekommt man keine Auskunft.&laquo;<\/em> (FR vom 30.6.2012)<\/p><p>Juli 2012 &ndash; Wolf Wetzel ist Mitglied der Anti-Nazi-Koordination\/ANK Frankfurt<\/p><p>Die Langfassung dieser Recherche findet sich <a href=\"http:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2012\/06\/29\/thesen-zur-neonazistischen-mordserie-des-nationalsozialistischen-untergrundes-nsu\/\">hier<\/a>. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] jW vom 19.11.2011<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Schie&szlig;en lernen in S&uuml;dafrika? FAZ vom 27.11.2011<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] s.o.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Ahnungslos in Kassel, FR vom 8.6.2012<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] FR vom 24.11.2011<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Lieber NSU-Ausschuss, Teil 2!, Mely Kiyak, FR vom 30.6.2012<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Die Zeit vom 17.11.2011<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] FR vom 22.11.2011<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H&auml;tte vor ein paar Monaten jemand behauptet, dass zur &rsaquo;Aufkl&auml;rung&lsaquo; der neonazistischen Mordserie Akten vernichtet, wichtige Erkenntnisse unterschlagen, Untersuchungsaussch&uuml;sse belogen werden, Leitende Beamte des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz Falschaussagen machen, w&auml;re er als Verschw&ouml;rungstheoretiker l&auml;cherlich gemacht worden. Wenn vor Monaten jemand behauptet h&auml;tte, dass die verschiedenen Geheimdienste nicht dilettantisch, sondern perfekt zusammengearbeitet hatten und &uuml;ber ausgezeichnete<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13772\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,125,166],"tags":[901,1266],"class_list":["post-13772","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-rechte-gefahr","category-terrorismus","tag-geheimdienste","tag-nsu"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13772"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13772\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48040,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13772\/revisions\/48040"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}