{"id":137846,"date":"2025-08-23T15:00:32","date_gmt":"2025-08-23T13:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137846"},"modified":"2025-08-23T15:53:05","modified_gmt":"2025-08-23T13:53:05","slug":"mr-andropow-ich-habe-angst-vor-einem-atomkrieg-das-kurze-leben-der-samantha-smith","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137846","title":{"rendered":"\u201eMr. Andropow, ich habe Angst vor einem Atomkrieg!\u201c \u2013 Das kurze Leben der Samantha Smith"},"content":{"rendered":"<p>Sie hatte als zehnj&auml;hriges M&auml;dchen einen Brief an Generalsekret&auml;r Jurij Andropow geschrieben. Und bekam Antwort. Samantha Smith aus Maine erhielt eine Einladung in die Sowjetunion und stellte fest: &bdquo;Die sind ja wie wir!&ldquo; &ndash; Vor 40 Jahren, am 25. August 1985, kam sie im Alter von 13 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Von <strong>Leo Ensel<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>\n<em>Sehr geehrter Herr Andropow,<\/em><\/p>\n<p><em>mein Name ist Samantha Smith. Ich bin 10 Jahre alt. Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch zu Ihrem neuen Job. Ich bin sehr besorgt, dass Russland und die Vereinigten Staaten in einen Atomkrieg hineingeraten k&ouml;nnten. Werden Sie sich f&uuml;r einen Krieg entscheiden oder nicht? Wenn Sie dagegen sind, dann sagen Sie mir bitte, wie Sie helfen werden, keinen Krieg zu f&uuml;hren. Sie m&uuml;ssen diese Frage nicht beantworten, aber ich w&uuml;rde mich freuen, wenn Sie es tun w&uuml;rden: Warum wollen Sie die Welt oder wenigstens unser Land erobern? Gott hat die Welt f&uuml;r uns erschaffen, damit wir zusammenleben und sie beh&uuml;ten. Nicht, um uns zu bek&auml;mpfen oder damit einer Gruppe von Menschen alles geh&ouml;rt. Bitte lassen Sie uns tun, was er wollte, damit alle gl&uuml;cklich sein k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.samanthasmith.info\/letter\"><em>Samantha Smith<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>PS: Bitte schreiben Sie zur&uuml;ck!<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Zehnj&auml;hrige und der Generalsekret&auml;r<\/strong><\/p><p>Es klingt wie ein M&auml;rchen oder wie eine Story aus einem Kitschroman. Aber die unglaublichsten Geschichten schreibt bekanntlich immer noch das Leben selbst. Mitten im k&auml;ltesten Krieg, im November 1982, verfasst ein zehnj&auml;hriges M&auml;dchen in Maine, USA einen Brief an den sowjetischen Parteichef Jurij Andropow. Beide Seiten sind zu diesem Zeitpunkt bis an die Z&auml;hne bewaffnet, und in den Vereinigten Staaten existieren bereits Denkschulen, die einen m&ouml;glichen Atomkrieg f&uuml;r f&uuml;hr- und gewinnbar halten. Ein knappes halbes Jahr sp&auml;ter wird US-Pr&auml;sident Reagan die Sowjetunion gar als das &bdquo;Reich des B&ouml;sen&ldquo; bezeichnen.<\/p><p>Aber das M&auml;dchen will es genauer wissen. Es h&auml;lt den Chef der anderen Seite offenkundig zumindest f&uuml;r dialogf&auml;hig. Und der l&auml;sst Ausz&uuml;ge von Samanthas Brief in der <em>Prawda <\/em>ver&ouml;ffentlichen und schreibt &ndash; wenn auch erst mit f&uuml;nf Monaten Versp&auml;tung &ndash; am 19. April 1983 zur&uuml;ck. Die wichtigsten S&auml;tze in seinem <a href=\"https:\/\/www.samanthasmith.info\/letter\">Antwortschreiben<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Ihre Frage ist die dr&auml;ngendste, die jeder denkende Mensch stellen kann. Ich werde Ihnen ernsthaft und ehrlich antworten. Die Sowjets wissen sehr gut, was f&uuml;r eine schreckliche zerst&ouml;rerische Angelegenheit Krieg ist. Vor 42 Jahren griff Nazideutschland, das die ganze Welt beherrschen wollte, unser Land an, es verbrannte und vernichtete viele Tausend unserer St&auml;dte und D&ouml;rfer und t&ouml;tete Millionen sowjetischer M&auml;nner, Frauen und Kinder. In dem Krieg, der mit unserem Sieg endete, waren wir im B&uuml;ndnis mit den Vereinigten Staaten und k&auml;mpften gemeinsam f&uuml;r die Befreiung vieler Nationen von den Nazi-Invasoren. Ich hoffe, Sie wissen das aus dem Geschichtsunterricht in der Schule!<\/em><\/p>\n<p><em>Sowohl Amerika als auch wir haben Atomwaffen &ndash; f&uuml;rchterliche Waffen, die sofort Millionen von Menschen t&ouml;ten k&ouml;nnen. Wir wollen aber nicht, dass sie jemals benutzt werden. Deshalb hat die Sowjetunion der Welt feierlich angek&uuml;ndigt, dass sie niemals &ndash; niemals! &ndash; zuerst Atomwaffen gegen ein Land einsetzen wird. Und ganz generell schlagen wir vor, die weitere Produktion einzustellen und weltweit mit der Zerst&ouml;rung aller Sprengk&ouml;pfe zu beginnen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Der Brief des Parteichefs endet mit einer Einladung an Samantha f&uuml;r den kommenden Sommer in das bekannte Ferienkamp f&uuml;r Kinder und Jugendliche &bdquo;Artek&ldquo; bei Jalta am Schwarzen Meer. Sie solle sich selbst ein Bild machen von dem Land und der Friedensliebe seiner Bewohner.<\/p><p>&bdquo;<strong>Die sind ja wie wir!&ldquo;<\/strong><\/p><p>Und die nimmt an.<\/p><p>Schon im Vorfeld berichtet die internationale Presse. Der ungew&ouml;hnliche Briefwechsel einer Zehnj&auml;hrigen mit dem Generalsekret&auml;r der KPdSU erregt gro&szlig;e Aufmerksamkeit. Offenbar hat die Geschichte einen Nerv getroffen. Samantha wird von Journalisten aus Frankreich, England, Australien, Bulgarien und Deutschland <a href=\"https:\/\/people.com\/archive\/maines-samantha-smith-has-a-red-letter-day-when-andropov-becomes-a-pen-pal-vol-19-no-19\/\">interviewt<\/a> und ist in diversen amerikanischen Talkshows zu Gast.<\/p><p>Am 7. Juli 1983 fliegt sie in Begleitung ihrer Eltern nach Moskau. Und wird von den Russen wie eine kleine Prinzessin empfangen, genauer: als Botschafterin in Friedensangelegenheiten. Insgesamt zwei Wochen bleibt Samantha in der UdSSR. In Moskau besichtigt sie den Kreml, legt Blumen auf den Gr&auml;bern des Unbekannten Soldaten und von Jurij Gagarin nieder, trifft Valentina Tereschkowa, die erste Frau im Weltraum, und besucht das Bolschoi-Theater, den Moskauer Zirkus, das Olympiazentrum und andere Sehensw&uuml;rdigkeiten. Nur mit einem pers&ouml;nlichen Treffen mit Jurij Andropow klappt es nicht, weil dessen Gesundheit zu diesem Zeitpunkt schon recht angeschlagen ist.<\/p><p>Im Pionierlager Artek auf der Krim angekommen, fragt man sie, wo sie leben will: mit ihren Eltern im Hotel oder zusammen mit den M&auml;dchen im Lager. Nat&uuml;rlich entscheidet sich Samantha f&uuml;r die Gleichaltrigen aus der ganzen Sowjetunion und teilt mit ihnen den Ferienalltag: Morgengymnastik, Ausfl&uuml;ge zu den zahlreichen Sehnsuchtsorten an der Schwarzmeerk&uuml;ste und das traditionelle Versenken von <a href=\"https:\/\/www.upi.com\/Archives\/1983\/07\/10\/Samantha-floats-a-wish-for-peace\/5780426657600\/?spt=su\">Flaschenpost<\/a> auf offenem Meer. Samanthas Botschaft ist wenig erstaunlich: &bdquo;Ich w&uuml;nsche uns allen Frieden f&uuml;r den Rest unseres Lebens!&ldquo; Auf einer Pressekonferenz im Lager von einer sowjetischen Journalistin gefragt, was sie tun w&uuml;rde, wenn sie magische Kr&auml;fte h&auml;tte, antwortet sie: &bdquo;Die Bombe abschaffen!&ldquo;<\/p><p>Und nat&uuml;rlich unterh&auml;lt sie sich abends mit ihren neuen sowjetischen Freundinnen und Freunden stundenlang &uuml;ber Amerika, Klamotten, Musik &ndash; und manchmal auch &uuml;ber Krieg und Frieden. Samantha in ihrem <a href=\"https:\/\/suuk.su\/knigi\/SamanthaSmith.pdf\">Buch<\/a>, das sie sp&auml;ter &uuml;ber diese Reise schreiben wird: &bdquo;Alle wollten wissen, wie ich lebe, und manchmal sprachen wir abends &uuml;ber Krieg und Frieden. Aber das schien &uuml;berfl&uuml;ssig, weil alle ein gutes Bild von Amerika hatten und nat&uuml;rlich keinen Krieg wollten.&ldquo;<\/p><p>Ein Besuch in Leningrad, wo man ihr nicht nur die Eremitage, das Schloss Peterhof und das Mariinskij-Theater zeigt, sondern ihr auch von der neunhundertt&auml;gigen Belagerung durch die Wehrmacht berichtet und das ergreifende Blockadetagebuch von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tatjana_Nikolajewna_Sawitschewa\">Tanja Saitschewa<\/a> zu lesen gibt, rundet den zweiw&ouml;chigen Besuch in der Sowjetunion ab.<\/p><p>Nach Hause zur&uuml;ckgekehrt, hat Samantha f&uuml;r ihr Land und den Rest der Welt zwei Botschaften parat: &bdquo;Jetzt bin ich mir sicher, dass Russen wie Amerikaner keinen Krieg wollen!&ldquo; und &bdquo;Die Russen sind wie wir!&ldquo;<\/p><p><strong>Der fr&uuml;he Tod einer Friedensbotschafterin<\/strong><\/p><p>Samantha erh&auml;lt Post aus aller Welt. Sie berichtet in den amerikanischen Fernsehkan&auml;len von ihrer Reise, Ende 1983 wird sie nach Japan eingeladen, wo sie in Kobe auf einem Kindersymposion einen &bdquo;International Granddaughter Exchange&ldquo; anregt: F&uuml;hrende Staatsm&auml;nner aller Nationen sollen ihre Enkelinnen und Enkel in &sbquo;normale&lsquo; Familien anderer L&auml;nder schicken &ndash; um ihnen &auml;hnliche Erfahrungen zu erm&ouml;glichen, wie sie sie in der Sowjetunion sammeln konnte.<\/p><p>Schnell kann Samantha die vielen Briefe nicht mehr beantworten. Ihr Vater gibt seinen Job als Dozent f&uuml;r englische Literatur an der University of Maine auf und &uuml;bernimmt f&uuml;r sie die anfallende Korrespondenz. Eltern und Tochter verfassen ein Buch &bdquo;Eine Reise in die Sowjetunion&ldquo;, das Samantha allen Kindern auf der Erde widmet. Es erscheint u.a. auf <a href=\"https:\/\/suuk.su\/knigi\/SamanthaSmith.pdf\">Russisch<\/a>, Deutsch, Litauisch und Spanisch. Samantha wird nicht nur zu Vortr&auml;gen und Talkshows eingeladen, das nun bekannte M&auml;dchen spielt auch in einigen Fernsehserien mit.<\/p><p>Am 25. August 1985 kehren Samantha und ihr Vater von Dreharbeiten zur Serie &bdquo;Lime Street&ldquo; aus Gro&szlig;britannien zur&uuml;ck. In Boston besteigen sie die Maschine einer regionalen Fluggesellschaft. Da verfehlt das Flugzeug beim Landeanflug in Auburn-Lewiston\/Maine die Landebahn und st&uuml;rzt ab. Die beiden Piloten und alle sechs Passagiere kommen ums Leben. Samantha Smith ist gerade mal 13 Jahre alt.<\/p><p>Um die tausend Menschen kommen zum Gedenkgottesdienst f&uuml;r Samantha und ihren Vater nach Auburn. Und der neue sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow &ndash; er ist seit f&uuml;nf Monaten im Amt &ndash; schickt einen offiziellen Vertreter, der folgende Botschaft verliest:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Jeder, der Samantha Smith in der Sowjetunion kannte, wird sich f&uuml;r immer an das Bild eines amerikanischen M&auml;dchens erinnern, das wie Millionen sowjetischer Jungen und M&auml;dchen vom Frieden, von der Freundschaft zwischen den V&ouml;lkern der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion tr&auml;umte.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Ein Vierteljahr sp&auml;ter wird Gorbatschow sich in Genf erstmals mit US-Pr&auml;sident Reagan treffen, und zwei Jahre danach werden sie den bedeutendsten Abr&uuml;stungsvertrag der Weltgeschichte unterzeichnen. Insgesamt schaffen es die beiden, 80 Prozent aller Atomsprengk&ouml;pfe weltweit zu verschrotten.<\/p><p>Im Oktober 1985 gr&uuml;ndet Samanthas Mutter Jane die &bdquo;Samantha Smith Foundation&ldquo; f&uuml;r den Austausch von Sch&uuml;lern aus der Sowjetunion und den USA. Und noch im selben Jahr erscheint in der Sowjetunion eine Briefmarke, die das Portr&auml;t des M&auml;dchens ziert. Ein Jahr sp&auml;ter kommen im Sommer erstmals 20 sowjetische Schulkinder nach Maine und verbringen zusammen mit 150 amerikanischen Altersgenossen drei Wochen in einem Kinderfriedenslager. Zeitgleich wird im Pionierlager Artek, in das 1986 nun 20 amerikanische Schulkinder kommen werden, eine Stra&szlig;e nach Samantha benannt. Es sind nur die ersten von vielen noch kommenden Ehrungen.<\/p><p>In der &auml;lteren Generation des postsowjetischen Raums ist Samantha bis heute unvergessen.<\/p><p>&bdquo;<strong>Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder &hellip;&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich beinhaltet das kurze Leben von Samantha Smith &ndash; wie Zyniker vielleicht h&ouml;hnen k&ouml;nnten &ndash; alle Ingredienzien einer tragisch-sch&ouml;nen Heiligengeschichte, einschlie&szlig;lich ihres extrem fr&uuml;hen Todes. Das ist der Stoff, aus dem Filme gemacht werden. Aber wenn man f&uuml;r einen Moment einmal den Focus von dem M&auml;dchen weg auf den historischen Kontext verlagert, so wird deutlich: In dieser Zeit war das Bewusstsein der akuten Gefahr eines alles vernichtenden Atomkriegs zwischen den Superm&auml;chten offensichtlich in West und Ost so pr&auml;sent und solches Allgemeingut, dass schon ein sensibles zehnj&auml;hriges M&auml;dchen den Antrieb versp&uuml;rte, sich hinzusetzen und einen Brief an den Chef der verfeindeten Supermacht zu verfassen.<\/p><p>Von einem solchen Bewusstsein kann man in der heutigen Zeit, in der die Weichen f&uuml;r eine noch dramatischere Zuspitzung der atomaren Aufr&uuml;stung l&auml;ngst gestellt sind, nur tr&auml;umen!<\/p><p>In der Bibel, zu der sich ja nicht nur in den USA, sondern nun auch im postkommunistischen Russland Staatsm&auml;nner der h&ouml;chsten R&auml;nge &ndash; zumindest den Lippen nach &ndash; bekennen, steht ein Satz, der auch Andersgl&auml;ubigen, Agnostikern und Atheisten wohlbekannt ist: &bdquo;Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder &hellip;&ldquo; Vielleicht k&ouml;nnte es ja auch heute wieder sinnvoll sein, sich die weltpolitische Lage mal versuchsweise mit den Augen einer wachen Zehnj&auml;hrigen anzuschauen: Was w&uuml;rde sie sehen, &auml;ngstigen, ins Nachdenken bringen? W&auml;ren es &sbquo;nur&lsquo; die schrecklichen Kriege in der Ukraine und in Gaza oder die globale Umweltzerst&ouml;rung, gegen die viele junge Menschen ja bereits auf die Stra&szlig;e gehen? Oder w&uuml;rde dem Kind auch die andere, noch umfassendere Gefahr zu Bewusstsein kommen?<\/p><p>Und w&auml;re eigentlich eine heutige &sbquo;Samantha Smith&lsquo; auch (wieder) denkbar? Vielleicht ja sogar in beiden L&auml;ndern? Eine zehnj&auml;hrige Amelia in St. Louis und eine gleichaltrige Rita aus Lipezk, die ihre Sorgen direkt an den Pr&auml;sidenten des anderen Landes richten w&uuml;rden? Und nehmen wir an, es g&auml;be sie: Was w&uuml;rden sie heute schreiben? Vielleicht: &bdquo;Was tun Sie daf&uuml;r, damit das Blutvergie&szlig;en in der Ukraine und in Gaza so schnell wie m&ouml;glich gestoppt wird?&ldquo; Oder: &bdquo;Warum wollen Sie nicht friedlich mit unserem Land zusammenarbeiten?&ldquo; Oder: &bdquo;Warum erkl&auml;ren Sie nicht zusammen mit unserem Pr&auml;sidenten, dass ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und deshalb auch niemals begonnen werden darf?&ldquo; Und schlie&szlig;lich: &bdquo;Warum verschrotten Sie nicht alle Atombomben, bevor sie unseren Planeten vernichten?&ldquo;<\/p><p>Und wie w&uuml;rden die heutigen Adressaten darauf reagieren?<\/p><p>PS:<\/p><p>Was weder Samantha noch ihr m&auml;chtiger Briefpartner im Kreml ahnen konnten, als er ihr im April 1983 antwortete: <em>Samanthas &Auml;ngste vor einem m&ouml;glichen Atomkrieg waren nur zu berechtigt!<\/em> F&uuml;nf Monate nach Andropows Antwort und zwei Monate nach Samanthas Reise in die Sowjetunion schrillten am 26. September kurz nach Mitternacht im sowjetischen Raketenabwehrzentrum Serpuchow 15 bei Moskau die Sirenen. F&uuml;nfmal hintereinander meldete das Fr&uuml;hwarnsystem den Start einer amerikanischen Interkontinentalrakete. Nur dem besonnenen Verhalten des diensthabenden Offiziers <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/der-mann-der-die-welt-vor-einem-atomkrieg-rettete\/\">Stanislaw Petrow<\/a>, der die Nerven behielt und &ndash; wie sich sp&auml;ter herausstellte, richtigerweise &ndash; der Milit&auml;rf&uuml;hrung einen Fehlalarm aufgrund eines Computerirrtums meldete, ist es zu verdanken, dass der Welt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Atomkrieg aus Versehen erspart blieb!<\/p><p>Und vom 2. bis 12. November simulierte die NATO im Rahmen des Man&ouml;vers <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Um-Haaresbreite-3376469.html?seite=all\">&bdquo;Able Archer 83&ldquo;<\/a> den Atomkrieg gegen die Sowjetunion unter so realistischen Bedingungen, dass Staats- und Parteichef Jurij Andropow, von einem unmittelbar bevorstehenden amerikanischen &Uuml;berraschungsangriff mittlerweile fest &uuml;berzeugt, die sowjetischen Bomber in der DDR und Polen startklar machen und &ndash; einmalig in der Geschichte des Kalten Krieges &ndash; mit scharfen nuklearen Sprengk&ouml;pfen best&uuml;cken lie&szlig;. Auch hier hat die Welt gro&szlig;es Gl&uuml;ck gehabt, wenn es stimmen sollte, dass ausgerechnet der ins NATO-Hauptquartier eingeschleuste DDR-Topagent Rainer Rupp, alias &bdquo;Topas&ldquo;, der Sowjetf&uuml;hrung gerade noch rechtzeitig vermelden konnte, dass es sich bei &bdquo;Able Archer&ldquo; tats&auml;chlich nur um eine &Uuml;bung handelte.<\/p><p>Das Andenken an Samantha Smith zu ehren und zu bewahren, bedeutet in allererster Linie, heute, morgen und in alle Zukunft das Menschenm&ouml;gliche zu tun, dass solche Situationen niemals &ndash; <em>niemals!<\/em> &ndash; wieder eintreten k&ouml;nnen!<\/p><p><small>Titelbild: Alones\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie hatte als zehnj&auml;hriges M&auml;dchen einen Brief an Generalsekret&auml;r Jurij Andropow geschrieben. Und bekam Antwort. Samantha Smith aus Maine erhielt eine Einladung in die Sowjetunion und stellte fest: &bdquo;Die sind ja wie wir!&ldquo; &ndash; Vor 40 Jahren, am 25. August 1985, kam sie im Alter von 13 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Von <strong>Leo<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=137846\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":137847,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,198,170],"tags":[1519,1120,1268,2147,1556,2181],"class_list":["post-137846","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-friedenspolitik","tag-atomwaffen","tag-friedensbewegung","tag-kalter-krieg","tag-sowjetunion","tag-usa","tag-wettruesten"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/shutterstock_2341646169.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=137846"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137905,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137846\/revisions\/137905"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/137847"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=137846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=137846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=137846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}