{"id":13788,"date":"2012-07-06T16:00:35","date_gmt":"2012-07-06T14:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788"},"modified":"2012-07-06T16:00:35","modified_gmt":"2012-07-06T14:00:35","slug":"hinweise-des-tages-ii-68","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h01\">&Ouml;konomenstreit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h02\">Spanische Immobilien sind Turbo-Wertvernichter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h03\">Kanzlerin Merkel im Stimmungshoch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h04\">Erniedrigungsanstalt Arbeitsagentur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h05\">Leiharbeit in Pflegeberufen hat dramatisch zugenommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h06\">Der Porsche-Trick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h07\">Adressauskunft: Widerspruchsrecht abgeschafft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h08\">Der Fall Mappus, ein Lehrst&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h09\">Mythos Politikberater &ndash; das Schattenmanagement der Lobbyisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h10\">Keine Wirtschaft f&uuml;r junge Leute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h11\">Einwanderer sind besser ausgebildet als Deutsche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h12\">Wo Romneys Geld w&auml;chst und gedeiht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h13\">Syrien: &ldquo;Was wir sehen, ist B&uuml;rgerkrieg&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788#h14\">Das Letzte: Betreuungsgeld f&uuml;r Putzhilfe<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13788&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&Ouml;konomenstreit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Hans-Werner Sinn, die Euro-Krise und der Stammtisch<\/strong><br>\nEinmal mehr formieren sich in Deutschland &Ouml;konomen, um gegen die Euro-Krisenpolitik aufzubegehren. Der Aufruf von &uuml;ber 150 &Ouml;konomen um Hans-Werner Sinn ist nicht die erste Kritik an Europas Kurs. Ein Kritiker der Kritiker spricht von &ldquo;Stammtisch-&Ouml;konomie&rdquo;&hellip;<br>\nAnsonsten liefert das Dokument Allgemeinpl&auml;tze, die kaum Bezug nehmen auf die akuten Probleme der Euro-Zone&hellip;<br>\nWas in der aktuellen Lage hingegen zu tun sei, dar&uuml;ber schweigen die Professoren. &ldquo;Das ist schlimmste Stammtisch-&Ouml;konomie&rdquo;, kritisiert Peter Bofinger, Mitglied im Sachverst&auml;ndigenrat, den Aufruf. &ldquo;Deutsche &Ouml;konomen sind gut im Jammern &ndash; das ist in der aktuellen Lage aber absolut kontraproduktiv&rdquo;, so Bofinger.<br>\nVon Top-&Ouml;konomen kommt ebenfalls teils harsche Kritik an dem Brief. Dennis Snower, Chef des Kieler Instituts f&uuml;r Weltwirtschaft, kritisierte den Aufruf: &ldquo;Der Aufruf sch&uuml;rt lediglich &Auml;ngste und zeigt keinen einzigen Weg zur L&ouml;sung der Probleme auf. Dar&uuml;ber hinaus schadet der er dem Ansehen Deutschlands in Europa&rdquo;, sagte Snower der FTD. Gustav Horn, Chef des D&uuml;sseldorfer Forschungsinstituts, f&uuml;gte gegen&uuml;ber der FTD hinzu: &ldquo;Die Sprache dieser &Ouml;konomen st&ouml;&szlig;t mich ab. Sie ist gepr&auml;gt von nationalen Klischees und einem latenten Nationalismus aus PR-Gr&uuml;nden. Ich sch&auml;me mich, dass so viele Kollegen ein solches Dokument unterzeichnen. Das wirft kein gutes Licht auf unsere Zunft.&rdquo;<br>\nNach Ver&ouml;ffentlichung des Aufrufs d&uuml;rfte die internationale Kritik nicht lange auf sich warten lassen, greift doch auch diesmal wieder: Deutsche Politiker und &Ouml;konomen stellen sich in der Euro-Krise vehement gegen viele Vorschl&auml;ge zur L&ouml;sung der Probleme &ndash; liefern jedoch selbst keinen Beitrag. Stattdessen folgen weitere ordnungstheoretische Forderungen mit geringem Praxisbezug: &ldquo;Banken m&uuml;ssen scheitern d&uuml;rfen.&rdquo;&hellip;<br>\n&ldquo;Es ist an der Zeit, dass die deutschen &Ouml;konomen sich entweder zum Euro bekennen &ndash; oder dagegen&rdquo;, so Bofinger. Entscheide man sich daf&uuml;r, m&uuml;sste man eine gemeinsame Haftung in Europa akzeptieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:offener-brief-gegen-bankenunion-hans-werner-sinn-die-euro-krise-und-der-stammtisch\/70059428.html%20\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> In einer Stellungnahme, die der Zeitung &bdquo;Handelsblatt&ldquo; vorliegt, reagieren sie auf den gestrigen Protestaufruf. Zu den Autoren dieses neuen Schreibens z&auml;hlen der ehemalige Vorsitzende des Sachverst&auml;ndigenrates Bert R&uuml;rup, der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael H&uuml;ther, und der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. Die &Ouml;ffentlichkeit sei durch Sorgen und &Auml;ngste gepr&auml;gt, die sich mehr aus unbestimmten Gef&uuml;hlen als aus sachlichen Informationen speisen, hei&szlig;t es in der Stellungnahme. &bdquo;In einer solchen Situation kann es nicht die Aufgabe von &Ouml;konomen sein, mit Behauptungen, fragw&uuml;rdigen Argumenten und in einer von nationalen Klischees gepr&auml;gten Sprache die &Ouml;ffentlichkeit durch einen Aufruf weiter zu verunsichern.&ldquo; In dem Text der Fachkollegen w&uuml;rden insbesondere &Auml;ngste und Emotionen vor einer Bankenunion gesch&uuml;rt, ohne dass dies mit den erforderlichen Fakten unterlegt werde. &bdquo;Die Gipfelbeschl&uuml;sse lassen diese Dramatisierung definitiv nicht zu&ldquo;, schreibt <a href=\"http:\/\/www.fazfinance.net\/Aktuell\/Wirtschaft-und-Konjunktur\/Offener-Schlagabtausch-ueber-Politik-zur-Eurorettung-6012.html\">die &Ouml;konomengruppe<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Siehe dazu auch:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Vom Dilettantismus der deutschen &Ouml;konomen<\/strong><br>\nVom am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten Aufruf der deutschen &Ouml;konomen kursieren im Netz zwei Versionen. Ein Vergleich von Prototyp und Endprodukt offenbart die Schw&auml;chen unserer VWL-Elite. Fremdsch&auml;mpotenzial: maximal hoch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:kritik-von-hans-werner-sinn-und-anderen-vom-dilettantismus-der-deutschen-oekonomen\/70059879.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Alarmruf aus dem Elfenbeinturm<\/strong><br>\nDie hiesige &Ouml;konomenzunft k&auml;mpft seit geraumer Zeit international um den Anschluss. Mit ihrer deutschen Prinzipienreiterei, auch Ordnungspolitik genannt, man&ouml;vrierten sie sich international ins Abseits. In den vergangenen Jahren hatte allerdings ein Reformprozess eine erste &Ouml;ffnung eingeleitet. In der Euro-Debatte aber prallen die alten Gegens&auml;tze wieder mit voller Kraft aufeinander.<br>\nGenau wie der IWF dr&auml;ngen die OECD, die Weltbank und andere internationale Organisationen ebenso wie &Ouml;konomen von den internationalen Top-Universit&auml;ten Merkel zu mehr Entschlossenheit und zu einer Abkehr vom Glauben, die vielschichten Probleme der Euro-Zone lie&szlig;en sich allein mit einem m&ouml;glichst strikten Sparkurs f&uuml;r alle L&auml;nder beheben. Die deutschsprachigen Professoren warnen dagegen vor einer &bdquo;Sozialisierung von Schulden&ldquo; und einer &bdquo;kollektiven Haftung f&uuml;r die Schulden der Banken des Euro-Systems&ldquo;. Mehrfach unterscheiden die Akademiker in ihrem kurzen Text zwischen den &bdquo;soliden L&auml;ndern&ldquo; und den &bdquo;Schuldnerl&auml;ndern&ldquo;, die sie mit den &bdquo;s&uuml;dlichen L&auml;ndern&ldquo; gleichsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/schuldenkrise\/euro-krise-alarmruf-aus-dem-elfenbeinturm,1471908,16557006.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Borja Mateo im Interview: Spanische Immobilien sind Turbo-Wertvernichter <\/strong><br>\n&ldquo;Das Angebot an Immobilien &uuml;bertrifft die Nachfrage derzeit um das 17-fache, das hei&szlig;t auf einen Interessent kommen 17 H&auml;user. 1,9 Millionen Immobilien stehen zum Verkauf, 1,3 Millionen sind noch im Bau. Zus&auml;tzlich stehen 2,6 Millionen H&auml;user leer &ndash; und die befinden sich in Ballungszentren wie Madrid oder Barcelona, es sind also keine Zweitwohnsitze. Dieses Jahr werden die H&auml;userpreise im Vergleich zum September 2011 nochmals um 15 bis 25 Prozent zur&uuml;ckgehen. Das ist schlecht f&uuml;r die Banken, denn die haben ja Kredite vergeben, die als Sicherheit diese Immobilien hatten. Wenn deren Wert nun weiter sinkt, wird auch das Problem der Banken immer gr&ouml;&szlig;er. &hellip; Das Problem der Banken ist auch ein Versagen der Aufsichtsbeh&ouml;rden. Eigentlich h&auml;tte die spanische Nationalbank die Banken beaufsichtigen m&uuml;ssen, aber sie hatte ja selbst ein Interesse an steigenden Immobilienpreisen. Man k&ouml;nnte sogar soweit gehen, dass die deutsche Bankenaufsichtsbeh&ouml;rde BaFin eine Schuld an der Krise hat, denn auch die deutschen Geldinstitute haben zum gro&szlig;en Teil die spanische Immobilienblase finanziert. Wenn Sie mal jemand fragt, was der gr&ouml;&szlig;te Exportschlager in der Geschichte Spaniens ist, dann m&uuml;ssen Sie sagen: Hypothekendarlehen. Deshalb ist es nicht nur das Problem der spanischen Banken sondern auch das der franz&ouml;sischen und deutschen Banken. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/immobilien\/ratgeber-hintergrund\/borja-mateo-im-interview-spanische-immobilien-sind-turbo-wertvernichter\/v_detail_tab_print\/6794484.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Borja Mateo weist auf ein wichtiges, meist vernachl&auml;ssigtes, zentrales Problem des europ&auml;ischen Binnenmarktes hin. Im Gegensatz zur Norderweiterung gelangten mit der S&uuml;derweiterung wie auch der Osterweiterung im Verh&auml;ltnis zum industriellen Kern Europas relativ wenig entwickelte Volkswirtschaften in den europ&auml;ischen Wirtschaftsraum. Leider haben sowohl Alt-Europa wie auch die neuen Mitglieder das versch&auml;rfte Entwicklungsgef&auml;lle in diesen Markt nicht realisiert bzw. hingen dem Glauben an, dass die Marktmechanismen zu einer weit gehenden Konvergenz f&uuml;hren w&uuml;rden. Angemessen w&auml;re sowohl vonseiten der europ&auml;ischen Zentrale wie auch vonseiten der s&uuml;deurop&auml;ischen bzw. osteurop&auml;ischen Volkswirtschaften eine Industriepolitik gewesen, welche die Modernisierung dieser L&auml;nder betrieben h&auml;tte. Die relativ geringen Mittel der Europ&auml;ischen Strukturfonds wurden gr&ouml;&szlig;tenteils in die europ&auml;ische Verkehrsinfrastruktur gesteckt und nicht in den Aufbau der einheimischen Industrie. In ihrer Marktgl&auml;ubigkeit kamen die europ&auml;ischen Akteure &uuml;berhaupt nicht auf die Idee, die europ&auml;ische Ersparnis sowohl des europ&auml;ischen Kerns als auch der europ&auml;ischen Peripherie in die Realwirtschaft der Peripherie zu lenken. Nur vereinzelt und nicht ausreichend kam es zu Direktinvestitionen, welche die Industriestruktur dieser L&auml;nder beeinflusste. In Spanien l&auml;sst sich sehr gut beobachten, wie das einheimische wie auch das europ&auml;ische Kapital in Form von Krediten in den Bausektor floss und nicht beispielsweise in das produzierende Gewerbe. Das Vers&auml;umnis einer europ&auml;ischen Industriepolitik ist allerdings nicht nur der marktgl&auml;ubigen Ideologie der europ&auml;ischen Eliten zu verdanken, sondern auch den Interessen des europ&auml;ischen Gro&szlig;kapitals. Dies ist keineswegs eine Verschw&ouml;rungstheorie, sondern l&auml;sst sich leicht durch Dokumente des ERT (European Round Table of Industrialists) belegen, welche eins zu eins <a href=\"http:\/\/www.cafebabel.de\/article\/11234\/die-mutter-aller-lobbies.html\">von der Kommission &uuml;bernommen wurde<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>So kam es, wie es kommen musste: Kerneuropa konkurrierte die in Ans&auml;tzen bestehenden industriellen Nischen der Peripherie einfach weg. Sowohl im Vorlauf des Binnenmarktprojektes als auch bereits wenige Jahre nach 1993 lief in der EU ein beispielloser Konzentrationsprozess ab. So belieferten z.B. bei der Herstellung von K&uuml;hlschr&auml;nken und Waschmaschinen 1985 noch 150 Unternehmen 75% des europ&auml;ischen Marktes; 1990 befanden sich bereits 80% des Marktes in der Hand von 15 Konzernen, und 1995 kontrollierten nur noch sieben gro&szlig;e Gruppen 86% des Marktes. Wenn man unter Wettbewerbsf&auml;higkeit, u.a. die F&auml;higkeit versteht, sich Einkommen zu verschaffen, so konnten die spanische Industrie und damit auch das Land nicht gest&auml;rkt aus diesem Prozess hervor gehen.<\/em><br>\n<em>Was nun die spanische die Immobilienblase im engeren Sinne betrifft hat nat&uuml;rlich nicht nur die spanische Zentralbank versagt, sondern ebenso die EZB. Kaum ein Ereignis in der Finanzkrise war so vorhersehbar wie das Platzen der spanischen Immobilienblase. Aber seitens der EZB, der Kommission oder der einzelnen Mitglieder im Euroclub kam nicht einmal im Ansatz ein Gedanke auf, wie diese Blase zu verhindern gewesen w&auml;re bzw. wie Kredite der Peripherie in investive Verwendungen der Realwirtschaft zu lenken gewesen w&auml;ren. Genauso blind waren die M&auml;rkte bzw. die Ratingagenturen, welche die Risiken der Banken, aber auch des Staates, ob des auf Sand gebauten spanischen Booms nicht bemerken wollten. Es unbegreiflich, dass nicht realisiert wurde, dass die W&auml;hrungsunion zu einer Verlagerung der Risiken von den Devisen- auf die Wertpapierm&auml;rkte f&uuml;hren musste. Im Prinzip h&auml;tten die M&auml;rkte bereits in dem Moment reagieren m&uuml;ssen, als feststand, welche L&auml;nder die W&auml;hrungsunion bilden w&uuml;rden, und dem mit einer Ausweitung der Zinsdifferenz etwa zwischen deutschen und z.B. italienischen Staatspapieren Rechnung tragen m&uuml;ssen. Aber nach der Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion haben die Finanzm&auml;rkte bei ihrer Risikobeurteilung von Staatsanleihen kaum zwischen den einzelnen Ausgabel&auml;ndern unterschieden. W&auml;hrend in einem anderen W&auml;hrungsraum, den USA, gegen Ende der 90er der damals der am schlechtesten bewertete US-Bundesstaat Louisiana (Baa1) eine Schuldenlastquote (Schuldendienst in Prozent der Staatseinnahmen) von 11,5 Prozent auswies, wurden L&auml;nder wie Italien mit einer Schuldenlastquote von 50,0 Prozent oder Spanien mit 28,8 Prozent von den Ratingagenturen weit &uuml;ber Louisiana bewertet. Das Traurige ist nicht, dass die Ratingagenturen wie &uuml;blich zu sp&auml;t kamen, sondern dass die zentralen Institutionen geradezu von Blindheit geschlagen waren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kanzlerin Merkel im Stimmungshoch<\/strong><br>\nDas Ringen um den Euro hat Kanzlerin Merkel mehr R&uuml;ckhalt bei den W&auml;hlern beschert als je zuvor. Sie erreicht im ARD-DeutschlandTrend die besten Werte seit drei Jahren. Auch traut man der Union am ehesten zu, die Probleme der Eurokrise in den Griff zu bekommen. In der Sonntagsfrage zeigt sich dies aber noch nicht. Hier muss besonders die FDP bangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend1550.html\">Tagesschau, Deutschlandtrend<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass sich Merkel in einem Stimmungshoch befindet, ist nicht weiter &uuml;berraschend. Kaum jemand durchschaut, was sie auf europ&auml;ischer Ebene durchdr&uuml;ckt. Ich vermute, dass ihre Regierungserkl&auml;rung &uuml;ber den letzten EU-Gipfel von kaum jemand wirklich verstanden wurde. &Uuml;ber die Medien erfahren die meisten Menschen nur, wie unerm&uuml;dlich und bis zur Ersch&ouml;pfung Merkel sich angeblich f&uuml;r die deutschen Interessen einsetzt. Das schafft Mitgef&uuml;hl und Sympathie jenseits der Sache. Die hohen Zustimmungswerte f&uuml;r die Kanzlerin stehen in einem eklatanten Widerspruch zu den Aussagen zur Euro- und &bdquo;Schuldenkrise&ldquo;. 85% sind der Meinung, dass uns der schlimmste Teil der Krise noch bevorstehe. Aber warum meinen dann 58%, dass die Bundeskanzlerin in der Euro-Krise richtig gehandelt habe? Und warum sind trotz der negativen Einsch&auml;tzung &uuml;ber die Folgen der Krise 66% mit der Arbeit von Merkel zufrieden? Dieser Widerspruch ist ein Indiz, dass es eigentlich nur an der Stimmungsmache f&uuml;r die Person der Kanzlerin liegen kann, dass die Befragten zu einem mehrheitlich positiven Urteil kommen.<\/em><br>\n<em>Beunruhigend sollte auch die immer mehr um sich greifende Meinung sein, dass der Euro eher Nachteile bringe. Hier spiegelt sich ein zunehmender Skeptizismus, ja sogar Chauvinismus (Siehe Wirtschaftsprofessor Kr&auml;mer: &ldquo;<a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1339639904901\/Sturm-gegen-EU-Gipfel-Wirtschaftsprofessor-Kraemer-Die-Griechen-luegen-wie-gedruckt\">Die Griechen l&uuml;gen wie gedruckt<\/a>&ldquo;) gegen&uuml;ber Europa, der durch solche Aufrufe, wie die der &uuml;ber 170 &Ouml;konomen nur verst&auml;rken wird. Hier wird populistisch die Stimmung gesch&uuml;rt, dass Deutschland zur D-Mark zur&uuml;ckkehren sollte oder bestenfalls eine &bdquo;Lega Nord&ldquo; der reicheren europ&auml;ischen Staaten anstreben sollte.<\/em><br>\n<em>Dass die Mehrheit der Befragten Merkel zustimmt, liegt auch daran, dass die SPD und die Gr&uuml;nen keine Alternative zu deren Politik anbieten, sondern sogar noch dem Fiskalpakt und dem ESM mit gro&szlig;er Mehrheit zustimmen. Wer an der Politik Merkels nur herumm&auml;kelt, ihr aber letztlich kritiklos zustimmt, vers&auml;umt nicht nur eine kritische Aufarbeitung der merkelschen Austerit&auml;tspolitik f&uuml;r Deutschland und Europa, er kann damit auch kein Vertrauen in die eigene L&ouml;sungskompetenz schaffen. Ohne wirkliche Opposition hat Merkel die Wahl im n&auml;chsten Jahr schon gewonnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Erniedrigungsanstalt Arbeitsagentur<\/strong><br>\nDer ehemalige Gr&uuml;ndungsberater Torsten Montag, der jetzt eine Webseite f&uuml;r Hartz IV-Bezieher betreibt, hat unl&auml;ngst das Buch Gehirnw&auml;sche Arbeitsamt herausgegeben. In ihm klagen Arbeitslose &uuml;ber &bdquo;77 Schikanen der Arbeitsagentur&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/druck\/mb\/artikel\/37\/37081\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Es lohnt sich, auf Torsten Montag&acute;s Portal <a href=\"http:\/\/www.Arbeitslosengeld-2.de\">www.Arbeitslosengeld-2.de<\/a> nachzuforschen. Er gibt Betroffenen die M&ouml;glichkeit zu Erfahrungsberichten und die sind wirklich ersch&uuml;tternd.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zahlen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit: Leiharbeit in Pflegeberufen hat dramatisch zugenommen<\/strong><br>\n&bdquo;Sie verdienen deutlich weniger &ndash; und sie werden immer mehr: Zahlen der Agentur f&uuml;r Arbeit belegen, dass die Zahl der Leiharbeiter in Altenheimen und Krankenh&auml;usern in den vergangenen sechs Jahren um 400 Prozent gestiegen ist. Knapp zwei Drittel der Leiharbeiter sind demnach auf ein Gehalt unterhalb der Niedriglohnschwelle gekommen&hellip;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/leiharbeit-in-kliniken-und-altenheimen-pflegen-auf-abruf-1.1402041\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Porsche-Trick<\/strong><br>\nVW zieht die Fusion mit dem Sportwagenbauer Porsche vor &ndash; vor allem um Geld zu sparen. Der Deal geht zulasten der Staatskassen. Politiker &auml;rgern sich &uuml;ber den Verlust von 1,4 Milliarden Euro&hellip;<br>\nDoch dann haben die VW-Manager ein Steuerschlupfloch entdeckt, dass die Belastung auf etwa 100 Millionen Euro reduziert. Volkswagen zahlt 4,46 Milliarden und eine Aktie an die Porsche-Holding und &uuml;bernimmt daf&uuml;r auch die zweite H&auml;lfte der Porsche AG, die das tats&auml;chliche Fahrzeuggesch&auml;ft betreibt. Durch den Trick, einen Anteilsschein zu &uuml;berschreiben, handelt es sich nach Ansicht der Firmenanw&auml;lte um eine Umstrukturierung innerhalb des Konzerns und nicht um einen steuerpflichtigen Kauf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/vw-uebernimmt-porsche-der-porsche-trick,1472780,16557164.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Adressauskunft: Widerspruchsrecht abgeschafft<\/strong><br>\nBislang von der Presse erstaunlich wenig kommentiert hat der Bundestag am vergangenen Freitag eine &Auml;nderung des sogenannten Melderechtsrahmengesetzes (MRRG) beschlossen, die einen faustdicken Datenskandal mit sich bringt: K&uuml;nftig d&uuml;rfen Melde&auml;mter Ihre pers&ouml;nlichen Daten verkaufen, ohne dass Sie dagegen widersprechen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.chip.de\/news\/Adressauskunft-Widerspruchsrecht-abgeschafft_56540821.html%20\">chip Online<\/a>\n<p><strong>Anmerkung unseres Leser P.L.:<\/strong> <em>Den Absatz sollte man sich genauestens ansehen:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Es ist verboten, Daten aus einer Melderegisterauskunft zu Zwecken der Werbung oder des Adresshandels zu verwenden, [&hellip;] wenn die betroffene Person gegen die &Uuml;bermittlung f&uuml;r jeweils diesen Zweck Widerspruch eingelegt hat. Dies gilt nicht, wenn die Daten ausschlie&szlig;lich zur Best&auml;tigung oder Berichtigung bereits vorhandener Daten verwendet werden.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Hei&szlig;t: wenn ein Unternehmen keine Daten von mir hat, kann es Diese trotzdem von den Melde&auml;mtern bekommen, solange ich keinen Widerspruch eingelegt habe. Aber warum sollte ich Widerspruch einlegen, bevor das Unternehmen mir das erste Mal unliebsame Post geschickt hat&hellip;? Und wenn sie dann von mir etwas haben, k&ouml;nnen sie immer wieder meine aktuellen Daten abfragen, ohne dass ich das verhindern kann, der Widerspruch z&auml;hlt ja nicht. Im vorherigen Gesetzentwurf musste eine Person noch explizit einwilligen, dass seine Daten zu Werbezwecken benutzt werden k&ouml;nnen. Sch&ouml;ner &ldquo;Datenschutz&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der Fall Mappus, ein Lehrst&uuml;ck<\/strong><br>\nOberfl&auml;chlich betrachtet, l&auml;sst sich das, was als Mappus\/Notheis-Aff&auml;re durch die Medienfilter tr&auml;ufelt und von Journalisten als Marionettentheater oder &ldquo;Mappus-Show&rdquo; aufgesch&auml;umt wird, durchaus als Lachnummer verkaufen. Es darauf zu reduzieren ist jedoch eine unverantwortliche Verharmlosung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2012\/07\/lehrstueck\/\">Kontext<\/a>\n<p><strong>Dazu auch: Vorhang auf<\/strong><br>\nIn der Tat, es ist richtig, was der Politikwissenschaftler und Wirtschaftskriminologe Hans See den Journalisten ins Stammbuch schreibt. Den EnBW-Deal auf eine &ldquo;Mappus-Show&rdquo; zu reduzieren w&auml;re eine unverantwortliche Verharmlosung. Mal diese Mail, mal jene zu zitieren w&auml;re zu wenig, bediente m&ouml;glicherweise nur die Sensationslust des Publikums oder eben die scheinbare Gewissheit, es immer schon geahnt zu haben. Die da oben, wir da unten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2012\/07\/vorhang-auf\/%20\">Kontext<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Mythos Politikberater &ndash; das Schattenmanagement der Lobbyisten<\/strong><br>\nDirk Notheis und Stefan Mappus haben der politisch interessierten &Ouml;ffentlichkeit einen gro&szlig;en Dienst erwiesen. Sie haben mit ihren ver&ouml;ffentlichten E-Mails zum 4,7 Milliarden Euro-R&uuml;ckkauf des Energieversorgers EnBW durch das Land Baden-W&uuml;rttemberg anschaulich vermittelt, wie das Wechselverh&auml;ltnis von &bdquo;Berater&ldquo; und &bdquo;Politiker&ldquo; in der Praxis abl&auml;uft. Ein Gleichnis, das mehr &uuml;ber das Schattenmanagement von Beratern und Lobbyisten verr&auml;t, als Wikipedia zum gesamten Themenkomplex. Selbst f&uuml;hrende CDU-Politiker r&auml;umen ein, dass hier nicht mehr &bdquo;der Primat der Politik geherrscht hat.&ldquo; Offenbar braucht die &Ouml;ffentlichkeit solch sinnliche Fallbeispiele, um den Politik- und Beratungsbetrieb einer Inventur zu unterziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/carta.info\/45387\/mythos-politikberater-das-schattenmanagement-der-lobbyisten\/\">CARTA<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Keine Wirtschaft f&uuml;r junge Leute<\/strong><br>\nDie heutigen Hochschulabsolventen k&ouml;nnen davon ausgehen, dass sie es nicht so gut haben werden wie ihre Eltern &ndash; das ist seit 1945 eine Premiere in unserer Gesellschaft. Und das kaputte Wirtschaftsmodell des Westens kann sich die Versiertheit dieser verlorenen Generation in den neuen Technologien nicht zunutze machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseurop.eu\/de\/content\/article\/2295381-keine-wirtschaft-fuer-junge-leute\">The Guardian via Presseurop<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Einwanderer sind besser ausgebildet als Deutsche<\/strong><br>\nDie Wirtschaftskrise lockt Tausende Spanier und Griechen in die Bundesrepublik. Jetzt zeigt eine Studie: Die Zugewanderten sind formal h&ouml;her qualifiziert als der Durchschnitt der deutschen Bev&ouml;lkerung. Oft arbeiten sie auf Top-Stellen, die mit Einheimischen nicht besetzt werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/einwanderer-lindern-deutschen-fachkraeftemangel-a-842771.html%20\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J&uuml;rgen Karl:<\/strong> Eigentlich wieder eine unglaubliche Meldung. Nat&uuml;rlich wird wieder einmal das M&auml;rchen vom Fachkr&auml;ftmangel kolportiert. Ganz nach dem Motto eine L&uuml;ge muss nur lange genug wiederholt werden, dann wird sie irgendwann geglaubt. Wenn Der wesentlich &auml;rgerliche Aspekt daran ist, dass die Bundesregierung die betroffenen L&auml;nder durch die aufgezwungene Austerit&auml;tspolitik nicht nur in eine tiefe Rezessions gest&uuml;rzt hat, die den dort lebenden jungen Menschen jede Perspektive raubt, sondern damit auch noch schmarotzerhaft von billigen und gut ausgebildeten Arbeitskr&auml;ften profitiert, deren Ausbildung von den spanischen und griechischen B&uuml;rgern &uuml;ber ihre Steuern bezahlt wurde. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt wird sein, dass damit in Deutschland die L&ouml;hne noch weiter gedr&uuml;ckt werden k&ouml;nnen, was den Produktivit&auml;tsvorteil der deutschen Wirtschaft gegen&uuml;ber den S&uuml;dstaaten verfestigen hilft, womit eines der grundlegenden Ursachen der Euro-krise weiter besteht, welche die Bundesregierung mit noch h&auml;rteren Sparauflagen zu l&ouml;sen sucht, zudem fehlen dann in den betroffenen L&auml;ndern die f&uuml;r einen wirtschaftlichen Aufschwung ben&ouml;tigten Fachkr&auml;fte. Man fragt sich wie lange Europa sich die Politik der Merkel-Regierung noch gefallen l&auml;sst?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wo Romneys Geld w&auml;chst und gedeiht<\/strong><br>\nDie US-Ausgabe der Vanity Fair hat sich nicht nur Romneys Steuererkl&auml;rung genau angesehen. Das Ergebnis der Recherche: Romney hat einen Gro&szlig;teil seines Verm&ouml;gens in einem verworrenen Netz von Investitionen im Ausland angelegt, darunter die Bermudas, die Schweiz und die Kaiman Inseln. Nichts davon ist illegal, das meiste war schon bekannt. Dennoch sorgt der Artikel in den USA gerade f&uuml;r Diskussionen. Und was soll Romney jetzt im Wahlkampf sagen: Der bessere Gesch&auml;ftsmann schafft sein Geld lieber raus aus Amerika?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/linksammlung-zum-us-wahlkampf-wo-romneys-geld-waechst-und-gedeiht-1.1402239\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Syrien: &ldquo;Was wir sehen, ist B&uuml;rgerkrieg&rdquo;<\/strong><br>\nInterview mit Joshua Landis, der selbst in der Region aufwuchs und heute das Zentrum f&uuml;r Nahost-Studien an der Universit&auml;t Oklahoma leitet, glaubt, dass der Konflikt noch Jahre dauern k&ouml;nnte: &ldquo;Wenn man die verschiedenen Kr&auml;fte genauer betrachtet, k&auml;mpft im Falle Syriens eine alawitisch gef&uuml;hrte Armee f&uuml;r einen alawitischen Pr&auml;sidenten gegen sunnitische Rebellen. Das hei&szlig;t, es gibt ein ethnisches Element, das den Konflikt schwierig und komplex macht. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Armee nicht &uuml;bergelaufen ist. In &Auml;gypten und Tunesien konnten sich die Armeeoffiziere ziemlich sicher sein, dass sie von der Nachfolgeregierung wiedereingestellt werden. In Syrien k&ouml;nnen sich die Top-Kommandeure dagegen sicher sein, dass sie geh&auml;ngt oder erschossen werden, sollten die Revolution&auml;re Erfolg haben. &hellip;&nbsp; er hat vor allem unter Christen noch mehrheitlich Unterst&uuml;tzung, allerdings nicht, weil sie ihn lieben. Es ist vielmehr die Angst, was passiert, sollte es einen sunnitisch-arabischen Machtwechsel geben. Sie f&uuml;rchten den Einfluss der Golf-Staaten und des Wahhabismus. &hellip; Syrien &ndash; wie fast alle arabischen Staaten in den 50er und 60er Jahren &ndash; entwickelte etwas, was die Politikwissenschaft als &ldquo;autorit&auml;ren Handel&rdquo; bezeichnet. Die l&auml;ndliche untere Mittelschicht &uuml;bernahm die Macht, nationalisierte das Land und handelte nach den Modellen, die man aus den kommunistisch-nationalistischen L&auml;ndern im Ostblock kennt. Der Handel war, dass die Syrer ihre Freiheit aufgeben und daf&uuml;r Sicherheit bekommen. Dieses System beruhte auf Regierungsjobs, Subventionen f&uuml;r Nahrungsmittel und Treibstoff und alle m&ouml;glichen &ldquo;Goodies&rdquo;. Es war ein armes Land, aber die Armut war zumindest ausgeglichen, und es gab Sicherheit. Dieses Modell basierte auf einer Einwohnerzahl von sechs Millionen. Heute hat Syrien 24 Millionen Einwohner, und der &ldquo;autorit&auml;re Handel&rdquo; brach zusammen. &hellip; Bashar hat also die Kern-Anh&auml;ngerschaft des Baath-Regimes, die l&auml;ndliche Unter- und Mittelschicht, vernachl&auml;ssigt und gewann die Unterst&uuml;tzung der urbanen Oberschicht. Deswegen war die Revolution von Beginn an sunnitisch und l&auml;ndlich gepr&auml;gt. &hellip; Die UN-Statistiken zeigen, dass 2005 bereits 30 Prozent der Syrer von zwei Dollar oder weniger am Tag leben mussten, 2010 waren es schon 32 Prozent. Das hei&szlig;t, die Zahl der Armen stieg dramatisch, gleichzeitig erlebte Syrien fast f&uuml;nf Jahre lang Trockenheit, und die Inflation explodierte in dieser Zeit. &hellip; es steht au&szlig;er Zweifel, dass die Opposition immer noch sehr chaotisch und dezentral organisiert ist. Die Menschen lernen sich erst kennen und beginnen zu kommunizieren. Da ist eine neue Zivilgesellschaft im Entstehen. Das ist ein langer, darwinistischer Prozess an dessen Ende eine neue F&uuml;hrung stehen wird. Und die CIA und ihre europ&auml;ischen Partner haben alle H&auml;nde voll zu tun, herauszufinden, wer am Ende die Gewinner sind, denen man die Waffen, die derzeit aus Saudi-Arabien und den Golf-Staaten kommen, geben kann. &hellip; Vom Modell des schnellen Regime-Change wissen wir bereits, dass es nicht funktioniert. Sollte der Westen nun der Opposition helfen? Es ist sehr schwer vom Westen zu erwarten, ob der Brutalit&auml;t des Regimes einfach nichts zu tun. Mit welchen Mitteln man der Opposition nun helfen soll, darauf habe ich ehrlich gesagt keine Antwort. &hellip; Keine Frage, es wird Blutvergie&szlig;en und Racheakte geben. Die Alawiten werden das nicht m&ouml;gen und zur&uuml;ckschlagen, m&ouml;glicherweise sehen wir f&uuml;r einige Zeit sogar Terror. M&ouml;glicherweise dauert es ein Jahrzehnt, aber am Ende wird sich Syrien aufraffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1339639570671\/Syrien-Was-wir-sehen-ist-Buergerkrieg\">derStandard<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine kenntnisreiche, pessimistische Analyse, die nicht die Region betrifft, sondern auch uns vorbereiten sollte.&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.joshualandis.com\/blog\/?p=14896\">Hier der Blog vom Joshua Landis<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Das Letzte: Betreuungsgeld f&uuml;r Putzhilfe<\/strong><br>\nFamilienministerin Kristina Schr&ouml;der im BILD-Interview:\n<blockquote><p><em>&bdquo;F&uuml;r 150 Euro k&ouml;nnen sich Eltern zum Beispiel zwei bis drei Stunden in der Woche eine Putzhilfe leisten &ndash; wenn man kleine Kinder hat, ist das eine gro&szlig;e Hilfe.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/dr-kristina-schroeder\/haben-sie-versagt-frau-ministerin-24982922.bild.html\">Bild.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das zeigt f&uuml;r welche soziale Gruppe Schr&ouml;der mit dem Betreuungsgeld sorgen will. Zum Gl&uuml;ck ist sie so bl&ouml;d, dass sie das auch noch sagt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-13788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13788"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13791,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13788\/revisions\/13791"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}