{"id":13792,"date":"2012-07-06T16:32:07","date_gmt":"2012-07-06T14:32:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13792"},"modified":"2015-03-07T14:18:40","modified_gmt":"2015-03-07T13:18:40","slug":"die-wilde-debatte-der-professoren-um-den-letzten-eu-gipfel-lenkt-ab-vom-wesentlichen-friederike-spiecker-leistet-einen-beitrag-zur-orientierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13792","title":{"rendered":"Die wilde Debatte der Professoren um den letzten EU-Gipfel lenkt ab vom Wesentlichen. Friederike Spiecker leistet einen Beitrag zur Orientierung."},"content":{"rendered":"<p>Aus der Sicht dieser Wirtschaftswissenschaftlern hat der letzte Gipfel einen neuen Nebenkriegsschauplatz, der Medien und Publikum von den zwei eigentlich zentralen Themen ablenkt und dadurch verhindert, dass sie sinnvoll bearbeitet werden: die Regulierung der Finanzm&auml;rkte und die nicht-deflation&auml;re Wiederangleichung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der EWU-Mitgliedsstaaten. Siehe zum Komplex auch noch den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13760\">NachDenkSeiten Beitrag am 4. Juli zu Island<\/a>.Es folgt der Beitrag von Friederike Spiecker. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die EZB muss k&auml;mpfen<\/strong><\/p><p><strong>Von Friederike Spiecker, Juli 2012<\/strong><\/p><p>Wieder ist ein EU-Gipfel vorbei und wieder reibt sich der Beobachter verwundert den Sand aus den Augen, der dort verstreut wurde. Eine Bankenunion mit gemeinsamer Aufsicht und gemeinsamer Einlagensicherung und eine leichtere Rekapitalisierung klammer Banken durch die Rettungsfonds sollen die Euro-Krise beenden helfen? Wenn das die Mittel der Wahl sind, warum kommt man erst jetzt darauf? Denn dass die spanischen Banken auf faulen Immobilienkrediten sitzen, ist ja schon l&auml;nger bekannt. Dass die europ&auml;ischen Banken auf&rsquo;s Engste miteinander verflochten sind, ist ebenfalls keine neue Erkenntnis. Und dass Kapitalflucht einerseits und von Banken gehaltene Staatsanleihen, deren Wert gefallen ist, andererseits jede Bankbilanz belasten, wei&szlig; inzwischen auch der &ouml;konomisch weniger versierte Laie. Die Hoffnung, auf die die Gipfelbeschl&uuml;sse setzen und die die EZB offenbar teilt, lautet: Beenden der Kapitalflucht in S&uuml;deuropa durch Aufp&auml;ppeln und Beaufsichtigen der Banken ohne sichtbare Belastung der Staatshaushalte der Krisenl&auml;nder. Doch bis sich alle EWU-Partner auf ein wirksames Regelwerk f&uuml;r eine Bankenunion geeinigt haben, d&uuml;rften die spanischen und italienischen Zinsen l&auml;ngst wieder durch die Decke gegangen sein und die n&auml;chste Panikwelle an den Kapitalm&auml;rkten f&uuml;r den n&auml;chsten EU-Gipfel gesorgt haben. Das l&auml;sst sich schon an dem Aufruf von 160 deutschen &Ouml;konomen gegen eine Bankenunion und an der Debatte &uuml;ber diesen Aufruf ablesen, die gerade f&uuml;r Aufregung in den Medien sorgt und in der offensichtlich wird, dass der Begriff Bankenunion vielf&auml;ltig interpretierbar ist.<\/p><p>Was mit dem Gipfel allerdings erreicht wurde, ist das Er&ouml;ffnen eines neuen Nebenkriegsschauplatzes, der Medien und Publikum von den zwei eigentlich zentralen Themen ablenkt und dadurch verhindert, dass sie sinnvoll bearbeitet werden: die Regulierung der Finanzm&auml;rkte und die nicht-deflation&auml;re Wiederangleichung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der EWU-Mitgliedsstaaten. Das erste Thema w&uuml;rde die Debatte um die Bankenunion obsolet machen, w&uuml;rde es denn zufriedenstellend gel&ouml;st: Eine einhundertprozentige Eigenkapitalunterlegung f&uuml;r Spekulationsgesch&auml;fte vor allem auf den Devisen- und Aktienm&auml;rkten, antizyklische Kreditvergabevorschriften f&uuml;r Immobilienkredite und eine Eind&auml;mmung der Rohstoffspekulation durch strikte Marktregulierung w&uuml;rden die Abgr&uuml;nde zusch&uuml;tten, in die derzeit Banken ganze Staaten und sich gegenseitig rei&szlig;en k&ouml;nnen. Dann m&uuml;sste man sich auch nicht mehr dar&uuml;ber unterhalten, ob und welche einfachen oder doppelten Netze unter derlei &ouml;konomisch unproduktive Drahtseilakte gespannt werden sollen, um Abst&uuml;rze zu verhindern. W&uuml;rde die Politik den von ihr so oft angebrachten Satz, die Finanzm&auml;rkte m&uuml;ssten der Realwirtschaft wieder dienen und d&uuml;rften sie nicht mehr beherrschen, ernst nehmen, w&auml;ren hier l&auml;ngst die Weichen in Richtung Ende des Finanzkasinos gestellt worden. Stattdessen duckt sich die Politik mit dem Hinweis auf mangelnde internationale &Uuml;bereinstimmung weg und nimmt nicht einmal den Londoner Zinsskandal zum Anlass, der Finanzmaffia die Freiz&uuml;gigkeit des europ&auml;ischen Binnenmarktes zu entziehen, wie dies etwa im Fall von Drogenhandel selbstverst&auml;ndlich ist.<\/p><p>Dass das Thema nicht-deflation&auml;re Wiederangleichung der Wettbewerbsf&auml;higkeit von der Bildfl&auml;che verschwunden ist, kommt der EZB und der deutschen Exportindustrie gelegen. Letztere setzt nach wie vor darauf, dass die j&auml;hrlich zweistelligen Milliarden&uuml;bersch&uuml;sse, die sie immer noch beim Handel mit den EWU-Partnerl&auml;ndern erzielt, auch in Zukunft nicht abgeschmolzen werden m&uuml;ssen, sondern notfalls von den Steuerzahlern der Gl&auml;ubigerl&auml;nder berappt werden. Und die Zentralbank ist froh, wieder aus der Schusslinie heraus zu sein, in die sie sich selbst gebracht hatte bei dem vorsichtigen, aber leider ungeschickt angestellten  Versuch, sich einer dauerhaften L&ouml;sung der Eurokrise zu n&auml;hern.<\/p><p>Bundesbankpr&auml;sident Jens Weidmann hatte sich im Mai 2012 gegen Vorw&uuml;rfe wehren m&uuml;ssen, die Geldpolitik verlasse den jahrelang verfolgten Pfad strenger Orientierung an der Preisstabilit&auml;t. Mit seinem Satz, es &ldquo;w&auml;re in einer W&auml;hrungsunion doch eher unnormal, wenn ein Land st&auml;ndig unter der Durchschnittsinflation liegen w&uuml;rde und andere immer dar&uuml;ber&rdquo;[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>], hatte er n&auml;mlich f&uuml;r unspektakul&auml;r erkl&auml;rt, was jahrelang Tabu unter deutschen Zentralbankern gewesen war und nun pl&ouml;tzlich m&ouml;glich erschien: die Akzeptanz von Inflationswerten &uuml;ber 2% in Deutschland durch die Deutsche Bundesbank bzw. die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB).<\/p><p>Die Begr&uuml;ndung, das w&auml;re in Ordnung, solange es innerhalb der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion (EWU) insgesamt bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von knapp unter 2% bliebe, wirkt auf den deutschen Zeitungsleser befremdlich. Der hat n&auml;mlich noch im Ohr, dass der ehemalige Chef der EZB, Jean-Claude Trichet, besonderes Lob f&uuml;r seine Arbeit von den Deutschen eingefordert hatte mit der Begr&uuml;ndung, der Euro sei in Deutschland preisstabiler gewesen als die D-Mark jemals zuvor.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Rein empirisch hatte Trichet mit dieser Feststellung vollkommen recht: Die deutsche Inflationsrate gemessen am Deflator des Bruttoinlandsprodukts lag seit der Einf&uuml;hrung des Euro Jahr f&uuml;r Jahr unter 2%, was zu D-Mark-Zeiten &uuml;ber einen so langen Zeitraum nie der Fall gewesen war. Trichet hatte allerdings nicht dazu gesagt, dass diese enorme deutsche Preisstabilit&auml;t f&uuml;r eine W&auml;hrungsunion mit vereinbarter 2%-Zielrate nicht normal sei, wie das nun Weidmann in seinem Interview anmerkt. Zeitgleich mit dem deutschen Unterschreiten der Zielrate hat die EZB n&auml;mlich ihr 2%-Inflationsziel zehn Jahre lang erreicht, waren also die Inflationsraten in anderen EWU-Mitgliedsstaaten ebenso lang &uuml;ber der vereinbarten Zielrate gewesen. Und nun soll laut Herrn Weidmann diese noch vor Kurzem f&uuml;r Deutsche als lobenswert herausgestellte Konstellation &ldquo;unnormal&rdquo; gewesen sein? <\/p><p>Bundesbankpr&auml;sident Weidmann sprach in dem besagten Interview von einer unver&auml;nderten Position der Geldpolitik: Eine etwas h&ouml;here deutsche Inflationsrate sei lediglich der guten Konjunktur in Deutschland geschuldet und liege ganz auf der bisherigen stabilit&auml;tsorientierten Linie der EZB und der Deutschen Bundesbank. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nne, so Weidmann an anderer Stelle[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>], die Geldpolitik die Krise nicht l&ouml;sen, weil das ihre Unabh&auml;ngigkeit in Frage stelle. Das jedoch w&uuml;rde das Vertrauen der Bev&ouml;lkerung in die Gemeinschaftsw&auml;hrung zerst&ouml;ren, auf das die Zentralbank am meisten angewiesen sei. Aber, so &uuml;berlegt der deutsche Zeitungsleser, warum sollte gerade dann die bisher so vehement vertretene Linie gr&ouml;&szlig;ter Preisstabilit&auml;t in Deutschland nur wegen guter Konjunktur, also ohne Not aufgegeben werden? Hie&szlig; es nicht jahrelang, dass gerade die unter gro&szlig;en Opfern von Seiten der Lohneinkommensbezieher erreichte Preisstabilit&auml;t die deutsche Wettbewerbsf&auml;higkeit gesteigert habe und die Grundlage unseres heutigen Erfolgs sei, sozusagen die R&uuml;ckversicherung gegen Krisenzeiten wie den gegenw&auml;rtigen, denen weniger vorsichtige L&auml;nder nun offenbar nichts entgegenzusetzen h&auml;tten?<\/p><p>Eine &uuml;berdurchschnittliche Inflationsrate im Vergleich zu unseren Handelspartnern im Euroraum w&uuml;rde eine Reduktion unserer so hart erk&auml;mpften Wettbewerbsposition bedeuten.<br>\nDas hie&szlig;e im Umkehrschluss, dass wir uns die deutsche Lohnzur&uuml;ckhaltung in den vergangenen zehn Jahren, die zu einer Lohnst&uuml;ckkostenentwicklung weit unterhalb von 2% j&auml;hrlich gef&uuml;hrt hatte, h&auml;tten sparen k&ouml;nnen. Die Steigerungsrate der gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten ist n&auml;mlich der wesentliche Bestimmungsfaktor der nationalen Inflationsrate. Doch wie kann, was jahrelang als vorbildlich gelobt und den EWU-Partnern als nachahmenswert empfohlen wurde, n&auml;mlich eben diese deutsche Lohnzur&uuml;ckhaltung[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>], auf einmal so leichtfertig aufgegeben werden? Schlie&szlig;lich wird das bisherige deutsche Vorgehen den anderen Staaten heute zur &Uuml;berwindung der Eurokrise nahegelegt oder sogar abverlangt. Dann kann es den Deutschen doch kaum gut tun, den Pfad zu verlassen, der sie nach bisheriger Lesart von EZB und Deutscher Bundesbank vor der Schuldenkrise bewahrt hat?<\/p><p>Nein, die Argumentation des Bundesbankpr&auml;sidenten leuchtet nicht ein. Der B&uuml;rger freut sich &uuml;ber die zur Zeit leidlich gute Konjunktur und pocht trotzdem weiterhin auf eine hohe Preisstabilit&auml;t, denn er ist nicht nur Lohnempf&auml;nger, sondern auch Verbraucher und Sparer. Sollte die L&ouml;sung der Euro-Krise hingegen &ndash; anders als das der Bundesbankpr&auml;sident darstellt &ndash; zwingend eine h&ouml;here deutsche Inflationsrate und damit eine grundlegende Wende der Ansichten von (deutschen) Geldpolitikern erfordern, dann lie&szlig;e sich der B&uuml;rger m&ouml;glicherweise &uuml;berzeugen, eine etwas h&ouml;here Preissteigerungsrate hierzulande nicht als das Ende der Glaubw&uuml;rdigkeit der EZB zu werten. Denn dann k&ouml;nnte er abw&auml;gen, was f&uuml;r ihn das kleinere &Uuml;bel w&auml;re: eine leicht schlechtere, eventuell sogar leicht negative Realverzinsung seines Geldverm&ouml;gens oder eine schlagartige Entwertung gro&szlig;er Teile dieses Verm&ouml;gens im Zusammenhang mit dem Auseinanderbrechen der EWU &ndash; von den katastrophalen Folgen f&uuml;r die Realwirtschaft und damit auch f&uuml;r viele deutsche Arbeitspl&auml;tze ganz abgesehen.<\/p><p>Doch um so fundamentale Fragen geht es ja laut Deutscher Bundesbank bei ihrem Zugest&auml;ndnis einer Korrektur &ldquo;unnormaler&rdquo; Zust&auml;nde innerhalb der EWU gar nicht. Also muss sie sich auch nicht wundern, dass sie f&uuml;r so nebens&auml;chliche &Auml;nderungen auf kein Verst&auml;ndnis in den deutschen Medien und beim Durchschnittsb&uuml;rger trifft, der nun mal seit vielen Jahren andere T&ouml;ne gewohnt ist und von denen auch nicht lassen will, war die hohe Preisstabilit&auml;t doch sein einziger Trost in den langen Jahren lohnpolitischer Enthaltsamkeit.<\/p><p>Doch warum hat sich die Deutsche Bundesbank &uuml;berhaupt so ge&auml;u&szlig;ert? Und was ist von diesen &Auml;u&szlig;erungen zu halten? Bislang bezeichneten die EZB und vor allem die Deutsche Bundesbank die Euro-Krise regelm&auml;&szlig;ig als Staatsschuldenkrise in einigen L&auml;ndern der EWU.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Sie forderten daher zu ihrer Bek&auml;mpfung in den Krisenstaaten strikte Sparma&szlig;nahmen der &ouml;ffentlichen Haushalte und Strukturreformen, vor allem auf den Arbeitsm&auml;rkten, etwa nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010. Alle Nothilfen, zu denen sich die EZB entschloss, war sie jedes Mal nur zu leisten bereit unter dem klaren Hinweis, dass sie die Regierungen der EWU-Staaten mit den genannten Ma&szlig;nahmen und mit von den Steuerzahlern zu tragenden Rettungsschirmen in der Pflicht s&auml;he.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p>Doch stellt sich diese Krisentherapie immer mehr als Irrweg heraus, weil Sparma&szlig;nahmen und Strukturreformen kurzfristig die Rezessionen in allen Krisenstaaten so versch&auml;rfen, dass sich die angeblich langfristig winkenden Fr&uuml;chte dieser Durststrecken als &ouml;konomisch unerreichbar und damit die Ma&szlig;nahmen selbst als politisch immer undurchsetzbarer erweisen. Die Weigerung der EZB, sich klar zu ihrer F&auml;higkeit, als &ldquo;lender of last resort&rdquo; aufzutreten, zu bekennen, erh&ouml;ht obendrein die Unsicherheit an den Finanzm&auml;rkten, so dass auch die massiven Liquidit&auml;tsspritzen der EZB im Dezember 2011 und Februar 2012 keine l&auml;nger anhaltende Beruhigung mit sich gebracht haben, sondern schnell verpufft sind. Da diese Liquidit&auml;tsspritzen &ndash; wie wohl auch von der EZB intendiert &ndash; teilweise zum Ankauf von Staatsanleihen der Krisenl&auml;nder durch deren Banken genutzt wurden, hat sich die gegenseitige Abh&auml;ngigkeit von privatem Bankensektor und Krisenstaaten noch erh&ouml;ht, was sich auf Dauer als eher destabilisierend herausstellen k&ouml;nnte.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Zudem hat die enorme Liquidit&auml;tsversorgung der Banken durch die EZB die Inflations&auml;ngste in der deutschen &Ouml;ffentlichkeit noch gesch&uuml;rt und so die Sensibilit&auml;t f&uuml;r &Auml;u&szlig;erungen von Seiten der Deutschen Bundesbank wie die oben genannten gesteigert.<\/p><p>In dieser verfahrenen Situation werden Stimmen vernehmbarer, die die Analyse, die Staatsschulden seien urs&auml;chlich f&uuml;r die Eurokrise, immer vehementer in Frage stellen. Die Handelsungleichgewichte innerhalb der EWU geraten dagegen zunehmend in Verdacht, Grund der Eurokrise zu sein. Und so r&uuml;ckt die mangelnde Wettbewerbsf&auml;higkeit der Krisenstaaten in den Fokus, weil sie das Ansteigen der Auslandsverschuldung eines Landes (egal ob privat oder &ouml;ffentlich) und seine Schwierigkeiten an den Kapitalm&auml;rkten m&uuml;helos erkl&auml;rt. Und das ist der tiefere Grund, weshalb sich die Deutsche Bundesbank zur Inflationsentwicklung in Deutschland &auml;u&szlig;ert und eine weniger rigide Gangart bei der Preisstabilit&auml;t f&uuml;r akzeptabel erkl&auml;rt. Denn das gesamtwirtschaftliche Preisniveau, mit dem die L&auml;nder in einer W&auml;hrungsunion beim Handel antreten, entscheidet auf Dauer &uuml;ber ihren Handelserfolg, weil es alle Seiten ihrer Volkswirtschaft widerspiegelt &ndash; von der einzelwirtschaftlichen Effizienz und Produktivit&auml;t &uuml;ber Lohnniveau, Lohnstruktur, Steuer- und Sozialversicherungssystem bis hin zu Rohstoffabh&auml;ngigkeit vom Ausland und sogar Korruptionsproblemen. Wer die W&auml;hrungspartner beim Preisniveau insgesamt dauerhaft unterbietet, der baut ihnen gegen&uuml;ber Wettbewerbsvorteile auf, die die Partner in eine anhaltende Auslandsverschuldung treiben.<\/p><p>Soll diese Auslandsverschuldung gestoppt oder gar abgebaut werden, muss man sich also mit dem Verlust der Wettbewerbsf&auml;higkeit einiger EWU-L&auml;nder befassen. Anders ist die Euro-Krise nicht dauerhaft l&ouml;sbar. Wettbewerbsf&auml;higkeit ist &ndash; etwa im Gegensatz zur Produktivit&auml;t &ndash; ein relatives Konzept: Wettbewerbsf&auml;hig oder eben nicht wettbewerbsf&auml;hig kann man nur im Vergleich zu jemand anderem sein; d.h. wenn einer an Wettbewerbsf&auml;higkeit verloren hat, muss ein anderer an Wettbewerbsf&auml;higkeit gewonnen haben. Ganz analog muss es so sein, dass den Krisenstaaten mit den hohen Auslandsschulden Gewinnerstaaten mit hohen Auslandsverm&ouml;gen gegen&uuml;berstehen. Und eine Begrenzung und erst recht eine Reduktion dieser Schulden- und Verm&ouml;genspositionen erfordern, dass sich die Wettbewerbsverh&auml;ltnisse zugunsten der Schuldnerl&auml;nder und zuungunsten der Gl&auml;ubigerstaaten verschieben m&uuml;ssen. <\/p><p>Nun ist zwar schon seit L&auml;ngerem davon die Rede, dass die Krisenstaaten ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit verbessern m&uuml;ssten. Doch wurde bislang so getan, als ob das allein in der Macht dieser L&auml;nder und ihrer Bewohner st&uuml;nde. Sie sollten ihre Produktivit&auml;t steigern und ihre Preise bzw. L&ouml;hne senken, dann k&auml;me es zu einer Verringerung ihrer Lohnst&uuml;ckkosten und damit zu einer Steigerung ihrer Wettbewerbsf&auml;higkeit. Doch wie steigert ein Land seine Produktivit&auml;t? Normalerweise durch Investitionen. Aber wer soll investieren, wenn es von vornherein an der Auslastung und an positiven Gewinnaussichten fehlt? Und wie soll sich beides verbessern, wenn mit Lohnsenkungsma&szlig;nahmen ein deflation&auml;rer Kurs eingeschlagen wird? Wenn man die Wiederherstellung der Wettbewerbsf&auml;higkeit den Krisenl&auml;ndern allein aufb&uuml;rdet, k&ouml;nnen sie dies nur durch deflation&auml;re Lohn- und Preisanpassung schaffen. Weil aber ein solcher Kurs die Rezession in den Krisenl&auml;ndern zementiert, ist er weder f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung &ouml;konomisch tragbar noch politisch durchhaltbar. Ebenso ist er f&uuml;r die Gl&auml;ubigerstaaten v&ouml;llig unattraktiv: Ein gefesselter Schuldner kann keine Hand mehr r&uuml;hren, um seine Schulden abzutragen; das wei&szlig; jede Bank und setzt daher nicht auf den Schuldturm. Ein Land in Rezession und politischer Instabilit&auml;t ist kaum in der Lage, seine Auslandsschuldenberge abzutragen.<\/p><p>Es d&auml;mmert unseren Geldpolitikern, dass man die Quadratur des Kreises nicht erfolgreich einfordern kann, weil sie faktisch unm&ouml;glich ist, sprich: dass der mit Sparpolitik und Strukturreformen eingeschlagene Deflationsweg keine L&ouml;sung ist, sondern tiefer in die Krise f&uuml;hrt. Und es wird ihnen bewusst, dass die Folgen dieses Mangels an Logik auf sie selbst zur&uuml;ckf&auml;llt: Es leiden nicht nur die B&uuml;rger der Krisenstaaten unter der verheerenden Krisenpolitik der Regierungen, die die EZB mitgetragen und aktiv mitbetrieben hat, sondern die EZB bringt sich auf diese Weise selbst um ihre Daseinsgrundlage, den Euro. Dass bei dieser Gelegenheit auch die Marktwirtschaft als das Wirtschaftssystem und die Demokratie als das politische System Europas in einem oder mehreren L&auml;ndern schweren Schaden nehmen k&ouml;nnen, ist nicht mehr auszuschlie&szlig;en.<\/p><p>So w&auml;chst jetzt die Erkenntnis, dass es ohne ein Entgegenkommen der &Uuml;berschussl&auml;nder bei der Anpassung der Wettbewerbsf&auml;higkeit nicht geht, sprich: dass die Inflationsrate vor allem in Deutschland <em>&uuml;ber<\/em> der Zielmarke der EZB liegen <em>muss<\/em>. Denn nur dann ist es m&ouml;glich, dass die Defizitl&auml;nder eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsf&auml;higkeit <em>ohne Deflation<\/em> bewerkstelligen k&ouml;nnen, weil ihnen eine Inflationsrate zugestanden wird, die zwar unterhalb der Zielmarke der EZB liegt, aber auf jeden Fall gr&ouml;&szlig;er als Null ist. Ohne eine positive Preissteigerungsrate ist ein Ende der Rezessionen in S&uuml;deuropa unm&ouml;glich. Und ohne ein Ende der Rezessionen ist an R&uuml;ckzahlung der Auslandsschulden und damit an ein Ende der Eurokrise nicht zu denken.<\/p><p>Weil ein solches Abweichen vom vereinbarten Inflationsziel in einzelnen L&auml;ndern der EWU ein absoluter Ausnahmezustand zur L&ouml;sung der Eurokrise ist und nicht der Normalzustand einer funktionst&uuml;chtigen W&auml;hrungsunion (wie es die umgekehrte Inflationsabweichung im ersten Jahrzehnt des Euro ja auch nicht war), ist es zentral f&uuml;r die Glaubw&uuml;rdigkeit der EZB wie der Deutschen Bundesbank, dass sie ihren Kurswechsel gerade nicht als normale Anpassung an konjunkturelle Abl&auml;ufe deklarieren, sondern eindeutig als Strategie, um die Krise zu beenden. Wie sonst sollte die Geldpolitik eines Tages das einfordern, was allein die langfristige Stabilit&auml;t einer W&auml;hrungsunion garantiert, n&auml;mlich die Einhaltung des von ihr vorgegebenen Inflationsziels via entsprechender Lohnpolitik <em>in jedem einzelnen Mitgliedsland zu jedem Zeitpunkt seiner Mitgliedschaft<\/em>?<\/p><p>Zur Beendigung der Eurokrise geh&ouml;ren noch ein paar Dinge mehr als die offensive Ank&uuml;ndigung dieses Kurswechsels. So muss die EZB mit Zustimmung aller Regierungen der Eurozone bereit sein, f&uuml;r den &Uuml;bergangszeitraum, bis die Krisenstaaten wieder wettbewerbsf&auml;hig sind, ohne Wenn und Aber als &ldquo;lender of last resort&rdquo; aufzutreten.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Denn nur dann k&ouml;nnen die Zinss&auml;tze auf &ouml;ffentliche Schulden niedrig gehalten und dadurch vermieden werden, dass ansonsten unweigerlich anstehende &ouml;ffentliche Sparorgien die Erholung des Privatsektors in den Krisenstaaten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag hinausziehen. Dabei kann die EZB w&auml;hlen, ob sie unter Beibehaltung ihrer durchschnittlichen EWU-Zielinflationsrate von 2% einen l&auml;ngeren Anpassungszeitraum (etwa 10 Jahre) mittr&auml;gt oder den Anpassungszeitraum verk&uuml;rzt, indem sie tempor&auml;r eine h&ouml;here Durchschnittsinflation zul&auml;sst. Denn je gr&ouml;&szlig;er der Abstand der Inflationsraten zwischen den Schuldner- und Gl&auml;ubigerstaaten, desto k&uuml;rzer wird die Zeitspanne, die eine Wiederherstellung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der Krisenl&auml;nder erfordert. Der Abstand kann aber bei der erforderlichen Vermeidung von Deflation in den Krisenl&auml;ndern nur durch entsprechend h&ouml;here Inflationsraten in den &Uuml;berschussl&auml;ndern vergr&ouml;&szlig;ert werden, was sich im Inflationsdurchschnitt der EWU niederschl&auml;gt. Wie die EZB zusammen mit den Regierungen in der Anpassungsphase die Finanzierung der Staatshaushalte der Krisenl&auml;nder und damit auch eine Stabilisierung des Bankensektors konkret bewerkstelligt &ndash; ob &uuml;ber Eurobonds, K&auml;ufe von Staatsanleihen auf dem Sekund&auml;rmarkt oder Akzeptanz von Schuldtiteln des ESM &ndash; ist eine zweitrangige, verteilungstechnisch aber nicht unwichtige Frage.<\/p><p>Die zwingend erforderliche Lohnkoordination zwischen den Eurostaaten ist ein nicht minder kompliziertes Feld, weil sie die &Uuml;bernahme makro&ouml;konomischer Gesamtverantwortung von den Tarifpartner erfordert. Ziehen die deutschen Tarifparteien hier nicht kr&auml;ftig nach oben mit, ist die EZB machtlos, weil sie die einzelnen nationalen Inflationsrate nicht steuern kann. Doch sollte ein Stimmungswandel in die ben&ouml;tigte Richtung nicht ganz unm&ouml;glich sein: Man muss der Arbeitgeberseite schl&uuml;ssig darstellen, dass die Alternative zu kr&auml;ftigen deutschen Lohnabschl&uuml;ssen das Auseinanderbrechen der Eurozone und damit eine <em>&uuml;berschie&szlig;ende<\/em> Aufwertung der dann kommenden W&auml;hrung und ein abrupter Verlust der deutschen Exportm&auml;rkte &ndash; und zwar dann nicht nur der europ&auml;ischen &ndash; ist. Ganz zu schweigen von den katastrophalen Folgen der durch einen Euro-Crash h&ouml;chstwahrscheinlich ausgel&ouml;sten weltweiten Finanzkrise f&uuml;r die Realwirtschaft, im Vergleich zu der die Finanzkrise nach der Lehmann-Pleite ein Spaziergang gewesen sein d&uuml;rfte. Die &uuml;berraschende Einmischung des Bundesfinanzministers Wolfgang Sch&auml;uble in die Tarifverhandlungen der Metallindustrie zugunsten der Arbeitnehmer zeigt, dass ein Einlenken auf h&ouml;chster Ebene m&ouml;glich ist. Der vereinbarte Lohnabschluss selbst macht dagegen weniger Hoffnung, dass eine z&uuml;gige Anpassung gelingen wird.<\/p><p>Leider ist es trotz der erkennbaren Silberstreifen am Erkenntnishorizont der EZB und der Deutschen Bundesbank nicht wahrscheinlich, dass die Rettung des Euro noch gelingt. Zu langsam und zaghaft und damit zu unverst&auml;ndlich f&uuml;r Medien, W&auml;hler, Regierungen und Tarifpartner kommen die &uuml;berf&auml;lligen Kurskorrekturen. Sie werden nicht nur von den Zinsspreads an den Finanzm&auml;rkten und den Arbeitslosenzahlen in S&uuml;deuropa &uuml;berholt, sie werden vor allem von den politischen Prozessen in Europa &uuml;berrollt, die die katastrophale Krisenpolitik heraufbeschworen hat. Da helfen auch Diskussionen &uuml;ber Wachstumspakete mit und ohne &ouml;ffentliche Ausgabenprogramme, Investitionsf&ouml;rderung oder Einlagensicherungsfonds mit supranationaler Bankenkontrollle nicht mehr. Sie kommen zum einen viel zu sp&auml;t, als dass sie die Sch&auml;den auch nur ansatzweise ausgleichen k&ouml;nnten, die inzwischen im Privatsektor der Krisenl&auml;nder entstanden sind und das Vertrauen der Bev&ouml;lkerung in die Politik zerst&ouml;rt haben. Zum anderen befassen sie sich alle sozusagen mit Nebenkriegsschaupl&auml;tzen, es fehlt ihnen allen der Ansatzpunkt an der Wurzel der Eurokrise, dem Problem <em>divergierender<\/em> Wettbewerbsf&auml;higkeit. Das wird besonders dort deutlich, wo von der zu steigernden Wettbewerbsf&auml;higkeit Europas insgesamt gegen&uuml;ber dem Rest der Welt als Ausweg aus der Misere die Rede ist.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Wer sich das zum Ziel setzt, der will die deutsche Unterbietungsstrategie auf europ&auml;ischer Ebene, sozusagen eine Nummer gr&ouml;&szlig;er, wiederholen. Derjenige hat also nichts aus der Euro-Krise gelernt. Er &uuml;bersieht obendrein, dass diese Strategie wegen &ndash; man ist versucht zu sagen: dank &ndash; der Wechselkurse nicht so einfach wiederholbar ist wie im Fall Deutschlands innerhalb der EWU.<\/p><p>Nur mit dem Mut zu einer offensiven &ouml;ffentlichen Kehrtwende hat die EZB noch eine kleine Chance, den Euro retten zu helfen. Mit einer solchen Kehrtwende w&uuml;rde sie Europa einen entscheidenden Dienst leisten und k&ouml;nnte endlich logisch konsistent die vollst&auml;ndige Unterst&uuml;tzung des L&ouml;sungswegs von Seiten der Fiskal- und der Lohnpolitik einfordern. Die EZB muss k&auml;mpfen &ndash; um ihr eigenes &Uuml;berleben und damit f&uuml;r ein friedliches Europa.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Vgl. das <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article106297758\/Jens-Weidmann-garantiert-Deutschen-stabile-Preise.html\">Interview mit Jens Weidmann in DIE WELT vom 13.5.2012<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.ecb.int\/press\/pressconf\/2011\/html\/is111006.en.html\">Trichets Pressekonferenz in der EZB am 6.10.2011<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Vgl. Jens Weidmann &bdquo;Zentralbanken sind keine Krisenl&ouml;ser&ldquo;, Gastkommentar in der Financial Times Deutschland vom 9.5.2012, Seite 24.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>]  Vgl. das <a href=\"http:\/\/www.ecb.int\/press\/key\/date\/2010\/html\/sp100903_1.en.html\">Interview von Jean-Claude Trichet am 3.10.2010 in Le Figaro<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>]  Vgl. <a href=\"http:\/\/www.forexlive.com\/blog\/2011\/12\/14\/ecb-weidmann-printing-press-cannot-offer-crisis-solution\/\">etwa Jens Weidmann am 14.12.2011<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.ecb.int\/press\/key\/date\/2012\/html\/sp120524.en.html\">J&ouml;rg Asmussen: An ECB perspective on key issues of the crisis, Sopot, 24.5.2012<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>]  Vgl. Olaf Storbeck: <a href=\"http:\/\/economicsintelligence.com\/2012\/05\/24\/killed-by-friendly-fire-the-euro-zone-and-draghis-big-bertha\/\">Killed by friendly fire? The Euro zone, banks and Draghi&rsquo;s &ldquo;Big&nbsp;Bertha&rdquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>]  Das Argument, die EZB d&uuml;rfe gem&auml;&szlig; ihrer gesetzlichen Grundlagen nicht in solcher Weise am Markt in Aktion treten, wird regelm&auml;&szlig;ig in diesem Zusammenhang gebracht. Ein Konsens, dass au&szlig;ergew&ouml;hnliche Situationen au&szlig;ergew&ouml;hnliche Ma&szlig;nahmen erfordern, ist hier jedoch dringend erforderlich, sonst steht am Ende der ber&uuml;hmte Grundsatz &ldquo;Fiat justitia, et pereat mundus&rdquo;. Zudem lie&szlig;e sich, wenn ein Wille vorhanden w&auml;re, auch ein rechtlich vertretbarer Weg finden, der es der EZB erm&ouml;glicht, den Teufelskreis aus Rezession-Schulden-Zinssteigerungen-Sparorgien-Rezession in den Krisenl&auml;ndern zu durchbrechen. Allein die Ank&uuml;ndigung, sie st&uuml;nde voll und ganz hinter den Krisenstaaten, d&uuml;rfte bereits f&uuml;r sinkende Zinss&auml;tze sorgen, ohne dass dreistellige Milliardenbetr&auml;ge eingesetzt werden m&uuml;ssten, wie das bei der bislang verfolgten halbherzigen Strategie der Fall war.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>]  EZB-Pr&auml;sident Draghi wies auf diese M&ouml;glichkeit in der Pressekonferenz am 5.7.2012 selbst hin: &ldquo;We agree that (&hellip;) structural reforms to boost competitiveness remain key economic priorities.&rdquo; (siehe <a href=\"http:\/\/www.ecb.int\/press\/pressconf\/2012\/html\/is120705.en.html\">hier<\/a>). Vgl. dazu etwa auch die an die Lissabon-Strategie ankn&uuml;pfende Wachstumsstrategie EUROPA 2020 der EU-Kommission, in der es hei&szlig;t: &bdquo;Die Europ&auml;ische Union arbeitet intensiv und entschlossen daran, die Krise zu &uuml;berwinden und die Grundlagen f&uuml;r eine wettbewerbsf&auml;higere Wirtschaft mit mehr Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten zu legen.&ldquo; (siehe <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/europe2020\/europe-2020-in-a-nutshell\/priorities\/index_de.htm\">hier<\/a>)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Sicht dieser Wirtschaftswissenschaftlern hat der letzte Gipfel einen neuen Nebenkriegsschauplatz, der Medien und Publikum von den zwei eigentlich zentralen Themen ablenkt und dadurch verhindert, dass sie sinnvoll bearbeitet werden: die Regulierung der Finanzm&auml;rkte und die nicht-deflation&auml;re Wiederangleichung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der EWU-Mitgliedsstaaten. Siehe zum Komplex auch noch den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13760\">NachDenkSeiten Beitrag am 4. Juli<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13792\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136,139],"tags":[507,283,952,903],"class_list":["post-13792","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","category-euro-und-eurokrise","tag-ezb","tag-finanzmaerkte","tag-spiecker-friederike","tag-weidmann-jens"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13792"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13792\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13794,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13792\/revisions\/13794"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}