{"id":138095,"date":"2025-08-28T14:25:29","date_gmt":"2025-08-28T12:25:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138095"},"modified":"2025-08-28T15:46:21","modified_gmt":"2025-08-28T13:46:21","slug":"ard-zu-odessa-ohne-rueckgrat-und-im-zweifel-russland-feindlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138095","title":{"rendered":"ARD zu Odessa: Ohne R\u00fcckgrat und im Zweifel Russland-feindlich"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Propaganda verbreitet wird, flie&szlig;t kein Blut, aber es ist hoch gef&auml;hrlich. Denn diese Meinungsmache f&uuml;hrt irgendwann zu Gewalt und Krieg. Eine Bemerkung zur ARD-Berichterstattung w&auml;hrend des ukrainischen Nationalfeiertages aus Odessa von <strong>Ulrich Heyden<\/strong> (Moskau).<br>\n<!--more--><br>\nDie <em>ARD<\/em> propagiert in ihrem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kultur\/ukraine-museen-krieg-100.html\">Bericht &uuml;ber den ukrainischen Unabh&auml;ngigkeitstag<\/a> ganz ungeniert ukrainischen Nationalismus. Die Sendeanstalt behauptet, die Menschen in Odessa w&uuml;rden jetzt aus Abneigung gegen&uuml;ber dem &bdquo;Aggressor Russland&ldquo; verst&auml;rkt Ukrainisch sprechen. Verschwiegen wird, dass die russische Sprache in der Ukraine schon seit dem Staatsstreich 2014 kriminalisiert wurde und dass Restaurants mit russisch-sprachigen Speisekarten bestraft wurden. Wer in Odessa in der &Ouml;ffentlichkeit jetzt kein Russisch mehr spricht, tut dies in erster Linie, weil er Angst hat vor Diskriminierung und Verfolgung.<\/p><p>Die <em>ARD<\/em> behauptet, die Ukraine sei eine Kolonie Russlands gewesen. Die Sendeanstalt verschweigt, dass die Stadt Odessa 1794 von der russischen Zarin Katharina der Gro&szlig;en gegr&uuml;ndet wurde. Das Denkmal der Zarin wurde im Dezember 2022 abgerissen, ohne die Einwohner der Stadt zu fragen. <\/p><p>Die <em>ARD<\/em> verschweigt, dass in der multinationalen Stadt Odessa Russisch bisher die Sprache im Alltag war, die aus freien St&uuml;cken gesprochen wurde.<\/p><p>Die aus Geb&uuml;hren finanzierte Sendeanstalt l&auml;sst unerw&auml;hnt, dass die Menschen, die nach dem Staatsstreich in Kiew 2014 eine F&ouml;deralisierung der Ukraine forderten, mit dem Brand-Anschlag auf das Gewerkschaftshaus im Mai 2014 bestraft wurden. 42 Menschen starben bei diesem Massaker. Seit dem Mai 2014 leben die Menschen in Odessa, die f&uuml;r ein gutes Verh&auml;ltnis zu Russland sind, in Angst.<\/p><p>Hier ein Ausschnitt <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kultur\/ukraine-museen-krieg-100.html\">aus dem Gespr&auml;ch<\/a> zwischen dem ARD-Moderator und dem ARD-Korrespondenten Niels Bula in Odessa:<\/p><blockquote><p>\n<em>Moderator: &bdquo;Wie wichtig ist der Unabh&auml;ngigkeitstag f&uuml;r die Ukrainer?&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Niels Bula:&nbsp;&bdquo;F&uuml;r viele Menschen war das fr&uuml;her ein Tag, wo man Spa&szlig; haben konnte, wo man zu Konzerten und anderen Veranstaltungen gehen konnte. Seit dem &Uuml;berfall Russlands hat der Tag deutlich nochmal an Bedeutung gewonnen. Er wird viel ernster genommen (&hellip;) und es ist ein Tag des Gedenkens f&uuml;r die vielen Opfer, die der Krieg schon gefordert hat.&ldquo;<\/p>\n<p>Moderator: &bdquo;Ist das Nationalbewusstsein durch den Angriffskrieg Russlands gr&ouml;&szlig;er geworden, vielleicht ja etwa auch die Ablehnung der russischen Sprache? F&uuml;r viele Ukrainer war das ja bis zur Invasion der gesamten Ukraine durch Russland seit dreieinhalb Jahren Ihre Hauptsprache. Wie hat sich das so entwickelt?&ldquo;<\/p>\n<p>Niels Bula:&nbsp;&bdquo;Na, das Nationalbewusstsein ist bei vielen Menschen nochmal deutlich gestiegen seit dieser Zeit 2022, auch in den &ouml;stlichen Gebieten, wo es fr&uuml;her noch mehr Menschen gab, die so&rsquo;n bisschen gefremdelt hatten mit dem Ukrainischen, mit der ukrainischen Sprache und das hat sich komplett ver&auml;ndert. Immer mehr Menschen sehen die russische Sprache als eine Art koloniales Erbe aus der Zeit, als die Ukraine noch zum Zarenreich und sp&auml;ter noch zur Sowjetunion geh&ouml;rt hat und man sie russifizieren wollte und im Angesicht dieses Krieges wollen das jetzt immer mehr Menschen ablegen, vor allem junge Menschen betrifft das.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Meine Fragen:<\/p><p>Niels Bula hat zu Beginn seiner Karriere&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.rbth.com\/gesellschaft\/2014\/04\/30\/russland_als_gelebte_familientradition_29223\">noch keine tumbe Russland-Feindlichkeit gezeigt<\/a>. Warum betet er nun trotz seiner&nbsp;guten Kenntnis von Russland die Aussagen der ukrainischen Nationalisten nach? Wo ist die abw&auml;gende Position eines&nbsp;Beobachters und Erkl&auml;rers? W&auml;re eine abw&auml;gende Position nicht gerade in einer multinationalen Stadt wie Odessa angemessen?<\/p><p>Warum meint er, dass Nationalbewusstsein&nbsp;in der Ukraine unbedingt auch bedeutet, dass man kein Russisch spricht? <\/p><p>Was w&auml;re denn&nbsp;Nationalbewusstsein in&nbsp;Deutschland?&nbsp;Dass in Berliner Cafes kein Englisch mehr gesprochen wird? Nun ja &hellip; immerhin haben&nbsp;die USA zahlreiche L&auml;nder&nbsp;&uuml;berfallen, Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien, Iran, Vietnam &hellip;<\/p><p>Warum verschenkt Herr Bula sein Talent&nbsp;an Kriegstreiber, denen die ukrainische Kultur und tote Ukrainer v&ouml;llig egal sind, denen es nur darum geht, Russland zu schw&auml;chen?<\/p><p><small>Titelbild: Thomas Nuehnen \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/70c801920ad444d997936da625be1161\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Propaganda verbreitet wird, flie&szlig;t kein Blut, aber es ist hoch gef&auml;hrlich. Denn diese Meinungsmache f&uuml;hrt irgendwann zu Gewalt und Krieg. 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