{"id":138154,"date":"2025-08-29T15:00:36","date_gmt":"2025-08-29T13:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138154"},"modified":"2025-08-29T16:46:44","modified_gmt":"2025-08-29T14:46:44","slug":"musik-statt-krieg-ein-festival-der-hoffnung-auf-dem-vier-winde-hof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138154","title":{"rendered":"\u201eMusik statt Krieg\u201c: Ein Festival der Hoffnung auf dem Vier-Winde-Hof"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stimmen von &bdquo;Musik statt Krieg&ldquo; &ndash; Ein Festival f&uuml;r Menschen im Gegenwind<\/strong><br>\nDer Vier-Winde-Hof im mecklenburgischen Plath ist mehr als nur ein Konzertort &ndash; er ist ein lebendiger Treffpunkt, der Hoffnung atmet. Die Reportage <strong>von &Eacute;va P&eacute;li<\/strong> taucht in die einzigartige Atmosph&auml;re und die Stimmen einer Veranstaltung ein, die sich mit Musik und Kunst der gesellschaftlichen Spaltung entgegenstellt.<br>\n<!--more--><br>\nZum 23. Mal lud <a href=\"https:\/\/www.eisbrenner.de\/\">Tino Eisbrenner<\/a>, der in der DDR mit seiner Band Jessica und dem Song &bdquo;Ich beobachte dich&ldquo; bekannt wurde, zum Hoffest &bdquo;Musik statt Krieg&ldquo; ein. Hunderte str&ouml;mten auf sein Gel&auml;nde, um dem entgegenzuwirken, was Musiker Michael Seidel als &bdquo;kriegst&uuml;chtiges Geschw&auml;tz&ldquo; bezeichnet. Trotz der angespannten politischen Lage zog das Festival ein vielf&auml;ltiges Publikum aus der Nachbarschaft und aus ganz Deutschland an, von Berlin &uuml;ber Th&uuml;ringen bis zum fernen N&uuml;rnberg. Sogar aus China waren zwei junge Musiker aus Peking als &Uuml;berraschungsg&auml;ste angereist.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Der Friedenstreffpunkt bot ein Kaleidoskop musikalischer, k&uuml;nstlerischer und menschlicher Begegnungen und zeugte von der verbindenden Kraft der Musik &uuml;ber Kontinente hinweg.<\/p><p>Statt eines lauschigen Sommerabends malte der Tag eine raue, windige und k&uuml;hle Kulisse. Die Wetterg&ouml;tter lieferten sich einen epischen Kampf, der sich in heftigen Schauern mit erbsengro&szlig;en Hagelk&ouml;rnern entlud. Zwar blitzte zwischendurch die Sonne durch die grauen Wolkenfetzen, doch bei gerade einmal 14 Grad blieb es durchgehend kalt. Der Wind pfiff &uuml;ber das Gel&auml;nde und zerrte an den bunten Regenschirmen der K&uuml;nstlerin <a href=\"https:\/\/ute-bella-donner.weebly.com\/\">Ute-Bella-Donner<\/a>, die wie trotzige Farbtupfer gegen das ungem&uuml;tliche Wetter wirkten. Einige scherzten, das Problem mit Crushed Ice habe sich von selbst gel&ouml;st, w&auml;hrend andere sich lieber einen Gl&uuml;hwein statt eines kalten Biers gew&uuml;nscht hatten.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Doch genau diese unwirtliche Stimmung verlieh dem Festival eine besondere, fast dramatische Note. Die unberechenbare Kulisse wurde so selbst zum Teil des musikalischen Spektakels und lieferte die perfekte B&uuml;hne f&uuml;r eine Veranstaltung, die sich dem Kampf gegen den Strom verschrieben hat. In dieser Atmosph&auml;re der Gemeinschaft, gest&auml;rkt durch die Kraft der Kunst, konnten die G&auml;ste bei Leckereien vom Grill und russischem Zupfkuchen den Alltag vergessen. Sie atmeten auf, tankten neue Energie und erfreuten sich an den Kl&auml;ngen der Musik sowie den Begegnungen mit Gleichgesinnten.<\/p><p>Unterst&uuml;tzt von rund 20 Freiwilligen, die auf dem gesamten Hof im Einsatz waren, behielt Hofherr Tino Eisbrenner die Z&uuml;gel in der Hand. Die Helfer leisteten dem Wetterspektakel mit eisernem Willen Widerstand, ob am Grill, am Empfang oder auf dem Campingplatz, und zeigten ihr tiefes Engagement, indem sie sogar den vollen Eintrittspreis bezahlten.<\/p><p>Am Samstag trat Eisbrenner selbst mit der &bdquo;Dresden Bigband&ldquo; unter Leitung von Michael Winkler auf und spielte mit dieser den bereits erw&auml;hnte DDR-Hit &bdquo;Ich beobachte Dich&ldquo; ebenso wie andere Jessica- und Solosongs sowie Lieder seines Vorbildes Sting, aber auch das Lied von &bdquo;Mackie Messer&ldquo; aus Bertolt Brechts &bdquo;Dreigroschenoper&ldquo;. F&uuml;r die Bigband wurde extra die B&uuml;hne in der Hofscheune vergr&ouml;&szlig;ert, unter deren Dach das Festival Schutz vor dem Gewitter fand.<\/p><p><strong>Ein Treffpunkt f&uuml;r Gleichgesinnte<\/strong><\/p><p>Was treibt die Menschen an, die hierher kommen? Die Antworten der Besucher und Musiker offenbaren eine tiefe Sehnsucht nach Austausch und Frieden.<\/p><p>F&uuml;r den chilenischen Musiker <a href=\"https:\/\/www.alejandrosotolacoste.com\/\">Alejandro Soto Lacoste<\/a> ist das Festival seit 15 Jahren ein fester Teil seines Lebens. Er brachte es treffend auf den Punkt: &bdquo;Ich geh&ouml;re quasi zum Inventar.&ldquo; Er lobte die besondere Atmosph&auml;re und die Gemeinschaft: &bdquo;Es ist eine gute Gelegenheit, sich zu treffen.&ldquo;<\/p><p>Catrin aus N&uuml;rnberg, die den weiten Weg auf sich nahm, war zum ersten Mal dabei und zeigte sich &bdquo;total begeistert&ldquo;. Sie schw&auml;rmte von der &bdquo;wunderbaren Atmosph&auml;re&ldquo; und den &bdquo;hochinteressanten Musikern&ldquo; und betonte, wie toll es sei, &bdquo;mit diesen Menschen zusammenzukommen&ldquo;. Catrin sieht das Hoffest als Quelle positiver Energie, die die Besucher in die Welt tragen m&uuml;ssten, &bdquo;um dem Wahnsinn entgegenzutreten und einen Krieg zu verhindern.&ldquo; Sie dr&uuml;ckte die kollektive Hoffnung so aus: &bdquo;Wir m&uuml;ssen mehr werden&ldquo;, um diese &bdquo;positive Energie in einem gro&szlig;en Bogen durch die Welt zu schicken&ldquo;.<\/p><p>Selbst in l&auml;ndlichen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns ist die Bedeutung des Hoffestes bekannt. Isolde und Uwe Deutschmann, die in einem 100-Einwohner-Dorf leben, wissen das. &bdquo;Man kennt viele vom Sehen&ldquo;, sagte Uwe Deutschmann. &bdquo;Es sind im Prinzip fast immer die gleichen Leute hier, aber es kommen immer ein paar neue Gesichter dazu&ldquo;, so der Mann. Seine Frau erg&auml;nzte: &bdquo;Die Menschen horchen allm&auml;hlich auf.&ldquo;<\/p><p>Musiker <a href=\"https:\/\/www.seidel-singt.de\/seidel\/\">Michael Seidel<\/a> beschrieb die Atmosph&auml;re als &bdquo;angenehm&ldquo;. Die Besucher teilten &bdquo;eine Gemeinsamkeit und kommen bewusst dorthin, um sich f&uuml;r Musik und gegen den Krieg auszusprechen&ldquo;, beobachtete er.<\/p><p><strong>Hoffnung gegen Kriegshetze und Appell zum Handeln<\/strong><\/p><p>Die Besucher der Veranstaltung diskutierten die Rolle der Kunst und wie man aktiv f&uuml;r den Frieden eintreten kann.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild3.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Catrin aus N&uuml;rnberg betonte, man m&uuml;sse &bdquo;mehr werden&ldquo;, um dem &bdquo;Wahnsinn&ldquo; entgegenzutreten, der von der Regierung forciert werde. Sie verwies dabei auf Tino Eisbrenners Lied &bdquo;Der Welt ein liebes Lied&ldquo; und zog eine Parallele zu dem bekannten sowjetischen Lied &bdquo;Schurawli&ldquo; (Kraniche), das Eisbrenner mit der russischen S&auml;ngerin Zara im Kremlpalast gesungen hatte. Das Bild der Kraniche als Seelentr&auml;ger gefallener Soldaten ist ein starkes Symbol in der russischen Kultur. Es ist eine zutiefst bewegende Vorstellung, dass die Seelen der Verstorbenen vom Schlachtfeld aufsteigen, um mit den Kranichen davonzuziehen. Catrin verdeutlichte damit die dringende Hoffnung, dass es gar nicht erst zu einem Krieg kommt, bei dem Menschen sterben m&uuml;ssen.<\/p><p>Michael Seidel, der sich selbst als &bdquo;Lumpenpazifist&ldquo; bezeichnet, trat auf, weil ihn das Thema Frieden pers&ouml;nlich ber&uuml;hrt. Er lehnt das &bdquo;kriegst&uuml;chtige Geschw&auml;tz&ldquo; der Medien ab und kann es kaum ertragen, wenn Kampfflugzeuge &uuml;ber seine Heimat donnern. F&uuml;r ihn hat Kunst eine klare Aufgabe: Optimismus und Hoffnung zu stiften, um den Mut nicht zu verlieren. Seidel sieht Musik als ein &bdquo;Angebot&ldquo;, das Menschen f&uuml;r Themen sensibilisieren kann, da Lieder &bdquo;direkt in uns eindringen&ldquo;. Angesichts der &bdquo;Zeitenwende&ldquo; hat das Motto &bdquo;Musik statt Krieg&ldquo; f&uuml;r ihn eine besondere Bedeutung gewonnen, die ihn motiviere, einen &bdquo;kleinen Beitrag zu leisten, auch wenn drei Lieder allein keinen Frieden schaffen k&ouml;nnen&ldquo;.<\/p><p>Auch Sabine Geschke aus Berlin teilt diese Ansicht. Die 78-J&auml;hrige hofft, dass Lieder &bdquo;ein paar Leute zum Nachdenken bringen&ldquo; und zu &bdquo;Gedanken abseits des Mainstreams&ldquo; anregen k&ouml;nnen, auch wenn sie &bdquo;sicher nicht die Welt umst&uuml;rzen&ldquo; werden.<\/p><p>Soto Lacoste sieht die Musik in einer Zeit, in der die M&auml;chtigen &bdquo;wollen, dass wir immer nur kaufen und die Augen schlie&szlig;en&ldquo;, als essenziell an. Musikalische Aktionen seien wichtig, um Menschen zusammenzubringen. Zu Sotos Repertoire am Samstag geh&ouml;rte auch das Lied &bdquo;El Derecho de Vivir en Paz&ldquo; (&bdquo;Das Recht, in Frieden zu leben&ldquo;) des chilenischen S&auml;ngers Victor Jara.<\/p><p>Die junge Generation der Musiker, wie Xiao Zhang aus Peking, der auf der Fingerstyle-Gitarre eine &bdquo;One-Man-Band&ldquo; imitierte, unterstrich die universelle Kraft der Musik. &bdquo;Musik verbindet sofort&ldquo;, sagte er &uuml;ber seine spontane Begegnung mit dem ebenfalls aus Peking stammenden Musiker Ike, mit dem er kurz darauf gemeinsam auftrat.<\/p><p>Tino Eisbrenner, der das Festival mit spirituellen Botschaften seiner Partnerin Sofia Eisbrenner &ndash; die den Neumond im Sternbild Jungfrau als &bdquo;Kampf zwischen hell und dunkel&ldquo; deutete &ndash; und pragmatischen Hinweisen er&ouml;ffnete, betonte, dass die Zusammenkunft nicht nur den gro&szlig;en Kriegen entgegenwirken will, sondern auch den &bdquo;inneren Kriegen&ldquo;, wie Wut und Depression. Musiker m&uuml;ssten aus seiner Sicht die besten Friedensbotschafter der Welt sein, weil sie &bdquo;Harmoniebotschafter sind&ldquo;.<\/p><p><strong>Gegen den Strom: Kritik an der Gesellschaft<\/strong><\/p><p>Die Gespr&auml;che auf dem Hof waren ein lebendiges Spiegelbild der gesellschaftlichen Spannungen.<\/p><p>Holger Kalaus, ein ehemaliger NVA-Offizier, empfindet die &bdquo;Sessel-Rhetorik&ldquo; von Politikern als unertr&auml;glich. Er wei&szlig; aus erster Hand, was Krieg bedeutet, und betonte, dass &bdquo;Kriege immer durch Verhandlungen enden&ldquo;. Er beklagte, dass man in Deutschland kaum noch offen &uuml;ber Frieden sprechen k&ouml;nne, ohne sofort in eine Schublade gesteckt zu werden. Sein Appell: &bdquo;Immer mehr m&uuml;ssen aufstehen.&ldquo; Passend dazu trug Kalaus ein T-Shirt, auf dessen R&uuml;ckseite ein Zitat von Leo Trotzki stand: &bdquo;Vielleicht interessierst Du Dich nicht f&uuml;r den Krieg, aber der Krieg interessiert sich f&uuml;r Dich.&ldquo;<\/p><p>Michael Seidel, der die Folgen der &bdquo;Cancel Culture&ldquo; selbst erlebt hat, kritisierte die schnelle Einordnung von K&uuml;nstlern. &bdquo;Ich habe Angst vor so einer humorlosen Gesellschaft&ldquo;, sagte er. F&uuml;r ihn sollte es bei Kunst einzig darum gehen, ob sie gef&auml;llt oder nicht. Er zog Parallelen zur DDR, betonte aber die Unterschiede: &bdquo;In der DDR wurdest du aussortiert, selbst wenn du idealistisch f&uuml;r den Staat gek&auml;mpft hast. So weit sind wir noch nicht &ndash; Wir k&ouml;nnen immerhin noch singen.&ldquo;<\/p><p>Eisbrenner stellte auch andere &bdquo;widerst&auml;ndige K&uuml;nstler&ldquo; wie Andr&eacute; Kunze, einen bekannten Produzenten der ostdeutschen Musikszene, und Felix Lauschus, einen Multi-Instrumentalisten mit einem &bdquo;riesigen Herzen&ldquo;, vor, die alle das Engagement f&uuml;r die Kunst und den Frieden teilen. Auch die Th&uuml;ringer Liedermacherin Corinna Gehre trug ihren Teil bei, mit lebensbejahenden Liedern und dem Anti-Kriegslied &bdquo;Es ist an der Zeit&ldquo; von Hannes Wader.<\/p><p><strong>Br&uuml;cken bauen &uuml;ber Grenzen hinweg<\/strong><\/p><p>Tino Eisbrenner baut bewusst Br&uuml;cken &uuml;ber deutsche Grenzen hinweg. Seine Reisen nach Russland sollen zeigen, &bdquo;dass nicht alle Deutschen so denken, wie es die Politik vorgibt&ldquo;. Diese Haltung brachte ihm im Ausland h&ouml;chste Auszeichnungen ein, wie die Puschkin-Medaille oder den Kunst- und Kulturpreis &bdquo;Master&ldquo;, die in Deutschland kaum Beachtung fanden &ndash; als erster Ausl&auml;nder &uuml;berhaupt. Er sieht dies als &bdquo;gro&szlig;e Geste&ldquo; der Russen gegen&uuml;ber einem Deutschen und betont, wie wichtig es sei, Br&uuml;cken zu bauen und nicht nur Feindbilder zu kultivieren. Im Gegenzug erhielt er die Ehre, drei solcher Medaillen aus Russland an verdiente Friedensaktivisten wie Roswitha Kluver und Helga Hohbohm weiterzugeben &ndash; eine &bdquo;gro&szlig;e Geste&ldquo; des Vertrauens.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.tobiasmorgenstern.de\/\">Tobias Morgenstern<\/a> begleitet den &bdquo;Friedensberichterstatter&ldquo; deutschlandweit im &bdquo;Pushkin-Programm&ldquo; auf dem Akkordeon, um &bdquo;der von ihnen wahrgenommenen &bdquo;Russophobie&ldquo; und den russlandfeindlichen Gef&uuml;hlen entgegenzuwirken&ldquo;. Der Musiker und Mitbegr&uuml;nder des Theaters am Rand berichtete bei dem Fest von einer Verschiebung in der Kulturlandschaft: &bdquo;Es gibt eine Reihe von Veranstaltern, da spiele ich eigentlich nicht mehr.&ldquo; Gleichzeitig bemerkte er jedoch, dass es &bdquo;eine Reihe von kleinen, neuen Veranstaltungen, Initiativen&ldquo; gebe, die gerade deswegen ein Interesse h&auml;tten, sie einzuladen&ldquo;. Auch Isolde Deutschmanns private Russlandreisen zeugen von diesem Bestreben, pers&ouml;nliche Verbindungen aufrechtzuerhalten und Klischees zu durchbrechen.<\/p><p>Morgenstern ist &uuml;berzeugt, dass Musik die Kluft zwischen Andersdenkenden &uuml;berbr&uuml;cken kann. Er f&uuml;hrt die enge Beziehung zu seinem Bassisten, der seine politischen Ansichten nicht teilt, als Beweis daf&uuml;r an. &bdquo;Wir haben eigentlich genau dasselbe Verh&auml;ltnis wie immer,&ldquo; erkl&auml;rt er, &bdquo;weil uns die Musik verbindet, und das ist viel st&auml;rker&ldquo;. F&uuml;r Morgenstern ist Musik ein Medium, das Spaltungen &uuml;berwindet: &bdquo;Wer gemeinsam musiziert, verbindet sich auf einer tieferen, menschlichen Ebene &ndash; der wohl menschlichsten, die es &uuml;berhaupt gibt.&ldquo;<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild4.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Alejandro Soto Lacoste bekr&auml;ftigte diese Br&uuml;ckenbauer-Rolle: Tino sei ein &bdquo;sehr offener Mensch&ldquo;, der &bdquo;Br&uuml;cken zwischen Kulturen bauen wolle &ndash; sei es mit Lateinamerika oder Russland.&ldquo; Soto Lacostes Weg nach Deutschland begann vor 20 Jahren durch die Zusammenarbeit mit der spanischen S&auml;ngerin Aurora Lacasa in Berlin. Davor begegnete er bereits Tino Eisbrenner in Chile, wo sie &bdquo;mitten an einem lauen Sommerabend von einer musikalischen Zusammenarbeit in Deutschland tr&auml;umten&ldquo;.<\/p><p><strong>Br&uuml;cken bauen &uuml;ber Grenzen hinweg<\/strong><\/p><p>Tino Eisbrenner baut bewusst Br&uuml;cken &uuml;ber deutsche Grenzen hinweg. Seine Reisen nach Russland sollen zeigen, &bdquo;dass nicht alle Deutschen so denken, wie es die Politik vorgibt&ldquo;. Diese Haltung brachte ihm im Ausland h&ouml;chste Auszeichnungen ein, die in Deutschland kaum Beachtung fanden. Im Gegenzug erhielt er die Ehre, drei solcher Medaillen aus Russland an verdiente Friedensaktivisten weiterzugeben &ndash; eine &bdquo;gro&szlig;e Geste&ldquo; des Vertrauens.<\/p><p>Tobias Morgenstern, der Tino Eisbrenner auf dem Akkordeon im &bdquo;Puschkin-Programm&ldquo; begleitet, bemerkte eine Verschiebung in der Kulturlandschaft: W&auml;hrend einige Veranstalter sie meiden, gebe es zunehmend &bdquo;kleine, neue Veranstaltungen&ldquo;, die sie gerade deshalb einladen. Morgenstern ist &uuml;berzeugt, dass Musik die Kluft zwischen Andersdenkenden &uuml;berwinden kann. Seine enge Beziehung zu seinem Bassisten, der seine politischen Ansichten nicht teilt, beweist das. &bdquo;Uns verbindet die Musik, und das ist viel st&auml;rker.&ldquo;<\/p><p>Alejandro Soto Lacoste bekr&auml;ftigte diese Haltung: Tino sei ein &bdquo;sehr offener Mensch&ldquo;, der &bdquo;Br&uuml;cken zwischen Kulturen bauen will&ldquo;. Mit sichtlicher Freude begr&uuml;&szlig;te der Gastgeber die beiden jungen Musiker aus Peking. Mit einem Augenzwinkern spielte er auf g&auml;ngige Klischees &uuml;ber China an: &bdquo;Uns wird immer erz&auml;hlt, das sei der Feind, aber fast alles, was wir in die Hand nehmen, kommt von dort.&ldquo;<\/p><p>Frieden, Gemeinschaft, positive Energie &ndash; diese Sehnsucht verbindet die Besucher, die aus allen Himmelsrichtungen angereist sind. Diese Veranstaltung pr&auml;ge seit immer eine &bdquo;Internationalit&auml;t, also eine Umarmung der Welt mit Musik, die unterschiedlichen Sprachen&ldquo;. Eisbrenner blickt optimistisch auf die n&auml;chsten Jahre: &bdquo;Die 25 Festivals machen wir auf jeden Fall voll.&ldquo; Ihm gehe es darum, &bdquo;am liebsten &uuml;ber die Musik, &uuml;ber die Kunst denen, die das ganze Jahr &uuml;ber in den politisch dreckigen Winden stehen&ldquo;, einen Ausgleich, ein Aufatmen zu organisieren&ldquo;.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250828-festival-bild5.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Titelbild und weitere Bilder: &Eacute;va P&eacute;li<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/350aa86504984e4993e076d033642954\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Stimmen von &bdquo;Musik statt Krieg&ldquo; &ndash; Ein Festival f&uuml;r Menschen im Gegenwind<\/strong><br \/> Der Vier-Winde-Hof im mecklenburgischen Plath ist mehr als nur ein Konzertort &ndash; er ist ein lebendiger Treffpunkt, der Hoffnung atmet. Die Reportage <strong>von &Eacute;va P&eacute;li<\/strong> taucht in die einzigartige Atmosph&auml;re und die Stimmen einer Veranstaltung ein, die sich mit Musik und Kunst der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138154\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":138155,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[170,917,211],"tags":[3475,2013,1678,259,3417],"class_list":["post-138154","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-friedenspolitik","category-kultur-und-kulturpolitik","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-eisbrenner-tino","tag-entspannungspolitik","tag-kuenstler","tag-russland","tag-zivilgesellschaftlicher-dialog"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/250828-festival-Cover.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=138154"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":138212,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138154\/revisions\/138212"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/138155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=138154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=138154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=138154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}