{"id":138194,"date":"2025-08-30T08:00:05","date_gmt":"2025-08-30T06:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138194"},"modified":"2025-11-02T00:43:33","modified_gmt":"2025-11-01T23:43:33","slug":"wir-muessen-eine-atomwaffen-und-gewaltfreie-welt-schaffen-ein-film-ueber-michail-gorbatschow-und-deutsche-wahlverwandtschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138194","title":{"rendered":"\u201eWir m\u00fcssen eine atomwaffen- und gewaltfreie Welt schaffen!\u201c \u2013 Ein Film \u00fcber Michail Gorbatschow und deutsche Wahlverwandtschaften"},"content":{"rendered":"<p>Vor drei Jahren, am 30. August 2022, starb Michail Gorbatschow. Der Filmemacher Ralf Eger (&bdquo;Gabriele Krone-Schmalz: Verstehen&ldquo;) nimmt dies zum Anlass, seinen neuen Film &bdquo;Gorbatschow und G&ouml;delitz &ndash; Frieden&ldquo;, der im November in die Kinos kommt, f&uuml;r diesen Samstag und Sonntag schon mal kostenlos online zu stellen. Eine r&uuml;ckhaltlose Empfehlung von <strong>Leo Ensel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/zwVGP4WDfzM\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Mitte der 1950er-Jahre, zu dem Zeitpunkt geh&ouml;rte ich bereits der F&uuml;hrung des Jugendverbands Komsomol in Stawropol an, bekam ich eine damals f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit geheime Dokumentation &uuml;ber die Folgen einer Atombombenexplosion gezeigt. Von einer Sekunde auf die andere verwandelten sich H&auml;user in Tr&uuml;mmerhaufen, von den Haustieren blieben nur verbrannte Skelette &uuml;brig. &ndash; Ich verlie&szlig; den Kinosaal v&ouml;llig verst&ouml;rt. Genauso schockiert waren die anderen Zuschauer. Ein einziger Gedanke kam mir in diesem Augenblick in den Sinn: &sbquo;So etwas darf niemals Realit&auml;t werden! Wir, ich, wir alle m&uuml;ssen f&uuml;r den Frieden k&auml;mpfen. Ernsthaft und mit vollem Einsatz. Ohne die Kr&auml;fte zu schonen. Einen anderen Weg gibt es nicht!&lsquo;&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Damit ist der pers&ouml;nliche kategorische Imperativ gesetzt. F&uuml;r ein ganzes Leben. Michail Gorbatschow beendete den (ersten) Kalten Krieg, er unterzeichnete den bedeutendsten Abr&uuml;stungsvertrag der Weltgeschichte &ndash; den (von Donald Trump 2019 gek&uuml;ndigten) INF-Vertrag, der, einmalig im Kalten Krieg, eine gesamte Waffen<em>kategorie<\/em> (und zwar die allergef&auml;hrlichste) verschrottete &ndash;, er sorgte zusammen mit seinem amerikanischen Counterpart Ronald Reagan daf&uuml;r, dass 80 Prozent der Atomsprengk&ouml;pfe weltweit zerst&ouml;rt wurden, und legte im Januar 1986 eine sensationelle Roadmap f&uuml;r eine von Atomwaffen befreite Welt f&uuml;r das Jahr 2000 vor.<\/p><p>Mit diesem, von keinen Bildern unterlegten, Zitat des Friedensnobelpreistr&auml;gers &ndash; er <a href=\"https:\/\/free21.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/03_Ensel_-Meeting_Gorbatschow_200dpi_Webseite.pdf\">erz&auml;hlte<\/a> die Geschichte im April 2017 auch dem Verfasser dieses Textes &ndash; beginnt der Film. Ralf Eger, der bereits zwei Filme &uuml;ber die ehemalige ARD-Moskaukorrespondentin Gabriele Krone-Schmalz &ndash; &bdquo;Verstehen&ldquo; und &bdquo;Perspektivwechsel&ldquo; &ndash; vorlegte, hat gerade &bdquo;Gorbatschow und G&ouml;delitz &ndash; Frieden&ldquo; beendet: ein Film, der nicht nur dem ersten und letzten Pr&auml;sidenten der Sowjetunion ein Denkmal setzt, sondern auch den letzten Teil der Krone-Schmalz-Trilogie bildet sowie eine ganze Reihe weiterer Personen w&uuml;rdigt.<\/p><p>Dass dieses zun&auml;chst etwas kompliziert klingende Konzept in der Praxis wunderbar aufgeht, liegt &ndash; fast f&uuml;hlt man sich an die aristotelische Dramentheorie erinnert &ndash; an der ber&uuml;hmten &sbquo;Einheit von Ort, Zeit und Handlung&lsquo;. (Genauer: dem gemeinsamen &sbquo;Spirit&lsquo; der im Film vorgestellten Personen.)<\/p><p><strong>G&ouml;delitz<\/strong><\/p><p>Da ist zun&auml;chst der Ort, der den Rahmen garantiert: <a href=\"https:\/\/gut-goedelitz.de\/gut-goedelitz\/ueber-gut-goedelitz\/\">Gut G&ouml;delitz<\/a> bei D&ouml;beln in der s&auml;chsischen Provinz. Und die Menschen, die ihn lebendig machen.<\/p><p>Die Besitzer, Familie Schmidt-G&ouml;delitz, flohen nach Kriegsende in den Westen &ndash; und kamen nach der Wende wieder zur&uuml;ck. &bdquo;Aber nicht als Altbesitzer, die sagen: &sbquo;Hier sind wir wieder!&lsquo;&ldquo;, wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Axel_Schmidt-G%C3%B6delitz\">Axel Schmidt-G&ouml;delitz<\/a>, der zusammen mit seiner Mutter und seinen drei Geschwistern das zu DDR-Zeiten entsch&auml;digungslos enteignete und verstaatlichte Gut 1990\/91 wieder zur&uuml;ckkaufte, erl&auml;utert. Der recht jugendlich wirkende, mittlerweile 82-J&auml;hrige trat &ndash; &bdquo;was f&uuml;r meinen Vater ganz scheu&szlig;lich war&ldquo; &ndash; in den Siebzigerjahren der SPD bei, wegen der Friedens- und Auss&ouml;hnungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr. Letzteren bezeichnet er als seinen &bdquo;politischen Ziehvater&ldquo;, von dem er nicht zuletzt gelernt habe, Perspektivwechsel zu praktizieren, die Interessen des Anderen zu sehen und in die eigenen Entscheidungen einzubauen und: &bdquo;Jeder Konflikt, jeder Krieg hat eine Vorgeschichte!&ldquo;<\/p><p>Die beruflichen Stationen von Schmidt-G&ouml;delitz &ndash; unter anderem in der St&auml;ndigen Vertretung der Bundesrepublik in Ostberlin bei G&uuml;nter Gaus und bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kairo und Peking, wo er im Juni 1989 das Massaker am Tianamen-Platz miterlebte &ndash; pr&auml;gten seinen Entschluss f&uuml;r Sinn und Zweck des zur&uuml;ckgekauften und mittlerweile aufwendig renovierten Familiengutes: &bdquo;Es war v&ouml;llig klar: Das, was ich politisch gelernt habe &ndash; in meinem Leben und von Egon Bahr &ndash;, das werden wir hier auch machen!&ldquo;<\/p><p>Entstanden ist ein als &sbquo;Familienbetrieb&lsquo; gef&uuml;hrtes Offenes Haus im Herzen Sachsens, das sich &ndash; eine nicht immer leichte betriebswirtschaftliche Aufgabe &ndash; selbst tr&auml;gt, wo neben Vortr&auml;gen und Kammerkonzerten auch F&uuml;hrungskr&auml;fteseminare, Hochzeiten und Familienfeste ausgerichtet werden, das aber vor allem einen besonderen identit&auml;tspr&auml;genden Schwerpunkt hat: das von Schmidt-G&ouml;delitz 1999 ins Leben gerufene &bdquo;Ost-West-Forum&ldquo; mit seinen mittlerweile auch in Polen, Korea und Westdeutschland erfolgreich praktizierten wechselseitigen <a href=\"https:\/\/gut-goedelitz.de\/biografiegespraeche\/\">Biographiegespr&auml;chen<\/a>. Und in diesem &bdquo;Familienbetrieb&ldquo; arbeiten alle mit: Axels 85-j&auml;hrige Schwester Barbara Wagner, die von Anfang an dabei war und alles mit aufbaute, seine Frau Katrin und die S&ouml;hne Leonard und Fabian. Alle haben dieselbe Grundeinstellung zu ihrem Projekt: &bdquo;G&ouml;delitz ist kein Wertgegenstand, G&ouml;delitz ist eine Verantwortung!&ldquo; <\/p><p>An diesem Ort findet &ndash; Dreh- und Angelpunkt des genannten Films von Ralf Eger &ndash; Mitte Oktober 2024 eine Veranstaltung zu Ehren Michail Gorbatschows statt.<\/p><p><strong>Zwei Frauen<\/strong><\/p><p>Die Hauptprotagonistinnen des Abends sind, neben den Gastgebern, zwei Frauen mit viel Verstand und ebenso viel Herz, die sich beide auf ihre Art intensiv mit der Person Michail Gorbatschow besch&auml;ftigt, ihn pers&ouml;nlich kennengelernt und zum Teil auch mit ihm zusammengearbeitet haben:<\/p><p>Die Bestsellerautorin und ehemalige Moskaukorrespondentin Gabriele Krone-Schmalz, die im M&auml;rz 1990, als erste der in Moskau akkreditierten westlichen Korrespondenten &uuml;berhaupt, ein Interview mit Gorbatschow f&uuml;hrte und sp&auml;ter mit ihm im Rahmen des &ndash; von deutscher Seite mittlerweile gecancelten &ndash; Petersburger Dialogs intensiv kooperierte, und die Journalistin Bettina Schaefer, die im Sommer 2023 zum ersten Jahrestag des Todes von Gorbatschow den mittlerweile preisgekr&ouml;nten und ins Englische &uuml;bersetzten Erinnerungsband <a href=\"https:\/\/www.jetztzeit-verlag.de\/michail-gorbatschow.html\">&bdquo;Michail Gorbatschow &ndash; Wie er unser Leben ver&auml;nderte&ldquo;<\/a> vorlegte.<\/p><p><strong>Wahlverwandtschaften<\/strong><\/p><p>All diese Personen &ndash; Referentinnen und das G&ouml;delitzer Familienteam &ndash; verbindet, untereinander und zusammen mit der Hauptperson der Veranstaltung, derselbe &sbquo;Spirit&lsquo;: Nicht der der schalen &sbquo;Toleranz&lsquo;, die oft ja nur ein blumiges Wort f&uuml;r &sbquo;Desinteresse&lsquo; ist. Es ist der, mittlerweile so selten gewordene, aufrichtige Wille zum &ndash; nein: <em>die Lust am<\/em> &ndash; Dialog, der respektvolle Umgang mit Differenzen oder, wie Krone-Schmalz es augenzwinkernd auf den Punkt bringt, das Motto: &bdquo;Anst&auml;ndig streiten &ndash; im doppelten Sinne des Wortes!&ldquo;<\/p><p>Es ist diese gemeinsame Grundhaltung aller Beteiligten, die sie &ndash; unabh&auml;ngig von unterschiedlichen Ansichten und Einsch&auml;tzungen, nicht zuletzt der aktuellen Situation &ndash; allesamt zu Wahlverwandten macht. Auch und gerade des Mannes, um den es hier geht: Michail Gorbatschow.<\/p><p><strong>Die Hauptperson<\/strong><\/p><p>Bettina Schaefer und Gabriele Krone-Schmalz, und damit der Film, lassen diesen Ausnahmepolitiker und -menschen aus verschiedensten Perspektiven noch einmal &sbquo;auferstehen&lsquo;: <\/p><p>Da ist die von Frau Schaefer aufgezeichnete Perspektive eines damals zehnj&auml;hrigen M&auml;dchens &ndash; der heutigen SPD-Bundestagsabgeordneten Sonja Eichwede, Tochter des Osteuropahistorikers Wolfgang Eichwede &ndash;, das Mitte der Neunzigerjahre nicht verstehen kann, warum Gorbatschow seinen bereits angek&uuml;ndigten Besuch bei ihrer Familie in Bremen im letzten Augenblick absagt, weil er sich lieber im Hotel um seine erkrankte Frau Raissa k&uuml;mmern will. Schlie&szlig;lich k&ouml;nnten sie Raissa doch auch bei ihnen zu Hause im Wohnzimmer ein Bett machen! Und wie er ihr bei einer sp&auml;teren Begegnung alles nochmal erkl&auml;rt, ihr versichert, er habe ihre Idee, der er leider nicht nachkommen konnte, sehr sch&ouml;n gefunden. Wie er Sonja bei der Hand fasst und ihr verspricht, dass sie beide nun f&uuml;r immer Freunde seien! Au&szlig;erdem seien sie ja eh bald Kollegen, schlie&szlig;lich wolle Sonja auch Juristin werden &hellip; (Das sch&ouml;ne Foto der Zehnj&auml;hrigen mit dem Friedensnobelpreistr&auml;ger bildet das Cover von Schaefers Buch.)<\/p><p>Da erfahren wir, dass Gorbatschow, wie ein Biograph von einer Klassenkameradin im l&auml;ndlich-nordkaukasischen Priwolnoje erfuhr, nach dem Krieg als 12-, 13-J&auml;hriger dort ein ganzes Jahr die Dorfschule geschw&auml;nzt hat &ndash; weil er, mit einem Pferd der Kreisstadtkolchose unterwegs, in den D&ouml;rfern die Post verteilte, um Geld f&uuml;r die Familie zu verdienen.<\/p><p>Da ist das erw&auml;hnte Erstinterview im Kreml.<\/p><p>Immer wieder schimmert das Bildnis eines zug&auml;nglichen, sehr pr&auml;senten, gutaussehenden Mannes durch, der offen und schn&ouml;rkellos seine Meinung vertrat, aber auch &ndash; f&uuml;r einen Spitzenpolitiker eher ungew&ouml;hnlich &ndash; konzentriert <em>zuh&ouml;ren<\/em>, ja bei besseren Argumenten sich sogar <em>korrigieren<\/em> konnte. Der es mit seinem freundlich-zugewandten Charme gar schaffte, einen ausgesprochenen Kommunistenfresser wie Franz-Josef Strau&szlig; Ende 1987 innerhalb von drei Tagen zu einem regelrechten Fan zu &sbquo;bekehren&lsquo;. Oder mit den Worten von Krone-Schmalz: &bdquo;Michail Gorbatschow war etwas ganz Besonderes. Es war der <em>Mensch<\/em> dahinter, der mir die Hoffnung gegeben hat, dass Politik jenseits von Partei- und Eigeninteressen m&ouml;glich ist!&ldquo;<\/p><p>Wir sehen nochmals die Szenen vom euphorischen Empfang, den die Bonner B&uuml;rger dem sowjetischen Generalsekret&auml;r und dessen Ehefrau Raissa &ndash; noch vor Mauerfall und deutscher Vereinigung &ndash; im Juni 1989 bereiteten. Wir sind fast ungl&auml;ubige Augenzeugen, wie am 9. November 1990 Gorbatschow und Helmut Kohl den deutsch-sowjetischen Partnerschaftsvertrag unterzeichnen. Und immer <em>sp&uuml;ren<\/em> wir f&ouml;rmlich die allgemeine Erleichterung nach dem gl&uuml;cklichen Ende des Kalten Krieges, die gewaltigen <em>Hoffnungen<\/em> auf eine friedliche Zukunft, die damals greifbar im Raum standen.<\/p><p>&bdquo;<strong>Eine neue Vision der Welt triumphiert &hellip;&ldquo;<\/strong><\/p><p>Schauen wir uns abschlie&szlig;end noch einmal an, welch weiten Weg Michail Gorbatschow selbst zur&uuml;ckgelegt hat. Beginnen wir mit seinem &sbquo;Ur-Trauma&lsquo;: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Ich war ein Teenager, als deutsche Besatzer in mein Dorf kamen. Ich litt Hunger und erfuhr Dem&uuml;tigung. Bevor die deutschen Truppen aus Angst vor einer Umzingelung, vor einem neuen &sbquo;Stalingrader Kessel&lsquo;, den R&uuml;ckzug antraten, versteckte meine Mutter mich. Ihr war anonym eine Nachricht zugesteckt worden, dass am 26. Januar 1943 die Familien der Kommunisten erschossen werden sollten. An sich selbst dachte sie dabei nicht. Sie sorgte sich um das Leben ihres Sohnes. &ndash; Einige Jahre nach Kriegsende war ich mit der Bahn nach Moskau unterwegs, um mein Studium an der Lomonossow-Universit&auml;t aufzunehmen. Ich fuhr durch Stalingrad und durch viele andere St&auml;dte. Was ich aus dem Fenster des Zuges sah, hat mich ersch&uuml;ttert und sich in mein Ged&auml;chtnis eingebrannt: grauenhafte Verw&uuml;stung, Brandst&auml;tten, Tr&uuml;mmer von H&auml;usern. Diese Erlebnisse und Bilder, sie haben meine Einstellung zum Krieg, sprich: dessen entschiedene Ablehnung, gepr&auml;gt.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Und h&ouml;ren wir, was er Jahrzehnte sp&auml;ter als Pr&auml;sident der UdSSR am 9. November 1990 &ndash; ein Jahr nach dem Mauerfall und einen Monat nach der deutschen Vereinigung &ndash; anl&auml;sslich der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen <a href=\"http:\/\/www.glasnost.de\/db\/DokAus\/90sow.html\">&bdquo;Vertrags &uuml;ber gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit&ldquo;<\/a> in Bonn dem Volk der ehemaligen Besatzer erkl&auml;rte:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Ich sehe keine Gegner, kein anderes Land, keine andere Nation, die wir verd&auml;chtigen, sich auf einen Krieg mit uns vorzubereiten. So nehmen wir die Welt heute wahr. Und das l&auml;sst uns hoffen, dass wir uns das Ziel setzen k&ouml;nnen, eine atomwaffenfreie und gewaltfreie Welt zu schaffen, eines der gr&ouml;&szlig;ten Ziele f&uuml;r die gesamte Weltgemeinschaft. Wir haben gen&uuml;gend andere Probleme, mit denen wir uns besch&auml;ftigen m&uuml;ssen. Wir haben uns in einem Wettr&uuml;sten ersch&ouml;pft, das zu nichts anderem als zu einer Vergiftung der Beziehungen f&uuml;hrte, die wir jetzt wiederherstellen m&uuml;ssen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Und:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Eine neue Vision der Welt triumphiert, die &Auml;ra der Konfrontation ist vorbei, die das Gesicht Europas und der Welt pr&auml;gte. Lasst uns ohne Z&ouml;gern daf&uuml;r sorgen, dass gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit allt&auml;glich und selbstverst&auml;ndlich werden in der Kommunikation unserer gro&szlig;en Nationen. M&ouml;ge der auf 20 Jahre geschlossene sowjetisch-deutsche Vertrag zu einem Vertrag &uuml;ber den ewigen Frieden werden!&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Anderthalb Wochen danach trafen sich die Staats- und Regierungschefs aller europ&auml;ischen Staaten inclusive der Sowjetunion sowie der USA und Kanada in der franz&ouml;sischen Hauptstadt, wo sie am 21. November 1990 gemeinsam die &bdquo;Charta von Paris&ldquo; unterzeichneten. Sie proklamierte das Ende des Kalten Krieges und der Teilung des Europ&auml;ischen Kontinents und verk&uuml;ndete den Beginn eines neuen Zeitalters des Friedens und der Kooperation.<\/p><p>S&auml;tze, Erinnerungen, die einem heute die Tr&auml;nen ins Gesicht treiben &hellip; <\/p><p>PS:<\/p><p>Der Film &bdquo;Gorbatschow und G&ouml;delitz &ndash; Frieden&ldquo; kann an diesem Wochenende, vom 30. bis 31. August, anl&auml;sslich des dritten Jahrestages von Gorbatschows Tod als Vorabver&ouml;ffentlichung <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zwVGP4WDfzM\">auf dem YouTube-Kanal der <em>NachDenkSeiten<\/em><\/a> angesehen werden. <\/p><p>Die Kinopremiere dieser Dokumentation ist am 13. November 2025 um 19 Uhr in K&ouml;ln im Museum Ludwig (Reservierung &uuml;ber: <a href=\"mailto:ralf-eger@web.de\">ralf-eger@web.de<\/a> oder Tel: 0176-544 410 30. Am 24. November 2025 wird der Film um 20 Uhr in Berlin im Kino Babylon gezeigt. (Karten &uuml;ber das Kino)<\/p><p>Der erste Film Ralf Egers &uuml;ber Gabriele Krone-Schmalz, <a href=\"https:\/\/westendverlag.de\/Gabriele-Krone-Schmalz-Verstehen\/2265\">&bdquo;Verstehen&ldquo;<\/a>, ist als Blu-ray Disc plus Hardcover-Buch f&uuml;r 28,00 Euro beim Westend Verlag erh&auml;ltlich. Der zweite Film, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OKbQRKaciUg\">&bdquo;Perspektivwechsel&ldquo;<\/a>, steht bei YouTube online.<\/p><p>Das mehrfach international ausgezeichnete Buch &bdquo;Michail Gorbatschow &ndash; Wie er unser Leben ver&auml;nderte&ldquo; der &ndash; wie wir ganz am Ende des Films lesen m&uuml;ssen, im Juni diesen Jahres leider viel zu fr&uuml;h verstorbenen &ndash; Journalistin Bettina Schaefer ist f&uuml;r 28,00 Euro in ihrem <a href=\"https:\/\/www.jetztzeit-verlag.de\/michail-gorbatschow.html\">jetztzeit verlag<\/a> erh&auml;ltlich.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot Ralf Eger<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor drei Jahren, am 30. August 2022, starb Michail Gorbatschow. Der Filmemacher Ralf Eger (&bdquo;Gabriele Krone-Schmalz: Verstehen&ldquo;) nimmt dies zum Anlass, seinen neuen Film &bdquo;Gorbatschow und G&ouml;delitz &ndash; Frieden&ldquo;, der im November in die Kinos kommt, f&uuml;r diesen Samstag und Sonntag schon mal kostenlos online zu stellen. 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