{"id":138279,"date":"2025-09-01T09:00:03","date_gmt":"2025-09-01T07:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138279"},"modified":"2025-09-01T16:23:32","modified_gmt":"2025-09-01T14:23:32","slug":"wie-man-feindbilder-zuechtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138279","title":{"rendered":"Wie man Feindbilder z\u00fcchtet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Durch Propaganda vergiftet, verliert Europa seinen Kompass.<\/strong> Albert Einstein sagte einmal: &bdquo;Die Masse ist niemals kriegsl&uuml;stern, solange sie nicht durch Propaganda vergiftet wird. Wir m&uuml;ssen sie gegen Propaganda immunisieren. Wir m&uuml;ssen unsere Kinder gegen Militarismus impfen, indem wir sie im Geiste des Pazifismus erziehen.&ldquo; Die Mittel des klassischen Krieges sind Waffen, die Mittel des Wirtschaftskrieges sind Sanktionen. Der Informationskrieg erzeugt Feindbilder, d&auml;monisiert den Gegner, setzt auf L&uuml;gen und das Sch&uuml;ren von Angst. Von <strong>Oskar Lafontaine<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6893\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-138279-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Wie_man_Feindbilder_zuechtet_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Wie_man_Feindbilder_zuechtet_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Wie_man_Feindbilder_zuechtet_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Wie_man_Feindbilder_zuechtet_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=138279-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Wie_man_Feindbilder_zuechtet_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250901_Wie_man_Feindbilder_zuechtet_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wenn beispielsweise der deutsche &bdquo;Verteidigungsminister&ldquo; Boris Pistorius uns &mdash; wie einst Hitlers Propagandaminister Goebbels &ndash; &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; machen will, dann muss er L&uuml;gen verbreiten und Angst sch&uuml;ren. Er muss wie viele andere Kriegspropagandisten behaupten, dass der Einmarsch der russischen Armee im Februar 2022 unprovoziert und grundlos war; er muss so tun, als h&auml;tte es den von den USA finanzierten Maidan-Putsch und den B&uuml;rgerkrieg Kiews gegen die Ostukraine mit 14.000 Toten nie gegeben. Er muss Angst sch&uuml;ren und die L&uuml;ge verbreiten, Wladimir Putin wolle in einigen Jahren Deutschland und Europa &uuml;berfallen.<\/p><p><strong>Machtanspruch der USA<\/strong><\/p><p>&Uuml;berhaupt ist die D&auml;monisierung Putins wesentlicher Bestandteil der Kriegspropaganda. Man k&ouml;nne eine Gruppe von Menschen nicht insgesamt hassen, nicht einmal als Feinde, schrieb die belgische Historikerin Anne Morelli 2001 in ihrem Buch &bdquo;Die Prinzipien der Kriegspropaganda&ldquo;. Es sei daher wirkungsvoller, den Hass auf die feindliche F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeit zu richten. Der Gegner bekomme so ein Gesicht, und dieses Gesicht w&uuml;rde Gegenstand des Hasses werden.<\/p><p>Der Informationskrieg zur Vorbereitung des Ukraine-Kriegs begann allerdings lange vor Pistorius. Er hatte seinen Ursprung im Anspruch der USA, die Welt zu beherrschen. Um die Weltherrschaft sicherzustellen, musste verhindert werden, dass auf dem eurasischen Kontinent eine Macht entsteht, die den USA gef&auml;hrlich werden k&ouml;nnte. In seinem 1994 ver&ouml;ffentlichten Buch &bdquo;Diplomacy&ldquo; schrieb der ehemalige Au&szlig;enminister Henry Kissinger:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Und nach wie vor ist die Beherrschung einer der beiden Hauptsph&auml;ren Eurasiens &ndash; Europas also und Asiens &ndash; durch eine einzige Macht [&hellip;] die strategische Gefahr, der sich die Vereinigten Staaten einmal gegen&uuml;bersehen k&ouml;nnten, gleichviel, ob unter den Bedingungen eines Kalten Krieges oder nicht. Denn ein solcher Zusammenschluss w&auml;re im Stande, die USA wirtschaftlich und letztendlich auch milit&auml;risch zu &uuml;berfl&uuml;geln, eine Gefahr, der es selbst dann entgegenzutreten g&auml;lte, wenn die dominante Macht offenkundig freundlich gesinnt w&auml;re.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>2015 wurde der Geostratege George Friedman konkreter: &bdquo;Das prim&auml;re Interesse der USA, wof&uuml;r wir seit einem Jahrhundert die Kriege f&uuml;hren &ndash; Erster und Zweiter Weltkrieg und Kalter Krieg &ndash;, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann, und unser Interesse war es immer, sicherzustellen, dass das nicht eintritt.&ldquo;<\/p><p>Mit dem Ukraine-Krieg haben die USA das Ziel, Deutschland und Russland gegeneinander aufzubringen, erreicht. Der in seinem Amt v&ouml;llig &uuml;berforderte, korrupte US-Pr&auml;sident Joe Biden hatte allerdings &uuml;bersehen, dass mit China auf dem eurasischen Kontinent eine den USA ebenb&uuml;rtige Macht entstanden war und dass es aus Sicht Washingtons ein gro&szlig;er Fehler war, Russland an die Seite Chinas zu dr&auml;ngen. Donald Trump hat das erkannt: &bdquo;Die einzige Sache, die wirklich niemand will, ist, dass sich Russland und China verb&uuml;nden.&ldquo; Er sei &uuml;berzeugt, dass man die L&auml;nder schnell voneinander trennen m&uuml;sse. &bdquo;Ich denke, das kann ich auch tun. Ich muss sie trennen.&ldquo; Nicht zuletzt deshalb will er den Ukraine-Krieg beenden und sich auf die Auseinandersetzung mit China konzentrieren. Das Treffen mit Putin in Alaska und die Audienz, die er den europ&auml;ischen Vasallen im Wei&szlig;en Haus gew&auml;hrte, dienten diesem Ziel. Seine Botschaft war unmissverst&auml;ndlich: Die USA haben ihren Rohstoffdeal und ziehen sich zur&uuml;ck.<\/p><p><strong>Und sie lernen nicht dazu<\/strong><\/p><p>Die Ukrainer und die Europ&auml;er sollen sehen, wie sie den von den USA provozierten Krieg gegen Russland zu Ende bringen und wie sie mit den verheerenden Folgen dieses Krieges zurechtkommen. Und jetzt machen die Europ&auml;er das, was sie &uuml;ber viele Jahre vers&auml;umt haben: Sie proben den Aufstand, aber zum falschen Zeitpunkt und mit den falschen Zielen. Sie wollen den Krieg weiterf&uuml;hren, obwohl er verloren ist. Sie machen sich nur noch l&auml;cherlich und fordern einen bedingungslosen Waffenstillstand, nachdem die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige franz&ouml;sische Pr&auml;sident Fran&ccedil;ois Hollande zugegeben haben, dass sie beim letzten Mal, beim Minsker Abkommen, falschgespielt und Putin &uuml;ber den Tisch gezogen haben. Sie fordern zur Friedenssicherung NATO-Truppen in der Ukraine, als w&uuml;ssten sie nicht, dass die russische Armee einmarschiert ist, weil Putin keine NATO-Truppen und -Raketen an der russischen Grenze wollte. Merken sie nicht, dass sie immer mehr ins Abseits geraten und dass die Welt sie nicht mehr ernst nimmt?<\/p><p>Und sie lernen auch nicht dazu. Wie im Stellvertreterkrieg mit Moskau ist es den transatlantischen Netzwerken und der Propaganda-Armee der Vereinigten Staaten bereits gelungen, die Europ&auml;er auch bei der Auseinandersetzung mit China vor ihren Karren zu spannen. Der chinesische Staatspr&auml;sident Xi Jinping oder sein Nachfolger wird den russischen Pr&auml;sidenten Putin bald als bevorzugtes Ziel der US-Kriegspropaganda abl&ouml;sen. Wenn die Europ&auml;er auch im Kampf der USA gegen China die folgsamen Vasallen bleiben und nach dem Verlust der preiswerten russischen Energieversorgung auch die f&uuml;r beide Seiten so ertragreichen Wirtschaftsbeziehungen zum Reich der Mitte zur&uuml;ckfahren, dann ist der Niedergang Europas nicht mehr aufzuhalten.<\/p><p><em>Der Artikel ist zuerst in der Weltwoche Nr. 35.25 erschienen.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Anton27\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Durch Propaganda vergiftet, verliert Europa seinen Kompass.<\/strong> Albert Einstein sagte einmal: &bdquo;Die Masse ist niemals kriegsl&uuml;stern, solange sie nicht durch Propaganda vergiftet wird. Wir m&uuml;ssen sie gegen Propaganda immunisieren. 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