{"id":138293,"date":"2025-09-01T11:00:47","date_gmt":"2025-09-01T09:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138293"},"modified":"2025-09-01T15:07:10","modified_gmt":"2025-09-01T13:07:10","slug":"haben-luegen-wirklich-kurze-beine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138293","title":{"rendered":"Haben L\u00fcgen wirklich kurze Beine?"},"content":{"rendered":"<p>L&uuml;gen haben kurze Beine, behauptet ein beschwichtigendes Sprichwort. Doch L&uuml;gner bekommen bekanntlich leider keine lange Nase, erst recht nicht die verdienten Strafen. Vielmehr werfen erlogene Geschichtsf&auml;lschungen meist die von den Verursachern beabsichtigten langen Schatten, vor allem in den K&ouml;pfen all jener Unbedarften, f&uuml;r die sie bestimmt sind, die das Erz&auml;hlte gerne glauben oder zumindest nicht &uuml;berpr&uuml;fen wollen und widerlegen k&ouml;nnen. Eine R&uuml;ckschau anl&auml;sslich des Jahrestags des Beginns des Zweiten Weltkriegs auf L&uuml;gen und Geschichtsf&auml;lschungen zur Rechtfertigung von Kriegen und Kriegsverbrechen. Von <strong>Felix Du&#269;ek<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_919\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-138293-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Haben_Luegen_wirklich_kurze_Beine_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Haben_Luegen_wirklich_kurze_Beine_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Haben_Luegen_wirklich_kurze_Beine_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Haben_Luegen_wirklich_kurze_Beine_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=138293-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250901_Haben_Luegen_wirklich_kurze_Beine_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250901_Haben_Luegen_wirklich_kurze_Beine_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Heute vor 86 Jahren begann Hitler den Zweiten Weltkrieg in Europa &ndash; ohne Kriegserkl&auml;rung, stattdessen mit einer drei Wochen zuvor befohlenen und sorgf&auml;ltig vorbereiteten Propagandal&uuml;ge: dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Fall_Gleiwitz\">&Uuml;berfall auf den Sender Gleiwitz<\/a> als makabres Beispiel f&uuml;r angeblich dutzende bewaffnete Provokationen Polens gegen das friedliebende Nazi-Deutschland. Damit wird eine andere, auch heute wieder tagt&auml;glich bewahrheitete Redewendung in Erinnerung gerufen: &bdquo;Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit.&ldquo; Diese Erkenntnis stammt urspr&uuml;nglich wohl von dem US-amerikanischen Politiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hiram_Johnson\">Hiram Warren Johnson<\/a>, einem zu seiner Zeit als progressiv geltenden Vertreter der Republikanischen Partei in den USA. Jedenfalls wurde seine traurige Botschaft in den zur&uuml;ckliegenden hundert Jahren oft zitiert, weil sie auch in den unz&auml;hligen sp&auml;teren Kriegen immer wieder best&auml;tigt wurde.<\/p><p>Es sei hier nur ohne die detaillierten Belege an Stichworte erinnert wie den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mukden-Zwischenfall\">Mukden-Zwischenfall<\/a>, mit dem sich das kaiserliche Japan in den 1930er-Jahren die Herrschaft &uuml;ber die Mandschurei sicherte, die angebliche Attacke Nordvietnams auf provozierende US-Kriegsschiffe im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tonkin-Zwischenfall\">Golf von Tonkin<\/a>, Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen im Irak, syrische Giftgasangriffe oder Irans Atombomben, vor denen Netanjahu bereits seit Jahrzehnten warnt. Ein herausragendes Beispiel ist zweifellos das traumatisierende Datum 9\/11, das &ndash; wer immer die Anschl&auml;ge zu verantworten hat oder zuvor davon wusste &ndash; als angebliche Legitimation f&uuml;r den Afghanistan-Krieg der USA samt deren willf&auml;hrigen Untertanen herhalten sollte.<\/p><p>In diesem Sommer warnten russische Sicherheitsexperten vor geplanten britisch-ukrainischen False-Flag-Operationen an jenen Tankern, die Roh&ouml;l aus Russland exportieren. Um Russland und die Abnehmerl&auml;nder einer Umweltkatastrophe zu beschuldigen, die noch weit schlimmer ist als die gelungene Sprengung von drei der vier Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee, &uuml;ber welche ebenfalls das Geschichtenerz&auml;hlen in einschl&auml;gigen Medien gerade wieder Hochkonjunktur feiert.<\/p><p>Oft waren &ndash; zumindest in der Vergangenheit &ndash; die viel langsamere, oft schleppende Kommunikation oder auch Sprachbarrieren (selbst in den Wissenschaften) ein Hindernis, das zu Unklarheiten oder Streit um die Priorit&auml;t von Entdeckungen und Erfindungen f&uuml;hrte. Das galt erst recht zwischen Erdteilen im Altertum und Mittelalter, wenn etwa als Nebeneffekt bei friedlichem Handel auch Wissen zwischen dem &bdquo;Reich der Mitte&ldquo; China und Europa in beide Richtungen ausgetauscht wurde. Oder selbst zu Hochzeiten der Wissenschaften im Orient gelangte Wissen der Muslime bei deren Expansion samt einem folgenden kulturellen Austausch nach Europa, etwa &uuml;ber Spanien.<\/p><p>Auch ohne kriegerische Folgen bleiben bewusst erdichtete F&auml;lschungen und verheimlichte Unterschlagungen von Tatsachen bei welthistorischen Ereignissen schlichtweg dreiste L&uuml;gen. Auch daf&uuml;r ist die j&uuml;ngere Zeitgeschichte reich an Beispielen, etwa beim ersten Raumfahrer, dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin &ndash; anstelle von John Glenn, wie es am 20. September 2024 die offenbar mit besonderen &bdquo;Experten&ldquo; gespickte &bdquo;ARD Brisant&ldquo; zu verk&uuml;nden fertigbrachte. Oder j&uuml;ngst wieder einmal bei der Nichtw&uuml;rdigung des ersten &bdquo;Deutschen&ldquo; im Weltall, dem DDR-Fliegerkosmonauten Sigmund J&auml;hn, mit der selbst eine CSU-Bundesministerin brillieren wollte. Neben dem atemlosen &Uuml;berfluss an Sensationen und Vermutungen in den ach so sozialen Medien k&ouml;nnten und sollten eigentlich Film und Fernsehen eine sachlichere und sauber recherchierte Darstellung von historisch bedeutsamen Ereignissen liefern. W&auml;re da nicht auch heute immer noch der ungez&auml;hmte Wille zur &bdquo;Volksaufkl&auml;rung und Propaganda&ldquo;, wie seinerzeit noch ganz unversch&auml;mt das Reichsministerium von Joseph Goebbels genannt wurde. So verwundert es nicht, dass es neben solide recherchierten Dokumentarfilmen auch propagandistische Machwerke gibt, sowohl grobschl&auml;chtige als auch feingesponnene Schleier &uuml;ber die wahre Geschichte.<\/p><p>Leider geben sich selbst angesehene Politiker oft genug daf&uuml;r her, nackte Wahrheiten lieber zu verschweigen, sei es aus &bdquo;diplomatischem Geschick&ldquo; an der falschen Stelle oder plumper Unterwerfung. J&uuml;ngstes Beispiel waren Anfang August wiederum die <a href=\"https:\/\/www.kantei.go.jp\/jp\/103\/statement\/2025\/0806hiroshima.html\">Reden des japanischen Premierministers Shigeru Ishiba<\/a> anl&auml;sslich des 80. Jahrestages der US-amerikanischen Atombombenabw&uuml;rfe &uuml;ber Hiroshima und Nagasaki. Wiederum &ndash; weil schon vor f&uuml;nf Jahren auch der inzwischen ermordete <a href=\"https:\/\/www.kantei.go.jp\/jp\/98_abe\/statement\/2020\/0806hiroshima.html\">Shinz&#333; Abe als damaliger Premierminister in fast wortgleichen Reden<\/a> peinlich darauf achtete, die USA mit keiner Silbe zu erw&auml;hnen, weder als damalige Schuldige, erst recht nicht als heutige B&uuml;ndnispartner Japans in der vorangetriebenen Hochr&uuml;stung gegen die Volksrepublik China.<\/p><p>Bei der Unterschlagung und F&auml;lschung der Geschichtsschreibung &uuml;ber die ersten Atombomben ist Japan nat&uuml;rlich nicht allein. In den Traumfabriken von Hollywood wird auf diese Weise nicht nur die weltweite Verbreitung des American Way of Life, der &bdquo;amerikanischen&ldquo; Kultur der Einwanderer, verherrlicht und systematisch organisiert. Auch deren Geschichtsschreibung, das Umschreiben der Eroberung des eigenen Kontinents wie auch ihr jahrzehntelang stabiles Weltbild als die gr&ouml;&szlig;te &bdquo;Ordnungsmacht&ldquo; wird als massenmedialer Treibriemen realisiert und weltweit transportiert. Entgegen dokumentarischer Genauigkeit beflei&szlig;igen sich auch die USA selbst mit ihren Hollywood-Studios, die Geschichte immer als einen Siegeszug des Guten in Gestalt der USA zu verbr&auml;men. Sonst drohe der Welt das Armageddon der Evangelikalen. Dabei sind sie kr&auml;ftig am Werk, die Schrecken in Gaza lassen heute schon gr&uuml;&szlig;en.<\/p><p>Vor zwei Jahren kam auch in Deutschland &ndash; mittlerweile ein Kassenschlager (Einnahmen 977 Mio. US-Dollar weltweit, 48 Mio. Euro in Deutschland) &ndash; in die Kinos: der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oppenheimer_(2023)\">Hollywood-Streifen &bdquo;Oppenheimer&ldquo;<\/a> von Christopher Nolan. Im Mittelpunkt steht selbstverst&auml;ndlich der herausragende <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Oppenheimer\">Physiker Robert Oppenheimer<\/a> als Wissenschaftler im Manhattan-Projekt, neben dem milit&auml;rischen Befehlshaber, dem US-Brigadegeneral Leslie R. Groves, im hochgeheimen Manhattan-Projekt zum Bau zweier Atombomben in den USA. Weltweit wurde die f&uuml;r Hollywood vergleichsweise gro&szlig;e Akkuratesse in der historischen Darstellung der Ereignisse gelobt. Allerdings wird dabei (vielleicht dem westlichen Geist der Zeitenwende gehorchend) eine klitzekleine &bdquo;Kleinigkeit&ldquo; fast nirgendwo erw&auml;hnt. Diese kleine Frage lautet: Was erwiderte Stalin nach der bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands w&auml;hrend der Potsdamer Konferenz, als ihm der US-Pr&auml;sident Harry S. Truman triumphierend von seinem neuen gro&szlig;en Kn&uuml;ppel, den gerade erst einsatzbereiten Atombomben der USA, berichtete? Stalin soll Truman zu den Verbrechen in Hiroshima und Nagasaki ermuntert haben?<\/p><p>Im Hollywood-Streifen m&uuml;ssen der US-General Leslie Groves &ndash; im Film bisweilen als &bdquo;bad Guy&ldquo; des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manhattan-Projekt\">Manhattan-Projekts<\/a> dargestellt &ndash; und der &bdquo;good Guy&ldquo; Robert Oppenheimer als filmische &bdquo;Kronzeugen&ldquo; f&uuml;r eine solche L&uuml;ge herhalten. Groves berichtet Oppenheimer in einem kurzen Dialog &uuml;ber die angebliche Antwort Stalins beim Wortwechsel mit Truman im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cecilienhof\">Schloss Cecilienhof<\/a>, wo damals in Potsdam die Konferenz stattfand. Truman sprach nach dem am 16. Juli 1945 gelungenen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trinity-Test\">Trinity-Test<\/a> in der W&uuml;ste von Nevada nach einer der vielen Sitzungen, n&auml;mlich am Abend des 24. Juli 1945, mit Stalin und deutete ganz beil&auml;ufig, aber triumphierend die Existenz einer neuen Waffe im Besitz der USA an. General Groves hatte Truman telefonisch umgehend &uuml;ber den Erfolg unterrichtet, und im Film (1:55:36) fragt ihn Oppenheimer danach:<\/p><blockquote><p>\n    <em>&bdquo;Hat Truman Stalin informiert, in Potsdam?&ldquo;<br>\n    &bdquo;Informiert w&auml;re eine &Uuml;bertreibung. Er hat erw&auml;hnt, dass es eine neue und m&auml;chtige Waffe gibt. Stalin hofft, dass wir die gegen Japan einsetzen. Das war&rsquo;s. &hellip;&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das Problem an dieser Kolportage ist, dass sie im wortw&ouml;rtlichen Inhalt lediglich auf nachtr&auml;glichen Behauptungen allein von Truman beruht, denn es gibt definitiv keine offiziellen Aufzeichnungen &uuml;ber diesen Small Talk am Rande der Potsdamer Konferenz. Und die Erinnerungen verschiedener Konferenzteilnehmer sind ziemlich verschieden, wie man in US-Archiven (Foreign relations of the United States : diplomatic papers : the Conference of Berlin (the Potsdam Conference), 1945 Volume II) finden kann.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250901-truman-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250901-truman-01.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250901-truman-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250901-truman-02.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/div><p>Nur Truman behauptete sp&auml;ter in seinen Erinnerungen &bdquo;Decisions&ldquo; auf Seite 416, Stalin h&auml;tte den Einsatz der neuen US-Waffen empfohlen, und zwar explizit gegen Japan. Der ebenfalls anwesende damalige US-Au&szlig;enminister James F. Byrnes behauptete zwar, der US-Dolmetscher Bohlen sei in das Gespr&auml;ch involviert gewesen, was dieser aber 1960 kategorisch abstritt, weil Truman wohlweislich das Gespr&auml;ch als informell erscheinen lassen wollte. Allerdings meint Byrnes sich jedenfalls zu erinnern, dass Stalin in seiner kurzen Antwort an Truman das Wort &bdquo;Japan&ldquo; nicht erw&auml;hnte. Vom US-Admiral William Daniel Leahy, ebenfalls Teilnehmer der Potsdamer Konferenz, stammt offenbar die wohl bekannteste Anekdote von diesem Moment in Potsdam. Er erinnert sich, dass der US-Pr&auml;sident ihm sp&auml;ter mitgeteilt habe, die Antwort von Stalin habe kein besonderes Interesse widergespiegelt, der &bdquo;Generalissimus&ldquo; schien vielmehr gar keine Ahnung zu haben, wor&uuml;ber Truman da mit ihm sprach. F&uuml;r Stalin sei das einfach eine andere Waffe und er hoffte, wir w&uuml;rden sie effektiv einsetzen. Und selbst der wohl neugierigste Beobachter dieser Szenerie, Winston Churchill, berichtet von seiner sp&auml;teren Nachfrage bei Truman lediglich dessen Kommentar: &bdquo;Er stellte keine Frage.&ldquo;<\/p><p>Nat&uuml;rlich kann man, wenn L&uuml;gen und Aktionen unter falscher Flagge nicht helfen, auch die Schraube der Provokationen immer fester anzuziehen versuchen. So warnen Propheten im Westen seit Jahren davor, die Russische F&ouml;deration w&uuml;rde nach einem Sieg in der Ukraine (bevor Deutschland oder gar Br&uuml;ssel an der Reihe sind) &bdquo;selbstverst&auml;ndlich&ldquo; als n&auml;chstes die &bdquo;abtr&uuml;nnigen&ldquo; baltischen Republiken &uuml;berfallen und &bdquo;ins Imperium zur&uuml;ckholen&ldquo;. Da Russland bisher daf&uuml;r nicht nur keinerlei Ambitionen erkennen lie&szlig;, sondern sogar ausdr&uuml;cklich dementierte, diese kleinen L&auml;nder, deren F&uuml;hrer mit fliegenden Fahnen der NATO beitraten, &uuml;berfallen zu wollen, greifen einige dieser Leute zum Mittel &bdquo;sich selbst erf&uuml;llender Prophezeiungen&ldquo;. Gemeint ist insbesondere die wahnwitzig erscheinende Drohung eines untergeordneten US-Generals unl&auml;ngst, die NATO solle nun endlich das Problem mit der russischen Exklave Kaliningrad aus der Welt schaffen. Also solle das fr&uuml;here deutsche K&ouml;nigsberg endlich heim in NATO-Reich geholt werden, vorsorglich versteht sich. Ach, w&auml;re das sch&ouml;n f&uuml;r die Kriegstreiber in Westeuropa, wenn Russland dann endlich, um seine strategisch zweifellos bedeutsame Exklave an der Ostsee zu verteidigen, den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Suwa%C5%82ki-L%C3%BCcke\">Suwa&#322;ki-Korridor<\/a> sichern oder seinerseits gleich mit den drei baltischen Zwergstaaten &bdquo;reinen Tisch&ldquo; machen w&uuml;rde. Dann h&auml;tte man doch jahrelang zu Recht vor den &bdquo;imperialen Ambitionen&ldquo; Putins gewarnt. Und wieder w&auml;re aus einer schmutzigen L&uuml;ge eine weise Vorsehung geworden.<\/p><p>Wer Augen hat, zu sehen, und Ohren, um zu h&ouml;ren, der findet gute Filme auch heute noch, auch in Deutschland. So lief im Fr&uuml;hsommer nicht nur in Berlin &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Helsinki_Effekt\">Der Helsinki-Effekt<\/a>&ldquo; &uuml;ber die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte im Jahr 1975, im geschichtstr&auml;chtigen Berliner Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz bereits ab Mai der eindringliche Antikriegs-Dokumentarfilm &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Jahr_1945\">Das Jahr 1945<\/a>&ldquo; des DDR-Regisseurs <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Gass\">Karl Gass<\/a>. &Uuml;brigens l&auml;uft &uuml;ber das geheime Unternehmen Tannenberg der Nazis als propagandistischer Vorwand f&uuml;r den &Uuml;berfall auf Polen vor genau 86 Jahren &ndash; wiederum im <a href=\"https:\/\/babylonberlin.eu\/film\/9104-der-fall-gleiwitz-kriegesbeginn-vor-86-jahren\">Berliner Filmtheater Babylon heute Abend (am 1. September um 20 Uhr)<\/a> &ndash; der DEFA-Film &bdquo;Der Fall Gleiwitz&ldquo; von 1961 nach einem Drehbuch der bekannten Autoren Wolfgang Kohlhaase und G&uuml;nther R&uuml;cker, der 1963 auch in der BRD erstmals aufgef&uuml;hrt wurde.<\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/  cometa geo<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/e04e5d34def040afb5506bfc537f0fd2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L&uuml;gen haben kurze Beine, behauptet ein beschwichtigendes Sprichwort. Doch L&uuml;gner bekommen bekanntlich leider keine lange Nase, erst recht nicht die verdienten Strafen. 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