{"id":138466,"date":"2025-09-04T11:00:07","date_gmt":"2025-09-04T09:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138466"},"modified":"2025-09-05T15:53:49","modified_gmt":"2025-09-05T13:53:49","slug":"eine-neue-aussenpolitik-fuer-europa-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138466","title":{"rendered":"Eine neue Au\u00dfenpolitik f\u00fcr Europa (2\/2)"},"content":{"rendered":"<p>In diesem umfangreichen Essay entwirft Jeffrey Sachs die Grundz&uuml;ge f&uuml;r eine neue, friedliche und nachhaltige Au&szlig;enpolitik f&uuml;r die EU. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138419\">Im ersten Teil<\/a> analysierte und korrigierte er zun&auml;chst die irrigen Pr&auml;missen, die dem gegenw&auml;rtigen Kurs zugrunde liegen. Im diesem <strong>zweiten Teil<\/strong> zeigt er die hohen Kosten dieser verfehlten Politik auf und legt konkrete Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine umsetzbare Neuausrichtung vor. Von <strong>Jeffrey D. Sachs<\/strong>, aus dem Englischen &uuml;bersetzt von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1546\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-138466-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250904-Neue-Aussenpolitik-fuer-Europa-Teil-2-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250904-Neue-Aussenpolitik-fuer-Europa-Teil-2-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250904-Neue-Aussenpolitik-fuer-Europa-Teil-2-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250904-Neue-Aussenpolitik-fuer-Europa-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=138466-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250904-Neue-Aussenpolitik-fuer-Europa-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250904-Neue-Aussenpolitik-fuer-Europa-Teil-2-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Dieser Artikel liegt auch als <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/flyer\/250904-Neue-Aussenpolitik-Europa-NDS.pdf\">gestaltetes PDF vor<\/a>. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese M&ouml;glichkeit. Weitere Artikel in dieser Form <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=54\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p><p><em>Jeffrey Sachs[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] ist ein herausragender Wirtschaftswissenschaftler der Columbia-Universit&auml;t in New York und seit Jahrzehnten ein weltweit t&auml;tiger UN-Diplomat. Er kritisiert seit vielen Jahren grunds&auml;tzlich die US-amerikanische Au&szlig;enpolitik und setzt sich in vielen L&auml;ndern f&uuml;r eine nachhaltige und friedliche Entwicklung ein. Der vorliegende umfangreiche und aktuelle Essay von Sachs[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] besch&auml;ftigt sich vor allem mit der gescheiterten europ&auml;ischen Au&szlig;enpolitik in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Damit ist die Au&szlig;enpolitik der EU gemeint. Diese zeichnet sich durch eine vasallenartige Unterw&uuml;rfigkeit gegen&uuml;ber den USA und eine unn&ouml;tige, aber gef&auml;hrliche Feindschaft gegen&uuml;ber Russland aus. Stattdessen sollte sie die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen und die M&ouml;glichkeiten der Diplomatie nutzen, um Frieden und nationale Interessen der EU-Staaten zu f&ouml;rdern. Die &Uuml;bertragung ins Deutsche erfolgte von Klaus-Dieter Kolenda mit freundlicher Genehmigung von Sonia Sachs. Dabei wurden vom &Uuml;bersetzer einige Zwischen&uuml;berschriften erg&auml;nzt und einige Passagen durch Fettdruck hervorgehoben.<\/em><\/p><p><strong>Teil 2: Die hohen Kosten einer verfehlten Au&szlig;enpolitik<\/strong><\/p><p>Russland hat bisher keine territorialen Anspr&uuml;che gegen westeurop&auml;ische L&auml;nder erhoben, noch hat Russland Westeuropa bedroht, abgesehen von dem Recht, Vergeltung f&uuml;r vom Westen unterst&uuml;tzte Raketenangriffe innerhalb Russlands zu &uuml;ben.<\/p><p>Bis zum Putsch auf dem Maidan 2014 hatte Russland auch keine Gebietsanspr&uuml;che gegen&uuml;ber der Ukraine gestellt. Nach dem Putsch von 2014 und bis Ende 2022 war Russlands einzige territoriale Forderung die Krim, um zu verhindern, dass der russische Marinest&uuml;tzpunkt in Sewastopol in westliche H&auml;nde f&auml;llt.<\/p><p>Erst nach dem Scheitern des Friedensprozesses in Istanbul &ndash; der von den Vereinigten Staaten torpediert wurde &ndash; hat Russland die Annexion der vier ukrainischen Oblaste (Donezk, Lugansk, Cherson und Saporischschja) beansprucht. Russlands erkl&auml;rte territoriale Kriegsziele sind bis heute begrenzt. Dar&uuml;ber hinaus fordert Russland die Neutralit&auml;t der Ukraine und deren teilweise Entmilitarisierung, die dauerhafte Nicht-NATO-Mitgliedschaft und die &Uuml;bergabe der Krim und der vier Oblaste an Russland, die 1991 etwa 19 Prozent des ukrainischen Territoriums ausmachten.<\/p><p><strong>Das ist kein Beweis f&uuml;r einen russischen Imperialismus nach Westen. Es sind auch keine unprovozierten Forderungen. Russlands Kriegsziele folgen auf mehr als 30 Jahre russischer Einw&auml;nde gegen die Osterweiterung der NATO, die Aufr&uuml;stung der Ukraine, die Aufgabe des amerikanischen Rahmenwerks f&uuml;r Atomwaffen und die tiefgreifende Einmischung des Westens in die Innenpolitik der Ukraine, einschlie&szlig;lich der Unterst&uuml;tzung eines gewaltsamen Putsches im Jahr 2014, der die NATO und Russland auf direkten Konfrontationskurs brachte.<\/strong><\/p><p>Europa hat sich daf&uuml;r entschieden, die Ereignisse der letzten 30 Jahre als Beleg f&uuml;r Russlands unerbittlichen und unverbesserlichen Expansionismus nach Westen anzusehen &ndash; so wie der Westen darauf bestand, dass die Sowjetunion allein f&uuml;r den Kalten Krieg verantwortlich gewesen ist, w&auml;hrend die Sowjetunion in Wirklichkeit durch die Neutralit&auml;t, Vereinigung und Entwaffnung Deutschlands immer wieder einen Weg zum Frieden gewiesen hat.<\/p><p>Wie schon w&auml;hrend des Kalten Krieges hat sich der Westen daf&uuml;r entschieden, Russland zu provozieren, anstatt die v&ouml;llig verst&auml;ndlichen Sicherheitsbedenken Russlands anzuerkennen.<\/p><p>Jede der russischen Aktionen wurde als Zeichen maximaler russischer Perfidie interpretiert, ohne die russische Seite der Debatte anzuerkennen. Dies ist ein anschauliches Beispiel f&uuml;r das klassische Sicherheitsdilemma, in dem die Beteiligten v&ouml;llig aneinander vorbeireden, das Schlimmste gegenseitig annehmen und aggressiv auf ihre fehlerhaften Annahmen reagieren.<\/p><p>Die Entscheidung Europas, den Kalten Krieg und die Zeit nach dem Kalten Krieg aus dieser stark voreingenommenen Perspektive zu interpretieren, ist Europa enorm teuer zu stehen gekommen, und die Kosten werden weiter steigen. Vor allem aber betrachtet sich Europa in Bezug auf seine Sicherheit als v&ouml;llig abh&auml;ngig von den Vereinigten Staaten.<\/p><p><strong>Wenn Russland tats&auml;chlich unverbesserlich expansionistisch w&auml;re, dann w&auml;ren die Vereinigten Staaten wirklich Europas notwendiger Retter. Wenn das Verhalten Russlands im Gegensatz dazu jedoch tats&auml;chlich seine eigenen Sicherheitsbedenken widerspiegeln w&uuml;rde, dann h&auml;tte der Kalte Krieg nach dem &ouml;sterreichischen Neutralit&auml;tsmodell h&ouml;chstwahrscheinlich schon Jahrzehnte fr&uuml;her enden k&ouml;nnen, und die Zeit nach dem Kalten Krieg h&auml;tte eine Zeit des Friedens und des wachsenden Vertrauens zwischen Russland und Europa gewesen sein k&ouml;nnen.<\/strong><\/p><p>Denn Europa und Russland erg&auml;nzen sich als Volkswirtschaften, wobei Russland reich an Prim&auml;rrohstoffen (Landwirtschaft, Mineralien, Kohlenwasserstoffe) und Maschinenbau ist, w&auml;hrend Europa die Heimat energieintensiver Industrien und wichtiger Hochtechnologien ist. Die Vereinigten Staaten haben sich lange gegen die wachsenden Handelsbeziehungen zwischen Europa und Russland ausgesprochen, die sich aus dieser nat&uuml;rlichen Komplementarit&auml;t ergaben, und betrachten die russische Energieindustrie als Konkurrenz zum US-Energiesektor und generell die engen deutsch-russischen Handels- und Investitionsbeziehungen als Bedrohung f&uuml;r die politische und wirtschaftliche Vorherrschaft Amerikas in Westeuropa.<\/p><p>Aus diesen Gr&uuml;nden haben sich die Vereinigten Staaten schon lange vor dem Konflikt um die Ukraine gegen die Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 ausgesprochen. Deshalb hat Joe Biden ausdr&uuml;cklich versprochen, Nord Stream 2 &ndash; wie es geschehen ist &ndash; im Falle einer russischen Invasion in der Ukraine zu beenden. Der Widerstand der USA gegen Nord Stream und gegen die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen beruht auf allgemeinen Prinzipien: Die EU und Russland sollten auf Distanz gehalten werden, damit die Vereinigten Staaten nicht ihren Einfluss in Europa verlieren.<\/p><p><strong>Der Ukraine-Krieg und der Bruch Europas mit Russland haben der europ&auml;ischen Wirtschaft gro&szlig;en Schaden zugef&uuml;gt. Die europ&auml;ischen Exporte nach Russland sind von rund 90 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf nur noch 30 Milliarden Euro im Jahr 2024 gesunken. Die Energiekosten sind in die H&ouml;he geschnellt, da Europa von billigem russischen Pipeline-Erdgas auf US-Fl&uuml;ssigerdgas umgestiegen ist, das um ein Vielfaches teurer ist. Deutschlands Industrie ist seit 2020 um rund zehn Prozent geschrumpft, und sowohl die deutsche Chemiebranche als auch die Automobilbranche sind angeschlagen. Der IWF[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] prognostizierte f&uuml;r die EU ein Wirtschaftswachstum von nur ein Prozent im Jahr 2025 und rund 1,5 Prozent f&uuml;r den Rest des Jahrzehnts.<\/strong><\/p><p>Bundeskanzler Friedrich Merz hat ein dauerhaftes Verbot der Wiederaufnahme der Nord-Stream-Gasfl&uuml;sse gefordert, aber das ist fast ein wirtschaftlicher Selbstmordpakt f&uuml;r Deutschland. Er basiert auf Merz&rsquo; Ansicht, dass Russland einen Krieg mit Deutschland anstrebt, aber Tatsache ist, dass Deutschland einen Krieg mit Russland provoziert, indem es Kriegstreiberei und eine massive milit&auml;rische Aufr&uuml;stung betreibt.<\/p><p>Merz zufolge &bdquo;ist eine realistische Sicht auf Russlands imperialistische Bestrebungen erforderlich&ldquo;. Er stellt fest, dass &bdquo;ein Teil unserer Gesellschaft eine tief verwurzelte Angst vor Krieg hat. Ich teile diese Ansicht nicht, aber ich kann es verstehen.&rdquo;<\/p><p>Am alarmierendsten ist, dass Merz erkl&auml;rt hat, dass &bdquo;die Mittel der Diplomatie ersch&ouml;pft sind&ldquo;, obwohl er offenbar seit seinem Amtsantritt nicht einmal versucht hat, mit dem russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin zu sprechen. Dar&uuml;ber hinaus scheint er absichtlich blind f&uuml;r den Beinahe-Erfolg der Diplomatie im Jahr 2022 im Istanbul-Prozess zu sein &ndash; das hei&szlig;t, bevor die Vereinigten Staaten der Diplomatie ein Ende setzten.<\/p><p>Die westliche Herangehensweise an China ist ein Spiegelbild des Umgangs mit Russland. Der Westen unterstellt China oft sch&auml;ndliche Absichten, die in vielerlei Hinsicht Projektionen seiner eigenen feindseligen Absichten gegen&uuml;ber der Volksrepublik sind.<\/p><p>Chinas rasanter Aufstieg zur wirtschaftlichen Vormachtstellung in den Jahren 1980 bis 2010 veranlasste amerikanische F&uuml;hrer und Strategen, Chinas weiteren wirtschaftlichen Aufstieg als gegens&auml;tzlich zu den US-Interessen zu betrachten. Im Jahr 2015 erkl&auml;rten die US-Strategen Robert Blackwill und Ashley Tellis[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] klar, dass das wichtigste strategische Ziel der USA die Aufrechterhaltung der amerikanischen Hegemonie sei und dass China aufgrund seiner Gr&ouml;&szlig;e und seines Erfolgs eine Bedrohung f&uuml;r US-Hegemonie darstelle.<\/p><p>Blackwill und Tellis bef&uuml;rworteten eine Reihe von Ma&szlig;nahmen der Vereinigten Staaten und ihrer Verb&uuml;ndeten, um Chinas zuk&uuml;nftigen wirtschaftlichen Erfolg zu behindern, wie z.B. den Ausschluss Chinas aus neuen Handelsbl&ouml;cken im asiatisch-pazifischen Raum, die Beschr&auml;nkung des Exports westlicher Hochtechnologieg&uuml;ter nach China, die Verh&auml;ngung von Z&ouml;llen und anderen Beschr&auml;nkungen f&uuml;r Chinas Exporte und andere antichinesische Ma&szlig;nahmen. Es ist zu beachten, dass diese Ma&szlig;nahmen nicht wegen spezifischen Unrechts empfohlen wurden, das China begangen h&auml;tte, sondern weil Chinas anhaltendes Wirtschaftswachstum nach Ansicht der Autoren dem amerikanischen Primat zuwiderlaufe.<\/p><p><strong>Teil der Au&szlig;enpolitik sowohl gegen&uuml;ber Russland als auch gegen&uuml;ber China ist ein Medienkrieg, um diese angeblichen Feinde des Westens zu diskreditieren. Im Falle Chinas hat der Westen es so dargestellt, als begehe China einen V&ouml;lkermord in der Provinz Xinjiang an der uigurischen Bev&ouml;lkerung. Diese absurde und aufgebauschte Anschuldigung wurde ohne jeden ernsthaften Versuch, Beweise zu finden[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>], erhoben, w&auml;hrend der Westen im Allgemeinen die Augen vor dem tats&auml;chlich anhaltenden V&ouml;lkermord an Zehntausenden von Pal&auml;stinensern in Gaza durch seinen Verb&uuml;ndeten Israel verschlie&szlig;t.<\/strong><\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus enth&auml;lt die westliche Propaganda eine Vielzahl absurder Behauptungen &uuml;ber die chinesische Wirtschaft. Chinas &auml;u&szlig;erst wertvolle &bdquo;Belt and Road&ldquo;-Initiative, die Entwicklungsl&auml;ndern Finanzmittel f&uuml;r den Aufbau moderner Infrastruktur zur Verf&uuml;gung stellt, wird als &bdquo;Schuldenfalle&ldquo; verspottet. Chinas bemerkenswerte F&auml;higkeit, gr&uuml;ne Technologien wie Solarmodule zu produzieren, die die Welt dringend ben&ouml;tigt, wird vom Westen als &bdquo;&Uuml;berkapazit&auml;t&ldquo; verh&ouml;hnt, die abgebaut oder abgeschaltet werden sollte.<\/p><p>Auf der milit&auml;rischen Seite wird ein Sicherheitsdilemma gegen&uuml;ber China auf die bedrohlichste Weise betrieben, genau wie im Falle Russlands. Die Vereinigten Staaten haben seit langer Zeit ihre F&auml;higkeit ger&uuml;hmt, Chinas lebenswichtige Seewege zu st&ouml;ren, bezeichnen China dann aber als militaristisch, wenn die Chinesen als Reaktion darauf Schritte unternehmen, um ihre eigenen Marinekapazit&auml;ten auszubauen.<\/p><p>Anstatt Chinas milit&auml;rische Aufr&uuml;stung als klassisches Sicherheitsdilemma zu betrachten, das durch Diplomatie gel&ouml;st werden sollte, erkl&auml;rt die US-Marine, dass sie sich auf einen Krieg mit China bis 2027 vorbereiten sollte. Die NATO ruft zunehmend zu einem aktiven Engagement in Ostasien auf, das sich gegen China richtet. Die europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten der Vereinigten Staaten stimmen im Allgemeinen mit der aggressiven amerikanischen Haltung gegen&uuml;ber China &uuml;berein, sowohl in Bezug auf den Handel als auch auf die Milit&auml;rpolitik.<\/p><p><strong>Eine neue Au&szlig;enpolitik f&uuml;r Europa<\/strong><\/p><p>Die EU hat sich selbst in eine Ecke gedr&auml;ngt und sich den Vereinigten Staaten unterworfen. Sie hat sich der direkten Diplomatie mit Russland widersetzt, ihren wirtschaftlichen Vorsprung durch Sanktionen und Kriege verloren, sich zu massiven und unbezahlbaren Erh&ouml;hungen der Milit&auml;rausgaben verpflichtet und die langfristigen Handels- und Investitionsbeziehungen sowohl mit Russland als auch mit China abgebrochen.<\/p><p><strong>Die Folge sind steigende Schulden, wirtschaftliche Stagnation und ein wachsendes Risiko eines gro&szlig;en Krieges, das Merz offenbar nicht erschreckt, aber den Rest von uns in Angst und Schrecken versetzen sollte. Vielleicht ist ein Krieg nicht mit Russland, sondern mit den Vereinigten Staaten am wahrscheinlichsten, die unter Trump damit drohen, Gr&ouml;nland zu erobern, wenn D&auml;nemark Gr&ouml;nland nicht einfach verkaufen oder unter Washingtons Souver&auml;nit&auml;t stellen w&uuml;rde.<\/strong><\/p><p>Es ist gut m&ouml;glich, dass Europa dann ohne wirkliche Freunde dastehen wird: weder Russland noch China, aber auch nicht die Vereinigten Staaten, die arabischen Staaten (die ver&auml;rgert sind &uuml;ber Europas blinde Augen gegen&uuml;ber Israels V&ouml;lkermord), Afrika (das immer noch unter dem europ&auml;ischen Kolonialismus und Postkolonialismus leidet) und Regionen dar&uuml;ber hinaus.<\/p><p><strong>Es gibt nat&uuml;rlich einen anderen Weg &ndash; in der Tat einen sehr vielversprechenden, wenn europ&auml;ische Politiker die wahren Sicherheitsinteressen und -risiken Europas neu bewerten und die Diplomatie wieder in den Mittelpunkt der europ&auml;ischen Au&szlig;enpolitik r&uuml;cken.<\/strong><\/p><p>Ich schlage zehn praktische Schritte vor, um zu einer Au&szlig;enpolitik zu gelangen, die die wahren Bed&uuml;rfnisse Europas widerspiegelt.<\/p><p><strong>Direkte diplomatische Kontakte mit Moskau<\/strong><\/p><p>Erstens: Er&ouml;ffnen Sie wieder direkte diplomatische Kontakte mit Moskau. Das offensichtliche Versagen Europas, direkte Diplomatie mit Russland zu betreiben, ist verheerend. Europa glaubt vielleicht sogar seiner eigenen au&szlig;enpolitischen Propaganda, weil es vers&auml;umt hat, die zentralen Fragen direkt mit seinem russischen Pendant zu besprechen.<\/p><p><strong>Verhandlungsfrieden mit Russland in der Ukraine auf dem Boden einer kollektiven europ&auml;ischen Sicherheit<\/strong><\/p><p>Zweitens: Bereiten Sie einen Verhandlungsfrieden mit Russland in Bezug auf die Ukraine und die Zukunft der europ&auml;ischen kollektiven Sicherheit vor. Am wichtigsten ist, dass Europa sich mit Russland darauf einigt, dass der Krieg auf der Grundlage einer festen und unwiderruflichen Verpflichtung beendet werden soll, dass sich die NATO nicht auf die Ukraine, Georgien oder andere Ziele im Osten ausdehnen wird. Dar&uuml;ber hinaus sollte Europa einige pragmatische territoriale Ver&auml;nderungen in der Ukraine zu Gunsten Russlands akzeptieren.<\/p><p><strong>Ablehnung einer Militarisierung der Beziehungen mit China und der US-Hegemonieanspr&uuml;che in Ostasien<\/strong><\/p><p>Drittens sollte Europa die Militarisierung seiner Beziehungen zu China ablehnen, indem es beispielsweise jede Rolle der NATO in Ostasien ausschlie&szlig;t. China stellt absolut keine Bedrohung f&uuml;r die Sicherheit Europas dar, und Europa sollte aufh&ouml;ren, die amerikanischen Hegemonieanspr&uuml;che in Asien blind zu unterst&uuml;tzen, die auch ohne Europas Unterst&uuml;tzung gef&auml;hrlich und wahnhaft genug sind. Im Gegenteil, Europa sollte seine Handels-, Investitions- und Klimakooperation mit China st&auml;rken.<\/p><p><strong>F&uuml;r eine vern&uuml;nftige Diplomatie der EU-Institutionen<\/strong><\/p><p>Viertens sollte sich Europa f&uuml;r eine vern&uuml;nftige institutionelle Form der Diplomatie entscheiden. Der aktuelle Modus ist nicht funktionsf&auml;hig. Der Hohe Vertreter der EU f&uuml;r Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik dient haupts&auml;chlich als Sprachrohr f&uuml;r Russophobie, w&auml;hrend die eigentliche Diplomatie auf hoher Ebene &ndash; soweit es sie gibt &ndash; verwirrend und abwechselnd von einzelnen europ&auml;ischen Staats- und Regierungschefs, dem Hohen Vertreter der EU, dem Pr&auml;sidenten der Europ&auml;ischen Kommission, dem Pr&auml;sidenten des Europ&auml;ischen Rates oder einer anderen Kombination der oben genannten Institutionen geleitet wird. Kurz gesagt, niemand spricht klar f&uuml;r Europa, da es &uuml;berhaupt keine klare EU-Au&szlig;enpolitik gibt.<\/p><p><strong>EU-Au&szlig;enpolitik und europ&auml;ische Verteidigung sollten von der NATO entkoppelt werden<\/strong><\/p><p>F&uuml;nftens sollte Europa anerkennen, dass die EU-Au&szlig;enpolitik von der NATO entkoppelt werden muss. Tats&auml;chlich braucht Europa die NATO nicht, da Russland nicht im Begriff ist, in die EU einzumarschieren.<\/p><p>Europa sollte in der Tat seine eigenen milit&auml;rischen Kapazit&auml;ten unabh&auml;ngig von den Vereinigten Staaten aufbauen, aber zu weit niedrigeren Kosten als f&uuml;nf Prozent des BIP, was ein absurdes numerisches Ziel ist, das auf der v&ouml;llig &uuml;bertriebenen Einsch&auml;tzung der russischen Bedrohung basiert. Dar&uuml;ber hinaus sollte die europ&auml;ische Verteidigung nicht dasselbe sein wie die europ&auml;ische Au&szlig;enpolitik, auch wenn beide in der j&uuml;ngsten Vergangenheit v&ouml;llig miteinander verwechselt wurden.<\/p><p><strong>Zusammenarbeit der EU bei der gr&uuml;nen, digitalen und verkehrstechnischen Modernisierung mit Russland, Indien und China<\/strong><\/p><p>Sechstens sollten die EU, Russland, Indien und China bei der gr&uuml;nen, digitalen und verkehrstechnischen Modernisierung des eurasischen Raums zusammenarbeiten. Die nachhaltige Entwicklung Eurasiens ist eine Win-win-win-win-Situation f&uuml;r die EU, Russland, Indien und China und kann nur durch eine friedliche Zusammenarbeit zwischen den vier eurasischen Gro&szlig;m&auml;chten erfolgen.<\/p><p><strong>Gemeinsame Finanzierung der Infrastruktur in Nicht-EU-L&auml;ndern<\/strong><\/p><p>Siebtens sollte Europas Global Gateway, der Finanzierungsarm f&uuml;r Infrastruktur in Nicht-EU-L&auml;ndern, mit Chinas &bdquo;Belt and Road&rdquo;-Initiative zusammenarbeiten. Derzeit wird Global Gateway als Konkurrent zur BRI gehandelt. Tats&auml;chlich sollten beide ihre Kr&auml;fte b&uuml;ndeln, um die gr&uuml;ne Energie-, Digital- und Verkehrsinfrastruktur f&uuml;r Eurasien gemeinsam zu finanzieren.<\/p><p><strong>EU sollte die Finanzierung des europ&auml;ischen Gr&uuml;nen Deals (EGD) verst&auml;rken<\/strong><\/p><p>Achtens: Die Europ&auml;ische Union sollte ihre Finanzierung des EGD verst&auml;rken und den &Uuml;bergang Europas zu einer kohlenstoffarmen Zukunft beschleunigen, anstatt f&uuml;nf Prozent des BIP f&uuml;r milit&auml;rische Ausgaben zu verschwenden, was f&uuml;r Europa weder notwendig noch n&uuml;tzlich ist.<\/p><p>H&ouml;here Ausgaben f&uuml;r den EGD haben zwei Vorteile: Sie werden regionale und globale Vorteile f&uuml;r die Klimasicherheit bringen und die Wettbewerbsf&auml;higkeit Europas im Hinblick auf die gr&uuml;nen und digitalen Technologien der Zukunft st&auml;rken und damit ein neues, tragf&auml;higes Wachstumsmodell f&uuml;r Europa schaffen.<\/p><p><strong>Enge Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Union (AU) bei Bildung und Qualifizierung<\/strong><\/p><p>Neuntens: Die EU sollte sich mit der AU f&uuml;r eine massive Ausweitung der Bildung und des Kompetenzaufbaus durch die AU-Mitgliedstaaten einsetzen. Mit einer Bev&ouml;lkerung von 1,4 Milliarden, die bis zur Mitte des Jahrhunderts auf rund 2,5 Milliarden ansteigen wird, verglichen mit der Bev&ouml;lkerung der EU von rund 450 Millionen, wird die wirtschaftliche Zukunft Afrikas diejenige Europas tiefgreifend beeinflussen. Die beste Hoffnung f&uuml;r afrikanischen Wohlstand ist der rasche Aufbau von h&ouml;herer Bildung und Qualifizierung.<\/p><p><strong>Basis der k&uuml;nftigen Weltordnung nicht Hegemonie der USA, sondern Rechtsstaatlichkeit im Rahmen der UN-Charta<\/strong><\/p><p>Zehntens: Die EU und die BRICS-Staaten sollten den Vereinigten Staaten klar und deutlich sagen, dass die k&uuml;nftige Weltordnung nicht auf Hegemonie, sondern auf Rechtsstaatlichkeit im Rahmen der UN-Charta basieren sollte.<\/p><p>Das ist der einzige Weg zu wahrer Sicherheit in Europa und in der Welt. Die Abh&auml;ngigkeit von den USA und der NATO ist eine grausame Illusion, insbesondere angesichts der Instabilit&auml;t der Vereinigten Staaten selbst. Im Gegensatz dazu k&ouml;nnten durch die St&auml;rkung der UN-Charta Kriege beendet (z.B. durch die Beendigung der Straflosigkeit Israels und die Durchsetzung von IGH-Urteilen f&uuml;r die Zweistaatenl&ouml;sung) und zuk&uuml;nftige Konflikte k&ouml;nnten verhindert werden.<\/p><p><em>Der &Uuml;bersetzer: <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>, Prof. Dr. med., Facharzt f&uuml;r Innere Medizin &ndash; Gastroenterologie, Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin\/Sozialmedizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik f&uuml;r Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege, des Stoffwechsels und der Bewegungsorgane. Seit 1978 ist er als medizinischer Sachverst&auml;ndiger bei der Sozialgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein t&auml;tig. Zudem arbeitet er in der Kieler Gruppe der IPPNW e.V. (Internationale &Auml;rztinnen und &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkriegs und f&uuml;r soziale Verantwortung) mit.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Alexandros Michailidis, Focus Pix \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.jeffsachs.org\/\">jeffsachs.org<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Jeffrey D. Sachs: A new Foreign Policy for Europe. JDS Website, August 2025<br>\n<a href=\"https:\/\/www.cirsd.org\/en\/horizons\/horizons-summer-2025--issue-no-31\/a-new-foreign-policy-for-europe\">cirsd.org\/en\/horizons\/horizons-summer-2025&ndash;issue-no-31\/a-new-foreign-policy-for-europe<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/external\/datamapper\/NGDP_RPCH@WEO\/EU\/EURO\/EUQ\/IDN\">imf.org\/external\/datamapper\/NGDP_RPCH@WEO\/EU\/EURO\/EUQ\/IDN<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.cfr.org\/report\/revising-us-grand-strategy-toward-china\">cfr.org\/report\/revising-us-grand-strategy-toward-china<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/biden-should-withdraw-unjustified-xinjiang-genocide-allegation-by-jeffrey-d-sachs-and-william-schabas-2021-04\">project-syndicate.org\/commentary\/biden-should-withdraw-unjustified-xinjiang-genocide-allegation-by-jeffrey-d-sachs-and-william-schabas-2021-04<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem umfangreichen Essay entwirft Jeffrey Sachs die Grundz&uuml;ge f&uuml;r eine neue, friedliche und nachhaltige Au&szlig;enpolitik f&uuml;r die EU. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138419\">Im ersten Teil<\/a> analysierte und korrigierte er zun&auml;chst die irrigen Pr&auml;missen, die dem gegenw&auml;rtigen Kurs zugrunde liegen. Im diesem <strong>zweiten Teil<\/strong> zeigt er die hohen Kosten dieser verfehlten Politik auf und legt konkrete Vorschl&auml;ge f&uuml;r<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138466\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":138415,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,181,54,30],"tags":[3058,3240,3360,2102,1426,1268,2301,466,663,259,260,1556],"class_list":["post-138466","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-europapolitik","category-gestaltete-pdf","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-diffamierung","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-europaeische-union","tag-geostrategie","tag-hegemonie","tag-kalter-krieg","tag-konfrontationspolitik","tag-nato","tag-putsch","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/shutterstock_1925099771.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=138466"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138466\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":138583,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138466\/revisions\/138583"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/138415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=138466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=138466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=138466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}