{"id":138528,"date":"2025-09-07T12:00:21","date_gmt":"2025-09-07T10:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138528"},"modified":"2025-09-15T07:32:03","modified_gmt":"2025-09-15T05:32:03","slug":"die-vereinnahmung-der-eliten-und-die-selbstzerstoerung-europas-teil-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138528","title":{"rendered":"Die Vereinnahmung der Eliten und die Selbstzerst\u00f6rung Europas \u2013 Teil 2\/4"},"content":{"rendered":"<p>Von dem Schweigen zur Sabotage der Nord-Stream-Pipelines bis zur wirtschaftlich und politisch ruin&ouml;sen NATO-Aufr&uuml;stung: Viele Menschen in Deutschland fragen sich, warum unsere &bdquo;Eliten&ldquo; in Medien und Politik so h&auml;ufig die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA &uuml;ber die der eigenen Bev&ouml;lkerung zu stellen scheinen. Unsere neue Gastautorin Nel Bonilla analysiert in einer Reihe von vier Artikeln die verborgene Architektur der transatlantischen Hegemonie und die Netzwerke hinter dem transatlantischen Wahnsinn. Ein Artikel von <strong>Nel Bonilla<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6778\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-138528-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250905-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-2-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250905-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-2-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250905-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-2-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250905-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=138528-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250905-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250905-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-2-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Hier finden Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138428\">Teil 1<\/a>.<\/em><\/p><p><strong>Die Architektur der Hegemonie: Wie Elitenvereinnahmung funktioniert<\/strong><\/p><p>Die liberale Ordnung pr&auml;sentiert sich als universell. Doch wer ihr beitritt, muss ein unausgesprochenes <strong>Regelwerk<\/strong> akzeptieren. Wer sich dem verweigert, wird durch eine dauerhafte US-Milit&auml;rpr&auml;senz eingekesselt und in Schach gehalten. Mit anderen Worten: Der imperiale Kern sichert seine Stellung, indem er fremde Eliten in seine <strong>Weltsicht<\/strong> einbindet &ndash; nicht nur, indem er sie zwingt. Im Folgenden werfen wir daher einen genaueren Blick auf diese Apparate zur Elitenintegration, insbesondere auf die transatlantischen Verflechtungen Deutschlands und seiner Funktionseliten.<\/p><p><strong>Eine kurze Geschichte der Denkfabriken: Von Chatham House zur DGAP<\/strong><\/p><p>Die Macht der Denkfabriken begann in London mit dem <em>Royal United Services Institute<\/em> (1831), das vom Herzog von Wellington als unabh&auml;ngige Fachinstitution zur Untersuchung <strong>milit&auml;rischer<\/strong> und <strong>strategischer Fragen<\/strong> gegr&uuml;ndet wurde. Nach 1919 weitete sich dieser Einfluss aus, als <strong>Chatham House<\/strong> und die <strong>Carnegie Endowment<\/strong> die Debatten der Eliten institutionell verankerten (<a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/24709306\">Roberts 2015<\/a>). Auf der anderen Seite des Atlantiks verband der <strong>Council on Foreign Relations<\/strong> (CFR, 1921) das Kapital der Wall Street mit der akademischen Autorit&auml;t der Ivy-League-Universit&auml;ten, wobei die <strong>Ford<\/strong> und <strong>Rockefeller<\/strong> <strong>Foundation<\/strong> f&uuml;r dauerhafte Finanzierung sorgten. Schlie&szlig;lich war es Unternehmensgeld, das diese Einrichtungen trug. Tats&auml;chlich waren die Gr&uuml;nder oft selbst einflussreiche Eliten, die ihre Politik in den Bereichen Verteidigung und strategisches Denken zun&auml;chst innerhalb des Britischen Empires und sp&auml;ter mit dem aufstrebenden amerikanischen Hegemonen koordinieren wollten.<\/p><p>Nach 1945 wurde diese Architektur ins zerst&ouml;rte Europa exportiert. Die privat finanzierte <em>Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik<\/em> (<strong>DGAP<\/strong>, 1955) &uuml;bernahm das Vorbild des <strong>CFR<\/strong> in Bonn. Die <em>Stiftung Wissenschaft und Politik<\/em> (<strong>SWP<\/strong>, 1962) war gewisserma&szlig;en der regierungsn&auml;here Ableger und lieferte ihre Wei&szlig;b&uuml;cher direkt ins Kanzleramt. Wichtig ist jedoch: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die angloamerikanischen Denkfabriken und ihr Personal zum Zentrum der <strong>Politikformulierung<\/strong> und <strong>langfristigen Planung<\/strong>. Denkfabriken, die sich auf internationale Fragen spezialisierten, galten allgemein als unverzichtbare Erg&auml;nzung bei der <strong>Gestaltung der Au&szlig;enpolitik<\/strong>. Sie dienten zugleich als Foren, in denen Politiker und Beamte mit Vertretern aus Wissenschaft, Medien und Wirtschaft sowie mit potenziellen Unterst&uuml;tzern oder k&uuml;nftigen Regierungsmitarbeitern zusammenkommen konnten.<\/p><p>In den 1960er-Jahren st&auml;rkten der <strong>German Marshall Fund<\/strong>, das <strong>Atlantic Institute<\/strong> und die <strong>Atlantik-Br&uuml;cke<\/strong> den sozialen Zusammenhalt der transatlantischen Elite, mit Galadinners, Young-Leader-Treffen und Medienstudienreisen. Gleichzeitig beeinflussten sie die politische Elite Westdeutschlands. Zetsche (<a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/publicationreview\/id\/reb-97782\">2021<\/a>) zeigt, wie die Br&uuml;cke und ihre amerikanische Schwesterorganisation, der <em>American Council on Germany<\/em> (<strong>ACG<\/strong>), daf&uuml;r sorgten, dass Willy Brandts SPD von einer neutralistischen Haltung dazu &uuml;berging, die NATO nicht aufzugeben, indem sie einflussreiche Parteistrategen in vertraulichen Seminaren gezielt bearbeiteten.<\/p><p>In den 1970er- und 1980er-Jahren sp&uuml;rten US-Denkfabriken bereits einen &bdquo;<em>amerikanischen Niedergang<\/em>&ldquo; in einer zunehmend globalisierten Welt. In dieser Zeit entstanden neue institutionelle Konkurrenten um Einfluss, darunter Denkfabriken mit meist konservativer Ausrichtung, allen voran das <strong>American Enterprise Institute<\/strong> und die <strong>Heritage Foundation<\/strong>. (Zur Erinnerung: Die Heritage Foundation hat das <strong>Project 2025<\/strong> finanziert; ein Schl&uuml;sseltext f&uuml;r die heutige US-Politik.)<\/p><p>In den 1990er-Jahren unterhielt jede deutsche Parteistiftung ein eigenes &bdquo;Transatlantik-Referat&ldquo;. Mitarbeiter der SWP waren auf der <strong>M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz<\/strong> pr&auml;sent; DGAP-Stipendiaten sa&szlig;en in der Auswahljury des <strong>German Marshall Fund<\/strong>; und Redakteure von <em>Der Spiegel<\/em> und <em>Die Zeit<\/em> sammelten Anstecknadeln der <strong>Atlantik-Br&uuml;cke<\/strong>. Das Netzwerk entwickelte sich zu einer geschlossenen Karrierepipeline: vom Universit&auml;tsseminar &uuml;ber die Parteizentrale bis in die Vorstandsetagen und zu NATO-Sitzungen au&szlig;erhalb des Hauptquartiers. Letztlich gilt: Sobald die Anerkennung durch die USA zum Ma&szlig;stab f&uuml;r berufliches Ansehen wird, kommt Abweichung einem Akt der Selbstsch&auml;digung gleich.<\/p><p><strong>Warum die Geschichte der Denkfabriken heute wichtig ist<\/strong><\/p><p>Diese Architektur normalisiert Entscheidungen, die auf den ersten Blick selbstm&ouml;rderisch wirken. Die Stilllegung des billigen russischen Pipeline-Gases ist f&uuml;r BASF schmerzhaft, doch sie erh&auml;lt das symbolische Kapital all jener, die ein Atlantik-Stipendium vorweisen k&ouml;nnen. Dieser interne Anreiz wiegt oft schwerer als die n&uuml;chterne nationale Bilanzlogik.<\/p><p>Mehr noch: Denkfabriken repr&auml;sentieren die Kr&auml;fte, die die globale politische &Ouml;konomie antreiben, zumindest in ihrer westlichen Auspr&auml;gung. Dennoch neigt die geopolitische Analyse bis heute dazu, einseitig auf Nationalstaaten und deren politische Akteure fixiert zu bleiben. Oft sind es jedoch gerade solche privat finanzierten und beeinflussten Steuerungsnetzwerke, die die L&uuml;cke zwischen Nationalstaat und globalen M&auml;rkten f&uuml;llen (<a href=\"https:\/\/scispace.com\/pdf\/the-corporate-elite-community-structure-of-global-capitalism-1cpny3luf2.pdf\">Heemskerk &amp; Takes 2016<\/a>).<\/p><p><strong>Denkfabriken als Motor der Dreht&uuml;r<\/strong><\/p><p>Die Karte der Institutionen, die wir bisher skizziert haben, w&auml;re bedeutungslos ohne einen <strong>zirkulierenden Kader von Fachleuten<\/strong>, die m&uuml;helos zwischen Stiftungsb&uuml;ros, Fernsehstudios und Regierungs&auml;mtern hin und her wechseln. Gen&auml;hrt durch Unternehmensspenden und philanthropische Zusch&uuml;sse, fungieren US-amerikanische und europ&auml;ische Denkfabriken sowohl als <strong>Ideenschmieden<\/strong> wie auch als <strong>Talentschmieden<\/strong>: Sie legen das Paradigma im Voraus fest und entsenden anschlie&szlig;end ihr eigenes Personal in die Ministerien, die es in die Praxis umsetzen.<\/p><p>Die Polit&ouml;konomen Nano de Graaff und Bastiaan van Apeldoorn (<a href=\"https:\/\/research.vu.nl\/en\/publications\/trump-and-the-foreign-policy-elite-think-tank-networks\">2021<\/a>) bezeichnen dies als &bdquo;<strong>Policy-Planning-Netzwerk<\/strong>&ldquo;, ein Geflecht, das Finanzmittel aus den Fortune-500-Konzernen, ehemalige Kongressabgeordnete und Ivy-League-Abschl&uuml;sse zu einer einzigen Karriereleiter verbindet:<\/p><ul>\n<li><strong>Konsens-Workshops<\/strong> &ndash; Rundtischgespr&auml;che in Denkfabriken erm&ouml;glichen es Eliten, ihre Positionen hinter verschlossenen T&uuml;ren abzugleichen, bevor sie in der &Ouml;ffentlichkeit als &bdquo;&uuml;berparteiliches Fachwissen&ldquo; pr&auml;sentiert werden.<\/li>\n<li><strong>Rekrutierungspool<\/strong> &ndash; Dieselben Institute helfen <em>Pr&auml;sidenten und Kabinettsmitgliedern<\/em> bei der <em>Besetzung von Posten in der Exekutive<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.routledge.com\/Think-Tanks-and-Policy-Advice-in-the-US-Academics-Advisors-and-Advocates\/McGann\/p\/book\/9780415543446?srsltid=AfmBOorMly3zS-XjsJU9vtulUMiwxb-zfdHMwsfLBCIYenagRvCPUBsK\">McGann, 2007<\/a>).<\/li>\n<li><strong>Dreht&uuml;r-Einfluss<\/strong> &ndash; Wie Joseph Nye (US-Politikwissenschaftler, bekannt f&uuml;r das Konzept der &bdquo;Soft Power&ldquo;) es formuliert: Der m&auml;chtigste Einfluss entsteht dann, wenn man &bdquo;<em>selbst die Hand am Hebel hat<\/em>&ldquo;, nachdem man den Bericht mitverfasst hat (<a href=\"https:\/\/iis.berkeley.edu\/publications\/joseph-s-nye-jr-theory-and-practice-international-relations\"><em>Conversations with History<\/em>, 1998<\/a>).<\/li>\n<\/ul><p>Zusammengenommen fungieren diese Knotenpunkte wie eine transatlantische Personalabteilung f&uuml;r die bestehende Ordnung &ndash; und bereiten Nachfolger vor, die das Banner weitertragen werden.<\/p><p><strong>Elitenvereinnahmung auf biografischer Ebene<\/strong><\/p><p>Die Maschinerie der Elitenvereinnahmung funktioniert sowohl auf der Ebene sozialer Gruppen als auch auf <strong>der individuellen Biografie<\/strong>. Und sie ist zugleich einfach und wirksam: eine einzige Prestige-Pipeline, die sich durch das gesamte Leben und die gesamte Karriere zieht &ndash; vom <strong>Fulbright-Stipendium <\/strong>&uuml;ber ein<strong> Stipendium des German Marshall Fund<\/strong> bis hin zur<strong> Mitgliedschaft bei der Atlantik-Br&uuml;cke <\/strong>oder in<strong> Denkfabriken<\/strong>. Eine solche Karriereleiter hat das symbolische Kapital monopolisiert, das f&uuml;r den Aufstieg in die au&szlig;enpolitische Elite Berlins notwendig ist. Die erste Kohorte trat in den 1960er-Jahren in dieses System ein, doch erst nach der Wiedervereinigung erreichte es die vollst&auml;ndige Selbstreplikation.<\/p><p>Heute k&ouml;nnen viele Mitglieder von Merz&rsquo; Kabinett US-staatlich finanzierte Stipendien, Botschaftspraktika, Atlantik-Br&uuml;cke-Mitgliedschaften oder &auml;hnliche transatlantische Verbindungen vorweisen; einige sitzen sogar in den Vorst&auml;nden Washington-naher Institutionen wie dem Atlantic Council.<\/p><p><strong>Die Bourdieu-Falle<\/strong><\/p><p>Der franz&ouml;sische Soziologe Pierre Bourdieu hat in seinem theoretischen Rahmen gezeigt, wie sich die vorgezeichneten Lebenswege dieser Eliten selbst perpetuieren; eine Dynamik, die man als &bdquo;Bourdieu-Falle&ldquo; bezeichnen kann:<\/p><p>Wenn <strong>ein Karriereweg dominiert<\/strong> (etwa die US-Stipendienleiter), verk&uuml;mmert das Vorstellungsverm&ouml;gen des Feldes dar&uuml;ber, was &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, sei es an Handlungen oder an politischen Optionen. <strong>Verk&ouml;rpertes kulturelles Kapital <\/strong>(flie&szlig;endes &sbquo;Washington-Englisch&lsquo; und ein Ausweis der Georgetown-Universit&auml;t, gut sichtbar am Schl&uuml;sselband)<strong> <\/strong>verwandelt sich in <strong>soziales Kapital<\/strong> (Alumni-Netzwerke), das sich wiederum als <strong>symbolisches Kapital<\/strong> (mediale Legitimit&auml;t) verfestigt.<\/p><p>Abweichende Meinungen werden nicht diskutiert. Sie werden unsichtbar gemacht und nur dann aktiv ausgeschlossen, wenn sie zu sichtbar und zu laut werden. Ein solches hegemoniales System, das im kleineren Ma&szlig;stab unter politischen Eliten wirkt, funktioniert wie ein theologisches Seminar: Abweichung gilt dort als Ketzerei, und Konformit&auml;t f&uuml;hrt zur Heiligsprechung.<\/p><p><strong>Die Vereinnahmung im Jugendalter<\/strong><\/p><p>Was ist das heimt&uuml;ckischste Merkmal dieser <strong>Eliten-Pr&auml;gungsmaschine<\/strong>? Es ist die Frage der Zeit. Der ideale Weg beginnt bereits in der <strong>Jugend<\/strong>, in den pr&auml;genden Jahren, in denen sich politische Weltanschauungen verfestigen. Programme wie etwa:<\/p><ul>\n<li><strong>Congress-Bundestag Youth Exchange (<a href=\"https:\/\/exchanges.state.gov\/us\/program\/congress-bundestag-youth-exchange\">CBYX<\/a>)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Global Young Leaders Conference (<a href=\"https:\/\/www.envisionexperience.com\/explore-our-programs\/global-young-leaders-conference\">GYLC<\/a>)<\/strong><\/li>\n<\/ul><p>richten sich an Jugendliche <strong>ab 16 Jahren<\/strong> und tauchen sie ein in NATO-Simulationsspiele (&bdquo;<em>Model NATO<\/em>&ldquo;) und &bdquo;<em>F&uuml;hrungstrainings<\/em>&ldquo; der US-Botschaft.<\/p><p>Wenn diese Jugendlichen an die Universit&auml;t kommen, ist ihr Horizont bereits eingeengt. Ein 19-J&auml;hriger, der von einem vom US-Au&szlig;enministerium finanzierten Sommerprogramm an der American University zur&uuml;ckkehrt, bringt (hoffentlich) flie&szlig;ende Englischkenntnisse mit. Vor allem aber verinnerlicht er eine <strong>Hierarchie der Legitimit&auml;t<\/strong>: Was Washington priorisiert, gilt als neutral, universell und <em>gesunder Menschenverstand<\/em>. Alternative Denkweisen in der Au&szlig;enpolitik, wie Blockfreiheit, Entspannungspolitik oder eurasischer Handel, werden als extremistisch oder naiv ausgefiltert.<\/p><p><strong>Dies ist ideologische Pr&auml;gung, also die psychologische Verankerung hegemonialer Denkmuster, auf individueller Ebene. <\/strong>Das Ergebnis ist eine Generation politischer Eliten, deren Biografien sich wie Ausbildungshandb&uuml;cher des US-Au&szlig;enministeriums lesen. Die Tragik besteht darin, dass diese in diesem System gepr&auml;gten Eliten, sobald sie Machtpositionen in Politik, Medien oder Unternehmen erreichen, ihre Anpassung als selbstverst&auml;ndlich empfinden. Sie dienen den amerikanischen Interessen nicht, weil sie dazu gezwungen werden, sondern weil sie sich keine andere M&ouml;glichkeit vorstellen k&ouml;nnen.<\/p><p>Die abstrakten Modelle, die ich hier vorgestellt habe, werden deutlicher, wenn wir den Blick auf einen einzelnen nationalen Knotenpunkt richten. Die deutsche <em><strong>Atlantik-Br&uuml;cke<\/strong><\/em> ist ein Musterbeispiel daf&uuml;r. Hierzu mehr in <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138782\">Teil 3<\/a> dieser Serie.<\/p><p><em>Ende Teil 2<\/em><\/p><p><em>Dieser Artikel wurde zuerst im englischen Original auf <a href=\"https:\/\/themindness.substack.com\/\">Nel Bonillas Substack<\/a> ver&ouml;ffentlicht und von der Autorin selbst ins Deutsche &uuml;bersetzt.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: US-Botschaft Berlin \/ <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/usbotschaftberlin\/32022685940\/\">Ambassador Emerson Gives Atlantik Br&uuml;cke Farewell Speech<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128382\">Wie man die Woken in Milit&auml;r und NATO lockte &hellip; &ndash; oder: &bdquo;Transatlantisch? Traut Euch!&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=48281\">Integrity Initiative &ndash; NATO-Propaganda auch in Deutschland<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41456\">Atlantik-Br&uuml;cke: Nicht-legitimierte Privatpersonen nehmen Einfluss auf die Politik Deutschlands und den USA<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von dem Schweigen zur Sabotage der Nord-Stream-Pipelines bis zur wirtschaftlich und politisch ruin&ouml;sen NATO-Aufr&uuml;stung: Viele Menschen in Deutschland fragen sich, warum unsere &bdquo;Eliten&ldquo; in Medien und Politik so h&auml;ufig die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA &uuml;ber die der eigenen Bev&ouml;lkerung zu stellen scheinen. 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