{"id":138721,"date":"2025-09-10T09:00:33","date_gmt":"2025-09-10T07:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138721"},"modified":"2026-01-27T11:55:15","modified_gmt":"2026-01-27T10:55:15","slug":"oeffentliches-geloebnis-hunderter-bundeswehrsoldaten-mit-panzer-vor-dem-parlament-zur-schau-gestellter-politischer-offenbarungseid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138721","title":{"rendered":"\u00d6ffentliches Gel\u00f6bnis Hunderter Bundeswehrsoldaten mit Panzer vor dem Parlament: Zur Schau gestellter politischer Offenbarungseid"},"content":{"rendered":"<p>&Ouml;ffentliches Gel&ouml;bnis der Bundeswehr mit mehreren Hundert Soldaten vor dem Parlament &ndash; mit Panzer? Was Nordrhein-Westfalen sich dieser Tage geleistet hat, dokumentiert: In den Parlamenten sitzen Politiker, die dem Militarismus den Weg ebnen. Selbst dem <em>WDR<\/em> ist das zu viel und er fragt: <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/nachrichten\/landespolitik\/bundeswehr-geloebnis-nrw-landtag-100.html\">&bdquo;Was soll der Panzer beim Gel&ouml;bnis?&ldquo;<\/a> Die Verherrlichung von Kriegsger&auml;t vor jenen Orten, wo das Herz der Demokratie schl&auml;gt? Panzer statt Worte? Krieg statt Argumente? Das Zelebrieren des Milit&auml;rischen auf Zurufen der Politik? Vor den Augen der &Ouml;ffentlichkeit, von Kindern und Jugendlichen? Mit dem Panzer vor dem Parlament stellt die Politik ihren eigenen Offenbarungseid zur Schau &ndash; und merkt es nicht einmal. Ein Kommentar von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9185\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-138721-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910_Oeffentliches_Geloebnis_Hunderter_Bundeswehrsoldaten_mit_Panzer_vor_dem_Parlament_Zur_Schau_gestellter_politischer_Offenbarungseid_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910_Oeffentliches_Geloebnis_Hunderter_Bundeswehrsoldaten_mit_Panzer_vor_dem_Parlament_Zur_Schau_gestellter_politischer_Offenbarungseid_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910_Oeffentliches_Geloebnis_Hunderter_Bundeswehrsoldaten_mit_Panzer_vor_dem_Parlament_Zur_Schau_gestellter_politischer_Offenbarungseid_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910_Oeffentliches_Geloebnis_Hunderter_Bundeswehrsoldaten_mit_Panzer_vor_dem_Parlament_Zur_Schau_gestellter_politischer_Offenbarungseid_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=138721-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910_Oeffentliches_Geloebnis_Hunderter_Bundeswehrsoldaten_mit_Panzer_vor_dem_Parlament_Zur_Schau_gestellter_politischer_Offenbarungseid_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250910_Oeffentliches_Geloebnis_Hunderter_Bundeswehrsoldaten_mit_Panzer_vor_dem_Parlament_Zur_Schau_gestellter_politischer_Offenbarungseid_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/nachrichten\/landespolitik\/geloebnis-bundeswehr-nrw-landtag-100.html\">Hunderte Soldaten haben vergangene Woche vor dem Landesparlament in D&uuml;sseldorf ihr Gel&ouml;bnis abgelegt<\/a>. Sie sind nun fester Teil der Bundeswehr. Die erste Frage, die sich aufdr&auml;ngt, lautet: Wen? Oder genau: Wen interessiert das? Es ist ein &bdquo;Ereignis&ldquo;, das Bestandteil der Bundeswehr ist &ndash; seit vielen Jahrzehnten. Bisher hat das Gel&ouml;bnis in den Kasernen stattgefunden, das hei&szlig;t an einem Ort, wo der feierliche Schwur hingeh&ouml;rt. Was interessiert die breite &Ouml;ffentlichkeit, dass frischgebackene Bundeswehrsoldaten in Uniform ein Gel&ouml;bnis ablegen? Die Antwort lautet: Die &Ouml;ffentlichkeit hat dieser Akt dumpfer ritueller Unterwerfung unter die Prinzipien von Befehl! und Gehorsam! zu interessieren. Warum? Weil &bdquo;wir&ldquo; nun in einer &bdquo;Zeitenwende&ldquo; leben. Weil &bdquo;wir&ldquo; kriegst&uuml;chtig&ldquo; werden sollen. Weil Russland &bdquo;uns&ldquo; &bdquo;bedroht&ldquo;. Weil das Milit&auml;rische in der Gesellschaft verankert werden soll. Soweit das Phantasma der politischen Propaganda.<\/p><p>Seit geraumer Zeit versucht die Politik, ihr Feindbild im Kopf zum Feindbild der &Ouml;ffentlichkeit zu machen. Immer unverhohlener lassen Politiker den Militarismus in den Boden der Gesellschaft sickern. Nicht nur, dass sie tagein, tagaus das Bild von einem russischen Angriff an die Wand malen, jetzt bel&auml;stigen sie auch noch die &Ouml;ffentlichkeit mit Bundeswehrritualen und Werkzeugen des Todes.<\/p><p>Wer sich die Bilder anschaut, die als Dokument eines neuen deutschen Polit-Militarismus zu verstehen sind, erkennt: Diese Politik hat Gesp&uuml;r <em>und<\/em> Verstand verloren.<\/p><p>Hier das Parlament &ndash; die Herzkammer der Demokratie, da der Leopard-Panzer vor der Volksvertretung. Die Symbolik k&ouml;nnte kaum weitreichender sein.<\/p><p>In einem WDR-Kommentar von Klaus Scheffer hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\n<em>Todbringende Waffen sind eben nicht das Symbol einer wehrhaften Demokratie, die sich f&uuml;r den Eventualfall vorbereitet. Nicht das Symbol einer Parlamentsarmee, die als integraler Teil der Gesellschaft vom Bundestag beauftragt und kontrolliert wird.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>So ist es. <em>Die<\/em> &ndash; wenn man den Ausdruck schon gebrauchen will &ndash; Waffen einer wehrhaften Demokratie sind Worte und Diplomatie. Eine Politik, die das nicht versteht, nicht verstehen will, nicht verstehen kann oder zu bl&ouml;d ist zum Verstehen, soll abtreten. Politiker, die darauf stehen, Menschenvernichtungsmaschinen aus ihrem Parlamentsb&uuml;ro bestaunen zu k&ouml;nnen, m&ouml;gen bitte den Raum der Demokratie verlassen und ein One-Way-Ticket nach Nordkorea buchen.<\/p><p>Gerade auch mit der deutschen Geschichte im R&uuml;cken sind Panzer vor Parlamenten eine Zumutung.<\/p><p>In ihrer Verblendung glaubt die Politik, dass das zur Schau gestellte Milit&auml;rger&auml;t die B&uuml;rger anlocken und durch die Kraft und Macht, die es ausstrahlt, verf&uuml;hren kann. In ihrer Umnachtung glaubt die Politik, dass der Panzer von der Bev&ouml;lkerung voller Ehrfurcht als bewundernswerter Teil der politischen Macht wahrgenommen werden wird. Was politische Geistesriesen aber nicht bedenken: Der Panzer an diesem Ort steht f&uuml;r einen manifestierten politischen Offenbarungseid &ndash; und der ist f&uuml;r jeden zu erkennen. Krieg und Rheinmetall, wo die Demokratie nach Vernunft und Friedenspolitik ruft? Eine Billion Euro f&uuml;r Aufr&uuml;stung, anstatt marode Schulen zu sanieren? Auf diese Politik kann das Land verzichten.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot WDR<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/4c65430fb0f4438781c7469140bfd4aa\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&Ouml;ffentliches Gel&ouml;bnis der Bundeswehr mit mehreren Hundert Soldaten vor dem Parlament &ndash; mit Panzer? Was Nordrhein-Westfalen sich dieser Tage geleistet hat, dokumentiert: In den Parlamenten sitzen Politiker, die dem Militarismus den Weg ebnen. 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