{"id":138782,"date":"2025-09-13T12:00:42","date_gmt":"2025-09-13T10:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138782"},"modified":"2025-09-12T16:36:50","modified_gmt":"2025-09-12T14:36:50","slug":"die-vereinnahmung-der-eliten-und-die-selbstzerstoerung-europas-teil-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138782","title":{"rendered":"Die Vereinnahmung der Eliten und die Selbstzerst\u00f6rung Europas \u2013 Teil 3\/4"},"content":{"rendered":"<p>Von dem Schweigen zur Sabotage der Nord-Stream-Pipelines bis zur wirtschaftlich und politisch ruin&ouml;sen NATO-Aufr&uuml;stung: Viele Menschen in Deutschland fragen sich, warum unsere &bdquo;Eliten&ldquo; in Medien und Politik so h&auml;ufig die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA &uuml;ber die der eigenen Bev&ouml;lkerung zu stellen scheinen. Unsere neue Gastautorin Nel Bonilla analysiert in einer Reihe von vier Artikeln die verborgene Architektur der transatlantischen Hegemonie und die Netzwerke hinter dem transatlantischen Wahnsinn. Ein Artikel von <strong>Nel Bonilla<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_771\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-138782-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-3-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-3-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-3-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-3-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=138782-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250910-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-3-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250910-Vereinnahmung-der-Eliten-Teil-3-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Wir verlinken f&uuml;r Sie an dieser Stelle <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138428\">Teil 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138528\">Teil 2<\/a> zum Nachlesen.<\/em><\/p><p><strong>Der deutsche Fall: Die Atlantik-Br&uuml;cke als Bindeglied im transatlantischen Machtgef&uuml;ge<\/strong><\/p><p>Anne Zetsches <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-030-63933-4\">Archivstudien<\/a> zur <a href=\"https:\/\/www.atlantik-bruecke.org\/en\/atlantik-brucke\"><strong>Atlantik-Br&uuml;cke<\/strong><\/a> und ihrer US-Schwesterorganisation, dem <a href=\"https:\/\/www.acgusa.org\/about-us\/history\"><strong>American Council on Germany<\/strong><\/a> (ACG), zeigen, wie eine scheinbar &bdquo;private&ldquo; Freundschaftsgesellschaft zu einem Pr&auml;zisionsinstrument f&uuml;r die Eingliederung der Eliten in die Nachkriegsordnung wurde. &Auml;hnlich wie Denkfabriken ist sie eine Schl&uuml;sselinstitution in der Maschinerie der <strong>Elitenintegration<\/strong> und <strong>-pr&auml;gung<\/strong>.<\/p><p><strong>Gr&uuml;nder &amp; Geflecht<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Eric Warburg<\/strong>, Erbe der Hamburger Bankiersdynastie, nutzte seine Wall-Street-Verbindungen zu John J. McCloy, einem einflussreichen Banker und B&uuml;rokraten, der nach dem Krieg Pr&auml;sident der Weltbank, <em>US-Hochkommissar f&uuml;r Deutschland<\/em> sowie Vorsitzender der Chase Manhattan Bank wurde, um die deutsche Finanzwelt wieder mit den US-Kapitalm&auml;rkten zu verkn&uuml;pfen. Warburg-Brinckmann, Wirtz &amp; Co. vermittelten bald darauf den ersten gr&ouml;&szlig;eren US-Kredit f&uuml;r Volkswagen.<\/li>\n<li><strong>Marion D&ouml;nhoff<\/strong> wiederum setzte auf Salons und Empf&auml;nge der Zeitschrift <em>Foreign Affairs<\/em> und auf das Mentoring von George F. Kennan, um deutsche Neutralit&auml;t als &bdquo;verantwortungslos&ldquo; umzudeuten.<\/li>\n<li>Ein <em>kosmopolitischer Elitehabitus<\/em>, also eine geteilte Lebensf&uuml;hrung, gemeinsame Verhaltensmuster und Weltsicht, verband diese Banker, Herausgeber und Adligen. Ihre Mission bestand darin, Westdeutschland in eine von den <strong>USA gef&uuml;hrte<\/strong> &bdquo;Gemeinschaft der Nationen&ldquo; einzubinden &ndash; bevor entweder Moskau oder das gaullistische Paris Anspruch darauf erheben konnte.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Die Vereinnahmung der SPD<\/strong><\/p><ul>\n<li>Ein neutrales oder frankreichzentriertes Westdeutschland galt als Abweichung von der gew&uuml;nschten atlantischen Ausrichtung: So korrespondierten etwa Emmet Hughes, ein enger Berater Eisenhowers und sp&auml;terer Journalist, und <strong>Emiss&auml;re des American Council on Germany<\/strong> (ACG) mit dem Hamburger B&uuml;rgermeister <strong>Max Brauer<\/strong>, um den Antimilitarismus der SPD zwischen 1950 und 1954 abzumildern.<\/li>\n<li>1963 half das Tandem ACG\/Atlantik-Br&uuml;cke dabei, den &Eacute;lys&eacute;e-Vertrag, eigentlich als Fundament einer eigenst&auml;ndigeren deutsch-franz&ouml;sischen Kooperation gedacht, mit einem <strong>Pro-NATO<\/strong>-Pr&auml;ambeltext zu verw&auml;ssern.<\/li>\n<li>Auch Willy Brandts <strong>Ostpolitik<\/strong> sollte von einem eigenst&auml;ndigen und nachhaltigen Friedensprojekt in eine NATO-kompatible &bdquo;Entspannungspolitik&ldquo; &uuml;berf&uuml;hrt werden.<\/li>\n<li>Zudem finanzierten Mittel der <strong>Ford Foundation<\/strong> &ndash; &uuml;ber den vom CIA mitbegr&uuml;ndeten <em><strong>Congress for Cultural Freedom<\/strong><\/em> (ein internationales Netzwerk von Intellektuellen und Kulturinstitutionen zur ideologischen Einflussnahme im Kalten Krieg) und die <strong>AFL-CIO-Gewerkschaften<\/strong> (der Dachverband der US-Gewerkschaften, der in dieser Zeit eng mit Washingtons Au&szlig;enpolitik verflochten war) &ndash; Jugendseminare, die die Partei von marxistischen Unterstr&ouml;mungen &bdquo;s&auml;uberten&ldquo;; ein fr&uuml;hes Beispiel daf&uuml;r, dass Stiftungsarbeit eine Wirkung entfalten kann, die jener von Geheimdiensten vergleichbar ist.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Die Medien<\/strong><\/p><p>Die j&auml;hrlichen Atlantik-Br&uuml;cke-Dinner mit dem NATO-Oberbefehlshaber in Europa (<em>Supreme Allied Commander Europe<\/em>) fungieren zugleich als redaktionelle R&uuml;ckzugsr&auml;ume:<\/p><ul>\n<li>Josef Joffe (<em>Die Zeit<\/em>), Kai Diekmann (<em>Bild<\/em>) und Stefan Kornelius (<em>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/em>) sind langj&auml;hrige Mitglieder; der ZDF-Moderator Claus Kleber sa&szlig; zeitweise im Kuratorium der Atlantik-Br&uuml;cke.<\/li>\n<li>Das Ergebnis ist kein offenes Diktat, sondern eine Form antizipierender Anpassung: Leitmedien stellen die deutsche Aufr&uuml;stung selten als Option dar, sondern vielmehr als den einzig gangbaren Weg und sorgen daf&uuml;r, dass der &ouml;ffentliche Diskurs nicht von den atlantischen Leitplanken abweicht.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Synergieeffekte in den Vorstandsetagen<\/strong><\/p><p>Das heutige Kuratorium der Atlantik-Br&uuml;cke liest sich wie eine Bilanz des atlantischen Kapitalismus: Es umfasst prominente Unternehmen wie die American Chamber of Commerce (die US-Handelskammer in Deutschland, ein Lobbyverband amerikanischer Konzerne), die Deutsche Bank, Goldman Sachs, Pfizer und BASF. Vertreter aus Medien, Anwaltskanzleien und der Pharmaindustrie sitzen dort Seite an Seite mit Schwergewichten von CDU und SPD &ndash; ein Beleg daf&uuml;r, dass die &bdquo;&Uuml;berparteilichkeit&ldquo; in diesem Kontext vor allem Treue zu einem gemeinsamen transatlantischen Gesch&auml;ftsmodell und Weltordnung bedeutet.<\/p><p><strong>Konsensbildung in der Praxis<\/strong><\/p><ul>\n<li>2009 wurde <strong>Friedrich Merz<\/strong> (CDU) Vorsitzender der Atlantik-Br&uuml;cke und sp&auml;ter Deutschland-Vorsitzender des Aufsichtsrats des Finanzgiganten BlackRock.<\/li>\n<li>2019 folgte ihm <strong>Sigmar Gabriel<\/strong> (SPD). Kritiker warnten vor einem &bdquo;Provokateur&ldquo;, doch die Berufung hatte vor allem den Effekt, auch die letzten Reste sozialdemokratischer Skepsis gegen&uuml;ber dem NATO-Zwei-Prozent-Ziel zu neutralisieren &ndash; das heute l&auml;ngst zu einem F&uuml;nf-Prozent-Ziel ausgeweitet worden ist.<\/li>\n<\/ul><p>Was sich &auml;u&szlig;erlich als gesellige Salonkultur pr&auml;sentiert, erf&uuml;llt in Wirklichkeit die Funktion eines <strong>transatlantischen Bindeglieds<\/strong>: US-amerikanische Interessen und Pr&auml;ferenzen werden so in deutsche Parteiprogramme, Vorstandsetagen und Redaktionen hineingetragen &ndash; ganz ohne eine einzige Direktive aus dem Pentagon.<\/p><p>Nachdem nun gezeigt wurde, wie die <em>Atlantik-Br&uuml;cke<\/em> half, die westdeutschen Nachkriegsinstitutionen in die transatlantischen Schaltkreise einzuschwei&szlig;en, wenden wir uns im Folgenden den <strong>Bilderberg<\/strong>-Konferenzen zu &ndash; einem weiteren Kanal der transatlantischen Elitenpr&auml;gung.<\/p><p><strong>Bilderberg und das Gesch&auml;ft der Hegemonie<\/strong><\/p><p>Die sogenannte <a href=\"https:\/\/bilderbergmeetings.org\/background\/brief-history\"><strong>Bilderberg-Gruppe<\/strong><\/a> wird oft als Steckenpferd von Verschw&ouml;rungstheoretikern abgetan. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um einen wichtigen Knotenpunkt dessen, was der Soziologe Kantor (<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/03017605.2016.1268458\"><strong>2017<\/strong><\/a>) in diesem Kontext als &bdquo;<strong>transnationale Kapitalistenklasse<\/strong>&ldquo; bezeichnet.<\/p><p>Eine Auswertung der Treffen zwischen 2010 und 2015 zeigt:<\/p><ul>\n<li><strong>67 Prozent der Teilnehmer<\/strong> waren Vorstandsvorsitzende, Banker oder Aufsichtsratsmitglieder gro&szlig;er Konzerne &ndash; darunter die Deutsche Bank, Goldman Sachs und BP.<\/li>\n<li><strong>Kein einziger Gewerkschafter<\/strong> war eingeladen. Dieser &bdquo;Dialog&ldquo; schlie&szlig;t die Arbeitnehmerseite von vornherein aus &ndash; und das ganz bewusst.<\/li>\n<li>Die <strong>Unternehmensfraktion<\/strong> dominiert die sogenannte transnationale Kapitalistenklasse; Politik wird dabei zunehmend zum blo&szlig;en Dienstleister des Kapitals.<\/li>\n<\/ul><p>Andererseits zeigt eine Analyse von Gijswijt (<a href=\"https:\/\/www.routledge.com\/Informal-Alliance-The-Bilderberg-Group-and-Transatlantic-Relations-during-the-Cold-War-1952-1968\/Gijswijt\/p\/book\/9780367587659?srsltid=AfmBOooN6ioOnG_qBHn8c7ptMShLgxB4z9FaAUXbX9HCtH17GHuZCqkp\">2019<\/a>) die Zusammensetzung der Bilderberg-Treffen in der Zeit nach dem Kalten Krieg beziehungsweise in ihrer fr&uuml;hen Etablierungsphase zwischen 1954 und 1968:<\/p><ul>\n<li>Etwa <strong>25 Prozent<\/strong> der Teilnehmer kamen aus den USA, <strong>14 Prozent<\/strong> aus Gro&szlig;britannien und jeweils <strong>9 Prozent<\/strong> aus Frankreich und Westdeutschland.<\/li>\n<li>30 Prozent waren &bdquo;<strong>Unternehmer, Banker und Juristen<\/strong>&ldquo;, 20 Prozent &bdquo;<strong>Politiker und einige Gewerkschaftsvertreter<\/strong>&ldquo;, weitere 16 Prozent Diplomaten; der Rest setzte sich aus Wissenschaftlern, Journalisten und hochrangigen Vertretern von NATO, Weltbank, OECD, und IWF zusammen.<\/li>\n<li>Frauen waren dabei &bdquo;<strong>auffallend abwesend<\/strong>&ldquo;.<\/li>\n<li>Doppelvertretungen von Kernstaaten und -unternehmen<\/li>\n<li>So entsandte die Deutsche Bank im Jahr 2016 sowohl ihren Vorstandsvorsitzenden als auch ihren Aufsichtsratschef; die Niederlande schickten im selben Jahr sowohl den Premierminister als auch den K&ouml;nig.<\/li>\n<li>Solche Doppelbesetzungen sichern die Agendasetzung und belegen zugleich, dass in der elit&auml;ren Koordination die Wirtschaft Vorrang vor der Politik hat.<\/li>\n<\/ul><p>Diese Zahlen zeigen, wie eng der Schwerpunkt der Bilderberg-Treffen mit dem Kern des liberalen Ordnungsmodells im Kalten Krieg verbunden war, also dem westlich-atlantischen System aus Markt&ouml;konomie, Milit&auml;rb&uuml;ndnis und internationalen Institutionen. Sie umfassten die atlantischen Finanz-, Verteidigungs- und Diplomatieeliten und hielten zugleich gen&uuml;gend nationale Repr&auml;sentation aufrecht, um einen gesamteurop&auml;isch-westlichen Anspruch geltend machen zu k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Rekrutierung durch Anerkennung<\/strong><\/p><p>Die Organisatoren &bdquo;<strong>waren stets auf der Suche nach neuen Talenten<\/strong>&ldquo;, die in den Kreis sozialisiert werden konnten (Gijswijt 2019). Eine Teilnahme wurde dabei selbst zum Karrieresprungbrett: Bill Clinton, Tony Blair und Angela Merkel nahmen jeweils teil, noch bevor sie h&ouml;chste politische &Auml;mter erreichten. Von einem Hinterzimmer, in dem K&ouml;nige gemacht w&uuml;rden, konnte keine Rede sein &ndash; der eigentliche Wert lag in der Prestige-Pipeline selbst: ein Eintrag im Lebenslauf, der ideologische Verl&auml;sslichkeit signalisierte und T&uuml;ren &ouml;ffnete von der Wall Street &uuml;ber Whitehall bis ins Bundeskanzleramt.<\/p><p><strong>Informelle Diplomatie statt formaler Beschl&uuml;sse<\/strong><\/p><p>Es wurden weder Resolutionen verabschiedet noch Protokolle ver&ouml;ffentlicht. Doch, so Gijswijt (2019): &bdquo;Die eigentliche Bedeutung der Treffen bestimmte sich daraus, <strong>was die Teilnehmer mit dem symbolischen Kapital anfingen, das sie dort sammelten<\/strong>.&ldquo; Die Konferenz fungierte als ein Proberaum mit hohem Vertrauensniveau: Ideen konnten erprobt, Karrieren und Reputation &uuml;berpr&uuml;ft und gegens&auml;tzliche Ausgangspositionen aufeinander abgestimmt werden. Dieser latente Konsens tauchte dann sp&auml;ter wieder auf &ndash; etwa in NATO-Kommuniqu&eacute;s oder in Wei&szlig;b&uuml;chern der Europ&auml;ischen Gemeinschaft.<\/p><p><strong>Identit&auml;tsarbeit und B&uuml;ndnispflege<\/strong><\/p><p>Von Beginn an pflegte Bilderberg &bdquo;ein starkes Gef&uuml;hl emotionaler Gemeinschaft, gegr&uuml;ndet auf den Vorstellungen von <strong>der Freien Welt oder dem Westen<\/strong>&ldquo; (Gijswijt 2019). Allein die Teilnahme &ndash; insbesondere f&uuml;r prominente US-Vertreter &ndash; &bdquo;<strong>stimulierte die Akzeptanz der F&uuml;hrungsrolle der Vereinigten Staaten innerhalb der NATO<\/strong>&ldquo;. Das Treffen wirkte wie eine Therapie f&uuml;r transatlantische Nervosit&auml;t: ein Ort, um einseitige Schocks aufzufangen, Gespr&auml;chsleitf&auml;den neu abzustimmen und mit einer gefestigten Hierarchie auseinanderzugehen, in der Washington zwar als <em>primus inter pares<\/em> galt &ndash; also als Erster unter Gleichen.<\/p><p><strong>Netzwerkmultiplikatoren<\/strong><\/p><p>Die Mitgliedschaften &uuml;berschnitten sich mit dem <em>Council on Foreign Relations<\/em> (CFR, der einflussreichste au&szlig;enpolitische Thinktank in den USA), <em>Chatham House<\/em> (das britische Pendant in London), dem franz&ouml;sischen <em>Institut fran&ccedil;ais des relations internationales<\/em> (IFRI), der <em>Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik<\/em> (DGAP) und sp&auml;ter auch mit der Trilateralen Kommission. So entstand &bdquo;<strong>ein dichtes Netz transnationaler Beziehungen: eine informelle Allianz<\/strong>&ldquo; (Gijswijt 2019).<\/p><p>Ableger schossen wie Pilze aus dem Boden. So sicherte Denis Healey, damaliger britischer Verteidigungsminister und sp&auml;ter Schatzkanzler, 1957 in einem Bilderberg-Nebengespr&auml;ch Mittel der Ford Foundation f&uuml;r das Londoner <a href=\"https:\/\/www.iiss.org\/about-us\/\"><strong>International Institute for Strategic Studies<\/strong><\/a> (IISS). Andere Satelliten griffen das Format auf, um politische Netzwerke auch auf nationaler Ebene zu stabilisieren: darunter die <a href=\"https:\/\/securityconference.org\/en\/about-us\/history\/\"><strong>M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz<\/strong><\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.debrige.de\/en\/2022\/12\/07\/koenigswinter-conferenz\/\"><strong>K&ouml;nigswinter-Konferenz<\/strong><\/a> sowie die im Zweijahresrhythmus stattfindenden <a href=\"https:\/\/germanamericanconference.org\/2025-home\/history\"><strong>Deutsch-Amerikanischen Konferenzen<\/strong><\/a> des ACG\/der Atlantik-Br&uuml;cke.<\/p><p><strong>Die Dreht&uuml;r<\/strong><\/p><p>Ein weiteres Merkmal der Bilderberg-Teilnehmer ist ihre Mehrfachmitgliedschaft in den verschiedenen Bereichen von Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft:<\/p><ul>\n<li><strong>Peter Sutherland<\/strong>, ein regelm&auml;&szlig;iger Bilderberg-Gast und einer der Gr&uuml;nder der WTO, wechselte zwischen Goldman Sachs, der Welthandelsorganisation (WTO) und der EU-Kommission.<\/li>\n<li><strong>Robert Rubin<\/strong> wechselte vom US-Finanzministerium zu Citigroup und weiter zum <em>Council on Foreign Relations<\/em> (CFR): ein perfektes Beispiel f&uuml;r die enge <strong>Verflechtung elit&auml;rer Fraktionen<\/strong>.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Thinktank-Stammg&auml;ste<\/strong><\/p><ul>\n<li>St&auml;ndige Teilnehmer kamen auch aus Thinktanks wie dem CFR, der Carnegie-Stiftung, dem franz&ouml;sischen IFRI, dem American Enterprise Institute (AEI) und der Zeitschrift <em>The Economist<\/em>.<\/li>\n<li>Das zeigt die <strong>Durchl&auml;ssigkeit<\/strong> der Fraktionen der transnationalen Kapitalistenklasse &ndash; ob wirtschaftlich, politisch, technisch oder konsumorientiert &ndash; und, wie leicht sich Expertenkommentare mit Macht in den Vorstandsetagen vermischen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Der ideologische Filter<\/strong><\/p><p>Wie der Forscher Luk&aacute;&scaron; Kantor anmerkt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Bilderberg behauptet in seinen FAQ, es w&uuml;rden &lsquo;unterschiedliche Standpunkte&rsquo; eingeladen. Doch Noam Chomsky hat niemals eine Einladung erhalten. Der &lsquo;Dialog&rsquo; ist auf jene beschr&auml;nkt, die ohnehin &uuml;bereinstimmen<\/em>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dies ist <em><strong>Ultraimperialismus<\/strong><\/em> in Aktion &ndash; um Karl Kautskys Begriff zu verwenden: Nationale Eliten arbeiten &uuml;ber Grenzen hinweg zusammen, um gemeinsame Klasseninteressen zu sch&uuml;tzen, w&auml;hrend die Bev&ouml;lkerungen die Kosten tragen.<\/p><p><strong>Warum das f&uuml;r Deutschland wichtig ist<\/strong><\/p><p>Der deutsche Anteil bei Bilderberg &uuml;berschritt nie zehn Prozent. Doch die Karrieren, die dort beschleunigt wurden &ndash; etwa von Friedrich Merz, Karl-Theodor zu Guttenberg oder Josef Ackermann &ndash; flossen zur&uuml;ck in das bereits skizzierte Netzwerk aus <strong>Atlantik-Br&uuml;cke, DGAP und M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz<\/strong>.<\/p><p>Mit anderen Worten: Die Atlantik-Br&uuml;cke ist der deutsche Zweig, die Bilderberg-Treffen sind die transatlantischen Wurzeln, die den ideologischen Boden best&auml;ndig d&uuml;ngen. Bilderberg fungiert zudem als eine Art <strong>Qualit&auml;tssicherungslabor des euro-atlantischen Kapitalismus<\/strong>: Hier werden Personalien &uuml;berpr&uuml;ft, Gespr&auml;chsleitf&auml;den angeglichen und die Vorherrschaft der Unternehmensfraktion innerhalb der gr&ouml;&szlig;eren transnationalen Kapitalistenklasse abgesichert.<\/p><p><strong>Die Ford Foundation: Risikokapital des Atlantizismus<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Neue Generationen w&uuml;rden in Machtpositionen eintreten, <strong>ohne eine pers&ouml;nliche Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg oder den Marshallplan<\/strong>. Um das B&uuml;ndnis am Leben zu erhalten, mussten sie zun&auml;chst darin sozialisiert werden<\/em>.&ldquo; &ndash; Zetsche (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1080\/14794012.2014.990737\">2015<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Von Anfang an &ouml;ffentlich-privat<\/strong><\/p><p>In Lehrb&uuml;chern &uuml;ber Stiftungswesen wird die Ford Foundation bis heute als neutrale, technokratische Wohlt&auml;tigkeitsorganisation dargestellt. Archivarbeiten von Anne Zetsche zeigen jedoch das Gegenteil: Die Stiftung stand im Zentrum eines <strong>dichten &ouml;ffentlich-privaten Dreiecks &ndash; bestehend aus dem US-Au&szlig;enministerium, Fortune-500-Konzernen und Elite-Universit&auml;ten<\/strong> &ndash;, das geschaffen wurde, um die <strong>Steuerung der US-Au&szlig;enpolitik <\/strong>abzusichern. Inderjeet Parmar bezeichnet dieses Geflecht als die &bdquo;weiche Maschinerie&ldquo;, die Unternehmensverm&ouml;gen in strategisches Wissen und in Personal umwandelt.<\/p><p><strong>Finanzierung des deutschen Ablegers<\/strong><\/p><p>Gelder der Ford Foundation erm&ouml;glichten die fr&uuml;hen <strong>Deutsch-Amerikanischen Konferenzen<\/strong> der Atlantik-Br&uuml;cke (ab 1959) sowie Stipendienprogramme, die Personal in die DGAP, die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und die parteinahen Stiftungen einspeisten. Als die Mitarbeiter sich sorgten, dass die G&auml;stelisten zu alt wirkten, erg&auml;nzte man <strong>Jugendprogramme<\/strong> und &bdquo;Next-Gen&ldquo;-Studienstipendien &ndash; um das atlantische Weltbild an Generationen weiterzugeben, die keine eigene Erinnerung mehr an Tr&uuml;mmerzeit oder Antikommunismus hatten.<\/p><p><strong>Strategische Ziele<\/strong><\/p><p>Interne Korrespondenzen aus den fr&uuml;hen Jahren der Ford Foundation benannten zwei ideologische <strong>Bedrohungen<\/strong>:<\/p><ul>\n<li>ein <strong>gaullistisches Europa ohne Amerika<\/strong> &ndash; also ein von Frankreich gef&uuml;hrter kontinentaler Block,<\/li>\n<li>und <strong>Willy Brandts fr&uuml;he Ostpolitik<\/strong> &ndash; die Aussicht auf eine deutsche Neutralit&auml;t zwischen den Bl&ouml;cken.<\/li>\n<\/ul><p>Das Gegenmittel bestand darin, den F&ouml;rderrahmen f&uuml;r Austauschprogramme, Sommerakademien und Startstipendien gezielt <strong>nur<\/strong> auf Kandidaten auszudehnen, denen man zutraute, stets mit einem Fu&szlig; in Washington zu stehen. Bis 1970 besch&auml;ftigte fast jedes westdeutsche Ministerium Ford-Alumni; bis 1980 galt das auch f&uuml;r die Redaktionen von <em>Der Spiegel<\/em>, <em>Die Zeit<\/em> und der <em>FAZ<\/em>.<\/p><p><strong>Geld als Lehrplan<\/strong><\/p><p>Im Unterschied zu den Einladungen von Bilderberg waren die Stipendien der Ford Foundation mit einem Lehrplan verkn&uuml;pft: Module zur Atlantikgeschichte, R&uuml;ckblicke auf den Marshallplan und vertrauliche Briefings beim <em>Council on Foreign Relations<\/em>. Finanzierung bedeutete hier zugleich politische Orientierung. Das Ergebnis war ein Kader, <strong>der europ&auml;ische Sicherheit ganz selbstverst&auml;ndlich mit US-Vorherrschaft gleichsetzte<\/strong> und Alternativen wie Blockfreiheit oder europ&auml;ische Autonomie als historische Abweichungen betrachtete.<\/p><p>Eine Generation sp&auml;ter hatte sich der &bdquo;Klassenraum&ldquo; verlagert: von den Seminarr&auml;umen der Elite-Universit&auml;ten in abgeschirmte Konferenzhotels. Die soziale Logik blieb dieselbe, nur dass die Dozenten inzwischen vier Sterne auf der Schulter tragen, Cloud-Computing-Zentren leiten oder beides zugleich.<\/p><p><strong>Bilderberg 2025: Von der Grand Strategy zur Tech-Kriegs&uuml;bung<\/strong><\/p><p>Die Linie setzt sich fort. Im Juni 2025 verlagerte sich die G&auml;steliste der Bilderberg-Konferenz noch st&auml;rker hin zu Gener&auml;len, KI-Magnaten und Nuklearstrategen; ein Signal daf&uuml;r, dass das heutige &bdquo;informelle B&uuml;ndnis&ldquo; weniger einem Salon gleicht als vielmehr einem gemeinsamen Kriegsplanungsraum.<\/p><p><strong>Diskussionsthemen 2025:<\/strong> Auf der Agenda standen die transatlantischen Beziehungen, die Ukraine, das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis zwischen US-Wirtschaft und Europa, der Nahe Osten, eine &bdquo;Achse der Autorit&auml;ren&ldquo;, Verteidigungsinnovation und -resilienz, K&uuml;nstliche Intelligenz, Abschreckung und nationale Sicherheit, Energie- und Rohstoffgeopolitik, Bev&ouml;lkerungsr&uuml;ckgang und Migration &ndash; und auff&auml;llig: Auf der Agenda tauchte &bdquo;<strong>Proliferation<\/strong>&ldquo; auf &ndash; nicht, wie sonst &uuml;blich, &bdquo;Non-Proliferation&ldquo; (Nichtverbreitung).<\/p><p><strong>Wer gab den Ton an?<\/strong> Ein Querschnitt der Teilnehmer (mit aktuellen Funktionen):<\/p><p><strong>Hard Power:<\/strong> Mark Rutte (NATO-Generalsekret&auml;r), Jens Stoltenberg (ehemaliger NATO-Generalsekret&auml;r), General Chris Donahue (US Army Europe-Africa), Admiral Sam Paparo (Oberbefehlshaber des US-Indo-Pacific Command, also des US-Oberkommandos f&uuml;r den Indopazifik).<\/p><p><strong>&Uuml;berwachungskapitalismus:<\/strong> Satya Nadella &amp; Mustafa Suleyman (Microsoft AI), Demis Hassabis (Google DeepMind), Alex Karp (Palantir), Eric Schmidt (Ex-Google), Gundbert Scherf (Helsing GmbH), Peter Thiel (Thiel Capital).<\/p><p><strong>Medienchor:<\/strong> Mathias D&ouml;pfner (Axel Springer), Zanny Minton Beddoes (<em>The Economist<\/em>), Anne Applebaum (<em>The Atlantic<\/em>).<\/p><p>Das aufschlussreichste Wort der Agenda: <strong>&bdquo;Proliferation&ldquo;<\/strong>. Nicht <em>Nichtverbreitung<\/em>, sondern das offene Eingest&auml;ndnis, dass nukleare Teilhabe &ndash; also die Stationierung und Mitnutzung von US-Atomwaffen durch europ&auml;ische NATO-Staaten (Polen, Rum&auml;nien?) &ndash; sich vom Tabu-Thema zum offiziellen Gespr&auml;chspunkt entwickelt. Nur wenige Tage sp&auml;ter ver&ouml;ffentlichte das <a href=\"https:\/\/www.globsec.org\/sites\/default\/files\/2025-06\/GLOBSEC%20Forum%20Schedule_13.6_EXT%20%284%29.pdf\"><em>GLOBSEC-Forum 2025<\/em><\/a> &ndash; eine sicherheitspolitische Konferenz mit Sitz in Bratislava, oft als osteurop&auml;isches Pendant zur M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz gesehen und finanziert von vielen derselben Konzerne wie Bilderberg, mit st&auml;rkerem Fokus auf Technologie und Verteidigung &ndash; ein Strategiepapier, in dem die <a href=\"https:\/\/www.globsec.org\/what-we-do\/publications\/assurance-resilience-adapting-natos-nuclear-deterrence-policy-0\">NATO<\/a> aufgefordert wurde,<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>ausdr&uuml;cklich alle drei wesentlichen S&auml;ulen nuklearer Abschreckung zu betonen: F&auml;higkeiten, Entschlossenheit und Kommunikation. Dieser ganzheitliche Ansatz ist entscheidend, nicht nur um Russland in einem gef&auml;hrlicheren Sicherheitsumfeld abzuschrecken, sondern auch, um den inneren Zusammenhalt des B&uuml;ndnisses zu st&auml;rken, das &ouml;ffentliche Vertrauen zu sichern und Gegner davon abzuhalten, die roten Linien der NATO zu testen.<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ein Musterbeispiel f&uuml;r diese zusammenwachsende <strong>Tech-Defense-Elite<\/strong> ist <a href=\"https:\/\/forum2024.globsec.org\/speakers\/dr-gundbert-scherf\/\">Dr. Gundbert Scherf<\/a> (Teilnehmer des Bilderberg-Treffens 2025 und der GLOBSEC-Konferenz 2024):<\/p><ul>\n<li><strong>2000er-Jahre:<\/strong> Cambridge \/ Sciences Po \/ Freie Universit&auml;t Berlin (klassische transatlantische Ausbildungsschiene)<\/li>\n<li><strong>2014 &ndash; 16:<\/strong> Sonderberater im deutschen Verteidigungsministerium<\/li>\n<li><strong>2017 &ndash; 20:<\/strong> McKinsey-Partner f&uuml;r Luft- und Raumfahrt sowie R&uuml;stung<\/li>\n<li><strong>seit 2021:<\/strong> Mitgr&uuml;nder und Co-CEO von <strong>Helsing AI<\/strong>, einem deutschen R&uuml;stungs-Start-up f&uuml;r KI-gest&uuml;tzte Gefechtsf&uuml;hrung, derzeit das Schlachtfeld-KI-Unternehmen Europas (bereits in NATO-Projekte eingebunden)<\/li>\n<li><strong>2024 &ndash; 25:<\/strong> Auftritte bei Bilderberg-nahen Foren sowie Bilderberg selbst (GLOBSEC, M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz &bdquo;Innovation Track&ldquo; usw.)<\/li>\n<\/ul><p>Scherf hat sich nie einer Wahl gestellt und bewegt sich dennoch durch dieselben transatlantischen Fellowship-Netzwerke wie amtierende Minister. Das erinnert daran, dass im Jahr 2025 zentrale politische Hebel ebenso bequem in den H&auml;nden von Cloud-Computing-Start-ups liegen wie in Parlamenten. Wenn Bilderberg ein Thema wie &bdquo;Proliferation&ldquo; diskutiert, ist Scherfs Algorithmus bereits darauf ausgelegt, Monate sp&auml;ter als neuer Abschnitt zu Einsatzregeln (<em>Rules of Engagement<\/em>) in einem NATO-Wei&szlig;buch aufzutauchen.<\/p><p>Betrachten wir diese Kaskade der Politikgestaltung:<\/p><ul>\n<li><strong>Bilderberg-<a href=\"https:\/\/www.bilderbergmeetings.org\/meetings\/meeting-2025\/press-release-2025\">Agenda<\/a> 2025:<\/strong> &bdquo;Proliferation&ldquo;<\/li>\n<li><strong>GLOBSEC-<a href=\"https:\/\/www.globsec.org\/sites\/default\/files\/2025-06\/GLOBSEC%20Forum%20Schedule_13.6_EXT%20%284%29.pdf\">Forum<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.globsec.org\/what-we-do\/publications\/assurance-resilience-adapting-natos-nuclear-deterrence-policy-0\">Bericht<\/a> 2025:<\/strong> &bdquo;NATOs nukleare Abschreckung und Lastenteilung&ldquo;<\/li>\n<li><strong>Live-<a href=\"https:\/\/x.com\/GLOBSEC\/status\/1938166836601749799\">Tweet<\/a> von GLOBSEC w&auml;hrend des NATO-Gipfels 2025:<\/strong><\/li>\n<\/ul><blockquote><p>\n&bdquo;<em>W&auml;hrend die Alliierten beim #NATOSummit2025 Bilanz ziehen, erl&auml;utert Jim Stokes, Direktor f&uuml;r Nuklearpolitik bei @NATO, welche Rolle die nukleare Teilhabe der NATO heute inmitten ver&auml;nderter europ&auml;ischer Sicherheitsdynamiken und Debatten &uuml;ber Lastenteilung spielt.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Die Idee entsteht zun&auml;chst hinter verschlossenen T&uuml;ren in einem vertraulichen Hotelkonferenzraum, taucht dann als Podiumsthema in Bratislava wieder auf und verfestigt sich schlie&szlig;lich als operative Direktive in Br&uuml;ssel. Diese Netzwerke <em>diskutieren<\/em> nicht l&auml;nger nur &uuml;ber <em>Grand Strategy<\/em>; sie entwickeln Prototypen und verkaufen sie anschlie&szlig;end an die Verteidigungsministerien als den n&auml;chsten unausweichlichen Schritt. Proliferation, Hyperschallwaffen, KI-Zielauswahl: Jeder Zyklus beginnt mit &bdquo;informeller&ldquo; Diplomatie, wandert weiter in ein Hochglanz-Strategiepapier und endet als Haushaltszeile im R&uuml;stungsbudget.<\/p><p><strong>Nationale Pr&auml;gungen<\/strong> bleiben bestehen: Atlantische Einbindung ist niemals ein Neubeginn ohne Vorgeschichte; jedes Land bringt sein eigenes <strong>historisches Sediment<\/strong> mit. In Deutschland war dieser Prozess untrennbar verkn&uuml;pft mit dem fortwirkenden westdeutschen Antikommunismus und einer nur teilweise vollzogenen Entnazifizierung. Das Ergebnis: eine politische Klasse, die Moskau als &bdquo;ewigen Feind&ldquo; brandmarken kann (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=132269\">so Bundesau&szlig;enminister Johann Wadephul<\/a>) &ndash; und zugleich Familienkontinuit&auml;ten fortf&uuml;hrt, die einst in Brilon oder Breslau f&uuml;r Gro&szlig;deutschland marschierten. Die heutige Eskalation ist daher zugleich ein Akt transatlantischer Loyalit&auml;t <strong>und<\/strong> eine Wiederauflage, wenn auch sublimiert, des westdeutschen Kalte-Kriegs-Nationalismus. Jeder Knoten im Elitennetzwerk tr&auml;gt sein eigenes lokales Aroma; das Rezept jedoch wird weiterhin in Washington gekocht.<\/p><p>Nachdem wir die Finanzstr&ouml;me nachgezeichnet haben, die dieses F&ouml;rderband antreiben, k&ouml;nnen wir nun beobachten, wie sich diese Gelder in konkrete Lebensl&auml;ufe &uuml;bersetzen, indem wir in <strong>Teil 4 dieser Reihe <\/strong>einigen<strong> <\/strong>deutschen Entscheidungstr&auml;gern von ihrem ersten Ford-finanzierten Auslandssemester bis hin zum Kabinettsposten folgen.<\/p><p><em>Ende Teil 3<\/em><\/p><p><em>Dieser Artikel wurde zuerst im englischen Original auf <a href=\"https:\/\/themindness.substack.com\/\">Nel Bonillas Substack<\/a> ver&ouml;ffentlicht und von der Autorin selbst ins Deutsche &uuml;bersetzt.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: US-Botschaft Berlin \/ <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/usbotschaftberlin\/32022685940\/\">Ambassador Emerson Gives Atlantik Br&uuml;cke Farewell Speech<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von dem Schweigen zur Sabotage der Nord-Stream-Pipelines bis zur wirtschaftlich und politisch ruin&ouml;sen NATO-Aufr&uuml;stung: Viele Menschen in Deutschland fragen sich, warum unsere &bdquo;Eliten&ldquo; in Medien und Politik so h&auml;ufig die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA &uuml;ber die der eigenen Bev&ouml;lkerung zu stellen scheinen. 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