{"id":138886,"date":"2025-09-20T12:00:03","date_gmt":"2025-09-20T10:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138886"},"modified":"2025-09-12T22:28:12","modified_gmt":"2025-09-12T20:28:12","slug":"indonesien-vor-60-jahren-mandarine-marodeure-und-westliche-marketender-staatlichen-terrors-i-von-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138886","title":{"rendered":"Indonesien vor 60 Jahren: Mandarine, Marodeure und westliche Marketender staatlichen Terrors (I von II)"},"content":{"rendered":"<p>Vor 60 Jahren entfesselte das indonesische Milit&auml;r im Zeichen eines aggressiven Antikommunismus das bis dahin gr&ouml;&szlig;te Massaker nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Jahre 1965 und 1966 markierten den H&ouml;hepunkt einer systematisch gesch&uuml;rten Pogromstimmung gegen Linke beziehungsweise gegen all jene Personen, die von den neuen Milit&auml;rmachthabern um <em>General Suharto<\/em> f&uuml;r solche gehalten wurden. Ein R&uuml;ckblick unseres S&uuml;dostasienexperten <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Der abschlie&szlig;ende zweite Teil erscheint morgen auf den NachDenkSeiten.<\/em><\/p><p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p><p>Lavieren &ndash; taktieren &ndash; destabilisieren &ndash; trainieren nach westlichem Vorbild &ndash; massakrieren im Namen von freedom &amp; democracy = Schaffung einer Entwicklungsdiktatur als <em>&bdquo;Neue Ordnung&ldquo; (&bdquo;Orde Baru&ldquo;). <\/em>Das waren die Hauptetappen eines Prozesses, der seit Ende der 1950er-Jahre in Indonesien, dem gr&ouml;&szlig;ten und bev&ouml;lkerungsreichsten Land S&uuml;dostasiens, einsetzte und seit Herbst 1965 &uuml;ber drei lange Jahrzehnte hinweg die Politik und Wirtschaft des Inselstaates pr&auml;gte.<\/p><p><strong>Fatale Domino-Theorie<\/strong><\/p><p>1965 war ein in vielfacher Hinsicht bedeutsames Jahr. In Vietnam befand sich die unangefochtene F&uuml;hrungsmacht des &bdquo;freien Westens&ldquo;, die USA, auf dem H&ouml;hepunkt eines Krieges, den sie trotz des Einsatzes einer gewaltigen Kriegsmaschinerie und B-52-Fl&auml;chenbombardements nicht gewinnen konnte. Dieser wurde aber trotzdem noch ein Jahrzehnt gef&uuml;hrt, weil man in Washington noch immer ernsthaft an die 1954 von Pr&auml;sident <em>Dwight D. Eisenhower<\/em> verk&uuml;ndete <em>Domino-Theorie<\/em> glaubte. Eine im Kern ebenso dumpfe wie anspruchslose Theorie, wonach andere Staaten in S&uuml;dost- und Ostasien wie Thailand, Malaysia, Indonesien und S&uuml;dkorea der Reihe nach &ndash; eben wie Dominosteine &ndash; umkippen und so in den Machtbereich des Kommunismus geraten k&ouml;nnten, w&uuml;rde der Krieg in Vietnam nicht von einem Sieg gekr&ouml;nt.<\/p><p>Im selben Jahr entfaltete sich in der am 1. Oktober 1949 kommunistisch gewordenen Volksrepublik China die sogenannte <em>Gro&szlig;e Proletarische Kulturrevolution<\/em>, w&auml;hrend gleichzeitig die sino-sowjetischen Rivalit&auml;ten um die Vorherrschaft im sozialistischen Lager und die &bdquo;wahre proletarische Linie&ldquo;, was damals als<em> Gro&szlig;e Polemik &uuml;ber die Generallinie in der kommunistischen und internationalen Arbeiterbewegung <\/em>firmierte, an Sch&auml;rfe gewannen. Und in Indonesien wurden im Herbst 1965 die Weichen f&uuml;r einen schockartigen Wandel in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur gestellt, unter dessen traumatischen Konsequenzen ein Gro&szlig;teil seiner Bev&ouml;lkerung bis heute leidet.<\/p><p><strong>Modernisierung und &bdquo;Aufstandsbek&auml;mpfung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Es geh&ouml;rt zur tiefen Tragik der j&uuml;ngeren Geschichte, dass ausgerechnet ein Hardliner der damaligen Kriegf&uuml;hrung gegen Vietnam und des &bdquo;geheimen Krieges&ldquo; in Laos, <em>Robert S. McNamara<\/em>, Mitte der 1990er-Jahre in seinen Memoiren konstatierte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der Vietnamkrieg war ein furchtbarer Irrtum (&hellip;) Mit Blick auf Vietnam haben wir uns geirrt, schrecklich geirrt.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>McNamara, der erste nicht aus der Familie Ford stammende Pr&auml;sident der <em>Ford Motor Company<\/em>, war von 1961 bis 1968 US-Verteidigungsminister, der sodann desillusioniert auf den Chefsessel der Weltbank wechselte. Zu Beginn seiner politischen Karriere z&auml;hlte McNamara zu dem von Pr&auml;sident <em>John F. Kennedy<\/em> auserkorenen engen Kreis der &bdquo;Besten und Gescheitesten&ldquo;.<\/p><p>In diesem erlauchten Zirkel der politischen Elite Washingtons wirkte mit <em>Walt W. Rostow<\/em> auch ein Wirtschaftshistoriker, der mit seiner 1960 ver&ouml;ffentlichen Studie <em>&bdquo;The Stages of Economic Growth. A Non-Communist Manifesto&rdquo; (Titel der deutschen Ausgabe: &bdquo;Stadien wirtschaftlichen Wachstums. Eine Alternative zur marxistischen Entwicklungstheorie&ldquo;)<\/em> wissenschaftlich belegen wollte, dass die wirtschaftsgeschichtliche Entwicklung von Staaten im Kapitalismus zu ihrem endg&uuml;ltigen Ziel gelange, der Kommunismus hingegen nichts anderes sei als &bdquo;eine Krankheit im &Uuml;bergangsprozess von einer traditionellen zu einer modernen Gesellschaft&ldquo;. Zugleich vertrat er mit Verve die Auffassung, die USA m&uuml;ssten eine aktive Entwicklungspolitik betreiben, um ehemalige Kolonialstaaten bei deren Modernisierungsprozess vor eben der kommunistischen &bdquo;Krankheit&ldquo; zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>In akademischen Kreisen dies- wie jenseits des Atlantiks galt Rostows Buch als eine Art Heilslekt&uuml;re des allein selig machenden Modernisierungspostulats. Wie einst christliche Missionare schickten sich nunmehr zu zeitgeistigen Mandarinen mutierte &Ouml;konomen und Sozialwissenschaftler im Dienst der &bdquo;gro&szlig;en Politik&ldquo; an, &bdquo;westliche&ldquo; beziehungsweise anglo-amerikanische Wertevorstellungen &bdquo;traditionellen Gesellschaften&ldquo; &uuml;berzust&uuml;lpen und diesen einen &bdquo;Entwicklungs&ldquo;weg vorzuschreiben, der ganz im Sinne von freiem Markt und ungebremster Kapitalakkumulation folgen sollte. In diesem Zusammenhang verwunderte es nicht, dass erstmals unter der kurzen Pr&auml;sidentschaft John F. Kennedys auch und gerade das Thema <em>&bdquo;Counterinsurgency&ldquo; (Coin &ndash; &bdquo;Aufruhr-&ldquo; oder &bdquo;Aufstandsbek&auml;mpfung&ldquo;) <\/em>Toppriorit&auml;t genoss &ndash; und ausgerechnet mit Rostow, in der Kennedy-Administration stellvertretender und in der nachfolgenden Regierung unter <em>Lyndon B. Johnson<\/em> oberster Sicherheitsberater des Pr&auml;sidenten, ein Zivilist als erbittertster &bdquo;Falke&ldquo; und militanter Coin-Anh&auml;nger agierte. Weil er f&uuml;r eine unbedingte Eskalation des (Bomben-)Kriegs in Vietnam eintrat, verpasste man ihm den Spitznamen &bdquo;Luftmarschall Rostow&ldquo;, w&auml;hrend sein britischer Biograph David Milne (2008) in ihm &bdquo;America&rsquo;s Rasputin&ldquo; sah.<\/p><p><strong>Eliten(aus)bildung made in USA<\/strong><\/p><p>Indonesien war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in S&uuml;dostasien das erste Land, das am 17. August 1945 seine Unabh&auml;ngigkeit vom &uuml;ber drei Jahrhunderte w&auml;hrenden Kolonialjoch der Niederlande erkl&auml;rte &ndash; gefolgt von Nordvietnam, das unter <em>Ho Chi Minh<\/em> am 2. September die Unabh&auml;ngigkeit von Frankreich deklarierte und gleichzeitig die <em>Demokratische Republik Vietnam<\/em> ausrief. Doch erst Ende 1949 erkannten auch die Niederlande die Unabh&auml;ngigkeit ihrer Exkolonie an, nachdem holl&auml;ndische Soldaten durch <em>&bdquo;Polizeiaktionen&ldquo; <\/em>vergeblich versucht hatten, das Rad der Geschichte zur&uuml;ckzudrehen. Pikanterweise waren es die USA, die Den Haag zu diesem Schritt bewogen, weil man eine &auml;hnliche Entwicklung wie in China tunlichst vermeiden wollte, wo <em>Mao Tse-tung<\/em> nach dem Sieg &uuml;ber die Kr&auml;fte <em>Tschiang Kai-scheks <\/em>wenige Wochen zuvor die Volksrepublik ausgerufen und so neben der Sowjetunion das sozialistische Lager betr&auml;chtlich vergr&ouml;&szlig;ert hatte.<\/p><p>Wenngleich Washington keine politische Vorliebe f&uuml;r die Gr&uuml;nderv&auml;ter und nationalistischen F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten eines unabh&auml;ngigen Indonesien, <em>Achmed Sukarno <\/em>und<em> Mohammad Hatta<\/em>, hegte, hatte es in den darauffolgenden Jahren zumindest M&ouml;glichkeiten, seinen Einfluss im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich geltend zu machen. Die zahlreichen Hollywood-Streifen, die damals auf mobilen Gef&auml;hrten &ndash; bereitgestellt von der <em>United States Information Agency<\/em> &ndash; landesweit gezeigt wurden, pr&auml;gten unter anderen auch die Vorstellungswelt solcher Leute wie dem selbsterkl&auml;rten <em>preman<\/em> (Gangster) <em>Anwar Congo<\/em>, der als Hauptprotagonist in Joshua Oppenheimers beklemmendem Dokumentarfilm<em> &bdquo;The Act of Killing&ldquo; (2012) <\/em>figuriert und lernte, wie man Menschen ohne viel Blutvergie&szlig;en mit Hilfe von Draht und Klaviersaiten t&ouml;tet.<\/p><p>Vor allem die beiden gro&szlig;en Stiftungen in den USA, die <em>Ford <\/em>und<em> Rockefeller Foundation<\/em>, votierten bereits vor Eisenhowers Verk&uuml;ndung der Domino-Theorie daf&uuml;r, der &bdquo;kommunistischen Aggression&ldquo; als probates Mittel die &Ouml;ffnung der eigenen Universit&auml;ten und anderer Lehreinrichtungen &ndash; inklusive Milit&auml;rschulen &ndash; f&uuml;r den k&uuml;nftigen Kader befreundeter L&auml;nder jenseits des Pazifiks entgegenzusetzen. Auf diese Weise k&ouml;nne ein sympathisierendes Milieu f&uuml;r die heranwachsenden Eliten in den erst wenige Jahre zuvor unabh&auml;ngig gewordenen L&auml;ndern geschaffen und jene im Geiste des &bdquo;freien Westens und Unternehmertums&ldquo; entsprechend geschult werden. Zu diesen Eliten z&auml;hlten als notwendige Fachkr&auml;fte im Prozess des <em>&bdquo;state-&ldquo;<\/em> oder <em>&bdquo;nation-building&ldquo;<\/em> keineswegs ausschlie&szlig;lich Zivilisten. Milit&auml;rs wurden gleicherma&szlig;en gesch&auml;tzt, sofern auch sie sich dem Aufbau eines &bdquo;modernen Landes&ldquo; verpflichtet f&uuml;hlten.<\/p><p>Der bedeutende indonesische &Ouml;konom <em>Subroto<\/em> war zum Studium in Nordamerika von <em>Sumitro Djojohadikusumo<\/em> (dem Vater des seit Herbst 2024 amtierenden Pr&auml;sidenten <em>Prabowo Subianto<\/em>) auserw&auml;hlt worden, Dekan an der Universit&auml;t von Indonesien und gleichzeitig einer der Top-Aktivposten der CIA in Jakarta. Von Bedeutung war hierbei, dass ein Mitarbeiterstab von Ford sp&auml;ter <em>CIA-Direktor Allen Dulles<\/em> assistierte und Finanztransaktionen von Ford-Geldern in CIA-organisierte Frontorganisationen ebenso flossen wie umgekehrt. Nach seiner R&uuml;ckkehr nach Indonesien avancierte Subroto zu einem jener f&uuml;nf &Ouml;konomen &ndash; allesamt von der Ford-Stiftung ausgebildet &ndash;, die an der <em>Indonesischen Stabs- und Kommandoschule der Armee (Seskoad)<\/em> im etwa 100 Kilometer s&uuml;d&ouml;stlich von Jakarta gelegenen Bandung lehrten.<\/p><p>Was seinerzeit unter den &bdquo;Eliteuniversit&auml;ten&ldquo; in den USA Rang und Namen hatte &ndash; vornehmlich das <em>Massachusetts Institute of Technology (MIT), Harvard, <\/em>die<em> University of California in Berkeley <\/em>und<em> Cornell <\/em>&ndash;, verschrieb sich der Schaffung von L&auml;nderprogrammen und dem Austausch von (angehenden) Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern der entsprechenden Fakult&auml;ten. Fungierten dabei die Ford- und Rockefeller-Stiftungen als gro&szlig;z&uuml;gige M&auml;zene, so waren es au&szlig;erdem das Au&szlig;enministerium (State Department), das Verteidigungsministerium (Pentagon), das von der CIA ma&szlig;geblich gesponserte <em>Center for International Studies<\/em> (in dem u.a. auch Rostow wirkte) und die vorrangig der U.S. Air Force zuarbeitende <em>Rand Corporation<\/em> im kalifornischen Santa Monica, welche je nach Interessenlage Gelder f&uuml;r die Ausbildung von Experten in Asien, Afrika und Lateinamerika zuschossen.<\/p><p>Mit Blick auf Indonesien waren es vor allem die Studien des aus Rum&auml;nien stammenden <em>Guy J. Pauker<\/em> &uuml;ber &bdquo;die Gr&uuml;nde wirtschaftlicher Stagnation&ldquo; und &bdquo;die politischen Hindernisse&ldquo; auf dem Weg zu Wirtschaftswachstum, die unter zivilen wie milit&auml;rischen Entscheidungstr&auml;gern gro&szlig;e Resonanz fanden. Pauker selbst, der 1958 sowohl an der Universit&auml;t von Kalifornien in Berkeley unterrichtet als auch der <em>RAND Corporation<\/em> als Berater gedient hatte, empfand w&auml;hrend seiner Feldforschungen und Studien in Indonesien zunehmend eine Vorliebe f&uuml;r hochrangige Offiziere der Armee, die er nach eigenem Bekunden &bdquo;weitaus interessanter&ldquo; fand als die Politiker. Von Kollegen wurde Pauker, dessen Expertise allseits gesch&auml;tzt war, als hochambitioniert, eitel und egozentrisch beschrieben, der denn auch keinen Hehl aus &bdquo;seiner Entdeckung&ldquo; machte, neben einem kleinen Kreis von aristokratischen Intellektuellen das Milit&auml;r als bedeutsamsten Akteur im wirtschaftlichen Entwicklungsprozess ausgemacht zu haben. Pauker war es auch, der seine Kontaktpersonen im indonesischen Milit&auml;r dr&auml;ngte, bei der F&uuml;hrung der Nation &bdquo;volle Verantwortung&rdquo; zu &uuml;bernehmen, &bdquo;eine Mission zu erf&uuml;llen&rdquo; und &bdquo;zuzuschlagen und ihr Haus reinzufegen&rdquo;. Das waren Schl&uuml;sselworte der &bdquo;Counterinsurgency&ldquo; &ndash; der erste Mordauftrag von Milit&auml;roffizieren an muslimische Studenten Anfang Oktober 1965 lautete denn auch <em>&bdquo;sikat&ldquo;,<\/em> was &bdquo;ausputzen&rdquo;, &bdquo;ausl&ouml;schen&rdquo; oder &bdquo;massakrieren&rdquo; bedeutet.<\/p><p>Nur folgerichtig entwickelten sich so neben intensiven amerikanisch-indonesischen Beziehungen im akademischen Bereich enge Kontakte zwischen und rege Austauschprogramme auf h&ouml;chsten milit&auml;rischen Ebenen. Hauptansprechpartner auf indonesischer Seite war die <em>Seskoad<\/em>, an der der oberste Generalstab &uuml;ber alle wesentlichen organisatorischen wie politischen Angelegenheiten entschied. Gleichzeitig erhielten hier h&ouml;here Offiziere eine Zusatzausbildung und wurden mit neuen Methoden und Coin-Handb&uuml;chern ausgestattet, die an der <em>US-Milit&auml;rakademie in West Point <\/em>sowie in<em> Fort Leavenworth (Kansas) <\/em>oder in<em> Fort Bragg (North Carolina) <\/em>entwickelt worden waren. Ransom (1970) bezifferte die Zahl des bis 1965 zudem in diesen US-Milit&auml;reinrichtungen geschulten indonesischen Personals auf 4.000 Offiziere.<\/p><p>Als wichtiges Scharnier zwischen dem indonesischen Generalstab und der CIA sowie den Milit&auml;rattach&eacute;s an der US-Botschaft in Jakarta sollte sich der Chef des Heeresnachrichtendienstes, <em>Brigadegeneral Achmed Sukendro<\/em>, erweisen. Sukendro k&uuml;mmerte sich nicht nur um die Fortbildung seiner Agenten in den USA, sondern er selbst studierte dort in den fr&uuml;hen 1960er-Jahren an der <em>University of Pittsburgh<\/em>. Sukendro war es auch, der in der Fr&uuml;hphase der Suharto-Herrschaft mit den Geheimdiensten befreundeter westlicher Staaten enge Kontakte pflegte und &uuml;ber diese Kan&auml;le offensichtlich logistische Hilfen zu beschaffen vermochte. In der zweiten Novemberh&auml;lfte 1965 besuchte Sukendro auch die Bundesrepublik, &uuml;ber dessen eigentliche Agenda die deutsche Regierung bis heute Stillschweigen bewahrt. (Pikanterweise weilte Sukendro am 1. Oktober 1965, als sich General Suharto in Jakarta anschickte, die Macht schrittweise an sich zu rei&szlig;en, in der Volksrepublik China. Sukendro kehrte aus Peking mit der Geschichte zur&uuml;ck, chinesische Vertreter h&auml;tten Indonesiern eine Liste der ermordeten Gener&auml;le gezeigt, bevor dies &uuml;berhaupt &ouml;ffentlich verk&uuml;ndet wurde.)<\/p><p><strong>&bdquo;Bedrohungsfaktoren&ldquo; Sukarno und PKI<\/strong><\/p><p>Als &uuml;beraus kritisch &ndash; und das nicht nur wegen der Entwicklungen in Vietnam &ndash; hatte die US-Regierung unter Lyndon B. Johnson die politische Situation in Indonesien Anfang 1965 eingesch&auml;tzt, nachdem die britische Exkolonie Malaysia als nichtst&auml;ndiges Mitglied in den UN-Sicherheitsrat aufger&uuml;ckt war. Daraufhin kehrte Indonesien den Vereinten Nationen den R&uuml;cken, da das Land territoriale Anspr&uuml;che an Malaysia stellte. Ausl&ouml;ser des Konfrontationskurses war die Bef&uuml;rchtung Jakartas, die Briten verfolgten in ihrer ehemaligen Kolonie Malaya ein neokoloniales Projekt auf Kosten Indonesiens. Verst&auml;rkt kam es in dieser spannungsgeladenen Zeit zu Konsultationen zwischen hochrangigen britischen, vor allem aber US-amerikanischen und indonesischen Milit&auml;rs, darunter unter anderen dem Chef des Heeres, <em>Generalleutnant Ahmad Yani.<\/em><\/p><p>Im Juni 1964 hatte die Zeitung der <em>Kommunistischen Partei Indonesiens (PKI), Harian Rakyat<\/em> (Volkszeitung), die Zahl der Parteimitglieder mit &uuml;ber<em> <\/em>drei Millionen angegeben &ndash; ein nachgerade ph&auml;nomenales Wachstum<em> <\/em>gegen&uuml;ber den 8.000 Mitgliedern zur Zeit der Ausrufung der Unabh&auml;ngigkeit.<em> <\/em>Insgesamt gab es dieser Zeitung zufolge Mitte der 1960er-Jahre 18 Millionen<em> <\/em>Mitglieder und Sympathisanten &ndash; darunter die Gewerkschaft <em>Sobsi,<\/em> die Volksjugend, die Frauenbewegung <em>Gerwani<\/em> sowie die Bauernfront <em>BTI.<\/em> Damit bildete die PKI nach der KP Chinas und der KPdSU die weltweit<em> <\/em>drittgr&ouml;&szlig;te kommunistische Partei &ndash; in der Sicht einflussreicher konservativer Kr&auml;fte im Lande und in Washington eine veritable Bedrohung. Zumindest in der Au&szlig;enpolitik herrschte zwischen der PKI und Sukarno Einigkeit &uuml;ber einen antiimperialistischen Kurs. Nicht nur dem Westen gegen&uuml;ber zeigte Jakarta sich skeptisch. 1955 hatte Sukarno gar als Gastgeber bei der Gr&uuml;ndung der <em>Blockfreienbewegung<\/em> in der javanischen Stadt <em>Bandung <\/em>gestrahlt.<\/p><p>&Uuml;berdies waren f&uuml;hrende PKI-Kader, wie<em> Generalsekret&auml;r Dipa Nusantara Aidit <\/em>und <em>Njoto<\/em> (2. Vizepr&auml;sident der PKI und Herausgeber von <em>Harian Rakyat<\/em>), immerhin bis August 1964 Mitglieder der Sukarno-Regierung. Ihre <em>&bdquo;Theorie von den zwei Aspekten der Staatsmacht&ldquo;, <\/em>einem &bdquo;volksfreundlichen&ldquo; und einem &bdquo;volksfeindlichen&ldquo;, wobei Ersterer in einer Regierungsbeteiligung bestehen und damit die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnen sollte, den Kommunismus etappenweise und auf friedlichem Wege zu verankern, erwies sich im Nachhinein als fatale Fehleinsch&auml;tzung. Anfang 1965 forderten PKI-Mitglieder als Minister im Sukarno-Kabinett den Pr&auml;sidenten auf, unter den Arbeitern und Bauern die Schaffung bewaffneter Volksmilizen zuzulassen. In seltener Einm&uuml;tigkeit waren bereits 1959 der ehemalige Verteidigungsminister und Stabschef der Streitkr&auml;fte<em>, General Abdul Haris Nasution<\/em>, und Sukarno als Wortf&uuml;hrer der &bdquo;gelenkten Demokratie&ldquo; aufgetreten, die letztlich der Zentralisierung und Konzentration der Staatsapparate &ndash; freilich unter milit&auml;rischer &Auml;gide &ndash; dienen sollte. Die PKI-Forderung nach Volksmilizen Jahre sp&auml;ter war g&auml;nzlich abwegig, weil zu dem Zeitpunkt das Milit&auml;r l&auml;ngst der eigentliche Staat im Staate war und es im Gegensatz zu Sukarno oder der PKI die Gewehre kommandierte.<\/p><p>Konsultationen zwischen hochrangigen indonesischen und US-amerikanischen Milit&auml;rs lie&szlig;en innerhalb eines Teils des j&uuml;ngeren Offizierskorps und in der PKI-Spitze die Bef&uuml;rchtung keimen, ein Washington zugeneigter und wohlgesonnener &bdquo;Rat der Gener&auml;le&ldquo; plane Schritte, um Sukarno zu entmachten, linke Nationalisten, Gewerkschafter und Kommunisten auszuschalten, eine au&szlig;enpolitische Kehrtwende (in Richtung Westen) vorzunehmen, zwischenzeitlich verstaatlichten Besitz an die fr&uuml;heren ausl&auml;ndischen (niederl&auml;ndischen, britischen und amerikanischen) Eigent&uuml;mer zur&uuml;ckzugeben und das Land gezielt f&uuml;r ausl&auml;ndische Investitionen zu &ouml;ffnen. Dieser Plan, so bef&uuml;rchtete man weiter, werde aller Voraussicht nach am 5. Oktober ausgef&uuml;hrt, da dies der Jahrestag der indonesischen Streitkr&auml;fte ist und deshalb die Konzentration gr&ouml;&szlig;erer Truppenverb&auml;nde in der Hauptstadt wenig Verdacht sch&ouml;pfen lie&szlig;e.<\/p><p><em><strong>Weiterf&uuml;hrende Literatur &amp; Anmerkungen<\/strong><\/em><\/p><ul>\n<li>Benedict R. O&rsquo;G. Anderson &amp; Ruth T. McVey (1971): <em>A Preliminary Analysis of the October 1, 1965 Coup in Indonesia<\/em>, Ithaca, NY (Cornell Modern Indonesia Project)<\/li>\n<li>Benedict R. O&rsquo;G. Anderson (Hrsg.) (2001): <em>Violence and the state in Suharto&rsquo;s Indonesia<\/em>, Ithaca, NY<\/li>\n<li>Vincent Bevins (2023): <em>Die Jakarta-Methode.<\/em> <em>Wie ein m&ouml;rderisches Programm Washingtons unsere Welt bis heute pr&auml;gt<\/em>. Aus dem amerikanischen Englisch von Glenn J&auml;ger, K&ouml;ln<\/li>\n<li>CIA, Directorate of Intelligence (Dec. 1968): Research Study\/<em>Indonesia&mdash;1965: The Coup That Backfired<\/em>, Washington, D.C., 316 Seiten. &ndash; Dies ist die einzige Studie &uuml;ber indonesische Politik, die im Mai 2007 auf Eigeninitiative der CIA hin der &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich gemacht wurde.<\/li>\n<li>Harold Crouch (1975): <em>The Indonesian Army in Politics: 1960-1971<\/em>, Melbourne<\/li>\n<li>Jason Epstein (1967): The CIA and the Intellectuals, in: <em>The New York Review of Books<\/em> (20. April)<\/li>\n<li>Richard W. Franke (1983): <em>East Timor: The Responsibility of the United States<\/em>, in: Bulletin of Concerned Asian Scholars Vol. 15, No. 2, Boulder, CO, April-June, S. 45 ff.<\/li>\n<li>Philippe Gavi (1969): <em>Konterrevolution in Indonesien<\/em> (aus dem Franz&ouml;sischen von Ruppert v. Plottnitz und Einar Schlereth), Ffm.<\/li>\n<li>Peter Christian Hauswedell (1967): <em>Was geschah 1965 in Indonesien? Gr&ouml;&szlig;tes Massaker seit Hitlers Tagen &ndash; Die Vernichtung einer kommunistischen Partei<\/em>, in: DIE ZEIT (HH) vom 3. November, Ausgabe 44\/1967<\/li>\n<li>David Jenkins (2010): <em>Suharto and His Generals: Indonesian Military Politics, 1975-1983<\/em>, Singapore<\/li>\n<li><em>Die K(ommunistische) P(artei) Indonesiens reinigt und st&auml;rkt sich im Kampf gegen den modernen Revisionismus: F&uuml;nf wichtige Dokumente des Politb&uuml;ros des ZK der PKI<\/em> (aus dem Englischen &uuml;bersetzt und kommentiert von Rainer Werning), M&uuml;nster 1973<\/li>\n<li>Deutscher Bundestag Drucksache 18\/1554, 18. Wahlperiode 27.05.2014: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Andrej Hunko, Jan van Aken, Sevim Dagdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE (&ndash; Drucksache 18\/1377 &ndash; Aufarbeitung der Massaker von 1965\/1966 in Indonesien, der deutschen Rolle und deren Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen), Berlin<\/li>\n<li>David T. Johnson (1976): <em>Gestapu: The CIA&rsquo;s &ldquo;Track Two&rdquo; in Indonesia<\/em> (akt. im Oktober 1995), Washington, D.C., Center for Defense Information. &ndash; Dieses Papier wurde nur privat verbreitet, aber nie ver&ouml;ffentlicht. Kernpunkte dieses Papiers und seiner im Herbst 1995 aktualisierten Version waren: Die <em>GESTAPU (&bdquo;Die Bewegung 30. September&ldquo;) <\/em>war ein Instrument General Suhartos (und wahrscheinlich General Nasutions) [Anm. von David Johnson 1995: &bdquo;Heute w&uuml;rde ich den Bezug zu Nasution streichen.&ldquo;] und h&ouml;chstwahrscheinlich ein Produkt der CIA mit dem Zweck, in einer verzweifelten Situation &bdquo;Indonesien vom Kommunismus zu retten&rdquo;. GESTAPU erf&uuml;llte die entscheidende Rolle, den Vorwand f&uuml;r die drastische Ausl&ouml;schung der PKI zu liefern. GESTAPU funktionierte und war die wahrscheinlich erfolgreichste verdeckte Operation, die die CIA je ausgef&uuml;hrt hat &ndash; wie sp&auml;ter im Fall Chiles.<br>\nWas die meisten Offiziere der GESTAPU laut Johnson zu verbinden schien, war nicht ihre &bdquo;Progressivit&auml;t&rdquo;, sondern ihre N&auml;he zu General Suharto. Vor allem Beteiligte in der Luftwaffe, die nicht mit Suharto liiert waren und auch nicht mit ihm gelieb&auml;ugelt hatten, konnten als CIA-Suharto-Aktivposten betrachtet werden, die aktiviert wurden, um ihre Rolle im GESTAPU-Szenario zu spielen. Die Durchsetzung der Luftwaffe und der Palastgarde mit Anti-PKI Streitkr&auml;ften (und der CIA) war seiner Meinung nach mindestens so plausibel wie der Grad der Infiltration, die der PKI zugeschrieben wurde. <em>Oberst Latief<\/em> war einer der Hauptverschw&ouml;rer der GESTAPU &ndash; im Verdacht, dass die Armee Hilfe von F&auml;lschungsexperten der CIA erfuhr, was zuv&ouml;rderst den Leitartikel der PKI-Zeitung <em>Harian Rakyat<\/em> vom 2. Oktober 1965 betraf. Die Suharto-CIA These scheint demgegen&uuml;ber eine plausiblere Erkl&auml;rung zu sein, zumal die PKI auf die sich in rascher Abfolge vollzogenen Geschehnisse g&auml;nzlich unvorbereitet war.<\/li>\n<li>John H. Johnson (Hrsg.) (1962): <em>The role of the military in underdeveloped countries<\/em>, Princeton, NJ<\/li>\n<li>Kathy Kadane (1990a): Ex-agents say CIA compiled death lists for Indonesians: After 25 years, Americans speak of their role in exterminating Communist Party, in: <em>San Francisco Examiner <\/em>(20. Mai) &ndash; &bdquo;Es war wirklich eine gro&szlig;e Hilfe f&uuml;r die Armee&rdquo;, gab darin Robert J. Martens zu Protokoll, ein fr&uuml;heres Mitglied der politischen Abteilung der US-Botschaft in Jakarta und sp&auml;terer Berater des State Department, &bdquo;sie t&ouml;teten wahrscheinlich zahlreiche Menschen und ich habe wahrscheinlich auch viel Blut an meinen H&auml;nden, aber das ist nicht so schlimm. Es gibt eine Zeit, da Du im entscheidenden Moment hart zuschlagen musst.&rdquo; Martens, ein erfahrender Analyst f&uuml;r kommunistische Angelegenheiten, hatte eine Gruppe von State Department- und CIA-Beamten geleitet, die zwei Jahre darauf verwandte, die PKI-Todeslisten zusammenzustellen. Sp&auml;ter lieferte er die Daten an einen Mittelsmann der Armee. Im Jahre 1966 ver&ouml;ffentlichte die <em>Washington Post<\/em> eine Sch&auml;tzung, wonach 500.000 Menschen bei der S&auml;uberung und w&auml;hrend des kurzen B&uuml;rgerkriegs, den diese ausgel&ouml;st hatte, umgebracht wurden.<\/li>\n<li>Kathy Kadane (1990b): U.S. Officials&rsquo; Lists Aided Indonesian Bloodbath in &rsquo;60s, in: <em>The Washington Post<\/em> (21. Mai)<\/li>\n<li>Audrey R. Kahin &amp; George McTurnan Kahin (1995): <em>Subversion as Foreign Policy: The Secret Eisenhower and Dulles Debacle in Indonesia<\/em>, New York<\/li>\n<li>Anett Keller (Hrsg.) (2015): <em>Indonesien 1965 ff.: Die Gegenwart eines Massenmordes: Ein politisches Lesebuch<\/em>, Berlin<\/li>\n<li>&ndash; (2016): <em>Aufmarsch der Reaktion<\/em>, in: Junge Welt (Berlin) vom 3. Juni<\/li>\n<li>Katharine E. McGregor (2007): <em>History in Uniform. Military Ideology and the Construction of Indonesia&rsquo;s Past.<\/em> Leiden<\/li>\n<li>Robert S. McNamara (1995): <em>In Retrospect: The Tragedy and Lessons of Vietnam.<\/em> New York<\/li>\n<li>David Milne (2008): <em>America&rsquo;s Rasputin. Walt Rostow and the Vietnam War<\/em>, New York<\/li>\n<li>Rex Mortimer (1974): <em>Indonesian Communism Under Sukarno: Ideology and Politics, 1959-1965<\/em>, Ithaca, NY<\/li>\n<li>Norman Paech (2016): <em>Kissingers Verm&auml;chtnis<\/em>, in: Junge Welt (Berlin) vom 15. August<\/li>\n<li>Inderjeet Parmar (2012): <em>Foundations of the American Century: The Ford, Carnegie, and Rockefeller Foundations in the Rise of American Power<\/em>, New York<\/li>\n<li>Guy J. 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Roeder (1969): <em>The Smiling General: President Soeharto of Indonesia<\/em>, Djakarta\/Tokyo<\/li>\n<li>John Roosa (2006): <em>Pretext for Mass Murder: The September 30<\/em><sup><em>th<\/em><\/sup><em> Movement and Suharto&rsquo;s Coup d&rsquo;Etat in Indonesia<\/em>, Madison, WI<\/li>\n<li>Einar Schlereth &amp; Batjo Daeng Bintang (1970): <em>Indonesien: Analyse eines Massakers<\/em>, Ffm.<\/li>\n<li>Peter Dale Scott (1985): The United States and the Overthrow of Sukarno, 1965-1967, in: <em>Pacific Affairs<\/em> (Vancouver, BC), 58.2 (Summer), S. 239-264<\/li>\n<li>Bradley R. Simpson (2008): <em>Economists with guns: authoritarian development and U.S.-Indonesian relations, 1960-1968<\/em>, Stanford, CA<\/li>\n<li>David Talbot (2015): <em>The Devil&rsquo;s Chessboard: Allen Dulles, the CIA, and the Rise of America&rsquo;s Secret Government<\/em>, New York<\/li>\n<li>Justus M. van der Kroef (1981): <em>Communism in South-East Asia<\/em><strong>, <\/strong>Berkeley, CA<\/li>\n<li>Florian Warweg (2023): <em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95827\">Welche Rolle spielte die Bundesregierung bei der Ermordung von Hunderttausenden Kommunisten in Indonesien ab 1965?<\/a><\/em><\/li>\n<li>C. W. Watson (2006): <em>Of Self and Injustice. Autobiography and Repression in Modern Indonesia<\/em>, Leiden<\/li>\n<li>Rainer Werning (1985): <em>Indonesien 1965&ndash;85: Lange Schatten des Terrors<\/em>, M&uuml;nster<\/li>\n<li>&ndash; (2015): <em>Putsch nach &bdquo;P&uuml;tschchen&ldquo;,<\/em> in: junge Welt (Berlin) vom 1. Oktober<\/li>\n<li>&ndash; (2023): <em>&bdquo;Den Vietnamkrieg gewannen die USA in Indonesien&ldquo;.<\/em> Ein Gespr&auml;ch mit Vincent Bevins, in: junge Welt. Wochenendbeilage am 13. Mai<\/li>\n<p>Willem F. Wertheim (1977): <em>De lange mars der emancipatie<\/em>, Amsterdam\n<\/p><\/ul><p><small>Titelbild: untungsubagyo\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 60 Jahren entfesselte das indonesische Milit&auml;r im Zeichen eines aggressiven Antikommunismus das bis dahin gr&ouml;&szlig;te Massaker nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Jahre 1965 und 1966 markierten den H&ouml;hepunkt einer systematisch gesch&uuml;rten Pogromstimmung gegen Linke beziehungsweise gegen all jene Personen, die von den neuen Milit&auml;rmachthabern um <em>General Suharto<\/em> f&uuml;r solche gehalten wurden. Ein R&uuml;ckblick unseres<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138886\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":138888,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,171],"tags":[2871,2965,901,1620,2840,2177,663,2490,2989,3369,1556,357],"class_list":["post-138886","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-antikommunismus","tag-einflussagenten","tag-geheimdienste","tag-indonesien","tag-massenmord","tag-militaerdiktatur","tag-putsch","tag-staatsterrorismus","tag-suharto-haji-mohamed","tag-sukarno-achmed","tag-usa","tag-vietnam"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/shutterstock_1521221996.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=138886"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138886\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":138890,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138886\/revisions\/138890"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/138888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=138886"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=138886"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=138886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}