{"id":138891,"date":"2025-09-13T14:00:03","date_gmt":"2025-09-13T12:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138891"},"modified":"2025-09-12T18:54:51","modified_gmt":"2025-09-12T16:54:51","slug":"in-der-linken-sprechen-wir-seit-langem-nicht-mehr-ueber-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138891","title":{"rendered":"\u201eIn der Linken sprechen wir seit Langem nicht mehr \u00fcber Freiheit&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Candela de la Vega ist Mitglied des B&uuml;ndnisses &bdquo;Treffen der Organisationen von C&oacute;rdoba&rdquo; (Encuentro de Organizaciones de C&oacute;rdoba) und Mitglied des Recherchekollektivs <em>El Llano en Llamas<\/em> (Der Llano in Flammen). Ein Interview &uuml;ber die Perspektiven der argentinischen Graswurzelbewegungen in Zeiten von Javier Milei. Von <strong>J&uacute;lia Mart&iacute; Comas<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wie w&uuml;rdest Du den Sieg einer Person wie Milei erkl&auml;ren?<\/strong><\/p><p>Ein Gro&szlig;teil dessen, was als das progressive Lager gilt &ndash; das in Argentinien nicht genau mit der linken Graswurzelbewegung und ihrer emanzipatorischen Ausrichtung &uuml;bereinstimmt &ndash;, &uuml;bt heute Selbstkritik: Wir haben es nicht rechtzeitig kommen sehen; rechtzeitig genug, um st&auml;rkere oder gezieltere D&auml;mme dagegen zu errichten. Heute interpretieren wir, dass sich der Sieg von Milei nicht durch eine Irrationalit&auml;t des Wahlverhaltens der Argentinier und Argentinierinnen erkl&auml;ren l&auml;sst, sondern dass wir einen Wandel in der politischen Kultur und den politischen Subjektivit&auml;ten beobachten m&uuml;ssen, der schon seit L&auml;ngerem im Gange war und in Zusammenhang mit den Formen steht, die die Wirtschaftskrise Argentiniens nach der COVID-19-Pandemie angenommen hat.<\/p><p>Die Regierung Mileis hat die Krise nicht ausgel&ouml;st; sie hatte sich bereits zuvor herausgebildet. Heute sehen wir, dass Milei genau in jene vorgezeichnete Bahn passte, die es ihm erm&ouml;glichte, ein bereits vor seinem Wahlerfolg bestehendes Leiden sowie eine wirtschaftliche, soziale und politische Unzufriedenheit zu kanalisieren und daraus politisches Kapital zu schlagen.<\/p><p>Einerseits war die Versch&auml;rfung der Preisinflation das dr&auml;ngendste Problem. Darunter litten die Menschen, deren Einkommen sich nicht so leicht anpassen lie&szlig;en. Doch zugleich stellte sich dieses Problem als eine gro&szlig;e Unsicherheit im Leben allgemein dar. <\/p><p>Wenn wir uns in diese vorangegangene Situation versetzen, in der die Krise bereits existierte und das Gef&uuml;hl, am Abgrund zu stehen, &uuml;berw&auml;ltigend war, war es paradox, dass in den Diskursen der regierenden peronistischen Koalition stets die Garantie von Rechten oder sozialer Gerechtigkeit versprochen wurde. Diese Diskurse stimmten nicht mit der Realit&auml;t der Menschen &uuml;berein; f&uuml;r viele gesellschaftliche Gruppen war es sehr schwierig, diese Rechte und diese soziale Gerechtigkeit im Alltag zu erfahren. Die Menschen f&uuml;hlten sich betrogen und entt&auml;uscht &ndash; nicht nur von der nationalen Regierung, sondern von der Politik im Allgemeinen. Obwohl Argentinien eine f&ouml;deraljuristisch-politische Struktur hat, gibt es doch eine starke Machtkonzentration in Buenos Aires und in der nationalen Regierung.<\/p><p>Andererseits passte die von Milei vertretene politische Position zu einer Wendung in den politischen Subjektivit&auml;ten, die sich in Zeiten der akuten Wirtschaftskrise zu autorit&auml;ren und individualistischen Ausdrucksformen wandte. Ich beziehe mich auf jene Position, die die Vorstellung vertritt, dass &bdquo;die Schuldigen an meiner gegenw&auml;rtigen, schlechten Lage die Migranten und Migrantinnen, die Frauen, der Progressismus, der Kirchnerismus usw.&rdquo; sind, und diese mit der Idee von Verdienst, Anstrengung, Erfolg oder einfach einem individualisierten und fragmentierten Leben kombiniert.<\/p><p>Milei passte somit sehr gut als Gegenentwurf in einer Krise der Politik, die sich angesichts der Gesamtsituation als gel&auml;hmt erwies: Sein Diskurs gegen das, was er &bdquo;die Kaste&rdquo; nannte, nahm viel Bezug auf die Verselbstst&auml;ndigung der politischen Klasse und der Funktion&auml;re der alten Politik. In diesen Worten klang nicht nur das Ph&auml;nomen der immerw&auml;hrenden Kluft zwischen &bdquo;dem, was die Politiker sagen und dem, was sie wirklich tun&rdquo;, an, sondern auch eine grobe und anhaltende Entfremdung der Politik von den Bed&uuml;rfnissen und Erwartungen der gro&szlig;en Mehrheiten.<\/p><p>So etwas hatte man bereits zum Beispiel w&auml;hrend der Pandemie erlebt, bei den Korruptionsf&auml;llen, dem privilegierten Zugang zu Impfungen und in den F&auml;llen von &ouml;ffentlichen Funktion&auml;ren, die ein Leben f&uuml;hrten, das der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung verwehrt blieb, usw. Diese Entfremdung wurde als Funktionieren eines &bdquo;Kastenwesens&rdquo; wahrgenommen, das dazu f&uuml;hrte, dass die Leute die Politiker und Politikerinnen, die Politik im Allgemeinen, hassten &ndash; etwas, das Milei aufgriff und zu seiner Fahne machte.<\/p><p><strong>Und das obendrein von denjenigen, die einen linken oder fortschrittlichen Diskurs vertraten.<\/strong><\/p><p>Na ja, ich betone, dass weder der Kirchnerismus noch der Peronismus in Argentinien einfach und klar der Linken zuzuordnen sind. Immer komplex und st&auml;ndig im Wandel, sind die Parteien oder Gewerkschaften, die sich heute als peronistisch bezeichnen, st&auml;rker von reformistischen, klassen&uuml;bergreifenden Positionen gepr&auml;gt &ndash; von einem &bdquo;Kapitalismus mit menschlichem Antlitz&rdquo;, von staatlich gelenktem Extraktivismus, von situationsbedingten Pakten zwischen den Klassen. Wir sprechen hier nicht von revolution&auml;ren Bewegungen: Die gab es innerhalb des Peronismus, aber heute nicht mehr.<\/p><p>Es ging uns schlecht, und wir wollten etwas anderes. Au&szlig;erdem hatte der Peronismus keine gute Arbeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen geleistet und bot noch viel weniger ein &uuml;berzeugendes politisches und wirtschaftliches Konzept an, um aus der Krise herauszukommen.<\/p><p>Als Graswurzelbewegungen haben wir das viel zu sp&auml;t erkannt. Wir haben &ndash; wie wir sagen &ndash; erst mit der &bdquo;Montagszeitung&rdquo; gemerkt, dass wir aus einer Position der Angst sprachen, vor allem der Angst vor der R&uuml;ckkehr einer politischen Gewalt, die w&auml;hrend der Diktatur traumatisch war. Wir konnten keine alternative politische und wirtschaftliche Perspektive herbeif&uuml;hren und gleichzeitig diese allgegenw&auml;rtige und sp&uuml;rbare Angst in unseren lokalen Gemeinschaften abfangen. Es ist nicht so, dass es keine Alternative g&auml;be oder dass wir niemals daran gedacht h&auml;tten.<\/p><p>Ich glaube, dass wir als Graswurzelbewegung genau in diesem Moment politisch nicht mobilisieren konnten, da sich die Impulse zur Neuordnung unserer Verteidigungslinien unserer bem&auml;chtigten, um in das politische Ged&auml;chtnis jene Haltung von Vorsicht und Kampf zur&uuml;ckzubringen, die unsere Gro&szlig;m&uuml;tter und M&uuml;tter w&auml;hrend der letzten Phase der politischen Gewalt im Land eingenommen hatten.<\/p><p><strong>Und wie ist die aktuelle Situation?<\/strong><\/p><p>Heute, ein Jahr nach dem Amtsantritt von Milei, sehen wir, dass sein Wirtschaftsplan tats&auml;chlich den Anstieg der Inflation gebremst hat: von 25 Prozent monatlich im Dezember 2023 fiel die Inflationsrate auf 2,7 Prozent im Dezember 2024 und stagniert seit einigen Monaten auf diesem Niveau. Dies geschah auf Kosten eines brutalen wirtschaftlichen Sparprogramms, begleitet von drastischen K&uuml;rzungen bei den &ouml;ffentlichen Ausgaben, insbesondere im Bereich sozialer Dienstleistungen. Dies erkl&auml;rt den Anstieg von Armut, Arbeitslosigkeit und prek&auml;rer Besch&auml;ftigung. Tats&auml;chlich fand in nur einem Jahr eine obsz&ouml;ne Umverteilung von Einkommen aus Arbeit zu Kapital statt.<\/p><p>Und trotzdem verf&uuml;gt Milei bei einem harten Kern, der nicht unter die 40 Prozent sinkt, &uuml;ber ein positives Image, auch wenn dieses seit seiner Amts&uuml;bernahme um 15 bis 20 Prozentpunkte gesunken ist. Das geschah besonders in zwei Momenten: als er gegen das Gesetz &uuml;ber die Rentenerh&ouml;hung und gegen das Universit&auml;tsfinanzierungsgesetz ein Veto einlegte.<\/p><p>Jenseits dieser Schwankungen bei einem stark hinterfragbaren Indikator wie dem &bdquo;positiven Image&rdquo; glaube ich einerseits, dass es eine gro&szlig;e Ern&uuml;chterung bez&uuml;glich der Regierung von Milei gibt. Es gibt Leute, die ihn gew&auml;hlt haben, in dem Glauben, dass er ihre Lebensqualit&auml;t verbessern w&uuml;rde. Sie hatten den legitimen Wunsch, nicht l&auml;nger unter ihrer Arbeit, am Esstisch jeden Tag oder wegen der Zukunft ihrer Kinder leiden zu m&uuml;ssen. Und diese Erwartung hat sich nicht erf&uuml;llt. Es ist schwer nachzuvollziehen, was in diesen sozialen Gruppen vor sich geht. Wir glauben, dass diese Entt&auml;uschung wieder einmal die Unzufriedenheit mit der Politik verst&auml;rkt.<\/p><p>Andererseits gibt es diejenigen unter uns, die die Auffassung vertreten, dass er nie eine politische oder wirtschaftliche Option war. Und letztlich bewahrt sich Milei durchaus einen sehr harten Kern von Anh&auml;ngerinnen und Anh&auml;ngern sowie militanten Unterst&uuml;tzerinnen und Unterst&uuml;tzern, die er selbst aufgebaut und um sich geschart hat. Denn er hatte, als er im Dezember 2023 sein Amt antrat, keine bedeutende aktive politische Basis. Dieser harte Kern ist es, der seine Legitimit&auml;t mit den heftigsten, gewaltsamsten Diskursen der La Libertad Avanza (Die Freiheit schreitet voran, LLA) politisch gest&auml;rkt hat.<\/p><p>Im Jahr 2025 finden die Kongresswahlen statt, ein sicherlich instabiles institutionelles Terrain f&uuml;r die LLA, da sie Mehrheiten mit anderen Parteien und Kr&auml;ften aushandeln muss. An der M&ouml;glichkeit, den Kongress zu gewinnen, werden in diesem Jahr seine Reden und die unmittelbarsten Entscheidungen seines Wirtschaftsplans gemessen.<\/p><p><strong>Sehr interessant erscheint mir, was Du zur Notwendigkeit sagst, eine Alternative zur Idee des kleineren &Uuml;bels zu verteidigen, eine Idee, die die Delegitimierung der Politik immer weiter versch&auml;rft hat.<\/strong><\/p><p>Das mit dem kleineren &Uuml;bel war das Motto, unter dem wir als Teil der Graswurzelbewegungen f&uuml;r die Wahl des peronistischen Kandidaten Sergio Massa gek&auml;mpft haben, mit allem, was das f&uuml;r uns bedeutete. Es war uns schon einmal passiert: 2015, als Mauricio Macri gewann, war es sehr schwer, den Peronismus bei der Wahl zu verteidigen, weil Daniel Scioli ein sehr finsterer Politiker war (heute ist er in der Regierung von Milei, verantwortlich f&uuml;r das Ministerium f&uuml;r Tourismus, Umwelt und Sport). Die vorherrschende Position innerhalb der Graswurzelbewegungen war damals ein gewisses Unbehagen, das als Schweigen wahrgenommen wurde.<\/p><p>Diesmal, weil wir ein wenig aus dieser Erfahrung gelernt hatten, gingen wir auf die Stra&szlig;en, um die Kampagne von Sergio Massa und dem peronistischen Lager zu unterst&uuml;tzen. Es war hart, weil du auf deine Mitstreiter aus den Stadtvierteln, aus den Slums getroffen bist, die mit ihren wirklich gewaltigen Problemen mit der Inflation konfrontiert waren. Und es stellte einen enormen Widerspruch dar, Argumente f&uuml;r die Wahl des Wirtschaftsministers zu finden, der direkt f&uuml;r diese Situation verantwortlich war &ndash; die nicht etwa nur eine Bedrohung oder ein Risiko war, sondern eine gegenw&auml;rtige und erlebte Realit&auml;t im Hier und Jetzt.<\/p><p>Wie sollten wir mit unseren Mitstreiterinnen und Mitstreitern sprechen und die verschiedenen Optionen problematisieren? &bdquo;W&auml;hlt Massa, weil er das kleinere &Uuml;bel ist?&rdquo;, w&auml;hrend diese Familien eine wirklich schlimme Zeit durchmachten, na ja, das brachte tausend Probleme mit sich. Also viel reden, wirklich viel, diese &Auml;ngste und &Uuml;bel benennen, sie auffangen, unsere Widerstandskraft und unsere Versprechen in Erinnerung rufen. Und trotzdem war der Anteil der Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus unseren eigenen Netzwerken, die f&uuml;r Milei gestimmt haben, nicht unerheblich. Deshalb sage ich, dass wir zu sp&auml;t gekommen sind, nicht rechtzeitig genug.<\/p><p><strong>Was sind die wichtigsten Konfliktlinien, die Milei aufgeworfen hat?<\/strong><\/p><p>Im Januar und im Mai 2024 fanden zwei Generalstreiks der Gewerkschaften statt, die in den wichtigsten Arbeiterzentralen des Landes organisiert sind. Diese fanden im Kontext der Versuche statt, das sogenannte Ley Bases (Grundlagengesetz) zu verabschieden, das letztlich zu r&uuml;ckschrittlichen Reformen im Bereich Arbeit und Besch&auml;ftigung f&uuml;hrte.<\/p><p>Auch der Konflikt an den Universit&auml;ten stellte eine starke, anhaltende und sektor&uuml;bergreifende Konfliktlinie dar. Er begann als Lohnkonflikt und eskalierte, indem er sich auf weitere Forderungen ausweitete. Es kam zu Universit&auml;tsbesetzungen, zwei Massendemonstrationen sowie zu einem hohen Ma&szlig; an Politisierung seitens jener, die selbst zu den Hochschulgemeinschaften geh&ouml;ren oder mit ihnen verbunden sind.<\/p><p>Auch die Konfrontation mit dem Feminismus und der LGBTQI+-Bewegung hielt unvermindert an. Der Streik am 8. M&auml;rz war gepr&auml;gt von einer erheblichen ideologischen Konfrontation &ndash; und das keineswegs einer unbedeutenden &ndash; mit jenem Teil der Regierungskoalition, der konservative, religi&ouml;se und milit&auml;rische Tendenzen vertritt.<\/p><p>Ich betone, der Kampf ist nicht nur ein diskursiver. Programme auf nationaler Ebene zur Begleitung von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt &ndash; darunter auch Gewalt gegen diverse Personen &ndash;, zum Zugang zu Behandlungen und Medikamenten bei sexuell &uuml;bertragbaren Krankheiten oder zur Begleitung bei freiwilligen Schwangerschaftsabbr&uuml;chen, deren Legalit&auml;t gesetzlich verankert ist, wurden gestrichen oder finanziell ausgetrocknet. Auch die Zahl der Femizide ist gleich geblieben oder sogar gestiegen[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>].<\/p><p><strong>Glaubst Du, dass dieser ideologische Kampf auch von unten gef&uuml;hrt wird?<\/strong><\/p><p>Die Basis der W&auml;hler und Anh&auml;nger der LLA besteht aus jungen M&auml;nnern. Es handelt sich in der Regel um prekarisierte Arbeiter, etwa vom Typ Glovo-Mitarbeiter.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Jugendliche, die die Pandemie erlebt haben, mit all dem, was das f&uuml;r ihre soziale und politische Erfahrung bedeutete. Sie eigneten sich eine liberale Haltung gegen&uuml;ber einem Staat an, vor dem man stets bef&uuml;rchtete, dass er &uuml;bergriffig wird oder dazu neigt, individuelle Rechte zu bedrohen. Genau das wurde als Kampfbegriff genutzt, um die Idee von Freiheit tief in ihnen zu verankern, als etwas radikal Individuelles, das gegen den Staat verteidigt werden muss und eng mit der F&auml;higkeit verkn&uuml;pft ist, erfolgreich zu sein.<\/p><p>Heute spricht die Rechte von Freiheit, w&auml;hrend wir, die Linke oder die Graswurzelbewegungen, zumindest in Argentinien, schon seit Langem nicht mehr &uuml;ber Freiheit sprechen. Wir geben ihr keinen ideologischen Gehalt, arbeiten ihre Bedeutung nicht aus und haben sie auch nicht wiederbelebt oder mit unseren Organisations- und Kampfpraktiken verbunden. Z&ouml;gerlich haben wir uns lediglich durchgerungen zu sagen, es gebe eine andere Freiheit. Etwas &Auml;hnliches geschieht mit der Idee der sozialen Gerechtigkeit. Wir haben sie im Recht, im Gesetz, in den Ministerien verankert. Doch in unserem Alltag, in den allt&auml;glichen Praktiken und Bedeutungen, ist sie abwesend. Und das ist uns teuer zu stehen gekommen.<\/p><p>Welche Vorstellung von Freiheit l&auml;sst sich retten, die emanzipatorisch ist und sich nicht auf den Alt&auml;ren des gef&uuml;hllosen und gleichg&uuml;ltigen Individualismus der Rechten opfert? Einen Freiheitsbegriff zu retten, der zu tun hat mit dem Gemeinsinn, dem Kollektiven, erfordert von uns, Organisationen, Projekte und politische Subjektivit&auml;ten aufzubauen, die uns tagt&auml;glich best&auml;tigen, dass ich nicht frei sein kann, wenn du nicht zugleich auch frei sein kannst; dass die Freiheit nichts Absolutes ist und dass deren Existenz ein lebendiger Prozess der Befreiung ist und nicht etwas, was jemand einem anderen gibt.<\/p><p><strong>Und was macht Ihr gerade angesichts dieser Gesamtsituation, Ihr als B&uuml;ndnis des &bdquo;Treffens der Organisationen&rdquo;?<\/strong><\/p><p>Das Treffen der Organisationen (Encuentro de Organizaciones) ist eine territoriale, nicht parteigebundene Basisorganisation. Wir arbeiten mit einer stark st&auml;dtischen Basis der Stadt C&oacute;rdoba, die in einer der reichsten Provinzen Argentiniens liegt und wo Milei im Verh&auml;ltnis zur Einwohnerzahl die meisten Stimmen errungen hat. Das ist kein einfaches Umfeld. Ungeachtet dessen befinden sich die Provinz- und Stadtverwaltung in der Hand peronistischer Regierungen. Das er&ouml;ffnet einen kleinen Spielraum f&uuml;r das, was m&ouml;glich ist, aber auch nicht sehr viel. <\/p><p>An organisierten Mitgliedern z&auml;hlen wir etwa 1.500 Personen. Wenn man jedoch deren Familien und Nachbarschaften mit einbezieht, verf&uuml;gen wir &uuml;ber ein gro&szlig;es Netzwerk. Ende 2023 betrieben wir 35 Suppenk&uuml;chen in den Stadtvierteln von C&oacute;rdoba, dazu Arbeitszentren, Baukooperativen, Textilkooperativen, kulturelle Projekte sowie Strukturen zur Vermarktung von Lebensmitteln aus &ouml;kologischem Anbau.<\/p><p><strong>Und wie kombiniert Ihr diese produktive Arbeit mit der politischen Organisierung?<\/strong><\/p><p>Einer unserer Leits&auml;tze ist: Arbeiten ohne Boss. Es ist ein ganzer Prozess und ein Lernweg f&uuml;r viele, sich in der Arbeit mit anderen zu organisieren. Doch auch das steckt jetzt in der Krise. Zum Beispiel: Unser Hauptabnehmer f&uuml;r die Produktion in den Textilwerkst&auml;tten war &uuml;ber lange Zeit die staatliche Provinzverwaltung. Sie kaufte Rucks&auml;cke und Schulmaterialien, die die Mitstreiterinnen herstellten, ebenso Kits f&uuml;r Schwangere, die die Regierung anschlie&szlig;end an Familien verteilte. Heute zieht sich dieser Staat als K&auml;ufer zur&uuml;ck.<\/p><p>Ein weiteres Beispiel: Unsere Baukooperativen sind eine Folge des Kampfes um die Verbesserung des &ouml;ffentlichen Raums in unseren Stadtvierteln, was auch die Sanierung &ouml;ffentlicher Schulen einschlie&szlig;t. Das Ganze gewann an Umfang, als es &ouml;ffentliche Auftragsmittel erhielt. Und jetzt wurde das abrupt abgebrochen.<\/p><p>Da es in diesem Jahr zu einem tiefen Einschnitt durch die Streichung dieser St&uuml;tze f&uuml;r die Arbeiterinnen und Arbeiter der popul&auml;ren &Ouml;konomie[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] der unteren Schichten kam, werden wir gezwungen, die Praxis und die Leits&auml;tze der Arbeitsorganisation in basisnahen Strukturen neu zu &uuml;berdenken. Auch wenn wir weiterhin daran festhalten, dass die vom Staat verwalteten Mittel &ouml;ffentliches Gut sind und der Kampf um ihre Umverteilung ebenso Teil unseres politischen Kampfes ist. Genauso wie die Auseinandersetzung um Staatsformen oder die politische Organisation, die wir uns geben.<\/p><p>Und auch die aktuelle Lage erlegt uns Dringlichkeiten auf. So mussten wir beschlie&szlig;en, Mitstreiter, vor allem aus den Baukooperativen, in die Suppenk&uuml;chen zu verlegen, weil das Hauptproblem in unseren Vierteln derzeit der Hunger ist. Man muss essen.<\/p><p><strong>Und flie&szlig;t noch staatliches Geld rein?<\/strong><\/p><p>Das ist stark zur&uuml;ckgegangen, aber die Mitstreiterinnen und Mitstreiter erreichen dennoch einiges. Man muss laufen, laufen, laufen. Es entwickelt sich ein Gesp&uuml;r daf&uuml;r, so wie ein Muskel, den die Mitstreiterinnen ja schon hatten. So haben wir angefangen &ndash; mit null Abh&auml;ngigkeit von den &ouml;ffentlichen Mitteln des Staates. Heute ist dieses Gesp&uuml;r wieder aktiv geworden, es ist nicht verloren gegangen. Die Mitstreiterinnen aus jedem Viertel organisieren zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohnern der umliegenden Viertel Sammlungen in einigen Kirchen, die etwas offener sind. Das l&auml;uft vor allem &uuml;ber Spenden, einige wenige davon werden bei Unternehmen erbeten.<\/p><p>Das ist ebenfalls Teil einer Vorstellung von Einkommensumverteilung, allerdings in deutlich kleinerem Ma&szlig;stab und mit wesentlich geringerer Wirkung. Denn wenn man nicht nur kochen muss, sondern auch noch rausgehen, um &uuml;berhaupt etwas zum Kochen zu besorgen, oder sich &uuml;berlegen muss, welche Zaubereien man mit einem Kilo Reis oder einem Kilo Mehl vollbringen kann, dann f&uuml;hrt das auch dazu, dass die Mitstreiterinnen durch diese t&auml;gliche Arbeit zur Aufrechterhaltung des kollektiven Lebens, nicht nur des famili&auml;ren, sondern auch des gemeinschaftlichen, stark &uuml;berlastet werden. Noch einmal betone ich: Wir erleben einen realen Transfer des Einkommens der Arbeiter und noch mehr der Arbeiterinnen hin zu den kapitalistischen Klassen.<\/p><p>Ich will darauf hinweisen, dass diese Momente der Krise und der Neuordnung sozialer und arbeitsbezogener Beziehungen auf subjektiver Ebene f&uuml;r uns ein bedeutendes Erfahrungsfeld sind. Heute sind es die Mitstreiterinnen &ndash; also Frauen &ndash;, die beim Treffen der Organisationen die zentralen Bezugspersonen sind. Diejenigen, die heute im Namen des Kollektivs auf einer Konferenz sprechen k&ouml;nnen, die an die Universit&auml;ten gehen, um weitere Netzwerke zu kn&uuml;pfen, das sind Frauen. Und es sind auch diejenigen, die kochen und die eine deutlich h&ouml;here Arbeitsbelastung tragen.<\/p><p><strong>Zum Abschluss wollte ich Dich bitten, mir noch ein bisschen mehr &uuml;ber das Netzwerk Democracia Comunal (Kommunale Demokratie)[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] zu erz&auml;hlen.<\/strong><\/p><p>&Uuml;ber das Netzwerk, bei den internationalen Treffen, leisten wir Bildungsarbeit, erstellen gemeinsame Analysen und teilen Erfahrungen und Wissen aus jeder Organisation und aus jedem Gebiet.<\/p><p>In unserem Fall hilft es uns sehr dabei, uns mit der Frage auseinanderzusetzen, was es bedeutet, uns selbst zu regieren. Wir k&ouml;nnen die Versorgung mit Lebensmitteln sichern, wir k&ouml;nnen &ouml;ffentliche Politiken umsetzen, aber danach muss eine andere Politik gestaltet werden. Das war gewisserma&szlig;en die Kritik, mit der ich dieses Gespr&auml;ch begonnen habe. Womit konfrontieren wir die Antipolitik von Milei? Welche Art von Freiheit wollen wir f&ouml;rdern, und worin soll sie verankert sein?<\/p><p>Wenn wir das Versprechen eines k&uuml;nftigen und m&ouml;glichen Projekts wiederherstellen wollen, m&uuml;ssen wir auch den Sinn und Zweck von Politik wiederherstellen. Wir m&uuml;ssen von einer Politik sprechen, in der wirklich die Macht bei denen liegt, die in den Gebieten leben und sich dort t&auml;glich bewegen. Es ist eine Herausforderung, zu analysieren, in welchem Teil des Spektrums du dich befindest. Auf der Seite der Regierung im Namen des Volkes oder eher auf der Seite der Selbstverwaltung des Volkes. Nicht in die Tr&auml;gheit der Politik, die wir heute haben, zu verfallen, ist eine st&auml;ndige Herausforderung und erfordert kontinuierliche Wachsamkeit.<\/p><p>Zurzeit besch&auml;ftigen wir uns mit der Frage: Was w&uuml;rde passieren, wenn wir heute die staatlichen Institutionen inneh&auml;tten? Ich sage ja nicht, dass wir das sofort tun sollten. Es ist eher ein Gedankenexperiment. Wenn es so k&auml;me, wie schaffen wir es, die Verbindung zu den Menschen in den Stadtvierteln, D&ouml;rfern und Gemeinschaften nicht zu verlieren? Welchen Abstand zwischen dem, was wir tun, und dem, was wir predigen, sind wir bereit, hinzunehmen? Wie viel Gleichheit und wie viel Freiheit? Denn wenn wir es nicht tun, wird uns dasselbe widerfahren, was wir jetzt kritisieren.<\/p><p>Also gehen wir mit dem Netzwerk der Kommunalen Demokratie in diese Diskussion, die in anderen politischen R&auml;umen, in denen wir aktiv sind, nicht gef&uuml;hrt wird, etwa im Rahmen der Union der Arbeiterinnen und Arbeiter der Popularen &Ouml;konomie (Uni&oacute;n de Trabajadores y Trabajadoras de la Econom&iacute;a Popular, Utep), einem st&auml;rker gewerkschaftlich orientierten Instrument zur Vertretung sozialer Forderungen, oder im Rahmen des Hauses der Gemeinschaft (Casa Comunidad), einer Plattform f&uuml;r feministische Vernetzung und Selbstverteidigung.<\/p><p>M&ouml;glicherweise haben andere Mitstreiter eine andere Lesart. Selbstverst&auml;ndlich leistet das Netzwerk auch im Bereich der internationalen Solidarit&auml;t einen wichtigen Beitrag. Eine Herausforderung wird jedoch darin bestehen, Konsense zu schaffen und gleichzeitig in der Vielfalt und Pluralit&auml;t der Erfahrungen und politischen Entwicklungen zu wachsen. Wir befinden uns auf diesem Weg.<\/p><p>&Uuml;bersetzung: Camilla Seidelbach, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/276016\/basisbewegung-argentinien-milei\">Amerika21<\/a>.<\/p><p><small>Titelbild: Candela de la Vega &ndash; Quelle: <a href=\"https:\/\/vientosur.info\/entrevista-a-candela-de-la-vega-en-la-izquierda-hace-mucho-que-no-hablamos-de-libertad-ni-le-damos-cuerpo\/\">Viento Sur<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92786\">Wie blickt die lateinamerikanische Linke auf den Krieg in der Ukraine?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=67793\">Pepe Mujica &ndash; Der politische Abschied der linken Kultfigur Lateinamerikas<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127004\">Stimmen aus Lateinamerika: Die anstehende &bdquo;kulturelle Schlacht&rdquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=136493\">Vereinte Nationen warnen vor wachsender staatlicher Repression in Argentinien<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/3d6f803c5c2d4f2ab1c36df7a2d30ee4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Auf Spanisch: mujeres y disidencias. Laut dem LNPA-Lexikon schlie&szlig;t dieser Begriff &bdquo;Identit&auml;ten ein, die nicht in der heteronormativen bin&auml;ren Ordnung von Mann und Frau verortet sind, wie zum Beispiel transgender, intersex, nicht-bin&auml;re oder queere Menschen. Die Benennung von Frauen und Dissidenten erm&ouml;glicht die Einbeziehung aller Identit&auml;ten, die aufgrund ihrer Abweichung vom patriarchalen heteronormativen System st&auml;rker von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.&rdquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Glovo ist eine spanische Online-Lieferplattform, die auch in Argentinien t&auml;tig ist und mit Diensten wie Lieferando oder Uber Eats in Deutschland vergleichbar ist.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Die &bdquo;econom&iacute;a popular&ldquo;, oft als &bdquo;popul&auml;re &Ouml;konomie&ldquo; &uuml;bersetzt, bezeichnet wirtschaftliche Aktivit&auml;ten, die von kleinma&szlig;st&auml;blichen Produktionseinheiten wie Einzelpersonen, Familien oder Kleinstunternehmen meist im informellen Sektor und im Prekariat ausge&uuml;bt werden.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Das Netzwerk der Kommunalen Demokratie ist eine Vernetzung sozialer und politischer R&auml;ume aus Kurdistan, Argentinien, Brasilien, Venezuela, Italien, Chile, Euskal Herria [Baskenland] und den Pa&iuml;sos Catalans [Katalonien, Anm. d. Red.]. Es begann mit einem Kongress in Euskal Herria im Jahr 2021; sp&auml;ter folgten weitere Treffen in Argentinien und Katalonien. Die Schwerpunkte der Debatten liegen auf Gemeinschaft, Volksmacht, Selbstverwaltung, Selbstregierung, gegenseitiger Hilfe, sozialer &Ouml;kologie und direkter Demokratie.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Candela de la Vega ist Mitglied des B&uuml;ndnisses &bdquo;Treffen der Organisationen von C&oacute;rdoba&rdquo; (Encuentro de Organizaciones de C&oacute;rdoba) und Mitglied des Recherchekollektivs <em>El Llano en Llamas<\/em> (Der Llano in Flammen). Ein Interview &uuml;ber die Perspektiven der argentinischen Graswurzelbewegungen in Zeiten von Javier Milei. Von <strong>J&uacute;lia Mart&iacute; Comas<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":138892,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,200,30],"tags":[965,441,2536,365,327,3420,633,969],"class_list":["post-138891","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landerberichte","category-soziale-bewegungen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-argentinien","tag-freiheit","tag-graswurzelbewegungen","tag-inflation","tag-kommunen","tag-milei-javier","tag-politikerverdrossenheit","tag-selbstverwaltung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/candela-500x640-1.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=138891"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138891\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":138962,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/138891\/revisions\/138962"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/138892"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=138891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=138891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=138891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}