{"id":139019,"date":"2025-09-15T11:55:41","date_gmt":"2025-09-15T09:55:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139019"},"modified":"2025-09-15T16:03:59","modified_gmt":"2025-09-15T14:03:59","slug":"nepal-im-aufruhr-ein-land-kaempft-gegen-korruption","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139019","title":{"rendered":"Nepal im Aufruhr: Ein Land k\u00e4mpft gegen Korruption"},"content":{"rendered":"<p>Die j&uuml;ngsten Proteste in Kathmandu zeigen die tiefe Frustration der nepalesischen Jugend &uuml;ber Korruption und Misswirtschaft. Im Interview mit <strong>Ulrich Heyden<\/strong> berichtet der nepalesische Politker <strong>Yubaraj Chaulagain<\/strong> von den dramatischen Ereignissen, die zur Regierungskrise f&uuml;hrten. Gewalt, Br&auml;nde und 55 Tote pr&auml;gen die Lage. Doch die Forderung nach einer neuen Regierung und Neuwahlen gibt Hoffnung auf Wandel.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Lesen Sie zum Thema auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138865\">Der Aufstand der Generation Z in Nepal dreht sich um Arbeitspl&auml;tze, W&uuml;rde &ndash; und ein gescheitertes Entwicklungsmodell.<\/a><\/em><\/p><p><strong>K&ouml;nnen Sie beschreiben, was in den letzten f&uuml;nf Tagen in Nepal passierte? Was waren Ihre Gef&uuml;hle, was haben Sie gesehen? Waren Sie in Gefahr?<\/strong><\/p><p><strong>Yubaraj Chaulagain<\/strong>: Wir haben in Nepal seit dem September 2015 eine Verfassung. Also genau seit zehn Jahren. Wir haben mit dieser neuen Verfassung von Nepal gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Wir hatten zweimal Wahlen auf lokaler, Bezirks- und f&ouml;deraler Ebene. Es gab viele Tiefen und H&ouml;hen bei der Einf&uuml;hrung der neuen Verfassung. Es war das erste Mal in der Geschichte von Nepal, dass eine Verfassung von den Menschen selbst eingef&uuml;hrt wurde, das hei&szlig;t von der Verfassungsgebenden Versammlung. Es gab einige Praktiken, mit denen die Menschen unzufrieden waren. Das betraf insbesondere die Korruption. Vor allem die j&uuml;ngeren, aber auch andere Menschen reagierten auf die Korruption. Sie schrieben und sie redeten gegen diese Praktiken. <\/p><p>Vor einem Jahr bildete sich eine Koalition aus den zwei gr&ouml;&szlig;ten Parteien, Nepali Congress und der Kommunistischen Partei Vereinigte Marxisten-Leninisten (KP-UML). Sie versuchten, die Menschen davon zu &uuml;berzeugen, dass sie eine gute Regierung bilden werden, weil sie traditionell die gr&ouml;&szlig;ten Oppositionsparteien von Nepal waren. Aber nach der Bildung der Koalition wurden die Menschen w&uuml;tend. Es gab keine gute Regierungsf&uuml;hrung und keine Spur von Anti-Korruptions-Politik. <\/p><p>Eine kleine Gruppe aus der jungen Generation, insbesondere die Gruppe Gen-Z, rief daraufhin Anfang September zu einem Protestmarsch (am 8. September) auf. W&auml;hrend dieses Marsches zogen mehrere zehntausend Jugendliche durch die Stra&szlig;en von Kathmandu. Die Polizei setzte gegen die Demonstranten massiv Gewalt ein. 19 Jugendliche von der Gen-Z-Gruppe wurden an einem Ort (vor dem Parlament) innerhalb von vier Stunden get&ouml;tet. Das l&ouml;ste eine massenhafte Reaktion aus. Am 9. September begann ein gro&szlig;er Protest von w&uuml;tenden und frustrierten Menschen auf den Stra&szlig;en. Die Protestierenden zogen zu der zentralen Verwaltung von Nepal und zum Sitz des Ministerpr&auml;sidenten und verschiedenen Ministerien. <\/p><p>Alle wichtigen Archive der Regierung wurden geraubt. Das B&uuml;ro des Pr&auml;sidenten und des Ministerpr&auml;sidenten wurden in Brand gesteckt. Auch die Justizbeh&ouml;rde, der Oberste Gerichtshof und die Parlamentsgeb&auml;ude wurden verw&uuml;stet und in Brand gesteckt. Die H&auml;user und Residenzen der f&uuml;hrenden Personen wurden in Brand gesetzt und f&uuml;hrende Personen wurden verpr&uuml;gelt. Auch viele Gesch&auml;ftsh&auml;user wurden angesteckt. Polizisten und Sicherheitsleute wurden get&ouml;tet. Bisher gibt es 55 Tote. Ich glaube, diese Zahl wird sich noch erh&ouml;hen. In Gebieten, wo H&auml;user brannten, werden noch Leichen gefunden. <\/p><p>Am 9. September hat der Ministerpr&auml;sident von Nepal (K.P. Sharma Oli) seinen R&uuml;cktritt erkl&auml;rt. Der Innenminister (Ramesh Lekhak) war bereits am 8. September, dem ersten Tag der Gen-Z-Proteste, zur&uuml;ckgetreten. Am 9. September um 10 Uhr erkl&auml;rte die Armee, dass sie die Kontrolle f&uuml;r die &ouml;ffentliche Sicherheit &uuml;bernimmt. Die lebenswichtigen Dienste wie die Wasser- und die Krankenversorgung sowie B&auml;ckereien d&uuml;rfen Fahrzeuge benutzen. <\/p><p><strong>Die lebenswichtigen Dienste arbeiten normal?<\/strong><\/p><p>Nein, nicht normal. Der &ouml;ffentliche Nahverkehr ist noch nicht wieder zugelassen. Um aus dem Haus zu gehen, braucht man einen besonderen Grund. Die Gesch&auml;fte sind nur vormittags ge&ouml;ffnet. Wer mit dem Auto f&auml;hrt, kann von Soldaten angehalten und gefragt werden, wo man hinf&auml;hrt. Sie k&ouml;nnen Jemanden zur&uuml;ckschicken, wenn der Grund der Fahrt nicht berechtigt ist. Die Situation ist nicht normal. Die Menschen haben kein Recht, sich im &ouml;ffentlichen Raum zu versammeln. Mehr als f&uuml;nf Menschen d&uuml;rfen nicht zusammensitzen. So bleiben die Menschen zu Hause. Seit die Armee die Stra&szlig;en kontrolliert, gibt es keine Formen von gro&szlig;em Protest mehr auf den Stra&szlig;en. <\/p><p>Die F&uuml;hrer der Gen-Z-Bewegung befinden sich im Hauptquartier der Armee, um &uuml;ber die Bildung einer neuen Regierung zu sprechen. Aber es gibt unter ihnen keinen Konsens &uuml;ber die Ernennung eines neuen Ministerpr&auml;sidenten. Alle gro&szlig;en politischen Parteien &ndash; auch meine Partei, die Kommunistische Partei (Maoistisches Zentrum) &ndash; haben erkl&auml;rt, dass die Forderung der Gen-Z-Leute und ihre Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine neue Regierung akzeptiert werden. Von den Gen-Z-F&uuml;hrern hat niemand einen Anspruch auf den Posten des Ministerpr&auml;sidenten ge&auml;u&szlig;ert. <\/p><p>Wir sind der Meinung, die weitere Entwicklung muss im Rahmen der Verfassung stattfinden. Damit sind auch die F&uuml;hrer der Proteste einverstanden. Die Frage ist jetzt, was wird mit dem Parlament geschehen. Das Parlament wurde vor drei Jahren gew&auml;hlt. Das Unterhaus hat 275 Abgeordnete (davon werden 165 direkt und 110 &uuml;ber Parteilisten gew&auml;hlt). Au&szlig;erdem gibt es ein Oberhaus mit 69 Abgeordneten. Wir haben au&szlig;erdem Parlamente in sieben Provinzen und lokale Regierungen. Die Gen-Z-F&uuml;hrer fordern die sofortige Aufl&ouml;sung des Parlaments und Neuwahlen. Alle politischen Parteien &ndash; auch unsere Partei &ndash; sind bereit zu Neuwahlen, weil es einen gro&szlig;en Protest im ganzen Land gab. Aber es wird noch diskutiert, wie das existierende Parlament aufgel&ouml;st und eine neue Regierung gebildet wird. <\/p><p>Vor zehn Jahren haben wir die Monarchie abgeschafft. Es gibt aber politische Kr&auml;fte, welche die Monarchie wieder einf&uuml;hren wollen. Der letzte K&ouml;nig von Nepal (Gyanendra Bir Bikram Shah Dev)<strong> <\/strong>lebt noch. Er m&ouml;chte seine alte Stellung wieder haben. <\/p><p><strong>Ist es tats&auml;chlich m&ouml;glich, dass die Monarchie zur&uuml;ckkommt und die jetzige Verfassung abgeschafft wird?<\/strong><\/p><p>Meiner Meinung nach ist das nicht m&ouml;glich. Die Gen-Z-Protestbewegung fordert nicht die Wiedereinf&uuml;hrung der Monarchie. Sie fordern Ma&szlig;nahmen gegen die Korruption. Sie akzeptieren aber die geltende Verfassung. Wir haben bei der Einf&uuml;hrung der Verfassung Fehler gemacht. Wir m&uuml;ssen diese Fehler korrigieren und wir m&uuml;ssen die W&uuml;nsche der Menschen, insbesondere der J&uuml;ngeren, ber&uuml;cksichtigen. <\/p><p>Die jetzige Verfassung ist das erste Mal in der Geschichte Nepals von den Vertretern der Menschen &ndash; der Konstituierenden Versammlung &ndash; eingef&uuml;hrt worden. Es ist die siebte Verfassung von Nepal. Die ersten sechs Verfassungen wurden von den Herrschenden erlassen. <\/p><p><strong>Ist es m&ouml;glich, dass der B&uuml;rgermeister von Kathmandau, Balendra Shah, neuer Ministerpr&auml;sident wird?<\/strong><\/p><p>Inzwischen gibt es neue Nachrichten. Die Diskussionen &uuml;ber einen neuen Ministerpr&auml;sidenten wurden beendet. In einer Stunde wird ein neuer Ministerpr&auml;sident f&uuml;r die &Uuml;bergangsperiode ernannt. Die neue Ministerpr&auml;sidentin wird Sushila Karki sein. Sie war fr&uuml;her Leiterin der Justizorgane. Das Parlament soll in einer Stunde aufgel&ouml;st werden. Der Pr&auml;sident von Nepal (Ram Chandra Poudel) bleibt im Amt. Es gibt keine M&ouml;glichkeit, dass die gest&uuml;rzte Monarchie zur&uuml;ckkehrt. Aber es wird jetzt kein Parlament mehr geben. Ich denke, der Termin f&uuml;r Neuwahlen wird von der Wahlkommission bekanntgegeben. <em>(Anmerkung d. Red.: Der Termin wurde auf den 5. M&auml;rz 2026 festgesetzt.)<\/em><\/p><p><strong>Werden die Menschen, die auf den Stra&szlig;en protestiert haben, dieses Ergebnis akzeptieren?<\/strong><\/p><p>Sie werden es akzeptieren. Denn die F&uuml;hrer der Gen-Z-Bewegung haben Sushila Karki selbst als neue Ministerpr&auml;sidentin vorgeschlagen. Die jetzige Entscheidung wurde nicht vom Pr&auml;sidenten von Nepal (Ramchandra Paudel) bestimmt. Diese Entscheidung wurde in den letzten drei Tagen nach den gewaltsamen Protesten diskutiert. In diesen drei Tagen haben der Pr&auml;sident von Nepal und der Chef der Armee (Ashok Raj Sigdel) diese Fragen mit den Leitern der politischen Parteien und den F&uuml;hrern der Protestbewegung und den Verfassungsexperten diskutiert. Die jetzige Entscheidung bewegt sich allerdings etwas au&szlig;erhalb der Verfassung. <\/p><p><strong>Sind Sie den Menschen, die auf den Stra&szlig;en protestierten, pers&ouml;nlich begegnet? Wie denken diese Leute? Was waren die Gef&uuml;hle dieser Menschen? Wollen sie in Nepal oder eigentlich in anderen L&auml;ndern leben?<\/strong><\/p><p>Ja, ich hatte pers&ouml;nliche Kontakte mit vielen der Protestierenden, an verschiedenen Orten und in verschiedenen Gruppen der Gesellschaft. Ihre Hauptforderung ist die Beendigung der Korruption. Und ich denke, das ist eine richtige Forderung. Eine gute Regierungsf&uuml;hrung ist die dringendste Aufgabe. Wir alle, die politischen Parteien und staatlichen Organisationen, m&uuml;ssen diese Forderung umsetzen. Aber das ist sehr schwierig. Die Frage ist, wie soll man die F&uuml;hrer des Staates ausw&auml;hlen? Was die Umsetzung dieser Frage betrifft, haben die Aktivisten von der Stra&szlig;e keine konkrete Idee. Aber die Aktivisten sind nicht gegen die jetzige Verfassung von Nepal. Sie fordern keine neue Verfassung. Aber es gibt die M&ouml;glichkeiten, einige Regeln der Verfassung zu &auml;ndern. Meine Partei und ich fordern die Direktwahl des Ministerpr&auml;sidenten oder des Pr&auml;sidenten durch die Bev&ouml;lkerung von Nepal.<\/p><p>Es gibt auch die M&ouml;glichkeit, das Wahlsystem von Nepal zu &auml;ndern. Wir haben jetzt zwei Wahlsysteme, die Direktwahl eines Kandidaten und die Stimmabgabe f&uuml;r eine Partei. Wenn die Gesetzgeber nicht Minister, sondern einfache Abgeordnete sind, wird es weniger Korruption geben. Es wird eine Kommission geben, in der &uuml;ber &Auml;nderungen der Verfassung gesprochen wird. Das wird geschehen, sobald ein neues Parlament gew&auml;hlt wurde.<\/p><p><strong>In einigen Medien wurde auf die besondere geopolitische Lage von Nepal hingewiesen. Das Land liegt zwischen China und Indien. Einige Leute sagen, die Unruhen in Kathmandu sind die Folge davon, dass andere Staaten versuchen, die Lage in Nepal zu destabilisieren. Gibt es diese Beeinflussung von au&szlig;erhalb?<\/strong><\/p><p>Die Vorf&auml;lle in Nepal ereigneten sich unmittelbar, nachdem der Ministerpr&auml;sident von Nepal, K.P. Sharma Oli, aus China zur&uuml;ckkam. Dort hatte er an der Konferenz der Shanghai Cooperation Organization in Shanghai teilgenommen. Er traf sich dort mit Xi Jinping, Wladimir Putin und Ministerpr&auml;sident Modi. In Katmandu wird jetzt davon gesprochen, dass US-amerikanische Agenturen bei den Unruhen in Kathmandu ihre Finger mit im Spiel hatten. <\/p><p>Die Streitkr&auml;fte von Nepal und die Sicherheitskr&auml;fte agierten nicht besonders fair w&auml;hrend der Unruhen. Die Sicherheitskr&auml;fte setzten massiv Gewalt ein. Wir sind der Meinung, dass das ein Fehler war. Es gab keinen Grund, 19 Personen an einer Stelle &ndash; vor dem Parlament von Nepal &ndash; zu t&ouml;ten. <\/p><p><strong>Sie meinen, das war zu hart und nicht normal? Wollen Sie sagen, dass das eine Provokation war, um die Emotionen und die Konfrontation zu verst&auml;rken?<\/strong><\/p><p>Die Organisation, die zu den Protesten aufrief, Hami Nepali (<a href=\"https:\/\/haminepali.global\/about-us\/\">&bdquo;Unser Nepal&ldquo;<\/a>), ist jetzt f&uuml;hrend an den Gespr&auml;chen mit der Armeef&uuml;hrung von Nepal beteiligt. Hami Nepali bekam Spenden aus den USA. <em>(Zum Hintergrund von Hami Nepali <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jR321JqEoz4\">siehe hier<\/a>.)<\/em> Eine andere Sache ist, dass es zwischen der Armee von Nepal und der US Army gute Beziehungen gibt. <\/p><p>Es geht um geopolitische Fragen. Es gibt eine Rivalit&auml;t zwischen China und Indien und es gibt eine Rivalit&auml;t zwischen China und den USA. Nepal befindet sich geopolitisch in einer sensiblen Lage. Aufgrund der Rivalit&auml;t mit China haben die USA auch Interessen in Nepal. Insbesondere die USA und Indien haben jetzt Einfluss auf die L&ouml;sung der Krise in Nepal.<\/p><p>Aber wir denken, dass die Geopolitik ein sekund&auml;rer Faktor ist. Die Hauptsache ist, dass die Politik in Nepal von den zwei gr&ouml;&szlig;ten Parlamentsparteien festgelegt wird. Und diese Parteien machten Fehler. Es gab Korruption in den Institutionen der Regierung. Und die staatliche B&uuml;rokratie ist auf die Frustration der Menschen wegen der Korruption nicht eingegangen. <\/p><p><strong>Sind die elektronischen Medien jetzt wieder arbeitsf&auml;hig? Wer ver&ouml;ffentlicht jetzt Reportagen, News und Analysen &uuml;ber die Situation in Nepal?<\/strong><\/p><p>Die Medien machen jetzt ihre Arbeit. Es ist alles in Ordnung. Es gibt keine Zensur. Die Protestler <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uopdO3cr5aA\">verw&uuml;steten<\/a> das Geb&auml;ude des gr&ouml;&szlig;ten Medienunternehmens in Nepal, <a href=\"https:\/\/ekantipur.com\/\"><em>Kantipur Daily<\/em><\/a>. Das ist sehr schlimm. <em>Kantipur Daily<\/em> konnte zwei Tage nicht arbeiten. <\/p><p><strong>Und Facebook?<\/strong><\/p><p>Soziale Medien wurden abgeschaltet. Damit wurde &Ouml;l ins Feuer gesch&uuml;ttet. Aber jetzt k&ouml;nnen alle elektronischen Medien wieder normal arbeiten, so wie vor den Protesten.<\/p><p><strong>M&ouml;chten Sie eine Schlussbemerkung machen?<\/strong><\/p><p>Die Unruhen in Nepal haben den Politikern gezeigt, dass sie ihre Politik &auml;ndern und den W&uuml;nschen der Bev&ouml;lkerung Rechnung tragen m&uuml;ssen. Kein Politiker sollte lang im Amt sein. K&ouml;nnen Sie sich einen Parteif&uuml;hrer vorstellen, der 40 Jahre im Amt ist? Die Gen-Z-Bewegung will das nicht. Es ist eine Lektion f&uuml;r die ganze Welt. Wenn man von Demokratie spricht, kann man nicht machen, was man will. Man muss im Geist der Verfassung handeln. Ich glaube, Nepal wird wieder aufstehen. Es wird keine Gewalt mehr geben. Ich glaube, die Situation wird sich normalisieren. Und es wird keine Strafma&szlig;nahmen gegen politische Aktivit&auml;ten geben. <\/p><p><strong>Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!<\/strong><\/p><p><em><strong>Zur Person: <\/strong>Yubaraj Chaulagain ist Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei (Maoistisches Zentrum) in Nepal.<\/em><\/p><p><strong>Siehe auch:<\/strong> Zur Vorgeschichte siehe auch das <a href=\"https:\/\/ulrich-heyden.de\/article\/Interview_Nepal_Das_Land_wo_die_Kommunisten_erfolgreich_regieren\">Interview, welches Ulrich Heyden mit Yubaraj Chaulagain 2018 f&uuml;hrte<\/a>.<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/746985a15fc24f83b61d5a0347723e8a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die j&uuml;ngsten Proteste in Kathmandu zeigen die tiefe Frustration der nepalesischen Jugend &uuml;ber Korruption und Misswirtschaft. 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