{"id":13903,"date":"2012-07-19T09:01:37","date_gmt":"2012-07-19T07:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13903"},"modified":"2024-05-10T11:45:00","modified_gmt":"2024-05-10T09:45:00","slug":"wolfgang-niedecken-geld-beruhigt-aber-ich-verprasse-es-nie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13903","title":{"rendered":"Wolfgang Niedecken: \u201eGeld beruhigt, aber ich verprasse es nie\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ein &bdquo;<strong>offener Brief<\/strong>&ldquo; zu <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/boerse-maerkte\/anlagestrategie\/niedecken-im-interview-geld-beruhigt-aber-ich-verprasse-es-nie\/6869582.html\">Niedeckens Interview mit dem Handelsblatt am 14.Juli 2012<\/a><br>\nWer h&auml;tte das gedacht, dass der in die Jahre gekommene Rock&rsquo;n&rsquo;Roller Wolfgang Niedecken inzwischen in der Denkwelt der  &bdquo;schw&auml;bischen Hausfrau&ldquo; lebt? Anstatt &ndash; wie es Rockern nachgesagt wird &ndash; exzessive Partys zu feiern und es richtig krachen zu lassen, sinniert er nun in einer konservativen Wirtschaftszeitung &uuml;ber seinen sparsamen Umgang mit Geld, &uuml;ber faule Hippie-Modelle und &uuml;ber seine politischen Buddys.<br>\nBei dem, was Herr Niedecken in dem Handelsblatt-Interview so von sich gibt, d&uuml;rften sich die meisten seiner Fans verwundert die Augen reiben. Denn die meisten der BAP-Fans d&uuml;rften wohl kaum zur finanziell gut gestellten, wertkonservativen b&uuml;rgerlichen Mittel- und Oberschicht geh&ouml;ren. Von <strong>J&uuml;rgen Beck[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]<\/strong><br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>Hallo Wolfgang Niedecken, <\/p>\n<p>wenn man Ihr Interview liest, kann man fast den Eindruck gewinnen, dass wir in Deutschland auf einer Insel der Gl&uuml;ckseligen leben. <\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Weil wir &bdquo;Hurra&ldquo; schreien k&ouml;nnen, dass &bdquo;unser Existenzminimum&ldquo; h&ouml;her liegt als in Afrika.<\/li>\n<li>Weil Gerhard Schr&ouml;der die AGENDA 2010 &bdquo;gemacht&ldquo; hat und <\/li>\n<li>Weil es Ihrer Meinung nach Korruption nur im &bdquo;ausgebeuteten&ldquo; Afrika gibt und diese Ausbeutung den Chinesen &bdquo;vollkommen egal&ldquo; ist.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das alles mag f&uuml;r Ihre &bdquo;Lebenswirklichkeit&ldquo;, wo auf dem Konto &bdquo;auf einmal von Millionen die Rede&ldquo; ist, zutreffen, hat aber mit der Realit&auml;t von Millionen von Menschen, die unter dem Diktat der Agenda 2010 leben m&uuml;ssen, nichts mehr gemein. Diese Agenda, f&uuml;r die Schr&ouml;der bei Ihnen einen &bdquo;Bonuspunkt&ldquo; hat, hat diese Republik weitaus mehr ver&auml;ndert, als Sie sich das offenbar noch vorstellen k&ouml;nnen. Aber Sie geh&ouml;ren ja inzwischen zu denen, die &bdquo;verantwortlich investieren&ldquo; und die &bdquo;Geld beruhigt&ldquo;. F&uuml;r die, die unter den Verh&auml;ltnissen der Agenda leben m&uuml;ssen, sieht die Welt aber ganz anders aus. Und das haben Sie wohl vergessen oder aus Ihrer &bdquo;Lebenswirklichkeit&ldquo; verdr&auml;ngt.<\/p>\n<p>Richtig ist nat&uuml;rlich, dass unsere Kinder nicht mehr in &bdquo;Bergwerken&ldquo; schuften m&uuml;ssen. Um diese Ausbeutung zu bezwingen, mussten allerdings Arbeiter &uuml;ber ein Jahrhundert mit Blut, Schwei&szlig; und Tr&auml;nen k&auml;mpfen. Die Gewerkschaften haben daf&uuml;r gek&auml;mpft, dass Arbeiter Rechte erhalten und diese auch durchsetzen k&ouml;nnen, wenn profitgierige Unternehmer die Standards der Menschenrechte wieder abbauen wollten. Und die Partei der Arbeiter, der &bdquo;kleinen&ldquo; Leute waren die Sozialdemokraten. Die SPD war so etwas wie das soziale Gewissen der sozialen Marktwirtschaft. In dieser Tradition war Deutschland gemeinsam mit den b&uuml;rgerlichen Parteien lange Zeit ein verl&auml;sslicher Partner in Europa und der Welt mit einem ordentlichen Wohlstand und einem Sozialsystem, das sich sehen lassen konnte. Es gab eine Zeit in der viele eine Chance hatten, aufzusteigen und in der man von seiner eigenen H&auml;nde Arbeit ohne staatliche Zusch&uuml;sse leben konnte. Ich h&auml;tte mir niemals vorstellen k&ouml;nnen, das selbst noch die Jahre unter der Regentschaft von Helmuth Kohl zu den Besseren geh&ouml;rten im Vergleich zu dem, was durch eine rot-gr&uuml;ne Regierung unter Kanzler Schr&ouml;der an Sozialabbau betrieben wurde. Wie froh war ich als diese scheinheiligen b&uuml;rgerlichen Unionsparteien und die FDP mit ihren Schwarzgeldkonten und ihren unappetitlich, geschmacklosen L&uuml;gen von dem Hoffnungstr&auml;ger Gerhard Schr&ouml;der abgel&ouml;st wurde. Ja, ich habe ihn auch gew&auml;hlt. Aber was f&uuml;r eine Entt&auml;uschung musste ich erleben. Heute steht f&uuml;r mich fest, Kanzler Schr&ouml;der hat nicht nur der SPD geschadet wie noch kein Vorsitzender vorher, er hat vor allem auch das Land &ndash; dem Zeitgeist entsprechend &ndash; die neoliberalen Reformen aufgedr&uuml;ckt, die unter anderem mit der von Ihnen so hochgelobten AGENDA 2010 das Land in Arm und Reich spalteten.<\/p>\n<p>Und Sie glauben wirklich Gerhard Schr&ouml;der wurde f&uuml;r seine AGENDA 2010 &bdquo;abgestraft&ldquo;? Da w&uuml;nschte ich den vielen Menschen, die Gerhard Schr&ouml;der und seine rot-gr&uuml;ne Mannschaft in Armut und Existenzangst gedr&auml;ngt haben, gleichfalls eine so gut dotierte &bdquo;Bestrafung&ldquo;, wie sie sich der Ex-Bundeskanzler nach seinem Ausscheiden etwa mit seiner Rolle bei Gazprom eingehandelt hat.<\/p>\n<p>Nein nicht Schr&ouml;der wurde &bdquo;abgestraft&ldquo;. Abgestraft wurden Millionen von Menschen, die im Niedriglohnbereich arbeiten oder im modernen Sklavenhandel als Zeitarbeiter f&uuml;r viel weniger Lohn die gleiche Arbeit verrichten m&uuml;ssen. Ganz zu schweigen von den Aufstockern, die noch nicht mal von einem Full-Time Job leben k&ouml;nnen und die erniedrigenden Hartz IV-Schikanen &uuml;ber sich ergehen lassen m&uuml;ssen, um in unserem Land &uuml;berleben zu k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>Reden Sie doch mal wieder mit Menschen ab 50 oder jemand in Ihrem Alter, die in der Arbeitslosigkeit gelandet sind und die auf die Hilfe von Schr&ouml;ders Hartz-Konzept angewiesen sind. Sprechen Sie doch bitte mal mit Behinderten, Alten und Kranken, was es bedeutet in dem Sozialverwaltungsmoloch, der nur das Schlechte im Menschen sieht, notwendige Hilfen zu beantragen. Sprechen Sie mit Freiberuflern, die sich mit Sachbearbeitern, rumplagen m&uuml;ssen, weil ihre T&auml;tigkeit das Existenzminimum nicht einbringt.<\/p>\n<p>Sie &bdquo;verprassen&ldquo; Ihr Geld angeblich nicht. Aber was hei&szlig;t das schon, wenn man mit ach und Krach &bdquo;die Stellen (auf seinem Konto) bemerkt&ldquo; die vor dem Komma stehen und wenn auf einmal &bdquo;von Millionen die Rede&ldquo; ist und deshalb &bdquo;nur noch Angst&ldquo; aufkommt. Besinnen Sie sich doch wieder einmal auf die Zeit vor 30 Jahren zur&uuml;ck, und versuchen Sie sich zu erinnern, wie es ist, wenn man nicht wei&szlig;, wie man seine Miete bezahlen soll oder ob man noch Sprit im Auto hat. Gehen Sie mal wieder aus Ihrer &bdquo;gated&ldquo; Villa in K&ouml;ln Marienburg heraus, und besuchen Sie die Ghettos, in denen Agenda-Oper leben.<\/p>\n<p>Stellen Sie doch nur einen Augenblick vor, Sie m&uuml;ssten einen Antrag stellen, um neue Unterhosen kaufen zu k&ouml;nnen? Vielleicht ist der Sachbearbeiter ja so gn&auml;dig und gew&auml;hrt Ihnen einen Kredit? Der wird Ihnen aber vom Hartz IV-Satz monatlich in Raten abgezogen. Ist ja kein Problem, wenn man dann  ab dem 20. Des Monats keinen Cent mehr hat. Man kann ja zur &bdquo;Tafel&ldquo; gehen und mit seinen Kindern umsonst essen. Ja, sie haben Recht, auch dar&uuml;ber w&auml;re man in Afrika froh, Herr Niedecken, aber ist das ein Grund, die Lebenswirklichkeit bei uns hier zu vergessen?<\/p>\n<p>Wissen Sie eigentlich wie viele Kinder hier in Armut leben? Zahllose Kinder m&uuml;ssen zur Tafel gehen, weil sie das Mittagessen in der Schule nicht zahlen k&ouml;nnen. Alleinerziehende M&uuml;ttern wurde das Kindergeld, gestrichen. Elterngeld gibt es f&uuml;r Hartz Empf&auml;nger &uuml;berhaupt nicht.<br>\nWissen Sie dass es fast 8 Millionen gibt, die von Hartz abh&auml;ngig sind? All diese Menschen, jeder zehnte in Deutschland, wird in den Medien in vernichtender, unmenschlicher und erniedrigender Art und Weise als faul, alkoholkrank und dumm diffamiert. Die Agenda 2010 hat zu einer sozialen und gesellschaftlichen Ausgrenzung gef&uuml;hrt, die unsere Gesellschaft gespalten hat. Die Schichten werden gegeneinander aufgehetzt und die Gesellschaft hat sich entsolidarisiert. Die, die nichts haben hauen und stechen auf Die, die gar nichts haben. <\/p>\n<p>Das sind die bitteren &bdquo;Wahrheiten&ldquo;, die Ihr Buddy Gerhard Schr&ouml;der mit seinen gr&uuml;nen Freunden unter dem vergifteten Applaus aus Union und den Marktliberalen dem einfachen lohnabh&auml;ngigen Volk gebracht hat und die uns Merkel weiter verordnet. Dabei hat Gerhard Schr&ouml;ders Politik Sie und die reichen Eliten entlastet. Noch nie waren die Steuers&auml;tze so niedrig f&uuml;r selbst&auml;ndige Einkommen. Noch nie wurde Kapital so verschont. Die Kosten zur Finanzierung des Gemeinwohls wurden auf die Schultern der Lohnabh&auml;ngigen gelegt, w&auml;hrend die selbst&auml;ndigen Einkommen und Verm&ouml;gen entlastet wurden. Die Umverteilung von unten nach oben ist mit den H&auml;nden zu greifen. Sie haben davon auch profitiert!<\/p>\n<p>Gerhard Schr&ouml;der hat sich massiv daf&uuml;r eingesetzt das Banken und Finanzm&auml;rkte dereguliert werden. Hedgefonds und alle giftigen Papiere, die die Banken entwickelt haben, wurden unter Rot\/Gr&uuml;n in Deutschland zugelassen. Das f&uuml;hrte dazu dass uns die Finanzm&auml;rkte bis heute von einer Krise in die n&auml;chste Krise treiben. Die Kosten f&uuml;r diese Zockerei wurden sozialisiert und die Gewinne in obsz&ouml;ner H&ouml;he werden nach wie vor von den Managern und Shareholdern mitgenommen. <\/p>\n<p>Die Staaten wurden in Haftung genommen und die B&uuml;rger d&uuml;rfen bluten. Vor allen Dingen die sozial Schwachen. Das ist das Ergebnis der neoliberalen Politik, deren Politiker sie &bdquo;gerne&ldquo; haben, Herr Niedecken! Und daf&uuml;r bekommt Gerhard Schr&ouml;der von Ihnen &bdquo;einen gro&szlig;en Bonuspunkt&ldquo;. <\/p>\n<p>Wenn Sie unter der Knute der Agenda leben m&uuml;ssten, k&ouml;nnten nicht mal eben einen Caf&eacute; in der S&uuml;dstadt trinken, geschweige denn das Konzert vom &bdquo;Boss&ldquo; (Bruce Springsteen) im M&uuml;ngersdorfer Stadion besuchen oder eins von  der &bdquo;k&ouml;lschen Band BAP.&ldquo; &Uuml;brigens ist &bdquo;der Boss&ldquo; ganz anders drauf als Sie. Er solidarisiert sich mit den Arbeitern und den &Auml;rmsten in Amerika auf seiner neuesten CD &bdquo;Wrecking Ball&ldquo;. So radikal wie er &uuml;ber die Finanzjongleure in seinem Song &bdquo;Easy Money&ldquo; herzieht, das ist von so einer Wucht das man schon Angst bekommen k&ouml;nnte. Er siniert dar&uuml;ber nach (&bdquo;Jack of all Trades&ldquo;), wie es wohl w&auml;re eine Waffe zu besitzen und sie einzusetzen gegen die, die pausenlos &uuml;ber Leichen gehen, um ihren Wohlstand zu mehren. Springsteen hat nicht vergessen, wo er herkommt. <\/p>\n<p>Sie sind ohne Zweifel ein gro&szlig;artiger und vielseitiger K&uuml;nstler, der am Beginn seiner Karriere linke, &ouml;kologische und antirassistische Protestaktionen unterst&uuml;tzte und f&uuml;r sein politisches und gesellschaftliches Engagement mehrfach mit h&ouml;chsten politischen Auszeichnungen geehrt wurde. <\/p>\n<p>Es geht hier aber nicht um Lob oder Kritik Ihrer Leistungen als Musiker und bildender K&uuml;nstler, sondern um ein Interview, das Sie nun gerade dem Handelsblatt gegeben haben. Was Sie dort sagen, zeugt von einer durch Geld erm&ouml;glichten &bdquo;Beruhigtheit&ldquo; gegen&uuml;ber der Wirklichkeit des Jahres 2012 in Deutschland und von einer nur noch naiv zu nennenden Kritiklosigkeit. <\/p>\n<p>Sie wissen nicht mehr, was heute &bdquo;Links&ldquo; bedeutet, sagen Sie. Sie sind inzwischen ein Fan vom ehemaligen &bdquo;Genosse der Bosse&ldquo; Gerhard Schr&ouml;der, weil er  nach Ihrer Meinung auch &bdquo;mit bitteren Wahrheiten&ldquo; daherkam. Das imponiert Ihnen? Das scheint offenbar auch viele b&uuml;rgerliche Zeitgenossen zu beeindrucken, in deren Umgebung Sie sich offenbar bewegen. &bdquo;Das wird man ja wohl noch sagen d&uuml;rfen&ldquo; sagt man in diesen Kreisen und leistet der Rassenhetze &agrave; la Sarrazin Vorschub. <\/p>\n<p>Letzteres trifft nat&uuml;rlich nicht auf Sie zu. Sie haben sich immer vorbildlich gegen die braune Pest und die neuen Nazis eingesetzt. Ihr Engagement f&uuml;r Afrika verdient hohen Respekt.<br>\nAber offensichtlich ist Ihnen leider der Blick f&uuml;r die Zust&auml;nde in Ihrer Heimat verloren gegangen. Ihr Interview belegt, wie weit Ihre &bdquo;Lebenswirklichkeit&ldquo; von derjenigen der &bdquo;kleinen Leute&ldquo; entfernt ist, an die man &ndash; wie Sie immerhin einr&auml;umen &ndash; h&auml;tte &bdquo;mehr denken sollen&ldquo;. <\/p>\n<p>Sie selbst sind ja heute auch &bdquo;Chef&ldquo; und lassen von Freunden aus der Wirtschaft, die Ihnen &bdquo;Freundschaftsdienste&ldquo; leisten, helfen, um Ihr &bdquo;Unternehmen&ldquo; zu leiten. Auch Gerhard Schr&ouml;der hat solche M&auml;nnerfreundschaften genutzt. Er ist direkt bei Putin eingestiegen. Imponiert Ihnen das etwa auch? <\/p>\n<p>Seitdem die Schr&ouml;der-Netzwerker und der Seeheimer Kreis das Ruder &uuml;bernommen haben ist die Sozialdemokratie zu einer profillosen H&uuml;lle rechts der Mitte verkommen. Gerhard Schr&ouml;der ist der Taufpate der Linken. Politiker wie Gerhard Schr&ouml;der haben daf&uuml;r gesorgt dass die Politikverdrossenheit im Land stetig w&auml;chst. Diese Politikverdrossenheit, die durch korrupte Politiker, Scheckbuchdemokratie, Lobbyismus und Gef&auml;lligkeitsstudien immer weiter fortschreitet, ist einer der Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r den Erfolg der Piratenpartei, die Sie &bdquo;ganz furchtbar&ldquo; finden. F&uuml;r viele Menschen ist der Berufspolitiker jemand der sich in einem Selbstbedienungsladen seine Vorteile raus pikt, der Wasser predigt und selbst Wein trinkt. Darum gibt es Bewegungen wie die Piraten Partei und das sollte Ihnen zu denken geben. Sie aber fokussieren sich nur auf das geistige Eigentum, das Piraten angeblich f&uuml;r umsonst ausschlachten wollen. Und sie f&uuml;rchten um die Verkaufszahlen Ihrer Tontr&auml;ger. Aber auch da w&uuml;rde Ihr Vorurteil einer genaueren Betrachtung nicht Stand halten. <\/p>\n<p>Sicherlich haben Sie im Moment andere, sehr pers&ouml;nliche Probleme und ich w&uuml;nsche Ihnen eine gute Gesundheit. Aber vielleicht erinnern Sie sich gelegentlich doch noch einmal daran, wo Sie her kommen: die S&uuml;dstadt, das Stollwerk, Arsch Huh&hellip; Es gab da noch Solidarit&auml;t und Empathie zwischen den K&uuml;nstlern und vor allem auch mit den Menschen, die benachteiligt sind und an den Rand geschoben wurden. Es gab eine Aufbruchsstimmung, auch gegen Immobilien-Haie und gegen den k&ouml;lschen Kl&uuml;ngel.  <\/p>\n<p>Wo sind die kritischen und mitf&uuml;hlenden Stimmen der etablierten K&uuml;nstler heute? Wo die kritischen Texte? Auch von Ihnen?<\/p>\n<p>Gerade Sie k&ouml;nnten etwas bewegen. Ich frage Sie als Vater vierer Kinder, in welcher Gesellschaft sollen Ihre Kinder in Zukunft leben? <\/p>\n<p>Ich w&uuml;nschte Ihnen mehr Bruce Springsteen und weniger Gerhard Schr&ouml;der. <\/p>\n<p>In diesem Sinne <\/p>\n<p>gute Besserung und alles Gute f&uuml;r Sie und Ihre Familie <\/p>\n<p>J&uuml;rgen Beck<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] J&uuml;rgen Beck, alias &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/kaiserbubu\">Kaiserbubu<\/a>&ldquo; ist &bdquo;Rollstuhlgitarrist&ldquo; (&bdquo;Hartwort-Wortart&ldquo;) und fr&uuml;herer Impresario zahlreicher musikalischer Events und Musikproduzent. Er komponiert und spielte in vielen Bands u.a. bei Purple Schulz. <a href=\"http:\/\/www.derkongressbloggt.de\/152.html\">Er ist seit 2006 &ndash; nach einem Sportunfall &ndash; behindert und auf einen Rollstuhl angewiesen und muss heute von der K&uuml;nstlersozialkasse leben<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein &bdquo;<strong>offener Brief<\/strong>&ldquo; zu <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/boerse-maerkte\/anlagestrategie\/niedecken-im-interview-geld-beruhigt-aber-ich-verprasse-es-nie\/6869582.html\">Niedeckens Interview mit dem Handelsblatt am 14.Juli 2012<\/a><br \/> Wer h&auml;tte das gedacht, dass der in die Jahre gekommene Rock&rsquo;n&rsquo;Roller Wolfgang Niedecken inzwischen in der Denkwelt der &bdquo;schw&auml;bischen Hausfrau&ldquo; lebt? Anstatt &ndash; wie es Rockern nachgesagt wird &ndash; exzessive Partys zu feiern und es richtig krachen zu lassen, sinniert er nun<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13903\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,188,132,161],"tags":[3469,312,411],"class_list":["post-13903","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-bundesregierung","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wertedebatte","tag-niedecken-wolfgang","tag-reformpolitik","tag-schroeder-gerhard"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13903","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13903"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13903\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13907,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13903\/revisions\/13907"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13903"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13903"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13903"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}