{"id":13926,"date":"2012-07-20T14:53:55","date_gmt":"2012-07-20T12:53:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13926"},"modified":"2015-03-09T11:58:12","modified_gmt":"2015-03-09T10:58:12","slug":"der-diw-vorschlag-fur-eine-zwangsanleihe-oder-eine-vermogensabgabe-lenkt-von-wichtigem-ab-es-gibt-bessere-steuerliche-masnahmen-zur-starkung-der-staatlichen-einnahmen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13926","title":{"rendered":"Der DIW-Vorschlag f\u00fcr \u201eeine Zwangsanleihe oder eine Verm\u00f6gensabgabe\u201c lenkt von Wichtigem ab. Es gibt bessere steuerliche Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der staatlichen Einnahmen."},"content":{"rendered":"<p>Die Ziele des Autors Bach, dessen Studie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13839\">in den NachDenkSeiten vorgestellt wurde<\/a>, teile ich: die Verm&ouml;gens- und die Einkommensverteilung in Deutschland ist ausgesprochen ungerecht; sie bedarf der Korrektur. Auch das Ziel, die Einnahmen des Staates zu st&auml;rken, teile ich. Aber was der Autor der Studie vorschlagen will, sagt er uns nicht hinreichend konkret. Damit bleibt im Nebel, wie er wichtige Probleme wie den Zugriff auf Spekulationsverm&ouml;gen und Steuerfluchtgelder l&ouml;sen will. Au&szlig;erdem treten durch die Konzentration auf &bdquo;eine Zwangsanleihe oder eine Verm&ouml;gensabgabe&ldquo; als Mittel zum Staatsschuldenabbau andere, naheliegendere und vermutlich auch leichter umsetzbare steuerpolitische Ma&szlig;nahmen in den Hintergrund. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Der Autor der Studie sagt nicht hinreichend konkret, was er will<\/strong><\/p><p>Mehrmals werden in der DIW Studie die Begriffe Zwangsanleihe und Verm&ouml;gensabgabe kombiniert. Manchmal mit einem &bdquo;und&ldquo; verbunden, manchmal mit einem &bdquo;oder&ldquo;. Was der Autor wirklich will, welches von Beidem oder welche Kombination, oder etwas anderes, das w&uuml;rde man doch gerne wissen. Andernfalls kann man den Vorschlag nicht beurteilen. <\/p><p>Wie soll man zum Beispiel die Aussage, mithilfe einer Zwangsanleihe oder einer Abgabe w&uuml;rden 230 Milliarden &euro; zur Schuldentilgung mobilisiert, beurteilen? Wenn eine so beachtliche Zahl als potentielle Einnahme des Staates genannt wird, dann w&uuml;rde man ja schon gerne wissen, mit welchem Instrument &ndash; einer Zwangsanleihe oder einer Verm&ouml;gensabgabe, oder mit beidem &ndash; ein solch gro&szlig;er Betrag mobilisiert werden soll. Und in welchem Zeitraum? Durch eine einmalige Abgabe? Auf einen Schlag 280 Milliarden &euro; ? In einem solchen Fall w&auml;ren die &ouml;konomischen Wirkungen anders zu diskutieren als bei einer Zwangsanleihe mit niedrigeren als markt&uuml;blichen Zinsen, die auf l&auml;ngere Zeit angelegt ist.<\/p><p>Der Autor verwirrt die Leser &uuml;brigens in diesem zweimal eingesetzten Textteil auch noch durch etwas anderes: Er nennt als &bdquo;Bemessungsgrundlage&ldquo; das Bruttoinlandsprodukt. Dass das Bruttoinlandsprodukt die Bemessungsgrundlage einer Verm&ouml;gensabgabe sein soll, ist seltsam. Bemessungsgrundlage d&uuml;rfte nach &uuml;blicher Vorstellung das Verm&ouml;gen der Steuerpflichtigen sein. <\/p><p><strong>Wenn die &bdquo;Verm&ouml;gensabgabe oder\/und die Zwangsanleihe&ldquo; nach Vorschlag des DIW realisiert w&uuml;rde, dann w&auml;re es wichtig, auch jenes Verm&ouml;gen heranzuziehen, das als Schwarzgeld der Steuerhinterzieher und Schmiergeldempf&auml;nger im Ausland lagert. Wie soll das erfasst werden?<\/strong><\/p><p>Am 10. April 2012 berichtete Wolfgang Lieb in einem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12806\">Beitrag &uuml;ber das Steuerabkommen mit der Schweiz<\/a> davon, nach Sch&auml;tzungen w&uuml;rden bei Schweizer Banken rund 380 Milliarden Franken Verm&ouml;gen aus Deutschland und davon die H&auml;lfte etwa Schwarzgeld lagern. Am 17. M&auml;rz 2008 nannte er die &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3070\">Steuerhinterziehung &ndash; ein Spiegelbild gesellschaftlicher Verh&auml;ltnisse<\/a>&ldquo;. Am <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13856#h05\">16. Juli haben die NachDenkSeiten<\/a> mit dem Hinweis Nummer 5 darauf aufmerksam gemacht, dass nach Meinung der Deutschen Steuergewerkschaft ca. 480 Milliarden &euro; Gelder deutscher Anleger schwarz auf Konten ausl&auml;ndischer Kreditinstitute lagern. <\/p><p>480 Milliarden Schwarzgeld &ndash; das ist ja kein Pappenstiel. Die Gelder  kommen aus dunklen Quellen, Einkommenssteuer und oft auch Mehrwertsteuer sind hinterzogen; in den gesch&auml;tzten 480 Mrd. Euro stecken viele Schmiergelder. Auf jeden Fall geh&ouml;ren diese Betr&auml;ge zum Verm&ouml;gen deutscher Staatsb&uuml;rger und obendrein vermutlich zu besonders gro&szlig;en Verm&ouml;gen. Schon deshalb ist die Aussage des Autors der DIW-Studie mit dem vorgeschlagenen Zugriff auf das Verm&ouml;gen w&uuml;rden die reichsten 8 % der erwachsenen deutschen Bev&ouml;lkerung erreicht, einfach falsch. Die Verm&ouml;gen vieler Superreichen sind in Steueroasen angelegt<\/p><p>Der Autor k&ouml;nnte gegen die Kritik, er vernachl&auml;ssige die Steuerfluchtproblematik, einwenden, dass er sich in seinem Text mit der Problematik der Steuerflucht besch&auml;ftigt und w&ouml;rtlich geschrieben hat:<\/p><blockquote><p><em>&bdquo;Daf&uuml;r ist die Steuerflucht ein umso gr&ouml;&szlig;eres Problem. Der Fiskus m&uuml;sste unmittelbar nach Bekanntgabe der Pl&auml;ne f&uuml;r Zwangsanleihen oder Verm&ouml;gensabgaben die entsprechenden Konten bei den Finanzdienstleistern sichern. F&uuml;r die Ermittlung von Auslandsverm&ouml;gen ist er auf eine Zusammenarbeit mit ausl&auml;ndischen Finanzdienstleistern oder Finanzbeh&ouml;rden angewiesen. Bei kleineren L&auml;ndern mit spezialisierten Finanzpl&auml;tzen f&uuml;r die private Verm&ouml;gensverwaltung f&auml;llt das h&auml;ufig schwer. In den letzten Jahren hat aber der internationale Druck auf diese L&auml;nder zur Verwaltungskooperation deutlich zugenommen.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Schon der oben zitierte Beitrag von Wolfgang Lieb &uuml;ber das Steuerabkommen mit der Schweiz deutet an, dass es vermutlich eine Fehleinsch&auml;tzung ist, anzunehmen, das Auslandsverm&ouml;gen der Deutschen k&ouml;nnte durch Kooperation der Verwaltungen einigerma&szlig;en korrekt erfasst werden. Die neueren Ereignisse um die CDs mit Steuerhinterziehern, die der nordrhein-westf&auml;lische Finanzminister zu nutzen gedenkt und wogegen der Bundesfinanzminister Einspruch erhebt, zeigt, dass bei uns die politisch entscheidenden Leute vermutlich eng mit den Steuerhinterziehern, den Nutzern der Steueroasen und Schwarzgeldbesitzern verbunden sind. <\/p><p>Wenn man gegen Steueroasen und Steuerhinterziehung und die Lagerung von Schmiergeldern im Ausland weiterkommen will, dann muss man offensiver an dieses Werk herangehen. Wenn schon politischer Kampf, was im Falle einer Verm&ouml;gensabgabe\/Zwangsanleihe auch n&ouml;tig sein wird, dann an der richtigen Front. Der nordrhein-westf&auml;lische Finanzminister hat das erkannt, wenn er sich wenigstens bisher nicht von Herrn Sch&auml;ubles Forderung einsch&uuml;chtern l&auml;sst. <\/p><p><strong>Eine Verm&ouml;gensabgabe durchzusetzen, ohne die Schwarzgelder und andere Auslandsverm&ouml;gen wenigstens einigerma&szlig;en einbeziehen zu k&ouml;nnen, w&auml;re sehr ungeschickt. Man w&uuml;rde die einigerma&szlig;en Ehrlichen packen und die Gauner und Kriminellen laufen lassen.<\/strong><\/p><p>Das gilt in der aktuellen Situation vermutlich genauso f&uuml;r ein Land wie Griechenland oder Italien. Es ist ja bekannt, dass reiche Griechen ihr Geldverm&ouml;gen in die Schweiz, nach London und andere Steueroasen verschoben haben. Dass angesichts dieser Situation der Autor meint, seine Vorschl&auml;ge k&auml;men vor allem f&uuml;r die Krisenl&auml;nder infrage, ist unverst&auml;ndlich. Die griechischen Superreichen werden mit solchen Vorschl&auml;gen nicht herangezogen werden k&ouml;nnen. Analog gilt das f&uuml;r andere L&auml;nder. Deshalb ist die &Uuml;berschrift der Studie &bdquo;Verm&ouml;gensabgaben &ndash; ein Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen in Europa&ldquo; sehr fragw&uuml;rdig. <\/p><p><strong>Wo bleibt der Zugriff auf jene, die von der Bankenrettung profitiert haben?<\/strong><\/p><p>Es gab in Deutschland im letzten Jahrzehnt schon vor der Insolvenz von Lehman Brothers milliardenschwere Hilfen und dann ab 2008 den Bankenrettungsschirm &uuml;ber 480 Milliarden Euro:<\/p><ul>\n<li>Schon Anfang des letzten Jahrzehnts hat der damalige Bundesfinanzminister Eichel der Versicherungswirtschaft durch nachtr&auml;gliche &Auml;nderung des Steuer- und Bewertungsrechts 5 Milliarden zukommen lassen.<\/li>\n<li>Zur Rettung der IKB wurden rund 10 Milliarden ausgegeben. Davon haben Banken und andere Anleger profitiert. Und schon vor der Krise wurden einzelner Gro&szlig;anleger wie die Allianz und M&uuml;nchener R&uuml;ck dadurch beg&uuml;nstigt, dass die bundeseigene KfW ihre Anteile an der IKB &uuml;bernommen haben. Die Insider wussten offenbar, dass es kriselt.<\/li>\n<li>F&uuml;r einen 25 % Anteile an der Commerzbank wurden vom Bund 18,2 Milliarden bezahlt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass damit vor allem eine Fehlspekulation der Allianz AG beglichen wurde. Die Allianz AG hatte die Dresdner Bank erworben. Das erwies sich als Missgeschick. Sie wurde an die Commerzbank AG weitergereicht. Diese durften wir Steuerzahler dann retten.<\/li>\n<li>Des Nachts Ende September 2008 wurde die HRE gerettet. Bisher mit &uuml;ber 100 Milliarden &euro;. Der Bundesregierung und teilweise auch uns allen sind die Profiteure bekannt. Das war zun&auml;chst die HypoVereinsbank, deren Haftungsfrist gegen&uuml;ber ihrer Tochter HRE man verstreichen lie&szlig;. Dann ein buntes Spektrum von Unternehmen und Institutionen, deren Forderungen an die HRE wir Steuerzahler retteten: die Deutsche Bank mit &uuml;ber 2 Milliarden, &auml;hnlich die Bayerische Landesbank und Unicredit, die Evangelische und Katholische Kirche mit rund 200 Millionen, der WDR und verschiedene Versicherungs- und Finanzunternehmen. (Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/finanz\/hypo-real-estate-die-geretteten\/1598962.html\">Tagespiegel vom 13.9.2009<\/a>)<\/li>\n<\/ul><p>Wie auch der Autor der DIW Studie feststellt, ist der Gesamtschuldenstand Deutschlands &ndash; also die Schulden des gesamten Staates in Prozent des j&auml;hrlichen Bruttoinlandsproduktes &ndash; wegen Finanzkrise und Bankenrettung seit 2008 von rund 60 % auf &uuml;ber 80 % kr&auml;ftig gestiegen und wird vermutlich weiter steigen, vor allem wegen der &Uuml;bernahme der Wettschulden und Spekulationsfolgen der Banken. Wenn das so ist, dann muss man doch wenigstens dar&uuml;ber nachdenken, ob man die Geretteten zur Kasse bittet. Die vom Bankenrettungsschirm Profitierenden, die Allianz AG verdient Geld, die Deutsche Bank verdient Geld und viele andere auch &ndash; warum greift man bei diesen Verursachern des Anstiegs der Staatsschulden nicht zu? <\/p><p>Dazu bedarf es nat&uuml;rlich einer gesetzlichen Grundlage. Ist diese zu schaffen schwieriger, als den Zugriff &uuml;ber eine Zwangsanleihe gesetzlich zu regeln? <\/p><p>Nebenbei: Es ist m&ouml;glich, dass der Autor Stefan Bach die Verantwortung der Finanzwirtschaft und der Spekulanten f&uuml;r die Verschuldung des Staates nicht ernst genug nimmt. Er notiert zwar, dass die Finanzkrise die Staatsschulden hat steigen lassen. Wenn man aber diese Einsicht hat, dann sollte man nicht den Jargon der Neoliberalen &uuml;bernehmen. Der Autor tut das, er spricht von &bdquo;Schuldenkrise&ldquo; und von &bdquo;Europ&auml;ischer Schuldenkrise&ldquo; und von der &bdquo;Sanierung der Staatsfinanzen&ldquo;. Das klingt so, als seien die Staatsschulden unser Hauptproblem. <\/p><p><strong>Wo bleibt die Streichung der milliardenschweren Steuerverg&uuml;nstigungen? Das m&uuml;sste doch eigentlich Vorrang haben vor einer spektakul&auml;ren &bdquo;Zwangsanleihe oder Verm&ouml;gensabgabe&ldquo;?<\/strong><\/p><p>Zum 1.1.2002 hat die Regierung Schr&ouml;der die Gewinne, die beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen realisiert werden, steuerfrei gestellt. Das diente der Aufl&ouml;sung der Deutschland AG, wie Schr&ouml;der gro&szlig;spurig feststellte. Es war ein Riesengeschenk an Deutschlands Gro&szlig;konzerne, an die Versicherungswirtschaft und die Banken und an einzelne superreiche Familien, die ihre Aktienpakete auf diese Weise verkaufen konnten, ohne auf die versteckten Gewinne Steuern zu zahlen. Tausende von Unternehmen und gro&szlig;e Aktienpakete sind davon stimuliert verkauft worden, h&auml;ufig an Hedgefonds und andere gro&szlig;e Gruppen &ndash; meist mit harten Folgen f&uuml;r die Arbeiter und Angestellten dieser betrieben. Das ist ausf&uuml;hrlich beschrieben in Kapitel 18 &bdquo;Kapitalmarkt als Casinobetrieb und die Pl&uuml;nderung deutscher Unternehmen&ldquo;  von &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=4080\">Meinungsmache<\/a>&ldquo;.<\/p><p>Und es geht so weiter. Es geht dabei nicht um Millionen sondern um Milliarden, die dem Fiskus entgehen. Jedenfalls muss dieses Steuerprivileg und eine Reihe anderer Privilegien gestrichen werden, bevor man &uuml;ber Zwangsanleihen und Verm&ouml;gensabgaben philosophiert.<\/p><p>Zum Beispiel geh&ouml;rt die Streichung des Privilegs, dass Kapitaleink&uuml;nfte nur mit 25 % besteuert werden (Abgeltungssteuer) und nicht wie andere Einkunftsarten mit dem pers&ouml;nlichen Steuersatz, auf einen der vorderen Pl&auml;tze bei den &Uuml;berlegungen zur Verbesserung der Einnahmesituation des Staates.<\/p><p><strong>Schuldenabbau zum richtigen Zeitpunkt und mit den richtigen Methoden, d.h. konkret mit vielerlei zus&auml;tzlichen Steuereinnahmen<\/strong><\/p><p>Die DIW-Studie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Einnahmeseite der &ouml;ffentlichen Haushalte. Das ist ein Verdienst. Aber ist das Problem des Schuldenabbaus im Falle Deutschlands so gro&szlig;, dass man zu der dramatischen Aktion einer Zwangsanleihe greifen muss? Zum jetzigen Zeitpunkt einer labilen wirtschaftlichen Stimmung ist das kein hilfreicher Vorschlag. Es ist auch ziemlich fragw&uuml;rdig anzunehmen, dass der Transfer von 230 Milliarden &euro; von den oberen 8 % der erwachsenen Bev&ouml;lkerung ohne &ouml;konomische Wirkung bliebe. Aber das kann man eigentlich, wie schon erw&auml;hnt nur beurteilen, wenn man den konkreten Vorschlag kennt.<\/p><p>Viel nahe liegender ist es, mit einem Strau&szlig; von m&ouml;glichen steuerpolitischen Ma&szlig;nahmen anzusetzen und dar&uuml;ber hinaus den Versuch zu machen, wenigstens einen Teil der Gelder zur&uuml;ckzuholen, die wir Steuerzahler im Zuge der Bankenrettung bereitgestellt haben.<\/p><p><strong>Das Naheliegende angehen &ndash; Alternativen zur Verbesserung der Einnahmeseite des Staates<\/strong><\/p><p>Es folgt &ndash; ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit &ndash; eine Liste von M&ouml;glichkeiten zur Verbesserung der Einnahmesituation in Deutschland, der K&uuml;rze wegen ohne lange Ausf&uuml;hrungen. Es soll aber sichtbar werden, welches breite B&uuml;ndel von M&ouml;glichkeiten es g&auml;be. Au&szlig;erdem sollte die alte Weisheit der Finanzwissenschaft beachtet werden, dass es leichter ist, bestehende Steuern zu &auml;ndern bzw. fr&uuml;here Steuer neu einzuf&uuml;hren, als v&ouml;lliges Neuland zu betreten:<\/p><ol>\n<li>Die Streichung der Steuerbefreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen.<\/li>\n<li>Einbeziehung der Kapitalertr&auml;ge in die Einkommensteuer statt Begrenzung der Steuerbelastung auf die Abgeltungssteuer von 25 %<\/li>\n<li>Erh&ouml;hung des Spitzensteuersatzes in Richtung des Niveaus von Kohls Zeiten, also auf 53 %<\/li>\n<li>Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer<\/li>\n<li>Wirksame Erbschaftssteuer<\/li>\n<li>Wiedereinf&uuml;hrung der B&ouml;rsenumsatzsteuer<\/li>\n<li>Wiedereinf&uuml;hrung der zum 1.1.1998 abgeschafften Gewerbekapitalsteuer<\/li>\n<li>Erh&ouml;hung des K&ouml;rperschaftssteuersatzes auf das Niveau von vor dem 1. Januar 1999<\/li>\n<li>&Uuml;berpr&uuml;fung und Korrektur anderer von Schr&ouml;der eingef&uuml;hrten Steuerprivilegien f&uuml;r Unternehmen<\/li>\n<li>Verst&auml;rkung der Steuerpr&uuml;fung, mehr Personal und bessere Ausstattung zur Verfolgung von Steuerhinterziehung und Flucht in Steueroasen und <strong>ernsthafte<\/strong> Versuche, zumindest in der EU, noch besser im Bereich der OECD-L&auml;nder die Steueroasen zu schlie&szlig;en.<\/li>\n<li>R&uuml;ckgriff auf die Verm&ouml;gen und Eink&uuml;nfte der &bdquo;Geretteten&ldquo; &ndash; wie zuvor skizziert.<\/li>\n<li>Korrektur der Mehrwertsteuerregeln.<br>\nHeute werden Exporte von der Mehrwertsteuer entlastet; beim Export werden die bisher angefallenen Mehrwertsteuerbetr&auml;ge erstattet. Das ist eine Exportf&ouml;rderung und angesichts der internationalen Wettbewerbssituation widersinnig. Auch wegen der Allokation der Ressourcen. Exportorientierte Unternehmen tragen weniger als die anderen Unternehmen zu &ouml;ffentlichen Leistungen f&uuml;r Infrastruktur, Verwaltung, etc. bei. &ndash; Das ist eine Reform, die Zeit braucht. Aber das gilt im Kern f&uuml;r die Verm&ouml;gensabgabe\/Zwangsanleihe auch. Man denke an die schwierige Erhebung der zeitnahen Verkehrswerte bei Immobilienbesitzern.<\/li>\n<\/ol><p>Das ist eine Auswahl von meist steuerpolitischen Ma&szlig;nahmen. Jedenfalls betreffen sie alle die Einnahmeseite des Fiskus. Manche sind geradezu zwingend. Das gilt zum Beispiel f&uuml;r die Ziffern 1 und 2 und 10. Die anderen Ma&szlig;nahmen anzusetzen liegt nahe.<br>\nIch mache noch einmal darauf aufmerksam, dass es auch realistischer ist, mit einem B&uuml;ndel von Ma&szlig;nahmen voranzukommen. Allerdings, ein solches B&uuml;ndel von Ma&szlig;nahmen ist nicht spektakul&auml;r und eing&auml;ngig wie der Vorschlag des DIW. Ein Gespr&auml;chspartner nannte die Studie ein typisches Beispiel f&uuml;r linken Populismus. Dieses Begriffspaar liegt mir nicht. Aber in diesem Fall w&uuml;rde ich der Kennzeichnung zustimmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ziele des Autors Bach, dessen Studie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=13839\">in den NachDenkSeiten vorgestellt wurde<\/a>, teile ich: die Verm&ouml;gens- und die Einkommensverteilung in Deutschland ist ausgesprochen ungerecht; sie bedarf der Korrektur. Auch das Ziel, die Einnahmen des Staates zu st&auml;rken, teile ich. Aber was der Autor der Studie vorschlagen will, sagt er uns nicht hinreichend konkret. 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