{"id":139650,"date":"2025-09-27T14:00:16","date_gmt":"2025-09-27T12:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139650"},"modified":"2025-09-25T19:05:06","modified_gmt":"2025-09-25T17:05:06","slug":"brief-an-trump-venezuelas-praesident-ruft-zum-dialog-auf-und-weist-vorwuerfe-des-drogenhandels-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139650","title":{"rendered":"Brief an Trump: Venezuelas Pr\u00e4sident ruft zum Dialog auf und weist Vorw\u00fcrfe des Drogenhandels zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Nicol&aacute;s Maduro fordert Trump auf, den Frieden durch Dialog und Verst&auml;ndigung in der gesamten Hemisph&auml;re zu bewahren und die Gespr&auml;che &uuml;ber den Sonderbeauftragten des Wei&szlig;en Hauses, Richard Grenell, wieder aufzunehmen. Das Schreiben war in Teilen von US-Medien geleakt worden, bevor Caracas es nun &ouml;ffentlich machte. Die Pressesprecherin des Wei&szlig;en Hauses erkl&auml;rte indes, der Brief sei von der Trump-Regierung &bdquo;verworfen&ldquo; worden. Von <strong>Andre&iacute;na Ch&aacute;vez Alava<\/strong> und <strong>Marta Andujo<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIn einem Brief an den US-Pr&auml;sidenten Donald Trump forderte der venezolanische Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro Frieden und die Wiederaufnahme des Dialogs. Au&szlig;erdem wies er die gegen Caracas erhobenen Vorw&uuml;rfe des Drogenhandels als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/p><p>In dem am 6. September <a href=\"https:\/\/t.me\/DrodriguezVen\/12632\">an das Wei&szlig;e Haus &uuml;bermittelten Schreiben<\/a> bezeichnete Maduro die Behauptung, Caracas habe sich geweigert, abgeschobene Migranten aufzunehmen, sowie die Behauptung, es best&uuml;nden Verbindungen zu &bdquo;Mafiagruppen und Drogenbanden&ldquo;, als &bdquo;Fake News&ldquo; und &bdquo;absolut falsch&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;Das sind die schlimmsten Fake News, die gegen unser Land verbreitet wurden, um eine Eskalation hin zu einem bewaffneten Konflikt zu rechtfertigen, der dem gesamten Kontinent katastrophalen Schaden zuf&uuml;gen w&uuml;rde&rdquo;, hei&szlig;t es in dem am Sonntag ver&ouml;ffentlichten Brief.<\/p><p>Maduro bekr&auml;ftigte, dass &bdquo;Venezuela ein Gebiet ohne Drogenproduktion ist und keine bedeutende Rolle im Drogenhandel spielt&rdquo;. Er berief sich auf den <a href=\"https:\/\/www.unodc.org\/unodc\/data-and-analysis\/world-drug-report-2025.html\">aktuellen Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen<\/a> und andere internationale Organisationen.<\/p><p>Eine dem Brief beigef&uuml;gte Karte zeigt, dass 87 Prozent der in Kolumbien produzierten Drogen &uuml;ber den Pazifik in die USA und nach Europa gelangen, w&auml;hrend acht Prozent &uuml;ber die kolumbianische Region Guajira und die Karibikk&uuml;ste transportiert werden und nur f&uuml;nf Prozent durch Venezuela. Die <a href=\"https:\/\/www.unodc.org\/unodc\/data-and-analysis\/world-drug-report-2025.html\">Daten der UNO<\/a> stimmen mit dem <a href=\"https:\/\/www.dea.gov\/sites\/default\/files\/2018-07\/DIR-040-17_2017-NDTA.pdf\">j&uuml;ngsten Bericht der Drug Enforcement Agency (DEA)<\/a> &uuml;berein, wonach weniger als zehn Prozent des f&uuml;r die USA bestimmten Kokains durch Venezuela geschleust werden.<\/p><p>Der venezolanische Staatschef &auml;u&szlig;erte seinen Wunsch, &bdquo;gemeinsam diese Fake News zu bek&auml;mpfen, die eine Beziehung, die historisch und friedlich sein sollte, mit L&auml;rm belasten&ldquo;, und appellierte an Trump, &bdquo;den Frieden in der Hemisph&auml;re zu bewahren&rdquo;. Seine Regierung sei offen f&uuml;r die Wiederaufnahme des Dialogs mit den USA durch den Sonderbeauftragten des Wei&szlig;en Hauses, Richard Grenell, der sich im Januar nach Trumps Amtseinf&uuml;hrung mit Maduro getroffen hatte.<\/p><p>Grenell f&uuml;hrte Gespr&auml;che mit Caracas &uuml;ber Themen wie die R&uuml;ckf&uuml;hrung venezolanischer Migranten und die Freilassung von in Venezuela inhaftierten US-B&uuml;rgern. Auf einer k&uuml;rzlich in Paraguay abgehaltenen Konferenz <a href=\"https:\/\/www.latintimes.com\/we-can-still-reach-agreement-maduro-trump-envoy-urges-avoiding-war-amid-military-pressure-589652\">&auml;u&szlig;erte Grenell seine Hoffnung<\/a>, dass Dialog und Diplomatie zu Vereinbarungen f&uuml;hren und Kriege vermieden werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Der Sonderbeauftragte wurde indes von US-Au&szlig;enminister Marco Rubio, der eine harte Linie gegen&uuml;ber Maduro verfolgt, ins Abseits gedr&auml;ngt. Rubio erneuert die &bdquo;Kampagne des maximalen Drucks&ldquo; aus Trumps erster Amtszeit (2017 &ndash; 2020), in der weitreichende wirtschaftliche Sanktionen und eine Blockade der venezolanischen &Ouml;lindustrie verh&auml;ngt wurden.<\/p><p>Vor Kurzem <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/releases\/2025\/09\/secretary-of-state-marco-rubio-with-gillian-turner-of-fox-news\">sagte Rubio gegen&uuml;ber <em>Fox News<\/em><\/a>, Pr&auml;sident Maduro sei ein &bdquo;Fl&uuml;chtling vor der amerikanischen Justiz&rdquo;, und wiederholte, dass der Einsatz des US-Milit&auml;rs in der Karibik gegen mutma&szlig;liche Kartelle mit Verbindungen nach Caracas gerichtet sei.<\/p><p>Die Pressesprecherin des Wei&szlig;en Hauses, Karoline Leavitt, best&auml;tigte am Montag gegen&uuml;ber den Medien, dass die Trump-Regierung Maduros Brief erhalten, aber verworfen habe. &bdquo;Offen gesagt enthielt er eine Liste von L&uuml;gen, und die Haltung der Exekutive gegen&uuml;ber Venezuela hat sich nicht ge&auml;ndert. Wir halten das Maduro-Regime f&uuml;r illegitim&ldquo;, <a href=\"https:\/\/elpais.com\/america\/2025-09-22\/la-casa-blanca-responde-a-la-carta-de-maduro-tenia-una-lista-de-mentiras-el-regimen-es-ilegitimo.html\">erkl&auml;rte sie<\/a> und wiederholte erneut die Vorw&uuml;rfe des Drogenhandels. Leavitt f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Pr&auml;sident Trump hat gezeigt, dass er bereit ist, alle notwendigen Mittel einzusetzen, um den illegalen Drogenhandel von Venezuela in die USA zu unterbinden.&ldquo;<\/p><p>Bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche warf Maduro den Hardlinern in Trumps Regierung vor, Venezuela durch Provokationen in einen Krieg treiben zu wollen. Sie wollten einen Regime Change erreichen, der durch &Ouml;linteressen motiviert sei. <a href=\"https:\/\/x.com\/venanalysis\/status\/1967661575730290698\">Er best&auml;tigte<\/a>, dass die Kommunikation mit Washington auf minimale Kontakte &uuml;ber den in Kolumbien ans&auml;ssigen US-Gesch&auml;ftstr&auml;ger John McNamara beschr&auml;nkt wurde, mit dem vorrangigen Ziel, die R&uuml;ckf&uuml;hrung von Migranten zu koordinieren.<\/p><p>Caracas brach 2019 die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab, nachdem das Wei&szlig;e Haus die selbsternannte &bdquo;&Uuml;bergangsregierung&ldquo; des Oppositionspolitikers Juan Guaid&oacute; anerkannt hatte. Venezuela hat jedoch stets seine Bereitschaft zu neuen, &bdquo;auf Respekt basierenden&ldquo; Beziehungen bekr&auml;ftigt.<\/p><p>Maduros Brief an Trump kommt inmitten wachsender Besorgnis &uuml;ber eine m&ouml;gliche milit&auml;rische Intervention der USA in Venezuela, die den Frieden und die Stabilit&auml;t in der gesamten Region gef&auml;hrden k&ouml;nnte.<\/p><p>Seit August hat Washington etwa 4.500 Soldaten in das s&uuml;dliche Karibische Meer vor der K&uuml;ste Venezuelas entsandt, zusammen mit einem atomgetriebenen U-Boot, acht Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und anderen Flugzeugen, um, wie es hei&szlig;t, gegen den Drogenhandel vorzugehen.<\/p><p>In den letzten Wochen haben US-Streitkr&auml;fte drei angeblich mit Drogen beladene Boote auf dem Weg in die USA angegriffen und dabei insgesamt 17 Menschen get&ouml;tet. Die ersten beiden Angriffe fanden am 2. und 15. September statt, &uuml;ber den letzten informierte Trump am 19. September auf <em>Truth Social<\/em>.<\/p><p>Washington hat keine Beweise daf&uuml;r vorgelegt, dass die Besatzungen Drogen transportierten. Rechtsexperten sind der Ansicht, dass die Bombardierungen gegen das Seerecht und internationale Menschenrechtsnormen versto&szlig;en und dass die Ma&szlig;nahmen der USA au&szlig;ergerichtlichen T&ouml;tungen gleichkommen.<\/p><p>Der milit&auml;rische Aufmarsch erfolgte, nachdem die Trump-Regierung das Kopfgeld f&uuml;r die Festnahme Maduros auf 50 Millionen Dollar erh&ouml;ht und hochrangige Vertreter seiner Regierung beschuldigte hatte, das sogenannte &bdquo;Cartel de los Soles&rdquo; zu leiten. Washington setzte dieses angebliche Kartell auf die US-Terroristenliste und wirft ihm vor, mit kolumbianischen bewaffneten Gruppen und dem mexikanischen Sinaloa-Kartell zusammenzuarbeiten, um die USA mit Drogen zu &bdquo;&uuml;berfluten&rdquo;.<\/p><p>Allerdings haben US-Regierungsvertreter nie gerichtlich best&auml;tigte Beweise zur Untermauerung der Vorw&uuml;rfe vorgelegt.<\/p><p>Auch Kolumbiens Pr&auml;sident Gustavo Petro und Mexikos Pr&auml;sidentin Claudia Sheinbaum haben erkl&auml;rt, dass es keine Beweise f&uuml;r die Existenz des sogenannten Sonnenkartells oder f&uuml;r die T&auml;tigkeit einer von Venezuela gef&uuml;hrten transnationalen Drogenhandelsorganisation in der Region gibt.<\/p><p>Als Reaktion auf die Bedrohung durch die USA hat Venezuela die Streitkr&auml;fte in Alarmbereitschaft versetzt. Mehrere Milit&auml;rman&ouml;ver werden durchgef&uuml;hrt und die aus Freiwilligen bestehenden Milizen mobilisiert.<\/p><p>In dem s&uuml;damerikanischen Land ist die Beteiligung der Bev&ouml;lkerung Bestandteil der Verteidigungsdoktrin. Eine der S&auml;ulen dieser Doktrin, die seit dem Amtsantritt von Hugo Ch&aacute;vez 1999 entwickelt worden ist, ist das Konzept vom &bdquo;Krieg des gesamten Volkes&ldquo; und die Bildung von Volksmilizen. Die &bdquo;integrale Verteidigung&ldquo; sieht ein gemeinsames Vorgehen von Streitkr&auml;ften, Milizen und zivilen Gruppen im Fall einer ausl&auml;ndischen Intervention vor.<\/p><p><em>Nach offiziellen Angaben hat die Bolivarische Miliz aktuell 8,2 Millionen Mitglieder, darunter viele Frauen. <\/em>Derzeit finden landesweit &Uuml;bungen statt, bei denen regul&auml;re Soldaten die Milizion&auml;re milit&auml;risch ausbilden.<\/p><p><small>Titelbild: miss.cabul \/ Shutterstock <\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139282\">Milit&auml;rjuristen kritisieren Angriff der US-Kriegsmarine auf Boot aus Venezuela mit elf Toten: &bdquo;Keine Rechtsgrundlage&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138549\">Die gro&szlig;e L&uuml;ge, Venezuela als &bdquo;Drogenstaat&ldquo; zu bezeichnen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134458\">Debattenbeitrag: &bdquo;Venezuela neoliberal und autorit&auml;r?&rdquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=134122\">Debattenbeitrag: Kapitalismus und Autoritarismus im Venezuela von Maduro<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/a69a9cf6c710409293d931a9042324e1\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicol&aacute;s Maduro fordert Trump auf, den Frieden durch Dialog und Verst&auml;ndigung in der gesamten Hemisph&auml;re zu bewahren und die Gespr&auml;che &uuml;ber den Sonderbeauftragten des Wei&szlig;en Hauses, Richard Grenell, wieder aufzunehmen. Das Schreiben war in Teilen von US-Medien geleakt worden, bevor Caracas es nun &ouml;ffentlich machte. Die Pressesprecherin des Wei&szlig;en Hauses erkl&auml;rte indes, der Brief sei<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139650\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":139651,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,171],"tags":[3364,1092,2005,2550,2175,2071,1850,1800,2868,1556,1333,1019],"class_list":["post-139650","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-diplomatischer-dienst","tag-drogen","tag-fake-news","tag-grenell-richard","tag-interventionspolitik","tag-maduro-nicolas","tag-rubio-marco","tag-trump-donald","tag-truppenverlegung","tag-usa","tag-venezuela","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/shutterstock_2672442011.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139650","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=139650"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139650\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":139692,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139650\/revisions\/139692"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/139651"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=139650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=139650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=139650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}