{"id":139753,"date":"2025-09-29T10:15:03","date_gmt":"2025-09-29T08:15:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139753"},"modified":"2025-09-29T11:38:00","modified_gmt":"2025-09-29T09:38:00","slug":"russischer-politologe-igor-schukowski-konfrontation-im-baltikum-droht-in-einen-offenen-konflikt-zu-muenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139753","title":{"rendered":"Russischer Politologe Igor Schukowski: \u201eKonfrontation im Baltikum droht in einen offenen Konflikt zu m\u00fcnden\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die vormals friedliche Ostseeregion ist in j&uuml;ngster Zeit zu einer Konfliktzone geworden. Im Jahr 2022 wurde &bdquo;Nord Stream&ldquo; gesprengt, sp&auml;ter wurden Unterseekabel besch&auml;digt &ndash; in beiden F&auml;llen beschuldigten europ&auml;ische Medien Russland. NATO-Mitgliedstaaten begannen, Schiffe aufzuhalten, die russische H&auml;fen ansteuerten, und es wird immer h&auml;ufiger &uuml;ber die Schlie&szlig;ung der d&auml;nischen Meerenge gesprochen &ndash; das Tor zur Ostsee. Vor nicht allzu langer Zeit galt die Region jedoch als Modell der Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU. In einem Interview mit dem Portal <em>Lenta.ru<\/em> erkl&auml;rt der russische Politologe und Experte f&uuml;r die Ostseeregion <strong>Igor Schukowski<\/strong>, warum die Ostsee zur Konfliktzone wurde und ob sich die Region zu einem Schauplatz eines Krieges zwischen Russland und der NATO entwickeln k&ouml;nnte. Aus dem Russischen &uuml;bersetzt von <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Lenta.ru:<\/strong> In letzter Zeit gibt es in der Ostsee oft verschiedene Vorf&auml;lle: zuerst die Sprengung von &bdquo;Nord Stream&ldquo;, dann die Kabel &hellip; Womit h&auml;ngt das zusammen?<\/p><p><strong>Igor Schukowski:<\/strong> Die Ostseeregion war vor nicht allzu langer Zeit ein Raum der Zusammenarbeit &ndash; ein Modell f&uuml;r viele. Hier waren internationale Organisationen aktiv, es gab gemeinsame wirtschaftliche Interessen der Anrainerstaaten, Bildungsprojekte, Umweltinitiativen, Festivals und Jugendaustausch. Es wurden spezielle Mechanismen entwickelt, die die Finanzierung gemeinsamer Projekte zwischen Russland und den EU-Mitgliedstaaten erm&ouml;glichten. Sie l&ouml;sten wichtige Aufgaben im Gesundheitswesen, in der Regionalentwicklung und im kulturhistorischen Tourismus.<\/p><p>Aber nach dem Beginn der hei&szlig;en Phase des Konflikts in der Ukraine stellte sich heraus, dass die gesammelten Erfahrungen der f&uuml;r beide Seiten vorteilhaften Interaktion zwischen Russland und der EU f&uuml;r unsere Nachbarn keinen Wert mehr haben. Die Ostsee hat sich in eine Region der Spannung und sogar der Konfrontation verwandelt.<\/p><p>Die sich drehende Spirale manifestierte sich in beabsichtigten und unbeabsichtigten Vorf&auml;llen auf und unter Wasser: Versuche der NATO-Milit&auml;rschiffe, die Transportwege f&uuml;r Handelsschiffe zu blockieren, pl&ouml;tzliche Br&uuml;che von Telekommunikations- und Energiekabeln. Ein trauriges Symbol der &Auml;ra der Konfrontation in der Ostsee ist der Akt des internationalen Terrorismus &ndash; die Sabotage an den &bdquo;Nord-Stream&ldquo;-Pipelines.<\/p><p><strong>Was ist derzeit &uuml;ber die Untersuchung dieses Vorfalls bekannt? Stimmen Sie der Version der Beteiligung ukrainischer Geheimdienste zu?<\/strong><\/p><p>Man muss verstehen, dass die Befehle an die Milit&auml;rs von Politikern gegeben werden. Dieser Terroranschlag wurde zweifellos von einem Team mit spezieller milit&auml;rischer Ausbildung geplant und durchgef&uuml;hrt. Ich denke, in naher Zukunft wird nicht nur bekannt werden, wer die ausgebildeten T&auml;ter waren, sondern auch, wer die Befehle zur Durchf&uuml;hrung der Operationen gegen die Gastransportinfrastruktur gegeben hat.<\/p><p>Die Thesen &uuml;ber die Initiative einiger &bdquo;unabh&auml;ngiger Gruppen&ldquo; oder die Beteiligung einzelner Personen sollten von jenen aufgestellt werden, die &uuml;ber den Fortgang der Ermittlungen informiert sind und Zugang zu den Akten haben. Man sollte den russischen Ermittlern und Experten Zeit geben, all diese Thesen zu &uuml;berpr&uuml;fen, anstatt auf den Informationsl&auml;rm zu reagieren. Warten wir daher die Ergebnisse der Untersuchung ab.<\/p><p><strong>Wie bewerten Sie die Vorf&auml;lle mit Unterseekabeln?<\/strong><\/p><p>Kritische Infrastruktur, zumal so anf&auml;llige wie Unterwasserkabel, wird immer zu einem vorrangigen Ziel in der milit&auml;rischen Planung. Im Falle einer Eskalation der Spannungen werden die Untersee-Telekommunikations- und Energiekabel in der Ostsee zuerst zerst&ouml;rt werden. Genau deshalb sind sie ideal f&uuml;r Szenarien von Provokationen &bdquo;unter falscher Flagge&ldquo; mit anschlie&szlig;ender Beschuldigung Russlands der Sabotage.<\/p><p>Die &bdquo;russische Bedrohung&ldquo; aufzubauschen und den Grad der au&szlig;enpolitischen Hysterie zu erh&ouml;hen, ist f&uuml;r die europ&auml;ischen Eliten vorteilhaft: So legitimieren sie vor den W&auml;hlern die wahnsinnigen Ausgaben f&uuml;r R&uuml;stung, Infrastruktur und die &bdquo;richtige&ldquo; (faktisch korrupte) Neuverteilung der EU- und NATO-Haushalte &ndash; und das nat&uuml;rlich im Eilverfahren. Kurzum, Gier, multipliziert mit Dummheit, besiegt die Vernunft.<\/p><p>F&uuml;r jeden spezifischen Bruch lassen sich eigene Ursachen f&uuml;r die Sch&auml;den an der Unterwasserinfrastruktur finden. Man sollte sich jedoch daran erinnern: Noch vor wenigen Jahren gab es keinerlei systemische Probleme beim Betrieb des Netzes von Telekommunikations- und Stromleitungen.<\/p><p><strong>K&uuml;rzlich haben NATO-L&auml;nder versucht, Tanker in der Ostsee anzuhalten, die russische H&auml;fen ansteuerten. Ist das ein Zeichen f&uuml;r einen systematischen Kampf gegen Russlands &bdquo;Schattenflotte&ldquo;? Sind h&auml;rtere Ma&szlig;nahmen m&ouml;glich &ndash; zum Beispiel die Schlie&szlig;ung der d&auml;nischen Meerenge f&uuml;r Schiffe, die nach Russland fahren?<\/strong><\/p><p>Alte Regeln und Prinzipien &ndash; die Freiheit der Schifffahrt, die Normen des internationalen Handels &ndash; funktionieren nicht mehr, und neue werden gerade erst gebildet. Es gibt ein einfaches Prinzip: Wenn eine Bedrohung realisierbar ist, ist sie m&ouml;glich. Die Schlie&szlig;ung der d&auml;nischen Meerenge, die Blockade der Korridore zur Oblast Kaliningrad oder die Einschr&auml;nkung des Zugangs nach Sankt Petersburg und zur Oblast Leningrad sind in der Praxis realisierbare und somit auch m&ouml;gliche Szenarien. Das w&uuml;rde aber einem kollektiven, demonstrativen Selbstmord &auml;hneln. Die Strategen der NATO sollten die Grundlagen der staatlichen Politik Russlands im Bereich der nuklearen Abschreckung besser noch einmal studieren.<\/p><p><strong>Das hei&szlig;t, die Vorf&auml;lle in der Ostsee k&ouml;nnten zu einem gro&szlig;fl&auml;chigen Konflikt f&uuml;hren?<\/strong><\/p><p>In der Nukleardoktrin sind milit&auml;rische und nicht-milit&auml;rische Bedrohungen definiert, zu deren Neutralisierung Russland die Prinzipien der nuklearen Abschreckung anwendet. In der neuen Version geh&ouml;ren zu solchen Bedrohungen Handlungen eines potenziellen Gegners, die auf die Isolation eines Teils des russischen Territoriums abzielen. Das umfasst die Blockade des Zugangs zu lebenswichtigen Transportwegen, was in direktem Zusammenhang mit der Ostsee, Kaliningrad und Sankt Petersburg steht.<\/p><p>Mehr noch, im Dokument wird darauf hingewiesen: Die Aggression eines beliebigen Staates, der Mitglied einer Milit&auml;rkoalition (zum Beispiel der NATO) ist, gegen Russland wird als Aggression der gesamten Koalition betrachtet. Das bedeutet, dass hypothetische Aktionen Polens zur Blockade des Seewegs nach Kaliningrad als NATO-Aggression gegen Russland wahrgenommen w&uuml;rden &ndash; mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.<\/p><p><strong>Wie beeinflusst der Vorfall mit den Drohnen in Polen die baltischen Staaten?<\/strong><\/p><p>Die Reaktion der polnischen Politiker auf unidentifizierte Drohnen in ihrem Luftraum beweist nur, wie angespannt sie sind. Ihre skurrilen Erkl&auml;rungen haben mich verwirrt: Meinten sie, dass Wladimir Putin diese Drohnen pers&ouml;nlich auf Scheunen und Maisfelder gefeuert hat oder dass er diesen &bdquo;monstr&ouml;sen Akt der Aggression&ldquo; nur aus seinem B&uuml;ro im Kreml beobachtete?<\/p><p>Wenn das f&uuml;r die polnische Milit&auml;r- und Politikf&uuml;hrung so aussieht, wenn ein &bdquo;hinterh&auml;ltiger Plan zur Provokation&ldquo; umgesetzt wird, ist das kein Fall mehr f&uuml;r Experten der internationalen Beziehungen.<\/p><p>Schlimmer noch, es kam heraus, dass der polnische Vizeau&szlig;enminister Marcin Bosacki vor dem UN-Sicherheitsrat gelogen hat, als er ein Foto eines angeblich von einer russischen Drohne zerst&ouml;rten Hauses zeigte. Offizielle Stellen best&auml;tigten, dass eine Rakete eines F-16-Jets der polnischen Luftwaffe den Schaden verursacht hatte. Sp&auml;ter tauchten sogar Informationen auf, dass eine niederl&auml;ndische F-35 die Rakete abgefeuert haben k&ouml;nnte. Die Geschichte von der russischen Drohne ist somit hinf&auml;llig. Wer also desinformiert die Welt und f&uuml;hrt einen Informationskrieg ohne Regeln?<\/p><p><strong>Welche Rolle spielt die Ostseeregion in der NATO-Strategie? Was hat sich nach dem Beitritt von Finnland und Schweden zum B&uuml;ndnis ge&auml;ndert?<\/strong><\/p><p>Auf diese Frage hat der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates Russlands, Dmitri Medwedew, bereits geantwortet: &bdquo;Beim Beitritt Schwedens und Finnlands zur NATO kann von einem atomwaffenfreien Status der Ostsee keine Rede mehr sein &ndash; das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden.&ldquo;<\/p><p>Damit sind die Formate der russischen Abschreckung in der Region angek&uuml;ndigt. Die Landgrenze zwischen Russland und der NATO hat sich stark vergr&ouml;&szlig;ert, die Marinekomponente des B&uuml;ndnisses in der Ostsee hat sich erheblich verst&auml;rkt. Das bedeutet eine Korrektur der milit&auml;rischen Planung Russlands, eine Verst&auml;rkung der Gruppierung von Kr&auml;ften und Mitteln in der Oblast Kaliningrad und an der Grenze zu Finnland.<\/p><p>Russland wird von der NATO offiziell als &bdquo;bedeutendste und direkteste Bedrohung&ldquo; f&uuml;r die Sicherheit der euro-atlantischen Gemeinschaft eingestuft. Entsprechend gilt die Ostseeregion als vorderster Rand eines hybriden Krieges, der sich ihrer Logik nach zu einem &bdquo;hei&szlig;en&ldquo; Konflikt entwickeln k&ouml;nnte.<\/p><p>Die NATO-Staaten verst&auml;rken ihre Luft- und Seepatrouillen, f&uuml;hren Man&ouml;ver durch und &uuml;ben &ndash; laut best&auml;tigten Informationen &ndash; Szenarien zur Blockade russischer Regionen in der Ostsee. Damit demonstrieren sie ein geradezu euphorisches, kollektives Streben zum Selbstmord.<\/p><p><strong>Wie &auml;ndert sich unter den gegenw&auml;rtigen Bedingungen die Lage der Oblast Kaliningrad? Welche Rolle spielt die Region in der Au&szlig;enpolitik Russlands und wie wird sie in Europa wahrgenommen?<\/strong><\/p><p>Die Oblast Kaliningrad ist eine russische Halbenklave in der Europ&auml;ischen Union. Lange Zeit entwickelte sich diese einzigartige und sehr sch&ouml;ne Region mit einer Bev&ouml;lkerung von etwa einer Million als ein Territorium der Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU, das wirtschaftliche Vorteile aus seiner grenznahen Lage zog. Die Entwicklungsstrategie der Region sah vor, den russischen kulturellen, bildungsbezogenen und wirtschaftlichen Einfluss auf die s&uuml;d&ouml;stliche Ostsee auszuweiten.<\/p><p>Daraus entstand ein kulturelles und Bildungsnetzwerk, dessen Kapazit&auml;ten f&uuml;r eine kleine Region &uuml;berdimensioniert sind: Es gibt bereits Filialen der Tretjakow-Galerie und der Moskauer Staatlichen Akademie f&uuml;r Choreografie, und bald sollen eine Filiale des Bolschoi-Theaters sowie ein neuer Campus der Immanuel-Kant-Ostsee-F&ouml;deralen Universit&auml;t folgen. Aber die Oblast Kaliningrad ist unser &bdquo;unsinkbarer Flugzeugtr&auml;ger&ldquo; in der Ostsee, eine Region, die inmitten unfreundlicher L&auml;nder selbstbewusst die Flagge hochh&auml;lt. Und genau so wird sie wahrgenommen &ndash; wir haben nichts dagegen.<\/p><p><strong>Inwieweit ist es m&ouml;glich, korrekte Beziehungen zwischen Russland und den baltischen Staaten aufzubauen?<\/strong><\/p><p>In der heutigen Zeit &ndash; und auch in Zukunft &ndash; sind durchaus korrekte, gesch&auml;ftliche, pragmatische Beziehungen in Fragen, die sowohl f&uuml;r Russland als auch f&uuml;r die baltischen Staaten wichtig sind, m&ouml;glich. Nachbarn haben immer Themen f&uuml;r Gespr&auml;che und Probleme, die zum gegenseitigen Nutzen und manchmal auch zur gegenseitigen Bequemlichkeit gel&ouml;st werden m&uuml;ssen.<\/p><p>Man muss Beziehungen auf pragmatische Bedingungen und ohne romantische Illusionen aufbauen, indem man Misstrauen &uuml;berwindet. Mit denselben H&auml;nden und aus denselben Materialien kann man eine Br&uuml;cke und eine Mauer bauen.<\/p><p>Noch vor ein paar Jahrzehnten wurden die baltischen Staaten als &bdquo;Baltische Tiger&ldquo;, &bdquo;Territorium der Investitionsm&ouml;glichkeiten&ldquo; und Ort der meditativen Erholung bezeichnet. Heute ist von Investitionspotenzial keine Rede: Niemand investiert in Frontgebiete mit strukturellen Problemen in der Energieversorgung &ndash; genau so beschreiben sich diese L&auml;nder selbst und sind es de facto auch. Es ist unwahrscheinlich, dass dies der jahrhundertelange Traum der Bewohner Litauens, Lettlands und Estlands ist. Aber Kr&auml;fte, die bereit sind, wenn schon nicht freundliche Narrative gegen&uuml;ber Russland, aber rationale Ideen f&uuml;r ihre eigenen L&auml;nder zu f&ouml;rdern, werden noch lange nicht am politischen Prozess teilnehmen d&uuml;rfen.<\/p><p><strong>Noch vor ein paar Jahrzehnten wurde die Ostseeregion als Raum der Zusammenarbeit zwischen Russland und den europ&auml;ischen L&auml;ndern beschrieben. Ist es m&ouml;glich, dorthin zur&uuml;ckzukehren?<\/strong><\/p><p>Konstantin Chudolei, Professor der Staatlichen Universit&auml;t Sankt Petersburg, hat 2019 die Dynamik unserer Beziehungen treffend als &bdquo;k&uuml;hlen Krieg&ldquo; beschrieben, wobei er die Ostsee als eine besondere Dimension des sich anstauenden Konflikts zwischen Russland und dem kollektiven Westen verstand. Jetzt ist dieser Begriff nicht mehr aktuell: Die &bdquo;k&uuml;hle&ldquo; Konfrontation nimmt an Fahrt auf und droht in einen offenen Konflikt zu m&uuml;nden, was nicht im Interesse der NATO-L&auml;nder und sicher nicht in unserem Interesse ist.<\/p><p>Die historische Erfahrung der intensiven Zusammenarbeit wurde sofort zunichte gemacht &ndash; sie ist entwertet. Die Dynamik der internationalen Situation ist verr&uuml;ckt: Das Undenkbare geschieht regelm&auml;&szlig;ig, neue politische Konfigurationen entstehen, die das Schicksal von L&auml;ndern und Regionen ver&auml;ndern.<\/p><p>Die regionalen Prozesse werden ma&szlig;geblich von au&szlig;erregionalen beeinflusst: der allgemeinen Krise der Weltordnung, der Eskalation entlang der Linie Russland&ndash;NATO und der Intensit&auml;t der Ereignisse um den Ukraine-Konflikt. Ohne die Hauptursachen der globalen Krise zu beseitigen, kann man auch ihre regionalen Manifestationen, einschlie&szlig;lich in der Ostsee, nicht l&ouml;sen.<\/p><p><strong>Was erwartet die Ostseeregion dann am wahrscheinlichsten?<\/strong><\/p><p>Es gibt mehrere Szenarien. Mir ist der &bdquo;k&uuml;hle Frieden&ldquo; lieber, der auf selektiver Zusammenarbeit beruht. Die Anrainerstaaten der Ostsee haben gemeinsame Interessen, Herausforderungen und Probleme, die ohne Russland nicht gel&ouml;st werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Gehen wir ein paar Schritte zur&uuml;ck. Man kann mit Mauern leben, aber man kann auch Br&uuml;cken bauen. Jetzt herrscht in der Ostsee die Zeit der Mauern, aber gem&auml;&szlig; den Erkl&auml;rungen der russischen F&uuml;hrung k&ouml;nnen wir auch Br&uuml;cken bauen. Es braucht ein gegenseitiges rationales Interesse.<\/p><p><em><strong><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?gastautor=igor-schukowski\">Igor Schukowski<\/a><\/strong> ist leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gruppe f&uuml;r komplexe Forschungen der Ostseeregion des Instituts f&uuml;r Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften (IMEMO RAN). <\/em><\/p><p><em>Der Beitrag ist urspr&uuml;nglich <a href=\"https:\/\/lenta.ru\/articles\/2025\/09\/26\/zhukovskiy\/\">im russischen Original hier erschienen<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ M-Production<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139646\">&bdquo;Russische Luftraumverletzung&ldquo; im Finnischen Meerbusen und ungekl&auml;rte v&ouml;lkerrechtliche Fragen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135540\">&bdquo;Russland hat Wehrpflicht auf zwei Jahre erh&ouml;ht&ldquo; &ndash; Die Fake News des Bundeswehr-Inspekteurs Alfons Mais bei Maybrit Illner<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=123508\">Er&ouml;ffnung des neuen Hauptquartiers f&uuml;r die NATO in Rostock: &bdquo;Vereint stehen wir, vereint k&auml;mpfen wir&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129811\">Ostseewasser sind tief &ndash; Neue Rechercheergebnisse zu den Nord-Stream-Anschl&auml;gen<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/f5b3e3453c9e4e8cbca03b060bd94844\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vormals friedliche Ostseeregion ist in j&uuml;ngster Zeit zu einer Konfliktzone geworden. Im Jahr 2022 wurde &bdquo;Nord Stream&ldquo; gesprengt, sp&auml;ter wurden Unterseekabel besch&auml;digt &ndash; in beiden F&auml;llen beschuldigten europ&auml;ische Medien Russland. NATO-Mitgliedstaaten begannen, Schiffe aufzuhalten, die russische H&auml;fen ansteuerten, und es wird immer h&auml;ufiger &uuml;ber die Schlie&szlig;ung der d&auml;nischen Meerenge gesprochen &ndash; das Tor zur<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139753\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":139754,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,181,166],"tags":[3291,2648,813,2301,466,2608,799,259,2448],"class_list":["post-139753","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-europapolitik","category-terrorismus","tag-anschlag","tag-baltische-staaten","tag-drohnen","tag-konfrontationspolitik","tag-nato","tag-nord-stream","tag-polen","tag-russland","tag-schifffahrt"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/shutterstock_2581231603.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139753","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=139753"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139753\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":139772,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139753\/revisions\/139772"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/139754"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=139753"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=139753"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=139753"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}