{"id":139936,"date":"2025-10-03T10:00:30","date_gmt":"2025-10-03T08:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139936"},"modified":"2025-10-02T18:04:23","modified_gmt":"2025-10-02T16:04:23","slug":"ueber-unsere-verhaeltnisse-millionen-kinder-leben-unter-aller-wuerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139936","title":{"rendered":"\u00dcber unsere Verh\u00e4ltnisse? Millionen Kinder leben unter aller W\u00fcrde!"},"content":{"rendered":"<p>Heranwachsenden in Deutschland stehen Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket zu. Aber nur einer von f&uuml;nf Berechtigten l&ouml;st seine Anspr&uuml;che ein. Schuld sind b&uuml;rokratische Hindernisse, Unkenntnis, Scham bei den Betroffenen und &uuml;ber allem der K&uuml;rzungseifer der Politik. So kam es, dass ein Gesetz, das eigentlich &bdquo;Besserung&ldquo; bringen sollte, das Gegenteil bewirkt hat: Die Ausgrenzung und Benachteiligung der &Auml;rmsten haben noch zugenommen. L&auml;uft das auch unter &bdquo;Sozialbetrug&ldquo;? Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6714\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-139936-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251002_Ueber_unsere_Verhaeltnisse_Millionen_Kinder_leben_unter_aller_Wuerde_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251002_Ueber_unsere_Verhaeltnisse_Millionen_Kinder_leben_unter_aller_Wuerde_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251002_Ueber_unsere_Verhaeltnisse_Millionen_Kinder_leben_unter_aller_Wuerde_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251002_Ueber_unsere_Verhaeltnisse_Millionen_Kinder_leben_unter_aller_Wuerde_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=139936-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251002_Ueber_unsere_Verhaeltnisse_Millionen_Kinder_leben_unter_aller_Wuerde_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251002_Ueber_unsere_Verhaeltnisse_Millionen_Kinder_leben_unter_aller_Wuerde_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ein Klassenkamerad l&auml;dt Lukas zum Geburtstag ein. Aber dessen Mutter kann sich die Anschaffung eines Geschenks nicht leisten. Daf&uuml;r reicht das B&uuml;rgergeld nicht. Also bleibt Lukas zu Hause. Er selbst w&uuml;rde seinen Geburtstag am liebsten im Trampolinpark feiern. Gar nicht dran zu denken. Es f&uuml;hlt sich schlimm an, nicht dazugeh&ouml;ren zu k&ouml;nnen, ausgeschlossen zu sein, vor allem f&uuml;r Kinder. In Deutschland betrifft dies Millionen von ihnen. Kino, Zoo, Eisbahn, Indoorspielplatz: alles in Sichtweite, aber au&szlig;er Reichweite, kein Hinkommen, immer nur Hinw&uuml;nschen &ndash; und Frustration. Gesellschaft, Gemeinschaft, Verbundenheit sind konstituierend f&uuml;r die Entwicklung Heranwachsender. Aber viele sind einfach nicht mit dabei.<\/p><p>Dabei sollte es l&auml;ngst ganz anders sein. Seit 2011 gibt es in Deutschland das <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Arbeit\/Grundsicherung-Buergergeld\/Bildungspaket\/bildungspaket.html\">Bildungs- und Teilhabepaket<\/a>, kurz BuT. Dessen erkl&auml;rtes Ziel war und ist es bis heute, die soziale Teilhabe benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu f&ouml;rdern und mehr Chancengerechtigkeit herzustellen. Das Paket umfasst eine Reihe an Ma&szlig;nahmen, darunter einen Zuschuss zum Schulbedarf, die Kostenerstattung f&uuml;r Fr&uuml;hst&uuml;ck und Mittagessen in Schulen und Tageseinrichtungen oder die Finanzierung von Klassenfahrten und Ausfl&uuml;gen mit der Kita. Dazu kommt mit der sogenannten Teilhabeleistung ein Instrument, das speziell auf Aktivit&auml;ten im privaten Umfeld, also au&szlig;erhalb von Kindergarten und Schule zielt, zum Beispiel die Teilnahme am Sport- und Vereinsleben, an Freizeiten, soziokulturellen Veranstaltungen und Bildungsangeboten.<\/p><p><strong>Angebot l&auml;uft &bdquo;ins Leere&ldquo;<\/strong><\/p><p>Daf&uuml;r werden nach anf&auml;nglich zehn Euro inzwischen 15 Euro monatlich bereitgestellt. Bei Bedarf lie&szlig;e sich damit auch ein Mitbringsel besorgen, damit der Sohnemann beim Kindergeburtstag nicht mit leeren H&auml;nden dasteht. Allerdings hat die Sache einen gro&szlig;en Haken: An die Mittel heranzukommen, ist in der Regel ein so schwieriges Unterfangen, dass es die wenigsten tats&auml;chlich auf sich nehmen oder auch nur wissen, welche Anspr&uuml;che sie haben und wie diese umzusetzen sind. Der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband hat die Misere in einer am Dienstag ver&ouml;ffentlichten Studie beziffert. Tats&auml;chlich erreicht die Teilhabeleistung nicht einmal 20 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder und Jugendlichen in Haushalten mit B&uuml;rgergeldbezug. F&uuml;r vier von f&uuml;nf laufe das Angebot &bdquo;ins Leere&ldquo;, womit das Gesetz auch 14 Jahre nach seiner Einf&uuml;hrung seine &bdquo;Misserfolgsgeschichte&ldquo; fortsetze, erkl&auml;rte Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Joachim Rock in einer <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/alle-meldungen\/default-7083e11ca420c6b6e913e56ca85f9292\/\">Medienmitteilung<\/a>.<\/p><p>Die Expertise <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/fileadmin\/user_upload\/Seiten\/Presse\/docs\/expertise_BuT-2025.pdf\">&bdquo;Teilhabequoten im Fokus&ldquo;<\/a> beruht auf Daten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) aus dem Jahr 2024. Sie betrachtet den Personenkreis im Wirkungsbereich des Sozialgesetzbuches II (B&uuml;rgergeld) und dabei auch nur die Situation der Sechs- bis unter 15-J&auml;hrigen. Von ihnen blieben demnach 80,2 Prozent unversorgt, 19,8 Prozent erhielten entsprechende Leistungen. Das k&ouml;nnte die allgemeine Lage sogar &bdquo;besch&ouml;nigen&ldquo;. Anspr&uuml;che hat n&auml;mlich auch der Nachwuchs in Elternh&auml;usern, die Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Asylleistungen beziehen, und dies bis zum 18. Lebensjahr, im Falle einer laufenden Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr. Studienautorin Greta Schabram glaubt, dass die Leistungen in diesen Gruppen noch seltener angerufen werden. &bdquo;Insbesondere bei Migranten mit mangelnden Deutschkenntnissen d&uuml;rfte eine breite Unkenntnis bestehen, dass sie &uuml;berhaupt entsprechende Anspr&uuml;che besitzen&ldquo;, sagte sie den <em>NachDenkSeiten<\/em>.<\/p><p><strong>Papierkrieg f&uuml;r 15 Euro<\/strong><\/p><p>Der Eindruck dr&auml;ngt sich auf, dass das Vorenthalten von Leistungen einem System folgt, also politisch gewollt und ganz nach dem Gusto professioneller Sozialkahlschl&auml;ger ist. Anhand der BA-Zahlen l&auml;sst sich der Zeitverlauf aufzeigen. Nur einmal seit Bestehen des Gesetzes, 2019, erhielten mit 20,3 Prozent knapp mehr als ein F&uuml;nftel der Berechtigten Zuwendungen. Mit Corona rutschte die Quote zwischenzeitlich auf 16,6 Prozent ab und pendelte sich danach wieder bei einem Wert um den Dreh der davor schon g&auml;ngigen knapp 20 Prozent ein. Eigentlich sollte das vor sechs Jahren in Kraft getretene sogenannte Starke-Familien-Gesetz Abhilfe schaffen und durch &bdquo;Erleichterungen&ldquo; und &bdquo;mehr Flexibilit&auml;t&ldquo; eine h&ouml;here Inanspruchnahme herbeif&uuml;hren. Zudem wurde die Teilhabeleistung von zehn auf 15 Euro pro Monat angehoben. Trotzdem blieben &bdquo;nennenswerte Effekte&ldquo; nach den Befunden der Parit&auml;tischen Forschungsstelle aus, und die &bdquo;Bestmarke&ldquo; von 2019 wurde seither stets unterboten.<\/p><p>Woran liegt das? Zust&auml;ndig f&uuml;r die Bewilligung der Leistungen sind in der Regel die Landkreise und kreisfreien St&auml;dte. Die aber setzen nach wie vor in der gro&szlig;en Mehrheit auf &bdquo;aufwendige&ldquo; Einzelfallbearbeitungen mit &bdquo;entsprechender Nachweisf&uuml;hrung&ldquo;, wie es in der Untersuchung hei&szlig;t. Alternativ lie&szlig;en sich auch Karten oder Gutscheine im Umfang der Geldleistung ausgeben, aber nur die wenigsten Stellen praktizieren das. In den meisten F&auml;llen m&uuml;sse jeder Kino- oder Theaterbesuch gesondert beantragt werden, bemerkte Schabram. Alles in allem umfasse das Prozedere &bdquo;sechs Seiten Papierkram&ldquo;, noch dazu in deutscher Sprache. &bdquo;Das ist doch klar, dass das die Leute abschreckt. Ich pers&ouml;nlich wollte mir das auch nicht antun.&ldquo;<\/p><p><strong>Hungern f&uuml;r den Nachwuchs<\/strong><\/p><p>Die Sozialforscherin will den Entscheidern keine b&ouml;sen Absichten unterstellen. Vielmehr herrsche ein verbreitetes Misstrauen, Eltern k&ouml;nnten ihren Kindern Zustehendes versagen, um das Geld in Alkohol und Zigaretten zu stecken. &bdquo;Deshalb dieser Kontrollwahn. Aber das sind haltlose Vorurteile, befeuert durch einschl&auml;gige Kampagnen wie der aktuellen gegen angeblich gro&szlig;fl&auml;chigen Sozialbetrug&ldquo;, so Schabram. &bdquo;Dabei tun 99,9 Prozent der Eltern alles daf&uuml;r, dass es ihre Kinder besser haben.&ldquo; Im Juni hatte der Verein Sanktionsfrei die Ergebnisse einer <a href=\"https:\/\/sanktionsfrei.de\/assets\/Buergergeldstudie_Sanktionsfrei_2025.pdf\">Umfrage<\/a> unter B&uuml;rgergeld-Empf&auml;ngern pr&auml;sentiert. Danach verzichten &uuml;ber die H&auml;lfte der Eltern regelm&auml;&szlig;ig auf Essen, damit ihre Kinder satt werden.<\/p><p>Bezeichnend ist die Entstehungsgeschichte des Bildungs- und Teilhabepakets. Die damals regierende schwarz-gelbe Koalition r&uuml;ckte damit nicht aus besserer Einsicht heraus, sondern auf juristischen Druck. Per <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2010\/02\/ls20100209_1bvl000109.html\">Urteil vom 9. Februar 2010<\/a> hatte das Bundesverfassungsgericht die Bemessung der Regelleistungen nach SGB II als unvereinbar mit dem Grundgesetz eingestuft. Unter anderem verlangten die Richter, die Unterst&uuml;tzung auch von Heranwachsenden an den tats&auml;chlichen Erfordernissen zu orientieren. Bis dahin hatte die Politik sie wie &bdquo;halbe Portionen&ldquo; behandelt und ihre Zuwendungen pauschal kleinkalkuliert, bei laut Entscheid &bdquo;v&ouml;lligem Ermittlungsausfall im Hinblick auf den kinderspezifischen Bedarf&ldquo;. Damit drohe diesen der &bdquo;Ausschluss von Lebenschancen&ldquo;, stellte das Gericht fest.<\/p><p><strong>K&uuml;rzen und T&auml;uschen<\/strong><\/p><p>Ein Jahr sp&auml;ter trat das BuT als B&uuml;ndel aus schon bestehenden und neuen Ma&szlig;nahmen in Kraft, wobei diese bis heute &uuml;berwiegend als Sachleistungen bewilligt werden. Union und FDP h&auml;tten auch auf Geldleistungen als fixen Bestandteil des Regelsatzes bauen k&ouml;nnen, sahen aber davon ab, um angeblich sicherzustellen, dass die Mittel &bdquo;bei den Kindern&ldquo; ankommen. Das taten sie in der Folge aber gerade nicht, denn w&auml;re es so gekommen, h&auml;tte das erheblich mehr Geld gekostet. Nimmt man die Zahlen des Parit&auml;tischen, m&uuml;sste der Bund allein viermal mehr f&uuml;r die Teilhabeleistung aufbringen als bisher.<\/p><p>Wie es um die anderen Elemente des BuT steht, ist nicht ermittelt beziehungsweise interessiert die Verantwortlichen nicht. Dazu werden schlicht keine belastbaren Daten erhoben. Allerdings ahnt man, dass auch daran gespart wird. Aber die Dinge sind noch perfider. Mit Einf&uuml;hrung des BuT wurden bis dahin bereits vorhandene Leistungen f&uuml;r Kinder und Jugendliche aus dem Regelsatz herausgerechnet, insbesondere Schulbedarf, Mittagsverpflegung, Sch&uuml;lerbef&ouml;rderung sowie der Anteil f&uuml;r soziale Teilhabe. Was es also davor noch automatisch gab, bekommt man heute nur noch mit Beh&ouml;rdenmarathon oder eben gar nicht mehr. Das k&ouml;nnte dazu gef&uuml;hrt haben, dass sozial bed&uuml;rftigen Kindern und Jugendlichen heute noch weniger Geld zugutekommt als zu Zeiten vor dem Bildungs- und Teilhabepaket. &bdquo;Man kann durchaus sagen, dass es f&uuml;r die meisten Menschen hier zu einer K&uuml;rzung kam&ldquo;, best&auml;tigte auch Schabram. Aber wie gesagt: Nichts Genaues wei&szlig; man, weil man es nicht wissen will.<\/p><p><strong>Nichts mit B&uuml;rokratieabbau<\/strong><\/p><p>&bdquo;Es ist absurd: In allen Bereichen soll es weniger B&uuml;rokratie geben, aber im Umgang mit den &Auml;rmsten unterh&auml;lt man einen riesigen Verwaltungsapparat, f&uuml;hrt irre Papierkriege und dreht jeden Euro dreimal um&ldquo;, beklagte die Wissenschaftlerin. &bdquo;Das ist nicht nur eine Zumutung f&uuml;r die Betroffenen, sondern auch extrem teuer.&ldquo; Die Politik k&ouml;nnte es sich leichter machen, indem die Leistungen an alle, die Anspr&uuml;che auf sie haben, pauschal ausgezahlt werden. So schl&auml;gt es der Parit&auml;tische vor. Au&szlig;erdem pl&auml;diert er daf&uuml;r, die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe f&uuml;r junge Menschen durch Rechtsanspr&uuml;che auszubauen und abzusichern. &bdquo;In einem derart reichen Land wie Deutschland ist es ein &Auml;rgernis, wenn Kinder nicht zum Fu&szlig;ball- oder Ballettunterricht gehen k&ouml;nnen&ldquo;, monierte Verbandschef Rock. &bdquo;Das muss dringend ge&auml;ndert werden, zumal jegliche Bem&uuml;hungen hin zu einer Kindergrundsicherung eingestellt scheinen.&rdquo;<\/p><p>Man erinnert sich: Es war einmal das &bdquo;zentrale sozialpolitische Projekt&ldquo; der abgew&auml;hlten Ampelregierung, s&auml;mtliche Familienleistungen &ndash; etwa Kindergeld, Kinderzuschlag, Kinderfreibetr&auml;ge, Bildungs- und Teilhabeangebote &ndash; zusammenzufassen und aus einer Hand zu offerieren. Im Kern ging es darum, alle Bed&uuml;rftigen per Automatismus zur Einl&ouml;sung ihrer Anspr&uuml;che zu bringen, w&auml;hrend heutzutage viele die ihnen zustehenden Hilfen aus Unwissenheit oder Scham nicht abrufen. Das aber h&auml;tte allerhand gekostet, Ex-Familienministerin Lisa Paus von der Gr&uuml;nen-Partei hatte den Mehraufwand seinerzeit auf zw&ouml;lf Milliarden Euro j&auml;hrlich taxiert. Aus den sch&ouml;nen Pl&auml;nen wurde nichts, weil die FDP gar nicht, SPD und Gr&uuml;ne bestenfalls halbherzig mitmachen wollten.<\/p><p><strong>Besser wehrhaft als satt<\/strong><\/p><p>Mit dem Regierungswechsel wurde das Vorhaben dann komplett abger&auml;umt, wobei &bdquo;nat&uuml;rlich&ldquo; auch Schwarz-Rot der Kinderarmut begegnen will. Man werde den Teilhabebetrag auf 20 Euro erh&ouml;hen und pr&uuml;fe im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Einf&uuml;hrung einer Kinderkarte f&uuml;r alle kindergeldberechtigten Kinder, hei&szlig;t es dazu im <a href=\"https:\/\/www.koalitionsvertrag2025.de\/sites\/www.koalitionsvertrag2025.de\/files\/koav_2025.pdf\">Koalitionsvertrag<\/a> von Union und SPD. &Uuml;ber dem Gesamtwerk prangt aber auch der Satz, &bdquo;alle Ma&szlig;nahmen (&hellip;) stehen unter Finanzierungsvorbehalt&ldquo;. Die Kindergrundsicherung l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en &hellip; Und w&auml;hrend man vor wenigen Jahren noch den Eindruck haben konnte, den Interessen sozial benachteiligter Menschen k&ouml;nnte endlich die n&ouml;tige Beachtung zuteilwerden, sehen sich die Leidtragenden heute einmal mehr Verleumdungen und Anfeindungen ausgesetzt.<\/p><p>So schnell &auml;ndert sich der Zeitgeist. Der verlangt heute &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; und nicht mehr, dass alle Kinder in Deutschland t&uuml;chtig essen k&ouml;nnen. Der Bundeskanzler meint, &bdquo;wir leben &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse&ldquo;. Klein Lukas lebt unter aller W&uuml;rde und mit ihm Millionen andere. Geschenkt &hellip;<\/p><p><small>Titelbild: Ralf Geithe\/shutterstock.com<\/small><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/5d75ebd0094f476dbbaba1f98cec6f2a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heranwachsenden in Deutschland stehen Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket zu. Aber nur einer von f&uuml;nf Berechtigten l&ouml;st seine Anspr&uuml;che ein. Schuld sind b&uuml;rokratische Hindernisse, Unkenntnis, Scham bei den Betroffenen und &uuml;ber allem der K&uuml;rzungseifer der Politik. 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