{"id":139975,"date":"2025-10-03T16:00:22","date_gmt":"2025-10-03T14:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139975"},"modified":"2025-10-02T18:20:39","modified_gmt":"2025-10-02T16:20:39","slug":"nur-in-den-philippinen-reflexionen-ueber-das-gastland-der-diesjaehrigen-frankfurter-buchmesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139975","title":{"rendered":"\u201eNur in den Philippinen\u201c: Reflexionen \u00fcber das Gastland der diesj\u00e4hrigen Frankfurter Buchmesse"},"content":{"rendered":"<p><em>&bdquo;Nur in den Philippinen&ldquo;<\/em> ist eine seit Langem gebr&auml;uchliche Redewendung, die auf unterschiedliche Weise gelesen werden kann &ndash; als Ausdruck des Stolzes auf Aktivit&auml;ten, Einstellungen und die reichen Sch&ouml;nheiten des Inselreichs, die Filipinos als einzigartig philippinisch empfinden, aber auch als Ausdruck von Frustration, Wut und Verzweiflung &uuml;ber Zust&auml;nde und Situationen, die als zutiefst korrupt, schreiend ungerecht oder einfach nicht gut (genug) gelten. Irrt&uuml;mlicherweise galt diese Redewendung als regierungsoffizieller, vom Tourismusministerium initiierter Slogan. Als solcher aber dienten in der Vergangenheit <em>&bdquo;WoW Philippines&ldquo;<\/em>, <em>&bdquo;It&lsquo;s More Fun in the Philippines&ldquo;<\/em> und seit Sommer 2023 <em>&bdquo;Love the Philippines&ldquo;<\/em>. Wobei den Sch&ouml;pfern dieser Slogans jeweils die Einzigartigkeit des Landes und seiner Menschen vorschwebte. Gesellschaftspolitisch zeichnet sich der Inselstaat tats&auml;chlich durch markante Alleinstellungsmerkmale aus. Eine kleine Spurensuche von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer s&uuml;dostasiatische Archipel, benannt nach einem Monarchen aus der Dynastie der Habsburger, K&ouml;nig Philipp II. (1527 &ndash; 1598), war &uuml;ber drei Jahrhunderte lang Teil des weltumspannenden spanischen Imperiums und galt als dessen Kronjuwel in Fernost.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Als ihre einstige und einzige Kolonie in Asien (1898 &ndash; 1946) traten die USA nach siegreichen Kriegen gegen Spanien dessen Erbe an und verwandelten die Inselgruppe in ein &bdquo;Sprungbrett&rdquo; zur Beherrschung der &bdquo;schier unermesslichen M&auml;rkte Chinas&ldquo;. Ein imperialer Beutezug, den Washington besch&ouml;nigend als Prozess &bdquo;wohlwollender Assimilierung&ldquo; (&bdquo;benevolent assimilation&ldquo;) bezeichnete. William McKinley, der damalige US-Pr&auml;sident, sprach in diesem Zusammenhang von der notwendigen <em>mission civilisatrice<\/em> &ndash; &bdquo;die Philippiner emporzuheben, zu zivilisieren und zu christianisieren&ldquo;; schlicht vergessend, dass unter der Zuchtrute Spaniens das Land in die einzige r&ouml;misch-katholische Hochburg in S&uuml;dost- und Ostasien verwandelt worden war. Erst im Jahre 2002 avancierte die vormalige portugiesische Provinz Osttimor als just unabh&auml;ngig gewordene Demokratische Republik Timor-Leste zum zweiten Land in der Region mit dominanter r&ouml;misch-katholischer Bev&ouml;lkerung.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Zeichnet sich der philippinische Katholizismus durch Ritenvielfalt und starr-konservative Weltanschauung aus, wo selbst Debatten &uuml;ber Abtreibung und Scheidung strikt tabuisiert blieben, entwickelten sich auf untersten Gemeindeebenen Str&ouml;mungen, die als Initialz&uuml;ndung f&uuml;r das Aufkommen einer &bdquo;Theologie des Kampfes&ldquo; wirkten. Es handelte sich hierbei um die radikalisierte Variante der in Lateinamerika entstandenen &bdquo;Theologie der Befreiung&ldquo;. In einem von Gro&szlig;grundbesitz und Feudalstrukturen gepr&auml;gten Hinterland waren es nicht selten die S&ouml;hne und T&ouml;chter der Beg&uuml;terten, die ihr wohlbeh&uuml;tetes Zuhause aus Protest gegen allgegenw&auml;rtige Unterdr&uuml;ckung und Ausbeutung verlie&szlig;en und sich stattdessen f&uuml;r ein sozialpolitisches Engagement im politischen Untergrund entschieden. Darunter waren auch S&ouml;hne und T&ouml;chter, die ein bereits begonnenes Theologiestudium abbrachen oder ihrem zuvor gew&auml;hlten Dasein als Priester oder Nonnen abrupt entsagten.<\/p><p>Seit 1902 existiert mit der <em>Iglesia Filipina Independiente (IFI)<\/em> eine Kirche, die sich in ihrer Theologie und Liturgie an eigenen Traditionen orientiert. Sie entstand in einer Umbruchphase, als man in dem &uuml;berwiegend katholischen Land die kulturelle Unabh&auml;ngigkeit von Spanien anstrebte und sich auch und gerade wegen kirchlicher Missst&auml;nde von der spanisch dominierten r&ouml;misch-katholischen Amtskirche zu distanzieren begann. Die IFI lehnt die Autorit&auml;t des Papstes ebenso ab wie den Z&ouml;libat und ist im Kern ein Produkt antikolonialen Widerstandes, dessen exponierte Gestalten gleichzeitig f&uuml;hrende Pers&ouml;nlichkeiten in der jungen, sich langsam landesweit formierenden Gewerkschaftsbewegung waren.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Als &bdquo;kleine braune Br&uuml;der&ldquo; (<em>&bdquo;little brown brothers&ldquo;<\/em>) hatte William Howard Taft, der erste US-Generalgouverneur der Philippinen (1901 &ndash; 1904), die Filipinos bezeichnet. Und das sind sie &ndash; keineswegs in rein paternalistischem oder rassistischem Sinne &ndash; geblieben. Zwischen den politischen Eliten dies- wie jenseits des Pazifiks entwickelte sich eine enge Sinnes- und Geistesverwandtschaft mit bizarrem Antikommunismus als verbindende Klammer. Das war so Mitte der 1950er-Jahre, als ausgerechnet in der philippinischen Metropole Manila mit der SEATO das &ouml;stliche Pendant zur NATO aus der Taufe gehoben wurde. Das blieb so seit dem Machtantritt von Ferdinand Marcos Senior Mitte der 1960er-Jahre, als gegen alle\/s Linke\/n diverse Ma&szlig;nahmen der &bdquo;Counterinsurgency&rdquo; (&bdquo;Aufstandsbek&auml;mpfung&rdquo;) entfesselt wurden. Und bis zum heutigen Tage werden Kritiker und Gegner der Zentralregierung als &bdquo;Kommunisten&ldquo;, &bdquo;Terroristen&ldquo; und &bdquo;Subversive&ldquo; denunziert, politisch kaltgestellt oder au&szlig;ergerichtlich exekutiert.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Nirgendwo sonst ist die Existenz m&auml;chtiger famili&auml;rer Clans und politischer Dynastien so ausgepr&auml;gt und verankert, wie das in den Philippinen der Fall ist. Allein seit Mitte der 1960er-Jahre haben vier bedeutsame Familienclans &ndash; die Macapagals, Marcoses, Aquinos und Dutertes &ndash; jeweils zwei ihrer Mitglieder ins h&ouml;chste Staatsamt beziehungsweise auf den Posten einer Vizepr&auml;sidentin zu hieven vermocht. Kein Wunder also, dass auf den Inseln das weltweit am engsten geflochtene Netz oligarchischer Strukturen im Kontext einer z&auml;hlebigen &bdquo;Elitendemokratie&ldquo; und Patronagepolitik zu konstatieren ist. Einmal mehr wurde dies eindr&uuml;cklich durch die Ergebnisse der im Mai dieses Jahres durchgef&uuml;hrten Halbzeitwahlen unterstrichen.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Der S&uuml;den der Philippinen ist Schauplatz des l&auml;ngsten bewaffneten Konflikts in S&uuml;dostasien. Die von den Spaniern absch&auml;tzig &bdquo;Moros&ldquo; genannten Muslime widersetzten sich erfolgreich gegen kastilische Bevormundung. Und es bedurfte ann&auml;hernd zweier Jahrzehnte, bis die neuen US-amerikanischen Kolonialherren aufgrund ihrer haushohen technologischen &Uuml;berlegenheit in puncto Waffensysteme die &bdquo;Moros&ldquo; in die Knie zwangen. Ein milit&auml;risches Wiederaufleben des sich mittlerweile selbst stolz so bezeichnenden Moro-Widerstandes seit Ende der 1960er-Jahre f&uuml;hrte dazu, dass von Anfang bis Mitte der 1970er-Jahre ein offener B&uuml;rgerkrieg auf Mindanao und in der Sulusee tobte &ndash; mit etwa 150.000 Toten. Wenngleich dort seit wenigen Jahren Kampfhandlungen deeskalierten, ist l&auml;ngst nicht ausgemacht, ob ein dauerhafter Frieden in der Region Bestand hat.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Nirgends in der Region macht noch eine sozialrevolution&auml;re Widerstandsbewegung in Gestalt der <em>Nationaldemokratischen Front der Philippinen (NDFP)<\/em> samt einer kommunistischen Partei (CPP) und eigener Guerillaarmee (NPA) von sich reden. Seit der Jahreswende 1968\/69, als sich die CPP und NPA formierten, herrscht in zahlreichen Landesteilen und in unterschiedlicher Intensit&auml;t ein Auszehrungskrieg, den weder die NPA noch die Streitkr&auml;fte der Philippinen (AFP) milit&auml;risch zu gewinnen vermochten. Begleitet wurden die Kampfhandlungen immer wieder von Friedensverhandlungen in den Niederlanden, wo die NDFP ihr internationales B&uuml;ro unterh&auml;lt und ein Teil ihrer F&uuml;hrung im Exil oder unter der &Auml;gide des norwegischen Au&szlig;enministeriums in Oslo lebt &ndash; bis dato indes mit ungewissem Ausgang.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Die NDFP hatte in ihrer politischen Hochphase von 1980 bis zum Sturz von Marcos Senior im Fr&uuml;hjahr 1986 ma&szlig;geblichen Anteil an der Politisierung und Radikalisierung des &ouml;ffentlichen Lebens. Sie war es auch, die den gr&ouml;&szlig;ten Blutzoll im Kampf gegen die Diktatur entrichtete. In der Zeit vom Sommer 1983 bis zum Fr&uuml;hjahr 1986 galt die NPA gem&auml;&szlig; US-amerikanischen Geheimdienstberichten als &bdquo;die weltweit am schnellsten wachsende Guerillabewegung&ldquo;.<\/p><p>Das Blatt wendete sich dramatisch, als die CPP in den entscheidenden Momenten des Machtwechsels von Marcos zu Aquino f&uuml;r einen Boykott vorgezogener Wahlen votierte und Teile der Partei das finsterste Kapitel ihrer eigenen Geschichte aufschlugen. Nach dem Machtwechsel in Manila kam es wiederholt zu milit&auml;rischen R&uuml;ckschl&auml;gen von NPA-Einheiten im Kampf gegen AFP-Verb&auml;nde. Verantwortliche politische Kader auf Mindanao und der Hauptinsel Luzon witterten &bdquo;Verrat in den eigenen Reihen&ldquo; und inszenierten ein Kesseltreiben gegen Genossen, die sie auf einmal f&uuml;r &bdquo;Spione&ldquo; der gegnerischen Seite hielten. Auf Mindanao nannte sich der als &bdquo;parteiinterne S&auml;uberung&ldquo; konzipierte Kurs kurz <em>&bdquo;Kampagne Knoblauch&ldquo;<\/em>. In deren Verlauf kamen &uuml;ber eintausend CPP-Mitglieder und Sympathisanten ums Leben, nachdem sie zuvor gefoltert, zu Denunziantentum gezwungen und\/oder von ihnen fabrizierte &bdquo;Gest&auml;ndnisse&ldquo; erpresst worden waren.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Wer h&auml;tte fr&uuml;her jemals zu glauben gewagt, dass genau 36 lange Jahre nach der Flucht der Marcoses und ihrer Entourage ins Hawaiier Exil der Sohn des vormaligen Diktators im Sommer 2022 als 17. Pr&auml;sident der Republik der Philippinen erneut in den Malaca&ntilde;ang-Palast zu Manila einzieht! Ein solch geschmeidiges politisches Comeback sucht seines- und ihresgleichen, wie denn auch der Machtwechsel in jenen politisch bewegten wie bewegenden Tagen im Monat Februar 1986 einzigartig war &ndash; halt &bdquo;only in the Philippines&ldquo;!<\/p><p>Der Marcos-Sturz &ndash; mal als &bdquo;friedliche Wunderrevolution&ldquo;, mal als &bdquo;People-Power-Revolution&ldquo; oder gar als &bdquo;Rosenkranz-Revolution&ldquo; weltweit &uuml;berschw&auml;nglich gepriesen &ndash; war alles, nur eben keine Revolution. Es war dies die Kulisse des weltweit ersten bis in Details telegen ausgeleuchteten Machtwechsels in einem Land der sogenannten Dritten Welt, die sich vorz&uuml;glich dazu geeignet hatte, die Welt der Finsternis (Marcos) im Widerstreit mit der Welt des Lichts (seine Nachfolgerin &bdquo;Cory&ldquo; Aquino) zu zeichnen. Hintergrund der Machtrochaden in Manila im Fr&uuml;hjahr 1986 war die Besorgnis der &bdquo;Schutzmacht&ldquo; USA, die Philippinen k&ouml;nnten durch einen &bdquo;unkontrollierten&ldquo; Machtwechsel auch den Fortbestand der dort gr&ouml;&szlig;ten au&szlig;erhalb des nordamerikanischen Kontinents gelegenen Milit&auml;rbasen, <em>Subic Naval Base<\/em> und <em>Clark Air Field<\/em>, gef&auml;hrden.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Ausgerechnet nach der exotischen, wahrscheinlich aus Indien stammenden <em>Sternfrucht<\/em> &ndash; u.a. auch <em>Carambola<\/em> genannt und in den Philippinen als <em>&bdquo;balimbing&ldquo;<\/em> bekannt &ndash; ist ein Typus von Politiker beschrieben, der sein F&auml;hnchen in den Wind h&auml;ngt und als Wendehals stets die N&auml;he zu den Tr&ouml;gen und Pfr&uuml;nden der jeweils Herrschenden sucht. Wer immer aus Wahlen als Sieger hervorgeht, kann versichert sein, dass ihm mit wehenden Fahnen all jene folgen, die gestern noch als deren Widersacher oder Gegner in Erscheinung getreten waren &ndash; &bdquo;balimbing&ldquo; halt. In den Philippinen wird es wohl keinen politischen Analysten geben, der imstande w&auml;re, die genaue Zahl von politischen Parteien zu nennen. Die erste R&uuml;ckfrage w&uuml;rde wohl lauten: &bdquo;Was meinen Sie &ndash; vor, w&auml;hrend oder nach Wahlen?&ldquo; Parteien entsprechen auf dem Archipel bis heute klientelistischen Netzwerken mit dominanten Pers&ouml;nlichkeiten an der Spitze als programmatisch ausgerichteten politischen Organisationen oder Gruppierungen.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Prototyp eines <em>&bdquo;balimbing&ldquo;<\/em> ist der Mitte Februar dieses Jahres 101 Jahre alt gewordene Juan Ponce Enrile &ndash; wie Marcos Sr. ein Mann aus dem Norden des Landes. Langj&auml;hrig hatte er diesem als Minister &ndash; zuletzt als Chef des Verteidigungsressorts &ndash; gedient und war Marcos&lsquo; Korsettstange w&auml;hrend der offiziellen Kriegsrechts&auml;ra im Lande von September 1972 bis Januar 1981. Buchst&auml;blich f&uuml;nf Minuten vor Zw&ouml;lf wandte sich Enrile von seinem Mentor und langj&auml;hrigen G&ouml;nner ab und ging auf Marcos zu Distanz, als sich im Rahmen der im Februar 1986 weltweit viel beachteten <em>&bdquo;People-Power-Revolution&ldquo;<\/em> das j&auml;he Ende des Diktators abzeichnete. Der Mann gerierte sich danach als Heilsbringer und Volksheld, protegierte Putschversuche gegen die Marcos-Nachfolgerin Aquino und stieg vom Kongressabgeordneten zum Senatspr&auml;sidenten auf, um seit dem Machtantritt von Marcos Jr. ebendiesem als nunmehr juristischer Chefberater zu dienen!<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Schlie&szlig;lich entbrannte in Manila seit Sommer 2024 ein veritabler Rosenkrieg <em>Filipino Style<\/em>! Das w&auml;hrend des Pr&auml;sidentschaftswahlkampfs 2022 in trauter Eintracht geformte und aus diesem als strahlendes Siegertandem hervorgegangene Marcos-Duterte-Team wurde sich spinnefeind und ist heute priorit&auml;r darauf bedacht, gegeneinander zu regieren. Diese tiefen Animosit&auml;ten zwischen Pr&auml;sident Marcos Jr. und seiner Vizepr&auml;sidentin Sarah Duterte, Tochter des seit Fr&uuml;hjahr dieses Jahres wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im <em>Internationalen Strafgerichtshof (IStGH)<\/em> zu Den Haag inhaftierten Ex-Pr&auml;sidenten Rodrigo R. Duterte (2016 &ndash; 2022), haben die Gesellschaft gespalten. Dutertes brutaler &bdquo;Antidrogenkrieg&ldquo; soll bis zu 30.000 Todesopfer gefordert haben. Er ist das erste asiatische Ex-Staatsoberhaupt, das sich vor dem IStGH f&uuml;r seine Taten zu verantworten hat.<\/p><div style=\"text-align:center; padding:0 0 10px 0;\">*<\/div><p>Als sei all das nicht schon schlimm genug, wird das Land seit August von Korruptionsskandalen gargantuesken Ausma&szlig;es ersch&uuml;ttert. Es geht um die Veruntreuung &ouml;ffentlicher Gelder in zweistelliger Milliardenh&ouml;he seitens Kongressabgeordneter sowie Senatoren, die eigentlich f&uuml;r einen effektiven (Hochwasser-)Katastrophenschutz vorgesehen waren &ndash; und das in einem Land, das erst im just vorgelegten <em>WeltRisikoIndex 2025<\/em> erneut als das weltweit katastrophenanf&auml;lligste eingestuft ist.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>&Uuml;ber den Autor: <strong>Rainer Werning<\/strong> ist unter anderem gemeinsam mit J&ouml;rg Schwieger Herausgeber der beiden B&auml;nde: &bdquo;Handbuch Philippinen &ndash; Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur&ldquo;, das in sechster, aktualisierter und erweiterter Auflage 2019 im Berliner regiospectra Verlag erschienen ist, sowie des anl&auml;sslich der diesj&auml;hrigen Frankfurter Buchmesse (15. &ndash; 19. Oktober) mit den Philippinen als Ehrengast vorgelegten Buches &bdquo;Von Marcos zu Marcos: Die Philippinen seit 1965&ldquo;, Wien: Promedia Verlag.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><em>&bdquo;Nur in den Philippinen&ldquo;<\/em> ist eine seit Langem gebr&auml;uchliche Redewendung, die auf unterschiedliche Weise gelesen werden kann &ndash; als Ausdruck des Stolzes auf Aktivit&auml;ten, Einstellungen und die reichen Sch&ouml;nheiten des Inselreichs, die Filipinos als einzigartig philippinisch empfinden, aber auch als Ausdruck von Frustration, Wut und Verzweiflung &uuml;ber Zust&auml;nde und Situationen, die als zutiefst korrupt, schreiend<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139975\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":139983,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,127],"tags":[2871,2750,1440,1792,2177,1971,2515,564,2490,1556,3528],"class_list":["post-139975","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-antikommunismus","tag-buchmesse","tag-internationaler-strafgerichtshof","tag-kolonialismus","tag-militaerdiktatur","tag-philippinen","tag-regierungskrise","tag-spanien","tag-staatsterrorismus","tag-usa","tag-veruntreuung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/shutterstock_2538180963.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139975","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=139975"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139975\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140037,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/139975\/revisions\/140037"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/139983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=139975"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=139975"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=139975"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}