{"id":140182,"date":"2025-10-07T09:00:39","date_gmt":"2025-10-07T07:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140182"},"modified":"2025-10-08T07:27:19","modified_gmt":"2025-10-08T05:27:19","slug":"der-gita-plan-fuer-gaza-technokratische-stabilisierung-oder-demuetigende-entmuendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140182","title":{"rendered":"Der GITA-Plan f\u00fcr Gaza: Technokratische Stabilisierung oder dem\u00fctigende Entm\u00fcndigung?"},"content":{"rendered":"<p>Die j&uuml;ngsten Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine Nachkriegsordnung im Gazastreifen &ndash; allen voran der von Tony Blair mitentwickelte &bdquo;Gaza International Transitional Authority&ldquo; (GITA) Plan &ndash; sorgen f&uuml;r kontroverse Debatten. Offiziell pr&auml;sentiert sich der Blair-Plan als technokratisches Stabilisierungskonzept f&uuml;r die vom Krieg verheerte K&uuml;stenenklave. Doch viele Pal&auml;stinenser und Beobachter sehen darin den Versuch, die pal&auml;stinensische Souver&auml;nit&auml;t auszuh&ouml;hlen. Von <strong>Detlef Koch<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_449\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140182-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251007-GITA-Plan-fuer-Gaza-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251007-GITA-Plan-fuer-Gaza-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251007-GITA-Plan-fuer-Gaza-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251007-GITA-Plan-fuer-Gaza-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140182-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251007-GITA-Plan-fuer-Gaza-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251007-GITA-Plan-fuer-Gaza-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Seit dem Kriegsausbruch im Oktober 2023 pochen die pal&auml;stinensischen Vertreter unisono auf ihre grundlegenden Rechte: ein Ende von Besatzung und Blockade, echte Selbstbestimmung und die Verwirklichung eines unabh&auml;ngigen Pal&auml;stinenserstaates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Diese Forderungen stehen im scharfen Kontrast zu einem &Uuml;bergangsregime wie GITA, das von au&szlig;en gelenkt wird. Struktur und Machtlogik des Blair-Plans &uuml;bergehen in kolonialer Arroganz die pal&auml;stinensischen Friedensforderungen und der Plan ist bestenfalls als <em>&bdquo;technokratische&ldquo;<\/em> &Uuml;bergangsl&ouml;sung ohne &Uuml;berzeugungskraft zu werten. Koloniale Denkfiguren dominieren elementare Prinzipien des V&ouml;lkerrechts &ndash; insbesondere das Selbstbestimmungsrecht der V&ouml;lker.<\/p><p><strong>GITA: Struktur &amp; Machtlogik eines &Uuml;bergangsregimes<\/strong><\/p><p>Der GITA-Plan sieht vor, dass der Wiederaufbau und die Verwaltung Gazas weitgehend von internationalen Akteuren kontrolliert werden &ndash; pal&auml;stinensische Vertreter h&auml;tten nur nachgeordnete Rollen.<em><\/em><\/p><p>Der Plan schl&auml;gt einen internationalen &Uuml;bergangsverwaltungsrat mit weitreichenden Befugnissen vor und w&uuml;rde zun&auml;chst von 7 bis 10 Mitgliedern au&szlig;erhalb Gazas (in al-Arisch, &Auml;gypten) geleitet und durch den UN-Sicherheitsrat autorisiert operieren. Lediglich ein Mitglied soll ein Pal&auml;stinenser sein &ndash; &bdquo;aus dem Gesch&auml;fts- oder Sicherheitssektor&ldquo; &ndash;, w&auml;hrend die &uuml;brigen Pl&auml;tze mit internationalen Pers&ouml;nlichkeiten mit politischer oder &ouml;konomischer Erfahrung besetzt w&uuml;rden. Mit dem&uuml;tigender Machtasymmetrie wird hier regionale Legitimit&auml;t vorget&auml;uscht. <\/p><p>Der geleakte Entwurf nennt prominente externe Kandidaten wie den &auml;gyptischen Milliard&auml;r Naguib Sawiris, den US-Investor Marc Rowan und Aryeh Lightstone (einen fr&uuml;heren Trump-Berater) &ndash; alle au&szlig;erhalb Gazas und wohl kaum die w&uuml;nschenswerten Repr&auml;sentanten. Der mutma&szlig;liche Kriegsverbrecher Tony Blair h&ouml;chstselbst wird als m&ouml;glicher Vorsitzender mit &bdquo;&uuml;bergreifender Autorit&auml;t&ldquo; &uuml;ber zentrale politische, rechtliche und Sicherheitsfragen genannt. Er gestaltet dann die &bdquo;politische und strategische Richtung&ldquo; der Gaza-Verwaltung, erl&auml;sst wichtige Gesetze und ernennt Personen in hohe &Auml;mter. Auch in Verhandlungen mit externen Akteuren (Israel, &Auml;gypten, USA) tritt er als h&ouml;chster Vertreter Gazas auf &ndash; bemerkenswerterweise ohne Nennung der pal&auml;stinensischen Autonomiebeh&ouml;rde (PA) in diesem diplomatischen Kontext. Ein unglaublicher Vorgang.<\/p><p>Ein solches Konstrukt k&auml;me einer faktischen Entmachtung der lokalen pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung gleich. Gesetzgebung und Exekutive in Gaza l&auml;gen f&uuml;r die &Uuml;bergangszeit vollst&auml;ndig in den H&auml;nden des internationalen Rates: Laut Entwurf kann GITA bindende Entscheidungen erlassen, Gesetze verabschieden und Spitzenposten besetzen &ndash; womit ausl&auml;ndische Funktion&auml;re Mehrheitsentscheidungen f&uuml;r Gaza treffen w&uuml;rden. Pal&auml;stinenser w&auml;ren auf ausf&uuml;hrende Rollen beschr&auml;nkt und somit Objekte fremder Herrschaft und Beschl&uuml;sse.<\/p><p>Der GITA-Vorstand w&uuml;rde seinerseits gegen&uuml;ber dem UN-Sicherheitsrat berichten, nicht etwa an die Bev&ouml;lkerung Gazas. Diese Konstruktion erinnert an historische Mandats- oder Treuhandverwaltungen und ist laut Berichten explizit an fr&uuml;here UN-&Uuml;bergangsmissionen (Osttimor, Kosovo u.a.) angelehnt. Allerdings fehlt im GITA-Plan ein zentrales Element solcher Missionen: ein klar terminiertes Ende mit &Uuml;bergang zur vollen Souver&auml;nit&auml;t. Zwar versprechen die Planer, GITA solle die Verwaltung &bdquo;nach und nach&ldquo; an eine reformierte Pal&auml;stinenserbeh&ouml;rde &uuml;bergeben. Doch konkrete Fristen sucht man vergebens. Der Zeithorizont wird vage mit bis zu f&uuml;nf Jahren angegeben &ndash; manche Diplomaten spekulieren sogar, GITA k&ouml;nnte schon nach zwei Jahren enden, w&auml;hrend andere eine Verl&auml;ngerung nicht ausschlie&szlig;en.<\/p><p>Gerade diese fehlende Verbindlichkeit wird von arabischen Staaten kritisch gesehen, bietet sie doch keinerlei Garantie, <em>wann<\/em> die Pal&auml;stinenser ihre volle Regierungsgewalt tats&auml;chlich zur&uuml;ckerlangen. F&uuml;r den israelischen Premier Benjamin Netanjahu hingegen ist die Offenheit des Zeitplans ein <em>Vorteil<\/em>, da sie Israels Einfluss wahrt.<\/p><p>Strukturell l&auml;uft GITA darauf hinaus, Gaza institutionell von der Westbank abzukoppeln. Der Entwurf w&uuml;rde Gaza als separates Verwaltungsgebiet neu definieren, mit einer eigenen (von Ausl&auml;ndern dominierten) Gouvernance, losgel&ouml;st von der in Ramallah sitzenden PA-Regierung. Pal&auml;stinensische Kritiker warnen, dies schaffe eine <em>parallele Jurisdiktion<\/em> in Gaza, die Pal&auml;stina als einheitliches politisches Subjekt spalte. Xavier Abu Eid, ehemaliges Mitglied des PLO-Verhandlungsteams, betont, das Oslo-Abkommen habe Gaza und Westjordanland als integrale Einheit anerkannt &ndash; der GITA-Plan jedoch <em>&bdquo;trennt Gaza rechtlich vom Westjordanland&ldquo;<\/em> und lasse v&ouml;llig offen, wie die Gebiete je wieder vereint werden sollen[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Selbst offizielle Vertreter, die an den Gespr&auml;chen beteiligt waren, r&auml;umen ein, dass Pal&auml;stinenser im GITA-Ger&uuml;st h&ouml;chstens Juniorpartner w&auml;ren. So fasst es die <em>Washington Post<\/em> mit den Worten eines pal&auml;stinensischen Offiziellen zusammen: <em>&bdquo;Man h&auml;tte einen Rat mit ausl&auml;ndischer Mehrheit, der f&uuml;r die Pal&auml;stinenser in Gaza Gesetze erl&auml;sst.&ldquo;<\/em> Genau dieses Szenario &ndash; Fremdherrschaft per Dekret in Gaza &ndash; weckt bei vielen Pal&auml;stinensern tiefes Misstrauen.<\/p><ol>\n<li><strong>Pal&auml;stinensische Friedensforderungen vs. GITA-Plan<\/strong>\n<p>        Im Zentrum der pal&auml;stinensischen Position steht das v&ouml;lkerrechtlich verb&uuml;rgte Recht auf nationale Selbstbestimmung: die Schaffung eines unabh&auml;ngigen, souver&auml;nen Pal&auml;stinenserstaates auf den 1967 besetzten Gebieten mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. <em>&bdquo;Oberste Priorit&auml;t&ldquo;<\/em> haben laut PLO-Exekutivkomitee zudem das unver&auml;u&szlig;erliche R&uuml;ckkehrrecht der Fl&uuml;chtlinge, der vollst&auml;ndige Abzug der Besatzungsmacht Israel und die umfassende Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber das eigene Territorium. Pr&auml;sident Mahmud Abbas bekr&auml;ftigte vor der UN-Generalversammlung im September 2025 ausdr&uuml;cklich, dass ausschlie&szlig;lich die Pal&auml;stinensische Autonomiebeh&ouml;rde (PA) &ndash; als Kern eines k&uuml;nftigen Staates Pal&auml;stina &ndash; legitimiert sei, <em>&bdquo;die volle Verantwortung f&uuml;r Verwaltung und Sicherheit in Gaza zu &uuml;bernehmen&ldquo;<\/em>. Dies solle durch ein eigenes pal&auml;stinensisches <em>&Uuml;bergangskomitee<\/em> unter PA-Anbindung und mit arabischer\/internationaler Unterst&uuml;tzung geschehen. Abbas&rsquo; Botschaft lautete unmissverst&auml;ndlich: Hamas hat in einem Nachkriegs-Gaza politisch nichts zu suchen, aber <em>der pal&auml;stinensische Souver&auml;n muss die Oberhand behalten<\/em>. Innerpal&auml;stinensisch wird auf Neuwahlen und institutionelle Reformen hingearbeitet, um nach dem Krieg eine demokratisch legitimierte Selbstregierung sicherzustellen. Entscheidend ist dabei der Grundsatz, dass jegliche internationale Hilfe oder Aufsicht zeitlich befristet und an klaren Fortschritten Richtung Eigenstaatlichkeit gekoppelt sein muss.<\/p>\n<p>        Demgegen&uuml;ber bleibt der GITA-Plan auffallend schweigsam zu staatlicher Souver&auml;nit&auml;t und anderen pal&auml;stinensischen Kernanliegen. Zwar behaupten US-Offizielle inzwischen, der 21-Punkte-Plan &ouml;ffne eine &bdquo;glaubw&uuml;rdige T&uuml;r&ldquo; zu einem k&uuml;nftigen Pal&auml;stinenserstaat. Konkret hei&szlig;t es, nach erfolgreicher Entwaffnung Gazas und dem Wiederaufbau solle ein <em>Pfad<\/em> zu einer unabh&auml;ngigen pal&auml;stinensischen Staatlichkeit entstehen. Allerdings wird dieser Pfad ausdr&uuml;cklich von Bedingungen abh&auml;ngig gemacht: Die pal&auml;stinensische Seite m&uuml;sse erst ein umfangreiches <em>Reformprogramm<\/em> absolvieren und <em>&ldquo;Gaza&rsquo;s Entwicklung voranschreiten&rdquo;<\/em>, bevor ein eigener Staat Realit&auml;t werden k&ouml;nne. Mit anderen Worten: Das Selbstbestimmungsrecht der Pal&auml;stinenser &ndash; an sich ein <em>unverbr&uuml;chliches Prinzip des V&ouml;lkerrechts<\/em> &ndash; w&uuml;rde unter einen Reformvorbehalt gestellt, oder &bdquo;Die Wilden m&uuml;ssen zuerst zivilisiert werden&ldquo;.<\/p>\n<p>        In einem aktuellen IGH-Gutachten bekr&auml;ftigte der Weltgerichtshof, das Recht des pal&auml;stinensischen Volkes auf Selbstbestimmung sei <em>&bdquo;unver&auml;u&szlig;erlich und d&uuml;rfe keinen Bedingungen unterworfen werden&ldquo;<\/em>. Der GITA-Plan hingegen kn&uuml;pft die politische Zukunft Gazas an die wohlwollende Bewertung durch internationale Akteure (USA, Geber, IFIs), die z.B. die <em>&bdquo;Reife&ldquo;<\/em> der PA-Institutionen beurteilen. Historisch erinnert dies fatal an koloniale Praktiken, vor denen die UN bereits 1960 mit Nachdruck warnte: <em>&bdquo;Mangelnde politische, wirtschaftliche, soziale oder erzieherische &sbquo;Reife&lsquo; darf niemals als Vorwand dienen, die Unabh&auml;ngigkeit zu verz&ouml;gern.&ldquo;<\/em> Genau das w&uuml;rde aber passieren, wenn GITA solange fortbesteht, bis externe M&auml;chte Pal&auml;stinenser als <em>&bdquo;bereit f&uuml;r Staatlichkeit&ldquo;<\/em> erachten.<\/p>\n<p>        Eine zentrale pal&auml;stinensische Bedingung ist die <em>vollst&auml;ndige Beendigung der israelischen Besatzung und Blockade<\/em>. Hier bietet GITA lediglich einen indirekten Ansatz: Vorgesehen ist zwar eine schrittweise &Uuml;bergabe von Teilen Gazas an ein arabisch gef&uuml;hrtes internationales Friedenskontingent, was einen Abzug der israelischen Armee aus diesen Zonen erm&ouml;glichen soll. Israels F&uuml;hrung betont jedoch offen, man werde <em>&bdquo;die Sicherheitskontrolle &uuml;ber Gaza behalten &ndash; unabh&auml;ngig von k&uuml;nftigen Pl&auml;nen&ldquo;<\/em>. Der GITA-Plan schafft also keine Garantie, dass Gaza wirklich frei von externer Milit&auml;rherrschaft w&auml;re. Im Gegenteil: Die Gefahr besteht, dass anstelle einer israelischen Blockade ein <em>international &uuml;berwachtes &bdquo;Sicherheitsregime&ldquo;<\/em> tritt, dem die lokale Bev&ouml;lkerung ebenso wenig zustimmt. Des Weiteren verlangen die Pal&auml;stinenser die <em>Wahrung der territorialen Einheit<\/em> von Gaza und Westjordanland. Doch wie oben beschrieben, droht GITA eine institutionelle Separation einzuf&uuml;hren, die diese Einheit unterminiert. Die PLO hatte explizit gewarnt, keine &bdquo;Teill&ouml;sungen&ldquo; zu akzeptieren, die die Vertretungsrolle der legitimen pal&auml;stinensischen F&uuml;hrung aush&ouml;hlen &ndash; eine Warnung, die genau auf Pl&auml;ne wie GITA abzielt, welche die PLO\/PA umgehen und stattdessen neue Strukturen schaffen. Schlie&szlig;lich fehlt im GITA-Plan jegliche Auseinandersetzung mit dem Recht auf R&uuml;ckkehr und Entsch&auml;digung der pal&auml;stinensischen Fl&uuml;chtlinge. W&auml;hrend pal&auml;stinensische Vertreter auf einer gerechten L&ouml;sung der Fl&uuml;chtlingsfrage bestehen, behandelt GITA Gaza isoliert und pr&auml;sentiert sogar &ouml;konomische Konzepte (Investitionsinitiativen, Public-Private-Partnerships), die an den Bed&uuml;rfnissen der vertriebenen Bev&ouml;lkerung vorbeigehen. Kurz: Der Plan setzt technokratische Verwaltungsma&szlig;nahmen und Wirtschaftsprojekte an die Stelle einer umfassenden politischen L&ouml;sung, wie sie die Pal&auml;stinenser fordern (Ende der Besatzung, Zwei-Staaten-L&ouml;sung auf Basis internationalen Rechts, Rechte f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge). Aus pal&auml;stinensischer Sicht l&auml;uft GITA damit auf eine gef&auml;hrliche Entpolitisierung ihres Anliegens hinaus. Anstatt die Konfliktursachen &ndash; Besatzung, Vertreibung, staatenloser Status &ndash; zu beheben, will man Gaza <em>&bdquo;befrieden&ldquo;<\/em>, ohne den Pal&auml;stinensern das Zugeh&ouml;rige an Souver&auml;nit&auml;t zuzugestehen. Dieses Auseinanderklaffen zwischen <em>technokratischer Problemverwaltung<\/em> und <em>berechtigtem politischen Anspruch<\/em> ist es, was den GITA-Plan f&uuml;r viele Pal&auml;stinenser unannehmbar macht.\n    <\/p><\/li>\n<li><strong>Politisch-ethische Bewertung: Koloniale Muster und psychologische Wirkungen<\/strong>\n<p>        Angesichts dieser Diskrepanz verwundert es nicht, dass der GITA-Plan sowohl bei pal&auml;stinensischen Vertretern als auch unabh&auml;ngigen Experten Alarmglocken schrillen l&auml;sst. Sprachlich wie strukturell weist der Plan zahlreiche Motive auf, die an koloniale <em>Paternalismus<\/em>-Modelle erinnern. Schon die Idee, Gaza brauche eine <em>&bdquo;technokratische, unpolitische&ldquo;<\/em> Verwaltung durch extern ernannte Experten, impliziert, die einheimische Gesellschaft sei unf&auml;hig zur Selbstregierung. Dieses Narrativ &ndash; <em>&bdquo;die Zivilisierten m&uuml;ssen ordnend eingreifen&ldquo;<\/em> &ndash; ist aus der Kolonialgeschichte allzu bekannt. GITA w&uuml;rde Gaza de facto unter eine <em>&bdquo;h&ouml;here Vormundschaft&ldquo;<\/em> stellen, mit Tony Blair als eine Art Gouverneur-General (so wurde er in arabischen Medien bereits bezeichnet). Ein sieben- bis zehnk&ouml;pfiger &bdquo;Friedensrat&ldquo;, best&uuml;ckt mit westlichen Staatsm&auml;nnern und Milliard&auml;ren an der Spitze und nur einem Pal&auml;stinenser am unteren Ende, erinnert frappierend an die hierarchischen Verwaltungsr&auml;te vergangener Kolonialregime. Dieser <em>Top-down<\/em>-Ansatz spiegelt ein paternalistisches Weltbild wider, in dem den Pal&auml;stinensern die politische M&uuml;ndigkeit abgesprochen wird. Stattdessen sollen <em>ausw&auml;rtige &bdquo;Erwachsene&ldquo;<\/em> in ihrem Namen entscheiden, was <em>&bdquo;das Beste&ldquo;<\/em> f&uuml;r Gaza sei &ndash; wobei wirtschaftliche Schlagworte wie <em>&bdquo;public-private partnerships&ldquo;<\/em> und <em>&bdquo;kommerziell rentable Investitionen&ldquo;<\/em> auff&auml;llig im Vordergrund stehen. Kritiker sprechen von einer &bdquo;neokolonialen &Uuml;bernahme Gazas, ohne Garantien, dass die Pal&auml;stinenser jemals wieder selbst regieren d&uuml;rfen&ldquo;. Dass ausgerechnet Tony Blair &ndash; der im Nahen Osten wegen seiner Rolle im Irakkrieg vielerorts als <em>Kriegstreiber<\/em> und &bdquo;Kolonialstratege&ldquo; verschrien ist &ndash; diesen Plan mitentwickelt hat und sogar selbst anf&uuml;hren m&ouml;chte, best&auml;rkt solche Vorw&uuml;rfe. <em>&bdquo;Wir standen schon einmal unter britischem Kolonialismus. Blair hat hier einen miserablen Ruf &ndash; das Erste, was die Leute bei seinem Namen sagen, ist &lsquo;Irakkrieg&rsquo;&ldquo;<\/em>, so Mustafa Barghouti, ein bekannter pal&auml;stinensischer Politiker. Auch die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese reagierte entsetzt auf Blairs m&ouml;gliche Rolle: <em>&bdquo;Tony Blair? Um Gottes Willen, H&auml;nde weg von Pal&auml;stina.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>        Neben den kolonialen Denkmustern wirft der GITA-Plan gravierende v&ouml;lkerrechtliche Bedenken auf. Die UN-Charta und das Selbstbestimmungsrecht der V&ouml;lker untersagen <em>&bdquo;die Unterwerfung eines Volkes unter fremde Obhut&ldquo;<\/em>, da dies eine Verweigerung grundlegender Menschenrechte darstellt. Es ist die zeitweilige <em>Entm&uuml;ndigung<\/em> von 2 Millionen Gazanern durch ein <em>fremdes<\/em> Regime. UN-Resolution 1514 (XV) &ndash; das gro&szlig;e Anti-Kolonialismus-Dokument &ndash; erkl&auml;rt unmissverst&auml;ndlich, dass <em>&bdquo;die Unterwerfung von V&ouml;lkern unter fremde Unterjochung, Beherrschung und Ausbeutung die Charta der UN verletzt&ldquo;<\/em>. Der Blair-Plan tr&auml;gt die Arroganz kolonialer Herrschaft in sich und ist de facto eine moderne Form von <em>&bdquo;Mandatsverwaltung&ldquo;<\/em>, bei der Gaza-Bewohner ihres Rechts beraubt werden, frei &uuml;ber ihr politisches Schicksal zu bestimmen. Es bleibt die Frage: Wo ist die Zustimmung des pal&auml;stinensischen Volkes? &Uuml;bergangsverwaltungen wie in Osttimor oder Kosovo wurden in enger Abstimmung mit den jeweiligen Unabh&auml;ngigkeitsbewegungen installiert. Im Falle Gazas hingegen liegt kein Mandat der Bev&ouml;lkerung vor &ndash; vielmehr regiert man an ihr vorbei. Das Recht auf Selbstbestimmung der Pal&auml;stinenser wird fundamental ausgeh&ouml;hlt. Die UN-Expertenkommission f&uuml;r Pal&auml;stina appellierte im November 2023 explizit, <em>jede<\/em> Friedensinitiative m&uuml;sse das Selbstbestimmungsrecht achten und echte Rechenschaft f&uuml;r Verbrechen sicherstellen. Der GITA-Plan bietet weder das eine noch das andere &ndash; in seinem kolonialen Design kommt das Wort <em>Gerechtigkeit<\/em> gar nicht erst vor.<\/p>\n<p>        Psychologisch k&ouml;nnte ein solches aufgezwungenes Arrangement fatalen Einfluss auf die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung haben. Nach &uuml;ber 16 Jahren Blockade und mehreren verheerenden Kriegen (besonders ab Oktober 2023) leidet Gaza bereits unter kollektiver Traumatisierung: Studien zeigen, dass nach fr&uuml;heren Bombardements je nach Ort 6 Prozent bis zu 70 Prozent der Kinder in Gaza Anzeichen von posttraumatischer Belastungsst&ouml;rung (PTBS) aufwiesen. Die Menschen haben unvorstellbare Verluste erlitten; die gesellschaftliche Resilienz steht auf Messers Schneide. In dieser Lage w&auml;re der Verlust der politischen Eigenkontrolle &ndash; also zu erfahren, dass das eigene Land nun <em>fremdbestimmt<\/em> verwaltet wird &ndash; f&uuml;r viele ein weiterer schwerer Schlag. Demoralisierung und Gef&uuml;hl der Ohnmacht k&ouml;nnten um sich greifen, wenn die Aussicht schwindet, in absehbarer Zukunft selbst &uuml;ber das eigene Schicksal bestimmen zu d&uuml;rfen.<\/p>\n<p>        Ein solcher Zustand k&ouml;nnte paradoxerweise zu Radikalisierungssch&uuml;ben f&uuml;hren, anstatt Extremismus zu reduzieren. Die Logik dahinter ist historisch belegt: Wann immer eine Bev&ouml;lkerung das Gef&uuml;hl hat, <em>nichts mehr zu verlieren<\/em> und keine politische Mitgestaltungsm&ouml;glichkeit mehr zu haben, w&auml;chst der Zulauf zu radikalen, auch gewaltsamen Widerstandsformen. Im Irak zeigte sich nach 2003 exemplarisch, wie die Einsetzung eines US-&bdquo;Prokonsuls&ldquo; (Paul Bremer) und der Ausschluss lokaler Kr&auml;fte eine breite Aufstandsbewegung befeuerte. Gaza birgt ein &auml;hnliches Risiko: Sollten internationale B&uuml;rokraten und Soldaten das Sagen &uuml;bernehmen, k&ouml;nnten manche Pal&auml;stinenser sie als <em>Besatzungsmacht in neuem Gewand<\/em> betrachten &ndash; und entsprechend bek&auml;mpfen. Israelische Hardliner argumentieren zwar, Gaza m&uuml;sse <em>&bdquo;entwaffnet und deradikalisert&ldquo;<\/em> werden; im Trump-Plan ist gar von speziellen De-Radikalisierungsprogrammen f&uuml;r die Gazaner Bev&ouml;lkerung die Rede. Doch ein &bdquo;Umerziehungs&ldquo;-Ansatz, der die Menschen in Gaza pauschal als sicherheitsgef&auml;hrdendes Objekt betrachtet, verkennt die tats&auml;chlichen Ursachen von Wut und Verzweiflung.<\/p>\n<p>        Radikalisierung gedeiht vor allem dort, wo Ungerechtigkeit, Perspektivlosigkeit und Traumatisierung herrschen. Genau dieses Trio w&uuml;rde ein entm&uuml;ndigendes &Uuml;bergangsregime verl&auml;ngern: GITA br&auml;chte keine Gerechtigkeit (z.B. Strafverfolgung f&uuml;r Kriegsverbrechen oder Ende der Besatzung), keine politische Perspektive (Staatlichkeit bleibt auf unbestimmte Zeit vertagt) und w&uuml;rde die vorhandenen Traumata eher verschlimmern. Psychologen und NGOs bef&uuml;rchten zudem eine Re-Traumatisierung der Kriegsgeneration: Die permanent pr&auml;sente Machtlosigkeit im Alltag &ndash; fremde Beamte, fremde Truppen bestimmen, was geschieht &ndash; kann die Symptome von Posttrauma und Depression verst&auml;rken. Bereits heute berichten Hilfsorganisationen &uuml;ber alarmierende Zahlen: 2022 litt &uuml;ber die H&auml;lfte der Jugendlichen in Gaza an schweren depressiven St&ouml;rungen, <em>96 Prozent der Kinder f&uuml;hlten sich nicht sicher und hatten Angst vor der Zukunft<\/em>. Nach dem noch heftigeren Krieg 2023 d&uuml;rften diese Werte weiter gestiegen sein. Wenn nun die Botschaft an diese Jugend lautet, <em>&bdquo;Ihr d&uuml;rft Euch nicht selbst regieren &ndash; wir tun das f&uuml;r Euch&ldquo;<\/em>, drohen Resignation oder Trotz. Manche k&ouml;nnten in apathische Hoffnungslosigkeit verfallen, andere sich umso st&auml;rker extremistischer Ideologie zuwenden, die dem ohnm&auml;chtigen Leben einen scheinbaren Sinn gibt.\n    <\/p><\/li>\n<li><strong>Parallelen zum Versailler Vertrag?<\/strong>\n<p>        Die Frage dr&auml;ngt sich auf, ob der GITA-Plan in seiner Struktur und Wirkung Parallelen zu historischen <em>Diktatfrieden<\/em> wie dem Vertrag von Versailles (1919) aufweist. Tats&auml;chlich sehen manche Beobachter verbl&uuml;ffende &Auml;hnlichkeiten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Deutschland in Versailles ein &bdquo;Frieden&ldquo; oktroyiert, der auf umfassender Entwaffnung, Gebietsverlusten, Reparationszahlungen und fremder Aufsicht beruhte &ndash; einem vom &Ouml;konomen John M. Keynes als <em>&bdquo;Karthagischer Frieden&ldquo;<\/em> gebrandmarktes Konzept, weil es den Besiegten politisch wie wirtschaftlich erdr&uuml;ckte. Keynes warnte damals, ein so aufgezwungenes, dem&uuml;tigendes Arrangement w&uuml;rde keinen dauerhaften Frieden bringen, sondern &bdquo;die Saat neuer Katastrophen&ldquo; legen. <\/p>\n<p>        Auf Gaza &uuml;bertragen sieht man strukturelle Parallelen mit einem <em>Frieden der Siegerbedingungen<\/em> und nicht das Ergebnis einer echten Vers&ouml;hnung oder Verhandlung auf Augenh&ouml;he. Die Pal&auml;stinenser w&auml;ren &ndash; &auml;hnlich wie Deutschland 1919 &ndash; politisch entmachtet und m&uuml;ssten strenge Auflagen erf&uuml;llen (Entwaffnung aller Milizen, umfassende innere Reformen, Verzicht auf gewisse Rechte), ohne selbst Garantien f&uuml;r ihre nationale Zukunft zu erhalten. Der GITA-Plan sieht faktisch die Abtrennung Gazas von der restlichen Pal&auml;stinenserf&uuml;hrung vor und die Einrichtung einer <em>befristeten Fremdherrschaft<\/em> &ndash; mit fremden Truppen (multinationalen Kr&auml;ften) als Ordnungsmacht.<\/p>\n<p>        Vor allem aber teilen Versailles 1919 und GITA 2025 ein wesentliches Merkmal: Es fehlt der Konsens der Betroffenen. Der Versailler Vertrag wurde von der deutschen &Ouml;ffentlichkeit als ungerechte Dem&uuml;tigung empfunden, weil er ohne ihre Mitsprache entstand &ndash; mit dem Ergebnis, dass er letztlich nicht befriedete, sondern Rachegel&uuml;ste sch&uuml;rte. &Auml;hnliches ist f&uuml;r Gaza zu bef&uuml;rchten: Ein Governance-Plan, den Pal&auml;stinenser als <em>&bdquo;Diktat der Gro&szlig;m&auml;chte&ldquo;<\/em> wahrnehmen, w&uuml;rde kaum Loyalit&auml;t genie&szlig;en. Schon jetzt spricht ein Kommentator von einem <em>&bdquo;Frieden, der auf Leichen gebaut ist&ldquo;<\/em> &ndash; in Anspielung darauf, dass man &uuml;ber das Leiden der Pal&auml;stinenser hinweg einfach <em>gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig<\/em> zur Tagesordnung (Wiederaufbau-Deals etc.) &uuml;bergehen wolle. Wie Versailles sei GITA <em>&bdquo;eine &Uuml;bung in Bestrafung und Ausbeutung, losgel&ouml;st von den realen wirtschaftlichen und psychologischen Gegebenheiten des Landes, das es angeblich retten will&ldquo;<\/em>.<\/p>\n<p>        Historisch f&uuml;hrte eine solche Politik der Dem&uuml;tigung in die Katastrophe &ndash; sei es die Radikalisierung der deutschen Politik in den 1920ern oder der Kollaps der irakischen Ordnung nach 2003. Der Versailler Vergleich mag nicht in allen Punkten eins zu eins passen, doch er dient als Warnsignal: Ein Frieden, der auf Zwang, Entw&uuml;rdigung und Fremdbestimmung basiert, steht auf t&ouml;nernen F&uuml;&szlig;en. Statt Stabilit&auml;t zu sichern, k&ouml;nnte er den Konflikt in anderer Form neu entfachen &ndash; getreu dem Diktum, dass <em>&bdquo;ein Frieden ohne Gerechtigkeit kein Frieden, sondern nur ein Waffenstillstand vor dem n&auml;chsten Krieg&ldquo;<\/em> ist.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Quellen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>WAFA (Pal&auml;stinensische Nachrichtenagentur), 28.10.2023: <em>&ldquo;PLO Executive Committee urges international action to halt Israeli aggression on Gaza&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/english.wafa.ps\/Pages\/Details\/138754#:~:text=The%2520Committee%2520also%2520warned%2520against,realization%2520of%2520all%2520their%2520rights\">english.wafa.ps<\/a>.\n<\/li>\n<li>UN-Generalversammlung Resolution 1514 (XV), 14.12.1960: <em>&ldquo;Declaration on the Granting of Independence to Colonial Countries and Peoples&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/worldjpn.net\/documents\/texts\/mt\/19601214.D1E.html#:~:text=1,operation\">worldjpn.net<\/a>.\n<\/li>\n<li>IGH-Gutachten 19.07.2024 (Angeforderte Stellungnahme der UNGA v. 2022): <em>&ldquo;Illegality of the Israeli Occupation &ndash; Advisory Opinion (Summary)&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/law4palestine.org\/summary-of-the-advisory-opinion-of-the-international-court-of-justice-on-the-illegality-of-the-israeli-occupation-of-the-occupied-palestinian-territories-and-the-consequences-thereof\/#:~:text=Palestinian%2520territory%252C%2520and%2520its%2520security,Palestinian%2520people%25E2%2580%2599s%2520right%2520to%2520self\">law4palestine.org<\/a>.\n<\/li>\n<li>Reuters, 30.09.2025 (K. Singh): <em>&ldquo;US proposal for &lsquo;temporary&rsquo; Gaza governance includes Tony Blair, Trump&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/us-proposal-temporary-gaza-governance-includes-tony-blair-trump-2025-09-29\/#:~:text=The%2520proposal%2520says%253A%2520,being%2520involved%2520in%2520the%2520transition\">reuters.com<\/a>.\n<\/li>\n<li>The Guardian, 25.09.2025 (P. Wintour): <em>&ldquo;Washington backing plan for Tony Blair to head transitional Gaza authority&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2025\/sep\/25\/washington-backing-plan-for-tony-blair-to-head-transitional-gaza-authority#:~:text=Under%2520the%2520proposal%252C%2520Blair%2520would,as%2520long%2520as%2520five%2520years\">theguardian.com<\/a>.\n<\/li>\n<li>The Guardian, 29.09.2025 (P. Beaumont): <em>&ldquo;Postwar Gaza authority potentially led by Tony Blair &lsquo;would sideline Palestinians&rsquo;&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2025\/sep\/29\/postwar-gaza-authority-gita-tony-blair#:~:text=The%2520council%252C%2520the%2520document%2520makes,to%2520the%2520UN%2520security%2520council\">theguardian.com<\/a>.\n<\/li>\n<li>Al Jazeera English, 28.09.2025 (M. Motamedi): <em>&ldquo;Why is the divisive Tony Blair now touted for post-Gaza war interim role?&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2025\/9\/28\/why-is-the-divisive-tony-blair-now-touted-for-post-gaza-war-interim-role#:~:text=Advertisement\">aljazeera.com<\/a>.\n<\/li>\n<li>The Times of Israel, 27.09.2025 (J. Magid): <em>&ldquo;Revealed: US 21-point plan for ending Gaza war&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/revealed-us-21-point-plan-for-ending-gaza-war-creating-pathway-to-palestinian-state\/#:~:text=in%2520the%2520coming%2520days%2520%25E2%2580%2594,that%2520Israel%2520has%2520long%2520demanded\">timesofisrael.com<\/a>.\n<\/li>\n<li>The Times of Israel, 23.09.2025: <em>&ldquo;Full text of Abbas speech at 2-state summit (UN Conference)&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/full-text-of-abbas-speech-at-2-state-summit-we-demand-a-ceasefire-hamas-must-hand-arms-to-pa\/#:~:text=The%2520State%2520of%2520Palestine%2520is,with%2520Arab%2520and%2520international%2520support\">timesofisrael.com<\/a>.\n<\/li>\n<li>Ekow Nelson (Blog <em>Reimagining<\/em>), 01.10.2025: <em>&ldquo;A Peace Built on Corpses: The Economic and Existential Consequences of Trump&rsquo;s Gaza Plan&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/ekownelson.wordpress.com\/2025\/10\/01\/a-peace-built-on-corpses-the-economic-and-existential-consequences-of-trumps-gaza-plan\/#:~:text=A%2520century%2520on%252C%2520we%2520are,territory%2520it%2520purports%2520to%2520save\">ekownelson.wordpress.com<\/a>.\n<\/li>\n<li>Law for Palestine, 30.09.2025: <em>&ldquo;As UN Deadline for Ending Israel&rsquo;s Occupation Passes: Interviews with UN Special Rapporteurs&rdquo;<\/em> &ndash; <a href=\"https:\/\/law4palestine.org\/summary-of-the-advisory-opinion-of-the-international-court-of-justice-on-the-illegality-of-the-israeli-occupation-of-the-occupied-palestinian-territories-and-the-consequences-thereof\/#:~:text=Palestinian%2520territory%252C%2520and%2520its%2520security,Palestinian%2520people%25E2%2580%2599s%2520right%2520to%2520self\">law4palestine.org<\/a>.\n<\/li>\n<li>Diverse wissenschaftliche Studien zu Gaza-PTBS (BMC Psychology 2022, Lancet 2023, War Child Report 2023) &ndash; <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2949732924000565#:~:text=,traumatic\">sciencedirect.com<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/www.warchild.net\/news\/new-study-gaza-children-psychological-toll\/#:~:text=New%2520Study%253A%2520Gaza%2527s%2520Children%2520Face,believe%2520they%2520will%2520die\">warchild.net<\/a>.\n<\/li>\n<\/ul><p><small>Titelbild: Andy.LIU \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.arabnews.com\/node\/2617195\/world\">This plan<\/a> effectively legally separates Gaza from the West Bank and does nothing to explain how they will remain part of the same territory,&rdquo; Eid added.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die j&uuml;ngsten Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine Nachkriegsordnung im Gazastreifen &ndash; allen voran der von Tony Blair mitentwickelte &bdquo;Gaza International Transitional Authority&ldquo; (GITA) Plan &ndash; sorgen f&uuml;r kontroverse Debatten. Offiziell pr&auml;sentiert sich der Blair-Plan als technokratisches Stabilisierungskonzept f&uuml;r die vom Krieg verheerte K&uuml;stenenklave. Doch viele Pal&auml;stinenser und Beobachter sehen darin den Versuch, die pal&auml;stinensische Souver&auml;nit&auml;t auszuh&ouml;hlen. Von<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140182\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":108274,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,170,20],"tags":[1162,1055,302,1557,1792,2394,303,3415,1703,2518,2920],"class_list":["post-140182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-friedenspolitik","category-landerberichte","tag-blair-tony","tag-fluechtlinge","tag-gaza","tag-israel","tag-kolonialismus","tag-kriegstrauma","tag-palaestina","tag-staatliche-souveraenitaet","tag-voelkerrecht","tag-versailler-vertrag","tag-zweistaatenloesung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/shutterstock_2372969779.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=140182"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140231,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140182\/revisions\/140231"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/108274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=140182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=140182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=140182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}