{"id":14032,"date":"2012-08-01T14:44:21","date_gmt":"2012-08-01T12:44:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14032"},"modified":"2015-03-09T16:41:58","modified_gmt":"2015-03-09T15:41:58","slug":"die-deutsche-regierung-heizt-die-eurokrise-weiter-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14032","title":{"rendered":"Die deutsche Regierung heizt die Eurokrise weiter an"},"content":{"rendered":"<p>Ginge es nach Fran&ccedil;ois Hollande und Mario Monti w&uuml;rde der Euro-Rettungsschirm ESM mit einer Banklizenz ausgestattet, die es ihm erlauben w&uuml;rde, mit EZB-Krediten direkt Staatsanleihen notleidender Eurostaaten zu kaufen. Nach langem Zaudern und Z&ouml;gern w&auml;re dies ein echter Befreiungsschlag im Kampf der europ&auml;ischen Bev&ouml;lkerung gegen die destruktiven Auswirkungen der Finanzm&auml;rkte. Doch die deutsche Regierung scheint kein Interesse an einer Bek&auml;mpfung der Krise zu haben und wehrt sich mit fadenscheinigen Argumenten gegen den franz&ouml;sisch-italienischen Vorsto&szlig;. Die Begr&uuml;ndung lautet: Eine Entspannung w&uuml;rde den Reformdruck von den angegriffenen L&auml;ndern nehmen. Schon immer lag es vor allem an ideologischer Verbohrtheit, wenn die Welt ins Ungl&uuml;ck gest&uuml;rzt wurde. Von <strong>Jens Berger<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nUm den deutschen Widerstand gegen eine Banklizenz f&uuml;r den ESM einordnen zu k&ouml;nnen, muss man zun&auml;chst einmal den Status Quo bei der akuten Refinanzierungskrise der Eurostaaten vergegenw&auml;rtigen. Nur Griechenland (und mit Abstrichen auch Portugal) haben ein &bdquo;echtes&ldquo; Verschuldungsproblem, bei dem es selbst unter g&uuml;nstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und einem &bdquo;normalen&ldquo; Zinssatz f&uuml;r Staatsanleihen ein Problem w&auml;re, mittel- bis langfristig auf einen gr&uuml;nen finanzpolitischen Zweig zu kommen. Spanien hat eine Staatsschuldenquote von 68,5% (Staatsschulden im Verh&auml;ltnis zum Bruttoinlandsprodukt) und auch Irland, Slowenien und Zypern haben &bdquo;noch&ldquo; kein nennenswertes Staatsschuldenproblem. Lediglich Italien weist mit einer Staatsschuldenquote von 120,1% eine hohe Staatsverschuldung auf &ndash; Italien ist jedoch &bdquo;traditionell&ldquo; hoch verschuldet und hatte auch in den sp&auml;ten 1990ern eine Staatsschuldenquote von mehr als 120%, ohne dass der Staat ein ernsthaftes Refinanzierungsproblem gehabt h&auml;tte. Generell spielen die Staatsschuldenquoten bei der &bdquo;Risikobewertung&ldquo; privater Investoren offenbar eine untergeordnete Rolle bei der Bemessung der Zinsen f&uuml;r Staatsanleihen. Investoren und Spekulanten antizipieren hier vielmehr m&ouml;gliche k&uuml;nftige Lasten f&uuml;r die betroffenen Staaten, die durch eine vermeintlich notwendige Rettung der Banken entstehen k&ouml;nnten und damit diese Staaten zwingen w&uuml;rden, hohe neue Schulden aufzunehmen. Im Falle Irlands ist dieses Szenario bereits eingetreten &ndash; nahezu ausschlie&szlig;lich aufgrund der &uuml;bernommenen Schulden der Banken ist die Staatsschuldenquote der gr&uuml;nen Insel binnen vier Jahren von 25% auf 108,2% f&ouml;rmlich explodiert.<\/p><p><strong>Finanzprobleme als selbsterf&uuml;llende Prophezeiung<\/strong><\/p><p>Es ist eine politische Entscheidung, ob und wie ein Staat &bdquo;seine&ldquo; Banken rettet. Es ist jedoch der Allgemeinheit nicht zuzumuten, dass sie f&uuml;r die Folgen der Bankenrettungen bluten muss. Genau dies ist jedoch die momentane &bdquo;Rettungsagenda&ldquo;. Da private Investoren, vor allem seit der fahrl&auml;ssig herbeigef&uuml;hrten Pleite Griechenlands, einen signifikanten Risikoaufschlag f&uuml;r Staatsanleihen bestimmter Eurostaaten verlangen und Spekulanten ihr &uuml;briges tun, um die Zinsen in die H&ouml;he zu treiben, geraten die angeschlagenen Staaten in eine Art selbsterf&uuml;llende Prophezeiung &ndash; &bdquo;die M&auml;rkte&ldquo; f&uuml;rchten ein steigendes Ausfallrisiko, verlangen und bekommen h&ouml;here Zinsen, die wiederum die angegriffenen Staaten erst in eine finanzielle Notlage treiben, die dann das Ausfallrisiko tats&auml;chlich steigen l&auml;sst. S&auml;mtliche Industriestaaten h&auml;tten ein ernstes Refinanzierungsproblem, wenn sie f&uuml;r ihre ausstehenden Staatschulden eine Zinslast von mehr als 7% zahlen m&uuml;ssten. F&uuml;r die &ouml;ffentlichen Haushalte in Deutschland, mit ihren rund 2.000 Mrd. Euro Schulden, w&auml;ren dies stolze 140 Mrd. Euro Zinslast pro Jahr.<\/p><p>Um den Teufelskreis der selbsterf&uuml;llenden Prophezeiung zu unterbrechen, kann die Politik beim Faktor Zinsh&ouml;he eingreifen. Wenn die Zinsh&ouml;he ein vertretbares Niveau &uuml;bersteigt, kann der Staat beispielsweise &uuml;ber seine Notenbank intervenieren und sie als zus&auml;tzlichen K&auml;ufer agieren lassen, um die Zinsen in einem festgelegten Korridor zu halten. Eine solche Praxis ist weder Teufelswerk noch Finanzvoodoo, Staaten wie die USA und Gro&szlig;britannien gehen diesen Weg schon seit l&auml;ngerem mit Erfolg. Nur die Eurozone weigert sich &ndash; vor allem aufgrund des deutschen Widerstandes -, dieses Instrument einzusetzen. <\/p><p>Anstatt den Staaten direkt ihre Anleihen abzukaufen, hat sich die EZB gegen den heftigen Widerstand der Bundesbank zumindest die M&ouml;glichkeit abgerungen, Staatsanleihen an den Finanzm&auml;rkten zu kaufen. Diese Interventionen auf dem sogenannten Sekund&auml;rmarkt haben zwar keinen direkten Einfluss auf die Zinsen, die die Staaten zu zahlen haben, geben jedoch eine Orientierung f&uuml;r die Anleihenauktionen (Prim&auml;rmarkt) vor, auf denen der Zins bestimmt wird.<\/p><p>Dazu und zu den Hintergr&uuml;nden der Staatsfinanzierung: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11186\">Erg&auml;nzungen und Erkl&auml;rungen zum Artikel &raquo;Der &bdquo;Schuldenschnitt&ldquo; und das Kleingedruckte&laquo;<\/a><\/p><p><strong>Die Probleme der &bdquo;Euroretter&ldquo;<\/strong><\/p><p>Um die Staaten wirklich zu entlasten, w&auml;re es n&ouml;tig, den Zins bei den Anleihenauktionen unter Kontrolle zu bringen. Dies ist jedoch nur durch direkte Interventionen am Prim&auml;rmarkt m&ouml;glich. Diese Form der direkten Staatsfinanzierung ist der EZB jedoch per Statut verboten und ohne Zustimmung der Deutschen ist eine &Auml;nderung des EZB-Statuts nicht m&ouml;glich. Das hei&szlig;t jedoch keinesfalls, dass die EZB bei der g&auml;ngigen Praxis der Staatsfinanzierung keine Rolle spielen w&uuml;rde. Im Gegenteil. Da Banken Euro-Staatsanleihen in voller H&ouml;he als Sicherheit bei der EZB hinterlegen d&uuml;rfen, k&ouml;nnen sie mit g&uuml;nstigen EZB-Krediten zum Leitzins (derzeit 0,75%) Staatsanleihen kaufen, die im Falle Italiens und Spaniens mit bis zu rund 7% verzinst sind. Dies ist &ndash; im Prinzip &ndash; ein grandioses Gesch&auml;ft, das jedoch auch ein Risiko birgt: Sobald die Staatsanleihen unter Druck kommen, m&uuml;ssen die Banken nach einem komplizierten Verfahren mittel- bis langfristig diese Papiere zum Marktwert bilanzieren. Dabei spielt die reale Ausfallwahrscheinlichkeit keine Rolle. <\/p><p>Wer ernsthaftes Interesse an einer Entspannung der Zinsproblematik hat und nicht am EZB-Statut r&uuml;tteln will, ben&ouml;tigt daher ein &bdquo;Spezialvehikel&ldquo;, f&uuml;r das nicht die Bilanzierungsregeln privater Banken gelten und das sich &uuml;ber eine Banklizenz unlimitiert Geld von der EZB leihen kann. Der Vorschlag von Hollande und Monti sieht vor, aus dem ESM genau dieses Spezialvehikel zu machen. Der momentan geplante ESM wird nicht &uuml;ber die EZB, sondern &uuml;ber Garantien der Nationalstaaten finanziert und ist mit maximal 750 Mrd. Euro ausgestattet. Dies ist zwar sehr viel Geld, jedoch nicht genug, um die Spekulation aus den M&auml;rkten zu nehmen. Jeder Spekulant wei&szlig;, dass die Mittel des ESM begrenzt sind und es keinen Interventionsmechanismus gibt, sondern jedes Eingreifen politisch diskutiert werden muss. Dies ist zwar demokratisch, wer jedoch die sture Linie der deutschen Regierung kennt, wei&szlig;, dass die Konstruktion des ESM ihn auch gleichzeitig l&auml;hmt. Eine Feuerwehr muss l&ouml;schen, wenn es brennt und nicht jede L&ouml;schentscheidung zu einem politischen Kuhhandel der Feuerwehrhauptm&auml;nner ausarten lassen. <\/p><p><strong>Mit Banklizenz gegen Spekulanten<\/strong><\/p><p>Wie k&ouml;nnte ein ESM mit Banklizenz und EZB-Mitteln funktionieren? Der ESM k&ouml;nnte beispielsweise einen Zinskorridor f&uuml;r Spanien und Italien beschlie&szlig;en und bei den Anleihenauktionen (also am Prim&auml;rmarkt) in der Form intervenieren, dass die real zu zahlenden Zinsen sich innerhalb dieses Korridors bewegen. Der Zinssatz m&uuml;sste freilich je nach Laufzeit politisch bestimmt werden. F&uuml;r eine zehnj&auml;hrige Anleihe, f&uuml;r die Italien und Spanien momentan rund 7% zahlen m&uuml;ssen, k&ouml;nnte der Korridor beispielsweise bis 5,0% reichen. Wenn sich kein privater Investor findet, der weniger als 5,0% bietet, m&uuml;sste der ESM in diesem Falle die gesamte Tranche f&uuml;r 5,0% ersteigern. Dies h&auml;tte zur Folge, dass die Gl&auml;ubigerstruktur der angegriffenen Staaten sich mittel- bis langfristig vom Finanzsektor zum ESM verschieben d&uuml;rfte.<\/p><p>Interventionen an den Sekund&auml;rm&auml;rkten sind dadurch nicht mehr n&ouml;tig, was auch die &ndash; vornehmlich deutschen &ndash; Kritiker dieser K&auml;ufe beruhigen sollte. Es ist anzunehmen, dass die Preis am Sekund&auml;rmarkt sich vielmehr &uuml;ber kurz oder lang auf die 5,0%-Marke einpendeln w&uuml;rden und langfristig auch die Banken und Versicherungen wieder Anleihen am Prim&auml;rmarkt (f&uuml;r weniger als 5,0%) ersteigern werden. Der Grund f&uuml;r die Zinssenkung w&auml;re nicht direkt das Eingreifen des ESM, sondern die massiv gesunkene Ausfallwahrscheinlichkeit. Sobald die Politik die Zinss&auml;tze abschirmt, ist garantiert, dass den Staaten keine ruin&ouml;sen Zinss&auml;tze zugemutet werden, die im Rahmen der selbsterf&uuml;llenden Prophezeiung das Ausfallrisiko erst in die H&ouml;he treiben. Die Luft aus der Spekulationsblase w&uuml;rde dadurch entweichen und die Kurse wieder auf einen realistischen Wert sinken. Der IWF geht davon aus, dass die Kurse f&uuml;r italienische und spanische Staatsanleihen durch Spekulationseffekte rund 2% in die H&ouml;he getrieben werden. Ohne diese Effekte w&auml;re die Zinsen somit schon heute im angedachten Zinskorridor und ein Eingreifen des ESM w&auml;re noch nicht einmal n&ouml;tig. Dies ist eine der grundlegenden Lektionen aus vergangenen Interventionsprogrammen der nationalen Zentralbanken &ndash; sobald die in Aussicht gestellte &bdquo;Feuerkraft&ldquo; eine &uuml;berzeugende Gr&ouml;&szlig;e hat, und dies ist im Idealfall eine unendliche Feuerkraft, h&ouml;rt die Spekulation von alleine auf und die Zentralbanken m&uuml;ssen &uuml;berhaupt nicht intervenieren, weil die Spekulanten schon l&auml;ngst das Weite gesucht und sich ein neues Opfer vorgenommen haben. Momentan sind Staatsanleihen der Eurostaaten das bevorzugte Opfer des Spekulanten. Wie lange noch?<\/p><p><strong>Inflationsgespenst und Stabilit&auml;tswirrwarr &ndash; die Scheinargumente von Schwarz-Gelb<\/strong><\/p><p>Ginge es nach der schwarz-gelben Bundesregierung und den Sprechern der drei Koalitionsparteien k&ouml;nnen die angegriffenen Eurostaaten noch lange auf eine Entspannung der Finanzierungsprobleme warten. Vor allem CSU und FDP &uuml;bertreffen sich gegenseitig in reflexartiger Kritik an dem Hollande-Monti-Modell. Dabei &ndash; so muss es in Deutschland wohl sein &ndash; malen die Politiker einmal mehr das ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigte Inflationsgespenst an die Wand. Stellvertretend sei hier FDP-Generalsekret&auml;r D&ouml;ring zitiert, f&uuml;r den eine Banklizenz f&uuml;r den ein ESM <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/rettungsfonds-esm-euro-laender-streiten-ueber-unbegrenzte-mittel-a-847468-druck.html\">hie&szlig;e<\/a>, &bdquo;die Gelddruckmaschine anzuschmei&szlig;en&ldquo;, was zu &bdquo;Inflation und nahezu unbegrenzter Haftung&ldquo; f&uuml;hren w&uuml;rde. Nun soll der General der &bdquo;Wirtschaftspartei&ldquo; doch bitte einmal volkswirtschaftlich herleiten, wie es zu &bdquo;Inflation&ldquo; f&uuml;hren soll, wenn anstatt des Finanzsektors die ESM sich das Geld zum Anleihenkauf von der EZB leiht? Technisch betrachtet gibt es hier keinen Unterschied. Im Gegenteil &ndash; rein monetaristisch betrachtet muss durch den niedrigeren Zins nicht mehr, sondern weniger Geld gesch&ouml;pft werden. Doch die monetaristische Erkl&auml;rung von Inflation ist ohnedies fragw&uuml;rdig und in Zeiten der Krise vollkommen untauglich. Inflation entsteht auf zwei Wegen: Entweder durch Abwertung der nationalen W&auml;hrung, was die Importpreise treibt, oder durch eine Ausweitung der Nachfrage. Eine Banklizenz des ESM w&uuml;rde am Au&szlig;enwert des Euros &uuml;berhaupt nichts &auml;ndern und auch die Nachfrage nach G&uuml;tern ver&auml;ndert sich dadurch nicht ein Jota. Wir haben momentan sehr viele volkswirtschaftliche Probleme, eine drohende Inflation geh&ouml;rt ganz sicher nicht dazu und es ist verst&ouml;rend zu beobachten, wie Medien und Politik immer wieder die &bdquo;deutsche Urangst&ldquo; anheizen.<\/p><p>Nicht wesentlich kl&uuml;ger ist, was D&ouml;rings bayerischer Parteifreund Zeil, der seines Zeichens auch Vize-Ministerpr&auml;sident und Wirtschaftsminister in Bayern ist, von sich gibt. Er sieht in einer Banklizenz f&uuml;r den ESM einen &bdquo;klaren europ&auml;ischen Rechtsbruch, da dies auf eine direkte Finanzierung der europ&auml;ischen Staaten durch Mittel der Notenbank hinauslaufen w&uuml;rde&ldquo;. Nun ist eine direkte Finanzierung durch Mittel der EZB aber nicht verboten, ansonsten w&auml;re jeder Staatsanleihenkauf der Banken, die sich die n&ouml;tigen &bdquo;Mittel&ldquo; ebenfalls von der EZB besorgen, auch verboten. Aus diesem Grund unterscheidet man hier auch zwischen einer indirekten und einer direkten Staatsfinanzierung &uuml;ber die EZB. Das Hollande-Monti-Modell ist eine indirekte Finanzierung &uuml;ber die EZB. Eine direkte Finanzierung durch die EZB ist per EZB-Statut tats&auml;chlich verboten, aber davon ist im Hollande-Monti-Modell ja gar nicht die Rede. Hat Zeil seine Hausaufgaben nicht gemacht, versteht er den Unterschied zwischen direkter und indirekter Finanzierung intellektuell nicht oder ist ihm die sachliche Ebene der Diskussion schlichtweg egal?<\/p><p>Der bayerische Finanzminister S&ouml;der (CSU) hat <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/wirtschaftsticker\/roundup-bayern-kategorisch-gegen-anleihekaeufe-durch-ezb-inflationsbank_aid_791079.html\">Sorge<\/a>, dass die EZB sich von einer &bdquo;Stabilit&auml;tsbank hin zu einer Inflationsbank&ldquo; wenden k&ouml;nnte und betont, dass &bdquo;Stabilit&auml;t das Entscheidende im Euroraum [sei]&ldquo;. In welcher Welt lebt Herr S&ouml;der eigentlich? Merkt der Mann &uuml;berhaupt, dass S&uuml;deuropa l&auml;ngst lichterloh brennt und die Flammen bereits auf das transalpine Europa &uuml;bergreifen? Auch Bayern ist keine Insel der Gl&uuml;ckseligen, die sich ihre &ndash; ungerechtfertigte &ndash; Angst vor Inflation in Zeiten, in denen europaweit die &ouml;konomische Basis wegbricht, leisten kann. S&ouml;der erinnert an einen Gro&szlig;grundbesitzer, der sich weigert, dass die St&auml;dter ihre brennenden H&auml;user mit Wasser aus &bdquo;seinem&ldquo; See l&ouml;schen d&uuml;rfen, da er Angst um seine sch&ouml;nen Seerosen hat. Wenn es ihm um Stabilit&auml;t im Euroraum ginge, w&uuml;rde er die Banklizenz f&uuml;r den ESM begr&uuml;&szlig;en, ist sie doch ein geeignetes Mittel, um die Spekulationseffekte aus den M&auml;rkten zu nehmen, ganz Euroland eine sicherer Finanzplanung zu erm&ouml;glichen und damit den verheerenden Folgen der Eurokrise Einhalt zu bieten.<\/p><p><strong>Reformdruck &ndash; ein anderes Wort f&uuml;r &bdquo;Schock-Strategie&ldquo;<\/strong><\/p><p>Den eigentlichen Grund der schwarz-gelben Ablehnung <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/topNews\/idDEBEE87000A20120801\">nennt<\/a> der Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU), der &uuml;ber die Rheinische Post verlauten lie&szlig;, eine Banklizenz w&uuml;rde &ldquo;dauerhaft den Reformdruck von den Staaten&rdquo; nehmen. F&uuml;r die deutschen Regierungsparteien scheint die Eurokrise den passenden Rahmen f&uuml;r eine lang geplante Schock-Strategie zu bieten.<\/p><p>Siehe dazu: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10641\">Krisengewinnler Neoliberalismus<\/a><\/p><p>Der deutschen Regierung geht es nicht darum, die akuten Folgen der Eurokrise in den Griff zu bekommen. Ihr geht es darum, ihre Ideologie in Europa zur &bdquo;Staatsideologie&ldquo; zu machen und daf&uuml;r m&uuml;ssen sie die Gunst der Stunde nutzen, lehnen doch sowohl Franzosen als auch S&uuml;deurop&auml;er den Neoliberalismus germanischer Art mehrheitlich ab. Dies mag marktkonform sein, demokratisch ist es nicht. Doch es geht hier nicht nur um Fragen der Demokratie, sondern auch um millionenfaches Leiden. Wenn die deutsche Regierung weiterhin bei ihrem &bdquo;njet&ldquo; bleibt, nimmt sie den Kollaps ganzer Staaten, die bereits jetzt historisch einmalige Arbeitslosigkeit und das Ende des europ&auml;ischen Traums vom gemeinsamen Wohlstand in Frieden und Demokratie billigend in Kauf. Das ist jedoch kein Alleinstellungsmerkmal der ideologischen &Uuml;berzeugungst&auml;ter aus Berlin. Beinahe jedes Verbrechen gegen die Menschheit, jedes Auseinanderdriften der V&ouml;lker und jedes millionenfache Leid wurde durch ideologische Borniertheit an der Grenze zum Fanatismus verursacht. Warum sollte die Eurokrise hier eine Ausnahme machen?<\/p><p>P.s.: Der Artikel konzentriert sich auf die akute Staatsschuldenproblematik und l&auml;sst die realwirtschaftlichen Gr&uuml;nde f&uuml;r die Eurokrise au&szlig;en vor. Dazu hat sich zuletzt Heiner Flassbeck in der <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:oekonom-flassbeck-zur-euro-krise-die-niedrigen-loehne-sind-schuld-an-der-krise\/70070469.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a> Gedanken gemacht.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/3cef607e74414808a52fdaddae006f0f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ginge es nach Fran&ccedil;ois Hollande und Mario Monti w&uuml;rde der Euro-Rettungsschirm ESM mit einer Banklizenz ausgestattet, die es ihm erlauben w&uuml;rde, mit EZB-Krediten direkt Staatsanleihen notleidender Eurostaaten zu kaufen. Nach langem Zaudern und Z&ouml;gern w&auml;re dies ein echter Befreiungsschlag im Kampf der europ&auml;ischen Bev&ouml;lkerung gegen die destruktiven Auswirkungen der Finanzm&auml;rkte. Doch die deutsche Regierung scheint<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14032\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[188,139,22,180],"tags":[241,672,507,637],"class_list":["post-14032","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bundesregierung","category-euro-und-eurokrise","category-europaische-union","category-europaeische-vertraege","tag-bankenrettung","tag-esmefsf","tag-ezb","tag-staatsanleihen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14032","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14032"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14032\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25351,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14032\/revisions\/25351"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14032"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14032"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14032"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}