{"id":140354,"date":"2025-10-10T11:20:32","date_gmt":"2025-10-10T09:20:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140354"},"modified":"2025-10-10T16:55:43","modified_gmt":"2025-10-10T14:55:43","slug":"ex-militaers-europa-auf-gefaehrlichem-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140354","title":{"rendered":"Ex-Milit\u00e4rs: Europa auf gef\u00e4hrlichem Weg"},"content":{"rendered":"<p>Die Hoffnung, dass es nach dem Treffen der beiden Pr&auml;sidenten Donald Trump und Wladimir Putin am 16. August Fortschritte durch diplomatische Schritte f&uuml;r ein Ende des Krieges in der Ukraine gibt, haben sich bisher nicht erf&uuml;llt. So sieht es der ehemalige Bundeswehr-Generalinspekteur und fr&uuml;here Vorsitzende des NATO-Milit&auml;rausschusses <strong>Harald Kujat<\/strong>. Er setze aber trotzdem weiter darauf, dass Trump seine Vermittlerrolle weiter aus&uuml;bt und Putin den Krieg mit einem Friedensvertrag beenden will, wie er im Gespr&auml;ch erkl&auml;rte. Die beiden Schweizer ehemaligen Offiziere <strong>Jacques Baud<\/strong> und <strong>Ralph Bosshard<\/strong> sch&auml;tzen das &auml;hnlich ein und warnen wie Kujat vor den Folgen der provokativen westlichen Politik gegen&uuml;ber Russland. Von <strong>Tilo Gr&auml;ser<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7743\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140354-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251010_Ex_Militaers_Europa_auf_gefaehrlichem_Weg_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251010_Ex_Militaers_Europa_auf_gefaehrlichem_Weg_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251010_Ex_Militaers_Europa_auf_gefaehrlichem_Weg_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251010_Ex_Militaers_Europa_auf_gefaehrlichem_Weg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140354-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251010_Ex_Militaers_Europa_auf_gefaehrlichem_Weg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251010_Ex_Militaers_Europa_auf_gefaehrlichem_Weg_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wie ein R&uuml;ckschritt nach dem Gipfel in Alaska wirkt unter anderem, dass US-Pr&auml;sident Donald Trump nun der Ukraine die Genehmigung erteilt hat, Langstreckenangriffe gegen Russland durchzuf&uuml;hren. Das hat Trump laut dem US-Sonderbeauftragten f&uuml;r die Ukraine, Keith Kellogg, <a href=\"https:\/\/www.foxnews.com\/video\/6380222750112\">vor etwa einer Woche erkl&auml;rt<\/a>. Am 1. Oktober <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/world\/europe\/u-s-to-provide-ukraine-with-intelligence-for-missile-strikes-deep-inside-russia-ca7b2276\">meldete<\/a> die Zeitung <em>The Wall Street Journal (WSJ)<\/em>, die USA w&uuml;rden Kiew die Geheimdienstdaten f&uuml;r Angriffe auf Energieinfrastruktur in der Tiefe Russlands &uuml;bermitteln.<\/p><p>&bdquo;Das haben sie ja schon lange gemacht&ldquo;, kommentierte das Harald Kujat, die ukrainischen Angriffe auf das strategische Fr&uuml;hwarnsystem und die strategische Bomberflotte Russlands seien von den USA allerdings nicht gewollt gewesen. Der ehemalige Bundeswehr-Generalinspekteur machte auf die Unterschiede zwischen Geheimdienstinformationen und Daten f&uuml;r Ziele von Langstreckenwaffen aufmerksam. Er h&auml;lt eine Arbeitsteilung f&uuml;r m&ouml;glich, was aber Spekulation sei: Die USA w&uuml;rden die Langstreckenwaffen an die Europ&auml;er verkaufen, die diese an die Ukraine weitergeben, und liefern dann die Zieldaten dazu.<\/p><p>Auch der fr&uuml;here Schweizer Geheimdienstmitarbeiter und Oberst Jacques Baud sieht in Kelloggs Aussagen grunds&auml;tzlich nichts Neues. Er verwies im Gespr&auml;ch auf entsprechende Bitten aus Kiew bereits an die US-Administration von Joseph Biden im Jahr 2024. Das sei bewilligt worden, allerdings nur f&uuml;r eine taktische Tiefe von bis zu 50 Kilometer. Das sei etwas anderes als die strategische Tiefe von mehreren hundert Kilometer bis nach Moskau oder Sibirien. Der Kiewer Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj habe versucht, die USA zu zwingen, die entsprechenden Waffen wie die ATACMS-Systeme f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Entfernungen freizugeben. Als damit im November 2024 Ziele in der russischen Stadt Brjansk angegriffen wurden, habe Moskau mit dem Einsatz der neuen Rakete vom Typ &bdquo;Oreschnik&ldquo; gegen ein R&uuml;stungsunternehmen im ukrainischen Dnipro reagiert.<\/p><p>Baud machte darauf aufmerksam, dass Selenskyj wie der israelische Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanjahu wisse, dass niemand ihn bestrafe, egal, was er tue. Doch nach seiner Kenntnis haben die USA noch keinen Einsatz von Langstreckenwaffen in die operative (300 bis 500 Kilometer) oder strategische Tiefe Russlands an Kiew freigegeben. W&uuml;rden sie es tun, w&uuml;rden die USA direkt in den Krieg einbezogen. Bisher seien sie wie Deutschland und andere L&auml;nder rechtlich gesehen bereits daran beteiligt, wenn auch indirekt, durch Ausbildung, Logistik und Waffenlieferungen, aber noch nicht direkt durch Kampfoperationen. Der Schweizer Milit&auml;rexperte, der f&uuml;r die UNO und die NATO t&auml;tig war, sieht im Gegensatz zur US-Politik das US-Milit&auml;r &bdquo;nicht so enthusiastisch&ldquo; in Bezug auf eine solche Waffenfreigabe.<\/p><p><strong>Doppelter Gewinn f&uuml;r die USA<\/strong><\/p><p>Ralph Bosshard, ehemaliger Schweizer Oberstleutnant und Mitarbeiter der OSZE, verwies auf Nachfrage auf die Versuche Kiews seit 2014, &bdquo;am liebsten die ganze Welt in einen Krieg gegen Russland hineinzuziehen&ldquo;. Die ukrainische Delegation bei der OSZE in Wien &ndash; besonders Botschafter Igor Prokopchuk &ndash;, h&auml;tte jahrelang krampfhaft versucht, m&ouml;glichst viele Delegationen f&uuml;r ihre Statements zu gewinnen. Doch von den 193 UN-Mitgliedsstaaten sei nur eine Gruppe, diejenige der EU- und NATO-Mitgliedsl&auml;nder, dazu bereit.<\/p><blockquote><p>&bdquo;Sp&auml;testens seit dem Gipfeltreffen von Anchorage wissen wir, dass auch die USA nicht zum Kreis jener Staaten geh&ouml;ren, die an der Seite der Ukraine in einen Krieg gegen Russland eintreten. Von den EU- und NATO-Staaten sind nur wenige dazu bereit, das w&uuml;rden Nachfragen in Lissabon, Athen und Dublin zweifelsfrei zeigen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>In der Lieferung von Waffen generell und besonders mit Abstandswaffen gro&szlig;er Reichweite sehe die Trump-Administration einen Hebel, um das Geschehen zu beeinflussen. Wenn die Europ&auml;er die notwendigen Waffen dann auch noch finanzierten, w&auml;re das ein doppelter Gewinn f&uuml;r die USA.<\/p><p><strong>&bdquo;Tomahawk&ldquo; an Kiew?<\/strong><\/p><p>Zu den laut Berichten in der US-F&uuml;hrung diskutierten Lieferungen von &bdquo;Tomahawk&ldquo;-Marschflugk&ouml;rpern an die Ukraine sagte Kujat, dass das komplexer sei, als es klinge. Das sei &bdquo;nicht so, als ob man Munition f&uuml;r ein Gewehr liefere&ldquo;. <a href=\"https:\/\/responsiblestatecraft.org\/trump-tomahawks-ukraine\/\">Experten meinen<\/a>, die Ukraine habe nicht die F&auml;higkeiten, &bdquo;Tomahawk&ldquo; abzufeuern. Zudem seien die US-Best&auml;nde an diesen Waffen und ihren Tr&auml;gersystemen viel zu gering und viel zu wertvoll, als dass das Pentagon einer Abgabe zustimmen w&uuml;rde. Der Ex-Bundeswehr-General stimmte dem zu und verwies darauf, dass die entscheidende Frage dabei sei, wer ein solches Waffensystem einsatzf&auml;hig macht und wer die Ziele vorgibt.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn der erfolgreiche Einsatz eines Waffensystems nur durch die Unterst&uuml;tzung anderer erreicht werden kann, dann ist das eine Kriegsbeteiligung.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Er habe Zweifel, ob die USA der Ukraine tats&auml;chlich &bdquo;Tomahawk&ldquo;-Marschflugk&ouml;rper liefern werden, erkl&auml;rte Kujat. Diese w&uuml;rden inzwischen &ndash; urspr&uuml;nglich f&uuml;r landgest&uuml;tzten Einsatz vorgesehen &ndash; normalerweise von Zerst&ouml;rern und U-Booten gestartet, &uuml;ber die die Ukraine nicht verf&uuml;ge. Von dem erst k&uuml;rzlich daf&uuml;r entwickelten bodengest&uuml;tzten Abschusssystem &bdquo;Typhoon&ldquo; existieren demnach bisher nur zwei einsatzbereite Batterien, die dritte solle im n&auml;chsten Jahr in Deutschland aufgestellt werden. Die USA seien darauf bedacht, immer einen Mindestbestand f&uuml;r eigene Eins&auml;tze zur&uuml;ckzuhalten, erkl&auml;rte der ehemalige Vorsitzende des NATO-Milit&auml;rausschusses und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Au&szlig;erdem werden sie sicherlich nicht das Risiko eingehen, dass diese neue, sensible Technologie in russische H&auml;nde f&auml;llt.&ldquo;<\/p><p>Baud sieht ebenfalls die Ukraine bisher nicht in der Lage, das komplexe Waffensystem der &bdquo;Tomahawk&ldquo; einzusetzen. Die Vorbereitung daf&uuml;r w&uuml;rde zudem mehrere Monate dauern. Auch er wies darauf hin, dass das eine direkte Kriegsbeteiligung der USA bedeuten w&uuml;rde.<\/p><p>Bosshard verwies darauf, dass f&uuml;r den Einsatz der Marschflugk&ouml;rper Geheimdiensterkenntnisse der USA notwendig seien: &bdquo;Damit legen <em>de facto<\/em> die US-Amerikaner fest, welche Ziele bek&auml;mpft werden und welche nicht.&ldquo; Doch aus seiner Sicht m&ouml;chten sich die USA nicht auf einen Schlagabtausch mit Russland einlassen. In der Praxis w&uuml;rden die USA Russland die Ziele bekanntgeben, welche die Ukrainer mit den Langstreckenwaffen bek&auml;mpfen werden und ihnen eine angemessene Reaktionszeit geben. Das sei im vergangenen Sommer im Fall des Iran so gehandhabt worden und habe der Iran so gemacht, wenn er in der Vergangenheit US-amerikanische St&uuml;tzpunkte im Nahen Osten beschoss.<\/p><p><strong>Enormes russisches Zerst&ouml;rungspotenzial<\/strong><\/p><p>Kujat bezweifelt, dass die Marschflugk&ouml;rper den Krieg f&uuml;r die Ukraine entscheiden k&ouml;nnten. Russland verf&uuml;ge mit seinem &bdquo;hoch&uuml;berlegenem Potenzial an Hyperschallwaffen sowie Kurz- und Mittelstreckenraketen mit unabh&auml;ngig voneinander steuerbaren Mehrfachgefechtsk&ouml;pfen &uuml;ber eine unvergleichliche Eskalationsdominanz&ldquo;. Er warnte vor den Folgen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Weder die US-amerikanische noch die ukrainische Regierung sind sich offensichtlich dar&uuml;ber im Klaren, dass ein massiver Einsatz von &sbquo;Tomahawk&lsquo;-Marschflugk&ouml;rpern in Russland veranlassen k&ouml;nnte, dieses enorme Zerst&ouml;rungspotenzial einzusetzen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auch dazu verwies Baud darauf, dass Selenskyj wie Netanjahu anscheinend einer nihilistischen Kultur folgend keine Grenzen kenne, die ihnen auch niemand aufzeige. Und beide seien &bdquo;bereit, eine globale Katastrophe zu verursachen, auch wenn sie damit ihre Ziele nicht erreichen k&ouml;nnen&ldquo;. Er warnte ebenfalls, dass ein Angriff auf die russische F&uuml;hrung und den Kreml zu einer &bdquo;sehr massiven&ldquo; Antwort f&uuml;hre. Und: Damit w&uuml;rden nach der ge&auml;nderten russischen Nuklearstrategie die Kriterien f&uuml;r den Einsatz von Atomwaffen erf&uuml;llt. Das h&auml;tte Konsequenzen f&uuml;r ganz Europa.<\/p><p>Positiv sei zum einen, dass die russische F&uuml;hrung nicht impulsiv oder emotional reagiere und sehr analytisch vorgehe. Zum anderen habe Russland eine ausgezeichnete Luftverteidigung, die es erm&ouml;gliche, die wichtigsten potenziellen Ziele f&uuml;r ukrainische Angriffe zu sch&uuml;tzen und Waffen wie die &bdquo;Tomahawk&ldquo;-Marschflugk&ouml;rper zu zerst&ouml;ren. Allerdings machen Baud die Auswirkungen auf die internationale Situation Sorgen, wie er sagte. Er sei erstaunt, &bdquo;dass die westlichen politischen F&uuml;hrungen dieses Problem gar nicht erw&auml;hnen. Das macht mir ein bisschen Angst, dass unsere F&uuml;hrungskr&auml;fte allgemein nichts dar&uuml;ber sagen.&ldquo;<\/p><p>Er habe den Eindruck, dass die westlichen Politiker sich &uuml;ber diese Situation freuen, &bdquo;weil sie sehen, dass Russland davon leiden wird&ldquo;. Baud kommentierte das deutlich:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das ist ein bisschen krank irgendwie. Man ist zufrieden, dass die Russen leiden, aber man erw&auml;hnt nicht einmal, was die Konsequenzen f&uuml;r uns w&auml;ren.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Trump und Vance mit Illusionen &uuml;ber Ukraine<\/strong><\/p><p>Trump hatte auf der Plattform <em>Truth Social<\/em> nach einem Treffen mit dem Kiewer Pr&auml;sidenten Wolodymyr Selenskyj am Rand der UN-Generalversammlung unter anderem <a href=\"https:\/\/archive.ph\/5M7td\">erkl&auml;rt<\/a>, die Ukraine k&ouml;nne doch noch gewinnen, mit der Unterst&uuml;tzung der Europ&auml;er. Der US-Pr&auml;sident habe anscheinend Selenskyjs Lagebeurteilung &uuml;bernommen, auch was die Situation Russlands angeht, so Kujat dazu. Er halte das f&uuml;r realit&auml;tsfern und &bdquo;geradezu f&uuml;r absurd&ldquo;. Die USA wollten sich eigentlich aus dem Stellvertreter-Krieg gegen Russland zur&uuml;ckziehen. Aus Trumps Worten spreche eine &bdquo;geh&ouml;rige Portion Frustration&ldquo;, aber zugleich sei es auch der Versuch, Druck auf Russland auszu&uuml;ben.<\/p><p>Auch der Schweizer Milit&auml;rexperte Baud verwies auf das Interesse Washingtons, sich aus dem Konflikt zur&uuml;ckzuziehen. Er betonte im Gespr&auml;ch, Trump sei kein Pazifist und suche nicht den Frieden, wie viele glauben. Der US-Pr&auml;sident habe nur erkannt, dass der Krieg in der Ukraine gegen Russland nicht zu gewinnen ist, und er wolle nicht mit der absehbaren Niederlage Kiews in Verbindung stehen.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Er findet alle Argumente, um zu sagen: Die Ukrainer k&ouml;nnen so was selber machen. Und die Europ&auml;er sind stark genug, um die Ukraine zu unterst&uuml;tzen. Und deshalb kann ich mich ruhig zur&uuml;ckziehen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ex-OSZE-Mitarbeiter Bosshard betonte ebenfalls, &bdquo;dass die USA keinesfalls selbst in den Krieg eingreifen m&ouml;chten&ldquo;. Aus seiner Sicht erkl&auml;re die Trump-Administration, weshalb sie nicht mit eigenen Kr&auml;ften in den Konflikt eingreifen wird. Sie k&ouml;nne den Sieg erkl&auml;ren und sich dann zur&uuml;ckziehen, &bdquo;so wie es US-Administrationen in der Vergangenheit immer wieder praktizierten&ldquo;.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn ein Krieg gegen Russland &auml;hnlich leicht zu gewinnen w&auml;re wie gegen den Irak 1991 und 2003, dann w&auml;re das etwas Anderes, aber selbst ein konventioneller Krieg gegen Russland ist mit unkalkulierbaren Risiken verbunden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Trump habe im Wahlkampf versprochen, die USA w&uuml;rden unter seiner F&uuml;hrung nicht wieder in unz&auml;hlige Konflikte eingreifen, und das wolle er einhalten, auch weil im Fr&uuml;hsommer 2026 der Wahlkampf f&uuml;r die US-Zwischenwahlen beginnt. Die Lage Trumps erinnere ein wenig an diejenige von Richard Nixon gegen Ende des Vietnam-Kriegs, als dieser versuchte, mit der &bdquo;Operation Linebacker II&ldquo;, einer gro&szlig; angelegten Bomberkampagne, die Nordvietnamesen an den Verhandlungstisch zu bomben. Wenn das im Falle der Ukraine gel&auml;nge, w&uuml;rde sich das Trump an seine Fahne heften und sich als &bdquo;entschlossenen und klugen F&uuml;hrer darstellen, der den Frieden geradezu erzwingt&ldquo;.<\/p><p><strong>Fehlende ukrainische Reserven<\/strong><\/p><p>Ex-NATO-Offizier Kujat widersprach den j&uuml;ngsten <a href=\"https:\/\/www.foxnews.com\/video\/6380220428112\">Behauptungen<\/a> von US-Vizepr&auml;sident James D. Vance, Russland sei geschw&auml;cht und erreiche auf dem Schlachtfeld nichts. Die russischen Streitkr&auml;fte h&auml;tten zwar Schwierigkeiten bei ihrem Vormarsch, aber:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Wahrheit ist, dass die ukrainischen Streitkr&auml;fte zu keiner Zeit f&auml;hig waren, die strategische Lage zu ihren Gunsten zu wenden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das werde ihnen auch in Zukunft nicht gelingen, betonte Kujat. Deshalb versuche Kiew seit Beginn des Krieges, diesen zu eskalieren und die NATO hineinzuziehen, best&auml;tigte er die Aussagen der ehemaligen Schweizer Milit&auml;rs. Das sei auch mit den Angriffen auf strategische Ziele auf russischem Territorium geschehen. Mutma&szlig;liches Ziel von Selenskyj sei es auch, durch solche Angriffe die russische Bev&ouml;lkerung gegen Pr&auml;sident Putin aufzubringen und Russland dadurch zu schw&auml;chen. Er versuche weiterhin, den Krieg zu eskalieren, um die Europ&auml;er in diesen zu ziehen und durch eine Eskalation auf eine h&ouml;here Ebene das Geschehen doch noch f&uuml;r die Ukraine zu drehen.<\/p><p>Es m&uuml;sse ein &bdquo;Wunder geschehen&ldquo;, wenn die Ukrainer noch einmal die Oberhand gewinnen w&uuml;rden, erkl&auml;rte Ex-Oberstleutnant Bosshard. Die russischen Truppen bef&auml;nden sich seit Monaten regelm&auml;&szlig;ig im Vormarsch und k&auml;men zunehmend schneller vorw&auml;rts, trotz Grabenkrieg und des Einsatzes pr&auml;zisionsgesteuerter panzerbrechender Artillerie und von Drohnen. Alle bisherigen ukrainischen Gegenangriffe h&auml;tten bisher nichts erreicht. F&uuml;r neue &bdquo;m&uuml;ssten seitens der Ukraine jetzt bedeutende Reserven vorhanden sein, die bislang unentdeckt blieben und ungehindert an die Front gef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen&ldquo;. Solche Reserven sehe er derzeit nicht, so der Schweizer Milit&auml;rexperte.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die USA k&ouml;nnen vielleicht Putin an den Verhandlungstisch bewegen, aber die Mittel, um Selenskyjs Verhandlungsposition entscheidend zu st&auml;rken, haben sie nicht und die Westeurop&auml;er haben sie schon gar nicht. In Russland ist es mit dem Respekt vor der NATO vorbei.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Ukraine als Opfer f&uuml;r westliche Hybris<\/strong><\/p><p>Auch Jacques Baud machte darauf aufmerksam, dass Russland milit&auml;risch und wirtschaftlich nicht in einer schlechten Lage sei, wie Trump und Vance meinen. Im Westen werde immer noch davon getr&auml;umt, dass Russland kollabiere, doch das sein nur &bdquo;Fantasie&ldquo;. Die Probleme Russlands best&uuml;nden darin, dass aufgrund des wirtschaftlichen Wachstums die Arbeitskr&auml;fte knapp wurden, die L&ouml;hne deshalb und auch dadurch die Inflation anstiegen. Es werde auch nicht nur in die R&uuml;stungsindustrie investiert, sondern ebenso in den Konsumg&uuml;terbereich, um den Fehler der einstigen Sowjetunion zu vermeiden, die sich auf die R&uuml;stung konzentrierte.<\/p><p>Milit&auml;risch gesehen sei Russland ebenfalls erfolgreich, sagte der Schweizer Ex-Milit&auml;r. Er machte deutlich, dass es dabei nicht um die westliche &bdquo;Ma&szlig;einheit von Erfolg&ldquo; in Form von eroberten Quadratkilometern an Territorium geht. Die russische Seite habe im Herbst 2022 ihre Strategie gewechselt. Zuvor seien drei Versuche Moskaus, mit Kiew zu verhandeln &ndash; auf dessen Initiative &ndash; im Februar, im M&auml;rz und im August 2022 aufgrund der westlichen Einflussnahme gescheitert. Seitdem werde versucht, auf den Feind, die ukrainischen Truppen, zu warten und ihn systematisch zu zerst&ouml;ren, anstatt schnell vorw&auml;rts zu kommen und viel Territorium zu erobern. Das werde von den westlichen Politikern nicht richtig verstanden, so Baud. Anderenfalls h&auml;tten sie sofort Verhandlungen aufgenommen, um das Potenzial der Ukraine zu behalten.<\/p><p>Die westlichen Politiker w&uuml;rden nur in einer Dimension denken und nicht vorw&auml;rts schauen. &bdquo;Das hei&szlig;t, sie reagieren nur primitiv und sehr oberfl&auml;chlich auf die Situation&ldquo;, stellte er fest. Die Konsequenz sei, dass die Ukraine ihre aktiven Kr&auml;fte, nicht nur die milit&auml;rischen, sondern menschliche Kr&auml;fte, verliere. Die Frage sei, wie es weitergehen soll, ob der Krieg weitergef&uuml;hrt wird, um Russland weiter Probleme zu bereiten. Die Ukraine werde f&uuml;r die westliche Hybris geopfert, betonte Baud.<\/p><p>Zugleich w&uuml;rden westliche Politik und Medien nur auf das h&ouml;ren, was Selenskyj ihnen &uuml;ber die Lage erz&auml;hle, und dabei sogar die realistischeren Berichte ukrainischer Medien und Journalisten ignorieren.<\/p><p><strong>Putins neue Warnung<\/strong><\/p><p>Der russische Pr&auml;sident hatte am 22. September gegen&uuml;ber den Mitgliedern des Nationalen Sicherheitsrates Russlands mit Blick auf die &bdquo;extreme Gefahr vor einer weiteren Verschlechterung&ldquo; der geopolitischen Lage, insbesondere im Ukraine-Konflikt&ldquo; <a href=\"http:\/\/kremlin.ru\/events\/president\/news\/78051\">gewarnt<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Russland ist in der Lage, auf alle bestehenden und neu entstehenden Bedrohungen zu reagieren, und zwar nicht mit Worten, sondern durch milit&auml;risch-technische Ma&szlig;nahmen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das war zugleich verbunden mit dem Vorschlag der Wiederaufnahme der Verhandlungen zur atomaren Abr&uuml;stung und zur Verl&auml;ngerung des New-START-Vertrags von 2010. Eine &auml;hnliche Warnung, verbunden mit einem Verhandlungsangebot, um die Lage zu entsch&auml;rfen und die Sicherheitsinteressen aller Beteiligten zu ber&uuml;cksichtigen, hatte Russlands Pr&auml;sident im Dezember 2021 <a href=\"http:\/\/kremlin.ru\/events\/president\/news\/67402\">ausgesprochen<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Selbstverst&auml;ndlich werden wir, wie bereits erw&auml;hnt, im Falle einer Fortsetzung der eindeutig aggressiven Linie unserer westlichen Kollegen angemessene milit&auml;risch-technische Gegenma&szlig;nahmen ergreifen und auf unfreundliche Schritte hart reagieren.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zuvor hatte Moskau Vertragsvorschl&auml;ge an die USA und die NATO &uuml;bermittelt, die auch eine Garantie des Westens einschlossen, dass die&nbsp;Ukraine nicht in die&nbsp;NATO&nbsp;aufgenommen wird. Das wurde aber ebenso wie die Warnung ignoriert &ndash; die Antwort erfolgte am 24. Februar 2022 mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine.<\/p><p>Diese deutlichen Warnungen w&uuml;rden im Westen nicht wahrgenommen, so Kujat, und stattdessen der Eindruck erweckt, Russland w&uuml;rde st&auml;ndig &bdquo;rote Linien&ldquo; ziehen und bei deren &Uuml;berschreitung doch nicht reagieren. Er halte das f&uuml;r eine &bdquo;v&ouml;llige Fehleinsch&auml;tzung der russischen Eskalationsstrategie&ldquo;. Russland habe eine &bdquo;sehr hohe Toleranzschwelle&ldquo; und bisher nur mit geringer Eskalation auf ukrainische Angriffe wie die auf die Flugpl&auml;tze der strategischen Bomberflotte reagiert. Ein Einsatz von &bdquo;Tomahawk&ldquo;-Marschflugk&ouml;rpern gegen russische strategische Ziele wie F&uuml;hrungszentren w&uuml;rden einen Wendepunkt f&uuml;r Russlands Art der Kriegf&uuml;hrung bedeuten. Es k&ouml;nnte dann tats&auml;chlich von einem Abnutzungskrieg zu einem Zerst&ouml;rungskrieg &uuml;bergehen.<\/p><p>Niemand k&ouml;nne sagen, wann Russland massiv reagiere, aber sicher sei, dass es hart zur&uuml;ckschlage. Deshalb sei &bdquo;sehr sorgf&auml;ltig&ldquo; zu &uuml;berlegen, ob eine Situation geschaffen wird, die Russland in eine Lage bringt, dass es gar nichts anderes tun k&ouml;nne, &bdquo;als wirklich massiv zur&uuml;ckzuschlagen&ldquo;. Der Schweizer Milit&auml;rexperte Baud machte im Gespr&auml;ch ebenfalls auf die steigende Gefahr f&uuml;r Europa in Folge der anhaltenden Provokationen gegen Russland aufmerksam. Die Politiker und Medien im Westen w&uuml;rden den Eindruck haben und verbreiten, dass Russland nicht f&auml;hig sei, eine milit&auml;rische Antwort zu geben. Es werde nicht ernst genommen, was Putin sagt, und von einem &bdquo;Bluff&ldquo; Moskaus gesprochen.<\/p><p><strong>Kreml hat echte Eskalationsdominanz<\/strong><\/p><p>F&uuml;r den Schweizer Milit&auml;rexperten Bosshard ist klar, dass Russland nicht unverwundbar ist, &bdquo;denn allein schon die Gr&ouml;&szlig;e des Landes zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche&ldquo;. Deshalb w&uuml;rden die USA und die Ukraine immer einen Ort in Russland finden, der nicht hinreichend gesch&uuml;tzt sei. Da die wirklich wichtigen Objekte gut gesch&uuml;tzt seien, w&uuml;rden zweitrangige Ziele ausgew&auml;hlt, um Druck auszu&uuml;ben.<\/p><p>&bdquo;Im Informationskrieg kann die Ukraine beliebig eskalieren, selbst Angriffe mit zahlreichen zivilen Opfern und hohen Kollateralsch&auml;den wird die westliche &Ouml;ffentlichkeit ihr verzeihen&ldquo;, stellte Bosshard fest. Und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Im echten Krieg aber hat der Kreml die Eskalationsdominanz und kann in der Ukraine sehr weit gehen.&ldquo; Er habe eine ganze Palette verschiedener Mittel und zahlreiche Optionen f&uuml;r verdeckte Handlungen, &bdquo;mit welchen er die eifrigsten Mitglieder in der Koalition der Willigen warnen und zu einer M&auml;&szlig;igung zwingen kann&ldquo;. Er sei &uuml;berrascht, dass die russische F&uuml;hrung das noch nicht getan habe, &bdquo;aber sie reagieren erfahrungsgem&auml;&szlig; langsam, aber sehr &uuml;berlegt&ldquo;. Der ehemalige Schweizer Gasth&ouml;rer der Generalstabs-Akademie der russischen Armee ist sich &bdquo;fast sicher, dass sie gewisse Szenarien vorher auf Gefechtssimulatoren durchspielen, bevor sie ihre Schachz&uuml;ge ausf&uuml;hren&ldquo;.<\/p><p>Baud verwies darauf, dass Russlands Pr&auml;sident Putin &bdquo;sehr angemessen&ldquo; die Probleme darstelle und beantworte. &bdquo;Er ist nicht emotional und deshalb hat man den Eindruck, er hat Angst, die richtige Antwort zu geben&ldquo;, sch&auml;tzte der Schweizer Ex-Offizier ein. Das werde sogar in Russland kritisiert, dass Putin als ein &bdquo;sehr &uuml;berlegender Mensch&ldquo; nicht den Eindruck einer gewissen Entschlossenheit mache. Das f&uuml;hre im Westen zu einem falschen Eindruck, der sich in seiner eigenen Rhetorik best&auml;tigt sehe, dass Russland nicht in der Lage sei, auf die Bedrohungen zu reagieren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es stimmt zwar, dass Russland &uuml;ber enorme Mittel verf&uuml;gt, um zur&uuml;ckzuschlagen, aber Putin will dies nicht. Er ist ein Stratege und zieht es vor, sich Optionen f&uuml;r kritischere Situationen offenzuhalten. Genau das haben die Europ&auml;er nicht getan, und nun sind sie Gefangene ihrer strategielosen Handlungen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Baud betonte, es bestehe die Gefahr, &bdquo;dass wir in einer Situation sind, wo wir einen vollen Becher haben, in den weitere Tropfen kommen, bis er &uuml;berl&auml;uft&ldquo;. Er kritisierte, dass angesichts der zunehmend kritischen Situation niemand im Westen nicht einmal eine Idee f&uuml;r eine L&ouml;sung habe. Die sieht er in einem Dialog mit Russland. Die westlichen Staaten h&auml;tten zwar die diplomatischen Aktivit&auml;ten der USA begr&uuml;&szlig;t, &bdquo;aber kein EU-Land hat irgendwie den Anfang einer diplomatischen Beziehung mit Russland gemacht. Das scheint mir total unglaublich. Total unglaublich!&ldquo;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Man versucht alle m&ouml;glichen L&ouml;sungen zu finden &ndash; au&szlig;er die normalste, die logischste, die billigste und die intelligenteste, dass man einmal mit Moskau diskutiert. Das wurde gar nicht erw&auml;hnt. Wie kann man so dumm sein, das ist f&uuml;r mich unverst&auml;ndlich.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Kujat pl&auml;diert daf&uuml;r, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, um den Krieg zu beenden. Er sieht gegenw&auml;rtig wieder einen Scheidepunkt, ob der Krieg beendet oder weiter eskaliert wird, &bdquo;mit dem Risiko, dass er ausgeweitet wird auf den gesamten europ&auml;ischen Kontinent&ldquo;. Auf russischer Seite gebe es gro&szlig;es Interesse, den Krieg zu beenden, auch weil er Moskaus geopolitischen Einfluss einschr&auml;nke.<\/p><p><strong>Europa in strategischer Sackgasse<\/strong><\/p><p>Aber beide Seiten m&uuml;ssten Schritte aufeinander zugehen und angesichts des R&uuml;ckzugs von Trump aus dem Krieg w&uuml;rden die Europ&auml;er eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielen. Doch diese h&auml;tten sich &bdquo;strategisch in eine Sackgasse&ldquo; begeben und w&uuml;rden dennoch &bdquo;immer weiter in die gleiche Richtung&ldquo; marschieren.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir sind ja auch weder bereit noch in der Lage gewesen, in dreieinhalb Jahren einen eigenen Vorschlag, wie auch immer der aussehen m&ouml;ge, zu machen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Stattdessen werde in Deutschland eine mentale Kriegsbereitschaft hergestellt. Der Ex-General bezeichnete das als &bdquo;v&ouml;llig inakzeptabel&ldquo; und erinnerte an den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (1974 &ndash; 1982). Wie dieser sehe er ein milit&auml;risches Gleichgewicht als notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung f&uuml;r Frieden. Hinzu m&uuml;sse der Dialog mit der anderen Seite kommen sowie der Versuch, ihre Interessen zu verstehen, und politisch stabilisierende Ma&szlig;nahmen. Das politische Handeln m&uuml;sse vorhersehbar sein, was derzeit in Deutschland und Europa nicht der Fall sei.<\/p><p>Baud sieht als Problem, dass der Westen die eigenen L&uuml;gen und Mythen &uuml;ber den Ukraine-Krieg glaubt und keine andere L&ouml;sung gefunden hat, als ihn fortzusetzen. Auch er sieht die westliche Politik in einer Sackgasse, gefangen in der selbstverursachten Situation. Es fehle der Mut einzugestehen, von falschen &Uuml;berlegungen ausgegangen zu sein und &bdquo;die ganze Logik zu wechseln&ldquo; &ndash; &bdquo;und deshalb m&uuml;ssen wir weiterhin mit der gleichen bl&ouml;den Logik weitergehen&ldquo;, die nicht der Realit&auml;t entspreche.<\/p><p>&bdquo;Die beste Sicherheit kommt aus guten Beziehungen&ldquo;, stellte Ex-Oberst Baud klar. &bdquo;Das A und O einer guten Sicherheit ist, dass man gute Beziehungen mit seinen Nachbarn hat&ldquo;, sagte er. Das sei ganz einfach, aber niemand im Westen halte das f&uuml;r eine m&ouml;gliche L&ouml;sung. &bdquo;Das finde ich absolut unglaublich&ldquo;, f&uuml;gte er hinzu. Wie Kujat betonte er, dass Sicherheitspolitik immer auf zwei S&auml;ulen beruhe, der Au&szlig;enpolitik und der Verteidigungspolitik. Erstere sei verantwortlich daf&uuml;r, gute Beziehungen mit anderen zu gestalten &ndash; &bdquo;ob der andere gut oder schlecht oder gro&szlig; oder braun oder gr&uuml;n oder blau ist, das spielt keine Rolle, auch nicht, ob er das &sbquo;richtige&lsquo; politische System hat&ldquo;.<\/p><p>Was f&uuml;r das private Leben gelte, sei auch auf der internationalen Ebene richtig. &bdquo;Wie kann man sich vorstellen, dass die Sicherheit allein auf die Verteidigung gest&uuml;tzt werden kann&ldquo;, ist f&uuml;r ihn eine der Fragen angesichts aktueller politischer Aussagen auch in Deutschland. Baud machte zudem darauf aufmerksam, dass westliche Politiker eine Situation provozieren, &bdquo;die in einen tats&auml;chlichen hei&szlig;en Krieg f&uuml;hren kann&ldquo;. Dabei habe die &bdquo;Koalition der Willigen&ldquo; gar nicht die Mittel, einen solchen zu f&uuml;hren. Zudem sei in Europa niemand bereit, f&uuml;r die Ukraine zu k&auml;mpfen.<\/p><p><strong>Drohender Kernwaffeneinsatz<\/strong><\/p><p>Milit&auml;rexperte Bosshard sieht die Gefahr, dass es zu einem gro&szlig;en Krieg in Europa kommt, angesichts der anhaltenden Provokationen gegen Russland als &bdquo;sehr gro&szlig;&ldquo; an. Er kenne die M&ouml;glichkeiten der russischen Armee wie auch ihre Denkweise und Doktrin. Dabei werde auf &Uuml;berlegungen aus dem Kalten Krieg zur&uuml;ckgegriffen, wie beispielsweise:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn der grunds&auml;tzlich ressourcenm&auml;&szlig;ig &uuml;berlegene Westen gegen uns aufmarschieren will, dann werden wir die Aufmarschbasis zerst&ouml;ren. Und das wird massive Angriffe gegen jegliche nutzbare Infrastruktur in den baltischen Republiken und im Osten Polens nach sich ziehen, so wie jetzt in der Ukraine praktiziert.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Er f&uuml;gte hinzu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Rechnen Sie mal mit dem Einsatz von 200 bis 250 Kernsprengk&ouml;pfen in einem Krieg, wenn der Westen wirklich sich anschicken sollte, seine &uuml;berlegenen Ressourcen gegen Russland in Marsch zu setzen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Als er das einem Schweizer Regierungspolitiker erkl&auml;rt habe, habe dieser das &bdquo;nicht gern geh&ouml;rt&ldquo;. Aber das sei seine Einsch&auml;tzung der Lage. Wenn die NATO als Ganzes angreift, dann werde der Krieg von Beginn an nuklear, erkl&auml;rte Bosshard. Es gebe im Westen &bdquo;Idioten&ldquo;, in der EU und in der NATO, einschlie&szlig;lich Polen, die Russland zerst&ouml;ren und aufteilen wollen, best&auml;tigte er. Deshalb befinde sich das Land im Verteidigungsmodus. Die Russen h&auml;tten den Eindruck, sie m&uuml;ssten ihre pure Existenz verteidigen und daf&uuml;r k&auml;mpfen. Daf&uuml;r werde das Land investieren und seine letzten Reserven mobilisieren.<\/p><p>Er erwarte in den n&auml;chsten Jahren eine solche Auseinandersetzung und sch&auml;tze die Gefahr als hoch ein. Nach einem Waffenstillstand werde sich die Ukraine zusammen mit der NATO auf einen Revanche-Krieg vorbereiten. Darauf bereite sich der Westen schon vor, indem er der eigenen Bev&ouml;lkerung Angst mache, um die finanziellen Mittel f&uuml;r die Aufr&uuml;stung gegen Russland zu begr&uuml;nden.<\/p><p>Unterdessen hat Russlands Pr&auml;sident Putin laut der russischen Nachrichtenagentur <em>Tass<\/em> <a href=\"https:\/\/tass.com\/politics\/2025353\">erkl&auml;rt<\/a>, eine m&ouml;gliche Entscheidung der USA, &bdquo;Tomahawk&ldquo; an die Ukraine zu liefern, w&uuml;rde die Beziehungen zwischen Russland und den USA &bdquo;ruinieren, oder zumindest den sich abzeichnenden positiven Trend in diesen Beziehungen&ldquo;.<\/p><p><em>Am 31. Oktober werden General a.D. Harald Kujat, Admiral a.D. Kay-Achim Sch&ouml;nbach und Oberstleutnant a.D. Ralph Bosshard gemeinsam mit dem Journalisten Patrik Baab &uuml;ber das Thema &bdquo;Europa zwischen Krieg und Frieden &ndash; wird Europa zum Schlachtfeld?&ldquo; diskutieren. Mehr Informationen dazu gibt es auf Telegram hier: <a href=\"http:\/\/t.me\/Reden_im_Raum\">t.me\/Reden_im_Raum<\/a><\/em><\/p><p><small>Titelbild: Fraktion DIE LINKE im Bundestag (CC BY 2.0), privat, (C) RSI<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hoffnung, dass es nach dem Treffen der beiden Pr&auml;sidenten Donald Trump und Wladimir Putin am 16. August Fortschritte durch diplomatische Schritte f&uuml;r ein Ende des Krieges in der Ukraine gibt, haben sich bisher nicht erf&uuml;llt. So sieht es der ehemalige Bundeswehr-Generalinspekteur und fr&uuml;here Vorsitzende des NATO-Milit&auml;rausschusses <strong>Harald Kujat<\/strong>. Er setze aber trotzdem weiter darauf,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140354\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":140358,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171],"tags":[1519,3223,3589,3240,2591,466,2892,915,259,2620,2794,1800,260,1556,2377],"class_list":["post-140354","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","tag-atomwaffen","tag-baud-jacques","tag-bosshard-ralph","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-kujat-harald","tag-nato","tag-pfadabhaengigkeit","tag-putin-wladimir","tag-russland","tag-selenskyj-wolodymyr","tag-stellvertreterkrieg","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-usa","tag-waffenlieferungen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/251010_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=140354"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140354\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140454,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140354\/revisions\/140454"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/140358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=140354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=140354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=140354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}