{"id":140544,"date":"2025-10-14T09:00:38","date_gmt":"2025-10-14T07:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140544"},"modified":"2025-10-15T08:52:22","modified_gmt":"2025-10-15T06:52:22","slug":"die-clownswelt-zerschlagen-rainer-mausfelds-hegemonie-oder-untergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140544","title":{"rendered":"Die Clownswelt zerschlagen \u2013 Rainer Mausfelds \u201eHegemonie oder Untergang\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ein neuer Mausfeld ist immer ein willkommenes Ereignis. Seit seinem Vortrag <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Rx5SZrOsb6M&amp;t=2253s\">&bdquo;Warum schweigen die L&auml;mmer?&ldquo;<\/a> erfreut sich der emeritierte Professor f&uuml;r Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung an der Universit&auml;t Kiel einer treuen Fangemeinde. &Auml;hnlich wie Noam Chomsky in den USA ist er Intellektueller, Wissenschaftler, politischer Analyst und unbestechliche moralische Instanz in einer Person. Sein neuestes Buch &bdquo;Hegemonie oder Untergang &ndash; Die letzte Krise des Westens?&ldquo; widmet sich der &bdquo;Krise des Westens&ldquo; und demontiert in gekonnter Manier die Begriffe und Diskurse, die Gewalt und Ungerechtigkeit des Westens rechtfertigen und kaschieren, anhand der aktuellen Ereignisse. Eine Rezension von <strong>Maike Gosch.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_393\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140544-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251014_Die_Clownswelt_zerschlagen_eine_Buchrezension_von_Rainer_Mausfelds_Hegemonie_oder_Untergang_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251014_Die_Clownswelt_zerschlagen_eine_Buchrezension_von_Rainer_Mausfelds_Hegemonie_oder_Untergang_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251014_Die_Clownswelt_zerschlagen_eine_Buchrezension_von_Rainer_Mausfelds_Hegemonie_oder_Untergang_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251014_Die_Clownswelt_zerschlagen_eine_Buchrezension_von_Rainer_Mausfelds_Hegemonie_oder_Untergang_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140544-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251014_Die_Clownswelt_zerschlagen_eine_Buchrezension_von_Rainer_Mausfelds_Hegemonie_oder_Untergang_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251014_Die_Clownswelt_zerschlagen_eine_Buchrezension_von_Rainer_Mausfelds_Hegemonie_oder_Untergang_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Das Eiswasser, das Mausfeld auf die &uuml;berhitzten Nebelschwaden der modernen Diskurse wirft, ist erfrischend. Das ist schon keine &bdquo;Delegitimierung des Staates&ldquo; mehr, das ist ein Filetieren der schwammigen und verbogenen Begrifflichkeiten und Narrative mit dem scharfen Skalpell seines Intellekts, um deren urspr&uuml;ngliche Bedeutung wieder freizulegen und den Missbrauch der Begriffe durch die M&auml;chtigen anzuprangern, wie zum Beispiel in dieser Passage zur aktuellen Demokratiekrise:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Es w&auml;re jedoch nicht sinnvoll, die gegenw&auml;rtige gesellschaftliche Krise eine Krise der Demokratie zu nennen. Jedenfalls nicht im urspr&uuml;nglichen Sinne der egalit&auml;ren Leitidee von Demokratie als individueller und somit auch gesellschaftlicher Selbstbestimmung. F&uuml;r die Organisationsform des Staates beinhaltet diese zivilisatorische Leitidee eine radikale Vergesellschaftung von Herrschaft durch eine strikte vertikale Gewaltenteilung und eine Unterwerfung aller Staatsapparate unter die gesetzgebende Souver&auml;nit&auml;t der gesellschaftlichen Basis. Da es Demokratie in diesem einzigen Sinn, der diese Bezeichnung verdient, in unserer Epoche nicht gibt, w&auml;re die Behauptung ihrer Krise unsinnig. Die gegenw&auml;rtige schwere Krise des Westens kann also, da die Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt sind, keine Krise der Demokratie sein. Es gibt indessen gute Gr&uuml;nde anzunehmen, dass es sich um eine Krise handelt, deren Wurzeln gerade in der jahrhundertelangen Verhinderung von Demokratie zu finden sind.&ldquo; (Mausfeld, S. 11)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Nach einer fulminanten Einleitung (dazu unten mehr) holt Mausfeld erst einmal historisch aus und zeichnet nach, wie die Narrative des &bdquo;Westens&ldquo; entstanden und was sie beinhalteten.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Was &uuml;berhaupt ist &raquo;dieser Westen&laquo;? Auf den ersten Blick mag dieser Begriff danach klingen, als w&uuml;rde er nat&uuml;rliche Begebenheiten beschreiben. In seiner heutigen Bedeutung als eines Kulturraumes, der in besonderer Weise auf Vernunft, Wissenschaft und Freiheit basiere und dadurch einen gleichsam linearen gesellschaftlichen Fortschritt von &raquo;primitiven&laquo; zu &raquo;h&ouml;heren&laquo; Gesellschaftszust&auml;nden erm&ouml;gliche, ist er jedoch vergleichsweise jungen Ursprungs. (&hellip;)<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Selbstverst&auml;ndnis des &raquo;Westens&laquo; als eines gleichsam linearen gesellschaftlichen Fortschritts von &raquo;primitiven&laquo; zu &raquo;h&ouml;heren&laquo; Gesellschaftszust&auml;nden entwickelte sich erst zusammen mit der westlichen Konstruktion seines Gegenpols des &raquo;Ostens&laquo; und des &raquo;Orients&laquo;, zwischen dem 17. Und 18. Jahrhundert. Bereits der historische Ursprung des &raquo;Westens&laquo; zeigt, dass er seine Identit&auml;t seit jeher aus seiner Konstruktion der &raquo;Anderen&laquo; bezog, n&auml;mlich derjenigen, die er als seine &raquo;Feinde&laquo; betrachtete. Im Mittelalter und in der Zeit des Kolonialismus waren dies die &raquo;Unzivilisierten&laquo;, die &raquo;Barbaren&laquo;, die es zu zivilisieren, also zu &raquo;verwestlichen&laquo; galt. Wer jeweils als &raquo;unzivilisiert&laquo; zu betrachten sei, &auml;nderte sich je nach materiellen Interessen und Machtbed&uuml;rfnissen des Westens.&ldquo; (Mausfeld, S. 16\/17)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Damit zeigt Mausfeld die Kontinuit&auml;ten auf, in denen sich die Erz&auml;hlungen des &bdquo;Westens&ldquo; seit dem 17. Jahrhundert bis heute bewegen. Er zoomt damit erfolgreich aus der Gegenwart und auch dem aus 21. und 20. Jahrhundert heraus und f&uuml;hrt uns als Leser aus den Gedankengeb&auml;uden heraus, in denen wir uns sonst oft befinden, ohne es &uuml;berhaupt zu bemerken. Beim Lesen dieser Abs&auml;tze wird sofort klar, dass sich ein Gro&szlig;teil der aktuellen politischen Kommunikation zu Russland, zur arabischen Welt, zu den Pal&auml;stinensern, aber auch zu China innerhalb dieser Denk- und Argumentationsmuster bewegt. Man denke nur an Borrels ber&uuml;hmte Garten-versus-Dschungel-Metapher oder an die fortw&auml;hrende Rhetorik israelischer Politiker (wenn sie nicht gleich offen genozidal ist) von der Verteidigung westlicher Zivilisation und Werte gegen die &bdquo;Barbaren&ldquo; (womit hier die Pal&auml;stinenser gemeint sind). Sp&auml;testens seit den Kreuzz&uuml;gen steht diese Rahmenerz&auml;hlung. Aber nicht mit Mausfeld:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Dieser Mythos des Westens einer sich aus seiner Sonderstellung in der Welt ergebenden zivilisatorischen Aufgabe &ndash; das Master-Narrativ des Westens &ndash; ist das Fundament f&uuml;r die westliche ideologische Pseudorealit&auml;t, mit der der Westen seine organisierte Gewalt zu verschleiern sucht. Die globale Machtausdehnung des Westens beruhte keineswegs auf seiner h&ouml;heren Sittlichkeit oder seiner &raquo;h&ouml;heren Kultur&laquo;. Sie beruhte auf milit&auml;rischer und technologischer Gewalt&uuml;berlegenheit. Sie beruhte auf Kolonialisierung, Sklavenhandel, imperialen Kriegen und wirtschaftlicher Erpressung. Der Ausdruck &raquo;zivilisatorische Mission&laquo; &ndash; ebenso wie seine modernen Varianten &ndash; ist ein moralistischer Mantel, mit dem die Kontinuit&auml;t eines f&uuml;nfhundert Jahre w&auml;hrenden Prozesses gewaltsamer &ouml;konomischer Ausbeutung der Welt verdeckt werden soll.&ldquo; (Mausfeld, S. 91\/92)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Nur das letzte Kapitel &bdquo;Hat das emanzipatorische Projekt einer Zivilisierung von Gewalt heute noch eine Chance?&ldquo; blieb mir etwas zu abstrakt und theoretisch. Aber Mausfeld ist kein Aktivist, zivilgesellschaftlicher Organisator oder Politiker. Er bietet daher auch keine Handlungsanweisungen oder konkrete L&ouml;sungen an. Aber indem er die aktuellen politischen Ereignisse und Strukturen glasklar beschreibt, viele L&uuml;gen und Doppelmoral entlarvt, schafft er ein starkes intellektuelles Fundament, von dem aus Widerstand und Ver&auml;nderung intellektuell aufgebaut werden k&ouml;nnen. S&auml;tze wie die folgenden zeigen die Klarheit und Sch&auml;rfe seiner Analyse:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Unsere Epoche muss somit als eine Epoche der schleichenden Entzivilisierung von Gewalt angesehen werden, die von den Starken beharrlich vollzogen wird. In anderen Worten: Wir leben in einer Zeit der radikalen Gegenaufkl&auml;rung. Kein Ereignis in der westlichen Welt f&uuml;hrt dies schonungsloser vor Augen als Israels V&ouml;lkermord an den Pal&auml;stinensern. Das epochale Verbrechen dieses V&ouml;lkermords wird begleitet von dem Verbrechen des Schweigens der &Ouml;ffentlichkeit westlicher L&auml;nder. Insbesondere des Schweigens nahezu der gesamten Schicht &ouml;ffentlicher Intellektueller.&ldquo; (Mausfeld, S. 173\/174<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das Buch enth&auml;lt f&uuml;r Mausfeld-Leser einiges Vertraute, das sie schon aus fr&uuml;heren B&uuml;chern und Vortr&auml;gen kennen. Dank seiner intellektuellen Tiefe und Klarheit kann es aber sicher nicht schaden, einige seiner Gedanken mehrfach zu lesen, um sie wirklich zu durchdringen und zu internalisieren. In seiner grandiosen Einleitung (&bdquo;Ersch&uuml;tterungen&ldquo;) schreibt Mausfeld:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Gegenw&auml;rtige Krisen und Kriege scheinen in einem engen inneren Zusammenhang zu stehen. Dies wird zunehmend deutlicher. Und das macht sie umso bedrohlicher. Die Determinanten geopolitischer Konflikte und deren historische Kontinuit&auml;ten und Kausalit&auml;ten sind intuitiv nur schwer erfassbar. Nur durch m&uuml;hevolle kollektive Analysen k&ouml;nnen sie besser verstanden werden. Hingegen sind die gesellschaftlichen Krisen, da sie sich oft unmittelbar auf unseren gegenw&auml;rtigen Lebensalltag auswirken, leichter zu bemerken und in einigen Grundz&uuml;gen intuitiv zu verstehen. Ein tieferes Verst&auml;ndnis ihrer Ursachen kann indes ebenfalls nur auf der Grundlage kollektiver Anstrengungen erreicht werden.&ldquo; (Mausfeld, S. 10)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Und genau da setzt das Buch &ndash; und Mausfelds gesamtes Werk &ndash; an: Er liefert Instrumente, Argumente und Interpretationen, um diese kollektiven Analysen anzusto&szlig;en und zu erleichtern. Relativ unabh&auml;ngig davon, ob man alle seine Pr&auml;missen, Thesen und Wertungen teilt, wird der Diskurs dadurch im Niveau angehoben und klare Linien und Fl&auml;chen entstehen. Eine <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/soziale-gerechtigkeit-die-da-oben-wir-da-unten-1.4203219\">sehr negative Rezension<\/a> seines ersten Buches &bdquo;Warum schweigen die L&auml;mmer&ldquo; in der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> aus dem Jahr 2018 beschrieb es als ein Buch f&uuml;r &bdquo;linke Wutb&uuml;rger&ldquo; und bezichtigte den Autor der &bdquo;kruden Besserwisserei&ldquo;. Das wird Mausfelds Texten in keiner Weise gerecht &ndash; sie sind ein Aufruf zur R&uuml;ckkehr zu einer rationalen Analyse, dazu, &bdquo;sich seines eigenen Verstands&ldquo; zu bedienen, zu analysieren und zu verstehen. Mausfeld unterfordert seine Leser nicht, er schont sie nicht, aber er respektiert sie immer und spricht zu ihnen auf Augenh&ouml;he. Das Buch ist durchaus polemisch und scharf, aber diese Emp&ouml;rung ist fundiert und basiert auf den Ergebnissen seiner historischen, politischen und psychologischen Analysen.<\/p><p>Das Buch hat seine gr&ouml;&szlig;te St&auml;rke nicht in L&ouml;sungsvorschl&auml;gen und Handlungsanweisungen. Auch die volkswirtschaftlichen Analysen m&ouml;gen etwas einseitig und vielleicht teilweise zu undifferenziert sein, aber es brilliert dort, wo der Autor seine Kernkompetenz hat: Bei der Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung. Mausfeld schaut sich Worte ganz genau an und zeichnet ihre urspr&uuml;ngliche Bedeutung nach, ebenso wie ihre politische Instrumentalisierung und Verzerrung im Verlauf der Zeit. Dies wirft immer wieder interessante Schlaglichter auf Begriffe und gedankliche Konzepte wie &bdquo;Demokratie&ldquo;, &bdquo;Der Westen&ldquo;, &bdquo;Freiheit&ldquo;, &bdquo;Fortschritt&ldquo;, aber auch &bdquo;V&ouml;lkermord&ldquo;, die zu wertvollen Erkenntnismomenten beim Lesen f&uuml;hren. Er analysiert Diskurse und Diskursverbote und beschreibt Propaganda und emotionale Beeinflussung im &ouml;ffentlichen politischen Diskurs. Vieles, was man intuitiv so empfunden hat, findet man hier fachkundig und fundiert aufgeschl&uuml;sselt, beschrieben und erkl&auml;rt.<\/p><p>Eine der st&auml;rksten Passagen, in einem an starken Passagen reichen Buch, sind seine Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber &bdquo;Die gezielte Schaffung gesellschaftlicher Pseudorealit&auml;ten&ldquo;. Hier schreibt er:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Die gegenw&auml;rtigen Machteliten haben zur Sicherung ihrer Macht ein derartiges ideologisches Gew&ouml;lbe geschaffen. Dieses Phantasiegebilde ist das Produkt psychologischer Dynamiken, die durch die gegenw&auml;rtige Krise des Westens bei seinen Machteliten ausgel&ouml;st wurden. Hierzu geh&ouml;ren vor allem h&ouml;chste, zumeist unbewusste &Auml;ngste um ihren privilegierten Status, Verleugnung ihrer eigenen Verantwortung, Projektion auf Schuldige durch Aufbau geeigneter Feindbilder, &uuml;bersteigerte Selbstaffirmation und &uuml;berzogene Phantasien ihrer eigenen Gr&ouml;&szlig;e, mit denen sie ihre Gedanken, Gef&uuml;hle oder Handlungsweisen so lenken, dass sie den von ihnen gew&uuml;nschten Zielen entsprechen. Die Machteliten schafften sich mit all ihrer psychischen Kraft ein Scheinbild der Wirklichkeit, das ihre W&uuml;nsche, ihr Denken und Handeln wieder zu einem Sinnganzen macht. Und nutzen dann dieses Phantasiegebilde als Manipulationsinstrument, indem sie es mit den Megaphonen aller ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden medialen Kan&auml;le in den K&ouml;pfen der Bev&ouml;lkerung zu verankern suchen.&ldquo; (Mausfeld, S. 74\/75)<\/em><\/p>\n<p>&bdquo;<em>In der westlichen Pseudorealit&auml;t ist es kaum noch m&ouml;glich, &uuml;berhaupt einen Au&szlig;enstandpunkt einnehmen zu k&ouml;nnen. Sie gleicht einem abgeschlossenen Gew&ouml;lbe, zu dem kein Au&szlig;erhalb mehr denkbar ist.&ldquo; (Mausfeld, S. 77)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Mausfeld beschreibt hier also das, was der rechte (und linke) Wutb&uuml;rger gelegentlich als &bdquo;Clownswelt&ldquo; beschreibt: die wachsenden Widerspr&uuml;chlichkeiten der offiziellen Erz&auml;hlung, die bei vielen, und vermutlich einer wachsenden Anzahl von Menschen, nicht nur zu einer kognitiven Dissonanz, sondern auch zu einem emotionalen Unwohlsein gef&uuml;hrt hat, bis zu Aussagen wie: &bdquo;Ich glaube, ich werde verr&uuml;ckt&ldquo; oder &bdquo;Was ist noch der Unterschied zwischen Realit&auml;t und Satire?&ldquo;.<\/p><p>Der gro&szlig;e Wert von Mausfelds Buch liegt darin, dass er gerade dieses &bdquo;Au&szlig;erhalb&ldquo; schafft &ndash; einen intellektuellen Standpunkt au&szlig;erhalb der aktuell dominierenden Konzepte und Erz&auml;hlungen im politischen Raum des Westens, der es uns erlaubt, diese von au&szlig;en anzusehen, zu begutachten und zu korrigieren.<\/p><p><em>Rainer Mausfeld: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/hegemonie-oder-untergang-oxid-1.html?listtype=search&amp;searchparam=Rainer%20mausfeld\">Hegemonie oder Untergang &ndash; Die letzte Krise des Westens?<\/a> Neu-Isenburg 2025, Westend Verlag, Taschenbuch kartoniert, 216 Seiten, ISBN 978-3987913341, 24 Euro<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Westend Verlag<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108483\">&bdquo;Hybris und Nemesis&ldquo; &ndash; Rainer Mausfelds schonungslose Machtkritik<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56993\">Die Gedanken sind frei?! &ndash; Albrecht M&uuml;ller und Rainer Mausfeld im Gespr&auml;ch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55492\">&bdquo;Angst vor der Angst&ldquo;. Rainer Mausfeld zeichnet &bdquo;Angst und Macht&ldquo; als neoliberale Herrschaftstechnik. Eine Rezension von Albert Kl&uuml;tsch.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53505\">Wie die L&auml;mmer zum Schweigen gebracht werden<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/af34e90b5ad8485d98709b666975fda5\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neuer Mausfeld ist immer ein willkommenes Ereignis. Seit seinem Vortrag <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Rx5SZrOsb6M&amp;t=2253s\">&bdquo;Warum schweigen die L&auml;mmer?&ldquo;<\/a> erfreut sich der emeritierte Professor f&uuml;r Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung an der Universit&auml;t Kiel einer treuen Fangemeinde. &Auml;hnlich wie Noam Chomsky in den USA ist er Intellektueller, Wissenschaftler, politischer Analyst und unbestechliche moralische Instanz in einer Person. 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