{"id":140747,"date":"2025-10-18T13:00:15","date_gmt":"2025-10-18T11:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140747"},"modified":"2025-10-20T16:53:14","modified_gmt":"2025-10-20T14:53:14","slug":"krise-und-krieg-wir-muessen-raus-aus-der-spirale-der-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140747","title":{"rendered":"Krise und Krieg: Wir m\u00fcssen raus aus der Spirale der Gewalt"},"content":{"rendered":"<p>Vor unseren Augen zerbricht jenes Zukunfts- und Fortschrittsversprechen, das die westliche Welt &uuml;ber Jahrhunderte zusammenhielt. Da soll aus Kriegsproduktion noch Gewinn erwirtschaftet und die Bev&ouml;lkerung zur Kriegst&uuml;chtigkeit erzogen werden. Statt sich auf die Ver&auml;nderungen in einer Welt einzustellen, die zunehmend nicht mehr durch die Hegemonie des Westens bestimmt ist, wird ein Kurs der Eskalation gew&auml;hlt. Wie wir &bdquo;unsere Feinde selbst schaffen&ldquo; und wie wir damit aufh&ouml;ren k&ouml;nnen, macht <strong>Fabian Scheidler<\/strong> mit seinem Buch &bdquo;Friedenst&uuml;chtig&ldquo; durchschaubar. Eine Rezension von <strong>Irmtraud Gutschke<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7533\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140747-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251020_Krise_und_Krieg_Wir_muessen_raus_aus_der_Spirale_der_Gewalt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251020_Krise_und_Krieg_Wir_muessen_raus_aus_der_Spirale_der_Gewalt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251020_Krise_und_Krieg_Wir_muessen_raus_aus_der_Spirale_der_Gewalt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251020_Krise_und_Krieg_Wir_muessen_raus_aus_der_Spirale_der_Gewalt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140747-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251020_Krise_und_Krieg_Wir_muessen_raus_aus_der_Spirale_der_Gewalt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251020_Krise_und_Krieg_Wir_muessen_raus_aus_der_Spirale_der_Gewalt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wer auch immer f&uuml;r Olaf Scholz die Rede schrieb, die er als damaliger Kanzler am 27. Februar 2022 vor dem Bundestag hielt, kann sich gratulieren: &bdquo;Zeitenwende&ldquo; wurde von der Gesellschaft f&uuml;r deutsche Sprache nicht nur zum Wort des Jahres 2022 gek&uuml;rt, sondern ist inzwischen auch zu einem wohlfeilen Begriff geworden f&uuml;r all die be&auml;ngstigenden Ver&auml;nderungen, welche die &bdquo;Zeit&ldquo; &uuml;ber uns hereinbrechen lie&szlig;. &bdquo;Putins Krieg&ldquo; soll nun alles rechtfertigen, was seitens der Regierung beschlossen wurde und wird. &Uuml;ber unsere K&ouml;pfe hinweg &ndash; ohne dass wir irgendeine Mitsprache h&auml;tten in unseren lebenswichtigen Angelegenheiten. Denn noch braucht es verst&auml;rkte Gehirnw&auml;sche, um aus Friedliebenden Kriegswillige zu machen.<\/p><p>&bdquo;Zeitenwende&ldquo;, damit wir Unabwendbares einsehen und nicht nach Nutznie&szlig;ern oder gar nach Schuldigen fragen. &bdquo;Die gro&szlig;e Erz&auml;hlung, dass es, zumindest in der langen Sicht, aufw&auml;rts geht, ob durch sozialen Fortschritt oder technische Entwicklung, verliert von Tag zu Tag mehr an &Uuml;berzeugungskraft&ldquo;, hei&szlig;t es im Buch. &bdquo;Vor unseren Augen zerbricht damit das zentrale Zukunfts- und Fortschrittsversprechen, das die westliche Welt quer durch die politischen Lager &uuml;ber Jahrhundert zusammenhielt.&ldquo; [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><strong>Von den einst&uuml;rzenden Twin Towers bis zur Gegenwart<\/strong><\/p><p>Zu Recht spricht Fabian Scheidler von einer &bdquo;Epoche der Zusammenbr&uuml;che&ldquo;, welche sich indes schon fr&uuml;her abgezeichnet hat. Ein Menetekel sind die einst&uuml;rzenden Twin Towers gewesen, dann der Finanzcrash, die Eurokrise, der Krieg in Syrien und die Ankunft von Millionen Gefl&uuml;chteten in Europa, die Corona-Pandemie, deren m&ouml;glichem Ursprung in einem Labor im Buch ein ganzes Kapitel gilt, der Ukrainekrieg, die Inflation und der V&ouml;lkermord in Gaza. &bdquo;Nicht nur ist kein Ende des Krisenmodus abzusehen, der Takt der Katastrophen wird auch immer dichter. Und die gr&ouml;&szlig;te dieser Krisen, der drohende Klima- und &Ouml;kosystemkollaps, hat gerade erst begonnen &hellip; ob es die gigantischen Feuersbr&uuml;nste in Australien, Kalifornien und S&uuml;dfrankreich sind, die Wirbelst&uuml;rme in der Karibik und in S&uuml;dostasien, die Regenfluten im Ahrtal, in Pakistan und Spanien oder die D&uuml;rren in Ostafrika und Europa: Angesichts der entfesselten Naturgewalten wirken unsere L&ouml;schfahrzeuge, Bew&auml;sserungssysteme und D&auml;mme wie Spielzeuge.&ldquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Schon mit seinem Buch &bdquo;Das Ende der Megamaschine&ldquo; hat der 1968 geborene und in Berlin lebende Historiker und Philosoph komplexe Zusammenh&auml;nge durchschaubar gemacht. 2015 im Promedia Verlag erschienen, erlebte dieser Band zehn Auflagen, wurde in sechs Sprachen &uuml;bersetzt, chinesische und kurdische Ausgaben kommen in B&auml;lde hinzu. Damals schon zeigte sich Fabian Scheidlers F&auml;higkeit, &uuml;ber den Bannkreis aktueller Bedr&uuml;ckungen hinauszublicken.<\/p><p>Diese F&auml;higkeit zu einer klaren Zeitdiagnose zeigt sich auch hier. &bdquo;Von ihrer eigenen strukturellen Krise getrieben, nimmt die globale &Ouml;konomie zunehmend einen &sbquo;kannibalischen Charakter&lsquo; an&ldquo;, so wird hier die amerikanische Politikwissenschaftlerin Nancy Fraser zitiert. Um die Profite einiger weniger noch aufrechtzuerhalten, frisst sie &ouml;ffentliche G&uuml;ter und Infrastrukturen, die Einkommen und Jobs der Mittelschichten und die Lebensgrundlage kommender Genrationen. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Zudem geht die Verwandlung einer Aufstiegs- in eine Abstiegsgesellschaft mit Verlust an Zusammenhalt einher. &bdquo;Die Fliehkr&auml;fte nehmen zu, das Vertrauen in politische Institutionen ist in vielen L&auml;ndern geradezu kollabiert. In Deutschland vertrauen laut Umfragen nur noch 21 Prozent der Menschen der Regierung, in Bezug auf politische Parteien sind es ganze 13 Prozent. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Vollkommen offen sei es, ob dies zu neuen autorit&auml;ren oder gar faschistischen Konstellationen oder zu sozialrevolution&auml;ren Umbr&uuml;chen f&uuml;hren k&ouml;nnten.<\/p><p><strong>Die Hegemonie des Westens &ndash; ein sterbender Status Quo <\/strong><\/p><p>International sind der Aufstieg Chinas und anderer L&auml;nder des Globalen S&uuml;dens ein deutliches Signal, dass eine Epoche zu Ende geht, die von der Vorherrschaft des Westens getragen war. Nicht darin liegt die Gefahr, sondern im Versuch der westlichen Machthaber, die Tragweite notwendiger Ver&auml;nderungen zu leugnen, um &bdquo;mit Gewalt die Kontrolle zu behalten und einen sterbenden Status Quo zu verteidigen&ldquo;. Statt Anstrengungen f&uuml;r den Bau einer neuen Friedensordnung und f&uuml;r einen sozial-&ouml;kologischen Umbau unserer Wirtschaftsordnung zu unternehmen, wird das R&uuml;stungsbudget aufgestockt. &bdquo;Die Angst vor einem Krieg, vor einem Zusammenbruch der Wirtschaft, des Gesundheitswesens oder gar der ganzen Zivilisation &ouml;ffnet die T&uuml;r zu Weichenstellungen, deren Tragweite die meisten Menschen gar nicht absehen k&ouml;nnen.&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Um diese &Uuml;berlegungen zuzuspitzen: Mehr als die globalen Herausforderungen selbst, sogar Gewaltakte und Krisen eingeschlossen, f&uuml;hren die politischen Reaktionen darauf zur Versch&auml;rfung der Gefahr. Martialisches Reagieren &ndash; es k&ouml;nnte sich aus Unf&auml;higkeit, Verblendung erkl&auml;ren lassen. Aber auch aus n&uuml;chternem Kalk&uuml;l: &Auml;u&szlig;ere Bedrohungen &ndash; ob durch ein Virus oder einen d&auml;monisierten &auml;u&szlig;eren Feind &ndash; k&ouml;nnen einem Durchregieren den Weg ebnen, wie es fr&uuml;her kaum m&ouml;glich war.<\/p><p>In der Reaktion auf die Anschl&auml;ge vom 11. September 2001 ist das bereits sichtbar geworden: Von einem Augenblick auf den anderen wurde &ndash; gleichsam ohne nachzudenken (oder war es ein Plan?) &ndash; der &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; ausgerufen, verbal und real. Kriege in Afghanistan und im Irak (da hat sich die BRD unter Gerhard Schr&ouml;der noch verweigert), versch&auml;rfte Sicherheitspolitik in westlichen L&auml;ndern, wodurch sich die Sicherheitslage in der Welt kaum verbesserte, sondern eher weiter destabilisierte. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Wie der Gazastreifen zur Mondlandschaft wurde<\/strong><\/p><p>Martialisches Reagieren, hinter dem sich auch Selbstzweck vermuten l&auml;sst. Dem israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet haben unter dem Code-Namen &bdquo;Jericho-Mauer&ldquo; bereits ein Jahr vor den Anschl&auml;gen des 7. Oktober 2023 detaillierte Pl&auml;ne vorgelegen. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] &bdquo;Ob man der Hamas eine solche Aktion nicht zugetraut hatte, wie die Sicherheitsbeh&ouml;rden sp&auml;ter beteuerten, oder ob man es f&uuml;r n&uuml;tzlich hielt, die Angreifer gew&auml;hren zu lassen, um einen Anlass f&uuml;r die Inbesitznahme des Gaza-Streifens zu haben, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass Benjamin Netanjahu die Schin-Bet-Einheit aufl&ouml;ste, welche die Funkkan&auml;le der Hamas &uuml;berwachte, und zw&ouml;lf Tage vor den Anschl&auml;gen in der Generalversammlung der Vereinten Nationen &bdquo;eine Karte des &sbquo;neuen Mittleren Ostens&lsquo; pr&auml;sentierte, die keine Spuren der pal&auml;stinensischen Territorien mehr zeigte, sondern stattdessen ein &sbquo;Gro&szlig;-Israel&lsquo;, das vom Mittelmeer bis zum Jordan reichte.&ldquo; [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>Im Buch wird kein Zweifel daran gelassen, dass die Geiselnahme durch die Hamas ein Kriegsverbrechen war. Zugleich aber &uuml;berstieg das folgende Inferno die Dimensionen des Anschlags um viele Gr&ouml;&szlig;enordnungen. Der Gazastreifen wurde &bdquo;in eine Mondlandschaft verwandelt, &hellip; zwei Millionen Menschen wurden vertrieben und durch die Blockade von Hilfslieferungen vors&auml;tzlich einer Hungersnot ausgesetzt. Ohne die westliche Unterst&uuml;tzung w&auml;re ein solcher Feldzug nicht durchf&uuml;hrbar gewesen. Deutschland, als Waffenexporteur auf Platz 5 in der Welt, ist der zweitgr&ouml;&szlig;te Waffenlieferant Israels gewesen. [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Als zwanzig der noch lebenden Geiseln am 13. Oktober 2025 freigelassen wurden, lie&szlig; sich Trump als &bdquo;gro&szlig;er Freund Israels&ldquo; feiern. &bdquo;Noch in vielen Generationen wird man sich daran erinnern.&rdquo; Es werde als das &bdquo;goldene Zeitalter&ldquo; des Nahen Ostens gelten. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Netanjahu sprach derweil von einem &bdquo;Sieg &uuml;ber die Hamas&ldquo;. Von pal&auml;stinensischer Seite wird der Waffenstillstand begr&uuml;&szlig;t, aber auch skeptisch betrachtet. &bdquo;Wir bef&uuml;rchten, dass Israel den Waffenstillstand sofort nach Abschluss des Gefangenenaustauschs wieder brechen wird&ldquo;, so wird Omar Assaf, Koordinator des Vorbereitungskomitees der Palestinian Popular Conference (PPC) auf der Seite der Rosa-Luxemburg-Stiftung zitiert. [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p><strong>Der Ukraine-Konflikt: eine Chronik vers&auml;umter Gelegenheiten<\/strong><\/p><p>Im Ukraine-Krieg ist ein Waffenstillstand nicht zustande gekommen. Die ukrainische Seite und ihre westlichen Verb&uuml;ndeten wollten ihn, und Trump versuchte, ihn von Russland zu erpressen. Dabei musste er aus vorangegangenen Gespr&auml;chen wissen, dass Russland eine stabile Friedensordnung in Europa erstrebte, in der die sicherheitspolitischen Interessen des Landes Ber&uuml;cksichtigung f&auml;nden. All das, was im Entwurf eines Vertrages zwischen Russland und den USA festgehalten war, den die US-Regierung am 17. Dezember 2021 aus Moskau erhielt. Von oben herab wurde das Ansinnen abgeschmettert. Als ob die &bdquo;Roten Linien&ldquo; des Kremls sogar zupass k&auml;men.<\/p><p>Das klug recherchierte Kapitel &bdquo;Von Gorbatschows Vision eines gemeinsamen europ&auml;ischen Hauses zum Ukrainekrieg&ldquo; zeigt auf &uuml;berzeugende Weise, worum es eigentlich ging. Gorbatschow habe &bdquo;Europa und vor allem Deutschland zwei Geschenke von welthistorischer Bedeutung gemacht: die deutsche Wiedervereinigung und die friedliche Beendigung der Blockkonfrontation, von der &uuml;ber Jahrzehnte die Gefahr eines alles vernichtenden Atomkriegs ausgegangen war. Dass seine Geste des guten Willens von der anderen Seite als Kapitulation begriffen wurde, sah er nicht voraus. Die westlichen Regierungen h&auml;tten vers&auml;umt, &bdquo;diese Chance zu ergreifen und Gorbatschows Geschenk angemessen zu w&uuml;rdigen&ldquo;, hei&szlig;t es im Buch.<\/p><p>Der deutsche Au&szlig;enminister Hans-Dietrich Genscher mochte an diese Chance geglaubt haben. &bdquo;Der Westen muss der Einsicht Rechnung tragen, dass der Wandel in Osteuropa und der deutsche Vereinigungsprozess nicht zu einer Beeintr&auml;chtigung der sowjetischen Sicherheitsinteressen f&uuml;hren d&uuml;rfen&ldquo;, wird er zitiert. Aber das war, als die Sowjetunion noch bestand. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>Was die Lekt&uuml;re dieses Buches auf jeden Fall deutlich macht: Unsere Herzensw&uuml;nsche nach Verst&auml;ndigung und Frieden einerseits und die Geopolitik mit ihren widerstreitenden machtpolitischen Interessen andererseits bilden zwei Pole, zwischen denen man emotional und rational immer wieder schmerzhaft hin- und hergerissen wird.<\/p><p>Allein schon, wie akribisch genau Fabian Scheidler die Entwicklung der Ost-West-Beziehung zwischen 1990 und 2022 nachzeichnet, macht sein Buch unverzichtbar. Entgegen h&auml;ufig wiederholter Aussagen, dass es gegen&uuml;ber Gorbatschow keinerlei Zusagen gegeben habe, die NATO nicht nach Osten auszudehnen, werden hier Versprechungen zitiert, die in dem Ma&szlig;e obsolet wurden, wie sich die Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse verschoben. Hatte Fran&ccedil;ois Mitterrand noch im Mai 1990 gegen&uuml;ber Gorbatschow erkl&auml;rt, dass er &bdquo;pers&ouml;nlich begr&uuml;&szlig;en w&uuml;rde, beide Milit&auml;rbl&ouml;cke schrittweise aufzul&ouml;sen&ldquo;, &auml;nderte sich die Stimmung, als die Aufl&ouml;sung des Warschauer Paktes am 31. M&auml;rz 1991 abzusehen war.<\/p><p>Die NATO-Ost-Erweiterung, gegen die es gerade auch in den USA Einw&auml;nde gab, wurde vorangetrieben. Dass 1999 Polen, Tschechien und Ungarn in das B&uuml;ndnis aufgenommen wurden und die NATO das mit Russland verb&uuml;ndete Serbien bombardierte, machte unmissverst&auml;ndlich klar, dass der Westen sich an keinerlei Abmachungen halten w&uuml;rde.<\/p><p>An Putins Reden vor dem Deutschen Bundestag 2001 und vor der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz 2007 wird erinnert, ebenso wie an die Warnung 2008 von William Burns, damals US-Botschafter in Moskau, dass der Versuch, die Ukraine in die NATO aufzunehmen, die &bdquo;Russen&ldquo; dazu bringen w&uuml;rde, &bdquo;sich in die Krim und die Ost-Ukraine einzumischen&ldquo;. [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Der damalige Verteidigungsminister und fr&uuml;here CIA-Direktor Robert Gates schloss sich dem an.<\/p><p>Auf dem NATO-Gipfel 2008 in Bukarest hatte die US-Regierung bekanntlich versucht, eine Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die Allianz durchzusetzen, scheiterte aber an den Einw&auml;nden Deutschlands und Frankreichs. Dass Georgien zwischen 2002 und 2008 mit US-Hilfe massiv aufger&uuml;stet wurde &ndash; &bdquo;das Milit&auml;rbudget stieg von 18 auf 900 Millionen Dollar&ldquo; &ndash; lie&szlig; den lange schwelenden Konflikt mit Russland in einen offenen Krieg umschlagen. [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Akribisch genau und aufschlussreich ist dieses Kapitel &ndash; bis hin zum geleakten Telefonat zwischen Victoria Nuland, damals US-Chefdiplomatin f&uuml;r die EU, und Geoffrey Pyatt, US-Botschafter in Kiew, das zur Implementierung einer Marionetten-Regierung f&uuml;hrte. Dargestellt wird, wie es zur Angliederung der Krim, zur Abspaltung der &bdquo;Volksrepubliken&ldquo; Donezk und Lugansk sowie zu einem Krieg ukrainischer Regierungstruppen gegen die Ostukraine kam. Selenskyj, ab Mai 2019 Pr&auml;sident der Ukraine, hatte im Wahlkampf versprochen, Minsk II endlich umzusetzen und dem Donbass durch Verhandlungen mit Russland Frieden zu bringen. &bdquo;Mit Morddrohungen von F&uuml;hrern der Rechtsextremen konfrontiert&ldquo;, habe er diese Bem&uuml;hungen aufgegeben. [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>Bekr&auml;ftigung des NATO-Beschlusses zur Mitgliedschaft der Ukraine im Juni 2021, gemeinsame Man&ouml;ver im Schwarzen Meer, Abkommen zur strategischen milit&auml;rischen Partnerschaft mit den USA, Warnung aus Moskau vor der Stationierung von Raketensystemen, die Russland treffen k&ouml;nnen und schlie&szlig;lich besagter Vertragsentwurf vom 17. Dezember 2021 &ndash; an vielen Abzweigungen, die Entspannung h&auml;tten bringen k&ouml;nnen, ist der Westen &bdquo;stur vorbeimarschiert, trotz lautstark warnender Stimmen&ldquo;. [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] &bdquo;Wir k&auml;mpfen einen Krieg gegen Russland&ldquo;, hatte die deutsche Au&szlig;enministerin vor dem Europarat gesagt. Die derzeitige Bundesregierung ist dem gefolgt. [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]<\/p><p><strong>Wege zu &bdquo;Gemeinsamer Sicherheit&ldquo;<\/strong><\/p><p>&bdquo;Friedenst&uuml;chtig&ldquo; &ndash; im Titel des Buches steckt ein Appell. Der Untertitel &bdquo;Wie wir aufh&ouml;ren k&ouml;nnen, unsere Feinde selbst zu schaffen&ldquo; zeigt einen Weg auf, bei dem man an die Bergpredigt Jesu denkt: &bdquo;Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?&ldquo; Das hei&szlig;t, auf die politische Gegenwart bezogen, zuerst einmal Ehrlichkeit. Sich die eigenen machtpolitischen Interessen einzugestehen, w&auml;re der erste Schritt, der zweite aber w&auml;re, auch der anderen Seite Interessen zuzugestehen, statt sie zu verteufeln.<\/p><p>Gerade hat der neue BND-Pr&auml;sident Martin J&auml;ger im Bundestag vor der Gefahr eines milit&auml;rischen Konfliktes mit Russland gewarnt. Russlands Handeln sei &bdquo;darauf angelegt, die NATO zu unterminieren, europ&auml;ische Demokratien zu destabilisieren, unsere Gesellschaften zu spalten und einzusch&uuml;chtern&ldquo;, sagte er und forderte mehr Befugnisse f&uuml;r seinen Dienst. Denn in Moskau rechne man sich &bdquo;realistische Chancen aus, die eigene Einflusszone nach Westen auszuweiten und das wirtschaftlich vielfach &uuml;berlegene Europa in die Abh&auml;ngigkeit von Russland zu bringen.&rdquo; [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p>Ein klares Feindbild. Gesinnung oder Auftrag. Als Relikt des Kalten Krieges, gar als revanchistischer Nachhall von 1945, als die deutsche Wehrmacht vor der Sowjetarmee kapitulieren musste. Fabian Scheidler hat recht, dagegen auf Friedenspolitiker wie Willy Brandt, Egon Bahr und Olof Palme zu verweisen. &bdquo;Wenn der Westen nach 1990 den Weg der Entspannung konsequent fortgesetzt h&auml;tte und Russland in ein System gemeinsamer Sicherheit auf der Grundlage der KSZE integriert h&auml;tte, statt die Expansion eines keineswegs nur defensiven Milit&auml;rb&uuml;ndnisses voranzutreiben, w&uuml;rden wir heute in einer vollkommen anderen und mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit friedlicheren Welt leben.&ldquo; [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Die Frage ist freilich, wie sich das heute durchzusetzen lie&szlig;e in diesem von widerstreitenden Macht- und Profitinteressen beherrschten Weltsystem, in dem der Westen seine Dominanz auf Teufel komm raus verteidigen will. Da stehen die Vereinten Nationen an einem Scheideweg, entweder in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen oder sich unter ver&auml;nderten Bedingungen zu reformieren. Wobei eine gro&szlig;e Mehrheit der Staaten im Globalen S&uuml;den in ihrem Streben nach einer multipolaren Weltordnung die UN als unverzichtbar betrachten. Auch China, das wirtschaftlich in absehbarer Zeit die f&uuml;hrende Weltmacht sein wird, betont die f&uuml;hrende Rolle der UN. Vielleicht ist es tats&auml;chlich so: &bdquo;Wenn es um die L&ouml;sung von Konflikten geht, wenden sich die Augen zunehmend Richtung Asien.&ldquo; [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]<\/p><p><strong>Was &bdquo;friedenst&uuml;chtig&ldquo; bedeuten w&uuml;rde <\/strong><\/p><p>Sich der Konflikte bewusst, diese zum Nutzen des eigenen Volkes zu entsch&auml;rfen &ndash; w&auml;re das Wesen friedenst&uuml;chtiger Politik. Wir aber werden von Leuten regiert, welche allein schon mental-emotional dazu nicht in der Lage sind. Wenn es tats&auml;chlich eine Bedrohungslage g&auml;be, w&auml;re es doch normal, wenigstens mal zum Telefonh&ouml;rer zu greifen. Aber da scheint eine Angststarre vorzuherrschen, die sich mit aggressivem Gehabe tarnt.<\/p><p>In Krisenzeiten ist Krieg tats&auml;chlich &ndash; leider &ndash; ein Gesch&auml;ftsmodell. Aus einer zunehmend prek&auml;ren Lage versucht sich die politische Klasse zu retten. Durch profitable Aufr&uuml;stung und Demokratieabbau, um die Z&uuml;gel der Macht nicht aus den H&auml;nden zu verlieren. Denn wie James Madison, einer der V&auml;ter der US-Verfassung und 4. Pr&auml;sident der USA, vor &uuml;ber 200 Jahren sagte: &bdquo;Die vorrangige Funktion einer Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit der Armen zu sch&uuml;tzen!&ldquo;<\/p><p>Im Buch sind viele Fakten zusammengetragen, wie gerade in den USA Protestaktionen unterdr&uuml;ckt wurden. Um Protest klein zu halten oder gar nicht erst entstehen lassen, gibt es inzwischen vielerlei Mittel der psychologischen Kriegsf&uuml;hrung gegen die eigene Bev&ouml;lkerung. Die &bdquo;Neue Gesellschaft f&uuml;r Psychologie&ldquo; hat sich im April 2025 auf einem Kongress damit befasst. [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] Angefangen damit, dass J&uuml;ngeren gar nicht mehr bewusst ist, was Krieg bedeutet, wird eine Hysterie gesch&uuml;rt, die Panikstimmungen auch immer wieder in Ersch&ouml;pfung und Lethargie umschlagen l&auml;sst.<\/p><p>Was f&uuml;r Menschenmassen bewegten sich unl&auml;ngst beim &bdquo;Festival of Lights&ldquo; durch Berlin! Gl&uuml;ckss&uuml;chtig, sicher nicht kriegsbereit, aber viele auch nicht f&auml;hig, k&auml;mpferisch f&uuml;r Frieden einzutreten. &bdquo;Warum schweigen die L&auml;mmer?&ldquo; &ndash; in seiner scharfsinnigen Analyse zur Meinungsmanipulation im Neoliberalismus ist Rainer Mausfeld dieser Frage nachgegangen. [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]<\/p><p>Dass Friedensbewegungen historisch besonders erfolgreich waren, wenn sie sich mit anderen Bewegungen verbanden, stellt Fabian Scheidler fest. Nach dem Muster etwa der britischen Bewegung &bdquo;Wellfare, not Warfare&ldquo; gegen die Aufr&uuml;stung und f&uuml;r eine Verteidigung der &ouml;ffentlichen Wohlfahrt einschlie&szlig;lich des Gesundheits- und Schulsystems. &bdquo;Solche Ans&auml;tze haben erhebliches Potenzial, immerhin liegt die Verteidigung des Sozialstaats im Interesse der &uuml;berw&auml;ltigenden Mehrheit der Bev&ouml;lkerung.&ldquo; [<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>] Aber welche Machtmittel hat eine in sich vereinzelte Bev&ouml;lkerung noch? Andererseits, k&ouml;nnen wir denn hoffen, dass sich ohne unser Zutun etwas &auml;ndert? Gerade wenn man die Kriegstreiberei in ihren Ursachen durchschaut, sieht man den riesigen Machtapparat, der dahintersteht. Das kann mutlos machen.<\/p><p>Immer wieder flammt die Hoffnung auf, der Ukraine-Krieg k&ouml;nnte zu Ende gehen, wenn Trump und Putin sich verst&auml;ndigen. Gerade war von einem m&ouml;glichen Treffen in Budapest die Rede. Wenn es da wirklich zu einem erfolgversprechenden Gespr&auml;ch k&auml;me &ndash; der Wind kann sich jederzeit drehen &ndash; stehen noch die Interessen derjenigen im Raum, die den Krieg gegen Russland bis zum letzten Ukrainer zu f&uuml;hren gedenken. Noch mehr Tote, noch mehr Zerst&ouml;rungen. Irgendwann wird dann die Entscheidung auf dem Schlachtfeld fallen, doch bis dahin wird Europa wirtschaftlich bluten.<\/p><p>Und wie sollte von russischer Seite die deutsche Feindseligkeit vergessen werden? M&uuml;hsam gewachsen war das Vertrauen zu unserem Land, das &ndash; vertragsbr&uuml;chig gegen&uuml;ber der Sowjetunion &ndash; den m&ouml;rderischen Zweiten Weltkrieg vom Zaun brach. Es d&uuml;rfte nicht schwierig sein, eine Provokation zu erfinden, die zu einem dritten f&uuml;hrt. Dann w&auml;ren die USA auf lange Sicht die Sorge los, dass durch ein Zusammenr&uuml;cken von Deutschland und Russland ein gro&szlig;es konkurrierendes Machtzentrum in Europa entstehen w&uuml;rde. Vorher h&auml;tte das Waffengesch&auml;ft gebl&uuml;ht. Und viele von uns l&auml;gen unter verbrannter Erde.<\/p><p>Was friedenst&uuml;chtig f&uuml;r uns bedeuten w&uuml;rde? Sich zun&auml;chst einmal, sich selbst nicht kriegswillig und -f&auml;hig machen zu lassen. Zur Lage im Land und in der Welt gibt es divergierende Meinungen. Mindestens seit Corona ist die Stimmung auf Feindschaft getrimmt. Das macht sich Kriegspolitik zunutze. Entgegen dieser Gefahr gilt es, die Kr&auml;fte b&uuml;ndeln. Das Friedensgebot im Grundgesetz k&ouml;nnte ein gemeinsamer Nenner sein.<\/p><p><small>Titelbild: kryzhov \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Fabian Scheidler: Friedenst&uuml;chtig. Wie wir aufh&ouml;ren k&ouml;nnen, unsere Feinde selbst zu schaffen. Promedia Verlag 2025, S.10<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] ebenda, S. 10 f<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] ebenda, S. 11<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/gesellschaft\/umfrage--deutsche-haben-wenig-vertrauen-in-die-politik--34434518.html\">stern.de\/gesellschaft\/umfrage&ndash;deutsche-haben-wenig-vertrauen-in-die-politik&ndash;34434518.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Scheidler, S.12<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.lpb-bw.de\/langfristige-entwicklungen-nach-9\/11\">lpb-bw.de\/langfristige-entwicklungen-nach-9\/11<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2023\/11\/30\/world\/middleeast\/israel-hamas-attack-intelligence.html\">nytimes.com\/2023\/11\/30\/world\/middleeast\/israel-hamas-attack-intelligence.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] scheidler,27f<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] ebenda, S. 31<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/ausland\/liveblog-nahost-israel-gaza-100.html\">zdfheute.de\/politik\/ausland\/liveblog-nahost-israel-gaza-100.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/news\/id\/53890\/waffenruhe-in-gaza-stimmen-aus-palaestina.html\">rosalux.de\/news\/id\/53890\/waffenruhe-in-gaza-stimmen-aus-palaestina.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Hans-Dieter Heumann: Hans-Dietrich Genscher. Die Biografie. Sch&ouml;nigh Verlag, 2012, S. 280<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Scheidler, S. 129<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/article2420257\/Russland-will-UN-Waffenembargo-gegen-Georgien.html\">welt.de\/politik\/article2420257\/Russland-will-UN-Waffenembargo-gegen-Georgien.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Scheidler, S. 137<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] ebenda, S. 139<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2023-01\/annalena-baerbock-russland-krieg-aussage\">zeit.de\/politik\/ausland\/2023-01\/annalena-baerbock-russland-krieg-aussage<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-10\/bnd-praesident-reale-gefahr-russland-krieg-andgriff-militaer\">zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-10\/bnd-praesident-reale-gefahr-russland-krieg-andgriff-militaer<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Scheidler, S. 157<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] ebenda, S. 166<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Brudder\/Bruder-Bezzel\/Lemke\/Stahmer-Weinndy (Hg.): Militarisierung der Gesellschaft. Von der Gl&uuml;ckss&uuml;chtigkeit zur Kriegsbereitschaft. Promedia, 2025.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Rainer Mausfeld: Warum schweigen die L&auml;mmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerst&ouml;ren. Westend, 2018\/19.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Scheidler, S.169<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor unseren Augen zerbricht jenes Zukunfts- und Fortschrittsversprechen, das die westliche Welt &uuml;ber Jahrhunderte zusammenhielt. Da soll aus Kriegsproduktion noch Gewinn erwirtschaftet und die Bev&ouml;lkerung zur Kriegst&uuml;chtigkeit erzogen werden. Statt sich auf die Ver&auml;nderungen in einer Welt einzustellen, die zunehmend nicht mehr durch die Hegemonie des Westens bestimmt ist, wird ein Kurs der Eskalation gew&auml;hlt.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140747\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":140748,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,126,171,208,11],"tags":[2938,302,1645,1644,1557,3276,466,633,259,3594,1800,260,639,1556,3321],"class_list":["post-140747","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-militaereinsaetzekriege","category-rezensionen","category-strategien-der-meinungsmache","tag-autoritarismus","tag-gaza","tag-georgien","tag-gorbatschow-michail","tag-israel","tag-multipolare-welt","tag-nato","tag-politikerverdrossenheit","tag-russland","tag-scheidler-fabian","tag-trump-donald","tag-ukraine","tag-uno","tag-usa","tag-zeitenwende"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/shutterstock_412124485.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=140747"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140747\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140838,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140747\/revisions\/140838"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/140748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=140747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=140747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=140747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}