{"id":140813,"date":"2025-10-20T12:37:05","date_gmt":"2025-10-20T10:37:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140813"},"modified":"2025-10-20T12:37:05","modified_gmt":"2025-10-20T10:37:05","slug":"leserbriefe-zu-maenner-gottes-auf-dem-weg-der-propaganda-bischoefe-unterstuetzen-verteidigungsbereitschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140813","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eM\u00e4nner Gottes auf dem Weg der Propaganda \u2013 Bisch\u00f6fe unterst\u00fctzen \u201eVerteidigungsbereitschaft\u201c\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140599\">kommentiert hier<\/a> die Position der katholischen Bisch&ouml;fe in der Debatte um die Wehrpflicht. In der <a href=\"https:\/\/www.dbk.de\/fileadmin\/redaktion\/diverse_downloads\/presse_2025\/2025-167a-Erklaerung-zur-Debatte-um-den-Wehrdienst-Wortlaut.pdf\">Erkl&auml;rung<\/a> w&uuml;rden sich die &bdquo;M&auml;nner Gottes&ldquo; als &bdquo;traurig-muntere Sekundanten der Politik&ldquo; erweisen. Sie w&uuml;rden sich in die Reihen der Politik und all jener, die die Gesellschaft kriegst&uuml;chtig machen wollen, stellen. Die Bisch&ouml;fe w&uuml;rden, wenn es hart auf hart kommen sollte, selbst einen Krieg mittragen. Das einzige Problem, das die Kirchenm&auml;nner hier erkennen lassen, sei, dass es noch an &Uuml;berzeugung in der Gesellschaft f&uuml;r die angestrebten Ma&szlig;nahmen im Rahmen des politischen Gro&szlig;projekts Kriegst&uuml;chtigkeit fehle. Wir danken f&uuml;r die zahlreichen und interessanten Leserbriefe, die wir dazu erhalten haben. Die nun folgende Auswahl hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Kl&ouml;ckner, vielen Dank f&uuml;r Ihren wichtigen Artikel.<\/p><p>Da sind die &bdquo;Katholen&ldquo; den &bdquo;EKD-lern&ldquo; zuvorgekommen.<\/p><p>Oder ist das nur der erste Streich eines konzertierten &bdquo;Doppelwumms&ldquo; und der EKD-Streich (&bdquo;Friedensdenkschrift&ldquo; im November) folgt zugleich?<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e Udo und Ulrike B&ouml;ttcher<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Herr Kl&ouml;ckner, Team der Nachdenkseiten.<\/p><p>Da gibt es nicht viel zu kommentieren. Es gilt der bekannte Leitspruch f&uuml;r das Agieren zwischen Kirche und Staat:<\/p><p>Ihr haltet sie dumm, wir halten sie arm. Gemeint ist das Volk. Gegenw&auml;rtig subtiler als zu Zeiten geringerer Informationsdichte und der M&ouml;glichkeit sich differenziert zu informieren.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>Rainer Mrochen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Wer etwas anderes erwartet hat, blendet die Geschichte des Klerus v&ouml;llig aus.<\/p><p>Alle Soldaten wurden auf allen Seiten immer von Kirchen gesegnet und konnten so f&uuml;rchterliche Gr&auml;uel begehen ohne sich zu sorgen.<\/p><p>MfG<br>\nein flei&szlig;iger Leser<br>\nReinhard Michael Martin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werte NDS, <\/p><p>ich arbeite mich schon lange an dem Thema Kirche ab, vor allem historisch. Mehr als erstaunlich, dass diese Sache ohne einen Gottesbeweis und vielen Unsicherheiten &uuml;ber die wirkliche Existenz eines Jesus, ca. 2000 Jahre lang in so einer Gr&ouml;&szlig;e noch besteht. Aber weil Kirchen ein sehr wirksames Herrschafts-Instrument von Anfang an waren und sind, ist das der alleinige Grund. Auch, dass immer noch Milliarden Steuergelder, au&szlig;erhalb der Kirchensteuer, da einflie&szlig;en.Und weil das alles so ist, muss die Kirche immer weiter auch liefern. Nicht nur Segnungen der Waffen der Wehrmacht durch Papst Pius XII oder die Bek&auml;mpfung der Glaubensbewegung in S&uuml;damerika &ldquo;Kirche von unten&rdquo;, sondern auch heute und morgen. Weil die gro&szlig;en Medien-Konzerne auch Teil dieses Machtapparates sind, wird die Kirche gegen Kritik oder Angriffe gesch&uuml;tzt und verteidigt, bis in alle Ewigkeit, Amen!<\/p><p>Mit bestem Gru&szlig;<br>\nN. Arbeiter <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Nichts aus der Geschichte gelernt.<\/p><p>Zitiere:<\/p><p>&ldquo;Die evangelische und die katholische Kirche standen hinter Hitlers Angriffskrieg. Nur wenige Christen &ndash; wie Dietrich Bonhoeffer &ndash; &auml;u&szlig;erten &ouml;ffentlich eine kritische bis ablehnende Position zum nationalsozialistischen Militarismus. Von dem Geist der Bergpredigt &ndash; selig sind die Friedfertigen &ndash; war in beiden gro&szlig;en Kirchen wenig zu sp&uuml;ren.<\/p><p><strong>Glocken f&uuml;r F&uuml;hrer und Vaterland<\/strong><\/p><p>Der Krieg wurde nicht bejubelt, aber als nationale Pflicht und Zeit der Bew&auml;hrung gepriesen. Als die deutschen Truppen wenige Wochen nach dem &Uuml;berfall auf Polen siegreich in Warschau einmarschierten, l&auml;uteten in Deutschland die Glocken der evangelischen wie katholischen Gottesh&auml;usern. Die Leitungen der Kirchen erteilten der Kriegspolitik der Nationalsozialisten ihren Segen. Selbst als viele Glocken aus den T&uuml;rmen geholt wurden, um sie als Kriegsger&auml;t einzuschmelzen, gab es in manchen Gottesh&auml;usern &bdquo;Glockenopferfeiern&ldquo;.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/die-kirchen-im-zweiten-weltkrieg-gloeckengelaeut-und-gebete-100.html\">deutschlandfunk.de\/die-kirchen-im-zweiten-weltkrieg-gloeckengelaeut-und-gebete-100.html<\/a><\/p><p>Leider sind kritische T&ouml;ne des Deutschlandfunk, bez&uuml;glich Kriegst&uuml;chtigkeit und Kriegspropaganda in diesem unserem Lande, verstummt. <\/p><p>Friedest&uuml;chtige Gr&uuml;&szlig;e<br>\nUte Plass<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebes Team der nachdenkseiten, hallo lieber Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>es bleibt einem die Spucke weg, ob dieser schon fast obsz&ouml;nen Anbiederung der Kirchenoberen an den politischen Zeitgeist.<\/p><p>Letztlich ergibt sich hieraus nur die eine, ekelerregende geschichtliche Parallele:<\/p><p>SIE WERDEN WIEDER BOMBEN, KANONEN UND PANZER SEGNEN!!!<\/p><p>Gebetet wird dann zuk&uuml;nftig mit Rosenkr&auml;nzen, bevorzugt aus Patronenh&uuml;lsen gefertigt, die vorher gegen russische Soldaten im Ukrainekrieg verschossen wurden&hellip;.<\/p><p>Die Erben Dietrich Bonhoeffers versagen auf ganzer Linie!<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre unerm&uuml;dliche Arbeit!!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ. Stwrtetschka<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>selbst gl&auml;ubiger Christ und Katholik, lehne ich die politische Stellungnahme der Bisch&ouml;fe in dieser Form entschieden ab.<\/p><p>Die Kirche hat und sollte sich auf ihren eigentlichen Auftrag besinnen und der lautet: Die Verk&uuml;ndigung des Evangeliums und das spenden der Sakramente.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nThomas St&ouml;be<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Die Gottesm&auml;nner werden meines Wissens aus dem Staatss&auml;ckel bezahlt, auch deren Renten. Da stimmt der alte Spruch:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Wessen Brot ich e&szlig;, dessen Lied ich pfeif.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Die Herren werden sich doch nicht mit der weltlichen Obrigkeit anlegen. <\/p><p>Das k&ouml;nnte ja ihre Privilegien in Gefahr bringen. <\/p><p>Jetzt, wo wir alle den G&uuml;rtel enger schnallen m&uuml;ssen f&uuml;r unsere ukrainischen &ldquo;Freunde&rdquo;,  &ldquo;unsere kriegstauglichkeit&rdquo; . <\/p><p>Nicht, dass die Kirchf&uuml;rsten nur noch B&uuml;rgergeld beziehen m&uuml;ssen. <\/p><p>Die Geschichte wiederholt sich scheinbar. Man schaue mal in die drei&szlig;iger Jahre des letzten Jahrhunderts. Bis auf wenige Ausnahmen, damals wie heute , waren und sind alle auf Kurs der Regierung, auf Kriegskurs. <\/p><p>Diese Herren haben kein Kreuz !<br>\nR. Jahn <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner!<\/p><p>Sie schreiben: &bdquo;Wie tief will die Kirche noch sinken?&ldquo;- die Frage m&uuml;sste lauten: Wie tief KANN die Kirche noch sinken?<\/p><p>Ein inzwischen pensionierter Kardinal in &Ouml;sterreich meinte: &bdquo;Herr, lass Hirn regnen..&ldquo; &ndash; Das war damals im Zusammenhang mit der sog. Pandemie. <\/p><p>Die Vertreter der Amtskirche sind nicht unintelligent, aber machtbewusst. Das hat schon Eugen Drewermann erkannt. Jetzt sind wir aber nicht mehr weit entfernt vom Segnen der Kanonen. Oder der Gegenwart angepasst: Segnen der Atombomben. Der Hohe Rat in Rom hat noch immer nicht kundgetan, dass Krieg und alles, was damit zu tun hat, des Teufels ist. Und er hat noch immer nicht erkl&auml;rt, dass es wichtig ist, MIT den Russen zu reden in Bezug auf ihre Sicherheitsinteressen, als &Uuml;BER Putin zu schimpfen bzw. Vermutungen zu &auml;u&szlig;ern, was er schon wieder im Schild f&uuml;hrt. <\/p><p>Sie haben in Ihrem Beitrag angemerkt, dass sich die &bdquo;M&auml;nner Gottes&ldquo; &hellip; als traurig-muntere Sekundanten der Politik&ldquo; erweisen. Das tun sie schon seit ca. 1700 Jahren. Ob eine R&uuml;ckkehr zur eigentlichen Aufgabe m&ouml;glich ist, wei&szlig; ich nicht. In der Verfassung, wie die Amtskirche heute der Christenheit den Weg weisen will, hat sie nicht nur Christus verraten, sondern ist auch &uuml;berfl&uuml;ssig geworden. Schon lange.<\/p><p>Ich w&uuml;nsche Ihnen und den Nachdenkseiten ein langes Leben und den Mut, die Wirklichkeit so zur Sprache zu bringen, wie sie ist.<\/p><p>Reinhard Winkler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>lieber herr kl&ouml;ckner,<\/p><p>sch&ouml;n, dass sie sich die kirchenm&auml;nner wieder einmal zur brust nehmen, aber eigentlich ist es schade um ihre zeit.<\/p><p>die trennung von staat und kirchen in unserem land ist reine fiktion.<\/p><p>die verfassungswirklichkeit ist in der praxis keine trennung, sondern eine innige zusmmenarbeit zwischen staat und den beiden christlichen kirchen. <\/p><p>was also kann man dann erwarten von kirchenf&uuml;rsten, die auch das brot unseres staates essen ?<\/p><p>seit menschengedenken werden waffen gesegnet und gottes segen erteilt den tapferen k&auml;mpfern gegen den &ldquo;feind&rdquo;, der dann in nicht wenigen f&auml;llen auch noch dem gleichen gott vertraut ?<\/p><p>da sind doch unsere bisch&ouml;fe noch ganz zahm, dass sie nicht gleich gen ostland reiten lassen&hellip;<\/p><p>sie suchen da vernunft und einsichten bei den falschen leuten, zumal diese vernunft sowieso ein rares gut geworden ist.<\/p><p>es ist gut die nachdenkseiten an meiner seite zu haben, sie helfen sehr beim nachdenken. danke !<\/p><p>mit besten w&uuml;nschen<\/p><p>wolfgang torwalt erler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>als Zeitzeugin des zweiten Weltkrieges hat Ihr Beitrag mein besonderes Interesse geweckt.<\/p><p>Meine Frage im Internet nach Waffensegnung durch die Kirchen auch im zweiten Weltkrieg ergab folgende Antwort:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Ja, Pfarrer und Priester haben auch im Zweiten Weltkrieg Waffen gesegnet, da die Segnung von Kriegswaffen eine Praxis im Milit&auml;r war, die von verschiedenen Religionsgemeinschaften unterst&uuml;tzt wurde. Zum Beispiel segneten Pfarrer und Kapl&auml;ne in Deutschland in der Wehrmacht nicht nur Waffen, sondern auch Fahrzeuge und andere Gegenst&auml;nde f&uuml;r den Kriegseinsatz.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Ich f&uuml;rchte sehr, dass das auch nach 80 Jahren wieder der Fall sein k&ouml;nnte, betrachtet man die Rhetorik der heute amtierenden Kirchenm&auml;nner. Ganz offensichtlich reihen auch sie sich in diejenigen ein, die nichts, aber auch gar nichts, dazu gelernt haben.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nG. Fernekes<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte DAmen und Herren,<\/p><p>der Kommentar &uuml;bersieht einen wesentlichen Punkt: Eine Wehrpflicht <strong>unter Wahrung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung<\/strong> st&auml;rkt die demokratische Kontrolle der Streitkr&auml;fte. Sie bindet die Gesellschaft an die Armee und zwingt Politik und Milit&auml;r, sich immer wieder der Zustimmung und den moralischen &Uuml;berzeugungen der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu stellen. Genau diese R&uuml;ckbindung war nach 1945 ein zentrales Prinzip der Bundeswehr als &bdquo;Parlamentsarmee&ldquo;.<\/p><p>Die gegenw&auml;rtig im Bundestag vertretenen Parteien tendieren hingegen dazu, eine <strong>rein professionelle Berufsarmee<\/strong> zu bevorzugen, die von der breiten Bev&ouml;lkerung weitgehend unabh&auml;ngig agiert. Damit droht die Gefahr, dass milit&auml;rische Entscheidungen zunehmend <strong>ohne gesellschaftliche R&uuml;ckkopplung<\/strong> und demokratische Sensibilit&auml;t getroffen werden &ndash; ein Schritt, der das Ideal einer zivilen Kontrolle der Streitkr&auml;fte untergr&auml;bt.<\/p><p>Gerade in diesem Zusammenhang verdienen die Bisch&ouml;fe Anerkennung: Sie haben sich <strong>nicht<\/strong> f&uuml;r eine militarisierte, abgeschottete Armee ausgesprochen, sondern f&uuml;r eine Form von Verteidigungsbereitschaft, die gesellschaftlich verankert bleibt und ethisch reflektiert ist. Das bedeutet: <strong>Verteidigungsf&auml;higkeit ja &ndash; Militarismus nein.<\/strong><\/p><p>Eine Wehrpflicht mit garantiertem Recht auf Verweigerung ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein demokratisches Korrektiv, das sicherstellt, dass Milit&auml;rpolitik weiterhin <strong>Sache des ganzen Volkes<\/strong> bleibt &ndash; und nicht nur eines professionellen Apparats.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nPaul Koop<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werte NDS,<\/p><p>die Haltung der katholischen Bisch&ouml;fe ist schockierend. Da kann man ja als evangelischer Christ schon froh sein, da&szlig; unsere Bisch&ouml;fe wenigstens den Mund halten. Vielleicht kommt aber da auch noch eine joviale Geste der Ann&auml;herung. Wie weit sich die Kirchen(leitungen) von ihrem Auftrag entfernen konnten, sah man beispielhaft bei Corona. Die Grundlagen des christlichen Auftrages wie Gottesdienste, Seelsorge, Beistand bei Krankheit und Tod u. &auml;. wurden leichtfertig aufgegeben, ohne sich bei wirklichen! Fachleuten Rat zu holen. Denn die gab es von Anfang an bei der realen Einsch&auml;tzung des Corona-Virus und der Impfaktion. <\/p><p>Und nun der n&auml;chste Akt: Ma&szlig;lose Aufr&uuml;stung, Kriegst&uuml;chtigkeit, die Bundeswehr in der Schule (die DDR l&auml;&szlig;t gr&uuml;&szlig;en), Wehrpflicht (wie auch immer), immer neue Waffenlieferungen, gef&auml;hrliche Szenarien, die sich hinterher als L&uuml;gen entpuppen. Und aus den Kirchen dr&ouml;hnt Schweigen. Gott sei Dank sieht es an der kirchlichen Basis besser aus. Die Kirchen geh&ouml;ren bei den Friedensdemonstrationen (die vom Mainstream totgeschwiegen werden) mit in die erste Reihe. Aber da k&ouml;nnte man ja wom&ouml;glich neben den &bdquo;falschen&ldquo; Leuten laufen. Die Abgrenzung zur AfD hat auch in der Kirche z.T. schon Einzug gehalten, auch wenn so etwas biblisch nicht gedeckt ist.<\/p><p>Der Mitgliederr&uuml;ckgang wird beklagt und man arbeitet immer wieder an Strukturanpassungen. Es mag verschiedene Gr&uuml;nde geben, die Kirche zu verlassen, aber ein wichtiger ist m.E. nach auch die oben beschriebene Anbiederung an die Politik, die ja nun wenig zum Wohle des Volkes tut obwohl die Akteure das bei Amtsantritt geloben. <\/p><p>Dank f&uuml;r eure Arbeit und beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nL. Ritter<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter, lieber Herr Kl&ouml;ckner, Damen und Herren der NDS-Redaktion, lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>haben Sie von DIESEN &ldquo;W&uuml;rdentr&auml;gern&rdquo; wirklich etwas anderes erwartet? Es ist zum Heulen, zum Verzweifeln. Akademiker, Menschen mit einem GEISTES-WISSENSCHAFTLICHEN Studium und, so m&ouml;chte man wenigstens annehmen, auch einem bestandenen Examen (im Gegensatz zu manch anderen theologischen M&ouml;chtegernInnen und Studienabbrechern im Parteiensold). M&auml;nner, Wortarbeiter, die mit Gleichnissen und Sprachbildern umgehen k&ouml;nnen sollten &hellip; Nun, sie haben allesamt keine S&ouml;hne und T&ouml;chter (jedenfalls nicht offiziell), die sie ggf. an die Front schicken m&uuml;&szlig;ten (w&uuml;rden?) und ggf. als Gefallene bestatten m&uuml;&szlig;ten&hellip;  Ach ja &ndash; Ministranten? War da was?<\/p><p>Sie werden mehrheitlich weitermachen wie eh und je &ndash; und sich einen feuchten Kehrricht scheren um diejenigen, die ihnen zu Hunderttausenden die rote Karte zeigen. Wes Brot ich esse &hellip;<\/p><p>Gott sei&rsquo;s geklagt! Und Gott sei gedankt f&uuml;r die Ausnahmen, die es mit Jesus, Luther, Bonhoeffer&hellip; sicher auch heute gibt!<\/p><p>Hoffnungsarme Gr&uuml;&szlig;e!<br>\nFrank Lehmann <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Es w&auml;re Ein Wunder, wenn die Katholische Kirche nicht ihren Senf zur Unterst&uuml;tzung der staatlichen Forderung zur Verteidigungsbereitschaft bzw. Kriegst&uuml;chtigkeit beitragen w&uuml;rde. <\/p><p>Die Christliche und vor allem die Katholische Kirche hat seit ihrem Beginn fast ausnahmslos der politischen Macht gedient wie auch selbst als politische Macht sehr unchristliche Aktionen unterst&uuml;tzt oder selbst betrieben einschliesslich der Zerst&ouml;rung der alten Kulturen in S&uuml;damerika sowie den verr&uuml;ckten Kreuzz&uuml;gen. Anstatt die Entwicklung der neuen Kriegsbereitschaft entgegen zu wirken und Diplomatie zur L&ouml;sung der Probleme einzufordern, biedert sich die Kirche als Helfer des Staates wieder an. Es ist zum Ko&hellip;. und kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen von diesen Kirchen abwenden.<\/p><p>Manfred Neven<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo, liebes NDS-Team,<\/p><p>an der bellizistischen Haltung deutscher Bisch&ouml;fe ist nichts neu. <strong>Beide Kirchen<\/strong> in Deutschland haben schon den Ersten <strong>Weltkrieg<\/strong> lautstark unterst&uuml;tzt. Im dritten Weltkrieg wird folgerichtig  der gendergerechte Soldat*:#Innen Tod beweihr&auml;uchert werden.<\/p><p>Dabei k&ouml;nnten die Hirten der katholische Kirche durchaus anders und stattdessen mal ihre Obersten Chefs zitieren.<\/p><p>.2022 &hellip; ROM&mdash;Papst Franziskus sagte, dass das &bdquo;Bellen der NATO vor den Toren Russlands&ldquo; habe zur Invasion der Ukraine ( durch Russland) gef&uuml;hrt.<\/p><p>Von Krankheit gezeichnet forderte Franziskus :,die Ukraine sollte den Mut zur &bdquo;wei&szlig;en Flagge&ldquo; haben und &uuml;ber ein Ende des Krieges verhandeln.&ldquo;<\/p><p>Papst Leo, ist ganz im Sinne seines Vorg&auml;ngers wenn es um die Gei&szlig;elung der Kriege geht.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/world\/pope-leo-xiv\/pope-prays-victims-minn-school-shooting-rcna228274\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NBC News<\/a>:<\/p><p>Papst Leo XIV. sprach auf Englisch, als er die &bdquo;Logik der Waffen&ldquo; anprangerte, die Kriege auf der ganzen Welt sch&uuml;rt.<\/p><p>Der Papst verurteilt die &bdquo;Waffenpandemie&ldquo;<br>\nAuszug:<br>\n31.08.2025 &hellip; Leos Vorg&auml;nger, Papst Franziskus, hatte lange gegen die Waffen gewettert &hellip; Waffen, die Kriege sch&uuml;ren, und Waffenhersteller als &bdquo;H&auml;ndler des Todes&ldquo; verurteilt.&rdquo;<\/p><p>BTW, Papst Franziskus nannte immer wieder treffend die Waffenhersteller &bdquo;&bdquo;H&auml;ndler des Todes&ldquo;!<\/p><p>Ich denke, den deutschen Bisch&ouml;fen geht es bei ihrer Orwell&acute;schen &ldquo;Verteidigungs&rdquo; Propaganda&rdquo; eher um die Kirchensteuer, ein auf der Welt singul&auml;rer Anachronismus, wenn sie entgegen der Bergpredigt und entgegen dem Friedensdiktum ihrer P&auml;pste predigen.<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nKatie M.<\/p><p>Quellen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/livecoverage\/russia-ukraine-latest-news-2022-05-03\/card\/pope-says-nato-may-have-provoked-russian-invasion-of-ukraine-E7VAcqXGK8xNoHxJPQFs\">wsj.com\/livecoverage\/russia-ukraine-latest-news-2022-05-03\/card\/pope-says-nato-may-have-provoked-russian-invasion-of-ukraine-E7VAcqXGK8xNoHxJPQFs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ncronline.org\/vatican\/vatican-news\/pope-francis-ukraine-should-have-courage-white-flag-negotiate-end-war-russia\">ncronline.org\/vatican\/vatican-news\/pope-francis-ukraine-should-have-courage-white-flag-negotiate-end-war-russia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/world\/pope-leo-xiv\/pope-prays-victims-minn-school-shooting-rcna228274\">nbcnews.com\/world\/pope-leo-xiv\/pope-prays-victims-minn-school-shooting-rcna228274<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktionsteam der Nachdenksteiten,<\/p><p>mit Interesse habe ich Ihren Kommentar &bdquo;M&auml;nner Gottes auf dem Weg der Propaganda &ndash; Bisch&ouml;fe unterst&uuml;tzen &sbquo;Verteidigungsbereitschaft&lsquo;&ldquo; vom 15. Oktober 2025 gelesen. <\/p><p>Sie benennen zu Recht die Gefahr, dass kirchliche Stimmen in sicherheitspolitische Rhetorik geraten.  Anscheinend wird in der Erkl&auml;rung der deutschen Bischofskonferenz nur die sicherheitspolitische Logik wahrgenommen und das Werben um die Friedensethik geht unter. <\/p><p>Daher m&ouml;chte ich das ehrliche Bem&uuml;hen der Deutschen Bischofskonferenz w&uuml;rdigen, den Schutz menschlichen Lebens und die Verantwortung f&uuml;r das Gemeinwohl in einer Zeit wachsender Unsicherheit ernst zu nehmen. Dieses Ringen verdient auch Respekt. Die Bergpredigt ruft zur Gewaltfreiheit, Papst Franziskus erinnert in Fratelli tutti, dass Friede aus Geschwisterlichkeit w&auml;chst &ndash; nicht aus Abschreckung. In Gottesdiensten, Predigten und weiteren Stellungnahmen der Kirche erlebe ich sehr wohl den Geist des Evangelium des Friedens. <\/p><p>Quellen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.kirche-und-leben.de\/artikel\/bundeswehr-wettruesten-kardinal-reinhard-marx-warnt-entdemokratisierung-krieg-kirche-pazifismus\">Bundeswehr ja, Wettr&uuml;sten nein: Marx warnt vor &hellip; <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.dbk.de\/presse\/hvv-2025-predigt-kardinal-marx\">HVV 2025: Predigt Kardinal Marx<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.evangelische-friedensarbeit.de\/epd-meldungen\/kardinal-marx-frieden-kann-nicht-mit-waffen-bewahrt-werden\">Kardinal Marx: Frieden kann nicht mit Waffen bewahrt &hellip; <\/a><\/li>\n<\/ul><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nXaver Halbig<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>18. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>Ihrer Emp&ouml;rung &uuml;ber die Katholische Kirche k&ouml;nnen Sie getrost noch die meine &uuml;ber die Evangelische anf&uuml;gen, denn: Ich verzweifle an meiner Kirche!<\/p><p>Noch nie seit der Kuba-Krise war die Gefahr eines Dritten Weltkrieges so gro&szlig; und so real wie in unserer Gegenwart. Und was macht meine Kirche? Sie schweigt! Das aber dr&ouml;hnend.<\/p><p>Die Friedensfrage war mal ein Thema dieser Kirche. Lang ist&rsquo;s her &ndash; aber der Zeitgeist gebot es. Und meine Kirche lie&szlig; sich da nicht lumpen. Lila T&uuml;cher all&uuml;berall.<\/p><p>Aber der Wind hat sich gedreht. Und es zeigt sich, dass die fr&uuml;here Friedensrhetorik ebenso haltbar verwurzelt war wie bei den Gr&uuml;nen: n&auml;mlich gar nicht.<\/p><p>Dem aktuellen Zeitgeist folgend mag meine Kirche nicht hintan stehen. Darum erntet niemand Widerspruch: nicht Pistolius noch Flak-Rheinmetall oder Hofreiter.<\/p><p>Und so kann der Milit&auml;rbischof schwadronieren wie folgt: &bdquo;Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sieht der Milit&auml;rbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernhard Felmberg, die Milit&auml;rseelsorge vor neuen Herausforderungen. Man m&uuml;sse sich dem &ldquo;Stresstest Milit&auml;rseelsorge&rdquo; stellen, sagte Felmberg in Berlin. Es gehe um die Frage, was die Kirche im Verteidigungsfall mache.&#8223;<\/p><p>Und in der Ev. Akademie Loccum findet folgende Veranstaltung statt: &bdquo;Aufr&uuml;stung als ethische Verantwortung oder Verfehlung?<\/p><p>Studientag der Konferenz f&uuml;r Friedensarbeit im Raum der EKD&#8223;<\/p><p>Teilnehmer unter anderen Dr. Thomas M&uuml;ller-F&auml;rber, Studienleiter (als Doktorand bei der SWP), Hans Christoph Atzpodien, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, Berlin; Elisabeth Hauschild, Generalbevollm&auml;chtigte, Au&szlig;enbeziehungen und Politik, Diehl Stiftung &amp; Co. KG, Berlin und Claudia Oeking, Vorstandsbeauftragte f&uuml;r Politik und Regierungsangelegenheiten Deutschland, Airbus, Berlin.<\/p><p>Wem bis hierhin noch nicht schlecht geworden ist, dem kann geholfen werden.<\/p><p>Folgende &bdquo;Analyse&#8223; soll Sie dabei weiterbringen: &bdquo;Die oft zitierte &bdquo;Zeitenwende&ldquo; ist f&uuml;r die deutsche Verwaltung t&auml;gliche Realit&auml;t: Bedrohungsszenarien mit Russland, China, Iran und Nordkorea bestimmen dabei das (sicherheitspolitische) Handeln. Als Reaktion darauf wird nicht nur die Ausstattung der Bundeswehr verbessert, sondern auch die industriepolitischen F&auml;higkeiten im Verteidigungssektor gest&auml;rkt.&#8223;<\/p><p>Das hier ist auch nicht schlecht: &bdquo;Bischof Friedrich Kramer, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, sprach auf dem Podium von der Bedeutung der europ&auml;ischen Einheit als st&auml;rkste Verteidigungskraft. Russland versuche, diese Einheit zu untergraben, was im Umkehrschluss bedeute, dass wir zu dieser Einheit und unseren demokratischen Werten stehen und diese verteidigen m&uuml;ssten. Doch die zentrale Herausforderung und Fragestellung bleibt: Wie finden wir das richtige Ma&szlig; an Verteidigung? Sicherheit kann nicht allein milit&auml;risch gedacht werden.&#8223; (Unterstreichung von mir)<\/p><p>Und noch eine &bdquo;Analyse&#8223;: &bdquo;Die imperialen Anspr&uuml;che und Gro&szlig;machtfantasien Russlands sind gut belegt und nicht von der Hand zu weisen &ndash; man denke nur an die Ideologie der &bdquo;Russischen Welt&ldquo; (Russki Mir), die als pr&auml;gende politreligi&ouml;se Figur zu verstehen ist.1 Die Tyrannei Russlands ist real und Verniedlichungen sind unangebracht.&#8223;<\/p><p>Ich geb&rsquo;s auf. Wenigstens haben sie es mir erspart, den Name Jesu Christi in diesem Kontext lesen zu m&uuml;ssen.<\/p><p>Bernd Wegerhoff<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>19. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>t&auml;glich schreiben Sie kenntnisreich dar&uuml;ber, wie unsere Politiker und Medien von transatlantischen Netzwerken unterwandert sind, aber bei der Institution Kirche wundern Sie sich, dass die Bisch&ouml;fe nicht &uuml;ber den Rand der Tagesschau-Realit&auml;t hinausschauen k&ouml;nnen bzw. wollen.<\/p><p>Die Zeitenwende, bei der aus der pazifistischen Lehre Jesu und einer entsprechend pazifistischen urchristlichen Bewegung eine militaristische Kirche entstanden ist, liegt schon etwas l&auml;nger zur&uuml;ck.<br>\nDie ersten Christen lebten tats&auml;chlich streng pazifistisch und waren sich trotz unterschiedlicher Glaubensauffassungen in anderen Dingen darin einig. Sage und schreibe drei Jahrhunderte dauerte das pazifistische Urchristentum an, bis sich mit Kaiser Konstantin alles &auml;nderte. Der Legende nach hatte Konstantin einen Traum, in dem angeblich Christus zu ihm sprach: &ldquo;In diesem Zeichen wirst du siegen.&rdquo; Daraufhin habe Konstantin befohlen, das sogenannte Labarum als Feldzeichen zu verwenden, worauf er aus der Schlacht bei der Milvischen Br&uuml;cke gegen seinen Rivalen Maxentius im Jahr 312 als Sieger hervorging.<\/p><p>Ist das glaubhaft &ndash; Christus als Kriegsgott? Und wem eigentlich soll hier der Friedef&uuml;rst zu einem milit&auml;rischen Sieg verholfen haben? Konstantin war ein brutaler Machtpolitiker, der seine Feinde in der Arena den Tieren zum Fra&szlig; vorwarf und auch vor Verwandtenmord nicht zur&uuml;ckschreckte.<br>\nDie nun entstehende katholische Kirche war von Anfang an durch staatliche Macht und Privilegien korrumpiert und eine der Hauptaufgaben der jetzt quasi schon staatskirchlichen Theologen war es, die Kriege der Obrigkeit zu legitimieren. Und so hat der bis heute hochverehrte Augustinus die Lehre vom &ldquo;gerechten Krieg&rdquo; erfunden.<\/p><p>&ldquo;Glaube nicht, dass jemand, der mit den Waffen Kriegsdienst verrichten will, Gott nicht gefallen k&ouml;nnte&rdquo;, belehrt uns Augustinus oder auch in un&uuml;berbietbarem Zynismus: &ldquo;Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa dass Menschen, die doch einmal sterben m&uuml;ssen, dabei umkommen?&rdquo;<br>\nEinen friedvollen, barmherzigen Gott der Liebe konnten die r&ouml;mischen Kaiser nicht gebrauchen. Konstantin ben&ouml;tigte zuallererst einen Kriegsgott &ndash; so wie sp&auml;ter auch der Frankenk&ouml;nig Chlodwig, als er sich zum katholischen Glauben bekehrte. Die Theologen der Kirchen haben der jeweiligen Obrigkeit immer den passenden Gott bzw. die passenden Rechtfertigungsm&ouml;glichkeiten geliefert. Diese zur Lehre Jesu in krassem Widerspruch stehende Rechtfertigungslehre des Krieges war es, die unsere Geschichte bis heute gepr&auml;gt hat, und nicht das Christentum wie es Jesus lehrte.<br>\nMartin Luther, der als Augustiner-M&ouml;nch die Lehren Augustinus verinnerlicht hatte, kn&uuml;pfte an diese an, als er 1526 in seiner Schrift &ldquo;Ob Kriegsleute in seligem Stande sein k&ouml;nnen&rdquo; u.a. folgendes postulierte:<\/p><p>&ldquo;Diesem allgemeinen Unfrieden auf der ganzen Welt, der keinen Menschen verschont, muss der kleine Unfriede, der Krieg oder Schwert hei&szlig;t, wehren. Darum ehrt auch Gott das Schwert mit so hohen Worten, dass er es seine eigene Ordnung nennt (R&ouml;mer 13, 1) und nicht will, dass man sage oder denke, die Menschen hatten [vermutlich: h&auml;tten] es erfunden und eingesetzt. Denn die Hand, die das Schwert f&uuml;hrt und t&ouml;tet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, r&auml;dert, enthauptet, t&ouml;tet und f&uuml;hrt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht.&rdquo;<br>\n<a href=\"https:\/\/www.glaubensstimme.de\/doku.php?id=autoren:l:luther:o:ob_kriegsleute_in_seligem_stande_sein_koennen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">glaubensstimme.de\/doku.php?id=autoren:l:luther:o:ob_kriegsleute_in_seligem_stande_sein_koennen<\/a><\/p><p>Wenn man sich die &uuml;ppige Subventionierung der Kirchen durch den Staat anschaut (siehe z.B. <a href=\"https:\/\/stop-kirchensubventionen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stop-kirchensubventionen.de<\/a>), muss man feststellen, dass sich seit Kaiser Konstantins Zeiten kaum etwas ge&auml;ndert hat. Man stelle sich einmal vor, die Kirchen w&uuml;rden aus der Milit&auml;rseelsorge aussteigen und &ouml;ffentlich verk&uuml;nden, dass der Kriegsdienst nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar ist. Man br&auml;uchte wohl nicht lange warten, bis nach diesem Schritt &ndash; den effektivsten, den die Kirchen f&uuml;r den Frieden tun k&ouml;nnten &ndash; der Staat den Geldfluss an die Kirchen stoppen w&uuml;rde.<br>\nDer Glaube bzw. die Behauptung, dass der Kriegsdienst mit dem christlichen Glauben vereinbar w&auml;re, ist die Ur-L&uuml;ge schlechthin und seit 1700 Jahren f&uuml;r alle Kriege des angeblich christlichen Westens verantwortlich. Seit 1700 Jahren wird der sogenannten Christenheit von den Kirchen eine Lehre verabreicht, die in wesentlichen Punkten der Lehre Jesu um 180 Grad entgegengesetzt ist.<\/p><p>Dass auch noch viele Journalisten der Alternativen Medien immer noch f&auml;lschlicherweise zu glauben geneigt sind, die katholische Kirche w&auml;re eine Macht f&uuml;r den Frieden, liegt an einer perfiden Doppelz&uuml;ngigkeit, sprich einer geschickten Arbeitsteilung zwischen dem Papst und den Bisch&ouml;fen. Der Papst ist f&uuml;r die sch&ouml;nen Worte zust&auml;ndig, die die Gl&auml;ubigen h&ouml;ren m&ouml;chten, f&uuml;r Symbolpolitik, die der katholischen Kirche nichts kosten und f&uuml;r deren praktische Umsetzung der Papst von unseren Medien kaum zur Rechenschaft gezogen wird. Die Bisch&ouml;fe dagegen machen die praktische Politik vor Ort, oft im Zusammenspiel mit katholischen Politikern der jeweiligen Regierungen. Zu dieser Politik geh&ouml;rt es, sich mit den Regierungen der jeweiligen L&auml;nder gutzustellen, wozu es wiederum geh&ouml;rt, dem Milit&auml;rischen nicht allzu vehement zu widersprechen, weil sich das wie gesagt negativ auf die staatliche Subventionierung der Kirche auswirken k&ouml;nnte.<\/p><p>Da die Bisch&ouml;fe in Deutschland indirekt vom Staat bezahlt werden (siehe z.B. <a href=\"https:\/\/stop-kirchensubventionen.de\/bischoefe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stop-kirchensubventionen.de\/bischoefe\/<\/a>) k&ouml;nnte man Herrn Kl&ouml;ckners Frage nach ihrem mangelnden geostrategischen Hintergrundwissen auch mit einem Zitat von Upton Beall Sinclair beantworten:<br>\n&ldquo;Es ist schwierig, einen Menschen dazu zu bringen, eine Sache zu verstehen, wenn sein Gehalt davon abh&auml;ngt, dass er sie nicht versteht.&rdquo;<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRalf B&ouml;hm<\/p><p>Weitere Informationen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/christentum-staat-und-krieg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christentum, Staat und Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/der-tapfere-aufblick-zum-allmaechtigen-macht-euch-zu-soldaten-die-unueberwindlich-sind\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&ldquo;Der tapfere Aufblick zum Allm&auml;chtigen macht euch zu Soldaten, die un&uuml;berwindlich sind&rdquo; (Das Verhalten der Kirchen im Nationalsozialismus)<\/a><\/li>\n<\/ul><blockquote><p>\n    &bdquo;Wenn aber Christus, der gesagt hat: &raquo;Du sollst nicht t&ouml;ten!&laquo;,<br>\n    an seinem Kreuz sehen muss, wie sich die Felder blutig r&ouml;ten;<br>\n    wenn die Pfaffen Kanonen und Flugzeuge segnen<br>\n    und in den Feldgottesdiensten beten, dass es Blut m&ouml;ge regnen;<br>\n    und wenn die Vertreter Gottes auf Erden<br>\n    Soldaten-H&auml;mmel treiben, auf dass sie geschlachtet werden;<br>\n    und wenn die Glocken l&auml;uten: &raquo;Mord!&laquo; und die Chor&auml;le hallen:<br>\n    &raquo;Mord! Ihr sollt eure Feinde niederknallen!&laquo;<br>\n    Und wenn jemand so verr&auml;t den Gottessohn &ndash;:<br>\n    Das ist keine Schande. Das ist Religion.&ldquo;<br>\n    Kurt Tucholsky (1890 &ndash; 1935)\n<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-140813","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140813","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=140813"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140813\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":140815,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/140813\/revisions\/140815"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=140813"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=140813"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=140813"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}