{"id":140855,"date":"2025-10-21T10:00:16","date_gmt":"2025-10-21T08:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140855"},"modified":"2025-10-21T15:54:50","modified_gmt":"2025-10-21T13:54:50","slug":"wer-wird-fuer-die-palaestinenser-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140855","title":{"rendered":"Wer wird f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser sprechen?"},"content":{"rendered":"<p>Die pal&auml;stinensische Politik ist durch jahrzehntelange Besatzung und Israels gezielte T&ouml;tung und Inhaftierung popul&auml;rer F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten geschw&auml;cht worden. Israel, die USA und die Golfstaaten sind nun sehr zufrieden damit, ohne pal&auml;stinensische Vertretung &uuml;ber den Wiederaufbau des Gazastreifens zu sprechen. Politische Anf&uuml;hrer wie Marwan Barghouti und Ahmad Sa&rsquo;adat m&uuml;ssen freigelassen werden, ihre Organisationen m&uuml;ssen offen &uuml;ber die Zukunft Pal&auml;stinas beraten und diese Ansichten am Verhandlungstisch vertreten k&ouml;nnen. Alles andere ist lediglich die Fortsetzung des V&ouml;lkermords mit anderen Mitteln. Von <strong>Vijay Prashad<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7048\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140855-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251021_Wer_wird_fuer_die_Palaestinenser_sprechen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251021_Wer_wird_fuer_die_Palaestinenser_sprechen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251021_Wer_wird_fuer_die_Palaestinenser_sprechen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251021_Wer_wird_fuer_die_Palaestinenser_sprechen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140855-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251021_Wer_wird_fuer_die_Palaestinenser_sprechen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251021_Wer_wird_fuer_die_Palaestinenser_sprechen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Nach und nach wird das ganze Ausma&szlig; der Zerst&ouml;rung Gazas durch Israel deutlich.<\/p><p>Das Pal&auml;stinensische Zentralamt f&uuml;r Statistik (PCBS) ver&ouml;ffentlichte etwa zur Zeit des Waffenstillstands einen <a href=\"https:\/\/www.pcbs.gov.ps\/post.aspx?lang=en&amp;ItemID=6079\">Bericht<\/a>, in dem die Zahlen vorgelegt wurden: Die Bombardierung Gazas durch Israel f&uuml;hrte zur vollst&auml;ndigen Zerst&ouml;rung von 190.115 Geb&auml;uden und zur nahezu vollst&auml;ndigen Zerst&ouml;rung von weiteren 330.500 Wohneinheiten. Die anhaltenden Artillerie- und Luftangriffe w&auml;hrend der 734 Tage des V&ouml;lkermords f&uuml;hrten zur Zerst&ouml;rung von 85 Prozent des Wasser- und Abwassersystems in Gaza.<\/p><p>Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands war in Gaza-Stadt nur noch eine einzige medizinische Einrichtung <a href=\"https:\/\/www.unrwa.org\/resources\/reports\/unrwa-situation-report-192-situation-gaza-strip-and-west-bank-including-east-jerusalem\">in Betrieb<\/a>, 94 Prozent der Krankenh&auml;user und Kliniken waren <a href=\"https:\/\/www.who.int\/news\/item\/22-05-2025-health-system-at-breaking-point-as-hostilities-further-intensify--who-warns?utm_source=chatgpt.com\">zerst&ouml;rt oder schwer besch&auml;digt<\/a>. Gem&auml;&szlig; dem PCBS ist Gaza derzeit praktisch nicht mehr bewohnbar.<\/p><p>Es ist unm&ouml;glich, das volle Ausma&szlig; der physischen und psychischen Sch&auml;den zu erfassen, die dem pal&auml;stinensischen Volk in Gaza zugef&uuml;gt wurden: Das Gesundheitsministerium verf&uuml;gt nicht &uuml;ber ausreichende Zahlen zu den Toten und Verletzten, und das Trauma wird erst im Laufe der Jahre bekannt werden &ndash; sofern Spezialisten tats&auml;chlich in die Region zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/sop\/reports\/copy-unicef-state-palestine-escalation-humanitarian-situation-report-no39\">Die Vereinten Nationen berichten<\/a>, dass ihr gesamter Kinderschutzmechanismus in Gaza &bdquo;fast zusammengebrochen&ldquo; ist. Und die UNO stellt fest, dass jedes f&uuml;nfte Baby in Gaza zu fr&uuml;h oder untergewichtig geboren wird und dass im Juni 2025 11.000 schwangere Frauen mit Bedingungen einer Hungersnot konfrontiert waren, w&auml;hrend 17.000 weitere ohne nennenswerte Hilfe mit akuter Unterern&auml;hrung zu k&auml;mpfen hatten.<\/p><p><strong>Die Kosten des Wiederaufbaus<\/strong><\/p><p>Der Wiederaufbau des Lebens der &Uuml;berlebenden des V&ouml;lkermords ist eine Aufgabe, deren Ausma&szlig; noch nicht vollst&auml;ndig verstanden worden ist.<\/p><p>Gaza ist sp&auml;testens seit dem Sieg der Hamas bei den Parlamentswahlen 2006 von Israel unter Beschuss genommen worden. Den punktuellen Angriffen Israels auf die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung und Infrastruktur in Gaza &ndash; etwa in den Jahren 2009 und 2014 &ndash; folgten umfangreiche Wiederaufbauma&szlig;nahmen, die gr&ouml;&szlig;tenteils von den Golfstaaten (angef&uuml;hrt von Katar) und der Europ&auml;ischen Union finanziert wurden. 2014 sagten die Geber auf der Kairoer Konferenz zum Wiederaufbau Gazas 5,4 Milliarden US-Dollar zu, gaben aber nur 2,6 Milliarden US-Dollar aus, was zum Teil auf die Unnachgiebigkeit Israels in Bezug auf den Wiederaufbaumechanismus f&uuml;r Gaza zur&uuml;ckzuf&uuml;hren war.<\/p><p>Im Februar 2025 ver&ouml;ffentlichten die Vereinten Nationen, die Europ&auml;ische Union und die Weltbank eine vorl&auml;ufige Bewertung der Sch&auml;den und Bed&uuml;rfnisse, in der <a href=\"https:\/\/palestine.un.org\/en\/289429-gaza-and-west-bank-interim-rapid-damage-and-needs-assessment-february-2025\">gesch&auml;tzt wurde<\/a>, dass f&uuml;r den Wiederaufbau und die Wiederherstellung &uuml;ber einen Zeitraum von zehn Jahren 53,2 Milliarden US-Dollar ben&ouml;tigt w&uuml;rden und dass in den n&auml;chsten drei Jahren 20 Milliarden US-Dollar erforderlich w&auml;ren, um die Infrastruktur wiederaufzubauen, grundlegende Dienstleistungen wiederherzustellen und die zerst&ouml;rte Wirtschaft wieder anzukurbeln. Ein &auml;gyptischer Plan kam zu derselben <a href=\"https:\/\/www.egypttoday.com\/Article\/1\/138841\/What-to-know-about-Arab-backed-53B-Egyptian-plan-to\">Sch&auml;tzung von 53 Milliarden US-Dollar<\/a>, die jedoch &uuml;ber einen Zeitraum von f&uuml;nf Jahren ausgegeben werden sollten.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.inss.org.il\/publication\/gaza-reconstruction\/\">Alle Augen<\/a> sind auf die Golfstaaten gerichtet, die die Rechnung bezahlen sollen, aber das ist nichts, worauf sich die Pal&auml;stinenser verlassen k&ouml;nnen.<\/p><p>In der ganzen Debatte gibt es keine Stimme, die sagt, dass Israel f&uuml;r den Wiederaufbau zahlen muss, da es Israel war, das den Gazastreifen zerst&ouml;rt hat.<\/p><p>&bdquo;<strong>Politizid&ldquo; an den Pal&auml;stinensern<\/strong><\/p><p>Einer der Gr&uuml;nde, warum es keine so klare Stimme gibt, die Reparationen von Israel fordert, ist, dass die pal&auml;stinensische Politik selbst durch die jahrzehntelange Besatzung und durch Israels Politik der gezielten T&ouml;tung und Inhaftierung popul&auml;rer pal&auml;stinensischer F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten geschw&auml;cht wurde.<\/p><p>So befinden sich beispielsweise die popul&auml;rsten Anf&uuml;hrer der f&uuml;nf gro&szlig;en Fraktionen seit &uuml;ber zwei Jahrzehnten im Gef&auml;ngnis: Marwan Barghouti, der mit Abstand beliebteste pal&auml;stinensische Anf&uuml;hrer und eine der Schl&uuml;sselfiguren der Fatah und der Pal&auml;stinensischen Befreiungsorganisation (PLO), ist seit 23 Jahren und sechs Monaten politischer Gefangener. Ahmad Sa&rsquo;adat, der Anf&uuml;hrer der Volksfront f&uuml;r die Befreiung Pal&auml;stinas (PFLP), ist seit 23 Jahren und acht Monaten politischer Gefangener.<\/p><p>Anf&uuml;hrer der Hamas und des Islamischen Dschihad wurden entweder ins Exil geschickt oder regelm&auml;&szlig;ig in Gaza get&ouml;tet. So wurde der Gr&uuml;nder der Hamas, Scheich Ahmed Yassin, im M&auml;rz 2004 durch einen israelischen Angriff in Gaza get&ouml;tet, gefolgt von Abdel Aziz al-Rantisi im April 2004 und einer Welle von Attentaten in den letzten Jahren &ndash; darunter auf Saleh al-Arouri, Muhammad Ismail Darwish, Osama Mazini, Ismail Haniyeh und Yahya Sinwar.<\/p><p>Durch Inhaftierungen und Bombenangriffe wurde fast die gesamte F&uuml;hrungsstruktur der wichtigsten pal&auml;stinensischen politischen Parteien dezimiert.<\/p><p>Die 14 pal&auml;stinensischen F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten, die 2024 nach Peking kamen, um ein gemeinsames Abkommen zu unterzeichnen, vertraten zwar ihre Organisationen, aber sie waren nicht die bekanntesten oder popul&auml;rsten Pers&ouml;nlichkeiten (etwa Mahmoud al-Aloul von der Fatah, der als Nachfolger von Mahmoud Abbas gehandelt wird, Musa Abu Marzouk, der oft als Au&szlig;enminister der Hamas angesehen wird, oder Jamil Mazhar von der PFLP).<\/p><p>Die Bedeutung der 14-Parteien-Gespr&auml;che w&auml;re bedeutend gr&ouml;&szlig;er gewesen, wenn Marwan Barghouti und Ahmad Sa&rsquo;adat mit am Tisch gesessen h&auml;tten. Aber Israel will sie nicht freilassen, auch wenn die Pal&auml;stinenser sie weiterhin ganz oben auf ihre Liste f&uuml;r einen Gefangenenaustausch setzen.<\/p><p>Israel wei&szlig;, dass es Pal&auml;stina st&auml;rker von der kompromittierten Pr&auml;sidentschaft von Mahmoud Abbas, den Golfstaaten und den r&uuml;ckgratlosen arabischen Nachbarn (wie &Auml;gypten und Jordanien) abh&auml;ngig machen kann, wenn es weiterhin die pal&auml;stinensische politische F&uuml;hrung enthauptet.<\/p><p>Niemand wird direkt f&uuml;r die Pal&auml;stinenser oder f&uuml;r die Notwendigkeit sprechen, die Besatzung zu <em>beenden<\/em>; sie werden nur auf mildeste Art und Weise &uuml;ber den Wiederaufbau f&uuml;r die Fl&uuml;chtlinge und &uuml;ber Sicherheitsgarantien f&uuml;r die Israelis sprechen, damit diese ihre Besatzung fortsetzen k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Wer wird f&uuml;r die Pal&auml;stinenser sprechen?<\/strong><\/p><p>Man kann Yasser Arafat, den Anf&uuml;hrer der PLO, nicht nur aufgrund seiner Aufgabe der pal&auml;stinensischen Position bei den Osloer Vertr&auml;gen 1994 beurteilen. So kann man seine Rolle nicht richtig verstehen, die er sich 30 Jahre zuvor, 1964 in Kuwait, mit der Gr&uuml;ndung der PLO gesichert hatte.<\/p><p>Von diesem Zeitpunkt an bis Ende der 1980er-Jahre war Arafat als das sichtbare Gesicht der pal&auml;stinensischen Sache hoch angesehen, und unabh&auml;ngig von den Differenzen zwischen den verschiedenen Fraktionen sprach er als unangefochtener Sprecher f&uuml;r das pal&auml;stinensische Volk.<\/p><p>Seit Oslo, seit der Delegitimierung Arafats, wurde keiner solchen politischen Pers&ouml;nlichkeit mehr gestattet, die pal&auml;stinensische Position in Verhandlungen oder Dialogen zu vertreten.<\/p><p>Die israelische Politik der Inhaftierung und Ermordung pal&auml;stinensischer Anf&uuml;hrer und ihre Politik der D&auml;monisierung pal&auml;stinensischer politischer Organisationen (indem sie beispielsweise alle als Terroristen eingestuft werden) hat dazu gef&uuml;hrt, dass keine Pers&ouml;nlichkeit anstelle von Arafat als Stimme des pal&auml;stinensischen Volkes auftreten konnte.<\/p><p>Das hat bedeutet, dass andere f&uuml;r Pal&auml;stina sprechen und oft die pal&auml;stinensische Position falsch darstellen, weil diese Position ohne regelm&auml;&szlig;ige Treffen der Fraktionen und ohne die Anwesenheit ihrer wichtigsten politischen Anf&uuml;hrer am Verhandlungstisch nicht demokratisch erreicht werden kann.<\/p><p>Israel wei&szlig; das sehr gut, weshalb es entweder politische Gefangene jahrzehntelang (rechtswidrig) festh&auml;lt, ohne ihnen Zugang zu Medien oder ihren Mitstreitern zu gew&auml;hren, oder alle F&uuml;hrungskr&auml;fte, selbst solche der mittleren Ebene, ermordet, die das Potenzial haben, sich als Sprecher f&uuml;r die pal&auml;stinensische Sache zu profilieren (wie Abu Ali Mustafa von der PFLP im Jahr 2001 und Salah Shehade von der Hamas im Jahr 2002).<\/p><p>Seit Jahrzehnten beklagen sich die Israelis, dass es auf pal&auml;stinensischer Seite keinen &bdquo;Partner f&uuml;r den Frieden&ldquo; gibt. Aber wie kann es einen &bdquo;Partner f&uuml;r den Frieden&ldquo; geben, wenn die Israelis systematisch pal&auml;stinensische politische Anf&uuml;hrer ermorden oder sie unter schrecklichen Bedingungen in israelischen Gef&auml;ngnissen festhalten?<\/p><p>Zu behaupten, dass jede einzelne pal&auml;stinensische Fraktion eine terroristische Organisation sei, was die Israelis mit voller Unterst&uuml;tzung der USA getan haben, bedeutet, jegliche pal&auml;stinensische Politik zu delegitimieren.<\/p><p>So sind die Israelis und die USA sowie die Golfstaaten sehr zufrieden damit, ohne jegliche pal&auml;stinensische Vertretung am Verhandlungstisch &uuml;ber den Wiederaufbau des Gazastreifens zu sprechen. Selbst der &auml;gyptische Plan, der die Notwendigkeit einer pal&auml;stinensischen Beteiligung vorschl&auml;gt, begn&uuml;gt sich damit, von der Notwendigkeit zu sprechen, dass &bdquo;pal&auml;stinensische Fachleute&rdquo; am Verhandlungstisch sitzen sollten und nicht die aktuellen politischen Organisationen, die die Interessen des pal&auml;stinensischen Volkes vertreten.<\/p><p>Der systematische Versuch, die pal&auml;stinensische Politik zu zerst&ouml;ren, f&uuml;hrt zu einer Situation, in der Israel bestimmen kann, wann es Pal&auml;stinenser bombardiert und wie es ihre H&auml;user mit dem Geld der Golfstaaten wiederaufbaut. Es ist zum Vorteil Israels, zu verhindern, dass eine pal&auml;stinensische Vertretung aufgebaut wird und am Verhandlungstisch sitzt.<\/p><p><strong>Barghouti und Sa&rsquo;adat freilassen!<\/strong><\/p><p>Aber tats&auml;chlich vereitelt die anhaltende Widerstandsf&auml;higkeit der pal&auml;stinensischen Fraktionen die Ambitionen Israels. Die politischen Organisationen sind nach wie vor lebendig und aktiv und werden eine Rolle beim Wiederaufbau des Gazastreifens sowie bei allen Gespr&auml;chen &uuml;ber Pal&auml;stina einfordern.<\/p><p>F&uuml;r die US-Regierung ist es ein Leichtes, einseitig zu bestimmen, wen sie als terroristische Organisation einstuft, ebenso wie f&uuml;r Israel (und die Europ&auml;ische Union).<\/p><p>Aber die Vereinten Nationen haben noch nie eine pal&auml;stinensische Gruppe auf ihre <a href=\"https:\/\/main.un.org\/securitycouncil\/en\/content\/un-sc-consolidated-list\">Sanktionsliste<\/a> gesetzt und keine dieser Gruppen als terroristische Organisation eingestuft. Trotz der beschr&auml;nkten Sichtweise des Westens, dass die Hamas oder die PFLP terroristische Organisationen sind, ist dies nicht die Meinung des gr&ouml;&szlig;ten Teils der Welt. Sie werden als politische Gruppen angesehen, und zwar als nationale Befreiungsorganisationen, die f&uuml;r die Befreiung Pal&auml;stinas von Apartheid, Besatzung und nun vom V&ouml;lkermord k&auml;mpfen.<\/p><p>Aufgrund der &uuml;berragenden Rolle der USA und der Europ&auml;ischen Union auf der Seite Israels sind die pal&auml;stinensischen Organisationen nicht an den Diskussionen &uuml;ber die Zukunft Pal&auml;stinas beteiligt. Das bedeutet in der Tat, dass Pal&auml;stina bei den Gespr&auml;chen &uuml;ber seine eigene Zukunft abwesend ist.<\/p><p>Eine M&ouml;glichkeit, diese Gleichung zu &auml;ndern, besteht darin, dass die politischen Anf&uuml;hrer (wie Marwan Barghouti und Ahmad Sa&rsquo;adat) freigelassen werden, ihre Organisationen offen &uuml;ber die Zukunft Pal&auml;stinas beraten und sie diese Ansichten am Verhandlungstisch vertreten k&ouml;nnen.<\/p><p>Alles andere ist lediglich die Fortsetzung des V&ouml;lkermords mit anderen Mitteln.<\/p><p><em>Der Beitrag erschien im Original auf <a href=\"https:\/\/peoplesdispatch.org\/2025\/10\/16\/the-genocide-will-not-end-until-the-palestinian-political-leaders-are-free\/\">Peoples Dispatch<\/a>. &Uuml;bersetzung: <strong>Marta Andujo<\/strong>.<\/em><\/p><p><em>&Uuml;ber den Autor: <strong>Vijay Prashad<\/strong> ist ein indischer Historiker, Autor und Journalist und Mitarbeiter des Tricontinental: Institute for Social Research.<\/em><\/p><p><small>Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Kufr_ad-Deek.protest.4.JPG\">Wikimedia Commons<\/a><\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/4797e1754b4e4ebe8c081def040f8661\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die pal&auml;stinensische Politik ist durch jahrzehntelange Besatzung und Israels gezielte T&ouml;tung und Inhaftierung popul&auml;rer F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten geschw&auml;cht worden. 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