{"id":140875,"date":"2025-10-24T14:00:20","date_gmt":"2025-10-24T12:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140875"},"modified":"2025-10-24T13:53:10","modified_gmt":"2025-10-24T11:53:10","slug":"die-krise-des-westens-und-der-kampf-um-das-oeffentliche-bewusstsein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140875","title":{"rendered":"Die Krise des Westens und der Kampf um das \u00f6ffentliche Bewusstsein"},"content":{"rendered":"<p>In der letzten Woche erschien auf den <em>NachDenkSeiten<\/em> bereits <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140544\">eine Rezension<\/a> des neuesten fulminanten Buches von <strong>Rainer Mausfeld<\/strong>, <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/hegemonie-oder-untergang-oxid-1.html?listtype=search&amp;searchparam=Rainer%20mausfeld\">&bdquo;Hegemonie oder Untergang &ndash; Die letzte Krise des Westens?&ldquo;<\/a>. Hier drucken wir mit freundlicher Genehmigung des Westend Verlags und des Autors einen l&auml;ngeren Auszug aus diesem Buch aus dem Kapitel &bdquo;Die Krise des Westens und der Kampf um das &ouml;ffentliche Bewusstsein&ldquo; ab, in dem der Autor gewohnt klar und scharf analysiert, wie der Westen zur Verteidigung seiner Macht mit nie zuvor bekanntem Aufwand versucht, &bdquo;global die tats&auml;chlichen Kausalit&auml;ten, auf denen seine Macht beruht, durch eine massenmedial vermittelte Manipulation und tiefgreifende Formung des &ouml;ffentlichen Bewusstseins zu verschleiern&ldquo;.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6821\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140875-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251024_Die_Krise_des_Westens_und_der_Kampf_um_das_oeffentliche_Bewusstsein_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251024_Die_Krise_des_Westens_und_der_Kampf_um_das_oeffentliche_Bewusstsein_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251024_Die_Krise_des_Westens_und_der_Kampf_um_das_oeffentliche_Bewusstsein_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251024_Die_Krise_des_Westens_und_der_Kampf_um_das_oeffentliche_Bewusstsein_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140875-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251024_Die_Krise_des_Westens_und_der_Kampf_um_das_oeffentliche_Bewusstsein_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251024_Die_Krise_des_Westens_und_der_Kampf_um_das_oeffentliche_Bewusstsein_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Im politischen Bereich dient die Erzeugung von ideologischen Scheinwelten dazu, tats&auml;chliche gesellschaftliche und geopolitische Kausalit&auml;ten, also Ursachenverh&auml;ltnisse, zu verschleiern. Diese sollen durch Scheinkausalit&auml;ten ersetzt werden, um auf diese Weise das eigentliche Fundament herrschender Machtverh&auml;ltnisse f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit unsichtbar zu machen. Die Erzeugung von <em>Pseudorealit&auml;ten <\/em>dient dar&uuml;ber hinaus dazu, die wahrgenommene ideologische Scheinwelt in einer nicht mehr rational und damit nicht rational korrigierbaren Weise im gesamten psychischen Gef&uuml;ge zu verankern. Dadurch findet auch das politische F&uuml;hlen, Denken und Handeln der B&uuml;rgerschaft weitgehend in einer Welt des Imagin&auml;ren und einer durch sie geformten Affekt- und Bed&uuml;rfnisstruktur statt, womit einem emanzipatorischen Handeln die Grundlage entzogen wird. Macht ist also zu ihrer Stabilisierung stets auch auf eine Erzeugung geeigneter gesellschaftlicher Trugbilder und Pseudorealit&auml;ten angewiesen.<\/p><p>Auch die Macht des Westens ben&ouml;tigt ideologische St&uuml;tzpfeiler, auf denen sich eine zeitlich stabile und in sich geschlossene Scheinwelt und Pseudorealit&auml;t errichten l&auml;sst. Die Grundelemente daf&uuml;r sind bereits seit seinen historischen Anf&auml;ngen im Selbstbild des Westens angelegt. Heute ist der Westen mehr denn je auf die Erzeugung einer solchen Pseudorealit&auml;t angewiesen, um seine organisierte Gewalt moralistisch zu verbr&auml;men und zugleich eine vorgebliche Alternativlosigkeit des parasit&auml;ren westlichen Lebensmodells als zwangsl&auml;ufig erscheinen zu lassen.<\/p><p>Mit den stark gewachsenen geopolitischen Widerst&auml;nden gegen den westlichen Hegemonieanspruch werden gegenw&auml;rtig die inneren Widerspr&uuml;che des Westens global so deutlich sichtbar wie kaum je zuvor. Zur Verteidigung seiner Macht muss der Westen daher mit nie zuvor bekanntem Aufwand versuchen, global die tats&auml;chlichen Kausalit&auml;ten, auf denen seine Macht beruht, durch eine massenmedial vermittelte Manipulation und tiefgreifende Formung des &ouml;ffentlichen Bewusstseins zu verschleiern. Dies ist ihm in den vergangenen Jahren in einzigartiger Weise gelungen.<\/p><p>In der westlichen Pseudorealit&auml;t ist es kaum noch m&ouml;glich, &uuml;berhaupt einen Au&szlig;enstandpunkt einnehmen zu k&ouml;nnen. Sie gleicht einem hermetisch abgeschlossenen Gew&ouml;lbe, zu dem kein Au&szlig;erhalb mehr denkbar ist. Innerhalb dieses ideologischen Gew&ouml;lbes, in dem die Wahrheit selbst zur blo&szlig;en Inszenierung und die Politik zum Spektakel verkommen sind, ist der gesamte Rahmen der gesellschaftlichen Weltwahrnehmung verdreht und verr&uuml;ckt. Wenn aber das gesamte Fundament und die Grundpfeiler des Denkens und des moralischen Bewertens auf den Kopf gestellt sind, k&ouml;nnen auch die absurdesten ideologischen Behauptungen und die &uuml;belsten Ressentiments nicht mehr als das erkannt werden, was sie wirklich sind, n&auml;mlich als kollektive wahnhafte Phantasien. Sie werden vielmehr als zutreffende Beschreibungen der Realit&auml;t angesehen. [&hellip;]<\/p><p>In den vergangenen Jahren wurde der Schein des Realen dieser Pseudorealit&auml;t wesentlich verst&auml;rkt durch ein zuvor unbekanntes Ausma&szlig; ideologischer Homogenisierung aller gro&szlig;en Medien und eine ins Ma&szlig;lose gesteigerte Bereitwilligkeit der meinungsbildenden journalistischen Klasse, sich faktischen Machtverh&auml;ltnissen zu unterwerfen, indem sie sich autorit&auml;rer staatlicher Macht andient und sich vollends in den Dienst hegemonialer US-Interessen stellt. Der &ouml;ffentliche Debattenraum wurde weitgehend auf Regierungspositionen geschrumpft. Kritische Intellektuelle sind in ihm, so es sie &uuml;berhaupt noch gibt, nicht mehr sichtbar. Die Medienintellektuellen sind zu Claqueuren der milit&auml;rischen Konfrontation oder gar zu deren Anheizern geworden. Dies hat zur Folge, dass immer und &uuml;berall die gleichen Kernbotschaften in endlosen Wiederholungen die Nachrichtenkonsumenten &uuml;berfluten. Bis in die Wortwahl und wie auf Knopfdruck aus allen Kan&auml;len dieselben Phrasen, dieselben vorgestanzten Interpretationsh&uuml;lsen. Eine gigantische Echokammer, in der alle relevanten Personen im Grunde die gleiche Meinung zu Russland, zu China, zum Iran, zu Israel oder zur Ukraine haben und in der sie sich wechselseitig ideologisch radikalisieren. Wohl nie zuvor in der Mediengeschichte war die Kluft zwischen dem im gesamten Westen medial vermittelten Bild und den tats&auml;chlichen gesellschaftlichen Realit&auml;ten so gro&szlig; wie heute &ndash; eine der dunkelsten Zeiten der Mediengeschichte. Die B&uuml;rger k&ouml;nnen heute also nicht einmal mehr im Ansatz ein angemessenes Bild der gesellschaftlichen und politischen Realit&auml;ten gewinnen. Das durch alle gro&szlig;en Medien erfolgte ideologiekonforme Umschreiben der Geschichte hat das gew&uuml;nschte Ziel so umfassend erreicht, dass bei ihnen fast durchweg geschichtsvergessene Unkenntnis herrscht.<\/p><p>Wenn aber das von den Medien vermittelte Bild der gesellschaftlichen und geopolitischen Realit&auml;t durch die Interessen von Machtgruppieren verzerrt ist und somit Medien nicht mehr frei sind, kann, wie Hannah Arendt betonte, alles passieren:<\/p><blockquote><p>&bdquo;In dem Moment, in dem wir keine freie Presse mehr haben, kann alles passieren. [&hellip;] Wenn man st&auml;ndig belogen wird, ist die Folge nicht, dass man die L&uuml;gen glaubt, sondern dass niemand mehr irgendetwas glaubt. [&hellip;] Und ein Volk, das nichts mehr glauben kann, kann sich auch nicht mehr entscheiden. Es ist nicht nur seiner Handlungsf&auml;higkeit beraubt, sondern auch seiner Denk- und Urteilsf&auml;higkeit. Und mit einem solchen Volk kann man dann machen, was man will.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Um die B&uuml;rger unf&auml;hig zu machen, ein angemessenes Bild der gesellschaftlichen und politischen Realit&auml;ten zu gewinnen, werden die von den gro&szlig;en Medien jeweils berichteten Fakten &ndash; vor allem in Situationen, die f&uuml;r die Stabilit&auml;t herrschender Machtverh&auml;ltnisse von besonderer Bedeutung sind &ndash; bereits hochselektiv so ausgew&auml;hlt und sofort interpretativ so kontextualisiert, dass sie die ideologischen Kernbotschaften zu unterst&uuml;tzen scheinen. Die in rigoroser ideologischer Gleichf&ouml;rmigkeit dargebotenen &bdquo;Nachrichten&ldquo; bedienen sich schon in der Wortwahl der immergleichen ideologischen Worth&uuml;lsen, die zudem in oft kaum bemerkbarer Weise gezielt affektiv aufgeladen sind. Dadurch werden alle Berichte &uuml;ber machtrelevante Ereignisse sofort mit hochgradig affektiv besetzten Markern versehen, damit die gew&uuml;nschte Freund-Feind-Kategorisierung bereits vor jeder M&ouml;glichkeit zu einer Reflexion eindeutig feststeht. Es gen&uuml;gt, Sprache auf endlose Wiederholungen affektiver Appelle und Bewertungen zu reduzieren und sie argumentativer Zusammenh&auml;nge zu berauben, um Menschen daran zu gew&ouml;hnen, ideologische Vorurteile f&uuml;r Schlussfolgerungen zu halten. [&hellip;]<\/p><p>Dazu reicht es, Menschen sozial und gedanklich zu fragmentieren und sie durch Konsumismus, &Uuml;berflutung mit Nichtigkeit und durch billige Unterhaltung in einem permanenten gedanklichen Nebel der Verwirrung zu halten. Die Bedeutung der Methode, Menschen durch eine &Uuml;berflutung mit Nichtigkeiten dazu zu bringen, ihre Knechtschaft hinzunehmen, wurde bereits von Aldous Huxley erkannt. Huxley schrieb 1958 in seinem Buch <em>Brave New World Revisited<\/em> (dt. <em>Wiedersehen mit der sch&ouml;nen, neuen Welt<\/em>), dass es in den &bdquo;westlichen, kapitalistischen Demokratien&ldquo; nicht mehr einfach um Indoktrination mit wahren oder falschen Aussagen gehe, sondern um eine &Uuml;berflutung mit dem Belanglosen, die den fast uners&auml;ttlichen Drang des Menschen nach Ablenkung durch Nichtigkeiten bedient, &bdquo;um die Leute davon abzuhalten, den Wirklichkeiten der sozialen und politischen Lage zu viel Aufmerksamkeit zu schenken&ldquo;. Fr&uuml;her sei man, so Huxley, der Auffassung gewesen, bei der Bestimmung von Propaganda ginge es blo&szlig; um die Frage, ob eine Nachricht wahr oder falsch sei. Eine solche Auffassung ginge jedoch g&auml;nzlich an dem vorbei, was tats&auml;chlich &bdquo;in unseren kapitalistischen Demokratien&ldquo; passiert ist, n&auml;mlich &bdquo;die Entwicklung einer riesigen Industrie der Massenmitteilung, welche sich der Hauptsache nach weder mit dem Wahren noch dem Falschen befasst, sondern mit dem Unwirklichen, dem mehr oder weniger Belanglosen&ldquo;.<\/p><p>Dazu stellte schon vor vier Jahrzehnten der Medienwissenschaftler Neil Postman fest: &bdquo;Orwell f&uuml;rchtete diejenigen, die B&uuml;cher verbieten. Huxley f&uuml;rchtete, dass es eines Tages keinen Grund mehr geben k&ouml;nnte, B&uuml;cher zu verbieten, weil keiner mehr da ist, der B&uuml;cher lesen will. Orwell f&uuml;rchtete jene, die uns Informationen vorenthalten. Huxley f&uuml;rchtete jene, die uns mit Informationen so sehr &uuml;berh&auml;ufen, dass wir uns vor ihnen nur in Passivit&auml;t und Selbstbespiegelung retten k&ouml;nnen. Orwell bef&uuml;rchtete, dass die Wahrheit vor uns verheimlicht werden k&ouml;nnte. Huxley f&uuml;rchtete, dass die Wahrheit in einem Meer von Belanglosigkeiten untergehen k&ouml;nnte.&ldquo;<\/p><p>Postman beschlie&szlig;t seine Analysen mit Worten, die heute als Gegenwartsdiagnose wohl g&uuml;ltiger denn je sind: &bdquo;Die Menschen in <em>Sch&ouml;ne neue Welt<\/em> leiden nicht daran, dass sie lachen, statt nachzudenken, sondern daran, dass sie nicht wissen, wor&uuml;ber sie lachen und warum sie aufgeh&ouml;rt haben, nachzudenken.&ldquo;<\/p><p>Dieser Nebel medial induzierter gedanklicher und affektiver Verwirrung macht Medienkonsumenten unf&auml;hig, einen gedanklichen Abstand zu dem medial Pr&auml;sentierten gewinnen zu k&ouml;nnen. Erst recht gelingt es ihnen nicht, einen Au&szlig;enstandpunkt zu dem ideologischen Gew&ouml;lbe, in dem sie leben, einnehmen zu k&ouml;nnen. Das ideologische Geb&auml;ude wird dann, einer freiwilligen Knechtschaft gleich, von den Machtunterworfenen selbst getragen und erhalten.<\/p><p><em>Massenmedien als Instrumente zur Formung des &ouml;ffentlichen Bewusstseins<\/em><\/p><p>Es bedarf der Massenmedien, um eine so tiefgehende Formung des Bewusstseins in der Breite der Bev&ouml;lkerung zu erreichen. Seit jeher ist es die faktische politische Funktion der Massenmedien &ndash; schon ihren Besitzverh&auml;ltnissen nach &ndash;, den Geist von Medienkonsumenten so zu formen, dass diese grunds&auml;tzlich nicht mehr in der Lage sind, die tats&auml;chlichen Kausalit&auml;ten ihrer eigenen gesellschaftlichen Situation erfassen und analysieren zu k&ouml;nnen. Die Aufgabe von Massenmedien in &bdquo;kapitalistischen Demokratien&ldquo; besteht, wie schon in ihren Anf&auml;ngen ausdr&uuml;cklich festgestellt wurde, gerade darin, bei den B&uuml;rgern eine Illusion der Informiertheit zu erzeugen und zugleich Gef&uuml;hle der Unsicherheit, Angst und gesellschaftlichen Ohnmacht zu wecken, um sie auf diese Weise in einen Zustand politischer Apathie zu versetzen und sie zu politischen &bdquo;Zuschauer-Konsumenten&ldquo; zu machen. Massenmedien zielen ihrer Beschaffenheit nach darauf, die Bef&auml;higung ihrer Konsumenten zu blockieren, &uuml;berhaupt in rationaler Weise &Uuml;berzeugungen bilden zu k&ouml;nnen und aus eigenen gesellschaftlichen Erfahrungen und aus offenkundigen gesellschaftlichen Fakten angemessene Schlussfolgerungen ziehen zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Innerhalb eines hermetisch abgeschlossenen ideologischen Gew&ouml;lbes, das von der weit &uuml;berwiegenden Mehrheit der Bev&ouml;lkerung gar nicht mehr als solches erkennbar ist, gen&uuml;gen recht elementare Techniken der Machtaus&uuml;bung f&uuml;r eine nahezu totalit&auml;re Bev&ouml;lkerungskontrolle. Durch rigorose Einschr&auml;nkungen des &ouml;ffentlichen Debattenraumes l&auml;sst sich jedes Denken au&szlig;erhalb des Gew&ouml;lbes bereits an seinen Wurzeln ersticken und in seiner gesellschaftlichen Wirksamkeit eng begrenzen. Mit einer massenmedial systematisch erzeugten Angst lassen sich das kollektive sowie das individuelle Bewusstsein extrem verengen und das Denken l&auml;hmen. Die tats&auml;chlichen Kausalit&auml;ten f&uuml;r ein kollektives Unbehagen und f&uuml;r die gesellschaftlichen Ver&auml;nderungsbed&uuml;rfnisse k&ouml;nnen damit nicht mehr angemessen erkannt werden. Folglich l&auml;sst sich die Ver&auml;nderungsenergie der Bev&ouml;lkerung leicht auf geeignete Ablenkziele lenken, statt sie auf die eigentlich politisch Verantwortlichen zu richten. Ein Kreislauf der Massenerzeugung von Angst und Hysterie innerhalb eines hermetisch abgeschlossenen ideologischen Gew&ouml;lbes, der die Gesellschaft zunehmend spaltet und sie zu zerst&ouml;ren droht. Damit wird einer Organisation von Widerstand grunds&auml;tzlich die Basis entzogen. Die Schaffung einer tief in der Kultur und in den psychischen Strukturen ihrer Mitglieder verankerten ideologischen Pseudorealit&auml;t stellt das Fundament bereit, auf dem sich autorit&auml;re Macht nahezu grenzenlos entfalten kann.<\/p><p><em>Rainer Mausfeld: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/hegemonie-oder-untergang-oxid-1.html?listtype=search&amp;searchparam=Rainer%20mausfeld\">Hegemonie oder Untergang &ndash; Die letzte Krise des Westens?<\/a> Neu-Isenburg 2025, Westend Verlag, Taschenbuch kartoniert, 216 Seiten, ISBN 978-3987913341, 24 Euro<\/em><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140544\">Die Clownswelt zerschlagen &ndash; Rainer Mausfelds &bdquo;Hegemonie oder Untergang&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108483\">&bdquo;Hybris und Nemesis&ldquo; &ndash; Rainer Mausfelds schonungslose Machtkritik<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56993\">Die Gedanken sind frei?! &ndash; Albrecht M&uuml;ller und Rainer Mausfeld im Gespr&auml;ch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55492\">&bdquo;Angst vor der Angst&ldquo;. Rainer Mausfeld zeichnet &bdquo;Angst und Macht&ldquo; als neoliberale Herrschaftstechnik. Eine Rezension von Albert Kl&uuml;tsch.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53505\">Wie die L&auml;mmer zum Schweigen gebracht werden<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Woche erschien auf den <em>NachDenkSeiten<\/em> bereits <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140544\">eine Rezension<\/a> des neuesten fulminanten Buches von <strong>Rainer Mausfeld<\/strong>, <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/hegemonie-oder-untergang-oxid-1.html?listtype=search&amp;searchparam=Rainer%20mausfeld\">&bdquo;Hegemonie oder Untergang &ndash; Die letzte Krise des Westens?&ldquo;<\/a>. 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