{"id":140973,"date":"2025-10-23T11:00:23","date_gmt":"2025-10-23T09:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140973"},"modified":"2025-10-25T04:48:29","modified_gmt":"2025-10-25T02:48:29","slug":"der-praesidentschaftswahlkampf-in-irland-bleibt-spannend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140973","title":{"rendered":"Der Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf in Irland bleibt spannend"},"content":{"rendered":"<p>Am 24. Oktober wird in der Republik Irland eine neue Pr&auml;sidentin direkt vom Volk gew&auml;hlt. Es stehen noch zwei Kandidatinnen zu Wahl, nachdem der Dritte im Rennen seine Kandidatur vor zwei Wochen zur&uuml;ckzog. Heather Humphreys vertritt die von ihr so genannte Mitte, w&auml;hrend Catherine Connolly sich als Advokatin der gesellschaftlich Benachteiligten und Vertreterin eines alternativen Wegs sieht. Ein Bericht aus Irland von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5400\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140973-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Der_Praesidentschaftswahlkampf_in_Irland_bleibt_spannend_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Der_Praesidentschaftswahlkampf_in_Irland_bleibt_spannend_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Der_Praesidentschaftswahlkampf_in_Irland_bleibt_spannend_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Der_Praesidentschaftswahlkampf_in_Irland_bleibt_spannend_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140973-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Der_Praesidentschaftswahlkampf_in_Irland_bleibt_spannend_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251023_Der_Praesidentschaftswahlkampf_in_Irland_bleibt_spannend_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Rolle der Pr&auml;sidentin ist in Irland eher repr&auml;sentativer Art, doch Pr&auml;sidenten unterzeichnen auch Gesetzesentw&uuml;rfe und k&ouml;nnen diese zur &Uuml;berarbeitung an das Parlament zur&uuml;ckschicken.<\/p><p>Seit Anfang der 1990er-Jahre bekleiden in Irland Personen das Pr&auml;sidentenamt, die sich von den Regierungen durch ihre Integrit&auml;t und Fortschrittlichkeit wohltuend abheben. Der amtierende Pr&auml;sident Michael D. Higgins, von allen &ndash; auch in Presse und Politik &ndash; meist nur &bdquo;Michael D&ldquo; genannt, hat z.B. 2023 in einer Rede f&uuml;r die Abschaffung der Hausaufgaben an Grundschulen pl&auml;diert. Die Kinder k&auml;men erst um 15:00 Uhr nach Hause, und dann solle die Schule in der Schule bleiben, sodass die Kinder kreative Dinge tun k&ouml;nnten.<\/p><p>Die parteilose (independent) Kandidatin <a href=\"https:\/\/www.catherineconnollyforpresident.ie\/\">Catherine Connolly<\/a> ist seit Mitte Juli von den Sozialdemokraten, der Arbeiterpartei, den Gr&uuml;nen und weiteren progressiven Parteien sowie einigen unabh&auml;ngigen Parlamentsabgeordneten als Pr&auml;sidentschaftskandidatin nominiert. Im September entschied auch die nationalistisch-republikanische Partei Sinn F&eacute;in, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, sondern Frau Connolly zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p>Die der konservativen Fine Gael angeh&ouml;rende <a href=\"https:\/\/www.heatherforpresident.ie\/\">Heather Humphreys<\/a> ist seit Ende August von ihrer Partei, die an der derzeitigen Koalitionsregierung beteiligt ist, nominiert. Frau Humphreys sa&szlig; bis zu den Wahlen 2024 im irischen Parlament, D&aacute;il genannt. Vor den Wahlen sagte sie: &bdquo;Ich werde n&auml;chstes Jahr 65, und wenn ich wieder kandidieren w&uuml;rde, w&auml;re ich am Ende der Legislaturperiode beinahe 70, und ich bin k&ouml;rperlich einfach nicht in der Lage, so lange durchzuhalten&ldquo; (&bdquo;I&rsquo;ll be 65 next year and if I ran again I&rsquo;d be nearly 70 by the end of the next D&aacute;il term and I&rsquo;m just not physically able to keep going for that long.&ldquo;)<\/p><p>Das Staatsoberhaupt wird in Irland f&uuml;r sieben Jahre gew&auml;hlt. Humphreys hat sich laut eigenen Angaben nunmehr von den zehn Jahren in verschiedenen Minister&auml;mtern erholt. Sie sei nun topfit f&uuml;r das Pr&auml;sidentenamt. Diese zehn Jahre als Regierungsmitglied sind einerseits etwas, das sie als Erfahrung vorweisen kann, andererseits wird sie von Teilen der W&auml;hlerschaft f&uuml;r die Missst&auml;nde im Land mitverantwortlich gemacht.<\/p><p>Sie gibt sich als eine Kandidatin der Kontinuit&auml;t, der Mitte, sie sei pro-europ&auml;isch und der Wirtschaft gegen&uuml;ber aufgeschlossen. Neun fr&uuml;here Vorsitzende des irischen Bauernverbandes IFA haben Heather Humphreys am Dienstag ihr Vertrauen ausgesprochen und <a href=\"https:\/\/www.farmersjournal.ie\/news\/news\/former-ifa-presidents-in-to-bat-for-humphreys-890241\">zu ihrer Wahl aufgerufen<\/a>. Irland ist auch im Jahr 2025 noch stark agrarisch gepr&auml;gt und die Bauernlobby hat einige Macht im Land, obwohl die Zahl der Bauernh&ouml;fe stetig abnimmt und das Durchschnittsalter der Landarbeiterinnen und Landarbeiter zunimmt.<\/p><p>Trotzdem fragt man sich, ob dies nicht zu viel des Guten f&uuml;r Heather Humphreys ist. Dass alle neun noch lebenden fr&uuml;heren IFA-Pr&auml;sidenten sich einstimmig f&uuml;r Frau Humphreys aussprechen, zeugt entweder davon, dass sie ganz genau die richtige Kandidatin f&uuml;r den irischen Agrarsektor zu sein scheint oder dass es im irischen Bauernverband keine abweichenden Meinungen gibt. Das ist auf jeden Fall ein eindeutiges Statement, welches nicht nur st&auml;dtische W&auml;hler eher abschrecken k&ouml;nnte.<\/p><p>In der letzten <a href=\"https:\/\/www.rte.ie\/player\/series\/prime-time\/SI0000000825?epguid=IH10008770-25-0075\">Fernsehdebatte<\/a> im Pr&auml;sidentschaftswahlkampf am Dienstagabend betonte sie auch noch, dass die Fuchsjagd (zu Pferd und mit Hundemeuten) eine l&auml;ndliche Besch&auml;ftigung sei und sie deshalb nichts daran auszusetzen habe. Auf die Frage der Moderatorin Miriam O&rsquo;Callaghan, ob es sich dabei um Tierqu&auml;lerei handele, antwortete sie nicht eindeutig.<\/p><p>Auch die Frage, ob sie meine, dass die USA den Genozid in Gaza erm&ouml;glichten, beantwortete sie nicht.<\/p><p>Im Gegensatz dazu hat Catherine Connolly kein Problem damit, die USA und andere &bdquo;befreundete&ldquo; Gro&szlig;m&auml;chte zu kritisieren. Sie sieht es als Notwendigkeit, dass ein kleines Land wie Irland unabh&auml;ngig und neutral bleiben muss, damit es nicht unter die R&auml;der ger&auml;t. Auf die Frage der anderen Moderatorin Sarah McInerney, ob sie auch dem US-Pr&auml;sidenten im Gespr&auml;ch einen Genozid-Beihelfer nennen w&uuml;rde, antwortete sie sehr diplomatisch, dass dies von den Umst&auml;nden des Gespr&auml;chs abh&auml;nge. Sie hat w&auml;hrend des Wahlkampfs auch gesagt, dass die EU kein friedenspolitisches B&uuml;ndnis mehr sei und die Frage in den Raum gestellt, ob es das jemals war. Zum ersten Teil dieser Aussage stand sie im Fernsehduell, w&auml;hrend sie zum Kommentar &uuml;ber die Anfangszeit der EU vage blieb. Das ist eigentlich schade, denn es gibt einige Indizien daf&uuml;r, dass es bei der Europ&auml;ischen Gemeinschaft immer auch um einen Machtblock ging.<\/p><p>Manchmal hat man das Gef&uuml;hl, dass Frau Connolly ja keine Fehler machen oder sich keine Bl&ouml;&szlig;e geben will. Das ist verst&auml;ndlich, denn schon seit einiger Zeit versucht das politische Establishment, Catherine Connolly als unzuverl&auml;ssige Linksextremistin darzustellen. Dadurch verpasst sie allerdings manchmal, ihre Positionen genauer zu definieren.<\/p><p>Insgesamt kann man sagen, und so erschien es auch in der Debatte am Dienstag, dass Catherine Connolly ihre Vision von einem modernen unabh&auml;ngigen Irland schildert, w&auml;hrend Heather Humphreys und ihr Team mehr damit besch&auml;ftigt sind, Catherine Connolly und ihre vermeintlichen Fehltritte zu kritisieren. Darauf wies sogar Moderatorin Miriam O&rsquo;Callaghan Frau Humphreys hin, als sie diese aufforderte, mehr von sich und weniger von ihrer Gegnerin zu sprechen.<\/p><p>Eine weitere recht scharfe Frage war, ob sie in ihrer Rolle als Ministerin die EU jemals kritisiert habe oder ob sie alles, was aus Br&uuml;ssel kam, kritiklos umgesetzt habe. Humphreys antwortete, dass sie die EU bei vielen Gelegenheiten kritisiert habe, konnte aber auf mehrmaliges Nachfragen von Miriam O&rsquo;Callaghan kein Beispiel f&uuml;r ihre EU-Kritik nennen. In <a href=\"https:\/\/www.heatherforpresident.ie\/news\/speech-of-heather-humphreys\/\">dieser Rede<\/a>, die auf ihrer Webseite mit &bdquo;Unsere tapferen Verb&uuml;ndeten in Europa&ldquo; (Our gallant allies in Europe) &uuml;berschrieben ist und die sie am 17. Oktober in Dublin hielt, findet sich in 1.550 Worten, also fast so lang wie dieser Artikel, kein einziges Wort der Kritik an der EU, kein Wort der Skepsis. Dies mutet &auml;hnlich eindimensional an wie die einhellige Zustimmung der Bauernverbandspr&auml;sidenten.<\/p><p>Im Gegensatz dazu artikuliert Catherine Connolly ihre Besorgnis &uuml;ber die zunehmende Militarisierung der EU und die Milliarden, die f&uuml;r R&uuml;stung ausgegeben werden und dar&uuml;ber, dass man dieses Geld f&uuml;r andere wichtige Dinge ben&ouml;tige. Sie hat in diesem Zusammenhang auch schon vom milit&auml;risch-industriellen Komplex gesprochen. Das wird von den hiesigen Kommentatoren ohne Pr&uuml;fung der Tatsachen einfach als Verschw&ouml;rungstheorie abgetan. Sie hat ebenfalls schon gesagt, dass die derzeitige Aufr&uuml;stung in der EU sie an die Aufr&uuml;stung Deutschlands in den 1930er-Jahren erinnere.<\/p><p>Daraufhin wurde ihr unterstellt, dass sie die Deutschen als Nazis bezeichne. Sie hat dies dann genauer erkl&auml;rt und gesagt, dass Deutschland ein Beispiel gewesen sei, wohin Aufr&uuml;stung f&uuml;hren kann, n&auml;mlich in einen Krieg.<\/p><p>Frau Connolly wird ferner vorgeworfen, dass sie die irischen Banken w&auml;hrend der letzten Finanzkrise im Gemeinderat der Stadt Galway kritisiert hat, aber gleichzeitig als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barrister\">Barrister<\/a> (Anw&auml;ltin) f&uuml;r diese Banken gearbeitet h&auml;tte. Sie erkl&auml;rt dies mit der professionellen Aus&uuml;bung dieses Berufs und damit, dass Anw&auml;lte sich ihre F&auml;lle nicht aussuchen k&ouml;nnen, sondern instruiert sind, die F&auml;lle zu vertreten, die ihnen zugeteilt werden.<\/p><p>In ihrem Fall steht die Frage im Raum bzw. die Gegenseite fragt, ob Frau Connolly auch Banken bei Hausenteignungsverfahren, wo Hypotheken nicht bezahlt wurden, vertreten hat. Sie sagte, dass sie beruflich zu Verschwiegenheit verpflichtet sei und sich zu individuellen Verfahren nicht &auml;u&szlig;ern k&ouml;nne. Des Weiteren konterte sie, dass es ja die Regierungen, deren Mitglied Heather Humphreys war, gewesen seien, die die rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen f&uuml;r diese Verfahren erst geschaffen h&auml;tten. Dies erschien sehr glaubhaft.<\/p><p>Gegen Ende der Fernsehdebatte merkte Catherine Connolly an, dass es in Irland einiges zu tun und zu reformieren g&auml;be und dass es viele Menschen gibt, die durch die Politik der aufeinanderfolgenden konservativen Regierungen ins Hintertreffen geraten sind, und dass sie deren Anliegen in den Vordergrund stellen will.<\/p><p>Im Gegenzug warf ihre Gegnerin ihr quasi Miesmacherei vor und sagte, dass Irland ein sch&ouml;nes Land sei und dass es sch&ouml;ne Gemeindezentren g&auml;be, die sie in ihrer Funktion als Ministerin mit aus der Taufe gehoben habe. Das wirkte, wie so einiges, was Humphreys sagte, etwas hilflos. Sehr authentisch wirkte sie auf die Frage, ob sie etwas aus ihrer politischen Laufbahn bereue. Sie erw&auml;hnte, dass w&auml;hrend der Covid-Lockdowns viele Menschen allein gestorben seien, kein Angeh&ouml;riger deren Hand halten oder ihnen etwas ins Ohr fl&uuml;stern konnte und dass man dies h&auml;tte anders regeln sollen.<\/p><p>Auch Catherine Connolly bezeichnete ihre anf&auml;ngliche Zustimmung zu den Lockdowns als Fehler und betonte, dass sie damals in gutem Glauben gehandelt habe. Dies wirkte etwas unbeholfen, nachdem Frau Humphreys schon das Gleiche gesagt hatte. Man hatte w&auml;hrend der Debatte ein bisschen das Gef&uuml;hl, dass es Catherine Connolly momentan schwerf&auml;llt, Fehler einzugestehen. Anderseits ist dies wahrscheinlich eine Folge der Kampagne gegen sie und ihres sich daraus ergebenden Bestrebens, weniger Angriffsfl&auml;che zu bieten.<\/p><p>Insgesamt erschien Catherine Connolly w&auml;hrend der Fernsehdebatte souver&auml;ner und reflektierter als Frau Humphreys. Sie wirkte, als ob sie die Welt mit allen ihren Ungereimtheiten realistisch sieht und nicht einfach in einem &bdquo;Weiter so&ldquo;-Modus verfangen ist wie die Establishment-Kandidatin.<\/p><p>Am Freitag d&uuml;rfen die W&auml;hler entscheiden, wem sie ihre Stimme geben. Bleibt alles beim Alten, wie es sich sicher viele, die von der derzeitigen Politik gut bedient sind, w&uuml;nschen, oder wird dieses Land doch mal wieder etwas aufger&uuml;ttelt von einer Pr&auml;sidentin, die auch unbequeme Dinge sagt, soweit es das Pr&auml;sidentenamt zul&auml;sst?<\/p><p>Kurioserweise steht noch ein dritter Name auf dem Stimmzettel, denn nach Abschluss des Nominierungsverfahrens ist Jim Gavin, der Kandidat der anderen konservativen Partei Fianna Fail, vor zwei Wochen &uuml;berraschend vom Rennen zur&uuml;ckgetreten. Dem fr&uuml;heren Soldaten und erfolgreichen Trainers der Dubliner Fu&szlig;ballmannschaft wurden 16 Jahre alte Schulden bei einem fr&uuml;heren Mieter zum Verh&auml;ngnis. Es ging um 3.300 Euro, die mittlerweile und erstaunlicherweise ohne Inflationsausgleich zur&uuml;ckgezahlt wurden.<\/p><p>Die beiden verbleibenden Kandidatinnen, die Profipolitikerinnen sind, h&auml;tten so etwas vielleicht aussitzen k&ouml;nnen. Doch der politisch unerfahrene Gavin schien dem Wahlkampf nicht gewachsen, und diese Altschulden waren es dann, die sein nervliches Fass zum &Uuml;berlaufen brachten.<\/p><p>Dass er noch auf dem Stimmzettel steht, ist nicht ganz unerheblich, denn in Irland gibt es das Pr&auml;ferenzwahlsystem. Man kann so viele Stimmen abgeben, wie Namen auf dem Stimmzettel stehen, in diesem Fall mit den Pr&auml;ferenzen 1, 2 und 3. Man schreibt beim Wunschkandidaten oder Wunschkandidatin eine 1 und kann (muss aber nicht) noch eine 2 und eine 3 bei den anderen platzieren.<\/p><p>Die meisten Erstpr&auml;ferenzen werden auf die beiden Kandidatinnen entfallen, aber es werden auch einige Fianna-Fail-W&auml;hler, die der anderen konservativen Partei Fine Gael traditionell feindlich gegen&uuml;berstehen (es handelt sich hier um Folgen des irischen B&uuml;rgerkriegs vor &uuml;ber hundert Jahren), erst einmal f&uuml;r Jim Gavin stimmen. Hat dann eine der beiden Kandidatinnen nicht die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent plus eine der abgegebenen g&uuml;ltigen Erstpr&auml;ferenzen, dann werden die Zweitpr&auml;ferenzen des Dritten und in diesem Fall h&ouml;chstwahrscheinlich Jim Gavin auf die beiden Kandidatinnen verteilt. Die fr&uuml;here Pr&auml;sidentin Mary Robinson kam so ins Amt. &Uuml;ber den &auml;u&szlig;erst unwahrscheinlichen Fall, dass Jim Gavin so zu einer Mehrheit kommt, w&uuml;rden sich dann Staatsrechtler Gedanken machen m&uuml;ssen.<\/p><p>In Irland finden Wahlen nie an einem Sonntag statt, und die Ausz&auml;hlung der Stimmen wird am Samstagmorgen beginnen, sodass wir fr&uuml;hestens am Samstag wissen werden, wer die n&auml;chste irische Pr&auml;sidentin sein wird.<\/p><p>In den <a href=\"https:\/\/www.shannonside.ie\/news\/poll-suggests-catherine-connolly-set-for-big-win-in-presidential-election-275823\">Meinungsumfragen<\/a> f&uuml;hrt Catherine Connolly seit Wochen, zuletzt mit 19 Prozent Vorsprung, vor Heather Humphreys. Es gibt allerdings auch noch einen beachtlichen Anteil von 21 Prozent an unentschiedenen W&auml;hlern. Es ist bemerkenswert, dass mit den Positionen von Catherine Connolly eine solche Mehrheit m&ouml;glich scheint. Es ist, als w&uuml;rde ein gro&szlig;er Teil der Bev&ouml;lkerung sehen, was wirklich gespielt wird und dass wir an einem sehr gef&auml;hrlichen Punkt in unserer Geschichte stehen, an dem man nicht einfach so weitermachen kann wie eh und je. Heather Humphreys hat aber nicht ganz unrecht mit der altbekannten Aussage, dass die wirkliche Meinungsumfrage in der Wahlkabine stattfindet. Das wei&szlig; auch Catherine Connolly, wenn sie sagt, dass niemand aus Bequemlichkeit der Wahlurne fernbleiben sollte. Es bleibt also spannend &ndash; auch, weil beide Kandidatinnen wirklich sehr unterschiedliche Vorstellungen haben. Das ist ja heutzutage nicht &uuml;berall so.<\/p><p><small>Titelbild: &copy; Moritz M&uuml;ller<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. Oktober wird in der Republik Irland eine neue Pr&auml;sidentin direkt vom Volk gew&auml;hlt. Es stehen noch zwei Kandidatinnen zu Wahl, nachdem der Dritte im Rennen seine Kandidatur vor zwei Wochen zur&uuml;ckzog. 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