{"id":140982,"date":"2025-10-23T12:05:36","date_gmt":"2025-10-23T10:05:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140982"},"modified":"2025-10-27T10:15:38","modified_gmt":"2025-10-27T09:15:38","slug":"drohende-chipkrise-bei-deutschen-autobauern-ein-weiteres-opfer-im-wirtschaftskrieg-der-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140982","title":{"rendered":"Drohende Chipkrise bei deutschen Autobauern \u2013 ein weiteres Opfer im Wirtschaftskrieg der USA"},"content":{"rendered":"<p>Wer nur die Meldungen der &bdquo;Tagesschau&rdquo; zum <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/volkswagen-nexperia-einschraenkungen-produktion-100.html\">drohenden Produktionsstopp beim Automobilkonzern VW verfolgt<\/a>, k&ouml;nnte glatt denken, die deutsche Automobilindustrie sei Opfer einer willk&uuml;rlichen chinesischen Handelspolitik. Doch wer den Wirtschafts- und Politthriller um den niederl&auml;ndischen Chiphersteller Nexperia aufmerksamer verfolgt, muss zu anderen Schl&uuml;ssen kommen. Die Krise ist eine direkte Folge des US-Wirtschaftskrieges gegen China und gegen die EU. Allen voran die niederl&auml;ndische Regierung erweist sich dabei einmal mehr als Trojanisches Pferd der USA innerhalb der EU. Mittel- bis langfristig ist nicht die chinesische, sondern die deutsche Industrie das Opfer dieses Wirtschaftskrieges. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5019\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-140982-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Drohende_Chipkrise_bei_deutschen_Autobauern_ein_weiteres_Opfer_im_Wirtschaftskrieg_der_USA_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Drohende_Chipkrise_bei_deutschen_Autobauern_ein_weiteres_Opfer_im_Wirtschaftskrieg_der_USA_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Drohende_Chipkrise_bei_deutschen_Autobauern_ein_weiteres_Opfer_im_Wirtschaftskrieg_der_USA_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Drohende_Chipkrise_bei_deutschen_Autobauern_ein_weiteres_Opfer_im_Wirtschaftskrieg_der_USA_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=140982-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251023_Drohende_Chipkrise_bei_deutschen_Autobauern_ein_weiteres_Opfer_im_Wirtschaftskrieg_der_USA_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251023_Drohende_Chipkrise_bei_deutschen_Autobauern_ein_weiteres_Opfer_im_Wirtschaftskrieg_der_USA_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Dieser Artikel liegt auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/flyer\/251023_251023_Chipkrise_deutsche_Autobauern_weiteres_Opfer_im_Wirtschaftskrieg_der_USA_JB.pdf\">als gestaltetes PDF vor<\/a>. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese M&ouml;glichkeit. Weitere Artikel in dieser Form <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=54\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Der Schutz des Eigentums genie&szlig;t nicht nur im deutschen Grundgesetz, sondern auch im Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO eine elementare Rolle. Und dies ist verst&auml;ndlich, sind doch internationale Investitionen ohne verbindliche Spielregeln kaum vorstellbar. In unserem Selbstverst&auml;ndnis sind wir Europ&auml;er freilich Musterknaben bei der Einhaltung dieser Regeln. Doch dies ist ein Mythos, der sehr weit entfernt von der Realit&auml;t ist, wie nicht zuletzt in den letzten Wochen die Aff&auml;re um den Chiphersteller Nexperia zeigt.<\/p><p>Nexperia ist eine Ausgliederung des namhaften niederl&auml;ndischen Philips-Konzerns. Das Unternehmen mit Sitz in Nijmegen und Produktionsst&auml;tten in Asien, Europa &ndash; u.a. in Hamburg &ndash; und den USA ist heute Weltmarktf&uuml;hrer bei der Produktion technisch einfacher Halbleiterbauelemente, die in unz&auml;hligen elektronischen Ger&auml;ten, aber auch zuhauf in modernen Autos zum Einsatz kommen. Laut Branchensch&auml;tzungen stecken <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/technik\/chips-von-nexperia-darum-sind-sie-fuer-die-autoindustrie-so-wichtig-accg-110743747.html\">rund 500 Bauelemente von Nexperia<\/a> in jedem Auto, das heute in Deutschland vom Band l&auml;uft. Weltweit hat das Unternehmen einen Marktanteil von 40 Prozent bei Standardchips f&uuml;r die Automobilindustrie. Nexperia stellt pro Jahr &uuml;ber 100 Milliarden dieser Halbleiter her. Das klingt zwar gewaltig, aber das Gesch&auml;ft mit derlei Massenware ist offenbar nicht sonderlich margenstark, weshalb europ&auml;ische Chiphersteller das Feld der Konkurrenz aus China &uuml;berlassen haben.<\/p><p>Seit 2006 ist Nexperia aus der margenstarken Philips-Chipsparte NXP ausgegliedert und im Besitz chinesischer Eigner &ndash; seit 2018 geh&ouml;rt das Unternehmen der Wingtech Technology, einem chinesischen Halbleiterkonzern, der zum Teil dem Branchenriesen und Apple-Zulieferer Luxshare, aber zum Teil auch dem chinesischen Staat geh&ouml;rt. Doch daran hat sich &ndash; trotz aufgeheizter Stimmung zwischen der EU und China &ndash; bislang niemand gest&ouml;rt, sind die Produkte von Nexperia doch technisch anspruchslose Massenware, die nicht im Verdacht stehen, irgendetwas mit Patenten, HighTech-Spionage oder einem anderen aktuellen Konfliktfeld zu tun zu haben.<\/p><p>Dies &auml;nderte sich dramatisch im Dezember 2024, als die USA die Nexperia-Mutter Wingtech <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/technology\/latest-us-strike-chinas-chips-hits-semiconductor-toolmakers-2024-12-02\/\">auf ihre Sanktionsliste genommen haben<\/a>. US-Unternehmen ist es seitdem nur mit Sondergenehmigung m&ouml;glich, Gesch&auml;fte mit Wingtech zu machen. Doch diese Sanktionen betrafen bis vor wenigen Wochen nur Wingtech selbst, aber nicht dessen niederl&auml;ndische Tochter Nexperia. Ende September versch&auml;rften die USA jedoch ihre Sanktionen auf alle Unternehmen, die zu mindestens f&uuml;nfzig Prozent im Besitz der Unternehmen sind, die bereits auf der Sanktionsliste stehen. Nun war pl&ouml;tzlich das niederl&auml;ndische Unternehmen Nexperia, dessen Produkte offenbar f&uuml;r die komplette deutsche Automobilindustrie systemrelevant sind, auf der Schwarzen Liste der US-Regierung. Nun k&ouml;nnte man ja denken, dass dies ein Fehler der Amerikaner gewesen sei und man &ndash; schon allein aufgrund der vermeintlich guten Beziehungen zu den Europ&auml;ern &ndash; in diesem Fall Sonderregelungen einf&uuml;hren w&uuml;rde. F&uuml;r US-Unternehmen werden diese Sondergenehmigung schlie&szlig;lich auch erteilt.<\/p><p>Doch das genaue Gegenteil war der Fall. Wie niederl&auml;ndische <a href=\"https:\/\/uitspraken.rechtspraak.nl\/details?id=ECLI:NL:GHAMS:2025:2752&amp;showbutton=true&amp;keyword=nexperia&amp;idx=1\">Gerichtsunterlagen belegen<\/a>, haben die USA &ndash; kaum waren die neuen Sanktionslisten in Kraft &ndash; ihrerseits nun die niederl&auml;ndische Regierung massiv unter Druck gesetzt, gegen Nexperias chinesische Eigner vorzugehen.<\/p><p>Und genau das taten die Niederl&auml;nder auch postwendend. Im niederl&auml;ndischen Wirtschaftsministerium setzte man &ndash; zum ersten Mal &uuml;berhaupt &ndash; ein vergessenes <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/45\/nexperia-halbleiter-autoindustrie-niederlande-china-gxe\/komplettansicht?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR4u3WIzGQ8BMupPbZOnpkMkXwjovu8IsY_zJlo1oTTV9BpsfgX8b0FWRaFquw_aem_NeSUFwByuhlUFLhriXdcxg\">Notstandsgesetz aus dem Jahre 1952<\/a> ein und entzog dem chinesischen Nexperia-Eigner die Kontrolle &uuml;ber das Unternehmen. Die Unternehmensanteile wurden an einen Treuh&auml;nder im Auftrag der niederl&auml;ndischen Regierung &uuml;berschrieben, der chinesische Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer wurde abgesetzt und durch einen deutschen Interims-CEO <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/halbleiter-nexperia-bekommt-deutschen-chef\/100163249.html\">ersetzt<\/a>, chinesischen Mitarbeitern wurden die <a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/tech\/tech-war\/article\/3329516\/dutch-chipmaker-nexperia-said-halt-salaries-and-system-access-chinese-employees\">L&ouml;hne gestrichen und der Zugang zum Firmennetzwerk gesperrt<\/a>. Mit anderen Worten: Die Niederlande haben den Konzern in einer handstreichartigen Nacht-und-Nebel-Aktion feindlich &uuml;bernommen und den chinesischen Besitzer enteignet.<\/p><p>Dass sich China dies nicht einfach so gefallen lassen w&uuml;rde, war klar. Als Reaktion auf die Enteignung verh&auml;ngte die chinesische Sparte von Nexperia ihrerseits einen Lieferstopp an die europ&auml;ischen Werke. Und das war zumindest f&uuml;r die europ&auml;ischen Kunden von Nexperia die eigentliche Hiobsbotschaft, da auch bei Nexperia die Lieferketten komplex sind und die auf Siliziumscheiben in den Werken Hamburg und Manchester gedruckten Schaltkreise vor ihrer Auslieferung an Kunden wie VW erst in den chinesischen Nexperia-Werken in ihre Geh&auml;use verpackt werden m&uuml;ssen. Ohne diese Endmontage in China kann also kein Nexperia-Bauteil an europ&auml;ische Kunden ausgeliefert werden. Nun steht pl&ouml;tzlich die deutsche Automobilindustrie, die ja die Komponenten ihrer Zulieferer &bdquo;just in time&ldquo; bezieht und keine gro&szlig;e Lagerhaltung betreibt, vor einem gigantischen Problem. Medienberichten zufolge k&ouml;nnte bei VW und bei allen Konzernsparten bereits n&auml;chste Woche das Licht ausgehen, da die n&ouml;tigen Komponenten fehlen, ohne die kein Auto vom Band laufen kann. Auch andere deutsche Automobilhersteller stehen vor diesem Problem, haben aber offenbar noch etwas gr&ouml;&szlig;ere Lagerbest&auml;nde.<\/p><p><strong>Was haben sich die Niederl&auml;nder dabei gedacht?<\/strong><\/p><p>Die Aff&auml;re wirft gleich zahlreiche Fragen auf. W&auml;hrend auch deutsche Medien anfangs den Chinesen den Schwarzen Peter zugeschoben haben und das Management von Nexperia kritisierten, stellt sich vor allem die Frage, was die niederl&auml;ndische Regierung da &uuml;berhaupt geritten hat. Die Enteignung eines Konzerns mit einem Milliardenumsatz, der 14.000 Mitarbeiter hat, ist schlie&szlig;lich keine Petitesse, sondern sucht auch historisch seinesgleichen. Die niederl&auml;ndische Regierung gibt sich schmallippig und <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/volkswagen-mercedes-und-co-deutschlands-autokonzernen-droht-die-naechste-chipkrise-a-c7743708-29fe-419a-80be-2f4f5bd44566\">begr&uuml;ndet<\/a> den drastischen Schritt damit, &bdquo;den Abfluss von technischem Wissen und geistigem Eigentum nach China zu verhindern&ldquo;. <\/p><p>Das ist freilich ein schlechter Witz, stellt Nexperia doch gerade eben keine HighTech-Produkte her, bei denen ein solcher Technologietransfer &uuml;berhaupt m&ouml;glich w&auml;re. Der Branchenexperte Ferdinand Dudenh&ouml;fer kommentierte dies gestern im <em>SPIEGEL<\/em> mit den Worten: Der Verdacht, es drohe ein Verrat von Spitzentechnologie, sei &bdquo;Lichtjahre von der Realit&auml;t entfernt&ldquo;. Das ganze Vorgehen der Niederl&auml;nder stehe &bdquo;im v&ouml;lligen Widerspruch zu dem, was als Gesch&auml;ftsgebaren in marktwirtschaftlich organisierten M&auml;rkten &uuml;blich ist&ldquo;. Dudenh&ouml;fer hat einen anderen Verdacht: &bdquo;Es riecht verdammt nach einem [von den USA] provoziertem Konflikt mit China.&ldquo;<\/p><p>Und das ist nicht nur ein Verdacht, wie die Dokumente belegen, die im Rahmen der Enteignung vor einem Amsterdamer Gericht <a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/news\/china\/diplomacy\/article\/3329003\/us-warned-dutch-months-ago-nexperia-ceo-must-go-avoid-entity-list-fallout-court\">ver&ouml;ffentlicht wurden<\/a>. Demnach folgte die Enteignung 1:1 einem Skript, das die USA im Juni dieses Jahres der niederl&auml;ndischen Regierung vorgelegt hatten. Die gesamte Aktion der Niederl&auml;nder hatte also von Beginn an nichts mit einem wie auch immer gearteten Technologietransfer an China, sondern einzig und allein etwa mit dem Wirtschaftskrieg der USA zu tun.<\/p><p><strong>Deutschlands Schweigen ist hochnotpeinlich<\/strong><\/p><p>Es ist dabei extrem unwahrscheinlich, dass die Bundesregierung nicht sp&auml;testens seit Juni dieses Jahres in die Sache eingeweiht war. Anderenfalls m&uuml;sste das Vorgehen der Niederl&auml;nder als feindlicher Akt gegen Deutschland gewertet werden. Warum die Bundesregierung den Eklat nicht verhindert und die Niederl&auml;nder gebremst hat, ist nicht bekannt. Und auch jetzt, wo das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, wirkt die Kommunikation der Bundesregierung erratisch. Kritik an den Niederlanden oder gar der USA bleibt aus, stattdessen h&auml;lt man sich bedeckt, schweigt lieber zur ganzen Sache und &uuml;bernimmt einfach die abstrusen Narrative der Niederl&auml;nder. Das Ganze erinnert ein wenig an die Reaktionen auf die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines.<\/p><p>Wie es nun weitergeht, ist ungewiss. Selbstverst&auml;ndlich k&ouml;nnen auch andere Hersteller die Produkte von Nexperia fertigen, aber bis die Produktionslinien f&uuml;r eine derart gro&szlig;e Massenproduktion aufgebaut sind, wird einige Zeit vergehen. In Branchenkreisen ist von drei bis sechs Monaten die Rede. Sicher k&ouml;nnen in einem gewissen Umfang auch vergleichbare Produkte anderer Hersteller f&uuml;r andere Kunden umgelenkt werden &ndash; was jedoch globale Folgen f&uuml;r die Lieferketten und sicher auch f&uuml;r die Preise h&auml;tte.<\/p><p><strong>Wirtschaftskrieg gegen China oder gegen Deutschland?<\/strong><\/p><p>Und da schlie&szlig;t sich der Kreis. Deutschlands Automobilwirtschaft ist eng mit chinesischen Zulieferern verkn&uuml;pft &ndash; direkt und indirekt. Im Bereich der Automobilzulieferer haben sich die Chinesen auch in Deutschland ein Standbein geschaffen. Chips und Halbleiter kommen von Nexperia, Reifen von Pirelli, Sitze von Grammer, Kabelb&auml;ume von Leoni, Bedienelemente von Preh, Aluminiumteile von KSM Casting, Airbags von Joyson &ndash; allesamt europ&auml;ische Unternehmen, die T&ouml;chter chinesischer Konzerne sind. Noch undurchsichtiger wird das Bild, wenn man die Zulieferer in zweiter Reihe betrachtet. So kommen die wohl wichtigsten Komponenten deutscher Automobile von sogenannten &bdquo;First-Tier-Lieferanten&ldquo; wie Bosch oder ZF, die jedoch ihrerseits Bauteile verwenden, die von unz&auml;hligen weiteren Herstellern, oft aus China, stammen. So &bdquo;deutsch&ldquo; sind deutsche Autos heute n&auml;mlich nicht.<\/p><p>Man kann die Nexperia-Enteignung auf Weisung der US-Regierung hin durchaus auch als Warnschuss verstehen. Nat&uuml;rlich ist es m&ouml;glich, die Teile, die heute aus China oder von europ&auml;ischen Zulieferern in chinesischem Besitz stammen, selbst oder zumindest &bdquo;chinafrei&ldquo; herzustellen. Doch das kostet. Zu Ende gedacht f&uuml;hrt der US-Wirtschaftskrieg gegen China also auch zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen deutscher Automobilhersteller sowohl gegen ihre amerikanische als auch ihre chinesische Konkurrenz. China wird diesen Handelskrieg &uuml;berleben, die USA sicherlich auch. Doch was ist mit Europa und was ist mit Deutschland? Ist die deutsche Industrie ein Kollateralschaden im US-Handelskrieg oder gar ein indirektes Ziel? W&auml;re es f&uuml;r den Standort nicht schlauer, wenn man sich von den USA emanzipieren w&uuml;rde und gute Handelsbeziehungen zu China aufbauen w&uuml;rde? Die Chinesen k&auml;men sicher nicht auf die Idee, ein deutsches Unternehmen zu enteignen, weil es Gesch&auml;fte mit den USA macht.<\/p><p><small>Titelbild: IM Imagery\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/0117b7472ae44dedbe152273623038bc\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer nur die Meldungen der &bdquo;Tagesschau&rdquo; zum <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/volkswagen-nexperia-einschraenkungen-produktion-100.html\">drohenden Produktionsstopp beim Automobilkonzern VW verfolgt<\/a>, k&ouml;nnte glatt denken, die deutsche Automobilindustrie sei Opfer einer willk&uuml;rlichen chinesischen Handelspolitik. Doch wer den Wirtschafts- und Politthriller um den niederl&auml;ndischen Chiphersteller Nexperia aufmerksamer verfolgt, muss zu anderen Schl&uuml;ssen kommen. 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