{"id":141213,"date":"2025-10-28T16:02:30","date_gmt":"2025-10-28T15:02:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141213"},"modified":"2025-10-28T16:02:30","modified_gmt":"2025-10-28T15:02:30","slug":"leserbriefe-zu-1-000-getoetete-oder-verwundete-deutsche-soldaten-im-kriegsfall-muessten-ersetzt-werden-die-sprache-ist-verraeterisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141213","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201e1.000 get\u00f6tete oder verwundete deutsche Soldaten im Kriegsfall m\u00fcssten \u201eersetzt\u201c werden \u2013 die Sprache ist verr\u00e4terisch\u201c"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br>\n<strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong> kommentiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141021\">hier<\/a> die Aussage des Pr&auml;sidenten des Reservistenverbandes, Patrick Sensburg, dass <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/bundeswehr-wehrpflicht-genuegend-freiwillige-aber-zu-wenige-reservisten-a-374a6caf-ec84-49bf-9098-126d71e53730\">&bdquo;im Kriegsfall pro Tag 1000 Soldaten an der Front sterben oder so schwer verwundet sein, dass sie nicht mehr k&auml;mpfen k&ouml;nnen. Die m&uuml;ssen ersetzt werden&ldquo;<\/a>. Die Sprache sei verr&auml;terisch. Sensburg sei allerdings auch CDU-Politiker und sitze im Parlament. Und an der Stelle werde es unangenehm. Denn wenn &bdquo;hier jetzt schon kalt und technokratisch Politiker von &sbquo;ersetzt werden&rsquo; sprechen: Wie wird es in Deutschland aussehen, wenn Nachschub von &ndash; um es im vorherrschenden Geist zu formulieren &ndash; &sbquo;Menschenmaterial&lsquo; f&uuml;r die Front ben&ouml;tigt wird?&ldquo; Unsere Leser haben dazu zahlreiche und interessante Leserbriefe gemailt. Daf&uuml;r bedanken wir uns. Es folgt nun eine Auswahl. F&uuml;r Sie zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Redaktion:<\/p><p>darf man folgendes (noch) sagen:<\/p><p>Das Entsetzen &uuml;ber das Ersetzen wird sich in Grenzen halten, denn seit Jahrtausenden werden Menschen bereit gemacht, f&uuml;r den Profit von Verbrechern zu sterben?<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nHa.Schulze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner und NDS Team,<\/p><p>Was braucht es noch um die Augen der Bev&ouml;lkerung zu &ouml;ffnen?<\/p><p>1000 zerst&ouml;rte Menschenleben pro Tag, ja pro Tag, sind f&uuml;r Medien und Politik kaum der Rede wert. So sehen die ihre eigene Bev&ouml;lkerung, als Ersatzteile, Wegwerfartikel.<\/p><p>Wer &uuml;berlebt den Krieg eigentlich? Kann man in der Vorkriegszeit an der Bekleidung erkennen. Die &Uuml;berleber tragen Ma&szlig;anz&uuml;ge, die den &ldquo;Heldentot&rdquo; zu erwarten haben, tragen Tarnkleidung.<\/p><p>Warum k&auml;mpfen Politiker nicht bis zum geht nicht mehr f&uuml;r den Frieden? Sondern werben f&uuml;r den Krieg? Weil sie nichts zu verlieren haben.<\/p><p>Der neue Slogan der Bundeswehr: Ersatzkanonenfutter gesucht.<\/p><p>Da gibt es bestimmt auch bald das Mutterschaftskreuz wieder, in der Mitte den Bundesadler nat&uuml;rlich, irgendwie muss das Ersatzlager ja Nachschub bekommen.<\/p><p>Da gibt es Leute die das Markusevangelium nicht richtig interpretieren: dort steht nicht, lasst die Kinder zur Front gehen.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nPatrick Janssens<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>Deutschland wird auf Krieg getrimmt. Die Kriegspropaganda trommelt unaufh&ouml;rlich &uuml;ber alle publiken Medien.<\/p><p>Da wird nun die Zahl 1000 und ersetzen in den Ring geworfen, als sei das, in dem regelrecht von den Eliten herbeigeredeten Konflikt einfach hinzunehmen.<\/p><p>Gemeint sind M&auml;nner, Kinder, Enkel mittlerweile auch schon T&ouml;chter Ehefrauen und M&uuml;tter.<\/p><p>Wenn diesem Wahnsinn durch die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung kein Einhalt geboten wird, kommt<\/p><p>dieser Konflikt auf uns zu. Die Frage ist nur noch wie lange es dauern wird.<\/p><p>Wunschdatum der Kriegstreiber in Deutschland, w&auml;re wohl um die 2029. Bis dahin soll aufger&uuml;stet, die Wehrpflicht eingef&uuml;hrt und die Menschen kriegsbereit sein.<\/p><p>Der anstehende November, mit dem Volkstrauertag und damit an das Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege, sollte eine immer w&auml;hrende Mahnung sein und bleiben.<\/p><p>Dem Frieden verpflichtet und ein Volk der guten Nachbarn sein. Das ist der vorgegebene Auftrag an die Politik und Jedermann.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nThomas St&ouml;be<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke f&uuml;r Ihren Beitrag, Herr Kl&ouml;ckner.<\/p><p>Mir fiel bei Ihren Worten ein, dass in Unternehmen auch &bdquo;nur&ldquo; von Ressourcen gesprochen wird, wenn es um die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten geht. Der Begriff beschreibt damit sehr gut das Wesen der kapitalistischen Produktionsweise. Alles, jede Ressource wird ausgebeutet und verbraucht &ndash; bis hin zum Menschen.<\/p><p>Keine neue Erkenntnis von mir, sondern eine alte von Karl Marx.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMartina R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner, <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;L&auml;ngst haben sich deutsche Politiker mit der Realit&auml;t eines m&ouml;glichen Krieges abgefunden.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Oh nein, im Gegenteil, sie wollen ihn! Einerseits weil sie damit von ihrer desastr&ouml;sen Politik ablenken k&ouml;nnen, die das Land auch schon ohne Krieg in den Abgrund f&uuml;hrt. Anderseits, weil sie von der R&uuml;stungsindustrie daf&uuml;r bezahlt werden.<\/p><p>Es geht nicht nur um die Eroberung von Ressourcen in Russland, China, Venezuela, etc.. Am Krieg l&auml;sst sich doppelt verdienen, zum einen an Waffen und dann am Wiederaufbau. Und ein neues Wirtschaftsmodell braucht der Kapitalismus dringend, das alte ist derweil ausgelaugt.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Kl&ouml;ckner und NDS-Team,<\/p><p>ja, es ist schrecklich. Danke, dass Sie auch die richtigen Fragen dazu stellen. Leider stellen die sog. Journalisten, die Herrn Sensburg und vielen weiteren Politikern das Mikrophon hinhalten diese Fragen nicht.<\/p><p>Wer der militaristischen Sprache m&auml;chtig ist, kann das uns&auml;gliche Leid, das jeder Krieg verursacht, viel leichter beiseite schieben.<\/p><p>Kilian Neuwert, BR, 10.8.2025:<\/p><blockquote><p>\n<em>&ldquo;Jetzt denken wir in der heutigen Zeit in Szenarien, besch&auml;ftigen uns mit der Jahreszahl, 2029 unter anderem. Warum ist die Reserve so wichtig in den Szenarien?&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Generalmayor Andreas Henne:<\/p><blockquote><p>\n<em>&ldquo;Aus zwei Gr&uuml;nden: Einen nannte ich bereits, den Aufmarsch sicherstellen, denn wenn es zur Krise und Krieg k&auml;me, w&auml;ren ja die mechanisierten Divisionen und andere Truppenteile der Bundeswehr nicht wirklich hier in Deutschland, sondern an der Nordostflanke, also das m&uuml;ssen wir sicherstellen, und eins ist auch klar, immer unangenehm, aber wir m&uuml;ssen nat&uuml;rlich auch von Verlusten ausgehen, die unsere Truppen im Krieg haben werden. Wir rechnen mit bis zu Tausenden Verwundeten am Tag. Gefallene wird es auch geben, das hei&szlig;t ein bisschen, na ja, trockenes Milit&auml;rdeutsch, die Truppe nutzt ab und die werden wir erg&auml;nzen m&uuml;ssen und daf&uuml;r brauchen wir Reservisten, das sind aber nicht meine Reservisten aus dem Heimatschutz, sondern das ist der sog. Feldersatz, den das Heer aus anderen Bereichen gewinnen muss.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/mediathek\/podcast\/politik-und-hintergrund\/szenario-2029-greift-russland-die-nato-an\/2109391\">br.de\/mediathek\/podcast\/politik-und-hintergrund\/szenario-2029-greift-russland-die-nato-an\/2109391<\/a><\/p><p>Hilfreich f&uuml;r die politischen Kriegstreiber sind sog. Journalisten mit einer &Uuml;bererf&uuml;llungstendenz:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Medien im Bunker: Wie eine ARD-Journalistin BND-Chef Kahl kriegst&uuml;chtig &uuml;bertrumpft&rdquo;<br>\n<em>Telepolis<\/em>, 29.11.2024\n<\/p><\/blockquote><p>Bernhard Moser<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>vielen Dank, dass Sie die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141021\">gesch&auml;tzte Zahl der t&auml;glich Gefallenen im Kriegsfall<\/a> sowie die propagandistische Sprache (Totalausf&auml;lle m&uuml;ssen &bdquo;ersetzt&ldquo; werden) thematisieren.<\/p><p>Man kann diese Zahlen gar nicht oft genug in die aktuellen Kriegst&uuml;chtigkeitsdebatten einbringen: Keiner von denen, die meinen, gegen Russland in den Krieg ziehen zu sollen, k&ouml;nnen dann hinterher behaupten, sie h&auml;tten nichts davon gewusst, worauf sie sich einlassen. Ich kann erg&auml;nzend nur anregen, dass man die zu erwartende Realit&auml;t eines auch &bdquo;nur&ldquo; konventionellen Krieges &ouml;ffentlich illustriert mit aktuellem Bildmaterial aus Lazaretten im Donbass oder Gaza oder wo immer auch Menschen sich derzeit gegenseitig massakrieren. Bei der Kampagne gegen Tabak haben sich solche Schockbilder l&auml;ngst schon bew&auml;hrt &hellip; <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDr. Thomas Busch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>die Zahlen Sensburgs sind eine milde Untertreibung.<\/p><p>Bereits vor zwei Jahren schrieb das US Army Fachmagazin Parameters, dass die USA bei einem direkten Krieg mit RU t&auml;glich 3600 Soldaten verlieren w&uuml;rden und in zwei Wochen Kampf ca. 50.000 Soldaten. So viele wie in 20 Jahren War on Terror insgesamt.<\/p><p>Mit der rasanten Entwicklung der Kriegstechnologie w&auml;ren es inzwischen weit mehr als jene 3600. <\/p><p>Wie w&uuml;rde dann wohl eine Bundeswehr im Vergleich abschneiden? Wie klingen 10.000 Tote am Tag?<\/p><p>ggf. diesen unfassbar infantilen Beitrag im ZDF gucken: <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/tv-programm\/68beb517abb52679fa8de66c\">&ldquo;Zeitenwende Hautnah &ndash; Ein Jahr mit Soldaten&rdquo;<\/a><\/p><p>Vielleicht sollte man &ndash; auch als Friedensbewegung &ndash; realistische Zahlen nennen wenn es um modernen Krieg geht. <\/p><p>Dann begreift die bundesdeutsche Meinungselite u.U. auf was wir da wirklich zusteuern. <\/p><p>Oder glauben bei uns die vermeintlichen Experten denn wirklich, eine NATO-Armee aus europ&auml;ischen &ldquo;B&uuml;rgersoldaten&rdquo; w&uuml;rde gegen die russischen Streitkr&auml;fte besser abschneiden als die abgeh&auml;rtete ukrainische Armee, die seit 2014 Krieg f&uuml;hrt??? <\/p><p>Die AFU war die beste Stellvertreterarmee die die USA jemals hatten und haben werden. <\/p><p>Trotzdem hat eben diese Armee bisher 1,7-2 Mio. Soldaten verloren (vor allem Get&ouml;tete).<\/p><p>Nur weil diese entsetzlichen Zahlen bei uns keiner abdruckt oder ausspricht werden diese Menschen nicht mehr von den Toten auferstehen.  <\/p><p>Mit der euop&auml;ischen Massenpsyche stimmt was gewaltig nicht. <\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;,<br>\nag <\/p><p>bzgl. der in meinem Leserbrief genannten Zahlen 3600 bzw. 50.000 Verluste, hier das Zitat auf das ich mich beziehe, damit Sie wissen, dass ich mir das nicht ausdenke.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;(&hellip;)<\/p>\n<p>Casualties, Replacements, and Reconstitutions<\/p>\n<p>The Russia-Ukraine War is exposing significant vulnerabilities in the Army&rsquo;s strategic personnel depth and ability to withstand and replace casualties. Army theater medical planners may anticipate a sustained rate of roughly 3,600 casualties per day, ranging from those killed in action to those wounded in action or suffering disease or other nonbattle injuries. With a predicted 25-percent replacement rate, the personnel system will require 800 new personnel each day. For context, the United States sustained about 50,000 casualties in two decades of fighting in Iraq and Afghanistan. In large-scale combat operations, the United States could experience the same number of casualties in two weeks.<\/p>\n<p>(&hellip;)&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><em>Quelle unter:<\/em><\/p><p><a href=\"https:\/\/press.armywarcollege.edu\/parameters\/vol53\/iss3\/4\">A Call to Action: Lessons from Ukraine for the Future Force<\/a><br>\nby Katie Crombe and John A. Nagl<\/p><p><a href=\"https:\/\/press.armywarcollege.edu\/parameters\/vol53\/iss3\/\">press.armywarcollege.edu\/parameters\/vol53\/iss3\/<\/a><\/p><p>Tats&auml;chliche Zahl der US-Gefallenen im War on Terror ca. 7000. <\/p><p>Das Verh&auml;ltnis von Gefallenen zu Verletzten\/Verschollenen ist im Falle der Ukraine um ein Vielfaches schlimmer. <\/p><p>Gr&uuml;nde wie fehlende medizin. Versorgung, Ausr&uuml;stung, t&ouml;dlichere Waffensysteme, sofortige Entdeckung durch Radar und vor allem auch t&ouml;dlichere Kriegsf&uuml;hrung an der Front von Seiten der russischen Armee. Nicht mal im Ansatz zu vergleichen mit Irak oder Afghanistan. <\/p><p>Das wirkliche Ausma&szlig; ist schockierend. Schockierender ist nur die Verlogenheit, der Zynismus und die Inkompetenz der EU und ihrer Eliten. <\/p><p>Um John Mearsheimers Formulierung zu zitieren: &ldquo;The West is leading Ukraine down the primrose path, the result is that Ukraine going to get wrecked.&rdquo;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion der NachDenkSeiten,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihre Analyse zur Formulierung von Patrick Sensburg, Soldatenverluste &bdquo;ersetzen&ldquo; zu m&uuml;ssen. Die sprachliche Kritik ist wichtig, denn Sprache pr&auml;gt Akzeptanz und verschiebt politische Normalit&auml;t. <\/p><p>(Zum Beispiel zeigt der Philologe Viktor Klemperer in seinem Werk LTI &ndash; Lingua Tertii Imperii eindr&uuml;cklich, wie im nationalsozialistischen Deutschland Sprache gezielt als Instrument von Manipulation und Normalisierung eingesetzt wurde: Er dokumentiert, wie scheinbar &bdquo;harmlos&ldquo; wirkende Begriffe &uuml;ber Zeit ihre Bedeutung ver&auml;nderten, Menschenbilder pr&auml;gten und politische Gewalt legitimierten. Sprache wurde dort nicht nur abgebildet &mdash; sie wirkte aktiv auf Denken und Handeln.)<\/p><p>Aus meiner Sicht fehlt in der &ouml;ffentlichen Debatte jedoch ein weiterer zentraler Punkt:<\/p><ol>\n<li>Fehlende Transparenz zu Diplomatie und De-Eskalation\n<p>Wenn Politiker hypothetische Verlustzahlen nennen, m&uuml;ssen sie zwingend gleichzeitig erkl&auml;ren:<\/p>\n<ul>\n<li>welche diplomatischen Kan&auml;le aktuell genutzt werden,<\/li>\n<li>welche De-Eskalationsformate existieren oder neu geschaffen werden,<\/li>\n<li>welche R&uuml;stungskontroll- und Verhandlungsschritte priorisiert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ohne diese Einordnung entsteht der fatale Eindruck:<\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Krieg ist unausweichlich &mdash; bereitet euch emotional darauf vor.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Die politische Pflicht gegen&uuml;ber der Bev&ouml;lkerung lautet jedoch:<\/p>\n<p>Kriegsvermeidung hat oberste Priorit&auml;t.<\/p>\n<p>Eine verantwortliche Sprache m&uuml;sste dies immer h&ouml;rbar machen, bevor &uuml;ber Szenarien gesprochen wird, in denen Menschen fallen.<\/p><\/li>\n<li>Gefahr der Normalisierung von Verlusten\n<p>Worte wie &bdquo;ersetzbar&ldquo; ver&auml;ndern den moralischen Referenzrahmen. Sie verschieben die Debatte von Vermeidung hin zu Verwaltung von Opfern. Genau darauf weisen Sie zu Recht hin.<\/p><\/li>\n<li>Bitte an Sie als reichweitenstarkes MediumLeserbrief Nr. 4 schreibt von &ldquo;Herrschaftssprache&rdquo;\n<p>Ich w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, dass Sie Ihren Leserinnen und Lesern k&uuml;nftig auch konkrete Handlungsm&ouml;glichkeiten an die Hand geben, z. B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Beispiel-Briefe an Abgeordnete,<\/li>\n<li>Hinweise, wie man diplomatische Transparenz einfordert,<\/li>\n<li>Tipps, wie man lokale Reservistenverb&auml;nde sachlich hinterfragen kann,<\/li>\n<li>Vorlagen, um Kriegsvermeidung als Priorit&auml;t &ouml;ffentlich anzusprechen.<\/li>\n<\/ul><\/li>\n<\/ol><p>Ein informierter B&uuml;rger muss heute notgedrungen auch sprachsensibel sein.<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre Arbeit, Ihre Aufmerksamkeit f&uuml;r Sprache und Ihr hartn&auml;ckiges Erinnern an Grundfragen der Moral.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndre Verron<\/p><p>Musterbrief an Abgeordnete<\/p><p>Betreff: Bitte um Transparenz zu diplomatischen Ma&szlig;nahmen und Szenarioannahmen<\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>mit Sorge habe ich j&uuml;ngste Aussagen von Patrick Sensburg, dem Pr&auml;sident des Deutschen Reservistenverbandes, &uuml;ber m&ouml;gliche t&auml;gliche Verluste deutscher Soldatinnen und Soldaten im Ernstfall zur Kenntnis genommen. Ich bitte um schriftliche Auskunft zu folgenden Punkten:<\/p><ol>\n<li>Auf welche Szenarien und Quellen st&uuml;tzen sich die genannten Verlustsch&auml;tzungen?<\/li>\n<li>Welche diplomatischen Ma&szlig;nahmen werden derzeit priorisiert, um ein solches Szenario aktiv zu verhindern?<\/li>\n<li>Warum wird in &ouml;ffentlichen Aussagen selten betont, dass Kriegsvermeidung oberste Priorit&auml;t besitzt und welche Mittel dazu ausgesch&ouml;pft werden?<\/li>\n<li>Wie stellen Sie sicher, dass Sprache, die Menschen als &bdquo;ersetzbar&ldquo; erscheinen l&auml;sst, &ouml;ffentlich nicht normalisiert wird?<\/li>\n<\/ol><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre R&uuml;ckmeldung.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Wie finde ich den zust&auml;ndigen Abgeordneten?<\/p><p>Es gibt zwei einfache Wege:<\/p><ol>\n<li>AbgeordnetenWatch\n<p><a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\">abgeordnetenwatch.de<\/a><\/p>\n<p>PLZ eingeben &rarr; alle zust&auml;ndigen Bundestags- und Landtagsabgeordneten werden angezeigt.<\/p>\n<p>Dort kann man direkt Nachrichten stellen (&ouml;ffentlich einsehbar).<\/p><\/li>\n<li>Bundestag-Website\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/abgeordnete\">bundestag.de\/abgeordnete<\/a><\/p>\n<p>PLZ eingeben &rarr; Kontakt-E-Mail wird angezeigt.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>(Beide Wege sind niedrigschwellig und ohne Parteizugeh&ouml;rigkeit nutzbar.)<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NDS,<br>\nSehr geehrter Herr Kl&ouml;ckner,<\/p><p>seit nahezu 22 Jahren lese ich t&auml;glich die NDS. Zuf&auml;llig stie&szlig; ich zu Beginn des Jahes 2004 in einem Spiegel-Chatforum auf den Link der NDS, die erst kurz zuvor ans Netz gegangen waren. Nach &Ouml;ffnung des Links und kurzem Einlesen wurden sie zur meiner t&auml;glichen Pflichtlekt&uuml;re. Ich danke dem gesamten NDS-Team f&uuml;r die unerm&uuml;dliche Aufkl&auml;rungsarbeit seit all den Jahren ihres Bestehens. Wenn diese Arbeit auch manchmal einer Sisyphusaufgabe gleichgekommen mag, was w&auml;re die Medienwelt ohne sie?!<\/p><p>Ich schreibe Ihnen heute zum ersten Mal. Aus Ihren allesamt eindr&uuml;cklichen Artikeln m&ouml;chte ich den heutigen unter den vielen aufr&uuml;ttelnden Meinungsbeitr&auml;gen von Markus Kl&ouml;ckner herausgreifen und zum Anlass nehmen, ein Gespr&auml;ch wiederzugeben, das ich vor bereits etwas &uuml;ber einem Jahr mit meinem damals &ndash; noch -siebenj&auml;hrigen Enkel hatte und das mir seither t&auml;glich ins Ged&auml;chtnis zur&uuml;ckkehrt.<\/p><p>Er war in den Sommerferien 2024 zu einem einw&ouml;chigen Besuch bei mir. Sein Gro&szlig;vater und ich haben einen Ausflug mit ihm unternommen. Es ging zu einer mittelalterlichen Festung. Sie war sehr sch&ouml;n gelegen, mit interessantem Innenhof und sch&ouml;n angelegten Wassergr&auml;ben drumherum, au&szlig;erhalb des Burgwalls. Es fanden mittelralterliche (Kriegs-)Spiele statt. &Uuml;ber die Historie der Festung konnte man sich in deren Innenr&auml;umen mittels entsprechendem Videomaterial umfassend informieren. Wir hatten sonniges Wetter, angenehme Temperaturen, blauer Himmel, kleine wei&szlig;e Wolken, eine leichte Brise ging durch die Baumwipfel. Eigentlich ein sehr sch&ouml;ner Ausflug mit unserem Enkel.<\/p><p>Eigentlich. Als ich gemeinsam mit meinem Enkel &uuml;ber den Burgwall ging, kam mir der &ndash;  naheliegende &ndash; Gedanke, dass eine mittelalterliche Festung doch nichts anderes verk&ouml;rpere, als ein heutiger moderner Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt.<\/p><p>Die Eltern meines Enkels sind beide Offiziere der Bundeswehr und mein Sohn (Vater meines Enkels) formulierte einmal, als seine beiden Kinder noch sehr klein waren, die Vorstellung, sie k&ouml;nnten auch einmal zur Bundeswehr gehen. Diese Aussage kam mir hier wieder einmal in den Sinn und ich fragte spontan meinen Enkel, w&auml;hrend er einige Schritte vor mir den Wall entlang lief, ob er denn auch einmal zur Bundeswehr gehen wolle.<\/p><p>Die Reaktion des Kindes begleitet mich seither &ndash; umso mehr, je aggressiver sich die &ouml;ffentliche Debatte um &ldquo;Kriegst&uuml;chtigkeit und Wehrpflicht&rdquo; gesellschaftlich auf allen Ebenen verankert.<\/p><p>Es stoppte abrupt, wendete sich mit weiten Augen und einem erschrockenen Gesichtsausdruck, der mich bei einem Kind in diesem fr&uuml;hen Alter, betroffen machte, zu mir um und antwortete: &ldquo;Nein! Das will ich nicht! Das ist ja lebensgef&auml;hrlich!&rdquo; Ich erwiderte: &ldquo;Ja, das ist richtig, es ist lebensgef&auml;hrlich, denn du musst bereit sein, dich t&ouml;ten zu lassen.&rdquo; Seine Antwort war: &ldquo;Nein, das will ich nicht. Ich will mich nicht t&ouml;ten lassen.&rdquo; Dann sagte ich: &ldquo;Und du musst bereit sein, andere Menschen zu t&ouml;ten.&rdquo; Die Antwort lautete: &ldquo;Ich will auch nicht andere Menschen t&ouml;ten. ICH WILL NICHT GET&Ouml;TET WERDEN UND ICH WILL ANDERE MENSCHEN NICHT T&Ouml;TEN!&rdquo; Das waren exakt seine Worte. Im weiteren Verlauf unseres Gespr&auml;ches erz&auml;hlte es mir dann, was es stattdessen werden wolle, n&auml;mlich ein Wissenschaftler, der gute Dinge f&uuml;r die Menschen erfindet. Ein Kind eben! Wir sprachen auch dar&uuml;ber, wie man Konflikte friedlich angeht und l&ouml;st, n&auml;mlich, indem man miteinander &uuml;ber die unterschiedlichen Interessen, Vorstellungen und W&uuml;nsche der Menschen redet.<\/p><p>Braucht es nun deutlichere Worte eines potentiell Betroffenen, jetzt noch ein Kind, an die Kriegstreiber dieser Welt? Es war\/ist damit alles gesagt!<\/p><p>Ich hoffe nur, dass nicht irgendwann einmal ein smarter Jungoffizier der Bundeswehr in seiner Schule auftaucht, um sein Gehirn nach der Devise &ldquo;Catch the Youngest&rdquo; umzudrehen.<\/p><p>Woher nehmen sg. Entscheidungstr&auml;ger das Recht ihn &ldquo;kriegen&rdquo; zu wollen &ndash; wenn nicht freiwillig, dann verpflichtend -, um ihn zu Drohnenfutter zu machen und ihn dann &ndash;  einfach so &ndash; &ldquo;zu ersetzen&rdquo;, wenn sein jetzt noch kindlich kleiner, dann gerade erwachsener, aber noch jugendlicher K&ouml;rper zerfetzt worden ist?<\/p><p>Bei 1000 Toten und Verwundeten t&auml;glich (365000\/Jahr) wird man massenhaft  &ldquo;Arbeitskr&auml;fte&rdquo; ben&ouml;tigen. Es wird ein rares Gut an wertvollem Menschenmaterial darstellen und man darf versichert sein, dass es deswegen &ouml;konomisch vern&uuml;nftig verwertet werden wird. Ein schwacher Trost f&uuml;r die verzweifelten Hinterbliebenen jedes Einzelnen der Gesamtmasse an Material.<\/p><p>Welch ein Zynismus!<\/p><p>Das Menschenrecht auf Leben gilt bedingungslos und uneingeschr&auml;nkt. Welcher Entscheidungstr&auml;ger in Staat, Gesellschaft und Institutionen wagt es, sich Verf&uuml;gungsgewalt dar&uuml;ber anzuma&szlig;en?Keiner von ihnen, keiner der Bef&uuml;rworter, keiner der Profiteure eines Krieges und keiner ihrer Brut wird betroffen sein. Das ist systemimmanent.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Lassen Sie mich aus den Kindern der Eliten eine Kompanie rekrutieren und der Krieg wird an einem Tag vorbei sein.&rdquo; (Alexander Lebed, 1950 -2002) Russischer General.\n<\/p><\/blockquote><p>Artikel 1 des Grundgesetzes: Die W&uuml;rde des Menschen ist unantastbar. Es hei&szlig;t nicht: Die W&uuml;rde der Eliten ist unantastbar..<\/p><p>Wer verletzt die Menschenw&uuml;rde mehr, als der Bef&uuml;rworter der Wehrpflicht (nicht f&uuml;r sich selbst, sondern f&uuml;r andere Menschen), der u. U. unter Gewaltanwendung diese anderen Menschen dazu zwingt, &ldquo;seine Pflicht zu tun&rdquo;, n&auml;mlich jemanden zu t&ouml;ten, den er nicht kennt und\/oder sich von jemandem t&ouml;ten zu lassen, der ihn nicht kennt? Ist es schon wieder so weit?<\/p><p>Mein Enkel ist ein Mensch, ein noch kleiner Mensch, der sich klar ge&auml;u&szlig;ert hat. Seine W&uuml;rde ist unantastbar. Grundgesetzlich verankert. Sein Menschenrecht auf Leben ist bedingungslos zu respektieren &ndash; von jederman! Ich bin seine Gro&szlig;mutter; es ist mir ein Anliegen, seiner Stimme mit meinen begrenzten M&ouml;glichkeiten Ausdruck zu verleihen. Daher habe ich mich entschlossen, auf den Beitrag von Markus Kl&ouml;ckner zu antworten.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e und alles Gute Ihnen<br>\nA. A.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Kl&ouml;ckner, liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>ja, schon allein an einzelnen Worten kann man erkennen, wes Geistes Kind die Kriegss&uuml;chtigen sind &ndash; todesgetrieben und durch und durch menschenverachtend. Dies betrifft zun&auml;chst einmal die Berichterstattung durch den Spiegel, der seinen Beitrag damit aufmacht, da&szlig; &ldquo;[i]m Fall eines Krieges [&hellip;] gesch&auml;tzt 1000 get&ouml;tete oder verwundete Soldaten pro Tag ersetzt werden&rdquo; m&uuml;&szlig;ten. Abgesehen davon, da&szlig; man seelenlose, industriell gefertigte Dinge zwar ersetzen k&ouml;nnte (was bei handgefertigten, liebgewonnenen Objekten bereits fraglich ist), wird man einen einzigartigen Menschen &ndash; und jeder Mensch ist einzigartig &ndash; niemals &ldquo;ersetzen&rdquo; k&ouml;nnen (und das unabh&auml;ngig davon, ob er noch Angeh&ouml;rige hat oder nicht). Das werden zumindest alle noch der Empathie f&auml;higen Menschen, deren Spiegelneuronen funktionieren, so sehen.<\/p><p>Sie schreiben zu Recht: &ldquo;Manchmal hebt sich in der &lsquo;Berichterstattung&rsquo; der Vorhang der Propaganda. Dann rutscht ein Bild, ein Satz oder gar nur ein Wort heraus, das unverbl&uuml;mt zeigt, womit es die Gesellschaft zu tun hat.&rdquo; Soldaten &ldquo;ersetzen&rdquo; zu wollen ist eine mehr oder unterschwellige, aber deshalb nicht weniger verabscheuungsw&uuml;rdige Verdinglichung von Menschen. (Soldaten als &ldquo;Kanonenfutter&rdquo; zu bezeichnen w&auml;re dagegen eine ehrliche, klarsichtige Bezeichnung, die man aber von Kriegsbereiten kaum h&ouml;ren wird).<\/p><p>Andererseits stimmt es auch, wie Sie ja betonen, da&szlig; Patrick Sensburg, der Pr&auml;sident des Deutschen Reservistenverbandes, ganz unabh&auml;ngig von seiner milit&auml;risch strammen Ausdrucksweise &ldquo;geradeheraus spricht&rdquo; was das Inhaltliche betrifft. Er wird wissen, wie er zur Sch&auml;tzung (Modellierung?) von, im Kriegsfall, t&auml;glich 1000 get&ouml;teten oder verwundeten Soldaten kommt. Aber nimmt man diese Angabe ernst und rechnet, ohne gro&szlig;e Mathematikkenntnisse, dieses unheimliche Zahlenspiel weiter, so ergibt sich folgendes: Angenommen, der Krieg dauert &ldquo;nur&rdquo; ein einziges Jahr (und angenommen, unter dem Begriff &ldquo;Soldaten&rdquo; sind auch bereits die Soldatinnen subsumiert &hellip;), dann w&auml;re man bei 365.000 &ldquo;zu ersetzenden&rdquo; Soldaten in einem Jahr, also etwa 60% eines &ldquo;600.000 junge M&auml;nner und Frauen umfassenden Jahrgang[s]&rdquo;. Und in dieser Rechnung sind noch nicht die Zahlen der get&ouml;teten, verwundeten, vergewaltigten, zu psychischen Kr&uuml;ppeln gemachten, und somit nicht mehr als &ldquo;Ersatz&rdquo; zur Verf&uuml;gung stehenden bzw. selbst &ldquo;zu ersetzenden&rdquo; Zivilisten (m,w,d) ber&uuml;cksichtigt!<\/p><p>Es ist heute selten und daher ungewohnt, von &ldquo;Offiziellen&rdquo;, zumal Milit&auml;rs, klare, ehrliche und um Ann&auml;herung an die tats&auml;chlichen Sachverhalte bem&uuml;hte Aussagen zu lesen oder zu h&ouml;ren. Diesen &Uuml;berraschungseffekt hatte ich vor einiger Zeit just beim Lesen eines Artikels des Magazins &ldquo;loyal&rdquo; des Deutschen Reservistenverbandes. Es handelt sich um den Aufsatz &ldquo;Bomben auf Belgrad&rdquo; ( <a href=\"https:\/\/www.reservistenverband.de\/magazin-loyal\/bomben-auf-belgrad\/\">reservistenverband.de\/magazin-loyal\/bomben-auf-belgrad\/<\/a> ) vom 20.03.2024. So kann man hier hinsichtlich der Bombardierung Belgrads 1999 im Kosovokrieg viele Fakten aus erster Hand nachlesen, die der &Ouml;RR und die &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; heute zum Teil nicht mehr wahrhaben wollen, so z.B. der &ldquo;Operation&rdquo; bzw. &ldquo;Waffengang&rdquo; genannte Angriffskrieg der NATO ohne UN-Mandat (&uuml;brigens weil Ru&szlig;land (!) in der UN seine Zustimmung dazu verweigerte):<\/p><p>&ldquo;In der Nacht zum 2. April wurde erstmals Belgrad bombardiert. [&hellip;] Der f&uuml;r Deutschland wichtigste Aspekt war [&hellip;] die Beteiligung von 14 Tornado-Kampfflugzeugen an dieser Operation &bdquo;Allied Force&ldquo;. Der Potsdamer Milit&auml;rhistoriker Hans-Peter Kriemann, der ein Standardwerk &uuml;ber den Kosovokrieg geschrieben hat, nennt diesen Einsatz im Gespr&auml;ch mit loyal r&uuml;ckblickend einen &lsquo;Meilenstein, der den Wandel von einer reaktiven zu einer eher aktiven deutschen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik markiert&rsquo;. Dass dabei auch die Bundeswehr Teil der Au&szlig;enpolitik wurde, war das eigentlich Neue &ndash; und erst recht, dass die Operation &bdquo;Allied Force&ldquo; ohne UN-Mandat erfolgte, denn der serbische Partner Russland verweigerte in der UN seine Zustimmung. [&hellip;] Die frisch gew&auml;hlte rot-gr&uuml;ne Bundesregierung war in einer Zwickm&uuml;hle. Ein Wafffengang ohne UN-Mandat war und ist in der deutschen Politik eigentlich ein Ding der Unm&ouml;glichkeit. Andererseits, darauf weist Kriemann hin, waren der Bundesregierung faktisch die H&auml;nde gebunden.  &lsquo;Ohne deutsche Zustimmung w&auml;re nicht nur die Glaubw&uuml;rdigkeit der NATO besch&auml;digt gewesen, sondern  dies h&auml;tte mit einiger Sicherheit auch Konsequenzen f&uuml;r den Zusammenhalt der Allianz nach sich gezogen.&rsquo; Kriemann ist sich sicher: &lsquo;Es kann davon ausgegangen werden, dass eine Weigerung Auswirkungen auf Deutschlands Rolle als europ&auml;ische Gestaltungsmacht gehabt h&auml;tte.&rsquo; [&hellip;] Und so war es ausgerechnet eine Bundesregierung mit Beteiligung der aus der Friedensbewegung hervorgegangenen Gr&uuml;nen, die erstmals deutsche Soldaten in einen Kampfeinsatz schickte &ndash; und dies obendrein auf einer wackeligen Legitimationsbasis. [&hellip;] Immerhin versuchte die Bundesregierung zivile Opfer bei den Luftangriffen zu vermeiden und wollte auch nicht direkt Ziele bombardieren. Kriemann:  &lsquo;F&uuml;r die USA waren bis zu 20 Zivilisten als m&ouml;gliche Opfer bei der Bek&auml;mpfung von Hochwertzielen akzeptabel.'&rdquo;<\/p><p>Den letzten Satz noch einmal, f&uuml;r den Hinterkopf: &ldquo;F&uuml;r die USA waren bis zu 20 Zivilisten als m&ouml;gliche Opfer bei der Bek&auml;mpfung von Hochwertzielen akzeptabel.&rdquo;<\/p><p>Mit dankbaren Gr&uuml;&szlig;en f&uuml;r Ihre Arbeit<br>\nMichaela Heinz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-141213","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=141213"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141215,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141213\/revisions\/141215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=141213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=141213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=141213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}