{"id":141248,"date":"2025-10-29T13:00:10","date_gmt":"2025-10-29T12:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248"},"modified":"2025-10-30T16:04:41","modified_gmt":"2025-10-30T15:04:41","slug":"die-geopolitische-dimension-von-buergerkriegen-der-staatszerfall-jugoslawiens-1990-1995","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248","title":{"rendered":"Die geopolitische Dimension von \u201eB\u00fcrgerkriegen\u201c: Der Staatszerfall Jugoslawiens 1990 \u2013 1995"},"content":{"rendered":"<p>Vor 30 Jahren wurde das Abkommen von Dayton geschlossen. Zuvor hatten Regierungen westlicher Staaten w&auml;hrend der Kriege in Ex-Jugoslawien nicht nur ernsthafte Friedensbem&uuml;hungen vermissen lassen, sondern konstruktive L&ouml;sungen immer wieder sabotiert. Sie nahmen die Eskalation des Krieges vor allem in Bosnien aus geostrategischen Erw&auml;gungen heraus billigend in Kauf und heizten diese mitunter sogar wissentlich und vors&auml;tzlich an. Von <strong>G&uuml;nther Auth<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8400\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-141248-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251029-Staatszerfall-Jugoslawiens-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251029-Staatszerfall-Jugoslawiens-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251029-Staatszerfall-Jugoslawiens-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251029-Staatszerfall-Jugoslawiens-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=141248-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251029-Staatszerfall-Jugoslawiens-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251029-Staatszerfall-Jugoslawiens-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die politische Krise, die schlussendlich zum Staatszerfall Jugoslawiens f&uuml;hren sollte, entz&uuml;ndete sich an Volksabstimmungen, die im Zeitraum von Dezember 1990 bis M&auml;rz 1992 in den Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina durchgef&uuml;hrt wurden. Die wahlberechtigten B&uuml;rger der vier Teilrepubliken waren aufgefordert, &uuml;ber den Verbleib ihrer Republiken im f&ouml;deralen Gesamtstaat zu entscheiden. In allen vier Teilrepubliken votierte eine Mehrheit f&uuml;r die politische Unabh&auml;ngigkeit. Die Ergebnisse in Slowenien, Kroatien und Mazedonien lagen jeweils bei ca. 90 Prozent. Das Referendum in Bosnien-Herzegowina ergab nur etwas &uuml;ber 60 Prozent an Zustimmung f&uuml;r den Austritt, da die meisten bosnischen Serben das Referendum boykottierten. Im Zeitraum von Juni 1991 bis M&auml;rz 1992 erkl&auml;rten die vier Teilrepubliken einseitig ihren Austritt aus dem Bundesstaat Jugoslawien. Kroatien und Slowenien wurden nach einer &Uuml;bergangsfrist am 15. Januar 1992 von der EU anerkannt; die Anerkennung Bosnien-Herzegowinas folgte am 6. April 1992; Mazedonien wurde am 8. April 1993 unter dem Namen &sbquo;Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien&lsquo; von der Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt.<\/p><p><strong>Der verengte Blick auf den ethnischen Nationalismus<\/strong><\/p><p>In der wissenschaftlichen Debatte wurden die zeitgleich ablaufenden Unabh&auml;ngigkeitsbestrebungen der Teilrepubliken &uuml;berwiegend auf historisch und soziokulturell bedingte Konflikte zwischen den Volksgruppen sowie auf &ouml;konomische Disparit&auml;ten und Spannungen bei der Umverteilung des gesamtstaatlich erwirtschafteten Sozialprodukts zur&uuml;ckgef&uuml;hrt[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Laut David Gibbs bestand zwischen diesen Faktoren ein direkter Zusammenhang, insofern &bdquo;[&hellip;] the rising level of ethnic tensions tended to correlate with regional economic inequality.&ldquo;[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Das lag nicht zuletzt daran, dass die f&uuml;hrenden politischen Kr&auml;fte in den wohlhabenderen Republiken Slowenien und Kroatien Jugoslawien schon seit den 1970er-Jahren als ein Umverteilungsprojekt zu ihren Lasten beschrieben hatten, w&auml;hrend die F&uuml;hrungsschichten in den &auml;rmeren Republiken den Bundesstaat als einen &uuml;berlebenswichtigen Solidarit&auml;tsrahmen verteidigten. Einer der Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r die &ouml;konomische Krise Jugoslawiens lag in der hohen Schuldenlast, die seit den weltwirtschaftlichen Turbulenzen w&auml;hrend der 1970er-Jahre st&auml;ndig anwuchs und in den 1980er-Jahren eine H&ouml;he von rund 20 Milliarden US-Dollar erreicht hatte[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Die dadurch heraufbeschworene Zahlungsunf&auml;higkeit Jugoslawiens wurde von westlichen Gl&auml;ubigerstaaten (v.a. USA, Deutschland, Gro&szlig;britannien und Frankreich) mit harten IWF-Auflagen beantwortet.<\/p><p>Die erzwungene Abwertung des jugoslawischen Dinars, erhebliche K&uuml;rzungen bei den Sozialausgaben, umf&auml;nglicher Subventionsabbau, Preisliberalisierung und Privatisierungsdruck f&uuml;hrten in Jugoslawien sukzessive zu einer hohen Inflation, die vor allem in Serbien, Kosovo, Mazedonien und Bosnien zu Produktionsr&uuml;ckgang, Betriebsschlie&szlig;ungen, Lohnk&uuml;rzungen und Massenarbeitslosigkeit f&uuml;hrte[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>], w&auml;hrend die exportorientierten Teilrepubliken Slowenien und Kroatien von der W&auml;hrungsabwertung profitierten. Die unmittelbare Folge daraus war steigender Argwohn zwischen den Teilrepubliken, v.a. nachdem die Regierungen in Slowenien und Kroatien ank&uuml;ndigten, die &auml;rmeren Republiken nicht mehr l&auml;nger finanzieren zu wollen. Die sich zuspitzenden Verteilungsprobleme zwischen der Bundesregierung und den Teilrepubliken verst&auml;rkten die bestehenden nationalistischen Ressentiments: &bdquo;This economic polarization led to social polarization.&ldquo;[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Und beides zusammen lie&szlig; eine ohnehin konfliktgeladene Situation immer weiter eskalieren.<\/p><p>In der westlichen Medien&ouml;ffentlichkeit waren die &ouml;konomischen Probleme Jugoslawiens in den 1990er-Jahren zwar ein Thema[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Die <em>journalistische<\/em> Berichterstattung fokussierte sich in den sogenannten Qualit&auml;tsmedien aber insgesamt viel st&auml;rker auf die vermeintliche &sbquo;Sprengkraft&lsquo; ethnonationalistischer und religi&ouml;ser Animosit&auml;ten unter den Volksgruppen der Teilrepubliken. Diese verengte Wahrnehmung der Krise manifestierte sich in der Verwendung stereotypisierender Schlagworte wie z.B. dem der &sbquo;Balkanisierung&lsquo;[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>], was im Einklang mit dem triumphalistischen und chauvinistischen Zeitgeist stand, den regierungsnahe Propagandisten aus US-amerikanischen Denkfabriken (RAND) ganz entscheidend gepr&auml;gt hatten.<\/p><p>Eine prominente Stimme geh&ouml;rte Francis Fukuyama, der zu dieser Zeit als Direktor im <em>Policy Planning Staff <\/em>des US-Au&szlig;enministeriums fungierte und dessen Botschaft auch in Europa gro&szlig;e Resonanz erfuhr: der &sbquo;demokratische Westen&lsquo; w&auml;re das Produkt einer beispielhaften Erfolgsgeschichte, in der sich die dazugeh&ouml;rigen Gesellschaften aus dem Atavismus religi&ouml;ser und ethnonationalistischer Befindlichkeiten emanzipiert h&auml;tten[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]. Parallel dazu prophezeite der nicht minder einflussreiche Politikwissenschaftler und US-Regierungsberater Samuel Huntington in Seminaren, Talks und Vortr&auml;gen, u.a. vor dem <em>Council on Foreign Relations<\/em> und dem <em>American Enterprise Institute<\/em>, dass zuk&uuml;nftige Konflikte weniger zwischen Staaten als zwischen konsolidierten Kulturkreisen bzw. &sbquo;Zivilisationen&lsquo; wie z.B. der &sbquo;westlich-christlichen&lsquo; und der &sbquo;islamischen&lsquo; verlaufen w&uuml;rden[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>].<\/p><p>Obwohl solche Erz&auml;hlungen von der vermeintlichen &sbquo;Zivilisiertheit&lsquo; liberaler Demokratien und der scheinbar manifesten &sbquo;Gewaltaffinit&auml;t&lsquo; ethnonationalistisch gepr&auml;gter Gesellschaften schon zur Zeit ihrer Ver&ouml;ffentlichung auff&auml;llig unterkomplex anmuteten und sich bei n&auml;herer Besch&auml;ftigung als intellektuell unbefriedigend und analytisch weitgehend substanzlos erwiesen[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>], verr&auml;t ihre Rezeptionsgeschichte, wie nachhaltig die dort beschworenen Stereotypen und Denkfiguren die Vorstellungswelt westlicher Gesellschaften und ihrer Funktionseliten pr&auml;gen sollten. So verdeutlicht ein Beitrag von Ex-Staatsminister Michael Roth aus dem Jahr 2020, dass es in der deutschen Medien&ouml;ffentlichkeit ca. 30 Jahre nach Ausbruch der Krise immer noch m&ouml;glich war, in einer r&uuml;ckblickenden Bewertung darauf hinzuweisen, dass die Konflikte, die zum Staatszerfall Jugoslawiens f&uuml;hrten, prim&auml;r oder sogar ausschlie&szlig;lich aufgrund eines &sbquo;l&auml;ngst &uuml;berholt geglaubten Nationalismus&lsquo; ausgebrochen und auch eskaliert w&auml;ren[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>].<\/p><p>F&uuml;r informierte Beobachter des Geschehens war schon fr&uuml;h klar, dass sich die hegemonialen Rahmenerz&auml;hlungen &uuml;ber die Jugoslawien-Krise in den westlichen Gesellschaften durch einen viel zu niedrigen Grad an Komplexit&auml;t auszeichneten: Die Zahl der politisch relevanten Akteure war von Anfang an viel zu klein, und die V&ouml;lker der jugoslawischen Teilrepubliken wurden in einer unrealistischen Manier als weitgehend homogene nationale Einheiten dargestellt, die &uuml;ber stabile, geschichtlich gewachsene Identit&auml;ten, klare Pr&auml;ferenzen und feststehende kulturelle Eigenschaften verf&uuml;gten. Vor allem bewirkte der vorherrschende Diskurs, dass den verschiedenen Parteien eindeutige Motive (&sbquo;Angriff\/Verteidigung&lsquo;) sowie &auml;sthetische Eigenschaften (&sbquo;orthodox\/christlich&lsquo;) zugesprochen werden konnten; und dass einzelne Politiker als omnipotente Strippenzieher hinter den nationalen Einheiten fungierten.<\/p><p>So traten &sbquo;die Serben&lsquo; in der westlichen Berichterstattung weithin als die B&ouml;sen in Erscheinung, vornehmlich verk&ouml;rpert durch Slobodan Milosevic, der angeblich ein Memorandum der Serbischen Akademie der Wissenschaften und K&uuml;nste (SANU) zum Anlass genommen hatte, um in der serbischen Au&szlig;enpolitik das Projekt eines &sbquo;Gro&szlig;serbien&lsquo; im Sinne einer <em>one-man-show<\/em> zu verfolgen[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>], weswegen er in der westlichen Presse auch als alleiniger Verursacher der Krise betrachtet werden konnte. &bdquo;J&ouml;rg Reissm&uuml;ller, publisher of the <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/em> [&hellip;] waged a campaign against Slobodan Milosevic and Serbian nationalism that had a major role in shaping German opinion about the conflict.&rdquo;[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Viele emotionalisierte Laien sahen sich darob veranlasst, die komplexen Zusammenh&auml;nge gar nicht erst n&uuml;chtern zu analysieren, sondern gleich moralisch zu bewerten, weswegen sich viele vorschnell mit &sbquo;den (armen) Opfern&lsquo; identifizierten und &sbquo;die (brutalen) T&auml;ter&lsquo; verurteilten[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>].<\/p><p>Der Beitrag, den Politiker und Journalisten mit ihrer undifferenzierten Wortwahl f&uuml;r den Krisenverlauf und die verh&auml;ngnisvolle Eskalation leisteten, l&auml;sst sich schwer beurteilen. Nicht jedem von ihnen d&uuml;rfte bewusst gewesen sein, wie unausgewogen und realit&auml;tsfern ihre Beitr&auml;ge tats&auml;chlich waren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der &ouml;ffentliche Diskurs mit seiner Schwarz-Wei&szlig;-Malerei und der geradezu grotesken Personalisierung von Verantwortlichkeit eine wesentliche Rolle dabei spielte, dass sich viele unkritische Konsumenten der t&auml;glichen Berichterstattung ein v&ouml;llig verzerrtes Bild der Vorkommnisse machten. Am Ende bleibt zu konstatieren, dass &bdquo;[s]uch historical simplifications helped legitimate later interventions by NATO, which have been directed entirely against the Serbs. However, [&hellip;] the Serbs were only one party to the breakup of Yugoslavia, and that the other ethnic groups bear at least as much of the blame. Milosevic was surely a villain, but he was not the only villain, nor was he the only cause of the breakup.&ldquo;[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>Mit etwas mehr gesundem Menschenverstand und historischer Sensibilit&auml;t w&auml;re es leicht m&ouml;glich gewesen, die plakativen Unterscheidungen in der &ouml;ffentlichen Berichterstattung als Produkte effekthascherischer und auch geopolitisch motivierter Propaganda zu durchschauen, da nicht zuletzt &bdquo;[t]he Tudjman-led and diaspora-supported Croatian nationalism was just as bad as, if not worse than, Serbian domestic nationalism.&ldquo;[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] Zwar kam im kroatischen Nationalismus der sp&auml;ten 1980er- und fr&uuml;hen 1990er-Jahre nicht mehr derselbe Ustascha-Faschismus zum Ausdruck wie zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte des kroatischen Nationalismus seit dem &sbquo;Kroatischen Fr&uuml;hling&lsquo; anno 1971 ist offensichtlich sehr viel komplizierter. Aber dennoch kann es zumindest unter <em>wissenschaftlichen<\/em> Kriterien als gesichert gelten, dass die im Namen der kroatischen nationalen Befreiung in Jugoslawien zwischen den sp&auml;ten 1970er- und den sp&auml;ten 1980er-Jahren ver&uuml;bten Terrorakte gegen jugoslawische bzw. serbische Einrichtungen und Symbole einen substanziellen Einfluss auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen hatten, die zur Aufl&ouml;sung Jugoslawiens und zur Gr&uuml;ndung des unabh&auml;ngigen Staates Kroatien f&uuml;hrten[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>].<\/p><p>Die sich im Jahr 1990 anbahnende Krise Jugoslawiens konnte also zu keinem Zeitpunkt allein auf religi&ouml;s und ethnonationalistisch bedingte Animosit&auml;ten der beteiligten Volksgruppen zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden. Zumal fielen diese nicht pl&ouml;tzlich vom Himmel, sondern wurden von gut organisierten Kr&auml;ften &sbquo;erzeugt&lsquo;[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]. Die ethnonationalistisch und religi&ouml;s bedingten Animosit&auml;ten bewirkten auch nur im Zusammenhang mit dem Streit um die Mittelverteilung zwischen den Teilrepubliken eine Stimmung, in der die Volksabstimmungen bzw. die darauffolgenden Austrittserkl&auml;rungen zum Ausl&ouml;ser f&uuml;r die milit&auml;rische Eskalation werden konnten[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]. Es ist daher auch nicht falsch, wenn entsprechende Hinweise im Wikipedia-Eintrag zu den Jugoslawienkriegen betonen, dass die Krise durch eine komplexe Vermischung von ethnischen, religi&ouml;sen und schweren &ouml;konomischen Problemen verursacht wurde, denen sich Jugoslawien seit den 1980er-Jahren ausgesetzt sah[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>].<\/p><p><strong>Der geopolitische Kontext<\/strong><\/p><p>Allerdings bleiben solche Beschreibungen unvollst&auml;ndig, wenn sie den Beginn, den Verlauf und die Eskalation der Jugoslawien-Krise nicht vor dem Hintergrund der geopolitischen Situation verstehen. Am Ende ist es f&uuml;r ein tieferes Verst&auml;ndnis der Entwicklung unabdingbar, sowohl die Rolle westlicher Regierungen als auch den Einfluss von nationalistischen Organisationen im Exil zu ber&uuml;cksichtigen. In diesem Zusammenhang w&auml;ren etwa die engen Verbindungen der kroatischen Diaspora zur amtierenden Republikanischen Partei in den USA zu nennen[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>], verbunden mit der Tatsache, dass der sp&auml;tere Pr&auml;sident Kroatiens, Franjo Tudjman, bereits vor 1990 regelm&auml;&szlig;ig in die USA und nach Kanada gereist war, wo er sich mit exilkroatischen Organisationen, wie nicht zuletzt der radikal-separatistischen &sbquo;Norval&lsquo; Gruppe, vernetzte[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]. Auf diese Weise konnte er vom politischen Zugang, der Sichtbarkeit und den Lobbykapazit&auml;ten solcher Kr&auml;fte profitieren. Wie weit der Einfluss exilkroatischer Kr&auml;fte im politischen System der USA tats&auml;chlich reichte, ist aufgrund des Fehlens konkreter Belege schwer zu beurteilen. Gruppen wie &sbquo;Norval&lsquo; waren jedoch auf ihre Weise mitverantwortlich f&uuml;r die Entstehung einer Atmosph&auml;re, in der weitreichende politische Entscheidungen betreffend das weitere Schicksal Jugoslawiens getroffen wurden.<\/p><p>Erw&auml;hnenswert ist in diesem Zusammenhang etwa, dass die US-Regierung unter George Bush, Sr. im November 1990 den amerikanischen Kongress unter Druck setzte, den <em>Foreign Operations Appropriations Act<\/em> von 1991 zu verabschieden. Dieses Gesetz richtete sich zwar nur beil&auml;ufig auf Jugoslawien, hatte aber eine immense Wirkung. Denn die mit dem Gesetz verbundene Zielsetzung machte es zu einem Instrument wirtschaftlicher Kriegf&uuml;hrung im Sinne einer <em>coercive diplomacy<\/em> gegen&uuml;ber der Bundesrepublik Jugoslawien[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>] &ndash; und zwar just zu einem Zeitpunkt, als ultranationalistische Eliten wie Josef Peterle, Franjo Tudjman und Alija Izetbegovi&#263; in den Teilrepubliken Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina damit besch&auml;ftigt waren, die &ouml;konomische Krise des Gesamtstaates mit gro&szlig;z&uuml;giger finanzieller Unterst&uuml;tzung aus den USA wahlkampftaktisch zu politisieren[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>].<\/p><p>Der <em>Foreign Operations Appropriations Act 1991<\/em> war ein Haushaltsgesetz, das festlegte, wie die USA ihr Au&szlig;enhilfe-Budget f&uuml;r 1991 ausgeben sollten. Der kurze Abschnitt zu den Leistungen f&uuml;r Jugoslawien sah konkret vor, dass jede jugoslawische Teilrepublik, die innerhalb von sechs Monaten keine Unabh&auml;ngigkeit erkl&auml;rte, jegliche US-Finanzhilfe verlieren w&uuml;rde[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]. Die Republiken h&auml;tten bei einem Verbleib im Bundesstaat kein Geld mehr f&uuml;r eigene Entwicklungsprojekte, Infrastruktur, Verwaltung oder humanit&auml;re Hilfe aus dem US-Haushalt erhalten. Das politische Signal der US-Regierung an die Teilrepubliken war damit eindeutig und bestand darin, dass ein z&ouml;gerliches Verhalten im <em>de facto<\/em> bereits eingel&auml;uteten Prozess des jugoslawischen Staatszerfalls von der US-Regierung nicht akzeptiert worden w&auml;re. Nach dem sogenannten <em>Nickles Amendment<\/em>, einer Gesetzes&auml;nderung, f&uuml;r deren Wortlaut die bereits erw&auml;hnten Gruppen aus der kroatischen Diaspora in den USA mitverantwortlich waren[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>], verlangte das Gesetz separate Wahlen in jeder der sechs jugoslawischen Teilrepubliken und schrieb obendrein noch die Genehmigung durch das US-Au&szlig;enministerium sowohl der Wahlverfahren als auch der Wahlergebnisse als Bedingung f&uuml;r jede zuk&uuml;nftige Unterst&uuml;tzung vor[<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>].<\/p><p>Besonders bemerkenswert wird dieser Schritt durch die Tatsache, dass die US-Regierung unter George Bush, Sr. in ihrer offiziellen diplomatischen Rhetorik stets die Einheit und den Fortbestand Jugoslawiens als Staat betonte. In der nach innen gerichteten Kommunikation war jedoch vom genauen Gegenteil die Rede: Die USA w&uuml;rden n&auml;mlich die politischen Forderungen der Separationsbewegungen in Slowenien und Kroatien unterst&uuml;tzen[<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>]. George Szamuely kommt mit Blick auf die Vorgehensweise der US-Regierung anl&auml;sslich der Entwicklungen in Jugoslawien zu dem Schluss, dass &bdquo;[t]he United States had been playing a disingenuous and dangerous game toward Yugoslavia for some time. While outwardly expressing its support for Yugoslav unity, Washington acted to ensure disintegration.&rdquo;[<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>] Auch Michael Parenti beschreibt die Strategie der US-Regierung als &bdquo;[&hellip;] supporting Yugoslavia with words while undermining it with deeds.&ldquo;[<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>]<\/p><p><strong>Der von au&szlig;en angeheizte &sbquo;B&uuml;rgerkrieg&lsquo;<\/strong><\/p><p>Die jugoslawische Bundesregierung reagierte auf die Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rungen Sloweniens und Kroatiens im Juni 1991 mit der Mobilisierung und Verst&auml;rkung der Jugoslawischen Volksarmee (JNA), um die Sezession der Teilrepubliken milit&auml;risch zu unterbinden. Auf den sogenannten Zehn-Tage-Krieg in Slowenien (27. Juni &ndash; 7. Juli 1991) folgte der vierj&auml;hrige Kroatienkrieg (August 1991 &ndash; 14. Dezember 1995). Nach der Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung Bosnien-Herzegowinas am 3. M&auml;rz 1992 zog die Regierung in Belgrad den gr&ouml;&szlig;ten Teil der JNA-Truppen aus der Teilrepublik ab. In der Folge begannen serbische Milizen &ndash; mutma&szlig;lich mit logistischer und materieller Unterst&uuml;tzung aus Serbien &ndash; am 6. April 1992 eine milit&auml;rische Offensive gegen bosnische und kroatische Gebiete in Bosnien. Die danach immer wieder aufflammenden K&auml;mpfe in den St&auml;dten, systematische ethnische S&auml;uberungen l&auml;ndlicher Gebiete und schockierende Massaker an der Zivilbev&ouml;lkerung dauerten bis zu den verst&auml;rkten Luftangriffen der NATO-Streitkr&auml;fte auf serbische Stellungen in den Jahren 1994 und 1995 an. Mit der Unterzeichnung des Dayton-Abkommens am 21. November bzw. 14. Dezember 1995 und dem darin vereinbarten Waffenstillstand endeten die Kampfhandlungen in Bosnien. Die damit v&ouml;lkerrechtlich besiegelte Unabh&auml;ngigkeit Bosnien-Herzegowinas markierte das faktische Ende des Bundesstaates Jugoslawien.<\/p><p>Entsprechend dem hegemonialen Narrativ wurden milit&auml;rische Offensiven, &Uuml;bergriffe auf die Zivilbev&ouml;lkerung und systematische Vertreibungen in der westlichen Medienberichterstattung ganz &uuml;berwiegend von serbischen Kr&auml;ften ver&uuml;bt[<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>]. &bdquo;While the racist and aggressive actions of Milosevic undoubtedly were <em>one<\/em> set of factors, they were far from being the only factors. Franjo Tudjman was just as racist and aggressive as Milosevic; the persecution of ethnic Serbs in Croatia was just as morally objectionable as the Serb-perpetrated atrocities in Kosovo.&ldquo;[<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>] Weitgehend unbeachtet blieben in der westlichen Medien&ouml;ffentlichkeit eine ganze Reihe &sbquo;unbequemer Fakten&lsquo; der Kriegsgeschehnisse; etwa, dass bereits vor dem Ausbruch milit&auml;rischer Auseinandersetzungen in Kroatien anno 1991 Serben in Schulen und am Arbeitsplatz diskriminiert bzw. misshandelt und dass sogar Wohnh&auml;user in serbisch besiedelten Gebieten in die Luft gejagt wurden. In Pakrac und in Plitvice griffen kroatische Einheiten die serbische Zivilbev&ouml;lkerung an. Am 1. Juli 1991 wurde der Polizeichef in Osiek von einem kroatischen Polizisten ermordet, nachdem er sich f&uuml;r eine friedliche L&ouml;sung zwischen k&auml;mpfenden Kroaten und Serben eingesetzt hatte. Im Juli und August 1991 richteten sich kroatische Artillerieangriffe auf die &uuml;berwiegend von Serben bewohnten Gebiete in Borovo Selo, Mirkovci und Dalj. Im November 1991 l&ouml;sten kroatische Angriffe auf 18 D&ouml;rfer in Westslawonien massive Fl&uuml;chtlingsbewegungen nach Serbien aus[<a href=\"#foot_33\" name=\"note_33\">33<\/a>].<\/p><p>Der stellvertretende Oberbefehlshaber des US European Command (EUCOM) von 1992 bis 1995, General Charles G. Boyd, wies in seiner Beurteilung der Geschehnisse im zerfallenden Jugoslawien darauf hin, dass eine tragf&auml;hige Konfliktl&ouml;sung erfordert h&auml;tte, die Sachlage so zu sehen, wie sie tats&auml;chlich war, und nicht manipulative Zerrbilder als Wirklichkeit auszugeben[<a href=\"#foot_34\" name=\"note_34\">34<\/a>]. Ethnische S&auml;uberungen wurden in der westlichen Berichterstattung nur dann Anlass f&uuml;r Emp&ouml;rungen, wenn die serbische Seite daf&uuml;r verantwortlich gemacht werden konnte. Dagegen schien es irrelevant, wenn Serben von kroatischen Truppen aus Gebieten vertrieben wurden, die von den Vereinten Nationen gesch&uuml;tzt wurden. Dieses Informationsungleichgewicht zeigte sich auch darin, dass Berichte &uuml;ber serbische Missetaten aus Slowenien, Kroatien und Bosnien oft ungepr&uuml;ft &uuml;bernommen wurden, obwohl die in Rede stehenden (milit&auml;rischen) Auseinandersetzungen manchmal gar nicht stattgefunden hatten, die Opferzahlen &uuml;bertrieben und die vermeintlichen Gr&auml;ueltaten jugoslawischer bzw. serbischer Armeeeinheiten frei erfunden waren[<a href=\"#foot_35\" name=\"note_35\">35<\/a>].<\/p><p>Um eine existenzielle Bedrohung f&uuml;r den &sbquo;zivilisierten&lsquo; und &sbquo;demokratischen&lsquo; Teil Europas glaubhaft machen zu k&ouml;nnen, &sbquo;bewiesen&lsquo; westliche Propagandisten die Unmenschlichkeit der Serben durch plastische Beispiele; etwa, dass sie generell weder &auml;ltere Menschen noch Frauen und Kinder verschonten und vor ihrer Ermordung in Konzentrationslagern einsperren und grausam verst&uuml;mmeln w&uuml;rden; oder dass sie zwischen 20.000 und 100.000 muslimische Frauen in Bosnien auf offizielle milit&auml;rische Anweisung[<a href=\"#foot_36\" name=\"note_36\">36<\/a>] hin misshandelt, vergewaltigt und dann ermordet h&auml;tten[<a href=\"#foot_37\" name=\"note_37\">37<\/a>]. Nach dem Daf&uuml;rhalten von Charles Boyd, einem Beobachter vor Ort, h&auml;tte eine weniger voreingenommene Haltung dabei helfen k&ouml;nnen, auch solche Tatsachen zu ber&uuml;cksichtigen, dass in Bosnien &bdquo;[&hellip;] the Serbs are not trying to conquer new territory, but merely to hold on to what was already theirs.&ldquo;[<a href=\"#foot_38\" name=\"note_38\">38<\/a>]<\/p><p>Das wurde jedoch dadurch erschwert, dass sich der ganze Unmut der US-Regierung von vornherein und ausschlie&szlig;lich auf Serbien richtete, u.a. weil die Milosevic-Regierung den Forderungen nach &sbquo;freien Wahlen&lsquo; nicht nachkam und au&szlig;erdem die albanische Bev&ouml;lkerung im Kosovo unterdr&uuml;ckte[<a href=\"#foot_39\" name=\"note_39\">39<\/a>]. Mit der umgehend kultivierten Unterscheidung zwischen &sbquo;guten&lsquo; und &sbquo;b&ouml;sen&lsquo; Republiken wurde es dann auch leichter f&uuml;r die Regierungen der &uuml;brigen westlichen Staaten, die vermeintlich demokratischen Parteien in Jugoslawien milit&auml;risch zu unterst&uuml;tzen, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu m&uuml;ssen, v&ouml;lkerrechtswidrig ins Geschehen einzugreifen, was die meisten westlichen Staaten allerdings bis M&auml;rz 1991 getan hatten[<a href=\"#foot_40\" name=\"note_40\">40<\/a>]. Die deutsche Regierung hatte schon im Jahr 1990 damit begonnen, Kroatien heimlich beim Aufbau eines eigenen Geheim- und Sicherheitsdienstes zu helfen: &bdquo;It thus appears that Germany was actively preparing the Croatians for independence and giving them the institutional wherewithal to achieve this.&rdquo;[<a href=\"#foot_41\" name=\"note_41\">41<\/a>]<\/p><p>Begleitet wurden solche Hilfeleistungen von milit&auml;rischer Unterst&uuml;tzung. &bdquo;Arms shipments and military advisers poured into the secessionist republics of Slovenia and Croatia, particularly from Germany and Austria.&rdquo;[<a href=\"#foot_42\" name=\"note_42\">42<\/a>] Dazu geh&ouml;rten auch schwere Waffen wie z.B. Panzer- und Flugabwehrraketen[<a href=\"#foot_43\" name=\"note_43\">43<\/a>]. &bdquo;German instructors even engaged in combat against the Yugoslav People&rsquo;s Army.&rdquo;[<a href=\"#foot_44\" name=\"note_44\">44<\/a>] Auch Italien und Ungarn belieferten Kroatien schon seit 1990 mit Waffen[<a href=\"#foot_45\" name=\"note_45\">45<\/a>]. Die USA forcierten ihr Engagement, als sich das Kriegsgeschehen auf Bosnien ausweitete, insofern &bdquo;[&hellip;] CIA personnel and retired US military officers, under contract to the Pentagon, trained and guided Muslim armed units. It is a matter of public record that the CIA fueled the Bosnian conflict.&ldquo;[<a href=\"#foot_46\" name=\"note_46\">46<\/a>] Dabei war die v&ouml;lkerrechtliche Lage eindeutig: Art. 2 Abs. 7 der Charta der Vereinten Nationen verbietet als <em>ius cogens<\/em> kategorisch jegliche Einmischung eines Staates in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zust&auml;ndigkeit eines anderen Staates geh&ouml;ren. Und die Resolutionen 713 und 757 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 25. September 1991 bzw. 30. Mai 1992 lie&szlig;en auch keinen Zweifel daran, dass Waffenlieferungen und sonstige milit&auml;risch relevante Unterst&uuml;tzungen an die Teilrepubliken v&ouml;lkerrechtswidrig waren.<\/p><p>Noch entscheidender ist am Ende jedoch die Tatsache, dass Regierungen westlicher Staaten nicht nur ernsthafte Friedensbem&uuml;hungen vermissen lie&szlig;en, sondern konstruktive L&ouml;sungen immer wieder sabotierten. In Verletzung der <em>unbedingten<\/em> v&ouml;lkerrechtlichen Friedenspflicht aus Art. 1 Abs. 1 der Charta der Vereinten Nationen nahmen sie die Eskalation des Krieges vor allem in Bosnien aus geostrategischen Erw&auml;gungen heraus billigend in Kauf und heizten diese mitunter sogar wissentlich und vors&auml;tzlich an. Schlie&szlig;lich musste anno 1992 allen Regierungsverantwortlichen der westlichen Staaten klar gewesen sein, was der Generalsekret&auml;r der Vereinten Nationen, Javier P&eacute;rez de Cu&eacute;llar, in einem Brief an Hans van den Broek, den Pr&auml;sidenten des Ministerrates der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (EG), am 10. Dezember 1991 betonte, dass n&auml;mlich eine verfr&uuml;hte Anerkennung Bosnien-Herzegowinas aufgrund des Widerstands der bosnischen Serben, die vor Ausbruch des Krieges immerhin einen Anteil von 31,4 Prozent bzw. ca. 1,37 Millionen der Gesamtbev&ouml;lkerung in Bosnien ausmachten, &bdquo;[&hellip;] could widen the present conflict and fuel an explosive situation especially in Bosnia-Hercegovina and also Macedonia; indeed, serious consequences could ensue for the entire Balkan region. I believe, therefore, that uncoordinated actions should be avoided.&ldquo;[<a href=\"#foot_47\" name=\"note_47\">47<\/a>]<\/p><p>Erst als die milit&auml;rischen Auseinandersetzungen zur Belagerung Sarajevos und der T&ouml;tung von ca. 10.000 Zivilisten f&uuml;hrten, arbeiteten Cyrus Vance im Auftrag der Vereinten Nationen und David Owen im Auftrag der EU den <em>Vance-Owen Plan<\/em> aus. Der am 4. Januar 1993 unterbreitete Plan sah vor, Bosnien in f&uuml;nf autonome Provinzen aufzuteilen, einen Waffenstillstand durch Blauhelme der UNPROFOR-Mission &uuml;berwachen zu lassen, die R&uuml;ckkehr aller Vertriebenen zu erm&ouml;glichen, den Schutz der Rechte ethnischer Minderheiten sicherzustellen und einen politischen Rahmen zur Umsetzung der Vereinbarungen zu schaffen. Offensichtlich scheiterte der Plan kurz vor seiner Annahme daran, dass die neue US-Regierung unter Bill Clinton sowohl die bosnische als auch die kroatische Seite &uuml;berzeugen konnte, sich doch nicht auf die Vorschl&auml;ge einzulassen[<a href=\"#foot_48\" name=\"note_48\">48<\/a>]. In der Folge eskalierten die K&auml;mpfe erneut und der zunehmend &sbquo;totale ethnische Konflikt&lsquo; m&uuml;ndete in weitere Massaker an Zivilisten, wie in Ahmi&#263;i (April 1993, Kroaten gegen Bosnier), Stupni Do (Oktober 1993, Bosnier gegen Kroaten) und Srebrenica (Juli 1995, Serben gegen Bosnier).<\/p><p>Die Kalk&uuml;le der US-Regierung lagen mutma&szlig;lich darin, den Erfolg einer unabh&auml;ngigen Vorgehensweise der europ&auml;ischen Regierungen zu torpedieren, den Ausgang des Bosnienkrieges im Sinne US-amerikanischer Interessen zu kontrollieren und Serbien als letztes realsozialistisches Land und Verb&uuml;ndeten Russlands weiter zu schw&auml;chen. &bdquo;Worse, because of this, the impact of U.S. action has been to prolong the conflict while bringing it no closer to resolution.&rdquo;[<a href=\"#foot_49\" name=\"note_49\">49<\/a>] In der Konsequenz beendete der Zusammenbruch des Vance-Owen-Plans die diplomatische Unabh&auml;ngigkeit der EU in geopolitischen Angelegenheiten und leitete den &Uuml;bergang zu einer von Washington gesteuerten, milit&auml;risch herbeigef&uuml;hrten Ordnung in Europa durch das Dayton-Abkommen ein. Die US-amerikanische Dominanz in Europa manifestierte sich dar&uuml;ber hinaus in der allgegenw&auml;rtigen Zust&auml;ndigkeit der NATO f&uuml;r sicherheitspolitische Angelegenheiten, was im Rambouillet-Abkommen (Februar &ndash; M&auml;rz 1999) einen weiteren sichtbaren Niederschlag fand. Dieses Abkommen, insbesondere der legend&auml;re &sbquo;Annex B&rsquo;, war ein weiteres Mal &bdquo;[&hellip;] part of a larger strategy orchestrated by the United States to block any possibility of a diplomatic settlement, and thus to create a pretext for war.&ldquo;[<a href=\"#foot_50\" name=\"note_50\">50<\/a>] (maschinelle &Uuml;bersetzung: &bdquo;&hellip; Teil einer umfassenderen Strategie der Vereinigten Staaten, um jede M&ouml;glichkeit einer diplomatischen L&ouml;sung zu blockieren und damit einen Vorwand f&uuml;r einen Krieg zu schaffen.&ldquo;<\/p><p><small>Titelbild: Mr Frestea \/ Shutterstock<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Vgl. Sabrina P. Ramet, Nationalism and Federalism in Yugoslavia, 1962&ndash;1991 (Bloomington: Indiana University Press, 1992); Lenard J. Cohen, Broken Bonds: Yugoslavia&rsquo;s Disintegration and Balkan Politics in Transition (Boulder: Westview, 1995); Susan L. Woodward, Balkan Tragedy: Chaos and Dissolution after the Cold War (Washington: Brookings, 1995).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] David N. Gibbs, First Do No Harm: Humanitarian Intervention and the Destruction of Yugoslavia (Nashville: Vanderbilt University Press, 2009), 59.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Vgl. Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 47-50.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Vgl. George Szamuely, Bombs for Peace: NATO&rsquo;s Humanitarian War on Yugoslavia (Amsterdam: Amsterdam University Press, 2013), 43.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 73.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 69.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Vgl. Hansjakob Stehle, Die Balkanisierung des Balkans, Zeit Nr. 13\/1991.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Vgl. Francis Fukuyama, The End of History?, The National Interest 16 (1989), 3-18. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Vgl. Samuel P. Huntington, The Clash of Civilizations?, Foreign Affairs 72:3 (1993), 22-49.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Vgl. John Gray, False Dawn: The Delusions of Global Capitalism (London: Granta, 1998),120&ndash;121<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Vgl. Michael Roth, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article211017301\/Genozid-von-Srebrenica-Inbegriff-fuer-kollektives-Versagen.html\">Inbegriff f&uuml;r kollektives Versagen<\/a>, Die Welt, 05.07.2020, (zuletzt aufgerufen am 02.10.2025).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Vgl. Jasna Dragovic-Soso, Why did Yugoslavia disintegrate? An overview of contending explanations, in: Lenard J. Cohen (Hrsg.), State collapse in South-Eastern Europe: New perspectives on Yugoslavia&rsquo;s disintegration (West Lafayette: Purdue University Press, 2008), 1-39, 18.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 149. (Hbg. im Original)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Vgl. Ralph Piotrowski, <a href=\"https:\/\/refubium.fuberlin.de\/bitstream\/handle\/fub188\/969\/4_kap4.pdf\">Sprache und Au&szlig;enpolitik: Der deutsche und US-amerikanische Diskurs zur Anerkennung Kroatiens<\/a>, Univ. Diss. (Berlin, 2004), (zuletzt aufgerufen am 01.10.2025).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 46.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Raju G. C. Thomas, Self-Determination and International Recognition Policy: An Alternative Interpretation of why Yugoslavia Disintegrated, World Affairs 160:1 (1997), 17-33, 17.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Vgl. Mate Nikola Toki&#263;, Croatian Radical Separatism and Diaspora Terrorism During the Cold War (West Lafayette: Purdue University Press, 2020), 175.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Vgl. Francesco Ragazzi, Governing Diasporas in International Relations: The Transnational Politics of Croatia and Former Yugoslavia (Abingdon: Routledge, 2017), 94.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 69.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jugoslawienkriege\">Jugoslawienkriege<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Vgl. Chip Berlet, Chronology of 1988 Bush Campaign Controversy, in: Russ Bellant, Old Nazis, the New Right, and the Republican Party (Boston: South End, 1988), 124.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Vgl. Ragazzi, Governing Diasporas in International Relations, a.a.O., 82.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Vgl. Jovan Milojevich, Coercive Diplomacy as a Cause of War: Yugoslavia Revisited, Serbian Studies: Journal of the North American Society for Serbian Studies 29:1 (2018), 43&ndash;69.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Vgl. Michael Parenti, To Kill A Nation: The Attack on Yugoslavia (London: Verso, 2000), 26.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] U.S. Congress, Foreign Operations, Export Financing, and Related Programs Appropriations Act, 1991, Pub. L. No. 101-513, 104 Stat. 2041 (1990), 2063.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Vgl. Donovan Kavish, Extending Sovereign Reach into Diaspora: Croatia and Eritrea in Comparative Perspective, MA-Thesis (Budapest, 2014), 20.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Vgl. Michael Parenti, <a href=\"https:\/\/www.michael-parenti.org\/article-the-rational-destruction-of-yugoslavia\">The Rational Destruction of Yugoslavia<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] Vgl. Kavish, Extending Sovereign Reach into Diaspora, a.a.O., 20. <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] Szamuely, Bombs for Peace, a.a.O., 63.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 25.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] Vgl. Davor Paukovi&#263; &amp; Marko Ro&scaron;ko, Western Newspapers and the War in Croatia, Collegium Antropologicum 47:2 (2023), 171&ndash;179.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 74. (Hbg. im Original)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_33\" name=\"foot_33\">&laquo;33<\/a>] Vgl. Vera Vratusa-Zunjic, The Intrinsic Connection Between Endogenous and Exogenous Factors of Social (Dis) integration: A Sketch of the Yugoslav Case, Dialogue 22-23 (1997), 21.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_34\" name=\"foot_34\">&laquo;34<\/a>] Vgl. Charles G. Boyd, Making Peace with the Guilty: The Truth about Bosnia, Foreign Affairs 74:5 (1995), 22-38, 23.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_35\" name=\"foot_35\">&laquo;35<\/a>] Vgl. Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 82.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_36\" name=\"foot_36\">&laquo;36<\/a>] Vgl. Boyd, Making Peace with the Guilty, a.a.O., 26.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_37\" name=\"foot_37\">&laquo;37<\/a>] Vgl. Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 82.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_38\" name=\"foot_38\">&laquo;38<\/a>] Boyd, Making Peace with the Guilty, a.a.O., 25.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_39\" name=\"foot_39\">&laquo;39<\/a>] Vgl. Szamuely, Bombs for Peace, a.a.O., 65.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_40\" name=\"foot_40\">&laquo;40<\/a>] Vgl. Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 145.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_41\" name=\"foot_41\">&laquo;41<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 78.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_42\" name=\"foot_42\">&laquo;42<\/a>] Parenti, To Kill a Nation, a.a.O., 26.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_43\" name=\"foot_43\">&laquo;43<\/a>] Vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 78.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_44\" name=\"foot_44\">&laquo;44<\/a>] Parenti, To Kill a Nation, a.a.O., 27<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_45\" name=\"foot_45\">&laquo;45<\/a>] Vgl. Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 149.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_46\" name=\"foot_46\">&laquo;46<\/a>] Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 30-31.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_47\" name=\"foot_47\">&laquo;47<\/a>] Javier P&eacute;rez de Cu&eacute;llar, <a href=\"https:\/\/sca-images.liverpool.ac.uk\/multimedia\/entry.php?irn=1416&amp;request=resource\">Letter to Hans van den Broek<\/a>, 10. Dezember 1991, (zuletzt aufgerufen am 10.10.2025).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_48\" name=\"foot_48\">&laquo;48<\/a>] Vgl. Sarah C&eacute;cile Maurizi, The Bosnian War and the New Great Game: A Case Study in Strategy and Diplomacy, MA Thesis (St. Louis, 2012), 78-82; vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 142-148.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_49\" name=\"foot_49\">&laquo;49<\/a>] Vgl. Boyd, Making Peace with the Guilty, a.a.O., 33.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_50\" name=\"foot_50\">&laquo;50<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 190.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 30 Jahren wurde das Abkommen von Dayton geschlossen. Zuvor hatten Regierungen westlicher Staaten w&auml;hrend der Kriege in Ex-Jugoslawien nicht nur ernsthafte Friedensbem&uuml;hungen vermissen lassen, sondern konstruktive L&ouml;sungen immer wieder sabotiert. 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