{"id":141264,"date":"2025-10-30T09:00:11","date_gmt":"2025-10-30T08:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141264"},"modified":"2025-10-30T16:48:23","modified_gmt":"2025-10-30T15:48:23","slug":"verschenkt-und-zugenaeht-wer-rettet-uns-vor-diesen-banken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141264","title":{"rendered":"Verschenkt und zugen\u00e4ht! Wer rettet uns vor diesen Banken?"},"content":{"rendered":"<p>Deutschlands Steuerzahler haben den Finanzsektor mit 70 Milliarden Euro aus dem Schlamassel gezogen. Aber die Branche ist nicht bereit, einen Bruchteil an Wiedergutmachung zu leisten. Dagegen lobbyiert sie mit allen Mitteln und schafft es, ein gutes Gesetz schlecht zu machen und &uuml;ber Jahre zu blockieren. Mit der neuen Regierung steht sie kurz vor dem Ziel. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_191\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-141264-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251030_Verschenkt_und_zugenaeht_Wer_rettet_uns_vor_diesen_Banken_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251030_Verschenkt_und_zugenaeht_Wer_rettet_uns_vor_diesen_Banken_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251030_Verschenkt_und_zugenaeht_Wer_rettet_uns_vor_diesen_Banken_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251030_Verschenkt_und_zugenaeht_Wer_rettet_uns_vor_diesen_Banken_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=141264-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251030_Verschenkt_und_zugenaeht_Wer_rettet_uns_vor_diesen_Banken_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251030_Verschenkt_und_zugenaeht_Wer_rettet_uns_vor_diesen_Banken_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die sogenannte Bankenrettung war teuer. Mindestens <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/finanzkrise-kosten-deutschland-1.4126273\">68 Milliarden Euro<\/a> haben hiesige Steuerzahler seit 2007 daf&uuml;r hingebl&auml;ttert, dass im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ins Straucheln geratene deutsche Geldinstitute vom Pleitegeier verschont blieben. Rund 30 Milliarden Euro hat der Bund mobilisiert, etwa 40 Milliarden Euro steuerten die Bundesl&auml;nder bei, um die vielfach gestrauchelten Landesbanken zu st&uuml;tzen. Diese vor sieben Jahren angestellte Sch&auml;tzung auf Basis von Angaben der damaligen Bundesregierung ist noch konservativ. Die Nachwehen des globalen Bankencrashs, der im September 2008 im Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers kulminierte, halten bis heute an. Die Folgekosten d&uuml;rften deshalb noch h&ouml;her liegen.<\/p><p>Eine andere Zahl ist hingegen fix, und wer um das w&uuml;rdelose Gezerre darum wei&szlig;, mithin fix und fertig. Sie lautet: 2,3 Milliarden Euro. Die hat die Politik bei Deutschlands Geldh&auml;usern im Nachgang des Debakels eingesammelt. Das Geld war nicht etwa als Entsch&auml;digung daf&uuml;r gedacht, dass die Allgemeinheit die Zockereien gieriger Finanzspekulanten ausbaden musste. Und schon gar nicht als Wiedergutmachung. Nein: Die Summe haben Deutsche Bank, Commerzbank und Co. zur&uuml;ckgelegt, um sich gegen k&uuml;nftige Krisen abzusichern, f&uuml;r den Fall also, dass sie sich in Zukunft erneut verzocken. Und nat&uuml;rlich haben sie das nicht wirklich freiwillig getan, sondern notgedrungen, auch weil es um ihren Ruf zwischenzeitlich gar nicht gut bestellt war.<\/p><p><strong>Wohin mit dem Geld?<\/strong><\/p><p>Jedenfalls zahlten sie das Geld in den sogenannten Restrukturierungsfonds (RSF) ein, und dort parkt es bis heute. Der Betrag entspricht etwa einem Neuntel der 21,1 Milliarden Euro, die noch bis heute als Schulden als Konsequenz der Bankenrettung in den B&uuml;chern von Bund und L&auml;ndern stehen. Allerdings hat sich der RSF inzwischen &uuml;berlebt. Er wurde 2016 durch den europ&auml;ischen Abwicklungsfonds SRF (Single Resolution Fund) abgel&ouml;st, zum selben Zweck eingerichtet, nur eben eine Nummer gr&ouml;&szlig;er auf EU-Ebene. Bef&uuml;llt haben den im Laufe der Jahre rund 3.000 Institute der Bankenunion mit <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/banken-versicherungen\/banken\/wie-die-lbbw-gegen-die-eu-bankenabgabe-kaempft-01\/100003826.html\">nahezu 80 Milliarden Euro<\/a>, womit die Zielausstattung fast erreicht ist. Laut Gesetz sollen die Notfallreserven am Ende ein Prozent der gedeckten Einlagen in der Euro-Zone betragen. Kaum der Erw&auml;hnung wert: Auch gegen diese Abgaben ziehen die Banken zu Felde.<\/p><p>Nun stellte sich f&uuml;r Deutschland irgendwann die Frage: Wohin mit den Altmitteln aus dem RSF, der praktisch ausgedient hat. Die Antwort der Ampelregierung war anfangs unmissverst&auml;ndlich: Das Geld sollte zur Tilgung der Schulden aus der Finanzkrise genutzt werden. Das w&auml;re dann tats&auml;chlich auf eine Art von Wiedergutmachung hinausgelaufen, wenngleich eine ziemlich k&uuml;mmerliche angesichts der Verh&auml;ltnisse. Denn 2,3 Milliarden Euro wiegen Sch&auml;den von 70 Milliarden Euro bei Weitem nicht auf.<\/p><p><strong>Mission: Einsacken<\/strong><\/p><p>Zu bl&ouml;d nur, dass die deutschen Banken nicht einmal diesen Obolus locker machen m&ouml;chten, um sich wenigstens ein wenig zu rehabilitieren. Viel lieber wollen sie das Geld einsacken, und daf&uuml;r setzen sie seit nunmehr vier Jahren alle Hebel in Bewegung. Nachgezeichnet hat die Vorg&auml;nge die B&uuml;rgerbewegung Finanzwende in einem lesenswerten Report mit dem Titel: <a href=\"https:\/\/www.finanzwende.de\/fileadmin\/user_upload\/Kampagnen\/Banken\/Dreist_Dreister_Bankenlobby.pdf\">&bdquo;Dreist, dreister, Bankenlobby&ldquo;<\/a>. Die Analyse basiert auf internen, bisher unver&ouml;ffentlichten Dokumenten, die der Verein im Rahmen einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat. Die Unterlagen lieferten &bdquo;einen seltenen Einblick in den Maschinenraum bundesdeutscher Finanzgesetzgebung&ldquo;, schreiben die Autoren. Es zeige sich, mit welcher &bdquo;Intensit&auml;t und welchen Methoden&ldquo; die Branche in Berlin f&uuml;r Gesetze in ihrem Interesse eintrete, hei&szlig;t es in einer begleitenden <a href=\"https:\/\/www.finanzwende.de\/presse\/finanzwende-analyse-interner-regierungsdokumente-zeigt-privilegierten-zugang-der-bankenlobby\">Medienmitteilung<\/a>. Zitat Michael Peters, Leiter des Bereichs Finanzsystem und Realwirtschaft bei Finanzwende: &bdquo;Die Dreistigkeit und das Selbstverst&auml;ndnis der Banken, das darin sichtbar wird, sind schon bemerkenswert.&rdquo;<\/p><p>Bemerkenswert ist auch die Willf&auml;hrigkeit der politisch Verantwortlichen gegen&uuml;ber den Einflussagenten der Finanzindustrie, die sich laut Peters als &bdquo;teils problematische N&auml;he zwischen Lobby, Abgeordneten und Ministerien&ldquo; offenbart. Als Umfaller bet&auml;tigte sich im Speziellen der fr&uuml;here Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Ausgangspunkt ist ein im M&auml;rz 2022 in seinem Haus erarbeiteter Entwurf f&uuml;r das sogenannte Restrukturierungsfonds-&Uuml;bertragungsgesetz. Darin hie&szlig; es ausdr&uuml;cklich: &bdquo;Eine R&uuml;ckf&uuml;hrung der Altmittel an die Abgabenpflichtigen kommt nicht in Betracht.&rdquo; Schlie&szlig;lich h&auml;tten Bund und L&auml;nder &bdquo;erhebliche Aufwendungen get&auml;tigt&rdquo;, um in der Krise &bdquo;akut drohende Verwerfungen am Finanzmarkt abzuwenden.&rdquo; Davon h&auml;tten die Banken &bdquo;in erheblichem Ma&szlig;e profitiert&rdquo;. Im Klartext: Das Geld geht in die Schuldentilgung.<\/p><p><strong>B&uuml;rger sind schuld<\/strong><\/p><p>Dann aber &uuml;berrannten Abgesandte der Deutschen Bank sowie der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), ein Zusammenschluss der f&uuml;nf gro&szlig;en deutschen Bankenverb&auml;nde, das Ministerium geradezu. Wiederholt vorstellig wurden auch Vertreter des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) und des Verbands &Ouml;ffentlicher Banken (V&Ouml;B). Private Gro&szlig;banken und die Landesbanken stellen den L&ouml;wenanteil der Abgaben in den Fonds, die Deutsche Bank allein 605 Millionen Euro. F&uuml;r sie gibt es demnach am meisten zu holen, w&auml;hrend kleine Institute teils mickrige Betr&auml;ge von unter 100 Euro eingespeist haben. Der &bdquo;&Uuml;berfall&ldquo; zeigte schnell Wirkung. So hei&szlig;t es etwa in einer Gespr&auml;chsvorbereitung des Bundesfinanzministeriums (BMF) zum Thema im August 2022:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das BMF hat verstanden, dass die DEU-Banken ein Interesse an einer zeitnahen Entlastung und R&uuml;ckerstattung der RSF-Altmittel haben.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auf der Fachebene im BMF hatte man f&uuml;r die Argumente der Banken durchaus kein Verst&auml;ndnis. Diese machten alles M&ouml;gliche geltend, um ihre Sicht durchzusetzen: den Ukraine-Krieg, Klimaschutz, Digitalisierung, die Pandemie, eine m&ouml;gliche Gasnotlage, hohe Inflationsraten, Rohstoffknappheit, gest&ouml;rte Lieferketten und eine wegen all dem drohende Kreditklemme. Das alles gipfelte in einem von der DK beauftragten Gutachten der Kanzlei White &amp; Case. Darin findet sich die These, wonach die &bdquo;Institute im Verh&auml;ltnis zur Allgemeinheit (&hellip;) keine vorrangige Verantwortung f&uuml;r die in Deutschland eingetretenen Folgen der (&hellip;) Finanzmarktkrise (&hellip;) und damit auch nicht f&uuml;r die Finanzierung von Ma&szlig;nahmen zur Stabilisierung des Finanzmarkts (&hellip;)&rdquo; gehabt h&auml;tten. Die Banken halten demnach genauso viele oder wenige Aktien an der Katastrophe wie die Normalb&uuml;rger &ndash; darauf muss man erst mal kommen. Eine &bdquo;geradezu absurde Behauptung&ldquo;, befand seinerzeit eine BMF-Mitarbeiterin.<\/p><p><strong>Caritas f&uuml;r Zocker<\/strong><\/p><p>Aber eine, die Lindner offenbar &uuml;berzeugte. Auf Betreiben der Leitungsebene verschwanden nach und nach all die Passagen aus der urspr&uuml;nglichen Vorlage, die der Bankenlobby nicht in den Kram passten. Damit war noch keine Entscheidung in der Sache gefallen, mit den st&auml;ndigen Interventionen und Diskussionen aber daf&uuml;r gesorgt, dass der Gesetzgebungsprozess sich massiv in die L&auml;nge zog. Weiter ging das Trauerspiel zu Jahresanfang 2023. Da machte sich das BMF kurzerhand den Vorschlag der Deutschen Bank zu eigen, mit den RSF-Mitteln Start-up-Unternehmen zu f&ouml;rdern beziehungsweise die Transformation der Wirtschaft zu finanzieren. Die Idee sei &bdquo;hilfreich&rdquo;, verlautete vom Ministerium, um &bdquo;nach au&szlig;en&rdquo; den &bdquo;hohen kommunikativen Begr&uuml;ndungsaufwand&rdquo; zu bew&auml;ltigen, den eine Auszahlung der Gelder an die Banken nach sich ziehen w&uuml;rde. Unverquast gesprochen: Wir schmei&szlig;en den Banken 2,3 Milliarden Euro hinterher und verkaufen das als Caritas f&uuml;r den gebeutelten Standort Deutschland.<\/p><p>Bald darauf sprach sich auch das von Robert Habeck (Gr&uuml;nen-Partei) gef&uuml;hrte Wirtschaftsministerium &bdquo;klar f&uuml;r die Bereitstellung der Altmittel zur Transformationsfinanzierung&rdquo; &uuml;ber die Kreditanstalt f&uuml;r Wiederaufbau (KfW) aus, womit die Bankenlobby einen gewichtigen F&uuml;rsprecher mehr f&uuml;r sich gewonnen hatte. Allerdings meinte die es mit dem Rezept gar nicht ernst. So hatte man schon auf der BMF-Fachebene geargw&ouml;hnt, die Gelder k&ouml;nnten mitunter zweckentfremdet f&uuml;r &bdquo;Dividenden- oder Bonuszahlungen&ldquo; verwendet werden, weshalb Mitarbeiter eine &bdquo;&ouml;ffentliche Selbstverpflichtung der Bankenverb&auml;nde&rdquo; ins Spiel brachten, die m&ouml;glichem Missbrauch vorbeugen sollte. Ein solches Bekenntnis &ndash; ein &bdquo;rechtlich bindendes Commitment&rdquo; &ndash; wollten die Banken aber erst &bdquo;nach Verabschiedung&rdquo; des Gesetzes abgeben. Motto: Erst das Geld, dann schauen wir mal. Auf alle F&auml;lle waren die Banken &bdquo;bis zuletzt nicht bereit, sich zu einer vollst&auml;ndigen Verwendung der Mittel in einem langfristigen Fonds selbst zu verpflichten&ldquo;, musste dann irgendwann auch das BMF einsehen.<\/p><p><strong>Wenigstens ein Steuergeschenk<\/strong><\/p><p>Und da das Thema inzwischen auch die &Ouml;ffentlichkeit besch&auml;ftigte und sich im Bundestag keine politische Mehrheit f&uuml;r eine &bdquo;alternative R&uuml;ckzahlung&ldquo; abzeichnete, schickte Lindner den urspr&uuml;nglichen Referentenentwurf im Oktober 2023 doch noch auf die Reise durch die Gesetzgebung &ndash; &bdquo;eineinhalb Jahre nachdem er eigentlich schon vorlag&ldquo;, wie es im Report hei&szlig;t. War damit der Weg geebnet f&uuml;r ein gutes Ende, sprich 2,3 Milliarden Euro f&uuml;r die Schuldentilgung? Mitnichten! Auf Initiative des BMF fand n&auml;mlich durch die Hintert&uuml;r ein <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/banken-versicherungen\/banken\/referentenentwurf-banken-duerfen-branchenabgabe-kuenftig-von-der-steuer-abziehen\/100005767.html\">lukratives Steuergeschenk<\/a> Eingang in den Gesetzestext, in Gestalt der &bdquo;Abschaffung des Betriebsausgabenabzugsverbots f&uuml;r die europ&auml;ische Bankenabgabe&ldquo;. Die Finanzinstitute sollten ihre Einzahlungen in den SRF also von der Steuer absetzen k&ouml;nnen.<\/p><p>Was im ersten Moment wie ein kleines Trostpflaster f&uuml;r die Niederlage der Banken im Gro&szlig;en anmutete, entpuppte sich jedoch einmal mehr als Bremsklotz im Entscheidungsprozess. Das Habeck-Ministerium war pl&ouml;tzlich nicht mehr einverstanden mit der Vorlage, was merkw&uuml;rdig erscheint, denn die Wirtschaft, die er zu vertreten hatte, h&auml;tte von dem Passus ja profitiert. Nicht so das Finanzministerium, dem dadurch geringere Steuereinnahmen bl&uuml;hten. Sicher verband Lindner und Habeck aber das gemeinsame und davor schon deutlich demonstrierte Interesse, die gesamten 2,3 Milliarden Euro den Banken oder auf Umwegen wenigstens der deutschen Wirtschaft zuzuschanzen &ndash; was aber die SPD- und die Gr&uuml;nen-Fraktion nicht mitmachen wollten.<\/p><p><strong>Blockieren aus Leidenschaft<\/strong><\/p><p>Was passierte dann? Durch Habecks Widerstand gegen das Steuergeschenk kam der Prozess einmal mehr zum Erliegen, so wie bald darauf die ganze Regierung. &bdquo;Als die Ampel-Koalition im November 2024 zerbricht, versucht das Finanzministerium zwar noch h&auml;nderingend, den Gesetzesentwurf im Bundestag &uuml;ber die Ziellinie zu bringen&ldquo;, schreibt Finanzwende. &bdquo;Aber letztendlich gelingt es nicht mehr, eine Mehrheit f&uuml;r die finale Abstimmung zu organisieren.&ldquo; Und die Banken? Die freuen sich. Sie haben l&auml;ngst ihre Anw&auml;lte losgeschickt, um ihren Willen vor den Gerichten durchzuboxen. Vorerst mit Erfolg: Mitte September waren die Deutsche Bank, UniCredit und die DZ Bank in erster Instanz in einem <a href=\"https:\/\/www.institutional-money.com\/news\/regulierung\/headline\/deutsche-bank-unicredit-und-dz-gewinnen-pilotverfahren-gegen-bafin-244513\">Pilotverfahren vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt (Main)<\/a> im Streit mit der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) siegreich. Diese sei &bdquo;zur R&uuml;ckzahlung der von den Kl&auml;gerinnen in den Jahren 2011 bis 2014 geleisteten Jahresbeitr&auml;ge zum Restrukturierungsfonds verpflichtet&ldquo;, erl&auml;uterten die Richter in einem <a href=\"https:\/\/verwaltungsgerichtsbarkeit.hessen.de\/presse\/rueckzahlung-von-bankenabgabe\">Pressestatement<\/a>. Der Zweck der nationalen Bankabgaben sei &bdquo;ausgelaufen und sei vom Gesetzgeber nicht neu gefasst worden&ldquo;.<\/p><p>Soll hei&szlig;en: H&auml;tte die Ampel eine entsprechende Neuregelung gefasst, verblieben die 2,3 Milliarden Euro beim Bund und k&ouml;nnten in die Schuldentilgung gehen. Der Zug daf&uuml;r ist noch nicht abgefahren. Die neue Regierung k&ouml;nnte das Vers&auml;umte rasch nachholen und den Rechtsstreitigkeiten den Boden entziehen. &bdquo;Ein fertiges Gesetz liegt schlie&szlig;lich schon in der Schublade&ldquo;, so Finanzwende. Dort wird es absehbar verrotten. Im <a href=\"https:\/\/www.koalitionsvertrag2025.de\/sites\/www.koalitionsvertrag2025.de\/files\/koav_2025.pdf\">Koalitionsvertrag<\/a> von Union und SPD steht geschrieben: &bdquo;Wir werden die sogenannten Altmittel aus der fr&uuml;heren Bankenabgabe in H&ouml;he von zwei Milliarden Euro gemeinsam mit der deutschen Kreditwirtschaft in einen Mittelstand-Fonds einbringen (&hellip;).&ldquo;<\/p><p><strong>Raffen und betteln<\/strong><\/p><p>Da taucht sie einmal mehr auf, die Masche der Deutschen Bank. Nur, dass es das Milliardengeschenk jetzt im Tarnkleid &bdquo;Mittelstandsf&ouml;rderung&ldquo; geben soll. Der Passus schaffte es gegen den Willen der f&uuml;r das Thema zust&auml;ndigen Koalitionsarbeitsgruppe Finanzen ins Regierungsprogramm. Auf den letzten Dr&uuml;cker &bdquo;gr&auml;tschte die fachfremde Arbeitsgruppe Wirtschaft, geleitet von Jens Spahn (CDU), dazwischen&ldquo;, hei&szlig;t es in der Analyse. Au&szlig;erdem h&auml;tten kurz vor Abschluss der Gespr&auml;che Bankenvertreter den Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD Bescheid gesto&szlig;en. &bdquo;Die Banken jedenfalls haben damit einen gro&szlig;en Lobby-Coup gelandet&ldquo;, bilanzierte Finanzwende. Und wenn dereinst die n&auml;chste Blase platzt? Dann wird wieder eifrig gebettelt &hellip;<\/p><p><small>Titelbild: Markus Mainka\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/3380294c3db04b74bd3500307009283b\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschlands Steuerzahler haben den Finanzsektor mit 70 Milliarden Euro aus dem Schlamassel gezogen. Aber die Branche ist nicht bereit, einen Bruchteil an Wiedergutmachung zu leisten. Dagegen lobbyiert sie mit allen Mitteln und schafft es, ein gutes Gesetz schlecht zu machen und &uuml;ber Jahre zu blockieren. Mit der neuen Regierung steht sie kurz vor dem Ziel.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141264\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":141266,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,136,135,127],"tags":[861,241,3320,266,2366,242,675,1855,2399],"class_list":["post-141264","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-banken-boerse-spekulation","category-finanzpolitik","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-ampelkoalition","tag-bankenrettung","tag-buergerbewegung-finanzwende","tag-deutsche-bank","tag-habeck-robert","tag-landesbanken","tag-lindner-christian","tag-privatbanken","tag-wiedergutmachung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/shutterstock_2616392441.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141264","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=141264"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141264\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141310,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141264\/revisions\/141310"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/141266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=141264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=141264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=141264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}