{"id":141335,"date":"2025-11-01T12:00:23","date_gmt":"2025-11-01T11:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141335"},"modified":"2025-11-02T06:30:23","modified_gmt":"2025-11-02T05:30:23","slug":"interview-mit-michael-lueders-wie-der-westen-israels-angriffe-auf-sieben-laender-unterstuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141335","title":{"rendered":"Interview mit Michael L\u00fcders: Wie der Westen Israels Angriffe auf sieben L\u00e4nder unterst\u00fctzt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Michael L&uuml;ders<\/strong> hat Politik und Islamwissenschaften in Berlin und Damaskus studiert, war viele Jahre Nahost-Korrespondent f&uuml;r <em>Die Zeit<\/em> und geh&ouml;rt heute dem erweiterten Vorstand des B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht (BSW) an. Im Interview spricht er &uuml;ber sein neues Buch &bdquo;Drecksarbeit: Israel, Amerika und der imperiale Gr&ouml;&szlig;enwahn&ldquo; &ndash; und &uuml;ber Israels Angriffskriege gegen den Iran, Pal&auml;stina, Syrien, Libanon, den Irak, Jemen und Katar. L&uuml;ders erkl&auml;rt, wie Israel und die USA mit Kriegen, Sanktionen und Regimewechseln ihre Macht in der Region sichern, warum Deutschland diese Politik st&uuml;tzt und welche Folgen ein neuer Krieg gegen den Iran h&auml;tte &ndash; f&uuml;r die gesamte Region und weit dar&uuml;ber hinaus. Das Gespr&auml;ch f&uuml;hrte <strong>Michael Holmes<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/9hfZB_TURR4\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Michael Holmes: Herr L&uuml;ders, heute sprechen wir &uuml;ber Ihr neues Buch. Es hei&szlig;t &bdquo;Drecksarbeit: Israel, Amerika und der imperiale Gr&ouml;&szlig;enwahn&ldquo;. Es geht auch viel um Deutschland und Israel &ndash; und nicht nur um Gaza und Pal&auml;stina, sondern um die ganze Region und darum, was Israel dort macht.<\/strong><\/p><p><strong>Ich muss Sie zun&auml;chst aber trotzdem zu den j&uuml;ngsten Ereignissen fragen, n&auml;mlich dem Waffenstillstand in Gaza. Danach kommen wir dann zu Iran, Libanon, Syrien, Jemen, Katar und vielleicht auch der Westbank, die gerne vergessen wird. Zun&auml;chst, was halten Sie von diesem Waffenstillstand in Gaza? Ist das ein Grund zur Hoffnung?<\/strong><\/p><p><strong>Michael L&uuml;ders:<\/strong> Also zun&auml;chst einmal hallo. Ich freue mich, heute den <em>NachDenkSeiten<\/em> zur Verf&uuml;gung stehen zu d&uuml;rfen. Die <em>NachDenkSeiten<\/em> geh&ouml;ren zu den wenigen Medienorganen, die man in Deutschland noch ernst nehmen kann, weil hier Themen auch angesprochen werden, die andernorts totgeschwiegen werden. Insofern, vielen Dank f&uuml;r die Einladung.<\/p><p><strong>Danke f&uuml;r das Kompliment.<\/strong><\/p><p>Nun also zu Ihrer Frage, Herr Holmes. Der Waffenstillstand &ndash; grunds&auml;tzlich ist es nat&uuml;rlich gut, wenn die Waffen schweigen und wenn Menschen nicht get&ouml;tet werden. Allerdings sterben sie ja im Gazastreifen auch weiterhin. Der Trick der israelischen Regierung ist, dass man sozusagen Low-Profile-Killings macht, also unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, zumindest in den hiesigen Medien. Allein in den ersten acht Tagen nach Verk&uuml;ndigung dieser Waffenpause sind mehr als 120 Pal&auml;stinenser im Gazastreifen von israelischer Seite get&ouml;tet worden. Dieser Waffenstillstand ist ein br&uuml;chiger. Wie gesagt: Dass die Waffen schweigen, ist f&uuml;r sich genommen eine gute Sache. Daran gibt es jetzt nichts auszusetzen. Aber der Friedensplan von Donald Trump sieht ja nicht vor, ein Fahrplan zu sein mit Blick auf die Gr&uuml;ndung eines pal&auml;stinensischen Staates, sondern es ist im Grunde genommen der Versuch, ein Protektorat zu errichten unter amerikanischer Aufsicht, unter Einbeziehung regionaler Staaten, wenn das gelingt. Aber es ist nirgendwo die Perspektive gegeben f&uuml;r einen pal&auml;stinensischen Staat.<\/p><p>Der erste Schritt ist gelungen. Die Geiseln sind alle freigelassen worden, aber alles andere, wenn man sich diesen 20-Punkte-Plan von Donald Trump durchliest, ist derma&szlig;en vage und oberfl&auml;chlich formuliert, dass man alles hinein- und hinausinterpretieren kann. Ich vermute, dass die Regierung Netanjahu auf Zeit spielen wird, um dann eher fr&uuml;her als sp&auml;ter den Krieg wieder aufzunehmen mit dem Argument, ja, man sei ja bereit zum Frieden, aber die Hamas halte an ihren terroristischen Methoden fest. Das Grundproblem ist, dass sich nichts ver&auml;ndert hat in den Formulierungen, und am Ende wird dieser Krieg weitergehen. Das Ziel der israelischen Regierung bleibt bestehen. Perspektivisch sollen die Pal&auml;stinenser, zumindest die aus dem Gazastreifen, aber auch die aus dem Westjordanland, vertrieben werden.<\/p><p><strong>Ja, Sie zeigen auch in Ihrem neuen Buch noch einmal, Sie tragen noch mal die Belege zusammen, warum Sie glauben, es handelt sich hier um einen V&ouml;lkermord. Das ist auch sehr &uuml;berzeugend. Aber wir m&ouml;chten heute ein bisschen auf die anderen L&auml;nder gucken, die von Israels Gr&ouml;&szlig;enwahn und der westlichen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Israel betroffen sind.<\/strong><\/p><p><strong>Allen voran und im Zentrum dieses Geschehens ist der Iran. K&ouml;nnen Sie da auch ein bisschen in die Geschichte dieser Feindschaft zur&uuml;ckgehen, die auch nicht immer eine Feindschaft war, wie Sie zeigen, zwischen Israel, den USA und dem Iran? Wie sind wir dahin gekommen, wo wir heute sind? Und was steht da eventuell zu bef&uuml;rchten?<\/strong><\/p><p>In meinem Buch &bdquo;Drecksarbeit&ldquo; widme ich in der Tat viel Raum den Verh&auml;ltnissen im Iran, die nat&uuml;rlich schwierig sind. Daran gibt es nichts zu besch&ouml;nigen. Es ist ein repressives politisches System, und viele Iraner w&uuml;nschen sich Ver&auml;nderung. Allerdings hat dieser Krieg, den es im Juni gegeben hat, dieser Zw&ouml;lf-Tage-Krieg, der gemeinsame Angriff zun&auml;chst Israels, dann der USA auf den Iran, nicht dazu beigetragen, das dortige politische System zu schw&auml;chen, sondern im Gegenteil, es hat eigentlich eher dessen Resilienz gest&auml;rkt. Denn nat&uuml;rlich f&uuml;rchten viele Iraner, dass der n&auml;chste Krieg, der n&auml;chste Angriff auf den Iran nur eine Frage der Zeit ist &ndash; nicht das Ob, sondern des Wann. Diese Sorge l&auml;sst nat&uuml;rlich die Kritik auch erst einmal verstummen, zumal sich die Frage stellt im Iran: Was ist die Alternative zum Status quo, zu den bestehenden Verh&auml;ltnissen? Will man wirklich einen Regimewechsel, wie das den Amerikanern, den Israelis vorschwebt? In dem Fall k&ouml;nnte der Iran einen Weg gehen wie der Irak oder Afghanistan. Das sind zwei abschreckende Beispiele in unmittelbarer Nachbarschaft Irans.<\/p><p>Also ich denke, dass dieser Krieg die bestehenden Verh&auml;ltnisse im Iran gefestigt hat und nicht etwa das Regime als solches ersch&uuml;ttert hat. Diese Feindschaft ist nicht naturgegeben. Es hat auch nichts zu tun mit religi&ouml;sen Motiven, sondern es ist hier im Grunde genommen ein hegemonialer Konflikt seit der Islamischen Revolution 1979, die ja, wenn man so will, eine versp&auml;tete Antwort war auf einen ganz anderen historischen Zusammenhang, n&auml;mlich den Sturz des demokratisch gew&auml;hlten iranischen Ministerpr&auml;sidenten Mohammed Mossadegh 1953. Er wurde gest&uuml;rzt in einem gemeinsamen Putsch von CIA und dem britischen Auslandsgeheimdienst MI6. Warum? Weil Mohammed Mossadegh die Dreistigkeit besessen hatte, die iranische Erd&ouml;lindustrie zu verstaatlichen und damit englischen Gesch&auml;ftsinteressen zu schaden.<\/p><p>Der gemeinsame Putsch erfolgte 1953, der Schah &uuml;bernahm die Macht, der dann bis zu seinem Sturz 1979 an selbiger blieb, allerdings ohne R&uuml;ckendeckung in der Bev&ouml;lkerung. Allein CIA und MI6 halfen ihm und der sehr d&uuml;nnen iranischen Oberschicht, an der Macht zu bleiben. Diese Machtbasis war aber zu d&uuml;nn. Zu jener Zeit war der Iran sehr prowestlich unter dem Schah. Dann kam die Revolution, die im Grunde genommen eine sp&auml;te Antwort auf den Putsch von 1953 war. Seither ist der Iran das am meisten verhasste politische System in der Region. Das System, ja, das Regime ist ja auch sehr brutal gewesen in der Vergangenheit und zum Teil bis heute hin. Die Hinrichtungsquoten im Iran heute sind die h&ouml;chsten der Welt. Es sind Zehntausende, wenn nicht noch mehr Oppositionelle und Gegner der Chomeini-Revolution, der Islamischen Revolution, die ja zun&auml;chst ein gro&szlig;er Volksaufstand war, get&ouml;tet, hingerichtet worden. Also, das war schon und ist ein sehr fragw&uuml;rdiges politisches System, das aber ungeachtet aller Versuche aus dem Ausland, es zu destabilisieren, sich doch als sehr widerstandsf&auml;hig erwiesen hat und immer wieder die Kurve bekommen hat mit Blick auf das eigene &Uuml;berleben.<\/p><p>Es gibt viele Geschichten, die ich auch erz&auml;hle in meinem Buch &bdquo;Drecksarbeit&ldquo;, die heute wirklich unglaublich anmuten, zum Beispiel die enge Zusammenarbeit Israels und Irans w&auml;hrend des irakisch-iranischen Krieges, als iranische Revolutionsgardisten und israelische Soldaten &ndash; ja, ich will nicht sagen herzinniglich, aber doch eng zusammenarbeiteten, vor allem auf dem Flughafen in Zypern, in Larnaka, wo amerikanische Waffen dann &uuml;ber den Umweg Israel an den Iran ausgeh&auml;ndigt wurden zur Kriegf&uuml;hrung gegen Saddam Hussein, der das Land 1980 &uuml;berfallen hatte.<\/p><p>1988 endete der Krieg. &Uuml;ber eine Million Menschen waren gestorben, f&uuml;r nichts und wieder nichts. Die amerikanische Politik war sehr halbherzig. Man unterst&uuml;tzte nat&uuml;rlich beide Seiten mit Waffen, und aus israelischer Sicht war eigentlich der Iran das bevorzugte Regime, weil man sich gesagt hat: Ach, na ja, das mit Khomeini, das &uuml;berlebt sich irgendwann. Wir wollen weiterhin gute Beziehungen unterhalten zum Iran wie zu Zeiten des Schahs.<\/p><p>Das &auml;nderte sich erst, nachdem Saddam Hussein durch seine Besetzung Kuwaits 1990 in Ungnade fiel. Da versch&auml;rfte sich der Ton Israels gegen&uuml;ber dem Iran, und der Iran wurde zum gro&szlig;en Schurken &ndash; auch deswegen, weil er geholfen hat, die libanesische Hisbollah, die Partei Gottes, eine schiitische Miliz im S&uuml;dlibanon, aufzubauen und zu bewaffnen. Man sah dann in Israel im Iran einen gro&szlig;en geostrategischen Feind, und in der Tat ist das ja auch so. Der Iran ist heute das letzte verbliebene Land im weiten Raum zwischen Atlantik im Westen und Indien im Osten, das geopolitisch Israels hegemonialen Anspr&uuml;chen und den hegemonialen Anspr&uuml;chen der USA widersteht.<\/p><p><strong>Nochmal kurz zur&uuml;ck zum Iran-Irak-Krieg, weil ich glaube, das wissen sehr wenige Menschen. Das ist sehr interessant. W&auml;hrend des Iran-Irak-Krieges hatte die iranische F&uuml;hrung schon diese Rhetorik gegen Israel und gegen die USA aufgrund der Geschichte mit beiden L&auml;ndern. Aber auf beiden Seiten, Iran und Israel, hat die pragmatische Geopolitik gesiegt &uuml;ber diese Ideologie, und sie hatten sozusagen eine geheime Allianz, die aber sehr stark und sehr bedeutend war. Das hei&szlig;t, Israel und der Iran haben zusammen gegen den Irak Stellung bezogen und das gegen&uuml;ber ihren eigenen Bev&ouml;lkerungen so weit wie m&ouml;glich geheim gehalten. Ist das richtig?<\/strong><\/p><p>Genauso ist es. Diese Zusammenarbeit hat man nat&uuml;rlich nicht an die gro&szlig;e Glocke geh&auml;ngt. Das w&auml;re ja auch peinlich. Aus heutiger Sicht ist ja der Iran aus israelischer Sicht das Grund&uuml;bel f&uuml;r alle Probleme in der Region offiziell. Auch hiesige Medien &uuml;bernehmen das israelische Narrativ, demzufolge Hamas und Hisbollah beide aus Teheran ferngesteuert w&uuml;rden, und insoweit sei das Mullah-Regime, wie es hei&szlig;t, auch verantwortlich f&uuml;r den Gro&szlig;angriff der Hamas am 7. Oktober 2023.<\/p><p>Aber damals war es so in den 1980er-Jahren, w&auml;hrend des Irak-Iran-Krieges, dass israelische Milit&auml;rberater sich die ganze Zeit &uuml;ber in der N&auml;he von Teheran aufhielten und die iranische Armee dabei unterst&uuml;tzt haben, den Krieg gegen den Irak zu f&uuml;hren, der ein f&uuml;r den Iran sehr verlustreicher Krieg war, der fast ausschlie&szlig;lich auf iranischem Boden ausgetragen wurde. Das erkl&auml;rt wiederum, warum dann sp&auml;ter die iranische F&uuml;hrung die Idee hatte, mit der Achse des Widerstandes, also pro-iranische schiitische Milizen in der arabischen Welt aufzubauen, zu unterst&uuml;tzen mit dem Ziel, f&uuml;r den Fall eines weiteren Krieges den Iran nicht zum alleinigen Schlachtfeld werden zu lassen.<\/p><p>Diese Strategie ist letztendlich gescheitert, weil als Reaktion auf den 7. Oktober hat ja Israel bekanntlich nicht allein die Hamas und den Gazastreifen massiv angegriffen, sondern auch zun&auml;chst den S&uuml;dlibanon, um die Hisbollah zu schw&auml;chen, und das auch durchaus mit Erfolg. Schlie&szlig;lich griff man den Iran an. Also, es war sozusagen ein Rausch, ein politischer Rausch, den man in Israel beobachten konnte und noch immer kann &ndash; dieser Rausch n&auml;mlich, zu glauben, man k&ouml;nnte alle Widersacher in der Region milit&auml;risch niederkart&auml;tschen, um dem eigenen Ziel, die einzig relevante Hegemonialmacht in der Region zu sein, n&auml;herzukommen und damit das eigene Gro&szlig;israel-Projekt zu vollenden, n&auml;mlich das gesamte historische Pal&auml;stina sich einzuverleiben.<\/p><p>Das alles ist jetzt ein bisschen ins Rutschen geraten, weil die Regierung Trump, weil vor allem Donald Trump selbst den Israelis signalisiert hat: Es gibt hier eine Grenze, denn wir, die Amerikaner, und ich als Donald Trump, wir haben Gesch&auml;ftsinteressen und geostrategische Interessen in der Region. Wir sind zwar mit euch der Meinung, dass wir den Iran schw&auml;chen wollen, aber wir wollen nicht riskieren, dass dar&uuml;ber nun die Beziehungen zu den Golfstaaten Schaden nehmen.<\/p><p><strong>Also das Narrativ in Israel, in den USA und auch in Europa geht etwa so: Der Iran ist die Wurzel allen &Uuml;bels im Nahen Osten und hat seine Tentakel im Libanon, im Jemen, in Syrien, im Irak. Da ist ein bisschen Kernwahrheit drin, weil der Iran seine Stellvertreterarmeen in den verschiedenen L&auml;ndern tats&auml;chlich unterst&uuml;tzt. Was Sie in Ihrem Buch zeigen, ist, dass das alles aus Sicht des Iran im Grunde genommen eine Defensivstrategie ist und dass diese sogenannten Stellvertreterarmeen &ndash; also die Hisbollah, die Huthi und die schiitischen Milizen im Irak &ndash; sehr viel Eigenst&auml;ndigkeit haben; in unterschiedlichem Ausma&szlig; auch, dass die Unterst&uuml;tzung des Iran mehr oder weniger wichtig ist in den verschiedenen L&auml;ndern; dass sie aber alle entstanden sind aus einer realen Unterdr&uuml;ckung der Bev&ouml;lkerung, deswegen viel R&uuml;ckhalt haben in der Bev&ouml;lkerung &ndash; verschiedene Formen der Unterdr&uuml;ckung, nicht nur durch Israel und die USA, sondern auch durch Saudi-Arabien und verschiedene andere imperiale und regionale M&auml;chte.<\/strong><\/p><p><strong>Jetzt w&uuml;rde ich das gerne ein bisschen durchgehen. Erst noch mal zur&uuml;ck zum Iran, denn Sie versuchen, sehr ausf&uuml;hrlich zu zeigen, dass der Iran im Grunde genommen schon seit vielen Jahren immer wieder seri&ouml;se diplomatische Offerten gefahren hat und zum Teil sehr weitgehende Friedensangebote an Israel und die USA und den weiteren Westen unterbreitet hat. Der Westen hat das eigentlich fast vollst&auml;ndig ignoriert, mit der gro&szlig;en Ausnahme nat&uuml;rlich des Atomdeals unter Obama. K&ouml;nnen Sie das ein bisschen ausf&uuml;hren? In Ihrer Darstellung ist der Iran in diesem ganzen Spiel weniger der Aggressor als eine Defensivmacht, die nat&uuml;rlich auch Unrecht begeht, nicht nur im Inneren des Landes, sondern auch au&szlig;erhalb seiner Grenzen, aber in vieler Hinsicht reagiert.<\/strong><\/p><p>Ja, genauso ist es. Es ist nat&uuml;rlich so: Wenn man geopolitische Zusammenh&auml;nge versucht zu ergr&uuml;nden, dann muss man sich verabschieden von einer Weltsicht, wie sie bei uns vorherrschend ist in vielerlei Hinsicht, n&auml;mlich die Welt zu unterscheiden in Gut und B&ouml;se, wobei wir, die Westler, wenn ich es so verallgemeinernd sagen darf, grunds&auml;tzlich zu den Guten rechnen, weil wir ja f&uuml;r Freiheit, Demokratie und Menschenrechte stehen, und die anderen, das sind eben dann die B&ouml;sen. Das ist die autorit&auml;re Bedrohung f&uuml;r die demokratischen Staaten.<\/p><p>Zu den Schurken dieser Welt, den &sbquo;Bad Guys&lsquo;, z&auml;hlt man im Westen ja schon seit Jahrzehnten den Iran. Das Narrativ ist &uuml;beraus simpel, und jede Differenzierung unterbleibt weitgehend. Das ist bedauerlich, denn es ist in der Tat so, dass alle iranischen Pr&auml;sidenten, angefangen mit dem ersten, Rafsandschani, immer versucht haben, sich mit den USA ins Benehmen zu setzen.<\/p><p>Selbst Mahmud Ahmadinedschad, an den sich der eine oder andere vielleicht noch erinnert, der in den 2000er-Jahren durch seine antiisraelischen Ausf&auml;lle ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigt geworden ist &ndash; selbst er hat in einem pers&ouml;nlichen, handgeschriebenen Brief an George W. Bush versucht, die Beziehungen zwischen den L&auml;ndern zu normalisieren, zwischen dem Iran und den USA, bei allem Misstrauen gegen&uuml;ber der Weltmacht. Aber all diese Versuche sind ins Leere gelaufen. Das h&auml;ngt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass imperiale M&auml;chte nicht bem&uuml;ht sind, sich mit potenziellen Widersachern ins Benehmen zu setzen und deren legitime Interessen, ob sie einem jetzt gefallen oder nicht, anzuerkennen; sondern man versucht im Grunde genommen, Widersacher niederzukart&auml;tschen und idealerweise, was den Iran betrifft, einen Regimewechsel herbeizuf&uuml;hren.<\/p><p>Deswegen sind all diese Versuche der iranischen Seite ins Leere gelaufen, mit fatalen Folgen auch f&uuml;r die innenpolitischen Verh&auml;ltnisse. Die Boykottma&szlig;nahmen sollten ja das Regime schw&auml;chen. Es gibt so diese Wahnvorstellungen in westlichen Hauptst&auml;dten: Wenn man die Lebensbedingungen von Menschen nur katastrophal genug gestaltet, dann erheben sie sich gegen&uuml;ber der eigenen Regierung. So hatte man gedacht mit Blick auf Saddam Hussein. Die furchtbaren Sanktionen gegen&uuml;ber dem Irak von 1990 bis 2003 haben Hunderttausende von Irakern das Leben gekostet infolge insbesondere fehlender Ern&auml;hrung und medikament&ouml;ser und medizinischer Versorgung.<\/p><p>So hat man auch im Gazastreifen geglaubt, dass die Menschen sich gegen die Hamas erheben w&uuml;rden, und so glaubt man das im Iran auch. Das ist allerdings eine Fehlkalkulation. Was geschehen ist, ist Folgendes: Die Mittelschichten im Iran sind durch diese ganzen Boykottma&szlig;nahmen, die es seit 1979 gibt, die aber in den Jahren seit Trumps erster Amtszeit immens, exponentiell zugenommen haben &ndash; der Iran ist heute das am meisten sanktionierte Land weltweit. Allein seit der ersten Amtszeit von Donald Trump sind 1.500 neue Sanktionsbestimmungen hinzugekommen in Richtung Iran.<\/p><p>Das Ergebnis war, dass nat&uuml;rlich die iranische Wirtschaft unter Druck geraten ist, dass die Inflation angezogen hat und die Mittelschichten, die es gab im Iran, auf diese Art und Weise in weiten Teilen in die Verarmung getrieben worden sind. Das kann man leicht nachvollziehen. Nur mal als Beispiel: Wenn man jetzt, sagen wir, als Lehrer in Deutschland 1.000 Euro verdient als Festgehalt und dann gibt es eine Inflationsrate von 120 Prozent, dann kann man sich ausrechnen, was man mit diesen 1.000 Euro noch alles anstellen kann nach zwei, drei Jahren. Das ist auch ein gro&szlig;es Problem im Iran.<\/p><p>F&uuml;r die Menschen ist das &Uuml;berleben sehr, sehr schwierig geworden, und das gelingt vielfach vor allem deswegen, weil die solidarischen Familien-und regionalen Beziehungen so ausgepr&auml;gt sind, dass man einander doch hilft und unter die Arme greift. Es ist nicht gelungen, den Iran wirklich in die Knie zu zwingen politisch, sondern im Gegenteil, der Iran hat sich mehr und mehr vor allem an Russland und China angen&auml;hert, und diese drei L&auml;nder bilden mittlerweile doch eine &ndash; bei allen Gegens&auml;tzlichkeiten &ndash; stabile Allianz mit dem Ergebnis, dass an einen Regimewechsel im Iran eigentlich nicht wirklich zu denken ist. Jedenfalls wird er nicht herbeigef&uuml;hrt werden durch eine Intervention von au&szlig;en.<\/p><p>Das, was man h&auml;ufig h&ouml;rt, also 80 Prozent der Bev&ouml;lkerung im Iran seien gegen das Regime &ndash; das ist sicherlich nicht falsch, oder zumindest kann man nicht belegen, dass es falsch w&auml;re. Aber Unzufriedenheit, und sei sie noch so gro&szlig;, ist nicht zu verwechseln mit einer revolution&auml;ren Stimmung. Es gibt im Augenblick jedenfalls keinerlei Hinweise darauf, dass es im Iran eine politische oder gesellschaftliche Kraft geben k&ouml;nnte, die das bestehende System aushebelt.<\/p><p>Stattdessen muss das bestehende System versuchen, weltoffener zu werden, toleranter zu werden. M&ouml;glicherweise gelingt das auch. Der Revolutionsf&uuml;hrer Chamenei ist ja nun schon hochbetagt, 86, und es gibt viele Hinweise darauf, dass der Iran sich transformieren k&ouml;nnte von einem religi&ouml;s orientierten Staat, zumindest nach au&szlig;en hin, in Richtung auf eine nationalistische, autorit&auml;re Struktur, vergleichbar vielleicht den Verh&auml;ltnissen in Pakistan. Das ist ja auch eine Islamische Republik, aber nur dem Namen nach. De facto hat das Milit&auml;r das Sagen, und eine solche Entwicklung k&ouml;nnte es auch im Iran geben mit Blick auf die Revolutionsgarde, die der entscheidende Machtfaktor ist innerhalb des politischen Systems.<\/p><p><strong>Nun, unsere Falken im Westen, auch in Deutschland, USA, Israel, warnen eindringlich davor, dass, wenn der Iran an Atomwaffen gelangt &ndash; und sie behaupten, dass er auf dem Weg dazu ist &ndash;, dann k&ouml;nnte es einen zweiten Holocaust geben. Also, der Iran wird dann Israel ausl&ouml;schen mit Atomwaffen, weil sein Ziel ist, das j&uuml;dische Volk auszul&ouml;schen, zu vernichten, weil er angetrieben sei von einem fanatischen Antisemitismus. Und das soll dann die Angriffe auf den Iran rechtfertigen. Was sagen Sie dazu?<\/strong><\/p><p>Na ja, es gab ja &uuml;ber Jahre hinweg seit Beginn der 2000er-Jahre, seit 2002, Atomverhandlungen mit dem Iran. Die waren sehr langwierig und schwierig, und schlie&szlig;lich dann im Jahr 2015, unter der &Auml;gide von Barack Obama, gab es dann das Atomabkommen mit dem Iran, mitgetragen von der Europ&auml;ischen Union und den drei ma&szlig;geblich an den Verhandlungen beteiligten europ&auml;ischen Staaten: Gro&szlig;britannien, Frankreich und Deutschland.<\/p><p>Die Internationale Atomenergiebeh&ouml;rde in Wien hat die Einhaltung dieses Atomabkommens aus dem Jahr 2015 bis zur einseitigen Aufk&uuml;ndigung dieser Vereinbarung durch Donald Trump in seiner ersten Amtszeit drei Jahre sp&auml;ter, 2018, regelm&auml;&szlig;ig &uuml;berpr&uuml;ft und hat in insgesamt 22 Berichten festgehalten, dass sich der Iran an alle Auflagen des Atomabkommens halte. Man muss sich vor Augen f&uuml;hren, dass die Internationale Atombeh&ouml;rde Zugang hatte, jederzeit, egal wo im Iran, zu pr&uuml;fen, ob der Iran was anreichert und wenn ja, in welcher Gr&ouml;&szlig;enordnung. Das Ganze lief nat&uuml;rlich auch durchaus auf Spionage hinaus, was im Iran gro&szlig;es Unbehagen ausgel&ouml;st hatte. Aber jedenfalls bis 2018 hatte der Iran sich an alle Vereinbarungen gehalten.<\/p><p>Danach sind die USA ausgestiegen, haben einseitig diesen Vertrag gek&uuml;ndigt, was v&ouml;lkerrechtlich gesehen eigentlich so gar nicht m&ouml;glich w&auml;re. Aber egal. Nur von dem Moment an hat sich der Iran auch nicht mehr an das Atomabkommen gebunden gef&uuml;hlt. Es gab zwar weiterhin Kontrollen usw. Also, der Iran hat nie alle F&auml;den abgerissen zur Atomenergiebeh&ouml;rde, aber die Botschaft war ganz klar: Es gibt nichts mehr, woran wir uns orientieren k&ouml;nnen. Deswegen ist der h&auml;ufig zu vernehmende Vorwurf, der Iran w&uuml;rde sich nicht an das Atomabkommen halten, in der Sache deswegen absurd, weil es das seit 2018 nicht mehr gibt.<\/p><p>Der Trick der Iraner war, dass sie nach der Aufk&uuml;ndigung die Anreicherung von Uran hochgefahren haben, langsam aber sicher immer mehr hochgefahren haben. Heute hat der Iran angereichertes Uran in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von &uuml;ber 60 Prozent. Das gilt Kritikern des Iran als Hinweis darauf, dass der Iran heimlich nach einer Atombombe greifen w&uuml;rde. Das ist zumindest die vorherrschende Interpretation.<\/p><p>Allerdings wissen wir aus den Berichten der amerikanischen Geheimdienste &ndash; es gibt 18 &ndash;, und die legen einmal im Jahr einen Bericht vor &uuml;ber die internationale Bedrohungslage aus amerikanischer Sicht; und all diese Berichte haben immer wieder best&auml;tigt, zuletzt im M&auml;rz 2025, dass der Iran nicht an einer Atombombe arbeite, danach auch nicht strebe. Das wurde auch im Kongress vorgetragen in Washington, und die Reaktion von Donald Trump darauf war, zu sagen: Es ist mir egal, was diese Leute sagen.<\/p><p>Also, es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Iran nach der Atombombe greift, und die Anreicherung, die langsam, aber sicher hochgefahren wurde, war im Grunde genommen ein Verhandlungschip, ein Pokereinsatz, wenn man so will. Die Botschaft des Irans lautete immer: Wir sind bereit, &uuml;ber alles zu verhandeln, aber wir wollen eine Gegenleistung, n&auml;mlich zumindest die teilweise Aufhebung der Sanktionen. Die amerikanische Seite war dazu aber nicht bereit, hat im Gegenzug sogar noch mehr Sanktionen verh&auml;ngt. Insgesamt gibt es heute mehr als 3.000, die greifen mit Blick auf den Iran.<\/p><p>Diese Strategie oder diese Hoffnung des Irans, durch diese Anreicherungsgeschichte einen Verhandlungsdruck aufbauen zu k&ouml;nnen, hat sich leider als Illusion erwiesen, weil die andere Seite, also sprich die USA, nicht gewillt waren, sich darauf einzulassen. Diese Atomverhandlungen sind &ndash; nun kann man sagen, einerseits verst&auml;ndlich, der Iran darf keine Atombombe besitzen. Okay. Man fragt sich allerdings, warum dann umgekehrt Israel dieses darf, denn ideal w&auml;re ein atomwaffenfreier Naher Osten. Davon sind wir weit entfernt. Es wird auch hier mit zweierlei Ma&szlig; gemessen.<\/p><p>Um es etwas zugespitzt zu formulieren: Warum nicht existierende Atombomben in den H&auml;nden, wie es hei&szlig;t, fanatischer Mullahs gef&auml;hrlicher sein sollen als real existierende Atombomben in den H&auml;nden israelischer Rechtsextremisten &ndash; diese Logik erschlie&szlig;t sich nicht ganz, wenn man die Sache n&uuml;chtern betrachtet. Aber nichtsdestotrotz, das ist nun mal jetzt die Gefechtslage.<\/p><p>Im Juni kam dann der israelische Angriff auf den Iran, unterst&uuml;tzt von den USA, und nun behaupten die Amerikaner, es g&auml;be keine Atomanlagen mehr, die geeignet w&auml;ren, eine Atombombe herzustellen. Experten bezweifeln das. Genaueres wissen wir nicht, weil es nat&uuml;rlich keine unabh&auml;ngigen Untersuchungen gibt. Wahrscheinlich ist die Urananreicherung zur&uuml;ckgeworfen worden, auch durch die Ermordung f&uuml;hrender Atomwissenschaftler im Iran. Aber nichtsdestotrotz: Der Iran wird nicht davon ablassen, die Atomenergie zu nutzen.<\/p><p>Die USA wie auch Israel verlangen, dass dem Iran auch die friedliche Nutzung der Atomenergie nicht gestattet sei. Das ist ein v&ouml;lkerrechtlich absurdes Anliegen. Aber, tja, wenn man &uuml;ber die Macht verf&uuml;gt, kann man nat&uuml;rlich auch die Spielregeln bestimmen. Die meisten Iraner glauben, dass der n&auml;chste Angriff auf den Iran nicht eine Frage des Ob, sondern des Wann ist. Wahrscheinlich ist diese Einsch&auml;tzung auch durchaus realistisch.<\/p><p><strong>Sie warnen auch im Buch eindr&uuml;cklich vor so einem Krieg, weil er eine ganz andere Gr&ouml;&szlig;enordnung h&auml;tte als alles, was wir in den letzten Jahren gesehen haben. Der Iran ist gr&ouml;&szlig;er, bev&ouml;lkerungsreicher und auch m&auml;chtiger, als der Irak war, zum Beispiel w&auml;hrend des Irakkrieges.<\/strong><\/p><p>Ja.<\/p><p><strong>Dann gehen wir ein bisschen die L&auml;nder durch, die hier eine gro&szlig;e Rolle spielen. Was Sie zeigen, ist, dass sehr viele Kriege in der Region und sehr viele Aktionen Israels und der USA sich daraus erkl&auml;ren, aus diesen realen oder zum Teil auch eingebildeten Stellvertreterkriegen zwischen dem Westen und dem Iran und seinen Verb&uuml;ndeten, aber auch den arabischen Staaten, den Golfstaaten allen voran, und dem Iran. Am wichtigsten ist hier<\/strong> <strong>vielleicht der Libanon. Ist die Hisbollah eine iranische Marionette? Warum gibt es die Hisbollah &uuml;berhaupt?<\/strong><\/p><p>Die Hisbollah ist genauso wie die Hamas entstanden als Reaktion auf israelische Besatzung. 1982 sind die Israelis in den Libanon einmarschiert, sind vorgedrungen bis nach Beirut. Das Ziel war damals, die PLO aus dem Libanon zu vertreiben, was auch geschehen ist. Jassir Arafat und seine K&auml;mpfer mussten das Land verlassen. Letztere wurden auf verschiedene arabische L&auml;nder verteilt, und Jassir Arafat nahm zun&auml;chst einmal Zuflucht in Tunesien, also weit weg vom Schuss im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p><p>Aber gleichzeitig &uuml;bten die Israelis eine brutale Besatzung aus, und das Ergebnis war, dass sich dann der schiitische Widerstand im S&uuml;den des Libanon gegen die israelischen Besatzer formierte. Aus diesem schiitischen Widerstand heraus erwuchs dann die Hisbollah, und die ist in der Tat und wird bis heute vom Iran milit&auml;risch, politisch und finanziell unterst&uuml;tzt. Die Hisbollah selbst erkennt den Revolutionsf&uuml;hrer im Iran als ihren obersten F&uuml;hrer an, hat selbst keine schiitische Geistlichkeit, die sie ins Feld f&uuml;hren w&uuml;rde in Konkurrenz zu dem iranischen Revolutionsf&uuml;hrer.<\/p><p>Die Hisbollah ist ein ernst zu nehmender milit&auml;rischer Gegner Israels, zumindest gewesen, und sie haben sich dann auch zur Aufgabe gemacht, sich mit den Pal&auml;stinensern zu solidarisieren. Nach dem 7. Oktober hat die Hisbollah dann auch begonnen, vom S&uuml;dlibanon aus Nordisrael zu beschie&szlig;en, als Reaktion darauf wiederum haben dann die Israelis gro&szlig;fl&auml;chige Angriffe geflogen auf die Stellungen der Hisbollah und haben unter anderem auch die ganze F&uuml;hrungsebene der Hisbollah quasi get&ouml;tet.<\/p><p>Jetzt ist die Hisbollah geschw&auml;cht, und das Ziel der amerikanischen Einwirkung auf den Libanon ist es, dass die Hisbollah entwaffnet werden m&ouml;ge. Das ist aber ein unm&ouml;gliches Unterfangen f&uuml;r die sehr schwache libanesische Regierung. Dazu hat sie weder die Waffen noch die M&ouml;glichkeiten. Die israelische Seite hat den Waffenstillstand, den es mit dem Libanon seit November letzten Jahres gibt, stetig gebrochen. Gegenw&auml;rtig fliegt die israelische Luftwaffe t&auml;glich, kann man sagen, Angriffe im S&uuml;den des Libanons, vor allem auf schiitische Gebiete, immer mit dem Argument, es gelte, terroristische Infrastruktur zu zerst&ouml;ren. Aber aus israelischer Sicht ist im Prinzip fast schon jeder Schiit ein potenzieller Hisbollah-Unterst&uuml;tzer und infolgedessen auch zum Abschuss freigegeben.<\/p><p>Das Ganze geht einher mit der Verheerung der libanesischen Landwirtschaft. Es ist ein Problem, dass hier nicht wahrgenommen wird. Die Israelis haben gro&szlig;fl&auml;chig die Landwirtschaft im S&uuml;den des Libanon zerst&ouml;rt, insbesondere durch das Setzen gro&szlig;er Br&auml;nde, die immens viele Olivenhaine beispielsweise zerst&ouml;rt haben und die Wasserversorgung im S&uuml;den des Libanon massiv gef&auml;hrden.<\/p><p>Der Libanon ist also ein sehr fragiler Staat und verf&uuml;gt &uuml;ber nur eine schwache Armee. Diese Armee ist auch deswegen schwach, weil die USA und die vermeintliche Schutzmacht Frankreich, die beide ja angeblich den Libanon sch&uuml;tzen wollen, dem Libanon keine schweren Waffen liefern, weil sie f&uuml;rchten, dass diese dann gegen Israel eingesetzt werden k&ouml;nnten. Insofern ist also der Libanon, und das ist ja durchaus interessant, nicht in der Lage, sich milit&auml;risch zu verteidigen. Die Zukunft des Libanon ist au&szlig;erordentlich prek&auml;r.<\/p><p>Die Verarmungsrate ist sehr hoch. Die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze. Die Mittelschicht ist komplett verarmt aufgrund des Umstandes, dass die v&ouml;llig sklerotische politische Klasse im Libanon, die seit Jahrzehnten die Macht innehat, ein Netzwerk aus verschiedenen Clans, die &uuml;ber die konfessionellen Grenzen hinweg sozusagen Poker gespielt, Roulette gespielt haben mit den Bankeinlagen der libanesischen Kunden, sodass all diejenigen, die ihr Geld in libanesischen Banken angelegt hatten, vor zwei, drei Jahren vollst&auml;ndig enteignet worden sind, einfach weil kein Geld mehr da war.<\/p><p>Das ist ein schwerer Schlag gewesen f&uuml;r die Mittelschichten im Libanon und &uuml;brigens auch f&uuml;r die in Syrien, denn zur Zeit der Assad-Herrschaft haben viele Syrer, die &uuml;ber Geld verf&uuml;gten, selbiges im Libanon angelegt. Alles perdu, alles verloren. Das ist wirklich tragisch f&uuml;r die Menschen, und die Zukunft des Libanon bleibt ungewiss. Es ist eine sehr fragile Situation und nur schwer m&ouml;glich, diesen Staat auf Dauer zusammenzuhalten.<\/p><p><strong>Ich erinnere mich an ein Gespr&auml;ch, das ich hatte mit einem Hisbollah-K&auml;mpfer im S&uuml;den des Libanon. Ich habe ihn gefragt, warum er sich der Hisbollah angeschlossen hat. Er sagte: &sbquo;Es war ganz einfach. Die Israelis haben zw&ouml;lf Familienmitglieder und Freunde von mir ermordet, mein Dorf zerst&ouml;rt, und dann bin ich in die Berge gegangen, bin an einer Waffe ausgebildet worden.&lsquo; Er hat betont, dass er kein Antisemit sei, dass Juden in Frieden auch im Nahen Osten leben k&ouml;nnen sollten, aber dass Israel nicht bereit sei zum Frieden, und er w&uuml;rde auch zur Verteidigung des Libanon k&auml;mpfen und nicht des Iran, obwohl er dankbar sei f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung des Iran.<\/strong><\/p><p><strong>Kommen wir zu Syrien. Syrien hat eine neue Regierung seit einigen Monaten, und das hat auch sehr viel zu tun mit der Feindschaft gegen&uuml;ber dem Iran und den Stellvertreterkriegen im Nahen Osten. Israel hat sowohl vor dem Regierungswechsel, also unter dem Assad-Regime, regelm&auml;&szlig;ig Syrien bombardiert und hat es auch hinterher getan, und sogar noch mehr. K&ouml;nnen Sie das ein bisschen erl&auml;utern? Was hat Syrien mit alldem zu tun? Was ist von der neuen Regierung zu halten?<\/strong><\/p><p>Es gab einen B&uuml;rgerkrieg in Syrien seit 2011, und das alles unter der Herrschaft von Baschar al-Assad, und nat&uuml;rlich war das alles ein furchtbares Regime, gar keine Frage. Aber der v&ouml;llig &uuml;berraschende Sturz von Baschar al-Assad, der die meisten &uuml;berrascht hat im Dezember des vorigen Jahres, war nichts Spontanes, sondern es war von langer Hand vorbereitet, vor allem durch die vollst&auml;ndige Unterminierung der syrischen Wirtschaft. Die Details will ich jetzt hier nicht darlegen, das kann man nachlesen in meinem Buch.<\/p><p>Interessant ist aber, dass die USA und andere, darunter die T&uuml;rkei und die arabischen Golfstaaten, auch die h&auml;rtesten Dschihadisten unterst&uuml;tzt hatten, um das politische System von Baschar al-Assad zu st&uuml;rzen, zu sprengen. Das ist dann ja am Ende auch gelungen, und es ist wirklich nicht frei von b&ouml;ser Ironie, dass die Amerikaner ganz gezielt Al-Qaida, also jene Leute, die f&uuml;r 9\/11 in den USA verantwortlich sind, unterst&uuml;tzt haben, um ein Gegengewicht zur Diktatur von Assad aufzubauen mit dem Ziel, einen politischen Wandel dort herbeizuf&uuml;hren.<\/p><p>Uns wurde in der hiesigen &Ouml;ffentlichkeit nat&uuml;rlich das alles anders erz&auml;hlt. Da hat man dann gesprochen etwa von der Freien Syrischen Armee, die f&uuml;r die Freiheit k&auml;mpfe, Zivilgesellschaft m&uuml;sse man st&auml;rken usw. Aber das ist alles Schall und Rauch. Das sind Bem&uuml;hungen gewesen, die nur &uuml;ber ungen&uuml;genden R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gt haben, und die verschiedenen Milizen konnten sich am Ende nicht durchsetzen.<\/p><p>Aber Al-Qaida &ndash; und auch der neue Machthaber in Syrien, al-Scharaa, kommt aus diesem Umfeld. Er sa&szlig; selbst im Irak lange Jahre im Gef&auml;ngnis und war den Amerikanern bestens bekannt, und irgendwann ist er dann zur&uuml;ckgekehrt nach Syrien. Ich stelle die Frage, ob das sozusagen rein eigeninitiativ war oder ob man da Absprachen getroffen hat. Wir wissen das nat&uuml;rlich nicht, aber auf jeden Fall wird al-Scharaa seit Jahren von den USA unterst&uuml;tzt, konnte sich dann im Norden Syriens durchsetzen. Nat&uuml;rlich hat man Al-Qaida dann umbenannt in die Bewegung zur Befreiung der Levante, und der Chef dieser ganzen Organisation, gemeinhin Terrororganisationen nach den sonstigen Ma&szlig;st&auml;ben westlichen Urteilens, der konnte sich dann sukzessive durchsetzen aufgrund massiver Waffenlieferungen und finanzieller Unterst&uuml;tzung.<\/p><p>Im Nordwesten Syriens gab es eine Region, Idlib. Das war die Einzige, die von den Rebellen gehalten wurde, und von dort aus haben sie dann ihren Siegeszug letztes Jahr angetreten. Am Ende ist dieses ganze &uuml;berkommene System von Baschar al-Assad in sich kollabiert, ma&szlig;geblich deswegen, weil einfache syrische Soldaten keine Lust hatten, f&uuml;r 13, 14, 15 Dollar Monatslohn ihr Leben zu riskieren. Somit konnten dann die Dschihadisten die Macht &uuml;bernehmen in Syrien, 15 bis 20.000 Mann, darunter ein Drittel ausl&auml;ndischer K&auml;mpfer. Viele von ihnen sind Uiguren aus der entsprechenden Region in China.<\/p><p>Ja, sie sind jetzt die neuen Machthaber. Sie werden unterst&uuml;tzt insbesondere von den USA. Nat&uuml;rlich war Donald Trump im Mai in Katar, und dann kam auch al-Scharaa, und man reichte einander die Hand, und Trump erkl&auml;rte al-Scharaa zu einem &bdquo;really great guy&ldquo;, er sei ein gro&szlig;artiger Kerl usw. Das Problem f&uuml;r ihn, al-Scharaa, ist jetzt nur &ndash; egal, was man von ihm h&auml;lt und seinem neuen System, das in der Sache jetzt auch nicht viel besser ist als das, was man vorher hatte, aber es ist vielleicht nicht ganz so brutal, dar&uuml;ber kann man sich jetzt streiten. Auf jeden Fall muss man sagen, dass al-Scharaa es nicht schaffen wird, Syrien zusammenzuhalten, weil insbesondere Israel Interesse daran hat, dieses Land zu zerschlagen, um auf diese Art und Weise Einfluss zu nehmen in der Region.<\/p><p>Die Israelis streben an, einen Korridor zu errichten von den Golanh&ouml;hen in Richtung S&uuml;dsyrien entlang der irakischen Grenze bis in die kurdischen Gebiete von Syrien mit dem Ziel, diese Kurden dann zu unterst&uuml;tzen und den eigenen Einfluss auszudehnen. Die hinl&auml;nglich bekannten rechtsextremen Minister in Israel sagen auch klipp und klar, dass Syrien als Zentralstaat gar keine Existenzberechtigung habe.<\/p><p>Aus israelischer Sicht ist Syrien eine Beute. Man hat weiterhin Territorium besetzt. Nach dem Sturz von Assad, allein in den zwei Tagen danach &ndash; am achten wurde er gest&uuml;rzt, Baschar al-Assad, am 8. Dezember vorigen Jahres &ndash; und allein innerhalb von 48 Stunden bis zum Zehnten hat die israelische Luftwaffe in der gr&ouml;&szlig;ten Angriffswelle seit Bestehen des Staates Israel quasi 80 Prozent der milit&auml;rischen Infrastruktur Syriens zerst&ouml;rt; offiziell nat&uuml;rlich, um den Terror zu bek&auml;mpfen usw. Aber es ist schon bemerkenswert, dass solche Ereignisse, mal eben so 80 Prozent der milit&auml;rischen Infrastruktur zu zerst&ouml;ren eines Nachbarlandes, dass das alles so durchgeht. Das ist v&ouml;llig okay.<\/p><p><strong>Das kommt &uuml;berhaupt nicht an in den westlichen Medien, was Sie gerade gesagt haben.<\/strong><\/p><p>Nein, &uuml;berhaupt nicht. Es wird nicht thematisiert beziehungsweise es f&auml;llt alles in die Rubrik Terrorbek&auml;mpfung&ndash; immer Terrorbek&auml;mpfung. Die Vorstellung, dass viele dieser Bewegungen, ob wir die jetzt m&ouml;gen oder nicht &ndash; das gilt f&uuml;r die Hamas, das gilt f&uuml;r die Hisbollah, das gilt f&uuml;r die Huthi &ndash;, das sind ja Bewegungen, die letztendlich entstanden sind aufgrund westlicher Interventionen. Die Huthi, es ist ein bisschen komplexer. Die Saudis hatten einen Freibrief bekommen von Obama im Jahr 2015, gewisserma&szlig;en als Trostpreis f&uuml;r das Atomabkommen mit dem Iran, was die Saudis &uuml;berhaupt nicht mochten, weil ja der Iran damals der gro&szlig;e Gegner Saudi-Arabiens war. Heute ist das alles ein bisschen anders.<\/p><p>Dann hat Saudi-Arabien &ndash; das war der gr&ouml;&szlig;te Fehler des noch jungen Kronprinzen Mohammed bin Salman &ndash; eben den Jemen angegriffen, hat dadurch die Huthi erst so richtig stark gemacht. Das war ein riesiger Fehler. Der zweite gro&szlig;e Fehler war die Ermordung des oppositionellen Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul &ndash; also eine furchtbare Situation.<\/p><p>Wir verstehen aber nicht, dass das die Reaktion ist auf Interventionen. Nat&uuml;rlich Hamas und Hisbollah &ndash; kann man kaum sagen in Deutschland, aber es sind, so sehen Sie sich selbst, so sehen es ihre Anh&auml;nger &ndash;, es sind nationale Widerstandsorganisationen. Um das auch noch mal klar und deutlich zu sagen, auch in der deutschen &Ouml;ffentlichkeit: Wenn die Hamas im Gazastreifen israelische Soldaten angreift, ist das nicht ein Akt des Terrorismus, sondern ein Akt des legitimen Widerstandes gegen eine Besatzungsmacht. Das mag man hier aber nicht so h&ouml;ren, aber im Grunde genommen, da m&uuml;sste man gem&auml;&szlig; dieser Logik eigentlich auch, sagen wir mal, &uuml;berlegen, ob man die Hamas nicht doch auch anders einordnen kann als reine Terrororganisation, die sie in Teilen nat&uuml;rlich ist. Selbstverst&auml;ndlich, das Unrecht des 7. Oktober 2023 bestand darin, dass die Hamas unbeteiligte Zivilisten get&ouml;tet und zu Geiseln genommen hat. Das ist ein Unrecht. Das ist ein Kriegsverbrechen.<\/p><p><strong>Ja. Die Hamas und die Hisbollah haben zwar ein Recht auf Selbstverteidigung, also vor allem die Pal&auml;stinenser, aber Sie machen ganz klar, dass Angriffe auf Zivilisten grunds&auml;tzlich gegen V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en und alle m&ouml;glichen anderen Konventionen.<\/strong><\/p><p>So ist es, und wir nehmen das nat&uuml;rlich bei der Hamas sehr viel sensibler wahr als umgekehrt. Ich meine, die Israelis greifen auch st&auml;ndig pal&auml;stinensische Zivilisten an. Aber auch das f&auml;llt &uuml;berwiegend in die Kategorie Terrorbek&auml;mpfung, jedenfalls in Deutschland. In anderen L&auml;ndern gibt es jetzt auch das Wissen, dass das, was Israel dort angerichtet hat und noch immer anrichtet im Gazastreifen, aber eben auch im Westjordanland, ein durchgehender Versto&szlig; gegen alle internationalen Rechtsnormen ist, bis hin zum Vorwurf des Genozides.<\/p><p>Aber seit diesem Friedensschluss, dem vermeintlichen, dem Friedensplan von Donald Trump, scheint es so zu sein, dass viele in Deutschland glauben: Ja, der Krieg ist vorbei, jetzt k&ouml;nnen wir weitermachen wie bisher. Friedrich Merz sagte ja auch schon, dann k&ouml;nnen wir jetzt die Waffenlieferungen wieder aufnehmen, und au&szlig;erdem haben die Pal&auml;stinenser jetzt keinen Grund mehr zu demonstrieren, als sei die Unterdr&uuml;ckung der Pal&auml;stinenser jetzt Vergangenheit. Das ist aber nicht der Fall, auch im Westjordanland. Da gehen Siedler mit &Auml;xten und Messern bewaffnet auf Zivilisten vor, vertreiben sie, jagen sie, zerst&ouml;ren deren H&auml;user, rauben deren Land.<\/p><p>Also es macht einen durchaus fassungslos, dass das alles so durchgeht und in den hiesigen Medien ja auch nicht gro&szlig; beleuchtet wird. Es wird erw&auml;hnt, so ist es nicht, aber es wird eben erw&auml;hnt. Es wird beileibe nicht so emotionalisiert wie das Leid auf israelischer Seite in den Familien der Geiseln oder das Leid der Zivilisten in der Ukraine. Da gibt es also ein ganz klares Ranking, und da haben die Pal&auml;stinenser halt sozusagen in Deutschland sehr schlechte Karten.<\/p><p><strong>Zum Jemen und den Huthi. Die werden auch dargestellt als Marionetten des Iran. Ich glaube, dass es hier noch weniger richtig ist; also, dass der Einfluss des Iran im Jemen noch geringer ist als im Libanon. Das ist mein Eindruck des Wissensstands. Aber sehr wichtig ist auch, dass der Krieg, den Sie erw&auml;hnt haben, von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit voller Unterst&uuml;tzung der USA, Frankreich, Gro&szlig;britannien und Australien &ndash; dieser Krieg wurde auch von sehr seri&ouml;sen Beobachtern als genozidal eingestuft, weil die Saudis ganz systematisch auch, ganz &auml;hnlich wie Israel im Gazastreifen, die ganzen Lebensgrundlagen zerst&ouml;rt haben, eine Totalblockade verh&auml;ngt haben, was zur damals gr&ouml;&szlig;ten humanit&auml;ren Katastrophe auf dem Planeten gef&uuml;hrt hat, mit vielen Millionen Menschen, die gehungert haben, allen m&ouml;glichen Krankheitswellen ausgesetzt waren.<\/strong><\/p><p><strong>Ein gern vergessenes Verbrechen des Westens. Deutschland hat das am Anfang auch unterst&uuml;tzt und sich dann zur&uuml;ckgezogen, Gott sei Dank. K&ouml;nnen Sie darauf noch ein bisschen eingehen, auf den Jemen?<\/strong><\/p><p>Das sind schon autochthone, einheimische Bewegungen, die in der eigenen Gesellschaft gewachsen sind. Diese Huthi, die benannt sind nach ihrem Begr&uuml;nder und Anf&uuml;hrer &ndash; dabei handelt es sich um eine religi&ouml;se Minderheit, der Zaiditen, die zum schiitischen Islam rechnen und die eigentlich &uuml;ber 1.000 Jahre bis 1962 die Macht ausge&uuml;bt hatten im n&ouml;rdlichen Jemen. Dann wurden sie durch eine damals von &Auml;gypten unterst&uuml;tzte Revolution gest&uuml;rzt. Seither gab es dann eine nationalistische Regierung &uuml;ber Jahrzehnte hinweg, gef&uuml;hrt durch den Herrscher Ali Abdullah Saleh, der dann nach 2011, nach der arabischen Revolte in Sanaa, erschossen wurde.<\/p><p><strong>Ali Abdullah Saleh wurde auch vom Westen unterst&uuml;tzt?<\/strong><\/p><p>So ist es. Er wurde massiv vom Westen unterst&uuml;tzt und hatte auch die modernsten amerikanischen und westlichen Waffen geliefert bekommen. Dann wurde er umgebracht, und ja, die Huthi &uuml;bernahmen die Macht. Also die ehemaligen Zaiditen, also diejenigen, die damals &uuml;ber 1.000 Jahre hinweg die Macht aus&uuml;bten im Jemen, haben jetzt faktisch wieder die Macht im Norden des Jemen errungen. Sie sind die eigentlichen Herrscher im n&ouml;rdlichen Teil des Jemen.<\/p><p>Aber Saudi-Arabien und die westlichen Staaten unterst&uuml;tzen allein eine Regierung, die vom Westen international und &uuml;ber den Westen hinaus als legitime Regierung anerkannt wird. Aber diese Regierung existiert eigentlich nur auf dem Papier. Ihre Minister in Anf&uuml;hrungsstrichen leben &uuml;berwiegend in Saudi-Arabien. Sie haben nur noch ein B&uuml;ro. Die Stadt Aden ist unter der Kontrolle sezessionistischer Kr&auml;fte, die vom S&uuml;djemen aus einen eigenen Staat errichten wollen. Dort haben Milizen das Sagen, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterst&uuml;tzt werden.<\/p><p>Der Jemen ist also ein, man kann sagen, ein unbefriedetes Land, ein Pulverfass. Die Huthi sind ein Ph&auml;nomen, weil es sind auf der einen Seite Sandalenkrieger, und auf der anderen Seite kennen sie sich aber bestens aus mit den sozialen Medien. Sie sind also wirklich sehr gut darin, medial wirksame Propaganda zu machen, sind wirklich nicht zu untersch&auml;tzen. Also gegen die Huthi Krieg zu f&uuml;hren, das ist so, als wollte man ein weiteres Mal K&auml;mpfer wie jene der Taliban besiegen, was ja in Afghanistan nach 20 Jahren Krieg missgl&uuml;ckt ist.<\/p><p>Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Huthi dann ja angefangen haben nach dem 7. Oktober 2023, Schiffe zu beschie&szlig;en, die israelische Hafenst&auml;dte anlaufen, also konkret Eilat. Der Hafen Eilat ist ja durch diese Angriffe auch komplett schachmatt gesetzt worden. Da fahren keine Schiffe mehr hin, weil keine Versicherungsgesellschaft Schiffe versichert auf dem Weg dorthin, nachdem die Huthi immer wieder Schiffe angegriffen haben. Die USA haben dann mit den Huthi einen separaten Deal gemacht: US-Schiffe werden nicht mehr angegriffen, aber die anderen schon, sofern sie entweder in Richtung Israel fahren oder aber sich in israelischem Teilbesitz befinden.<\/p><p>Das ist so ein bisschen die Gefechtslage. Die Huthi haben dann aus Solidarit&auml;t, wie sie es sehen, mit den Pal&auml;stinensern im Gazastreifen wiederholt Israel beschossen mit Raketen, was immerhin f&uuml;r diese Leute, die man sich wirklich sehr schlecht ausgestattet vorstellen muss, schon eine enorme, in Anf&uuml;hrungsstrichen, Leistung ist. Israel hat darauf reagiert mit massiven Bombardements, einschlie&szlig;lich der Liquidierung der H&auml;lfte der Huthi-Regierung.<\/p><p>Das ist eine Marginalie in der Konfliktregion insgesamt, aber die Huthi haben klargemacht, dass man auch als Stammesmiliz den internationalen Schiffsverkehr durch den Suezkanal massiv sch&auml;digen kann. Sollte es zu einem Krieg kommen gegen den Iran, dann wird das Ganze noch ungem&uuml;tlicher, weil dann wird die Versorgung der Welt mit Erd&ouml;l und Erdgas aus der Region des Nahen und Mittleren Ostens weitgehend zum Erliegen kommen.<\/p><p>Das ist etwas, was hiesige Entscheider absolut untersch&auml;tzen, gerade die Deutschen, die deutsche Politik, die ja ohnehin Schwierigkeiten hat, in der Wirklichkeit zu lesen und sich nicht allein von Ideologie leiten zu lassen. Wir haben keine billige Energie aus Russland mehr aus den bekannten Gr&uuml;nden, haben uns stark abh&auml;ngig gemacht von den USA. Wenn jetzt also dieser Fluss von Erdgas und Erd&ouml;l aus dem Nahen Osten ebenfalls unterbleibt durch einen weiteren Angriff auf den Iran, dann werden Energiepreise durch die Decke gehen, und dann hat Deutschland ein wirkliches, ein sehr ernst zu nehmendes Problem, weil wir so abh&auml;ngig sind von US-amerikanischen Energielieferungen, nicht nur wir, die EU insgesamt, dass man sich aller Handelsoptionen beraubt hat.<\/p><p>Das ist ein Nebeneffekt dieser ganzen Konfrontation, die letztendlich darauf zur&uuml;ckf&uuml;hrt, dass es zwei hegemoniale M&auml;chte gibt, die USA und Israel, die beide die Vormachtstellung in der Region f&uuml;r sich beanspruchen. Es gibt allerdings zunehmend Risse in diesem imperialen Geflecht. Vor allem st&ouml;rt es die Amerikaner, dass die Israelis mehr und mehr auch eine Konkurrenz darstellen zu den arabischen Golfstaaten, mit denen aber gerade Donald Trump die allerbesten Gesch&auml;fte unterh&auml;lt. Das war auch der Grund f&uuml;r die Ermordung der Hamas-F&uuml;hrer in Katar durch die Israelis im vergangenen Sommer &ndash; der gro&szlig;e Fehler. H&auml;tte Netanjahu diesen Fehler nicht begangen, h&auml;tte er weiterhin den Libanon bombardiert, Syrien, Irak, Iran &ndash; alles okay &ndash;, aber nicht die Golfstaaten. Da hat er sozusagen sich verkalkuliert. Man muss sehen, ob die Amerikaner jetzt Netanjahu einfangen werden oder ob das jetzt nur eine Zwischenphase ist der Befriedung und nach zwei, drei Monaten geht der Krieg in der Region dann weiter, sowohl im Gazastreifen wie auch perspektivisch gegen den Iran.<\/p><p><strong>Was Ihr Buch zeigt, ist, dass die Konflikte im Nahen Osten alle sehr stark zusammenh&auml;ngen und sich sehr viel aus dieser Stellvertreterlogik ergibt, nicht nur der Westen gegen&uuml;ber dem Iran und seinen Verb&uuml;ndeten, sondern auch &ndash; das darf man nicht vergessen &ndash; den arabischen Staaten und den sunnitischen Kr&auml;ften mit den schiitischen Kr&auml;ften. Da bekommt es teilweise schon so eine sektiererische, religi&ouml;se Dimension, aber auch nicht unbedingt. Das sind halt die Konfliktlinien dort.<\/strong><\/p><p><strong>Das ist deswegen auch sehr be&auml;ngstigend, weil, wenn es zum &ndash; wenn es wieder zum Krieg kommen sollte mit dem Iran, und der letzte Krieg dauerte ja nur zw&ouml;lf Tage &ndash; also wenn es zu einem wirklich ernsten Krieg kommen w&uuml;rde mit dem Ziel Israels und der USA, das Atomwaffenprogramm des Iran eindeutig zu zerst&ouml;ren, dann k&ouml;nnte es &ndash; das zeigt Ihr Buch auch &ndash; zu einem gro&szlig;en Fl&auml;chenbrand kommen, weil &uuml;berall diese verschiedenen B&uuml;ndnisse sind in den verschiedenen L&auml;ndern und auch, weil es zum Stellvertreterkrieg werden k&ouml;nnte zwischen dem Westen und Russland und China, die ja mit dem Iran verb&uuml;ndet sind. Was w&auml;re so das Worst-Case-Szenario hier, und wie realistisch ist das?<\/strong><\/p><p>Ja, also, nichts ist schwieriger als Prognosen, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen, wusste schon Mark Twain. Also, wir wissen nat&uuml;rlich nicht, wie es weitergeht im Nahen Osten. Es ist eine extrem fragile, br&uuml;chige Situation, und es kann alles passieren.<\/p><p>Nun ist aber Donald Trump jemand, der aus &uuml;berwiegend gesch&auml;ftlichen Gr&uuml;nden &ndash; also, ich sag mal so, die Oligarchie in den USA, die eigentlichen Machthaber, die Milliard&auml;rskaste, sie hat offenbar erkannt, dass durch diese Kriegsf&uuml;hrung in der Ukraine und im Nahen Osten ihre eigenen Interessen gesch&auml;digt werden, auch die geostrategischen Interessen der USA insgesamt, weil der Gegner China ist und nicht so sehr Russland aus amerikanischer Sicht. Man sieht dort in der Trump-Administration die zunehmende N&auml;he zwischen Russland und China mit gro&szlig;er Sorge.<\/p><p>Unsere Politiker sehen, glaube ich, wenig mit gro&szlig;er Sorge. Man glaubt, durch Waffenlieferungen die Konflikte, die beiden gro&szlig;en Konflikte unserer Zeit, l&ouml;sen zu k&ouml;nnen, in der Ukraine wie auch im Nahen Osten. Das ist eine Fehleinsch&auml;tzung. Letztendlich werden die Europ&auml;er wenig bis gar nichts dazu beitragen, dass es zu einer Befriedung kommt, wenn es denn dazu kommt, weder in der Ukraine noch im Nahen Osten.<\/p><p>Deutschland und die EU machen sich entbehrlich auf der internationalen B&uuml;hne. Keiner nimmt uns noch ernst. Wenn Sie als Deutscher heute durch die Gegend reisen im Nahen Osten, in der arabisch-islamischen Welt, im Globalen S&uuml;den, dann begegnet einem oft genug wirklich Verachtung f&uuml;r die deutsche Haltung in diesem Krieg Israels gegen die Bev&ouml;lkerung im Gazastreifen.<\/p><p>Aber wie gesagt, das alles sind Einsichten, die sickern unter den hiesigen Entscheidungstr&auml;gern erst ganz allm&auml;hlich ein, und wahrscheinlich werden sie die tiefer liegenden Zusammenh&auml;nge erst wirklich selbst emotional auch erfassen, wenn es zu sp&auml;t sein d&uuml;rfte.<\/p><p>Letztendlich leben wir in einer Zeit, in der wir nicht den Fehler machen d&uuml;rfen, unsere Entscheider einfach allein agieren zu lassen. Wir m&uuml;ssen selbst das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Es gibt ja bereits Demonstrationen im Kontext der Friedensbewegung &ndash; im September, im Oktober. Diese sind noch zu klein, aber wir haben gesehen, wie in den USA die Trump-kritische Bewegung eine Million Menschen auf die Stra&szlig;e gebracht hat, weil immer mehr Amerikaner bef&uuml;rchten, dass es dort in eine ungute Richtung geht. Die Verh&auml;ltnisse in den USA sind zwar noch viel brachialer als bei uns, vor allem die sozialen Gegens&auml;tze, aber auch bei uns nehmen diese mehr und mehr zu.<\/p><p>Ich denke, wir erleben vielleicht gerade die Ruhe vor dem Sturm. Sobald breitere Teile der Bev&ouml;lkerung verstehen und in ihrem eigenen Portemonnaie sp&uuml;ren, was es bedeutet, den Sozialstaat &bdquo;abzuschaffen&ldquo; und stattdessen auf Kriegst&uuml;chtigkeit zu setzen, wird es f&uuml;r die Regierung zunehmend schwierig werden, diesen Kurs durchzuhalten. Der Krieg in der Ukraine wird im Zweifel durch Donald Trump und seine Vermittlung beendet werden &ndash; die Europ&auml;er haben nichts dazu beigetragen, diesen Krieg zu beenden. Dasselbe gilt f&uuml;r den Nahen Osten, wo die Staatsr&auml;son der deutschen Politik immer wieder zu Fehlentwicklungen f&uuml;hrt. Nat&uuml;rlich ist es richtig, sich mit Israel solidarisch zu erkl&auml;ren &ndash; aber bitte in den Grenzen des 4. Juni 1967, also vor der Besetzung der pal&auml;stinensischen Gebiete und der syrischen Golanh&ouml;hen. Diese Differenzierung wird bei uns nicht gemacht.<\/p><p>Wir d&uuml;rfen nicht den Fehler machen, der Politik in diesem Land jede Dummheit durchgehen zu lassen, ohne als Teil der Bev&ouml;lkerung unsere Stimme zu erheben. Ein Anfang ist gemacht, aber es gibt noch viel mehr zu tun. Es sind schwierige Zeiten &ndash; hoffen wir, dass im falschen Moment nicht die falsche Person auf den falschen Knopf dr&uuml;ckt.<\/p><p><strong>Ich h&ouml;re das als einen Appell zu friedlichem Widerstand und zu einer gro&szlig;en Friedensbewegung. Das ist ein sch&ouml;nes Schlusswort.<\/strong><\/p><p>Vielen Dank &ndash; und herzliche Gr&uuml;&szlig;e an die Leserinnen und Leser der <em>NachDenkSeiten<\/em>. &bdquo;<em>Drecksarbeit&ldquo;<\/em> ist ein Buch, das mich bei der Recherche selbst oft fassungslos gemacht hat &ndash; vor allem die Ver&auml;stelungen, die ganzen Schweinereien der Trump&lsquo;schen Familiendynastie und ihrer Verbindungen zu Leuten wie Tony Blair, einem der Architekten des Irak-Krieges, die gemeinsam an der &bdquo;Gaza Riviera&ldquo; gearbeitet haben und &uuml;brigens noch immer daran arbeiten. W&auml;hrend der Recherche habe ich mir oft gedacht: Das kann doch nicht wahr sein &ndash; aber leider ist es wahr. Das Buch liest sich wie ein Thriller.<\/p><p>Leider zeigt sich, dass westliche Politik zwar den Anspruch erhebt, werteorientiert zu sein, aber wer das wirklich glaubt, ist sehr gutgl&auml;ubig &ndash; vielleicht dem Weihnachtsmann n&auml;her, als ihm lieb sein mag. Es ist &auml;u&szlig;erst brutal, wie auf internationaler Ebene Einfluss ausge&uuml;bt wird und wie Gesch&auml;fte gemacht werden. Damit wir uns nicht weiter verdummen lassen, helfen die <em>NachDenkSeiten<\/em> &ndash; und auch mein Buch &bdquo;<em>Drecksarbeit&ldquo;<\/em>.<\/p><p><strong>Definitiv. Ich muss sagen, Ihnen ist ein weiteres Meisterst&uuml;ck gelungen. In dem Buch findet man die Belege f&uuml;r all das, was Sie heute ausgef&uuml;hrt haben. Ich danke Ihnen f&uuml;r das Buch &ndash; ich kann es sehr empfehlen &ndash; und ich danke Ihnen f&uuml;r dieses spannende Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><p>Vielen Dank.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Michael L&uuml;ders: Drecksarbeit? Israel, Amerika und der imperiale Gr&ouml;&szlig;enwahn im Nahen Osten. M&uuml;nchen 2025, Goldmann Verlag, gebundene Ausgabe, 240 Seiten, ISBN <\/em><em>978-3442302505, 22 Euro.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: NachDenkSeiten<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=123626\">Interview mit Michael L&uuml;ders: &bdquo;Wir werden als mitschuldig gelten f&uuml;r den Massenmord im Gazastreifen&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139455\">Daniele Ganser im Interview: Der Westen ist die gr&ouml;&szlig;te Gefahr f&uuml;r den Weltfrieden<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138504\">Interview mit Scott Horton zu den schmutzigen Kriegen der USA &ndash; von Irak und Afghanistan &uuml;ber Syrien und Libyen bis Somalia und Jemen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135897\">Interview mit Pankaj Mishra: &bdquo;Die Welt nach Gaza&ldquo; und der globale Kampf der Narrative zu Israel und Pal&auml;stina<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Michael L&uuml;ders<\/strong> hat Politik und Islamwissenschaften in Berlin und Damaskus studiert, war viele Jahre Nahost-Korrespondent f&uuml;r <em>Die Zeit<\/em> und geh&ouml;rt heute dem erweiterten Vorstand des B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht (BSW) an. Im Interview spricht er &uuml;ber sein neues Buch &bdquo;Drecksarbeit: Israel, Amerika und der imperiale Gr&ouml;&szlig;enwahn&ldquo; &ndash; und &uuml;ber Israels Angriffskriege gegen den Iran, Pal&auml;stina, Syrien,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141335\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":141410,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,209,171],"tags":[881,1519,3240,3212,1120,302,1917,2102,1426,2829,3446,365,641,951,1557,1573,1564,1583,1878,1418,2374,2794,1553,1556,1703,2377,2376,1019],"class_list":["post-141335","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-interviews","category-militaereinsaetzekriege","tag-armut","tag-atomwaffen","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-doppelte-standards","tag-friedensbewegung","tag-gaza","tag-genozid","tag-geostrategie","tag-hegemonie","tag-hisbollah","tag-huthi","tag-inflation","tag-irak","tag-iran","tag-israel","tag-jemen","tag-krieg-gegen-den-terror","tag-libanon","tag-naher-osten","tag-regime-change","tag-staatsraeson","tag-stellvertreterkrieg","tag-syrien","tag-usa","tag-voelkerrecht","tag-waffenlieferungen","tag-waffenstillstandsabkommen","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/251031-Michael-Lueders-Holmes-Titelbild-NDS.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=141335"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141435,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141335\/revisions\/141435"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/141410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=141335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=141335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=141335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}