{"id":141525,"date":"2025-11-04T13:00:37","date_gmt":"2025-11-04T12:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141525"},"modified":"2025-11-04T17:46:47","modified_gmt":"2025-11-04T16:46:47","slug":"ki-die-irrsinnige-billionen-dollar-wette-der-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141525","title":{"rendered":"KI \u2013 die irrsinnige Billionen-Dollar-Wette der USA"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland wird &ndash; so <a href=\"https:\/\/www.bmftr.bund.de\/SharedDocs\/Kurzmeldungen\/DE\/2025\/09\/260925-haushalt-26-1-lesung.html\">verk&uuml;ndete es j&uuml;ngst Bundesforschungsministerin Doro B&auml;r<\/a> &ndash; in den kommenden vier Jahren 18 Milliarden Euro in &bdquo;Schl&uuml;sselindustrien&ldquo;, darunter die KI, investieren. Das ist s&uuml;&szlig;. In den USA werden im gleichen Zeitraum rund vier Billionen US-Dollar in die Entwicklung der KI investiert &ndash; mehr als das Zweihundertfache. Die gesamte US-Volkswirtschaft scheint eine Billionen-Dollar-Wette eingegangen zu sein &ndash; eine Wette, die sie nur verlieren kann. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3916\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-141525-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251104_KI_die_irrsinnige_Billionen_Dollar_Wette_der_USA_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251104_KI_die_irrsinnige_Billionen_Dollar_Wette_der_USA_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251104_KI_die_irrsinnige_Billionen_Dollar_Wette_der_USA_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251104_KI_die_irrsinnige_Billionen_Dollar_Wette_der_USA_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=141525-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251104_KI_die_irrsinnige_Billionen_Dollar_Wette_der_USA_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251104_KI_die_irrsinnige_Billionen_Dollar_Wette_der_USA_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Noch vor wenigen Jahren war der Name Nvidia nur eingefleischten Gamern ein Begriff. Nvidia war und ist der bekannteste Entwickler und Hersteller von Hochleistungschips, die auf Grafikkarten f&uuml;r Computer zum Einsatz kommen. Sp&auml;ter entdeckte man, dass die Berechnungen, die beim Sch&uuml;rfen sogenannter Cryptow&auml;hrungen zum Einsatz kommen, den Berechnungen dreidimensionaler Computergrafiken sehr &auml;hnlich sind und so fanden Nvidia-Chips auch ihren Einzug in die Rechenzentren der Cryptobranche. 2018 war Nvidia bereits einer der gro&szlig;en Player in der Hardware-Branche und kam auf eine Marktkapitalisierung, also einen Firmenwert, von 82 Mrd. US-Dollar, der sich &ndash; auch dank des Siegeszugs spieletauglicher Computer und Konsolen w&auml;hrend der Coronazeit &ndash; bis 2022 auf 362 Mrd. US-Dollar steigerte. Zum Vergleich: Das ist in etwa so viel wie die deutschen Gro&szlig;konzerne Mercedes, BMW, Volkswagen, DHL und die Deutsche Telekom zusammengenommen.<\/p><p>Der eigentliche Siegeszug von Nvidia beginnt jedoch erst jetzt. Nvidia-Chips sind n&auml;mlich auch sehr effizient bei den Rechenaufgaben, die in den seit 2022 boomenden KI-Rechenmodellen zum Einsatz kommen. Der Bedarf an Rechenpower in den Rechen- und Datenzentren der KI-Anbieter ist nahezu grenzenlos und Nvidia ist deren ma&szlig;geblicher Ausr&uuml;ster. Nvidia wuchs und wuchs. Vor wenigen Tagen konnte Nvidia als erstes Unternehmen der Welt die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/nvidia-rekordwert-100.html\">F&uuml;nf-Billionen-Dollar-Marke<\/a> bei der Marktkapitalisierung knacken. Der Chiphersteller aus Santa Clara ist damit heute das wertvollste Unternehmen der Welt &ndash; mit einer Marktkapitalisierung, die mehr als doppelt so gro&szlig; ist wie die aller 40 deutschen DAX-Unternehmen zusammen.<\/p><p>Nvidia ist kein Einzelfall. Die zehn wertvollsten Unternehmen machen heute 40 Prozent des Wertes aller 500 Unternehmen im US-Aktienindex S&amp;P 500 aus &ndash; ein historischer Rekord. Und die ersten acht dieser zehn Unternehmen sind ausnahmslos Tech-Giganten, die entweder massiv auf dem Feld der KI investieren oder wie im Falle Nvidia von den KI-Investments profitieren. Seit der Einf&uuml;hrung von ChatGPT im November 2022 machen KI-bezogene Aktien&nbsp;<a href=\"https:\/\/am.jpmorgan.com\/content\/dam\/jpm-am-aem\/global\/en\/insights\/eye-on-the-market\/the-blob-amv.pdf\">75 Prozent der Renditen, 80 Prozent des Gewinnwachstums und 90 Prozent des Wachstums der Investitionsausgaben<\/a>&nbsp;im S&amp;P 500 aus. Gleichzeitig machen die KI-Investitionen&nbsp;<a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/without-data-centers-gdp-growth-171546326.html\">fast 92 Prozent des US-BIP-Wachstums<\/a>&nbsp;in diesem Jahr aus. Der <a href=\"https:\/\/www.economist.com\/leaders\/2025\/09\/11\/what-if-the-3trn-ai-investment-boom-goes-wrong\">britische <em>Economist<\/em> beziffert<\/a> die KI-Investitionen der US-Tech-Giganten f&uuml;r dieses Jahr auf eine halbe Billion US-Dollar &ndash; bis Ende 2028 soll sich dieser Betrag auf drei Billionen US-Dollar summiert haben. Das ist fast so viel wie die komplette deutsche Volkswirtschaft.<\/p><p>Die USA sind im KI-Rausch. Ohne die Investitionen in KI w&uuml;rde die US-Volkswirtschaft in diesem Jahr stagnieren. Der Anteil an den KI-Investitionen zum US-Wirtschaftswachstum ist heute schon gr&ouml;&szlig;er als der Anteil der Konsumausgaben. Nicht der Mensch, sondern die Maschine steht im Mittelpunkt der US-Volkswirtschaft. Die US-Volkswirtschaft 2025 ist eine gigantische Wette auf den Erfolg der KI. Man k&ouml;nnte sie jedoch auch als die Mutter der Blasen bezeichnen und wie bei allen Blasen ist das Risiko gro&szlig;, das diese Wette f&uuml;r die Volkswirtschaft als Ganzes nicht aufgeht. <\/p><p><strong>Zirkularit&auml;t &ndash; woher kommen eigentlich diese wahnsinnigen Zahlen?<\/strong><\/p><p>Drei Billionen US-Dollar sind zweifelsohne eine kaum vorstellbare Zahl. Doch wie kommen solche Zahlen eigentlich zustande? Sp&auml;testens hier sollten die ersten Alarmglocken l&auml;uten. Ein Gro&szlig;teil dieser Gelder ist n&auml;mlich strenggenommen ein geschlossener Kreislauf innerhalb der KI-Branche selbst. Dazu ein kleines Beispiel: Ende September <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/nvidia-open-ai-investment-100.html\">k&uuml;ndigte Nvidia an<\/a>, 100 Mrd. US-Dollar in den ChatGPT-Betreiber OpenAI zu investieren, und begr&uuml;ndete dies damit, dass es den Umsatz f&uuml;r seine eigenen Chips steigern wolle. Zugespitzt k&ouml;nnte man auch sagen, Nvidia gibt OpenAI das Geld, mit dem OpenAI dann die Chips von Nvidia kauft. Und dies ist nur ein Beispiel von vielen. Der US-&Ouml;konom Scott Galloway hat sich die &bdquo;gro&szlig;en Deals&ldquo; der KI-Unternehmen im letzten Jahr einmal <a href=\"https:\/\/www.profgalloway.com\/how-does-the-end-begin\/\">n&auml;her angeschaut<\/a> und festgestellt, dass es sich hierbei strenggenommen bei allen &bdquo;Investitionen&ldquo; im Grunde um derartige Kreislaufgesch&auml;fte innerhalb der eigenen Branchen handelte.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251104_KI-flow.jpeg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/251104_KI-flow.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Quelle: Scott Galloway<\/small><\/p><p>Solche Systeme werden gemeinhin als &bdquo;Zirkularit&auml;t&ldquo; bezeichnet und sind in der &Ouml;konomie sichere Zeichen f&uuml;r das Entstehen von Blasen. Es gibt keine echten Marktpreise, da es keinen echten Markt gibt. Kennzahlen wie Erl&ouml;se oder gar Gewinne sind nicht mehr aussagekr&auml;ftig, da die zugrundeliegenden Gesch&auml;fte Zirkelschl&uuml;sse sind. Problematisch ist vor allem, dass die zum Teil absurde Bewertung der beteiligten Unternehmen sich aus diesen Zahlen &ndash; und sehr viel Fantasie &ndash; ergibt. Solange sich die Unternehmen innerhalb der KI-Branche ihre Produkte und Dienstleistungen mit ihrem eigenen Geld abkaufen, ist dies strenggenommen nur ein Nullsummenspiel. F&uuml;r den Erfolg oder Misserfolg der Investitionen im gr&ouml;&szlig;eren Kontext ist es entscheidend, ob und wie viel Geld von au&szlig;en ins System flie&szlig;t. Und hier sind Zweifel angebracht.<\/p><p><strong>KI-Revolution oder Hype ohne Grundlage?<\/strong><\/p><p>Wenn pro Jahr rund eine Billion, das sind 1.000 Milliarden bzw. eine Million Millionen, Dollar ins KI-System investiert wird, m&uuml;sste mindestens diese Summe auch von au&szlig;en ins System flie&szlig;en, um diese Investitionen zumindest wieder reinzuholen. Das ist aber mit den g&auml;ngigen Lizenzmodellen, die heute am Markt sind, gar nicht m&ouml;glich. OpenAI ruft f&uuml;r sein &bdquo;Plus-Modell&ldquo; derzeit beispielsweise 25 US-Dollar pro Monat, also 300 US-Dollar pro Jahr, auf. Um mit solchen Modellen auf eine Billion zu kommen, m&uuml;sste man also mindestens 3,5 Milliarden Plus-Lizenzen verkaufen &ndash; jeder zweite Erdenb&uuml;rger m&uuml;sste also zahlungspflichtiger Abonnent werden. Das ist freilich grotesk, aber das wei&szlig; auch die Branche selbst. <\/p><p>Der Fachjournalist Ezra Klein formuliert es sinngem&auml;&szlig; so, dass diese Endkunden-Abo-Modelle ohnehin bestenfalls f&uuml;r die Portokasse sind. Das eigentliche Gesch&auml;ftsmodell sollen zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt nicht Endkunden-Abos f&uuml;r 25 US-Dollar pro Monat, sondern Business-L&ouml;sungen mit Preismodellen sein, die im f&uuml;nfstelligen Dollar-Bereich pro Monat erst losgehen. Diese Modelle machen f&uuml;r die Firmenkunden dann aber nat&uuml;rlich nur Sinn, wenn sie mithilfe der KI Personalkosten in relevanter Gr&ouml;&szlig;e sparen k&ouml;nnen. Und genau das ist die eigentliche Wette, die Billionen-Dollar-Frage.<\/p><p><strong>KI-Bots bezahlen keine KI-Bots<\/strong><\/p><p>Wenn man die eine Billion US-Dollar pro Jahr als Ma&szlig;stab nimmt und die j&auml;hrlichen Kosten f&uuml;r einen einzusparenden Job mit 100.000 US-Dollar pro Jahr beziffert, entspr&auml;che dies 10 Millionen Jobs. Und dies ist noch sehr konservativ gesch&auml;tzt. Dario Amodei, CEO des KI-Konzerns Anthropic <a href=\"https:\/\/www.axios.com\/2025\/05\/28\/ai-jobs-white-collar-unemployment-anthropic\">spricht bereits<\/a> von einem kommenden &bdquo;Blutbad&ldquo; bei den B&uuml;rojobs, wo die KI &bdquo;die H&auml;lfte aller Einstiegsjobs f&uuml;r Angestellte vernichten &ndash; und die Arbeitslosigkeit in den n&auml;chsten ein bis f&uuml;nf Jahren um 10 bis 20 Prozent in die H&ouml;he treiben&ldquo; k&ouml;nnte. Der IWF geht derweil davon aus, dass bereits heute 60 Prozent aller Jobs in den Industriel&auml;ndern durch die KI bedroht sind.<\/p><p>An dieser Stelle ist ein kleiner Ausflug in die Volkswirtschaft sinnvoll. Der gute alte Satz &bdquo;Autos kaufen keine Autos&ldquo; l&auml;sst sich auch 1:1 auf die KI-Branche &uuml;bertragen. Hier w&uuml;rde es dann wohl hei&szlig;en, &bdquo;KI-Bots bezahlen keine KI-Bots&ldquo;. Die Finanzjongleure arbeiten offenbar diesmal zusammen mit Big Tech schon wieder an der Quadratur des Kreises &ndash; einem grenzlosen Wachstum ohne menschliche Beteiligung. Auch das ist freilich ein Zirkelschluss, der so nicht aufgeht. Jeder entlassene Angestellte f&auml;llt als Konsument weg und sowohl physische Produkte als auch Dienstleistungen m&uuml;ssen am Ende der Wertsch&ouml;pfungskette immer noch von einem Konsumenten, also einem Menschen, gekauft werden. Das gesamte KI-&Ouml;konomie-Modell ist also eine Totgeburt. Kein Wunder, dass die KI-Pioniere und Tech-Milliard&auml;re so gro&szlig;e Fans eines &bdquo;bedingungslosen Grundeinkommens&ldquo; sind. Aber auch das ist eine Schnapsidee, die nichts an der Grundproblematik &auml;ndert, dass es ohne menschliche Produktivit&auml;t auch nichts zu verteilen gibt. <\/p><p>Hinzu kommt, dass all die Euphorie zumindest bislang jeglicher Grundlage entbehrt. Wer sich &ndash; wie ich &ndash; einmal halbwegs professionell mit dem Einsatz sogenannter LLMs (Large Language Models) wie ChatGPT, Grok, Claude oder Gemini besch&auml;ftigt hat, merkt nach anf&auml;nglicher Begeisterung schnell, dass diese Modelle unglaublich fehlerbehaftet sind. Das mag bei privaten Spielereien nichts ausmachen. F&uuml;r bestimmte Einsatzzwecke wie die eines Chatbots, der Kundenbeschwerden aufnimmt, mag dies auch kein Problem sein, da die Kunden heute gar keine qualifizierte Betreuung mehr erwarten. Bevor ein Unternehmen aber Kernbereiche wie die Buchhaltung, das Personalwesen, die Rechtsabteilung oder gar die Entwicklung in die H&auml;nde von LLMs gibt, muss aber noch sehr, sehr viel passieren. Anders verh&auml;lt es sich freilich mit generativen und spezialisierten KI-Modellen, die selbstverst&auml;ndlich ihren &ndash; auch kommerziellen &ndash; Weg in unsere Unternehmenswelt finden werden und ja oft auch bereits gefunden haben. Aber hier sprechen wir dann nicht &uuml;ber ein j&auml;hrliches Billionen-Volumen. <\/p><p>Und zu guter Letzt erstaunt bei der Betrachtung der genannten Zahlen auch die Naivit&auml;t. Man ist begeistert vom technischen Vorsprung, will unbedingt dabei sein, ignoriert dabei aber, dass die technologische Entwicklung nicht stehenbleibt. Die jetzigen Billionen-Investitionen werden in eine Technik vorgenommen, die man wohl als die Fr&uuml;hphase der KI-Entwicklung bezeichnen k&ouml;nnte. Das ist im &uuml;bertragenen Sinne so, als h&auml;tten sich die Industriemagnaten der deutschen Staaten 1835 zusammengetan und Milliarden Taler gesammelt, um ganz Deutschland mit Millionen Dampfloks des Typs <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/LEG_%E2%80%93_Adler_und_Pfeil\">Adler<\/a> an die Schiene zu bringen. Die Adler wurde aber bereits nach wenigen Jahren ausgemustert und durch neue, leistungsf&auml;higere, preiswertere und produktivere Lokomotiven ersetzt. <\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich wird es auf dem Feld der KI &auml;hnlich sein. Schon in wenigen Jahren werden &bdquo;veraltete&ldquo; Rechenmodelle durch neue, effizientere Modelle ersetzt, die Chips von Nvidia, f&uuml;r die heute gigantomanische Rechenzentren mit eigener AKW-Stromversorgung geplant und finanziert werden, werden neuen, effizienteren Chips weichen. Chinas <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/DeepSeek\">DeepSeek<\/a> war der erste Warnschuss, der n&auml;chste &bdquo;Sputnik-Moment&ldquo; in der KI wird schon bald folgen und wom&ouml;glich s&auml;mtliche Billioneninvestitionen pulverisieren.<\/p><p><strong>Was wenn die Blase platzt?<\/strong><\/p><p>Dass die Blase platzt, ist sicher. Wann dies geschieht und welche Folgen das haben wird, ist offen. Da es sich bei den meisten Investitionen wie oben angef&uuml;hrt um ein geschlossenes System handelt &ndash; das allenfalls von au&szlig;en mit &bdquo;Private Equity&ldquo;-Risikokapital gespeist wird -, ist der direkte volkswirtschaftliche Schaden &uuml;berschaubar. Dann hat die Forbes-Liste halt ein paar Milliard&auml;re weniger. So what? Das gilt jedoch nicht f&uuml;r die dann zu erwartenden Buchverluste. <\/p><p>Vor allem in den USA &ndash; aber leider ja auch mehr und mehr in Deutschland &ndash; ist ein gro&szlig;er Teil der Altersvorsorge auf die Aktienm&auml;rkte ausgelagert. Lebensversicherung, Pensionsfonds und ETFs &ndash; wenn die KI-Branche heute einen Gro&szlig;teil des &bdquo;Wertes&ldquo; des amerikanischen Aktienmarktes ausmacht, wird das Platzen der KI-Branche direkte Folgen auf die Alterseink&uuml;nfte gro&szlig;er Teile der Bev&ouml;lkerung haben. Das ist unvermeidbar, ist die Privatisierung der Altersvorsorge dort doch bereits weit fortgeschritten. Welche Folgeeffekte dies haben wird, ist schwer zu berechnen. Doch allzu viel Fantasie braucht es daf&uuml;r auch nicht. Wenn weite Teile der Bev&ouml;lkerung auf einen signifikanten Teil ihrer erwarteten Einnahmen verzichten m&uuml;ssen, hat dies auch massive Auswirkung auf deren Ausgaben. Die Folge: R&uuml;ckgang der Kaufkraft, Rezession, Wirtschaftskrise. <\/p><p>Vor allem die USA sind also eine Wette eingegangen, die sie &ndash; als Volkswirtschaft &ndash; eigentlich nur verlieren k&ouml;nnen. Gehen &ndash; was eher unwahrscheinlich ist &ndash; die Prognosen der KI-Branche auf, drohen Massenarbeitslosigkeit, Kaufkraftverlust und Krise. Gehen &ndash; was wahrscheinlicher ist &ndash; die Prognosen nicht auf, droht ein Platzen der Blase, die Erosion der privaten Altersvorsorge, Kaufkraftverlust und Krise. Tertium non datur. <\/p><p>P. S.: Dieser Artikel ist der Auftakt einer Reihe zu KI-Themen aus &ouml;konomischer Sicht. Viele Aspekte des Themenbereichs konnte ich in diesem kurzen Artikel nicht behandeln. Das wird aber in Folgeartikeln noch geschehen. Wenn Sie konkrete Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie mir gerne. <\/p><p><small>Titelbild: Mijansk786\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/1c225de23e7a42619dfc3b1b7aa369a2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland wird &ndash; so <a href=\"https:\/\/www.bmftr.bund.de\/SharedDocs\/Kurzmeldungen\/DE\/2025\/09\/260925-haushalt-26-1-lesung.html\">verk&uuml;ndete es j&uuml;ngst Bundesforschungsministerin Doro B&auml;r<\/a> &ndash; in den kommenden vier Jahren 18 Milliarden Euro in &bdquo;Schl&uuml;sselindustrien&ldquo;, darunter die KI, investieren. Das ist s&uuml;&szlig;. In den USA werden im gleichen Zeitraum rund vier Billionen US-Dollar in die Entwicklung der KI investiert &ndash; mehr als das Zweihundertfache. 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