{"id":141695,"date":"2025-11-07T16:00:10","date_gmt":"2025-11-07T15:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141695"},"modified":"2025-11-09T06:45:19","modified_gmt":"2025-11-09T05:45:19","slug":"warum-die-arbeit-des-volksbundes-deutscher-kriegsgraeberfuersorge-in-russland-ins-stocken-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141695","title":{"rendered":"Warum die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge in Russland ins Stocken kommt"},"content":{"rendered":"<p>Die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge in Russland kommt seit 2022 ins Stocken. Seit 1992 konnte der Volksbund die Gebeine von einer halben Million deutscher Soldaten, die von 1941 bis 1945 gegen die Sowjetunion gek&auml;mpft hatten, identifizieren und 22 deutsche Soldatenfriedh&ouml;fe anlegen oder wiederherrichten. Das war m&ouml;glich aufgrund eines Abkommens zwischen Russland und Deutschland, in dem die Pflege deutscher Soldatengr&auml;ber in Russland und russischer Soldatengr&auml;ber in Deutschland geregelt wurde. Doch seit 2022 wird es immer schwieriger, von den staatlichen russischen Stellen Genehmigungen f&uuml;r die Exhumierung deutscher Soldaten zu bekommen. Nun hat sich die Bundesregierung dazu ge&auml;u&szlig;ert. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong> (Moskau).<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7102\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-141695-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251107-Arbeit-Volksbund-Deutscher-Kriegsgraeberfuersorge-Russland-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251107-Arbeit-Volksbund-Deutscher-Kriegsgraeberfuersorge-Russland-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251107-Arbeit-Volksbund-Deutscher-Kriegsgraeberfuersorge-Russland-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251107-Arbeit-Volksbund-Deutscher-Kriegsgraeberfuersorge-Russland-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=141695-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/251107-Arbeit-Volksbund-Deutscher-Kriegsgraeberfuersorge-Russland-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"251107-Arbeit-Volksbund-Deutscher-Kriegsgraeberfuersorge-Russland-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Mitte Oktober stellte die Fraktion der AfD im Deutschen Bundestag eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Ziel war es, etwas &uuml;ber den Stand der Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge in Russland zu erfahren. Eine Antwort der Bundesregierung liegt jetzt vor.<\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/024\/2102415.pdf\">Antwort der Bundesregierung<\/a> wurde offenbar in Eile verfasst. Eine Flei&szlig;arbeit ist es nicht. Viele Fragen beantwortete die Bundesregierung mit der Formel, dazu l&auml;gen &bdquo;keine Angaben vor&ldquo;. Das ist schon merkw&uuml;rdig bei einer Organisation wie dem Volksbund, der vom Bund mit j&auml;hrlich 19 Millionen Euro unterst&uuml;tzt wird. Die schnelle Abfertigung der Fragesteller ist bitter f&uuml;r alle, die auf irgendeine Art mit dem Schicksal der deutschen Soldaten in der Sowjetunion verbunden sind.<\/p><p>Die Bundesregierung leitete ihre Antwort mit salbungsvollen Worten ein: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge und das mit ihr verbundene Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft bleiben aber auch in dieser schwierigen Zeit wichtig, um der deutschen Verantwortung weiterhin gerecht zu werden und dies gegen&uuml;ber den Menschen Russlands sichtbar zu machen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Fakten &uuml;ber das &bdquo;Sichtbarmachen&ldquo;, Links zu Fotos, Videos und Textdokumenten in russischen Medien legt die Bundesregierung bis auf eine Ausnahme nicht vor.<\/p><p><strong>20 Fragen und viele ausweichende Antworten<\/strong><\/p><p>Die AfD-Fraktion hatte 20 Fragen an die Bundesregierung gestellt. Einen Gro&szlig;teil der Fragen &uuml;bernahm die AfD von einer Liste, die ich im April dieses Jahres erstellt hatte, um ein Interview mit dem B&uuml;roleiter des Volksbundes in Moskau, Hermann Krause, zu f&uuml;hren. Krause wurde 2019 Leiter des B&uuml;ros, nachdem er zuvor 17 Jahre lange ARD-Korrespondent in Moskau war. Er hatte mir ein Interview zugesagt und um die Zusendung von Fragen gebeten. Nachdem er die Fragen erhalten hatte, schrieb er &ndash; f&uuml;r mich &uuml;berraschend &ndash;, &bdquo;aufgrund der aktuellen schwierigen politischen Situation&ldquo; habe er sich entschlossen, <a href=\"https:\/\/ulrich-heyden.de\/article\/unbeantwortete-fragen-an-den-volksbund-deutsche-kriegsgraberfursorge\">&bdquo;zum jetzigen Zeitpunkt kein Interview &uuml;ber die Arbeit des Volksbundes&ldquo;<\/a> in der Russischen F&ouml;deration zu geben.<\/p><p>Ich bin kein Anh&auml;nger der AfD, aber ich habe mich gefreut, dass meine Fragen, die der Volksbund nicht beantworten wollte, nun der Bundesregierung gestellt wurden.<\/p><p>&bdquo;<strong>Deutschland schuldet den Opfern w&uuml;rdiges Gedenken&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die Bundesregierung schreibt in ihrer Antwort an die AfD-Fraktion, Deutschlands Beziehungen zu Russland seien &bdquo;in hohem Ma&szlig;e auch von der Geschichte des 20. Jahrhunderts und dem NS-Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion von 1941 bis 1945 gepr&auml;gt. Deutschland schuldet den Millionen Opfern dieses Krieges ein w&uuml;rdiges Gedenken.&ldquo; Weiter hei&szlig;t es: &bdquo;Die Bundesregierung sch&auml;tzt die Arbeit des Volksbunds, die weiterhin im au&szlig;enpolitischen Interesse Deutschlands liegt.&ldquo; Die Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge in Russland sei &bdquo;trotz schwieriger bilateraler Beziehungen eine der wenigen Bereiche, in dem Gespr&auml;chskan&auml;le und eine operative Zusammenarbeit aufrechterhalten werden konnten.&ldquo;<\/p><p>&Uuml;ber die Pr&auml;senz des Volksbundes in der russischen &Ouml;ffentlichkeit liefert die Bundesregierung nur d&uuml;rre Hinweise. In einer zweiseitigen Liste f&uuml;hrt sie 25 Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen auf, die seit September 2014 auf deutschen Soldaten- und Kriegsgefangenenfriedh&ouml;fen in Russland stattfanden. Angaben dar&uuml;ber, inwieweit zu diesen Veranstaltungen Vertreter Russlands eingeladen wurden, ob die Eingeladenen kamen und ob sie Reden halten durften, fehlen.<\/p><p>In der Antwort der Bundesregierung fehlen auch konkrete Angaben &uuml;ber die Pr&auml;senz des Volksbundes in den russischen Medien und Bildungseinrichtungen. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Bundesregierung hat keine umfassende Kenntnis aller Medienauftritte von Vertretern des Volksbundes. Der Bundesregierung ist bekannt, dass der B&uuml;roleiter des Volksbundes in Moskau in der Vergangenheit in diversen russischen TV-Formaten aufgetreten ist und auch Interviews f&uuml;r russische Tageszeitungen gegeben hat.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Volksbund in den russischen Medien nicht mehr pr&auml;sent<\/strong><\/p><p>Es stimmt. Vor 2022 gab es noch einige Interviews russischer Medien mit Hermann Krause, dem B&uuml;roleiter des Volksbundes in Moskau, zum Beispiel in der Tageszeitung <a href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/4837661?ysclid=mhmcwbhjp336870442\"><em>Kommersant<\/em><\/a>. Aber ab 2022 fand ich nur noch einen Artikel von Krause im russischsprachigen Raum, und zwar in der <a href=\"https:\/\/mdz-moskau.eu\/zum-frieden-raten-in-rschew\/\"><em>Moskauer Deutschen Zeitung<\/em><\/a>.<\/p><p>Die Bundesregierung nennt in ihrer Antwort an die AfD-Fraktion nur ein einziges konkretes Beispiel f&uuml;r einen Auftritt Hermann Krauses im russischsprachigen Raum. Es handelt sich um ein im September 2025 vom Sender <em>RTVI<\/em> gesendetes <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mlNTOdUWBtc\">Interview<\/a>, was auf <em>YouTube<\/em> ver&ouml;ffentlicht wurde und dort 1.400 Klicks bekam. Das Video &ndash; in russischer Sprache &ndash; ist sehenswert und reich an Informationen, aber 99,9 Prozent der Russen haben es nicht gesehen.<\/p><p>Der Sender <em>RTVI<\/em> ist &uuml;brigens gar kein russisches Medium. Er sendet zwar in russischer Sprache, hat aber seinen Sitz in New York. Der Sender hat sein Publikum vor allem unter den im Ausland lebenden Russen. In Russland kann man die Sendungen von <em>RTVI<\/em> nur &uuml;ber <em>YouTube<\/em> sehen, wenn man zuvor eine verschl&uuml;sselte Verbindung (VPN) zum Internet hergestellt hat, denn <em>YouTube<\/em> ist in Russland blockiert.<\/p><p><strong>Wer interessiert sich in Russland heute noch f&uuml;r deutsche Reue und Gedenken?<\/strong><\/p><p>Nach meinem pers&ouml;nlichen Eindruck und meinen Internet-Recherchen wird im russischen Fernsehen seit 2022 nicht mehr &uuml;ber den Volksbund berichtet. Das h&auml;ngt offenbar damit zusammen, dass sich deutsche Politiker seit 2022 nicht mehr sachlich &uuml;ber Russland &auml;u&szlig;ern, sondern in eine Rhetorik verfallen sind, die mit der Rhetorik von Joseph Goebbels wortgleich ist (&bdquo;Kriegsert&uuml;chtigung&ldquo;, &bdquo;Russland besiegen&ldquo;). Es h&auml;ngt auch damit zusammen, dass Ukrainer mit deutschen Waffen gegen Russland k&auml;mpfen und sogar in das uralte, zentralrussische Gebiet Kursk eingefallen sind. Und es h&auml;ngt damit zusammen, dass es in fast jeder russischen Familie Menschen gibt, die im Angriffskrieg der deutschen Wehrmacht gegen die Sowjetunion gefallen sind, die als Politkommissare und Partisanen erschossen oder als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt wurden.<\/p><p>Die Bundesregierung betont in ihrer Antwort an die AfD-Fraktion, dass die Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge &bdquo;wichtig&ldquo; sei, &bdquo;um der deutschen Verantwortung weiterhin gerecht zu werden und dies gegen&uuml;ber den Menschen Russland sichtbar zu machen&ldquo;. Es wird so getan, als ob dieses &bdquo;Sichtbarmachen&ldquo; heute in Russland noch m&ouml;glich sei. Aber wie soll ein &bdquo;Sichtbarmachen&ldquo; m&ouml;glich sein, wo die russisch-deutsche Gaspipeline gesprengt wurde, es aber keine ernsthaften Ermittlungen gibt und die EU bereits das 19. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet hat? Die Umst&auml;nde, mit B&uuml;rgern Russlands &uuml;ber deutsche Soldatengr&auml;ber zu sprechen, waren lange nicht mehr so schlecht wie heute.<\/p><p><strong>Der Volksbund-Vertreter in Moskau wei&szlig; mehr als die Bundesregierung<\/strong><\/p><p>Die Antwort der Bundesregierung wurde eilig und knapp verfasst. Im Ergebnis kann man von dem B&uuml;roleiter des Volksbundes in Moskau mehr &uuml;ber die Gr&auml;berpflege in Russland und die Zahl der gefundenen Gebeine deutscher Soldaten erfahren als aus der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der AfD-Fraktion. Sie fragte die Bundesregierung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wie viele deutsche Soldaten, die am Angriff auf die Sowjetunion von 1941 bis 1945 teilgenommen haben, liegen nach Kenntnis der Bundesregierung in bekannten, &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen deutschen Soldatenfriedh&ouml;fen auf dem Territorium der Russischen F&ouml;deration (bitte auch angeben, wie viele noch als vermisst gelten)?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Darauf antwortete die Bundesregierung:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Volksbund hat zwischen 1992 bis 2024 auf dem Gebiet der Russischen F&ouml;deration 462.723 Kriegstote geborgen und bestattet. (&hellip;) Zur Gesamtzahl der Vermissten liegen der Bundesregierung keine Daten vor.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Volksbund-Vertreter Hermann Krause wei&szlig; mehr. Im RTVI-Interview erkl&auml;rte er:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In Russland starben 1,5 Millionen deutsche Soldaten. Bis heute haben wir die Gebeine von 500.000 Soldaten gefunden. Das hei&szlig;t, wir m&uuml;ssen noch eine Million finden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>An anderer Stelle nennt Krause die Zahl von 3,8 Millionen deutschen Soldaten, die w&auml;hrend und nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion gestorben sind.<\/p><p>Die AfD-Fraktion fragte: &bdquo;Wie viele Gebeine von vermissten deutschen Soldaten wurden in den letzten zehn Jahren nach Kenntnis der Bundesregierung gefunden (bitte nach Jahr aufschl&uuml;sseln)?&ldquo;<\/p><p>Die Bundesregierung antwortete: &bdquo;Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. Eine Aufschl&uuml;sselung der im genannten Zeitraum gefundenen Gebeine nach Vermissten und Soldaten mit vorliegender Todesmeldung erfolgt nicht.&ldquo;<\/p><p>Der Volksbund-Vertreter Hermann Krause sagte im RTVI-Interview:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir bekommen jetzt keine Genehmigung f&uuml;r die Exhumierung von Gebeinen mehr &ndash; oder nicht in ausreichendem Ma&szlig;e. Im letzten Jahr hat der Volksbund noch die Genehmigung f&uuml;r die Exhumierung von 4.000 Gebeinen bekommen. Vor ein paar Jahren haben wir noch die Genehmigung f&uuml;r die Exhumierung von 10.000 Gebeinen bekommen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;<strong>Der neue deutsche Au&szlig;enminister war noch nicht in Russland&ldquo;<\/strong><\/p><p>Krause sagte im RTVI-Interview Bemerkenswertes, n&auml;mlich, dass die derzeitige politische Verh&auml;rtung zwischen Russland und Deutschland die Arbeit des Volksbundes in Russland erschwere, dass der wichtigste Ansprechpartner f&uuml;r den Volksbund in Russland das russische Au&szlig;enministerium ist und der neue deutsche Au&szlig;enminister Johann Wadephul noch nicht in Russland war.<\/p><p>Besonders an einer Stelle im RTVI-Interview merkt man, dass Krause, dessen Vater selbst als Soldat gegen die Sowjetunion k&auml;mpfte, die derzeitige Situation unbehaglich ist, dass er sich die R&uuml;ckkehr zu Verst&auml;ndigung und Dialog w&uuml;nscht. Krause berichtete von einer Zeremonie zum Austausch von deutschen und russischen Gebeinen zwischen deutschen und russischen Suchtrupps, die er 2021 auf den Sinjawinskije-H&ouml;hen vor St. Petersburg miterlebte.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir haben dort die Gebeine eines russischen Sergeanten &uuml;bergeben, und wir bekamen im Tausch die Gebeine von sechs deutschen Soldaten. Das fand in einer feierlichen Atmosph&auml;re statt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bei der Veranstaltung anwesend waren nach den Worten von Krause auch ein katholischer, ein russisch-orthodoxer Geistlicher und ein Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums. Solche gemeinsamen Zeremonien g&auml;be es in Russland heute nicht mehr, erkl&auml;rte der B&uuml;roleiter des Volksbundes in Moskau.<\/p><p><strong>Kriegsert&uuml;chtigung und Reue &ndash; wie passt das zusammen?<\/strong><\/p><p>Anstatt einzugestehen, dass &uuml;ber den Volksbund Deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge in russischen Medien nicht mehr berichtet wird und schon gar nicht im russischen Fernsehen, was Millionen Menschen gucken, behauptet die Bundesregierung das Gegenteil. Warum? Offenbar geht es der Bundesregierung gar nicht um die Russen, sondern es geht um die Menschen in Deutschland. Diesen soll vorgegaukelt werden, dass Deutschland in Russland immer noch an Gedenken und Dialog interessiert ist. Deutschland habe aus der Geschichte gelernt. Es g&auml;be also keinen Grund, Angst vor der deutschen Politik gegen&uuml;ber Russland zu haben. Diese Botschaft richtet sich insbesondere an die Teile der deutschen Bev&ouml;lkerung, die eine weitere Zuspitzung des Konflikts mit Russland ablehnen.<\/p><p>Die Bundesregierung &ndash; die Deutschlands L&auml;uterung in Russland durch Gr&auml;berpflege und Gedenken in Russland &bdquo;sichtbar machen&ldquo; will &ndash; hat dem Dialog zwischen Russen und Deutschen selbst den Boden entzogen. Deutschland k&uuml;ndigte 2022 alle St&auml;dtepartnerschaften mit Russland, Flugverbindungen nach Russland wurden eingestellt, Russen bekommen beim deutschen Konsulat in Moskau <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107035\">nur noch mit gro&szlig;en Schwierigkeiten ein Visum f&uuml;r Deutschland<\/a>. Gedenkveranstaltungen im Berliner Treptow-Park am 8. und 9. Mai werden von den Berliner Beh&ouml;rden seit 2022 mit scharfen Auflagen belegt. In Torgau, also dort, wo die Befreier &ndash; russische und US-amerikanische Soldaten &ndash; 1945 das erste Mal aufeinandertrafen, durfte der russische Botschafter nicht auf einer Gedenkveranstaltung sprechen. Er wurde in den Zuschauerbereich verwiesen.<\/p><p>Nur wenn die deutsche &Ouml;ffentlichkeit aufwacht, kann sich die Situation &auml;ndern. Es w&auml;re zu w&uuml;nschen, dass sich auch die Nachkommen von in der Sowjetunion gefallenen Soldaten an die &Ouml;ffentlichkeit wenden und f&uuml;r eine Wiederherstellung des Dialogs mit Russland eintreten. Sonst m&uuml;ssen wohl bald neue Gr&auml;ber f&uuml;r deutsche Soldaten geschaufelt werden.<\/p><p><small>Titelbild: Ulrich Heyden<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121223\">Warum ist es so still um die gro&szlig;en deutschen Soldatenfriedh&ouml;fe in Russland? &ndash; Eine Spurensuche<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=129774\">Deutschland drosselt Hilfe f&uuml;r &Uuml;berlebende der Blockade von Leningrad<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124359\">Wie eine Siebenj&auml;hrige die Blockade von Leningrad &uuml;berlebte und die deutsche Regierung das Thema absch&uuml;tteln will<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58352\">Leningrad-Jahrestag &ndash; Drei Millionen Zivilisten von deutschen Truppen eingeschlossen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/ulrich-heyden\/friedhof-der-namenlosen#1553706886071286\">der Freitag &ndash; Friedhof der Namenlosen <\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/667779a501cd4c2a9057bc04edbad545\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge in Russland kommt seit 2022 ins Stocken. 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