{"id":141722,"date":"2025-11-08T13:00:25","date_gmt":"2025-11-08T12:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141722"},"modified":"2025-11-07T21:12:50","modified_gmt":"2025-11-07T20:12:50","slug":"was-china-wirklich-will-drei-werke-die-den-chinafeindlichen-konsens-erschuettern-der-den-westen-in-den-krieg-treibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141722","title":{"rendered":"Was China wirklich will: Drei Werke, die den chinafeindlichen Konsens ersch\u00fcttern, der den Westen in den Krieg treibt"},"content":{"rendered":"<p>David C. Kang, Professor f&uuml;r Internationale Beziehungen an der University of Southern California, hat allein und gemeinsam mit Kollegen eine Reihe von Forschungsarbeiten verfasst, welche die Annahmen, die die US-Strategie im Pazifikraum bestimmen, systematisch in Frage stellen. Insbesondere drei Werke bilden eine koh&auml;rente und vernichtende Kritik an der Anti-China-Hysterie im Westen &ndash; der Artikel &bdquo;<em>What Does China Want?&ldquo; <\/em>in <em>International Security<\/em>, verfasst gemeinsam mit Jackie S. H. Wong und Zenobia T. Chan, die B&uuml;cher &bdquo;<em>American Grand Strategy and East Asian Security in the 21st Century&ldquo;<\/em> und &bdquo;<em>Beyond Power Transitions: The Lessons of East Asian History and the Future of US-China Relations&ldquo;<\/em>, letzteres gemeinsam mit Xinru Ma. Eine Rezension von <strong>Michael Holmes<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nZusammengenommen wird in diesen Werken argumentiert, dass die westlichen Politikeliten sowohl die Absichten Chinas als auch die Dynamik in der Region, die sie zu stabilisieren vorgeben, grundlegend falsch einsch&auml;tzen. Im Artikel &bdquo;<em>What Does China Want?&ldquo; werden <\/em>computergest&uuml;tzte Textanalyse und eine genaue Lekt&uuml;re chinesischer offizieller Dokumente genutzt, um zu zeigen, dass die von Peking erkl&auml;rten Priorit&auml;ten &uuml;berwiegend innenpolitischer Natur sind: Stabilit&auml;t des Regimes, territoriale Integrit&auml;t &uuml;ber historisch umstrittene Gebiete und wirtschaftliche Entwicklung. Die Sprache globalen Hegemoniedenkens, die die amerikanischen Bedrohungsanalysen dominiert, fehlt weitgehend im chinesischen Diskurs. In &bdquo;<em>American Grand Strategy and East Asian Security in the 21st Century&ldquo;<\/em> wird anhand einer empirischen Analyse der Verteidigungsausgaben, Handelsstr&ouml;me und diplomatischen Aktivit&auml;ten gezeigt, dass Ostasien heute stabiler und weniger militarisiert ist als jemals zuvor &ndash; dennoch behandelt die US-Politik die Region wie ein Pulverfass. Keines der gro&szlig;en ostasiatischen L&auml;nder f&uuml;rchtet eine chinesische Invasion. In &bdquo;<em>Beyond Power Transitions&ldquo; wird <\/em>ein Jahrtausend vormoderner ostasiatischer internationaler Beziehungen nachzeichnet und gezeigt, dass Machtverschiebungen in der Region historisch gesehen meist friedlich verliefen und eher durch Hierarchien und Diplomatie als durch Kriege geregelt wurden.<\/p><p>Was aus dieser Trilogie hervorgeht, ist kein naives Bild chinesischen Wohlwollens, sondern eine streng dokumentierte Argumentation daf&uuml;r, dass die Bedrohung, die die westliche Politik antreibt, weitgehend imagin&auml;r ist. Kang und seine Co-Autoren leugnen nicht, dass es durchaus Konfliktbereiche gibt &ndash; allen voran Taiwan &ndash;, aber sie bestehen darauf, dass diese Streitigkeiten beherrschbar sind und ihre Wurzeln in spezifischen, geschichtlich gewachsenen Missst&auml;nden haben, nicht in einem unerbittlichen Streben nach Vorherrschaft. Die wirkliche Gefahr, so warnen sie, besteht darin, dass westliche Fehlwahrnehmungen genau die Konfrontation hervorrufen, die sie eigentlich verhindern wollen. Die Alternative &ndash; eine Strategie, die auf einer genauen Einsch&auml;tzung dessen basiert, was China tats&auml;chlich sagt und tut &ndash; erfordert die Akzeptanz von Grenzen und die Bereitschaft zur Diplomatie.<\/p><p><strong>I. Der Mythos der chinesischen Expansion<\/strong><\/p><p>David C. Kang, Jackie S. H. Wong und Zenobia T. Chan widerlegen anhand statistischer Analysen systematisch die weit verbreitete Meinung, dass China nach globaler Vorherrschaft strebt. In ihrem sorgf&auml;ltig recherchierten Artikel in <em>International Security<\/em> mit dem Titel &bdquo;What Does China Want?&ldquo;, der frei verf&uuml;gbar ist, haben diese drei China-Experten etwas Einfaches und zugleich Subversives getan: Sie haben tats&auml;chlich untersucht, was China nach eigenen Angaben will, was es tut &ndash; und warum. Das Bild, das dabei entsteht, hat wenig mit der globalen Bedrohung zu tun, die den politischen Diskurs im Westen dominiert. Anstelle einer expansionistischen Macht, die darauf aus ist, die Vereinigten Staaten als globale Hegemonialmacht zu verdr&auml;ngen, erscheint China als eine Status-quo-Macht, die von Regimestabilit&auml;t besessen ist, sich &uuml;berwiegend auf innenpolitische Herausforderungen konzentriert und territoriale Anspr&uuml;che hat, die keine neuen imperialen Ambitionen sind, sondern seit Jahrhunderten bestehen.<\/p><p>Kang, Wong und Chan argumentieren, dass der kriegstreiberische Konsens in den westlichen Hauptst&auml;dten auf einer tiefgreifenden Fehlinterpretation der chinesischen Absichten beruht. Ihre Methodik ist einfach, aber wirkungsvoll. Anstatt &uuml;ber geheime Ambitionen zu spekulieren oder aus theoretischen Modellen des Verhaltens von Gro&szlig;m&auml;chten zu extrapolieren, analysieren sie systematisch Chinas eigene Aussagen zu seinen Zielen und Priorit&auml;ten. Sie untersuchen die ma&szlig;geblichsten Quellen im chinesischen politischen System: Leitartikel in der <em>People&rsquo;s Daily<\/em>, der offiziellen Zeitung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei; Reden von Xi Jinping und anderen Spitzenpolitikern; und Artikel in <em>Qiushi<\/em>, der f&uuml;hrenden theoretischen Zeitschrift der Partei. Mithilfe genauer Lekt&uuml;re und computergest&uuml;tzter Textanalyse verfolgen sie, was China nach eigenen Angaben wichtig ist, wie sich diese Anliegen im Laufe der Zeit entwickelt haben und wie sich die chinesische Rhetorik im Vergleich zur amerikanischen Rhetorik &uuml;ber die globale F&uuml;hrungsrolle darstellt. Das Ergebnis ist eine Argumentation, die das gesamte Rahmenwerk, durch das westliche Eliten Peking verstehen, in Frage stellt.<\/p><p><strong>Was China nach eigenen Angaben will &ndash; eine statistische Analyse<\/strong><\/p><p>Die Autoren beginnen mit der grundlegendsten Frage: Was definiert China als seine Kerninteressen? Die Antwort, die seit 2009 in offiziellen Dokumenten klar formuliert und 2011 in einem Wei&szlig;buch der Regierung formalisiert wurde, besteht aus drei Priorit&auml;ten. Erstens: innenpolitische Stabilit&auml;t &ndash; das &Uuml;berleben und die Legitimit&auml;t der Herrschaft der Kommunistischen Partei. Zweitens: Souver&auml;nit&auml;t und territoriale Integrit&auml;t &uuml;ber Gebiete, die China historisch als chinesisch betrachtet. Drittens: nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Wenn Xi Jinping seit seiner Macht&uuml;bernahme im Jahr 2012 &uuml;ber Kerninteressen spricht, verwendet er fast identische Formulierungen: Souver&auml;nit&auml;t, Sicherheit und Entwicklung. Das sind nicht die Ambitionen einer Macht, die die internationale Ordnung umst&uuml;rzen will.<\/p><p>Um dieses Muster systematisch aufzuzeigen, f&uuml;hrten die Autoren eine quantitative Analyse des offiziellen chinesischen Diskurses durch. Sie identifizierten &uuml;ber 12.000 Artikel in der <em>People&rsquo;s Daily<\/em> zwischen 2012 und 2024, die den Begriff <em>&bdquo;Kampf<\/em><em>&rdquo;<\/em> enthielten &ndash; ein Konzept mit tiefer ideologischer Bedeutung in der marxistisch-leninistischen Tradition Chinas, das in der chinesischen Propaganda h&auml;ufig verwendet wird, um zentrale Priorit&auml;ten zu signalisieren. Worum ging es bei diesen K&auml;mpfen? Zwischen 68 und 85 Prozent der Artikel konzentrierten sich auf innenpolitische Herausforderungen: Wirtschaftsmanagement, Korruption, interne Parteidisziplin und soziale Stabilit&auml;t. Streitigkeiten &uuml;ber das Ost- und S&uuml;dchinesische Meer &ndash; die maritimen Krisenherde, die in amerikanischen Bedrohungsanalysen &uuml;berwiegend besprochen werden &ndash; machten nur einen kleinen Teil des Diskurses aus. Selbst wenn chinesische F&uuml;hrer den Begriff &bdquo;Kampf&rdquo; verwendeten, sprachen sie &uuml;berwiegend &uuml;ber Probleme im Inland und nicht im Ausland. Dies ist keine triviale Erkenntnis. Wenn China wirklich auf externe Expansion und globale Vorherrschaft ausgerichtet w&auml;re, w&uuml;rde man erwarten, dass die offizielle Zeitung der Partei diese Priorit&auml;ten widerspiegelt.<\/p><p>Die Autoren untersuchten dann einen weiteren Schl&uuml;sselbegriff, der in westlichen Kreisen gro&szlig;e Aufmerksamkeit erregt hat: den Aufstieg des Ostens und den Niedergang des Westens. Diese Formulierung, die seit Xi Jinpings Amtsantritt nur in 32 Artikeln der <em>People&rsquo;s Daily<\/em> vorkam, wird oft als Beweis f&uuml;r chinesischen Triumphalismus angef&uuml;hrt. Als die Autoren jedoch nachverfolgten, wie der Begriff tats&auml;chlich verwendet wurde, stellten sie etwas anderes fest. Chinesische Beamte beriefen sich auf den Aufstieg des Ostens und den Niedergang des Westens in erster Linie, um innenpolitische Ma&szlig;nahmen zu rechtfertigen &ndash; um f&uuml;r die Fortsetzung der Parteif&uuml;hrung zu werben, Chinas Entwicklungsmodell zu verteidigen oder eine vertiefte internationale Zusammenarbeit zu fordern. Es handelt sich um eine Behauptung die &Uuml;berlegenheit der chinesischen Regierungsf&uuml;hrung im Inland betreffend, nicht um einen Entwurf f&uuml;r eine Expansion im Ausland. In seiner ma&szlig;geblichsten Stellungnahme zu diesem Thema verwendete Xi den Ausdruck, um zu verdeutlichen, dass Chinas Modernisierung ein Vorbild f&uuml;r andere Entwicklungsl&auml;nder sei &ndash; aber er erkl&auml;rte ausdr&uuml;cklich, dass China nicht die Absicht habe, sein Modell zu exportieren oder die USA zu ersetzen. Die Rhetorik war defensiv und nach innen gerichtet, nicht expansionistisch.<\/p><p>Die Analyse der Reden von Xi Jinping liefert &auml;hnlich auff&auml;llige Ergebnisse. Die Autoren sammelten 176 Reden aus den Jahren 2012 bis 2024, in denen Xi auf die Vereinigten Staaten Bezug nahm. Als sie diese Reden nach Themen kodierten, stellten sie fest, dass das dominierende Thema Zusammenarbeit und nicht Konfrontation war. Selbst wenn Xi sensible Themen wie Taiwan, die Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten Chinas oder maritime Streitigkeiten ansprach, lag der Schwerpunkt weiterhin auf Dialog und Zusammenarbeit. Xi erkl&auml;rte wiederholt, dass China ein selbstbewusstes, offenes und prosperierendes Amerika begr&uuml;&szlig;e, lehnte Nullsummen-Denken ab und bestand darauf, dass der Wettbewerb der Gro&szlig;m&auml;chte nicht die &Auml;ra bestimmen sollte. Das sind nicht die Worte eines F&uuml;hrers, der sein Land auf einen Kampf zur Umw&auml;lzung der internationalen Ordnung vorbereitet. Es sind die Worte eines F&uuml;hrers, der versucht, eine komplexe Beziehung zu einem m&auml;chtigeren Rivalen zu managen.<\/p><p>Xi und andere Regierungsvertreter haben wiederholt erkl&auml;rt, dass China nicht danach strebt, die USA als globale Hegemonialmacht abzul&ouml;sen, und keine regionale Vorherrschaft anstrebt. In seiner Rede zum hundertj&auml;hrigen Jubil&auml;um der Gr&uuml;ndung der Kommunistischen Partei im Jahr 2021 &ndash; einer der wichtigsten Ansprachen seiner Amtszeit &ndash; forderte Xi keine globale F&uuml;hrungsrolle Chinas. Stattdessen sagte er, dass China mit allen fortschrittlichen Kr&auml;ften zusammenarbeiten wolle und sich f&uuml;r Zusammenarbeit statt Konfrontation einsetze. Er sprach sich ausdr&uuml;cklich gegen Hegemonie und Machtpolitik aus. Er erkl&auml;rte, dass die chinesische Nation keine aggressiven oder hegemonialen Z&uuml;ge in ihren Genen trage und dass China niemals die Bev&ouml;lkerung eines anderen Landes schikaniert, unterdr&uuml;ckt oder unterworfen habe und dies auch niemals tun werde. Bei seinem Treffen mit Pr&auml;sident Biden im Jahr 2024 wiederholte Xi, dass China nicht die Absicht habe, mit den Vereinigten Staaten um die globale Vorherrschaft zu konkurrieren, und warnte davor, eine neue Dynamik des Kalten Krieges zu f&ouml;rdern.<\/p><p>Die Autoren sind vorsichtig genug, diese Aussagen nicht f&uuml;r bare M&uuml;nze zu nehmen. Sie erkennen an, dass Politiker Dinge sagen, die m&ouml;glicherweise nicht ihre wahren Pr&auml;ferenzen widerspiegeln, und dass Rhetorik aus billigen Worten bestehen kann, die der T&auml;uschung dienen. Sie weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei nicht um vereinzelte oder improvisierte &Auml;u&szlig;erungen handelt. Sie tauchen wiederholt in den ma&szlig;geblichen Parteidokumenten, in Reden vor nationalem und internationalem Publikum, auf Mandarin und Englisch sowie in Lehrmaterialien auf, die zur Ausbildung chinesischer Sch&uuml;ler von der Grundschule bis zum Hochschulstudium verwendet werden. Wenn Chinas F&uuml;hrer heimlich expansionistische Ambitionen hegen w&uuml;rden, w&auml;re es seltsam, ihren eigenen B&uuml;rgern und 100 Millionen Parteimitgliedern jahrzehntelang das Gegenteil beizubringen. Die Wiederholung und Institutionalisierung dieser Themen deuten darauf hin, dass sie echte Priorit&auml;ten widerspiegeln &ndash; oder zumindest offenbaren sie, was China seiner Bev&ouml;lkerung &uuml;ber die Rolle des Landes in der Welt glauben machen will. Wenn es sich wirklich um ein Regime handeln w&uuml;rde, das auf die Weltherrschaft aus ist, w&uuml;rde man eine weitaus umfangreichere und aggressivere Rhetorik in den streng kontrollierten und offiziellen Kommunikationskan&auml;len der Partei erwarten.<\/p><p>Der Kontrast zur amerikanischen Rhetorik ist aufschlussreich. Wenn US-Politiker &uuml;ber die globale Rolle ihres Landes sprechen, beschreiben sie Amerika routinem&auml;&szlig;ig als die unverzichtbare Nation, den F&uuml;hrer der freien Welt, den Garanten der liberalen internationalen Ordnung. Diese Sprache der globalen Mission und moralischen Einzigartigkeit fehlt weitgehend im chinesischen Diskurs. Wo Amerikaner von F&uuml;hrung sprechen, sprechen chinesische Beamte von Zusammenarbeit. Wo Amerikaner universelle Werte beschw&ouml;ren, betonen chinesische F&uuml;hrer chinesische Besonderheiten &ndash; eine Formulierung, die die Beschr&auml;nkung ihrer Ambitionen ausdr&uuml;cklich auf China selbst suggeriert. Der Ausdruck &bdquo;Sozialismus mit chinesischen Besonderheiten&rdquo; ist keine Ideologie f&uuml;r den Export. Er ist eine Rechtfertigung daf&uuml;r, warum Chinas politisches und wirtschaftliches System f&uuml;r China funktioniert, und keine Forderung, dass andere L&auml;nder es &uuml;bernehmen sollten. Dies ist nicht die Sprache einer Macht, die sich als rechtm&auml;&szlig;iger Architekt einer neuen Weltordnung versteht.<\/p><p><strong>Was China historisch gesehen wollte<\/strong><\/p><p>Wenn Chinas Ambitionen heute eher begrenzt und defensiv als expansiv und aggressiv erscheinen, so ist dies nach Ansicht der Autoren keine neue Entwicklung oder taktische Finte. Es spiegelt Kontinuit&auml;ten wider, die Jahrhunderte zur&uuml;ckreichen. Fast alle Territorialfragen, die die Volksrepublik heute besch&auml;ftigen &ndash; Taiwan, Tibet, Xinjiang, Hongkong und die umstrittenen Seegrenzen im Ost- und S&uuml;dchinesischen Meer &ndash; reichen bis in die Qing-Dynastie oder noch weiter zur&uuml;ck. Es handelt sich dabei nicht um neue Anspr&uuml;che, die von der Kommunistischen Partei nach 1949 erfunden oder von Xi Jinping nach 2012 eskaliert wurden. Die Autoren bezeichnen sie als transdynastische Anliegen: Streitigkeiten, die trotz radikaler Ver&auml;nderungen der politischen Macht, von der kaiserlichen Herrschaft &uuml;ber die republikanische Regierung bis hin zur kommunistischen Diktatur, fortbestehen. Das Verst&auml;ndnis dieser Geschichte ist unerl&auml;sslich, um zu verstehen, was China heute will &ndash; und was es nicht will.<\/p><p>Betrachten wir Taiwan, das Thema, das die amerikanischen &Auml;ngste vor einer Expansion Chinas dominiert und das viele Analysten als potenzielles Sprungbrett f&uuml;r eine umfassendere Aggression beschreiben. Die Autoren verfolgen Taiwans Platz im politischen Bewusstsein Chinas bis ins 17. Jahrhundert zur&uuml;ck. Nach dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie errichtete ein Piratenk&ouml;nig und Ming-Loyalist namens Zheng Chenggong eine Basis auf Taiwan und nutzte sie, um jahrzehntelang Krieg gegen die neue Qing-Dynastie zu f&uuml;hren. Als die Qing Ende des 17. Jahrhunderts schlie&szlig;lich Zhengs Streitkr&auml;fte besiegten, gliederten sie Taiwan in ihr Reich ein und verwalteten es zun&auml;chst als Pr&auml;fektur der Provinz Fujian und sp&auml;ter, ab 1886, als eigenst&auml;ndige Provinz. Taiwan blieb bis 1895 Teil des Qing-Reiches, bis China es nach dem Ersten Chinesisch-Japanischen Krieg im Vertrag von Shimonoseki an Japan abtrat. Der Qing-Unterh&auml;ndler Li Hongzhang warnte damals, dass die Abtretung von seit Jahrhunderten gehaltenem Territorium zu einer Quelle dauerhafter Unzufriedenheit werden w&uuml;rde. Er hatte recht.<\/p><p>Taiwan blieb 50 Jahre lang unter japanischer Kolonialherrschaft, bis Japan im Zweiten Weltkrieg besiegt wurde. Auf der Kairoer Konferenz 1943 einigten sich die Vereinigten Staaten, Gro&szlig;britannien und das nationalistische China darauf, dass alle Gebiete, die Japan China geraubt hatte &ndash; einschlie&szlig;lich Taiwan &ndash; wieder unter chinesische Souver&auml;nit&auml;t gestellt werden sollten. Als Japan 1945 kapitulierte, forderte die Republik China unter der Kuomintang Taiwan zur&uuml;ck, was die Chinesen als &bdquo;R&uuml;ckf&uuml;hrung&rdquo; bezeichnen, also die ehrenvolle R&uuml;ckgewinnung verlorener Gebiete. Vier Jahre sp&auml;ter, als die Kommunisten den chinesischen B&uuml;rgerkrieg gewannen, floh die besiegte Kuomintang nach Taiwan und beanspruchte weiterhin die Legitimit&auml;t als Regierung ganz Chinas. Die neue kommunistische Regierung auf dem Festland erhob denselben Anspruch in umgekehrter Richtung: Sie sei die legitime Regierung ganz Chinas, einschlie&szlig;lich Taiwans. Seit mehr als sieben Jahrzehnten dauert diese Pattsituation an. Aber w&auml;hrend dieser ganzen Zeit waren sich sowohl die Regierung in Peking als auch die Regierung in Taipeh in einem Punkt einig: Taiwan ist Teil Chinas. Erst nach den ersten demokratischen Wahlen in Taiwan im Jahr 1996 kam die M&ouml;glichkeit eines anderen Status auf &ndash; und genau diese M&ouml;glichkeit, nicht etwa neue imperiale Ambitionen, ist es, die Peking unertr&auml;glich findet.<\/p><p>Die anderen gro&szlig;en Territorialstreitigkeiten folgen &auml;hnlichen Mustern. Hongkong wurde 1841 w&auml;hrend des ersten Opiumkrieges von Gro&szlig;britannien erobert und bis zu seiner R&uuml;ckgabe an China 1997 als britische Kolonie verwaltet. Macau, das seit dem 16. Jahrhundert unter portugiesischer Kontrolle stand, kehrte erst 1999 zur&uuml;ck. Tibet kam 1720 unter die Kontrolle der Qing-Dynastie und blieb bis zum Zusammenbruch der Dynastie Teil des chinesischen Reiches. Xinjiang wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Provinz eingegliedert. Die Streitigkeiten im Ost- und S&uuml;dchinesischen Meer um kleine Inseln und Seegrenzen entstanden in der chaotischen ersten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts, als der Zusammenbruch der Qing-Dynastie, der japanische Imperialismus und die Einf&uuml;hrung westf&auml;lischer Souver&auml;nit&auml;tskonzepte die politische Landkarte Asiens neu zeichneten. Die ber&uuml;hmte Neun-Striche-Linie, mit der China seine Anspr&uuml;che im S&uuml;dchinesischen Meer geltend macht, stammt nicht aus der Volksrepublik. Sie tauchte erstmals auf einer offiziellen Karte auf, die 1948 von der Republik China ver&ouml;ffentlicht wurde &ndash; der von den USA unterst&uuml;tzten Kuomintang-Regierung, die von den Kommunisten besiegt wurde. Als die Volksrepublik diese Anspr&uuml;che &uuml;bernahm, erfand sie keine neuen territorialen Ambitionen. Sie &uuml;bernahm Streitigkeiten, die seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten schwelten.<\/p><p>Diese historische Kontinuit&auml;t ist wichtig, weil sie die Darstellung grundlegend in Frage stellt, dass Chinas derzeitige Selbstgewissheit die Ambitionen einer aufstrebenden Macht widerspiegelt, die von ihrer neu gewonnenen St&auml;rke berauscht ist. China ist keineswegs eine neue Macht. Es ist eine wiederbelebte Macht, die eine Position zur&uuml;ckerobert, die sie w&auml;hrend eines Gro&szlig;teils der aufgezeichneten Geschichte innehatte. Und die Themen, die ihr am meisten am Herzen liegen, sind nicht das Ergebnis j&uuml;ngster geopolitischer Kalk&uuml;le, sondern das Erbe eines traumatischen Jahrhunderts voller ausl&auml;ndischer Invasionen, innerer Zusammenbr&uuml;che und territorialer Verluste. Die chinesischen F&uuml;hrer und B&uuml;rger glauben aufrichtig, dass diese Gebiete chinesisch sind &ndash; nicht wegen der kommunistischen Propaganda, sondern weil sie &uuml;ber mehrere Jahrhunderte hinweg von mehreren Regierungen als chinesisch behandelt wurden. Die Autoren zeigen, dass das demokratische Taiwan fast identische territoriale Anspr&uuml;che wie das autorit&auml;re China stellt &ndash; einschlie&szlig;lich derselben Neun-Striche-Linie im S&uuml;dchinesischen Meer. Niemand im Westen betrachtet Taiwans Anspr&uuml;che als aggressiven Imperialismus. Bei diesen Streitigkeiten geht es nicht um Ideologie. Es geht um Grenzen und Souver&auml;nit&auml;t in einer Region, in der diese Fragen nie vollst&auml;ndig gekl&auml;rt wurden.<\/p><p><strong>Was China nicht will<\/strong><\/p><p>Wenn Chinas Ziele so begrenzt und historisch verwurzelt sind, wie die Autoren argumentieren, dann ist die logische Folge ebenso wichtig: Es gibt vieles, was China nicht will und nicht anstrebt. Es will weder Vietnam noch Japan noch S&uuml;dkorea erobern. Es will weder in die Philippinen oder Indien einmarschieren noch die territoriale Kontrolle &uuml;ber S&uuml;dostasien erlangen. Es will weder sein politisches System exportieren noch die Entwicklungsl&auml;nder zum chinesischen Sozialismus bekehren. Es will weder die Vereinigten Staaten als Weltpolizist abl&ouml;sen noch die internationale Ordnung umst&uuml;rzen.<\/p><p>Seit 1949 hat die Volksrepublik weit mehr territoriale Streitigkeiten beigelegt, als sie eskaliert hat. Auf dem H&ouml;hepunkt ihrer Macht kontrollierte die Qing-Dynastie ein Gebiet von rund 13 Millionen Quadratkilometern. Die Volksrepublik umfasst heute etwa 9,5 Millionen Quadratkilometer. Die Differenz von fast vier Millionen Quadratkilometern entspricht Gebieten, die China ausdr&uuml;cklich als zu anderen souver&auml;nen Staaten geh&ouml;rig anerkannt hat. China hat diese Grenzen in Vertr&auml;gen mit seinen Nachbarn in Zentralasien, S&uuml;dostasien und Nordostasien festgeschrieben. Dies ist nicht das Verhalten einer irredentistischen Macht, die ein verlorenes Imperium zur&uuml;ckerobern will. Es ist das Verhalten eines Staates, der die Souver&auml;nit&auml;t seiner Nachbarn anerkennt und bereit ist, Grenzen zu formalisieren, selbst wenn diese Grenzen territoriale Verluste bedeuten.<\/p><p>Heute hat China f&uuml;nf gro&szlig;e ungel&ouml;ste Territorialstreitigkeiten: Taiwan, die Grenze zu Indien, die Paracel-Inseln, die Senkaku-Inseln und die Spratly-Inseln. Diese Streitigkeiten sind bemerkenswert stabil geblieben, obwohl Chinas wirtschaftliche und milit&auml;rische Macht in den letzten vier Jahrzehnten exponentiell gewachsen ist. Chinas territoriale Anspr&uuml;che sind heute im Wesentlichen dieselben wie in den 1950er-Jahren, als das Land noch bitterarm war. Die Macht ist gewachsen, die Ambitionen nicht.<\/p><p>Bemerkenswert ist, dass das einzige Thema, bei dem China keine Kompromisse eingeht &ndash; wo es Streitkr&auml;fte aufgebaut, Einsch&uuml;chterungsman&ouml;ver durchgef&uuml;hrt und mit Gewalt gedroht hat &ndash;, Taiwan ist. Taiwan ist jedoch kein beliebiges St&uuml;ck Land, das China aus strategischen Gr&uuml;nden begehrt. Es ist das unvollendete Gesch&auml;ft eines B&uuml;rgerkriegs, der nie offiziell beendet wurde, ein Gebiet, das jede chinesische Regierung seit der Qing-Dynastie als Teil Chinas betrachtet hat, und ein symbolischer Test daf&uuml;r, ob die Kommunistische Partei das vollenden kann, was sie als nationale Wiederbelebung bezeichnet. Diese Unterscheidung ist wichtig. Chinas Verhalten gegen&uuml;ber Taiwan l&auml;sst keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf sein Verhalten gegen&uuml;ber anderen L&auml;ndern zu, da kein anderes Land denselben Platz in der historischen Erinnerung Chinas einnimmt. Wenn westliche Analysten aus Taiwan R&uuml;ckschl&uuml;sse auf eine m&ouml;gliche chinesische Aggression gegen Vietnam, Japan oder die Philippinen ziehen, ignorieren sie sowohl die Geschichte als auch die chinesische Rhetorik. Diese anderen L&auml;nder sind anerkannte souver&auml;ne Staaten, mit denen China diplomatische Beziehungen und Grenzabkommen unterh&auml;lt und gegen&uuml;ber denen es keine irredentistischen Anspr&uuml;che geltend macht. Taiwan ist anders.<\/p><p><strong>Die westliche Fehlwahrnehmung<\/strong><\/p><p>Die Autoren zitieren ausf&uuml;hrlich aus &Auml;u&szlig;erungen von US-Au&szlig;enministern, nationalen Sicherheitsberatern und hochrangigen Verteidigungsbeamten &ndash; Demokraten wie Republikaner &ndash;, die China als ein Land beschreiben, das die regelbasierte internationale Ordnung umst&uuml;rzen und eine Hegemonie in Asien und dar&uuml;ber hinaus errichten will. Diese Einsch&auml;tzungen f&uuml;hren zu einer Politik, die sich fast ausschlie&szlig;lich auf milit&auml;rische L&ouml;sungen konzentriert. Die USA erh&ouml;hen ihre Verteidigungsausgaben, erweitern ihre Allianzen im indopazifischen Raum, f&uuml;hren Operationen zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt in umstrittenen Gew&auml;ssern durch und bereiten sich auf einen m&ouml;glichen Krieg um Taiwan vor. Die g&auml;ngige Meinung lautet, dass Amerika Entschlossenheit zeigen, chinesische Aggressionen abschrecken, und eine Koalition aufbauen muss, die in der Lage ist, Peking in Schach zu halten. Die Wirtschaftspolitik folgt derselben Logik: Technologietransfers einschr&auml;nken, Z&ouml;lle erheben, Lieferketten entkoppeln und China die Ressourcen verweigern, die es ben&ouml;tigt, um die Vorherrschaft Amerikas in Frage zu stellen.<\/p><p>Die Autoren finden jedoch kaum Belege f&uuml;r die zugrunde liegende Bedrohungsanalyse. Bei der systematischen Untersuchung offizieller chinesischer Verlautbarungen &ndash; wobei sie nicht nur ausgew&auml;hlte Zitate heranziehen, sondern Tausende von Dokumenten mit qualitativen und quantitativen Methoden analysieren &ndash; stellen sie fest, dass China keineswegs nach globaler Vorherrschaft strebt. China ist nicht in jeder Hinsicht eine Status-quo-Macht. Es ist eindeutig unzufrieden mit bestimmten Aspekten der aktuellen Ordnung, insbesondere mit der milit&auml;rischen Pr&auml;senz der USA in Ostasien und der amerikanischen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Taiwan. Aber Unzufriedenheit mit bestimmten Elementen der Weltordnung und die Bereitschaft, die USA bei Kerninteressen herauszufordern, ist nicht gleichbedeutend mit dem Bestreben, das gesamte System zu zerst&ouml;ren.<\/p><p><strong>Die Gefahren von Fehlwahrnehmungen<\/strong><\/p><p>Die Kluft zwischen dem, was China offenbar will, und dem, was die Vereinigten Staaten glauben, das China will, ist keine akademische Debatte. Sie hat tiefgreifende und potenziell katastrophale Folgen. Wenn sich die amerikanischen Politiker auf den falschen Krieg vorbereiten und Verb&uuml;ndete bewaffnen, um einen nicht existierenden Expansionismus einzud&auml;mmen, laufen sie Gefahr, eine sich selbst erf&uuml;llende Prophezeiung zu schaffen. China, das sich von feindlichen Allianzen umzingelt und einem Wirtschaftskrieg ausgesetzt sieht, k&ouml;nnte zu dem Schluss kommen, dass die USA entschlossen sind, seine Entwicklung zu verhindern, unabh&auml;ngig davon, was es tut oder sagt. In diesem Szenario wird Zusammenarbeit unm&ouml;glich und Konfrontation unvermeidlich, weil die amerikanische Politik keine Alternativen zul&auml;sst.<\/p><p>Die Autoren sind besonders besorgt &uuml;ber die Fokussierung auf Taiwan. Sie bestreiten nicht, dass Peking bereit ist, Gewalt anzuwenden, um die Unabh&auml;ngigkeit Taiwans zu verhindern. Sie argumentieren jedoch, dass amerikanische Analysten systematisch falsch interpretieren, was Taiwan f&uuml;r China bedeutet und was das Verhalten Chinas gegen&uuml;ber Taiwan &uuml;ber die Absichten Chinas in anderen Regionen aussagt. F&uuml;r chinesische F&uuml;hrer und B&uuml;rger ist Taiwan kein strategischer Vorteil oder Sprungbrett f&uuml;r Expansionen. Es ist die letzte unverheilte Wunde aus einem Jahrhundert der Dem&uuml;tigung, das letzte St&uuml;ck Territorium, das durch ausl&auml;ndischen Imperialismus und B&uuml;rgerkrieg verloren gegangen ist. Taiwan ist das einzige historische Gebiet, das sich au&szlig;erhalb der Kontrolle Pekings befindet und in dem politische Kr&auml;fte entstanden sind, die eine dauerhafte Trennung anstreben. Aus diesem Grund behandelt China Taiwan anders als andere Streitigkeiten. Nicht weil Taiwan strategisch besonders wertvoll w&auml;re &ndash; obwohl es sicherlich strategische Bedeutung hat &ndash;, sondern weil Taiwan im chinesischen Nationalismus eine einzigartige symbolische und emotionale Bedeutung hat.<\/p><p>Kein chinesischer F&uuml;hrer k&ouml;nnte die Unabh&auml;ngigkeit Taiwans akzeptieren, ohne die Legitimit&auml;t der chinesischen Souver&auml;nit&auml;t selbst in Frage zu stellen. Die Vereinigten Staaten, die Taiwan zunehmend wie ein unabh&auml;ngiges Land behandeln &ndash; indem sie seine Beamten empfangen, moderne Waffen verkaufen und andeuten, dass sie die Insel milit&auml;risch verteidigen w&uuml;rden &ndash;, schrecken China nicht von einer Aggression ab. Sie &uuml;berzeugen Peking davon, dass Washington eine dauerhafte Trennung Taiwans von China anstrebt, ein Ziel, das keine chinesische Regierung akzeptieren k&ouml;nnte. Das rechtfertigt zwar keine chinesische Invasion, es deutet jedoch darauf hin, dass die derzeitige Entwicklung das Risiko eines Krieges in einer Frage erh&ouml;ht, in der beide Seiten ihre Interessen auf grundlegend unvereinbare Weise definieren.<\/p><p>Entscheidend ist, dass die Ereignisse in Taiwan nicht dar&uuml;ber entscheiden werden, was anderswo geschieht. Die Autoren verweisen auf die Reaktionen in Ostasien auf den Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan im August 2022. Die Regierungen in der gesamten Region reagierten alarmiert und bekr&auml;ftigten ihr Bekenntnis zur Ein-China-Politik. S&uuml;dkorea, Vietnam, Indonesien, Thailand, Malaysia, die Philippinen und die ASEAN als Gruppe gaben Erkl&auml;rungen ab, in denen sie zur Zur&uuml;ckhaltung aufriefen und ausdr&uuml;cklich den Grundsatz bekr&auml;ftigten, dass Taiwan Teil Chinas ist. Diese L&auml;nder betrachten Taiwan nicht als Testfall daf&uuml;r, ob China zu einer aggressiven Imperialmacht werden wird. Sie sehen es als eine Frage, die das chinesische Volk im weiteren Sinne unter sich l&ouml;sen muss. Und sie glauben nicht, dass Chinas Entschlossenheit, die Unabh&auml;ngigkeit Taiwans zu verhindern, bedeutet, dass China als N&auml;chstes gegen sie vorgehen wird. Die Gefahr besteht darin, dass Washington die L&auml;nder in der Region zwingen wird, in einer Konfrontation, die sie nicht wollen, Partei zu ergreifen.<\/p><p><strong>Der alternative Weg<\/strong><\/p><p>Kang, Wong und Chan betonen, dass es Bereiche gibt, in denen echte Konflikte zwischen den USA und China bestehen. Taiwan ist nur der offensichtlichste und gef&auml;hrlichste davon. Handelspraktiken, Technologiewettbewerb und Menschenrechte sind Bereiche, in denen die Interessen der USA und Chinas auseinandergehen. Aber dies sind beherrschbare Streitigkeiten, wie sie Gro&szlig;m&auml;chte schon immer zu bew&auml;ltigen hatten, und keine existenziellen K&auml;mpfe, die eine totale Mobilisierung erfordern.<\/p><p>Klimawandel, Pandemien, globale wirtschaftliche Stabilit&auml;t, nukleare Nichtverbreitung und globale KI-Sicherheitsregeln erfordern die Zusammenarbeit zwischen den beiden gr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaften der Welt. Die ausschlie&szlig;liche Konzentration auf Wettbewerb und Eind&auml;mmung macht eine Zusammenarbeit unm&ouml;glich, selbst wenn beide L&auml;nder davon profitieren w&uuml;rden. Es gibt bereits Modelle f&uuml;r teilweise Kooperation. W&auml;hrend des Kalten Krieges haben die USA und die Sowjetunion Waffenbegrenzungsabkommen, Krisenkommunikationskan&auml;le und begrenzte Bereiche der wissenschaftlichen Zusammenarbeit verwaltet, obwohl sie strategische Gegner blieben. &Auml;hnliche Mechanismen k&ouml;nnten es den USA und China erm&ouml;glichen, gemeinsame Herausforderungen anzugehen, ohne ihre tieferen Meinungsverschiedenheiten zu l&ouml;sen.<\/p><p><strong>Wissenschaft gegen den Strom<\/strong><\/p><p>Westliche Nationen verstehen die Welt durch einen Rahmen, der von ihren eigenen imperialen Erfahrungen gepr&auml;gt ist, und k&ouml;nnen sich nicht vorstellen, dass andere M&auml;chte anders agieren k&ouml;nnten. Kang, Wong und Chan haben jedoch empirische Argumente zusammengetragen, die schwer zu widerlegen sind. Sie ver&ouml;ffentlichen in einer der renommiertesten Fachzeitschriften ihres Fachgebiets. Ihre quantitative Analyse chinesischer offizieller Texte ist transparent und reproduzierbar.<\/p><p>Die Geschichte der Konflikte zwischen Gro&szlig;m&auml;chten ist &uuml;bers&auml;t mit Kriegen, die keine der beiden Seiten wollte, in die sie aber aufgrund von Fehlwahrnehmungen &uuml;ber die Absichten der anderen Seite hineingeraten sind. Kang, Wong und Chan sprechen eine deutliche Warnung aus. Die USA glauben, dass sie defensiv auf die chinesische Aggression reagieren und eine weitere Expansion verhindern. China sieht darin jedoch einen Versuch der USA, seinen Aufstieg einzud&auml;mmen, seine Entwicklung zu verhindern und sich in seine inneren Angelegenheiten einzumischen. Wenn die USA ihre milit&auml;rische Pr&auml;senz in der N&auml;he Chinas verst&auml;rken, Allianzen ausbauen, Technologietransfers einschr&auml;nken und Taiwan zunehmend wie ein unabh&auml;ngiges Land behandeln, glauben sie, damit eine Botschaft der St&auml;rke und Entschlossenheit zu senden. Peking k&ouml;nnte jedoch die Botschaft empfangen, dass Washington unter keinen Umst&auml;nden ein m&auml;chtiges China akzeptieren wird und einen Krieg vorbereitet.<\/p><p>Es gibt Verhandlungsspielraum hinsichtlich des Status Taiwans, der den Frieden bewahrt, ohne dass eine der beiden Seiten ihre Kernpositionen aufgeben muss. Es gibt Spielraum f&uuml;r die Beilegung maritimer Streitigkeiten durch Diplomatie statt milit&auml;rischer Konfrontation. Es gibt Spielraum f&uuml;r Wettbewerb in einigen Bereichen und Zusammenarbeit in anderen.<\/p><p>Die Vereinigten Staaten m&uuml;ssen akzeptieren, dass China eine Gro&szlig;macht in Asien und weltweit sein wird. Das ist keine Wahl, sondern eine Tatsache. China hat die zweitgr&ouml;&szlig;te Bev&ouml;lkerung der Welt, die zweitgr&ouml;&szlig;te Wirtschaft und ein zunehmend leistungsf&auml;higes Milit&auml;r. Es wird Interessen haben und diese verfolgen. Eine Politik, die darauf abzielt, den Aufstieg Chinas zu verhindern oder die &uuml;berw&auml;ltigende milit&auml;rische &Uuml;berlegenheit der USA &uuml;berall auf der Welt aufrechtzuerhalten, wird nicht nur scheitern, sondern genau die Konfrontation provozieren, die sie angeblich verhindern will. Diplomatie muss das wichtigste Instrument der Zusammenarbeit werden.<\/p><p>Kang, Wong und Chan haben ein Werk von akribischer Wissenschaftlichkeit vorgelegt, das zu einem Zeitpunkt von h&ouml;chster Relevanz und gr&ouml;&szlig;ter Gefahr erscheint. Die von ihnen zusammengetragenen Beweise sind umfangreich und sorgf&auml;ltig pr&auml;sentiert. Chinas offizielle Erkl&auml;rungen betonen die innere Stabilit&auml;t, die territoriale Integrit&auml;t und die wirtschaftliche Entwicklung &ndash; nicht die globale Vorherrschaft. Letztendlich geht es nicht um die Wahl zwischen einer Konfrontation mit China und einer Beschwichtigungspolitik. Die Wahl besteht zwischen einer Strategie, die auf einer genauen Einsch&auml;tzung der Absichten und F&auml;higkeiten Chinas basiert, und einer Strategie, die auf westlichen Vorurteilen, &Auml;ngsten und Projektionen basiert. Ersteres erfordert Geduld, nachhaltiges diplomatisches Engagement und Kompromissbereitschaft. Die Alternative &ndash; eine generationenlange milit&auml;rische Konfrontation &ndash; k&ouml;nnte eine Katastrophe sein, die zuk&uuml;nftige Historiker nur schwer erkl&auml;ren k&ouml;nnen.<\/p><ol>\n<li><strong> Illusionen der Instabilit&auml;t: Wie Washington Ostasien falsch einsch&auml;tzt<\/strong><\/li>\n<\/ol><p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p><p>David C. Kangs 2017 erschienenes Buch <strong>&bdquo;American Grand Strategy and East Asian Security in the 21st Century&rdquo; widerlegt den Mythos eines zunehmenden Wettr&uuml;stens in Asien. <\/strong>Mit ruhiger, empirischer Pr&auml;zision zerlegt<strong> er <\/strong>die westliche Orthodoxie. Das Buch ist keine Polemik, sondern ein nachhaltiger Akt der intellektuellen Korrektur. Seine zentrale Erkenntnis ist eindeutig: Ostasien ist heute reicher, st&auml;rker vernetzt und milit&auml;risch ruhiger als jemals zuvor in diesem Jahrhundert. Dennoch verh&auml;lt sich Washington, als w&uuml;rde ein Pulverfass auf den Funken warten.<\/p><p>Kang beginnt nicht mit Rhetorik, sondern mit Daten. In elf ostasiatischen L&auml;ndern, darunter China, sanken die durchschnittlichen Milit&auml;rausgaben von 3,35 Prozent des BIP im Jahr 1990 auf 1,84 Prozent im Jahr 2015 &ndash; eine fast halbierte regionale Verteidigungslast. Lateinamerika, das als relativ friedliche Region gilt, gab etwa den gleichen Anteil seines Einkommens f&uuml;r Verteidigung aus wie Ostasien. Mit anderen Worten: Der Aufstieg Chinas hat kein Wettr&uuml;sten ausgel&ouml;st, sondern eine &Auml;ra der Zur&uuml;ckhaltung. Kang zeigt, dass die Regierungen der Region in H&auml;fen, Fabriken und Universit&auml;ten investieren, nicht in Flugzeugtr&auml;ger.<\/p><p>Der Kontrast zum Verhalten der USA ist auff&auml;llig. Washington gestaltet seine Asienpolitik weiterhin nach dem Vorbild der Eind&auml;mmungspolitik der 1950er-Jahre, komplett mit B&uuml;ndnissen aus dem Kalten Krieg und einer Milit&auml;r-zuerst-Doktrin, die sich zu einem Reflex verfestigt hat. Doch die Gesellschaften, die angeblich nach dem Schutz der USA verlangen, vermeiden in Wirklichkeit eine Konfrontation. In Interviews, Handelsdaten und L&auml;ngsschnittstudien findet Kang keinen Willen zu einer Eind&auml;mmungskoalition gegen China. Alle Staaten von S&uuml;dkorea bis Indonesien bevorzugen Engagement und verfolgen eine Hedging-Diplomatie, die die M&auml;rkte offen und die Milit&auml;rs ruhig h&auml;lt. Die Zahlen erz&auml;hlen eine Geschichte des Friedens, die Rhetorik eine Geschichte der Gefahr. Nur eine davon kann wahr sein.<\/p><p><strong>Der Mythos des asiatischen Pulverfasses<\/strong><\/p><p>Kangs subversivste Behauptung ist auch seine am besten dokumentierte: Es gibt keinen R&uuml;stungswettlauf in Ostasien. Selbst wenn westliche Thinktanks vor einem drohenden Konflikt im S&uuml;dchinesischen Meer warnen, sind die Verteidigungsbudgets in der gesamten Region unver&auml;ndert geblieben oder zur&uuml;ckgegangen. Indonesien, das oft als Gegenbeispiel angef&uuml;hrt wird, hat seine Milit&auml;rausgaben seit 2002 um elf Prozent pro Jahr erh&ouml;ht &ndash; gibt aber immer noch weniger als ein Prozent seines BIP f&uuml;r Verteidigung aus. Die Verteidigungsausgaben Vietnams liegen bei 2,3 Prozent des BIP, etwa der H&auml;lfte des globalen Durchschnitts. Chinas Anteil von 1,9 Prozent liegt unter dem der Vereinigten Staaten. Dies als Wettr&uuml;sten zu bezeichnen, so Kang, hie&szlig;e, die Besorgnis in Washington mit Aggression in Asien zu verwechseln. In den Jahren seit der Ver&ouml;ffentlichung des Buches haben einige ostasiatische L&auml;nder ihre Verteidigungsausgaben erh&ouml;ht. Nordkorea bleibt jedoch das einzige Land, das seine Verteidigungsausgaben auf einem Niveau h&auml;lt, das hoch genug ist, um zu vermuten, dass es um sein &Uuml;berleben f&uuml;rchtet. Nat&uuml;rlich hat es keine Angst vor China.<\/p><p>Kang geht direkt auf die weit verbreitete Annahme ein, dass ostasiatische Staaten wenig f&uuml;r ihr Milit&auml;r ausgeben, weil sie sich auf den Sicherheitsgarantien der USA ausruhen. Er &uuml;berpr&uuml;ft diese Annahme empirisch und stellt fest, dass sie weitgehend unbegr&uuml;ndet ist. Er vergleicht die Verteidigungsausgaben der Vertragspartner der USA &ndash; Japan, S&uuml;dkorea, die Philippinen, Thailand und Australien &ndash; mit denen nicht verb&uuml;ndeter Staaten und zeigt, dass ihre Milit&auml;rausgaben praktisch identisch sind: Bis 2015 lagen beide Gruppen im Durchschnitt bei etwa 1,7 Prozent des BIP. Es gibt keinen Beweis f&uuml;r das vermeintliche Muster, dass Verb&uuml;ndete aufgrund ihres Vertrauens in den Schutz der USA zu wenig ausgeben. Kang erkl&auml;rt dies mit den Grenzen des amerikanischen Engagements und der anhaltenden Unsicherheit kleinerer Staaten dar&uuml;ber, ob Washington tats&auml;chlich zu ihren Gunsten intervenieren w&uuml;rde. Die meisten ostasiatischen Regierungen verfolgen eine bescheidene, aber autonome Verteidigungspolitik, die weniger von den Garantien der USA als vielmehr von ihrer eigenen Einsch&auml;tzung der regionalen Stabilit&auml;t und der geringen Wahrscheinlichkeit eines Krieges gepr&auml;gt ist. Wenn beispielsweise Vietnam eine chinesische Invasion bef&uuml;rchten w&uuml;rde, w&auml;re es dann klug, zu glauben, dass die USA einen weiteren Vietnamkrieg f&uuml;hren w&uuml;rden, nur diesmal auf der Seite der Kommunistischen Partei?<\/p><p>Kangs Kapitel &uuml;ber die wichtigsten L&auml;nder der Region liefern &uuml;berzeugende Beweise daf&uuml;r, dass sie sich nicht auf eine milit&auml;rische Konfrontation mit China vorbereiten.<\/p><p><strong>Korea<\/strong><\/p><p>Obwohl S&uuml;dkorea ein formeller Verb&uuml;ndeter der USA ist, hat es konsequent vermieden, sich zwischen Washington und Peking zu entscheiden. Sein Handel mit China, der mittlerweile gr&ouml;&szlig;er ist als der mit den USA und Japan zusammen, verankert seine Au&szlig;enpolitik im wirtschaftlichen Pragmatismus. Kang betont, dass die Milit&auml;rausgaben seit den 1990er-Jahren bei etwa 2,5 Prozent des BIP liegen und sich haupts&auml;chlich auf die Abschreckung Nordkoreas und weniger auf die regionale Machtprojektion konzentrieren. Selbst in Zeiten der Spannung &ndash; etwa wegen der Stationierung von THAAD-Raketen oder maritimer Streitigkeiten &ndash; hat S&uuml;dkorea eine Absicherung der Allianz einer Eskalation vorgezogen. Kang interpretiert dies als Zeichen strategischer Reife: Seoul strebt nach Autonomie, nicht nach Abh&auml;ngigkeit, und sieht keinen Vorteil darin, sich einer von den USA angef&uuml;hrten Eind&auml;mmung Chinas anzuschlie&szlig;en.<\/p><p>Nordkorea stellt nach Kangs Ansicht die einzige echte Sicherheitsbedrohung in Ostasien dar, doch selbst hier ist das Muster Abschreckung und nicht Eskalation. Das Atomprogramm des Regimes sei eine rationale Reaktion auf seine Verwundbarkeit und kein Vorbote einer Aggression. Die Man&ouml;ver der USA und S&uuml;dkoreas haben in Verbindung mit Sanktionen einen Kreislauf der Feindseligkeit geschaffen, dem keine Seite entkommen kann. Kangs Vergleichsdaten zeigen jedoch, dass Nordkorea au&szlig;erhalb der Halbinsel keinen Erfolg damit hatte, Instabilit&auml;t zu exportieren. Die Gefahr liegt nicht in der St&auml;rke Pj&ouml;ngjangs, sondern in der &Uuml;berreaktion Washingtons.<\/p><p><strong>Japan<\/strong><\/p><p>Nach Kangs Analyse bleibt Japan symbolisch von zentraler Bedeutung f&uuml;r die Strategie der USA, verh&auml;lt sich jedoch materiell zur&uuml;ckhaltend. Trotz h&auml;ufiger Behauptungen des Westens, Japan r&uuml;ste wieder auf, liegen die Verteidigungsausgaben Tokios seit Jahrzehnten bei knapp einem Prozent des BIP und sind damit die niedrigsten unter den gro&szlig;en Industriem&auml;chten. Kang f&uuml;hrt diese Zur&uuml;ckhaltung auf die innenpolitische Kultur und die wirtschaftliche Logik der gegenseitigen Abh&auml;ngigkeit zur&uuml;ck: China ist Japans gr&ouml;&szlig;ter Handelspartner geworden, und eine Konfrontation w&uuml;rde das exportorientierte Modell des Landes gef&auml;hrden. Das Buch analysiert, wie Washington jede schrittweise &Auml;nderung der japanischen Politik &ndash; wie die kollektive Selbstverteidigung oder die Schaffung eines Nationalen Sicherheitsrates &ndash; als Beweis f&uuml;r eine Militarisierung interpretiert, w&auml;hrend es die strukturelle Kontinuit&auml;t des Pazifismus ignoriert. F&uuml;r Kang verk&ouml;rpert das Beispiel Japan die Diskrepanz zwischen der Rhetorik der USA und der Realit&auml;t in Ostasien: Was Washington als &bdquo;Remilitarisierung&rdquo; bezeichnet, ist empirisch gesehen eine minimale Anpassung.<\/p><p><strong>Vietnam<\/strong><\/p><p>Vietnam, das oft als nat&uuml;rliches Gegengewicht zu China dargestellt wird, erscheint in Kangs Darstellung als ein weiterer Vertreter des stillen Pragmatismus. Trotz der historischen Feindschaft hat der bilaterale Handel stark zugenommen, und Hanoi hat bewusst formelle Allianzen vermieden, die es in Konflikte zwischen Gro&szlig;m&auml;chten verwickeln k&ouml;nnten. Die Milit&auml;rausgaben sind mit etwa 2,3 Prozent des BIP im globalen Vergleich moderat. Kang stellt fest, dass Vietnam sowohl mit Peking als auch mit Washington kooperiert und sich an von China gef&uuml;hrten regionalen Initiativen beteiligt, w&auml;hrend es gleichzeitig einen begrenzten Zugang der US-Marine begr&uuml;&szlig;t. Das Muster, schreibt er, sei &bdquo;&Auml;quidistanz&rdquo;: Vietnam setzt auf Flexibilit&auml;t statt auf Abschreckung.<\/p><p><strong>Die Philippinen<\/strong><\/p><p>Kangs Kapitel &uuml;ber die Philippinen deckt die Fragilit&auml;t der US-Allianzstrukturen auf. Obwohl Manila im Rahmen von Rotationsvereinbarungen amerikanische Truppen beherbergt, schwankt es stark zwischen Abh&auml;ngigkeit und Trotz. Unter Pr&auml;sident Duterte warben die Philippinen um chinesische Investitionen und drohten gleichzeitig mit der Ausweisung der US-Streitkr&auml;fte; sp&auml;tere Regierungen nahmen erneut eine Neukalibrierung vor. Kang betont jedoch, dass die zugrunde liegende Realit&auml;t eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist: Der chinesische Handel und Tourismus stellen die US-Milit&auml;rhilfe in den Schatten, und die &ouml;ffentliche Meinung bef&uuml;rwortet Neutralit&auml;t. Das Muster ist kein Verrat, sondern eine Anpassung an die geografischen Gegebenheiten. Manila will Sicherheitsbeziehungen ohne strategische Abh&auml;ngigkeit. Kang nutzt die Philippinen, um eine allgemeinere Wahrheit zu veranschaulichen: Die amerikanischen B&uuml;ndnisse in Asien bestehen eher aus Tr&auml;gheit als aus &Uuml;berzeugung.<\/p><p><strong>Indonesien<\/strong><\/p><p>Indonesien, der demografische und geografische Riese der Region, untermauert Kangs Argument, dass die Ordnung in Ostasien grunds&auml;tzlich stabil ist. Mit Milit&auml;rausgaben von etwa 0,9 Prozent des BIP &ndash; weltweit einer der niedrigsten Werte f&uuml;r ein Land dieser Gr&ouml;&szlig;e &ndash; liegen die Priorit&auml;ten Jakartas auf der inneren Entwicklung und der maritimen Governance, nicht auf Machtpolitik. Seine Diplomatie betont die zentrale Rolle der ASEAN und die Blockfreiheit, wobei sowohl zu China als auch zu den USA gleicher Abstand gehalten wird. Kang portr&auml;tiert Indonesien als Archetyp regionaler Zur&uuml;ckhaltung: ein Staat, der sich mehr um Infrastruktur und Bildung k&uuml;mmert als um Raketen oder Allianzen.<\/p><p><strong>Singapur und Australien<\/strong><\/p><p>Kang behandelt Singapur und Australien als die beiden am st&auml;rksten westlich orientierten Staaten der Region, doch selbst sie m&auml;&szlig;igen ihre Ausrichtung mit Pragmatismus. Singapur beherbergt US-Marineeinrichtungen, ist aber gleichzeitig tief in Chinas Handelsnetzwerke integriert. Sein Verteidigungsbudget &ndash; etwa drei Prozent des BIP &ndash; dient der Abschreckung, nicht der Konfrontation. Australien, das lange Zeit als &bdquo;stellvertretender Sheriff&ldquo; der USA bezeichnet wurde, ist ebenso ambivalent. W&auml;hrend Canberra das ANZUS-B&uuml;ndnis bekr&auml;ftigt, ist es f&uuml;r mehr als ein Drittel seiner Exporte von China abh&auml;ngig und widersetzt sich regelm&auml;&szlig;ig dem Druck Washingtons, das S&uuml;dchinesische Meer zu militarisieren. Kang sieht in beiden L&auml;ndern Beispiele f&uuml;r strategische Dualit&auml;t: Ann&auml;herung f&uuml;r Sicherheit, Engagement f&uuml;r Wohlstand.<\/p><p><strong>Westliche Konfrontationspolitik ohne Partner in Asien<\/strong><\/p><p>Kangs abschlie&szlig;ende Kapitel sind eine vernichtende Kritik an der kontraproduktiven Logik der Konfrontation. Die von westlichen Falken geliebte Vorstellung, dass Abschreckung Frieden garantiert, &uuml;bersieht die einfache Tatsache, dass die meisten asiatischen Staats- und Regierungschefs China nicht genug f&uuml;rchten, um ihren eigenen Wohlstand zu riskieren. Eine Eind&auml;mmungspolitik d&uuml;rfte in Ostasien kaum Bef&uuml;rworter finden. Die Daten best&auml;tigen dies: Weit davon entfernt, sich um Washington zu scharen, diversifizieren die Regierungen der Region ihre Diplomatie und beteiligen sich an sich &uuml;berschneidenden Institutionen wie <em>ASEAN Plus Drei<\/em>, der <em>Regional Comprehensive Economic Partnership<\/em> und der <em>Belt and Road Initiative<\/em> &ndash; allesamt Mechanismen der Koexistenz statt der Konfrontation. Vor diesem Hintergrund schl&auml;gt Kang eine von ihm als &bdquo;minimalistisch&rdquo; bezeichnete amerikanische Gro&szlig;strategie vor. Ihr Kern besteht in diplomatischem und wirtschaftlichem Engagement &ndash; Lastenteilung statt Dominanz, Zuh&ouml;ren statt Belehren.<\/p><p>F&uuml;r westliche Politiker ist &bdquo;<strong>American Grand Strategy and East Asian Security in the 21st Century&ldquo;<\/strong> ein unbequemes Buch, weil es daran erinnert, dass die Krise nicht in Ostasien liegt. Wenn es eine Bedrohung f&uuml;r die liberale Ordnung gibt, so Kang, dann liegt sie in der Weigerung einer verblassenden Supermacht, sich an eine Welt anzupassen, die sich nicht mehr um sie dreht. Seine Schlussfolgerung k&ouml;nnte als Epitaph f&uuml;r eine &Auml;ra dienen: Die Welt braucht nicht mehr amerikanische Macht &ndash; sie braucht mehr amerikanische Demut.<\/p><p>F&uuml;r westliche Strategen, die eine asiatische NATO erwarten, ist die Botschaft klar: Es gibt keinen solchen Block, und niemand, der darin k&auml;mpfen m&uuml;sste, w&uuml;nscht sich einen solchen. Die L&auml;nder, die die gr&ouml;&szlig;ten Kosten einer chinesischen Aggression zu tragen h&auml;tten, glauben gar nicht, dass eine solche Aggression bevorsteht. Sie handeln nicht so, als st&uuml;nden sie vor einer existenziellen Bedrohung. Die Unterstellung, dass die asiatischen L&auml;nder einfach blind f&uuml;r die Gefahr oder zu schwach sind, um Widerstand zu leisten, ist sowohl herablassend als auch unglaubw&uuml;rdig. Es handelt sich um hochentwickelte Staaten mit starken Streitkr&auml;ften, umfangreichen nachrichtendienstlichen F&auml;higkeiten und fundierten historischen Kenntnissen &uuml;ber die Macht Chinas. Ihre Einsch&auml;tzung, dass China durch Diplomatie eingebunden werden kann, dass Streitigkeiten durch Verhandlungen beigelegt werden k&ouml;nnen und dass die wirtschaftliche Integration ihren Interessen dient, verdient mehr Respekt.<\/p><p><strong>III. Der Frieden der Hierarchien: Macht und Ordnung in Ostasien neu denken<\/strong><\/p><p>Zheng Ma und David C. Kangs &bdquo;Beyond Power Transitions&ldquo; widerlegt den westlichen Mythos, dass alle aufstrebenden M&auml;chte k&auml;mpfen m&uuml;ssen, um ihren Platz zu sichern. In der westlichen Lehre der internationalen Beziehungen gelten Machtverschiebungen als unausweichlich. Von Thukydides&rsquo; Bericht &uuml;ber Athen und Sparta bis hin zur modernen Warnung vor einer &bdquo;Thukydides-Falle&ldquo; sind Wissenschaftler und Strategen gleicherma&szlig;en davon ausgegangen, dass ein Konflikt folgt, wenn ein Staat aufsteigt und ein anderer untergeht. Die Feindseligkeit zwischen dem britischen und dem deutschen Empire, die in zwei Weltkriegen gipfelte, ist das extremste Beispiel daf&uuml;r. Der relativ friedliche &Uuml;bergang von der britischen zur amerikanischen Weltvorherrschaft ist das wichtigste Gegenbeispiel. &bdquo;Beyond Power Transitions &ndash; The Lessons of East Asian History and the Future of US-China Relations&ldquo; bietet eine akribische und radikale Kritik der Machtwechseltheorie. Zheng Ma und David C. Kang argumentieren, dass dieses sogenannte Gesetz der internationalen Politik, das auf der gewaltt&auml;tigen Geschichte Europas basiert, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart die tieferen Rhythmen Ostasiens beschreibt.<\/p><p>Die Autoren rekonstruieren tausend Jahre ostasiatischer Diplomatie und zeigen, dass die vormoderne regionale Ordnung nicht auf Gleichgewicht und internationaler Anarchie beruhte, sondern auf Hierarchie und Legitimit&auml;t. Von der Song- bis zur Qing-Dynastie akzeptierten schw&auml;chere Staaten wie Korea, Japan und Vietnam die Vorherrschaft Chinas im Austausch f&uuml;r Autonomie und Stabilit&auml;t. Anhand von Daten aus Tributmissionen, Handelsaufzeichnungen und Milit&auml;rkampagnen zeigen Ma und Kang, dass w&auml;hrend gro&szlig;er Machtverschiebungen innerhalb dieses Systems die Zahl der zwischenstaatlichen Kriege eher zur&uuml;ckging als zunahm. Im Gegensatz zu den Erfahrungen des Westens, wo es w&auml;hrend der &Uuml;berg&auml;nge der Vorherrschaft fast st&auml;ndig zu Kriegen kam, absorbierte die Hierarchie Ostasiens Ver&auml;nderungen durch Diplomatie, Zeremonien und kontrollierte Ehrerbietung. Die Autoren stellen fest, dass zwischen 1368 und 1841 trotz wiederholter Machtverschiebungen nur eine Handvoll Kriege zwischen den gro&szlig;en Staaten der Region stattfanden. Sie fassen ihre wichtigste Erkenntnis wie folgt zusammen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Am auff&auml;lligsten ist, dass nur drei der achtzehn Dynastiewechsel vor 1920 das Ergebnis eines Krieges mit einem anderen Staat waren. Die drei Ausnahmen waren das B&uuml;ndnis zwischen Tang und Shilla, das 668 Kogury&#335; vernichtete, der Zusammenbruch der Song-Dynastie und die Intervention der Ming in Vietnam im Jahr 1407.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die meisten Gewalttaten im vormodernen Ostasien waren innerstaatlicher Natur. Im krassen Gegensatz zum europ&auml;ischen Staatensystem f&uuml;hrten China, Japan, Korea und Vietnam &uuml;ber viele Jahrhunderte der Koexistenz &uuml;berraschend wenige Kriege.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der wichtigste Punkt, der sich aus einer Untersuchung der &uuml;ber 1.500-j&auml;hrigen Geschichte Ostasiens ergibt, ist die wiederkehrende zentrale Rolle eines m&auml;chtigen China trotz aller Turbulenzen. Bemerkenswert ist auch die au&szlig;ergew&ouml;hnliche Langlebigkeit der ostasiatischen Staaten, die zum gro&szlig;en Teil auf ihrer F&auml;higkeit beruhte, stabile Beziehungen untereinander aufzubauen. Angesichts dieser externen Stabilit&auml;t waren die gr&ouml;&szlig;ten Herausforderungen f&uuml;r diese Regime nicht Kriege oder Invasionen, sondern interne Probleme.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Bedeutung dieser Erkenntnis ist nicht antiquiert. In den letzten Kapiteln stellen die Autoren fest, dass der Aufstieg Chinas und der relative Niedergang Japans seit den 1990er-Jahren diese &auml;ltere, friedliche Logik der Anpassung wiederholen. W&auml;hrend Chinas Anteil am ostasiatischen BIP von unter zehn Prozent im Jahr 1990 auf &uuml;ber die H&auml;lfte in den 2010er-Jahren anstieg, blieb Japans Verteidigungsbudget bei knapp einem Prozent des BIP eingefroren. Die Autoren betrachten dies nicht als Anomalie, sondern als Wiederaufleben der historischen Norm der Region: Hierarchie ohne Hegemonie, Wettbewerb ohne Zusammenbruch. Ostasien hat bereits einen Machtwechsel zwischen seinen beiden m&auml;chtigsten Nationen erlebt. Dieser verlief so friedlich, dass niemand das Ausbleiben eines Krieges &uuml;berhaupt bemerkte.<\/p><p>Ihre Schlussfolgerung zielt direkt auf die intellektuellen Grundlagen der westlichen Strategie ab. Die Macht&uuml;bergangstheorie, so argumentieren sie, sei kein universelles Gesetz, sondern ein engstirniges Modell, das aus Jahrhunderten der Gewalt in Europa hervorgegangen ist. Wenn westliche Analysten heute vor einem unvermeidlichen Konflikt mit China warnen, verwechseln sie europ&auml;ische Geschichte mit Weltgeschichte. Wie Ma und Kang zeigen, verf&uuml;gt Ostasien seit Langem &uuml;ber ein eigenes Gleichgewicht &ndash; eines, das Zur&uuml;ckhaltung und pragmatische Koexistenz belohnt. Die empirische Stringenz und historische Tiefe des Buches machen es schwer, die Lehre aus dem Inhalt zu ignorieren: Wenn es im Pazifik zu einem Krieg kommt, dann deshalb, weil die politischen Entscheidungstr&auml;ger sich daf&uuml;r entscheiden, eine fremde Theorie wiederaufleben zu lassen, und nicht, weil die Vergangenheit oder Gegenwart der Region dies erfordert.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>In einem Artikel, zwei B&uuml;chern und Tausenden von Seiten mit Belegen zeigen Kang und seine Mitarbeiter, dass die Grundlagen der US-Strategie auf Annahmen beruhen, die sich bei genauer Betrachtung aufl&ouml;sen. Chinas offizieller Diskurs konzentriert sich &uuml;berwiegend auf innenpolitische Herausforderungen, nicht auf globale Expansion. Seine territorialen Anspr&uuml;che sind Erbe fr&uuml;herer Dynastien, keine neuen imperialen Ambitionen. Sein Verhalten bei der L&ouml;sung von Grenzkonflikten zeugt von Pragmatismus und Kompromissbereitschaft. Die Region, die es angeblich bedroht, ist stabiler, st&auml;rker verflochten und weniger militarisiert, als Washingtons Rhetorik vermuten l&auml;sst. Und die historischen Aufzeichnungen zeigen, dass Ostasien Machtwechsel seit Langem friedlich durch Hierarchie und Diplomatie bew&auml;ltigt hat &ndash; ein Muster, das auch dann Bestand hatte, als Chinas Anteil am regionalen BIP in den letzten drei Jahrzehnten stark anstieg und der Japans zur&uuml;ckging.<\/p><p>Das bedeutet jedoch nicht, dass Konflikte ausgeschlossen sind. Taiwan bleibt ein Brennpunkt, an dem Chinas Entschlossenheit, die Unabh&auml;ngigkeit zu verhindern, mit der Unterst&uuml;tzung der USA f&uuml;r die Autonomie der Insel kollidiert. Maritime Streitigkeiten im Ost- und S&uuml;dchinesischen Meer f&uuml;hren zu Reibungen. Wirtschaftlicher Wettbewerb und technologische Rivalit&auml;t f&uuml;hren zu echten Spannungen. Aber dies sind die &uuml;blichen Reibungen zwischen Gro&szlig;m&auml;chten und kein existenzieller Kampf. Sie lassen sich durch Diplomatie, Verhandlungen und gegenseitige Zur&uuml;ckhaltung bew&auml;ltigen. Wenn Washington Ressourcen in milit&auml;rische Vorbereitungen f&uuml;r Kriege steckt, die die L&auml;nder in der Region nicht wollen, verspielt es Chancen, die Herausforderungen anzugehen, die keine der beiden Superm&auml;chte allein l&ouml;sen kann &ndash; KI-Sicherheit, Klima, Pandemien und wirtschaftliche Stabilit&auml;t.<\/p><p>Die alternative Strategie, die sich aus dieser Arbeit ergibt, ist minimalistisch in ihren Mitteln, aber ehrgeizig in ihren Zielen: F&uuml;hrung durch Diplomatie statt Dominanz, Wettbewerb in einigen Bereichen und Zusammenarbeit in anderen, Unterscheidung zwischen Kernkonflikten wie Taiwan und Randthemen, bei denen Kompromisse leichter fallen. Ob Washington diesen Rat beherzigen wird, bleibt zweifelhaft. Die politischen Anreize beg&uuml;nstigen eine aggressive Haltung. Das Verteidigungsestablishment profitiert von der &Uuml;bertreibung von Bedrohungen. Aber die Kosten f&uuml;r das Ignorieren der Arbeit Kangs werden nicht in akademischen Zitaten gemessen, sondern in den Risiken eines gro&szlig;en Krieges, den keine Seite will.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/KzWKqeYk6aE?si=KV-bHw11as5yk24L\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div> <\/p><p><small>Titelbild: Screenshots der Buch-Cover<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141184\">Interview mit Ostasien-Experten David Kang: China will keine Weltmacht sein &ndash; westliche Projektionen und reale Priorit&auml;ten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=138898\">Schmutzige Kriege und endlose L&uuml;gen: Scott Hortons ersch&uuml;tternde Geschichte des War on Terror<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=135152\">Der globale Garnisonsstaat: Wie der US-Militarismus in seiner DNA verankert ist<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=139455\">Daniele Ganser im Interview: Der Westen ist die gr&ouml;&szlig;te Gefahr f&uuml;r den Weltfrieden<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David C. Kang, Professor f&uuml;r Internationale Beziehungen an der University of Southern California, hat allein und gemeinsam mit Kollegen eine Reihe von Forschungsarbeiten verfasst, welche die Annahmen, die die US-Strategie im Pazifikraum bestimmen, systematisch in Frage stellen. Insbesondere drei Werke bilden eine koh&auml;rente und vernichtende Kritik an der Anti-China-Hysterie im Westen &ndash; der Artikel &bdquo;<em>What<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141722\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":141724,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,20,208,30],"tags":[2035,3047,379,3240,3481,1426,2529,1620,1497,1792,2301,1485,1971,1367,3125,1983,3415,2922,1556,357,2114],"class_list":["post-141722","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-landerberichte","category-rezensionen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-abschreckungsstrategie","tag-asean","tag-china","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-friedliche-koexistenz","tag-hegemonie","tag-imperialismus","tag-indonesien","tag-japan","tag-kolonialismus","tag-konfrontationspolitik","tag-nordkorea","tag-philippinen","tag-ruestungsausgaben","tag-regelbasierte-ordnung","tag-suedkorea","tag-staatliche-souveraenitaet","tag-taiwan","tag-usa","tag-vietnam","tag-xi-jinping"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/251028-holmes-china.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=141722"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141722\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141788,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/141722\/revisions\/141788"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/141724"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=141722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=141722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=141722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}